Einrichtung mit wenigstens einem durch Fluidumdruck betätigbaren Kolbenschieber Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrich tung mit wenigstens einem durch Fluid'umdruck be- tätigbaren Kolbenschieber; diese Einrichfung kann insbesondere ein logisches Grundelement für hydrau lisch oder pneumatisch betätigte Steuer- und Regi- strieraggregate für Rechen- und Datenverarbeitungs anlagen zur Verarbeitung von in digitaler Form dar gestellten Werten bzw. Informationen darstellen.
Prinzipiell kann in einem hydraulischen oder pneumatischen System, in welchem bewusst auf -die Anwendung elektrischer oder elektronischer Bauele mente verzichtet wird, Information analog zur Elek tronik durch Druck (Spannung) oder Strömung (Strom) dargestellt werden. Der oder die in der vor liegenden Einrichtung zur Anwendung kommenden, beweglichen, durch Fluidumdruck betätigbaren Kol benschieber haben beispielsweise ihr elektromechani sches Analogon in dem oder den Schaltsätzen der bekannten Relais.
Die vorliegende Einrichtung kann in der gleichen Weise und zur Erfüllung gleicher Zwecke in der Praxis eingesetzt werden wie Relais oder äquivalente elektronische Elemente und Schal tungen.
Bei den meisten heute bekannten Steuer- und Re- gistrieraggregaten erfolgt die Übertragung der am Ein gang meist ausschliesslich in mechanischer Form zur Verfügung stehenden Betätigungsimpulse auf die eigentlichen Steuer- oder Registrierelemente minde stens teilweise mechanisch oder nach Durchführung einer entsprechenden Umwandlung elektrisch bzw. elektronisch.
Demgegenüber ermöglicht die vorlie gende Erfindung die direkte und ausschliesslich pneu matische oder hydraulische, d. h. durch Fluidum druck erfolgende Betätigung von Steuer- oder Regi- strierelementen, wobei jedwede Umwandlung mecha nischer in elektrische Grössen (Signale) und umge kehrt, die erwiesenermassen aufwendig und kostspielig ist, überflüssig wird.
Die Erfindung bezweckt vor allem die Schaffung einer Steuereinrichtung der ein gangs genannten Art mit - gegenüber den bekannten rein mechanischen Ausführungen - grösserer Ar beitsgeschwindigkeit, grösserer Flexibilität, geringeren Herstellungskosten und grösserer Betriebssicherheit sowie mit - gegenüber z. B. elektrischen oder elek tronischen Ausführungen - weitgehender Unemp findlichkeit gegenüber äusseren Einflüssen, z. B. ex treme Temperaturen und Temperaturschwankungen, elektromagnetische Störungen, Korpuskularstrahlung usw.
Gemäss der Erfindung besitzt die vorliegende Ein richtung wenigstens einen durch Fluidumdruck be- tätigbaren Kolbenschieber mit treibenden Flächen und steuernden Kanten, dessen Führungskanal durch Ver bindungskanäle derart mit Leitungen unterschied lichen Fluidumdruckes in Verbindung gebracht wer den kann, dass das abwechselnde Anschliessen des Führungskanals an diese Leitungen:
den Schieber zyklisch in eine Mehrzahl von verschiedenen Gleich gewichtslagen bringt.
Im folgenden ist die Erfindung an Hand der bei liegenden Zeichnung, die schematisch einige Ausfüh rungsbeispiele von hydraulisch betätigten Steuer- und Registriereinrichtungen zeigt, näher erläutert. Anhand der im folgenden näher beschriebenen Ausführungs beispiele wird gezeigt, wie relaisartige Schalt- und Steuervorgänge mit den Mitteln der Hydraulik bzw.
Pneumatik ausführbar sind unter Anwendung beweg licher, durch Fluidumdruck betätigbarer Kolbenschie ber. Hierbei wird unter Fluidum eine flüssiges oder gasförmiges Medium (z. B.
Wasser oder Luft) ver standen. In. der Zeichnung zeigt: Fig. 1 ein als Stellorgan wirkendes Steuerelement, das einen beweglichen Kolbenschieber umfasst, der sich in einem hydraulischen Stromkreis selbsttätig in vorbestimmte Gleichgewichtslagen einzustellen ver mag,
Fig. 2 bis 5 eine aus zwei Steuerelementen mit je zwei Einstellagen aufgebaute Zelle eines mehr- stelligen binären Schieberegisters zum stellenweisen Verschieben von Information in vier Arbeitsposi tionen, Fig. 6 schaubildlich eine praktische Ausführungs form der in Fig. 2 bis 5 dargestellten Zelle, Fig. 7 eine Variante zu der in Fig. 2 bis 5 darge stellten .Zelle mit Selbststabilisierung eines Kolben schiebers,
Fig. 8 zwei aus je zwei Steuerelementen mit je fünf Einstellagen aufgebaute Zellen eines quinären Schieberegisters, Fig. 9 einen asymmetrischen, aus drei Steuerele menten mit je zwei Einstellagen aufgebauten Zähler modulo 2 (Binärzähler), Fig. 10 einen von den Schieberegisterzellen nach Fig. 8 abgeleiteten Zähler modulo 5 (Quinärzähler),
Fig. 11 bis 15 fünf verschiedene Ausführungsfor men eines Multivibrators.
Bei allen im folgenden beschriebenen Einrichtun gen werden Kolbenschieber hydraulisch bzw. pneu matisch betätigt. Das Grundschema eines Steuerele mentes ist in Fig. 1 dargestellt; es hat hier die Wir kung eines Stehorgans. Mit 1 ist ein Führungskanal bezeichnet, dessen beide Enden über einstellbare Drosseln 2 und 3 an die Druckseite einer Fluidum quelle angeschlossen sind. In dem Führungskanal 1 ist ein Kolben 4 verschiebbar angeordnet, dessen Kol benstange zur Stellungsanzeige oder zur Abgabe einer Steuerbewegung fluidumdicht aus dem Kanal 1 her ausgeführt ist.
An den Führungskanal 1 sind Verbin dungskanäle oder Zweigleitungen a, <I>b,</I> c und<I>d</I> an geschlossen. Beispielsweise sei angenommen, dass die Zweigleitungen<I>a,</I> c und<I>d</I> geschlossen sind und dass die Zweigleitung b an die zur Fluidumquelle zurück führende Rücklaufleitung angeschlossen ist. Solange der Kolben 4 die Zweigleitung b abdeckt, ist das System in Ruhe, wobei die Drücke beidseits des Kol bens 4 einander gleich sind.
Wird nun der Kolben 4 leicht nach links verschoben, so dass er die Zweiglei tung b freigibt, kommt es zur Strömung des Fluidums durch die Drossel 3 in die Zweigleitung b; die Drossel 3 bewirkt dabei auf der in Fig. 1 rechten Kolbenseite einen Druckabfall. Die so geschaffene Druckdifferenz in den beidseits des Kolbens 4 liegenden Räumen des Führungskanals verschiebt den Kolben 4 in seine Ausgangslage zurück, in welcher er die Zweigleitung b abdeckt. Der Druck auf der rechten Kolbenseite wird dadurch wieder erhöht und das System bleibt wieder in Ruhe. Analoges gilt für eine Verschiebung des Kolbens 4 nach rechts.
Der Kolben 4 stellt sich somit jeweils selbsttätig so ein, dess er die mit der Rück laufleitung verbundene Zweigleitung abdeckt; er be findet sich somit in stabilem Gleichgewicht.
In den im folgenden beschriebenen Einrichtungen wird das vorangehend erläuterte Grundprinzip dazu verwendet, ein oder mehrere Steuerelemente durch einen Steuerimpuls in eine der Steuerung weiterer Ele mente oder der Registrierung des Impulses dienende Stellung zu bringen.
Ein erstes Anwendungsbeispiel ist in Fig. 2 bis 6 dargestellt; diese Figuren zeigen eine aus zwei Schie- bervorrichtungen 6 und 7 mit je zwei Einstellagen der Kolbenschieber 8 aufgebaute Schieberegisterzelle. Zum Zwecke der Schaffung eines mehrstelligen binä ren Schieberegisters stelle man sich vor, dass dieser Zelle weitere gleiche Zellen vor- und nachgeordnet seien. In aus der Rechenmaschinentechnik her be kannten Schieberegistern können Informationen re präsentierende Daten (z. B. Binärziffern) von einer Zelle zur nächsten transferiert ( geschiftet ) werden. Eben diese Funktion des Informationstransfers kann mit Hilfe der im folgenden beschriebenen Zelle ge leistet werden.
Unter Bezugnahme auf Fig. 2 umfasst die Schiebe registerzelle zwei Schiebervorrichtungen 6 und 7. Die Führungskanäle dieser Vorrichtungen 6 und 7 ent halten je einen doppelten Kolbenschieber 8, weicher der Einstellung in zwei voneinander unterscheidbare Lagen fähig ist, nämlich in eine obere Lage, die z. B. die Binärinformation 1 , und in eine untere Lage, die dann in entsprechender Weise die Binärinforma tion 0 darstellen möge. Während geradzahlig be zeichnete (2n) Schiebervorrichtungen (z.
B. 6) soge nannte Hauptstufen des Schieberegisters darstellen, leisten die ungeradzahlig bezeichneten (2n + 1) Schie- bervorrichtungen (z. B. 7) die Funktion der sogenann ten Zwischenstufen. In einem Schieberegister muss man bekanntlich über eine Zwischenstufe gehen, wenn man binäre Information von einer Hauptstufe auf die nächste übertragen will.
In der in Fig. 2 dargestellten Schieberegisterzelle sind die Führungskanäle der Schiebervorrichtungen 6 und 7 an beiden Enden über einstellbare Drosseln 9 und 10 mit der Hochdruckleitung einer Fluidumquelle verbunden. Ausserdem stehen die beiden Führungs kanäle durch zwei Verbindungskanäle 11 und 12 miteinander in Verbindung. Ausserhalb bzw. inner halb der Anschlüsse der Verbindungskanäle 11, 12 an die beiden Führungskanäle der Steuerelemente 6 und 7 sind die letzteren mit einer gemeinsamen Rück laufleitung 13, in der Niederdruck herrscht, verbun den.
Die Steuerung der Schieberegisterzelle erfolgt mittels einer nicht gezeichneten, als Impulsgenerator wirkenden Fluidumquelle, die über Leitungen 14 und 15 an die beiden Steuerelemente 6 und 7 anschliessbar ist. Es sei angenommen, dass zunächst die Leitung 14 mit der Rücklaufleitung 13 verbunden und die Lei tung 15 abgeschlossen oder mit der Hochdruckleitung der Fluidumquelle verbunden sei, das heisst, dass die Leitung 14 unter Niederdruck und die Leitung 15 unter Hochdruck stehen möge.
Wie Fig. 2 erkennen lässt, steuert dann die geradzahlig bezeichnete Schie- bervorrichtung 6 die nächstfolgende ungeradzahlig bezeichnete Schiebervorrichtung 7 so, dass beide Vor richtungen die gleiche Stellung einnehmen.
Das heisst im vorliegenden Fall: Wenn die beiden Kolbenschie- ber 8 die in Fig. 2 gezeigte, ungleiche Lage einneh men, wobei sich der Schieber 8 der Vorrichtung 6 in seiner oberen (Binärwert<B> l )</B> und der Schieber 8 der Vorrichtung 7 in seiner unteren (Binärwert 0 ) Endlage befinden, dann herrscht beidseits des Schie bers 8 der Vorrichtung 6 Hochdruck (man beachte, dass die Leitung 8b der Vorrichtung 6, die zur links benachbarten, nicht gezeichneten Zelle führt, ent weder abgeschlossen ist oder auch unter Hochdruck steht). Der Schieber 8 der Vorrichtung 6 bleibt somit in Ruhe.
Demgegenüber steht entsprechend obiger Annahme die Rücklaufleitung 13 durch die Leitungen 14 und 11 mit dem oberhalb des Schiebers 8 der Vorrichtung 7 liegenden Raum in Verbindung; in die sem Raum herrscht somit Niederdruck, und der Schie ber 8 der Vorrichtung 7 wird nach oben in die strich punktiert angedeutete Lage bewegt. Beide Vorrichtun gen der Zelle nehmen somit jetzt die gleiche Stellung ein (vergleiche Fig. 3), in welcher sie die Binärwerte 1 repräsentieren.
Man stelle sich vor, dass anschliessend die Rück laufleitung 13 mit der Leitung 15 verbunden und die Leitung 14 abgeschlossen oder mit der Hochdruck leitung der Fluidumquelle verbunden werde. Das heisst, dass durch in Fig. 3 nicht gezeichnete Mittel eine Umschaltung vorgenommen werde, so dass jetzt die Leitung 15 unter Niederdruck und die Leitung 14 unter Hochdruck stehen möge. Nun ist an Hand von Fig. 3 zu erkennen, dass die Schieber 8 der Vorrich tungen 6 und 7 von dieser Umschaltung unbeeinflusst bleiben, und zwar unabhängig davon, in welchen Endstellungen sich die beiden Kolbenschieber 8 ge rade befinden.
Dagegen wird durch die Leitung 15 und den zwischen den beiden Hälften des Schiebers 8 der Vorrichtung 7 liegenden Raum die Rücklauf leitung 13 mit der Leitung 8a der Vorrichtung 7 ver bunden, welche zur Vorrichtung 6 der rechts benach barten Zelle führt. Dabei sei angenommen, der Schie ber 8 der Vorrichtung 6 dieser nicht gezeichneten, nächstfolgenden Zelle befinde sich in der unteren Endlage (Binärwert 0 ), wie sie zum besseren Ver ständnis mit strichpunktierten Linien für den Schieber 8 der Vorrichtung 6 der gezeichneten Zelle darge stellt ist. Somit entsteht oberhalb des Schiebers 8 der Vorrichtung 6 der genannten rechts benachbarten Zelle ein Druckabfall, und der Schieber 8 wird in seine obere Endlage verschoben.
Somit nimmt der Schieber 8 der Vorrichtung 6 der benachbarten Zelle nun die gleiche Lage ein wie die Vorrichtungen 6 und 7 der gezeichneten Zelle (Binärwert<B> l ).</B>
In ähnlicher Weise arbeitet die Einrichtung, wenn sich der Schieber 8 der Vorrichtung 6 in der unteren (Binärwert 0 ) und der Schieber 8 der Vorrichtung 7 in der oberen (Binärwert<B> 1 )</B> Endlage befinden (vergleiche Fig. 4). Wird durch nicht gezeichnete Um schaltmittel die Rücklaufleitung 13 mit der Leitung 14 verbunden, während die Leitung 15 geschlossen bleibt oder mit der Hochdruckleitung der Fluidum quelle verbunden ist, so steht die unter Niederdruck stehende Rücklaufleitung 13 über die Leitung 14, den zwischen den Hälften des.
Schiebers 8 der Vorrich tung 6 geschaffenen Raum und die Leitung 12 mit dem unterhalb des Schiebers 8 der Vorrichtung 7 lie genden Druckraum in Verbindung. An der Drossel 10 entsteht somit ein Druckabfall, so dass der Schieber 8 der Vorrichtung 7 in seine untere Endlage (Binärwert 0 ) verschoben wird. Die Vorrichtung 6 steuert dem nach die Vorrichtung 7 so, dass letztere die gleiche Lage (Binärwert 0 ) wie die Vorrichtung 6 einnimmt (vergleiche Fig. 5).
Wird anschliessend wieder so umgeschaltet, dass die Rücklaufleitung 13 mit der Leitung 15 verbunden ist, während die Leitung 14 geschlossen oder mit der Hochdruckleitung der Fluidumquelle verbunden ist, so ist aus Fig. 5 ersichtlich, dass die beiden Vorrich tungen 6 und 7 in Ruhe bleiben und sich gegenseitig nicht beeinflussen. Dagegen steht nun die Rücklauf leitung 13 durch die Leitung 15 und den zwischen den beiden Hälften des Schiebers 8 der Vorrichtung 7 liegenden Raum mit der Leitung 8b der Vorrichtung 7 in Verbindung, die zur Vorrichtung 6 der nicht ge zeichneten, rechts benachbarten Zelle führt.
Es sei angenommen, dass der Schieber 8 der Vorrichtung 6 der nächstfolgenden Zelle sich in seiner oberen End- lage (Binärwert <B> l )</B> befinde, wie sie zum besseren Verständnis mit strichpunktierten Linien für die Vor richtung 6 der gezeichneten Zelle dargestellt ist. Es entsteht nun unterhalb des Schiebers 8 der Vorrich tung 6 der genannten, rechts benachbarten Zelle ein Druckabfall, so dass der Schieber 8 dieser Vorrichtung 6 in seine untere Endlage verschoben wird, in der er den Binärwert 0 repräsentiert.
Somit steuert die Vorrichtung 7 einer Zelle die Vorrichtung 6 der nächstfolgenden Zelle so, dass diese Vorrichtung 6 die gleiche Stellung einnimmt wie die beiden Vorrich tungen 6 und 7 der vorangehenden Zelle und somit den gleichen Binärwert repräsentiert.
Aus dem Vorangehenden ist ersichtlich, dass in der einen Anschlussstellung der Rücklaufleitung 13 an eine der Leitungen 14 und 15 die erste (geradzahlig bezeichnete) Schiebervorrichtung der gleichen Zelle steuert, während in der anderen Anschlussstellung der Rücklaufleitung 13 an eine der Leitungen 14 und 15 die zweite Schiebervorrichtung einer Zelle die erste Schiebervorrichtung der nächstfolgenden Zelle steuert.
Somit wird bei einem aufeinanderfolgenden Wechsel der Anschlüsse der beiden Leitungen 14, 15 an die Rücklaufleitung 13 eine in einer Zelle mit den Schie- bervorrichtungen <I>2n</I> und<I>2n + 1</I> enthaltene Binär information in die nächste Zelle mit den Schiebervor- richtungen 2h <I>+ 2</I> und<I>2n + 3</I> übertragen, wie es der Funktion eines Schieberegisters entspricht. In Fig. 6 ist schaubildlich eine praktische Aus führungsform der an Hand der Fig. 2 bis 5 beschrie benen Zelle dargestellt. Sie besteht aus einem Block, z.
B. aus Plexiglas (eingetragene Marke), Giessharz oder einem andern geeigneten Kunststoff, in welchem die notwendigen Kanäle vorgesehen sind, wobei die Drosseln 9, 10 in den Druckleitungen durch mit koni- schen Enden versehene Schrauben gebildet sind. Auch die Kolbenschieber 8 bestehen zweckmässig aus Kunst stoff, während als Betriebsmedium z. B. Wasser ver wendet werden kann.
Ein spezielles Merkmal der vorangehend beschrie benen Registerzelle besteht darin, dass sich die gerad- zahligen Schiebervorrichtungen (2n) während des er sten halben Betätigungszyklus für kleine Verschiebun gen in indifferentem Gleichgewicht befinden, während sich die ungeradzahligen Schiebervorrichtungen (2n + 1) während des zweiten halben Zyklus im in differenten Gleichgewicht befinden.
Steht genügend Zeit zur Verfügung, so kann eine durch eventuelle un gleiche Leckverluste verursachte einzige stabile Gleichgewichtslage eingenommen werden, was zu einer unerwünschten Änderung der der Zelle aufge drückten Information führen kann. Um dies zu ver meiden, sollte die minimale Umschaltfrequenz einen bestimmten Wert nicht unterschreiten.
Ein weiteres Beispiel einer Schaltregisterzelle, bei der jedoch keine untere Frequenzgrenze zu beachten ist, ist in Fig. 7 dargestellt. Die dargestellte Zelle be- sitzt wiederum zwei Schiebervorrichtungen 16 und 17, die über einstellbare Drosseln 18, 19 mit der Druck seite der Druckfluidumquelle in Verbindung stehen.
Die mit der ungeradzahligen Schiebervorrichtung der vorangehenden Zelle verbundene Vorrichtung 16 ist durch die Verbindungskanäle 20 und 21 mit der ungeradzahligen Vorrichtung 17 der Zelle verbunden. Anderseits können die beiden Schiebervorrichtungen durch die Leitungen 22, 23, 24, 25 und 26 über einen Hilfsschieber 27 mit der gemeinsamen Rück laufleitung 28 bzw. mit den vom Impulsgenerator kommenden Leitungen 29 und 30 verbunden werden.
Der Hilfsschieber 27 liegt ebenfalls in einer Druck fluidumleitung zwischen- zwei einstellbaren Drosseln 31,_.32. Wenn die Leitung 29 mit der Rücklauflei- tung 28 verbunden ist, während die Leitung 30 ge schlossen oder mit der Hochdruckseite der Druck quelle verbunden ist, dann steuert die Vorrichtung 16 die Vorrichtung 17 derart, dass letztere die gleiche Stellung wie die Vorrichtung 16 einnimmt. Ist z. B.
der Schieber der Vorrichtung 17 in der mit strich punktierten Linien angedeuteten unteren Lage, wäh rend der Schieber der Vorrichtung 16 die ausgezogen gezeichnete Lage einnimmt, dann strömt an der Dros sel 18 der Vorrichtung 17 vorbei Fluidum durch den Kanal 20 und die Leitung 25 in die Rücklaufleitung 28. Dadurch entsteht an der Drossel 18 ein Druck abfall, der bewirkt, dass der Schieber der Vorrichtung 17 so weit hochgezogen wird, bis er den oberen Arm des Verbindungskanals 20 abdeckt, so dass nun die beiden Vorrichtungen 16 und 17 die gleiche Stel lung einnehmen.
Dabei ist zu beachten, dass die Vor richtung 16, während sie die Vorrichtung 17 in der genannten Weise steuert, selbsttätig im stabilen Gleichgewicht gehalten ist; würde sich z. B. der Schie ber der Vorrichtung 16 etwas nach unten bewegen, so könnte Fluidum an seiner Drossel 18 vorbei durch den Verbindungskanal 20 und die Leitung 25 der vorgeordneten Schiebervorrichtung (2n-1) in die Rücklaufleitung gelangen, so dass der Schieber der Vorrichtung 16 durch den an der Drossel 18 ent stehenden Druckabfall in die, gezeichnete Ausgangs lage zurückgezogen wird.
Wenn anschliessend die Lei tung 29 geschlossen und die Leitung 30 an die Nie derdruckseite der Druckquelle bzw. an die Rücklauf leitung angeschlossen wird, verschiebt der an der Drossel 32 auftretende Druckabfall den Hilfsschieber 27 derart nach rechts (strichpunktierte Lage), dass die Vorrichtung 17 zwar selbst stabil in ihrer Gleich gewichtslage verharrt, dagegen durch die Leitung 26 über den Kanal 20 der nächstfolgenden Vorrichtung 16 der benachbarten Zelle diese Vorrichtung 16 so mit der Rücklaufleitung 28 verbindet, dass diese eben falls in die von der Vorrichtung 17 eingenommene Gleichgewichtslage gebracht wird; die Vorrichtung 16 der gezeichneten Zelle bleibt davon unbeeinflusst.
Bei dieser Ausbildung der einzelnen Zelle wird demzu folge erreicht, dass die jeweils die Steuerfunktion aus übende Schiebervorrichtung selbsttätig stabil in ihrer Gleichgewichtslage verharrt; auch bei sehr kleiner Betätigungsgeschwindigkeit kann sich demnach die vom Register aufgenommene Information nicht un erwünscht verändern.
Fig. 8 zeigt ein Paar von benachbarten Zellen eines 5-Stellungs-Schieberegisters. Jede Zelle besitzt zwei Schiebervorrichtungen 34, 35 mit je einem zwei teiligen, in fünf verschiedene Gleichgewichtslagen bringbaren Kolbenschieber. Die Schieber sind in der Schieberteilung entsprechend unterteilten Drucklei tungen (Führungskanälen) 33 derart angeordnet, dass der den kleineren Schieberteil 36 enthaltende Lei tungsabschnitt über Drosseln 37, 38 an eine Hoch druckleitung 39 angeschlossen ist.
Der letztgenannte Leitungsabschnitt jeder Schlebervorrichtung einer je den Zelle ist durch fünf Verbindungskanäle 40 bis 44 mit dem den grösseren Schieberteil enthaltenden Druckleitungsabschnitt der vorangehenden Schieber vorrichtung verbunden;
das freie Ende dieser zweit genannten Leitungsabschnitte der geradzahligen Schie- bervorrichtungen aller Zellen ist mit der einen und das freie Ende der entsprechenden Leitungsabschnitte der ungeradzahligen Schiebervorrichtungen mit der andern von zwei abwechslungsweise mit der Rück laufleitung verbindbaren Steuerleitungen 46, 47 ver bunden.
Der grössere Schieberteil jeder Schiebervor- richtung ist hohl und gegen die zugeordnete Steuer leitung 46 bzw. 47 hin offen, wobei eine Wandöffnung 45 in diesem Schieberteil zum Zusammenwirken mit den Verbindungskanälen 40 bis 44 vorgesehen ist. Im Prinzip entspricht die Arbeitsweise dieses Schiebe registers jener der in den Fig. 2 bis 7 gezeigten Re gister. Wird z.
B. die Leitung 46 mit der Rücklauf leitung verbunden, so strömt Fluidum aus der Hoch druckleitung 39 durch die Drossel 37 der zweiten Vorrichtung 35, den Kanal 41, die Öffnung 45 im Schieber der ersten Vorrichtung 34 und die Leitung 46, wobei an der Drossel 37 ein Druckabfall ent steht. Dadurch wird der Schieber der Vorrichtung 35 in seiner Leitung (Führungskanal) so weit verschoben, bis sein Teil 36 den Kanal 41 absperrt. Die Vor richtung 34 bleibt während dieses Steuervorganges in Ruhe.
Wird anschliessend die Leitung 47 an die Rücklauf- oder Niederdruckleitung angeschlossen, so strömt Fluidum an der Drossel 38 der ersten Vor richtung 34 der nächstfolgenden Zelle vorbei durch den Kanal 43, die sich davor befindliche Öffnung 45 im Schieber und die Leitung 47 in die Rücklauflei- tung, wodurch an der genannten Drossel 38 ein Druckabfall auftritt. Dadurch wird der Schieber der ersten Vorrichtung 34 dieser zweiten Zelle so weit verschoben, bis sein Teil 36 den Kanal 43 abschliesst. Somit nimmt nun die erste Vorrichtung 34 der zwei ten Zelle die gleiche Gleichgewichtslage ein wie die erste Vorrichtung 34 der ersten Zelle.
Auch hier gilt aber, dass zum einwandfreien Funktionieren des Re gisters eine untere Grenze der Umschaltfrequenz nicht unterschritten werden darf, da die steuernde Schie- bervorrichtung sich jeweils nur in indifferentem Gleichgewicht befindet.
Eine weitere Anwendungsmöglichkeit des hier in Frage stehenden Betätigungsverfahrens ist in den Fig. 9 und 10 dargestellt. Fig. 9 zeigt einen unsym metrischen Zweistellungszähler. Dieser Zähler stellt an sich eine Kombination der Schieberegister nach den Fig. 2 und 7 dar;
er besitzt drei dreiteilige Schie- bervorrichtungen 48, 49 und 50, wobei der zentrale Impulsgenerator durch die Vorrichtung 50 ersetzt ist, während die Vorrichtung 48 die gleiche Funktion wie eine Schiebervorrichtung der Schieberegisterzelle nach Fig. 2 und die Vorrichtung 49 die gleiche Funktion wie die entsprechende Schiebervorrichtung der Schieberegisterzelle nach Fig. 7 ausübt. Die Zelle be sitzt zwei Leitungen 51, 52, zwei Leitungen 53, 54 und zwei Rücklaufleitungen 55, 56.
Die Wirkungsweise kann, ausgehend von der in Fig. 9 gezeigten unteren Stellung der einzelnen Schie- bervorrichtungen wie folgt beschrieben werden: Vor erst sei die Leitung 51 an die Rücklaufleitung ange schlossen, während die Leitung 52 geschlossen ist. Da an den äusseren Stirnseiten der Kolbenschieber kein Druckabfall eintreten kann, bleiben alle drei Schiebervorrichtungen in Ruhe. Anderseits zeigt der vollausgezogene Pfeil a, dass die Leitung 53 über den Innenraum der Vorrichtung 50 mit der Rücklauflei- tung 55 verbunden ist, während die Leitung 54 ge schlossen bleibt.
Wird anderseits die Leitung 52 an die Rücklaufleitung angeschlossen, während die Lei tung 51 geschlossen wird, so entsteht sowohl oberhalb des Schiebers der Vorrichtung 48 als auch oberhalb des Schiebers der Vorrichtung 50 (gestrichelte Pfeile b und e) ein Druckabfall, so dass die Schieber dieser beiden Schiebervorrichtungen in ihre obere, strich punktiert angedeutete Endlage verschoben werden, während die Vorrichtung 49 in Ruhe bleibt. Der Pfeil d zeigt an, dass die Leitung 53 wiederum an die Rücklaufleitung 55 angeschlossen wird, während die Leitung 54 geschlossen bleibt.
Wird anschliessend er neut die Leitung 51 mit der Rücklaufleitung verbun- den und die Leitung 52 geschlossen, so entsteht auf der Unterseite des Schiebers der Vorrichtung 50 (Pfeil e) ein Druckabfall und der Schieber dieser Vor richtung wird in seine untere Endlage zurückgescho- ben. Durch die Verbindung gemäss Pfeil f wird auch die Oberseite des Schiebers der Vorrichtung 49 mit der Rücklaufleitung 55 verbunden, so dass nun auch der Schieber dieser Vorrichtung in seine obere End- lage verschoben wird.
Der Schieber der Vorrichtung 48 bleibt während dieses Steuervorgangs unbeeinflusst in seiner oberen Endlage. Anderseits zeigt Pfeil g, dass wiederum die Leitung 53 über das Innere der Vor richtung 50 mit der Rücklaufleitung 55 in Verbin dung steht, während die Leitung 54 geschlossen bleibt.
Wird anschliessend erneut die Leitung 51 geschlos sen und die Leitung 52 mit der Rücklaufleitung ver bunden, so wird offenbar durch den auf der Oberseite des Schiebers der Vorrichtung 50 erzeugten Druck abfall (Pfeil c) der Schieber der Vorrichtung 50 wie der in seine obere Endlage verschoben. Dabei kommt gemäss Pfeil h auch die Unterseite des Schiebers der Vorrichtung 48 über die Innenräume der beiden Vor richtungen 49 und 50 mit der Rücklaufleitung 55 in Verbindung, so dass durch den entstehenden Druck abfall der Schieber der Vorrichtung 48 in seine untere Endlage verschoben wird,
während der Schieber der Vorrichtung 49 unbeeinflusst in seiner oberen Endlage verbleibt. Dabei ist zu beachten, dass nun gemäss Pfeil i die Leitung 54 durch den Innenraum der Vorrich tungen 49 und 50 mit der Rücklaufleitung 55 verbun den ist, während die Leitung 53 geschlossen bleibt. Wenn anschliessend die Leitung 51 wieder an die Rücklaufleitung angeschlossen und die Leitung 52 ge schlossen wird, dann entsteht gemäss Pfeil e auf der Unterseite des Schiebers der Vorrichtung 50 wieder ein diesen Schieber in seine untere Endlage verschie bender Druckabfall.
Gemäss Pfeil k steht nun auch die Unterseite des Schiebers der Vorrichtung 49 durch den Innenraum der Vorrichtungen 48 und 50 mit der Rücklaufleitung 55 in Verbindung, so dass nun auch der Schieber der Vorrichtung 49 in seine untere End- lage zurückgeschoben wird, während der Schieber der Vorrichtung 48 unbeeinflusst in seiner unteren End- lage verbleibt. Wie zu Beginn steht jetzt auch die Leitung 53 gemäss Pfeil g wieder mit der Rücklauf leitung 55 in Verbindung, während die Leitung 54 geschlossen bleibt.
Nach Ablauf des beschriebenen Arbeitszyklus befinden sich somit die Schieber aller Schiebervorrichtungen wieder in ihrer unteren Endlage.
Dabei ist zu beachten, dass die Schiebervorrich- tungen nur dann in stabilem Gleichgewicht sind, wenn die Leitung 51 an die Rücklaufleitung angeschlossen ist, während die Schaltzeit in den andern Phasen, in welchen die Leitung 52 an die Rücklaufleitung angeschlossen ist, einen gewissen Wert nicht über schreiten darf, damit Informationsverluste vermieden werden.
Ferner ist aus dem Vorangehenden ersicht lich, dass aus zwei Einlassimpulsen nur ein einziger Auslassimpuls resultiert, während die Dauer der Ein lass- und Auslassimpulse jeweils gleich ist. Der in Fig. 10 gezeigte Fünfstellungszähler kann vom Fünfstellungs-Schieberegister gemäss Fig. 8 ab geleitet werden. Die gezeichnete Zelle besitzt zwei Schiebervorrichtungen 57, 58 mit je einem zweiteili gen Kolbenschieber.
Der kleinere Schieberteil 57a der ersten Schiebervorrichtung 57 wirkt mit fünf Kanälen 59, 60, 61, 62 und 63 zusammen, mit wel chen anderseits auch der hohle, eine seitliche Öffnung 64 aufweisende Schieberteil 58b der zweiten Schiaber vorrichtung 58 zusammenwirkt; der kleinere Schieber teil 58a der zweiten Schiebervorrichtung wirkt seiner seits mit Kanälen 59 bis 63 zusammen, mit welchen auch der grössere, hohle Schieberteil 57b der ersten Schiebervorrichtung zusammenwirkt.
Die die kleine ren Schieberteile 57a,<I>58a</I> enthaltenden Druckleitun gen (Führungskanäle) stehen beidenends mit der Druckfluidumquelle in Verbindung, während das äussere Ende des den grösseren Schieberteil 57b der ersten Schiebervorrichtung enthaltenden Leitungsteils (Führungskanal) über den Kanal 65 und das innere Ende des den grösseren Schieberteil 58b der zweiten Schiebervorrichtung enthaltenden Leitungsteils über den Kanal 66 mit einem Steuerschieber 67 verbunden sind,
der den Anschluss der Kanäle 65 und 66 an eine Rücklaufleitung 68 steuert. Wird z. B. mittels des Steuerschiebers 67 die Rücklaufleitung 68 mit dem Kanal 66 verbunden, so wird durch den Schieberteil 58b der zweiten Vorrichtung 58 und dessen Öffnung 64 hindurch über den Kanal 60 auf der Innenseite des Schieberteils 57a der ersten Vorrichtung 57 ein Druckabfall erzeugt, der den Schieber der ersten Vorrichtung 57 so weit in der Zeichnung nach rechts verschiebt, bis der ihm zugeordnete Kanal 60 durch den Schieberteil 57a überdeckt ist.
Die Öffnung 64 des Schieberteils 57b der ersten Vorrichtung 57 kommt dabei vor dem zugeordneten Kanal 62 zu lie gen. Wird anschliessend durch den Steuerschieber 67 die Rücklaufleitung 68 wieder mit dem Kanal 65 ver bunden, so entsteht über den Kanal 65, den hohlen Schieberteil 57b der ersten Vorrichtung 57 mit seiner Öffnung 64 und den Kanal 62 auf der Aussenseite des Schieberteils 58a der zweiten Vorrichtung 58 ein Druckabfall, durch welche der Schieber der zweiten Vorrichtung 58 in der Zeichnung so weit nach rechts verschoben wird,
bis der Schieberteil 58a den Kanal 62 überdeckt.
Eine weitere Gruppe von Anwendungsbeispielen ist in den Fig. 11 bis 15 dargestellt, welche verschie dene Ausführungsformen von Multivibratoren zeigen. Das einfachste Beispiel eines Multivibrators mit Zwei weg- Schiebervorrichtungen ist in Fig. 11 dargestellt. Der Multivibrator besitzt zwei Druckleitungseinlässe 69, 70, welche je über zwei Drosseln zu den beiden Enden der beiden Schiebervorrichtungen 71, 72 füh ren.
Die Bohrungen dieser Vorrichtungen enthalten je einen zweiteiligen Schieber und sind einerseits mit Rücklaufleitungen 73, 74 und anderseits unter sich durch Kanäle 75, 76, 77 und 78 verbunden. Die Wirkungsweise dieses Multivibrators ergibt sich ohne weiteres aus der Zeichnung. Angenommen, die Schie- ber der Vorrichtungen 71 und 72 befinden sich in der gezeichneten Stellung. Demzufolge steht die Druck leitung 70 über den Kanal 77 mit der Rücklauflei- tung 73 in Verbindung.
Durch den am rechten Ende des Schiebers der Vorrichtung 72 entstehenden Druckabfall wird dieser Schieber nach rechts in die strichpunktiert angedeutete Lage verschoben. Da durch hat der Schieber dieser Vorrichtung 72 die Ver bindung der Druckleitung 69 am linken Ende der Vorrichtung 71 vorbei durch den Kanal 75 mit der Rücklaufleitung 74 hergestellt; der dabei am Schieber der Vorrichtung 71 auftretende Druckabfall bewirkt ein Verschieben dieses Schiebers nach links in die strichpunktiert angedeutete Lage. Dabei wurde der Kanal 75 wieder überdeckt, doch steht nun die Druck leitung 69 am linken Ende der Vorrichtung 72 vor bei durch den Kanal 76 mit der Rücklaufleitung 73 in Verbindung.
Demzufolge bewirkt der links dem Schieber der Vorrichtung 72 auftretende Druckabfall ein Verschieben dieses Schiebers zurück in seine linke Endlage; er gibt dadurch dem Druckfluidum aus der Leitung 70 über den Kanal 78 den Weg in die Rück laufleitung 74 frei. Der dabei rechts des Schiebers der Vorrichtung 71 auftretende Druckabfall bewirkt ein Rückverschieben dieses Schiebers in seine rechte Endlage, wonach das beschriebene Arbeitsspiel von neuem beginnt. Versuche haben gezeigt, dass die mit solchen Multivibratoren erreichbaren Frequenzen weitgehend von der Grösse der Drosselöffnungen abhängen. Diese Drosseln sind deshalb zweckmässig einstellbar ausge bildet.
In Fig. 12 ist eine Variante zur vorangehend be schriebenen Ausführungsform beschrieben. Auch die ser Multivibrator besitzt zwei je einen zweiteiligen Schieber aufweisende Zweiweg-Schiebervorrichtun- gen 79, 80. Die Enden der Bohrung der Vorrichtung 79 sind je über eine einstellbare Drossel mit einer Rücklaufleitung 81 und über je einen Kanal 82 bzw. 83 mit dem Mittelteil der Bohrung der Vorrichtung 80 verbunden, während die Enden der Bohrung der Vorrichtung 80 je über eine Drossel mit einer Druck leitung 84 und über je einen Kanal 85 bzw. 86 mit dem Mittelteil der Bohrung der Vorrichtung 79 ver bunden sind.
Ausgehend von der gezeichneten Lage der Schiebevorrichtungen stellt sich der Betrieb wie folgt: Die Druckleitung 84 steht einerseits am rechten Ende des Schiebers der Vorrichtung 80 vorbei durch den Kanal 86 und über den Innenraum der Vorrich tung 79, und anderseits über den Innenraum der Vorrichtung 80 durch den Kanal 82 am linken Ende des Schiebers der Vorrichtung 79 vorbei mit der Rücklaufleitung 81 in Verbindung.
Dabei entsteht sowohl rechts des Schiebers der Vorrichtung 80 als auch links des Schiebers der Vorrichtung 79 ein Druckabfall, wodurch der Schieber der Vorrichtung 80 in seine (strichpunktiert angedeutete) rechte End- lage und der Schieber der Vorrichtung 79 in seine (strichpunktiert angedeutete) linke Endlage verscho- bei werden. Nun steht die Druckleitung 84 einerseits über den Innenraum der Vorrichtung 80 über den Kanal 83 am rechten Ende des Schiebers der Vor richtung 79 vorbei, und anderseits am linken Ende des Schiebers der Vorrichtung 80 durch den Kanal 85 über den Innenraum der Vorrichtung 79 mit der Rücklaufleitung 81 in Verbindung.
Dabei entsteht sowohl rechts des Schiebers der Vorrichtung 79 als auch links des Schiebers der Vorrichtung 80 ein Druckabfall, wodurch der Schieber der Vorrichtung 79 in seine rechte Endlage und der Schieber der Vor richtung 80 in seine linke Endlage zurückverschoben werden; der beschriebene Arbeitszyklus beginnt dann von neuem.
Der volumetrische Wirkungsgrad der beiden be schriebenen Multivibratoren ist zwar kleiner als 500/0, wenn maximale Frequenz gewünscht wird; doch wird dieser Nachteil durch die einfache und kompakte Bau art mit minimalen Kanallängen und den störungsfreien Lauf mehr als nur kompensiert.
Eine spezielle Ausführungsform eines Multivibra- tors ist in Fig. 13 dargestellt. Dieser Multivibrator be sitzt zwei Schiebervorrichtungen 87 und 88 mit je einem dreiteiligen Schieber. Die Bohrung der Vor richtung 87 steht über drei Kanäle 89, 90, 91 mit der Rücklaufleitung 92 in Verbindung, während die Bohrung der Vorrichtung 88 über drei Kanäle 93, 94 und 95 mit der Druckleitung 96 in Verbindung steht. Die Kanäle 90, 91 und 93, 94 enthalten je eine ein stellbare Drossel. Ausserdem sind die beiden Schieber vorrichtungen unter sich durch vier Kanäle 97, 98, 99 und 100 miteinander verbunden.
Die Wirkungsweise dieses Multivibrators ist folgende: Damit der gezeich nete Multivibrator in Betrieb gesetzt werden kann, muss einer der Schieber aus seiner Gleichgewichts lage heraus bewegt werden. So werde z. B. der Schie ber der Vorrichtung 87 nach rechts in seine strich punktiert angedeutete Lage verschoben. Demzufolge steht die Druckleitung 96 einerseits durch den Kanal 95, den Innenraum der Vorrichtung 88, den Kanal 100, den Innenraum der Vorrichtung 87 und den Kanal 91, und anderseits durch den Kanal 94, den Innenraum der Vorrichtung 88, den Kanal 98, den Innenraum der Vorrichtung 87 und den Kanal 89 mit der Rücklaufleitung 92 in Verbindung.
Dadurch entsteht sowohl links des rechts aussen liegenden Schieberteils der Vorrichtung 87 als auch links des mittleren Schieberteils der Vorrichtung 88 ein Druck abfall, wodurch der Schieber der Vorrichtung 87 in seine gezeichnete linke Endlage und der Schieber der Vorrichtung 88 in seine strichpunktiert angedeutete linke Endlage verschoben werden. Dadurch kommt die Druckleitung 96 einerseits durch den Kanal 95, den Innenraum der Vorrichtung 88, den Kanal 99, den Innenraum der Vorrichtung 87 und den Kanal 90, und anderseits durch den Kanal 93, den Innen raum der Vorrichtung 88, den Kanal 97, den Innen raum der Vorrichtung 87 und den Kanal 89 mit der Rücklaufleitung 92 in Verbindung.
Der in der Folge sowohl rechts des links aussen liegenden Schieberteils der Vorrichtung 88 als auch rechts des mittleren Schieberteils der Vorrichtung 87 entstehende Druck abfall verschiebt den Schieber der Vorrichtung 88 in seine gezeichnete rechte Endlage und den Schieber der Vorrichtung 87 in seine strichpunktiert angedeu tete rechte Endlage. Das beschriebene Arbeitsspiel beginnt von neuem.
Bei der letztbeschriebenen Ausführungsform kön nen zusätzliche Schiebervorrichtungen zur Abgabe von Auslasssignalen eingebaut werden, ohne dass die Anordnung der das Funktionieren des Multivibrators erforderlichen Kanäle geändert werden muss. Ausser dem bleibt im Gegensatz zu den erstbeschriebenen Multivibratoren die Zunahme der trägen Masse auf einem Minimum. Die obere Grenze der treibenden Querschnittsflächen ist ausschliesslich durch den Schie- berdurchmesser gegeben.
Versuche haben ferner ge zeigt, dass diese Ausführungsform die höchste Wir kungsgrösse<I>M =</I> v2 # <B><I>Ah</I></B> ergibt (bei konstantem Druck), wobei<I>v</I> die Frequenz und<B>Ah</B> den Hub der Schieber bedeutet. Bei einem Versuch wurde als Betriebs medium Wasser von 2,10 kg/cm2 verwendet; dabei wurden 116 Schwingungen pro Sekunde bei einem Hub von 5 mm erreicht. Dieser Multivibrator ist ausserdem nicht resonant. Durch Vermeidung scharfer Kanalbiegungen lassen sich in der Praxis noch be deutende Verbesserungen erreichen.
Der letztbeschrie bene Multivibrator kann als hydraulischer Transfor mator mit relativ kleinem übersetzungsverhältnis oder als Kupplung zwischen verschiedenen Fluida verwen det werden. Es ist auch denkbar, diesen Multivibrator als Wechselstromgenerator für einen hydraulischen Synchronmotor zu verwenden. Bei maximaler Fre quenz beträgt der volumetrische Wirkungsgrad etwa 50 /o, was z. B. für Signalgeneratoren ohne weiteres genügt.
Ein besserer volumetrischer Wirkungsgrad kann bei Verwendung von zwei getrennten Druckquel len oder besonderer Mittel zur Energiespeicherung (z. B. Federn, Zellen mit Gaskompression usw.) er reicht werden.
An Hand von Fig. 14 ist im folgenden ein Aus führungsbeispiel eines Multivibrators mit zwei Dop pelzweiweg-Schiebervorrichtungen beschrieben. Die beiden Schiebervorrichtungen 101 und 102 besitzen je einen dreiteiligen Schieber. Die Bohrungen der Vor richtungen 101 und 102 stehen je sowohl mit einer Druckleitung 103 bzw. 104 als auch mit einer Rück laufleitung 105 bzw. 106 in Verbindung. Ausserdem sind die Bohrungen der beiden Vorrichtungen durch acht Kanäle 107, 108, 109, 110, 111, 112, 113 und 114 miteinander verbunden.
Die Wirkungsweise ist dabei die folgende: Bei der gezeichneten Lage der Schieber steht die Druckleitung 104 durch den Innen raum der Vorrichtung 102 über den Kanal 107 mit dem linken Bohrungsende und die Rücklaufleitung 106 durch den Innenraum der Vorrichtung 102 über den Kanal<B>113</B> mit dem rechten Bohrungsende der Vorrichtung 101 in Verbindung. Der Druckunter schied beidseits des Schiebers der Vorrichtung 101 bewirkt ein Verschieben dieses Schiebers nach rechts in die strichpunktiert angedeutete Endlage; der Schie ber der Vorrichtung 102 bleibt so lange in Ruhe.
Nun steht die Druckleitung 103 durch dien Innenraum der Vorrichtung<B>101</B> über den Kanal 112 mit dem rechten Bohrungsende, und die Rücklaufleitung 105 durch den Innenraum der Vorrichtung 101 über den Kanal 110 mit dem linken Bohrungsende der Vor richtung 102 in Verbindung. Der Druckunterschied beidseits des Schiebers der Vorrichtung 102 bewirkt ein Verschieben dieses Schiebers der Vorrichtung 102 nach links in die strichpunktiert angedeutete End- lage; der Schieber der Vorrichtung 101 bleibt solange in Ruhe.
Anderseits steht nun die Druckleitung 104 durch den Innenraum der Vorrichtung 102 über den Kanal 114 mit dem rechten Bohrungsende, und die Rücklaufleitung 106 durch den Innenraum der Vor richtung 102 über den Kanal<B>108</B> mit dem linken Bohrungsende der Vorrichtung<B>101</B> in Verbindung. Durch den beidseits des Schiebers der Vorrichtung 101 herrschenden Druckunterschied wird in der Folge der Schieber der Vorrichtung 101 in seine gezeich nete Ausgangslage nach links zurückgeschoben. Nun steht die Druckleitung 103 durch dien Innenraum der Vorrichtung 101 über den Kanal 111 mit dem linken Bohrungsende, und die Rücklaufleitung 105 durch den Innenraum der Vorrichtung 101 über den Kanal 109 mit dem rechten Bohrungsende der Vorrichtung 102 in Verbindung.
Durch den beidseits des Schiebers der Vorrichtung 102 herrschenden Druckunterschied wird in der Folge der Schieber der Vorrichtung 102 in seine gezeichnete Ausgangslage nach rechts zurück geschoben. Der beschriebene Arbeitszyklus beginnt dann von neuem.
Beim letztbeschriebenen Multivibrator wird zum Betätigen der Schieber der volle zwischen Einlass und Rücklauf herrschende Druckunterschied verwendet. Der volumetrische Wirkungsgrad kann bei dieser Bau art gegen 10011/o erreichen. Dagegen müssen hier längere Verbindungskanäle zwischen den Schieber vorrichtungen in Kauf genommen werden.
Ein letztes Ausführungsbeispiel eines Multivibra- tors ist in Fig. 15 dargestellt. Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung des beim Multivibrator nach Fig. 11 angewendeten Prinzips. Hier steuern die Drosseln nicht die Druckleitungen, sondern Rücklauf leitungen 115 und 116, während die zweiteiligen Schie ber der beiden Schiebervorrichtungen 117 und 118 die Druckleitungen 119 bzw. 120 steuern.
Die Bohrungen der beiden Vorrichtungen 117, 118 sind durch vier Ka näle 121, 122, 123 und 124 miteinander verbunden. Ausgehend von der gezeichneten Lage der Schieber ist die Wirkungsweise dieses Multivibrators die folgende: Vorerst steht die Druckleitung 120 durch das Innere der Vorrichtung<B>118</B> über den Kanal 121 mit der Rücklaufleitung 115 in Verbindung. Dadurch ent steht links vom Schieber der Vorrichtung 117 ein Druckabfall, der diesen Schieber in die strichpunk tiert angedeutete linke Endlage verschiebt. Der Schie ber der Vorrichtung<B>118</B> bleibt während dieser Zeit in Ruhe.
Nun steht die Druckleitung 119 durch den Innenraum der Vorrichtung 117 über den Kanal 124 mit der Rücklaufleitung 116 in Verbindung. Dadurch entsteht rechts vom Schieber der Vorrichtung 118 ein Druckabfall, der diesen Schieber in die strich punktiert angedeutete Lage verschiebt, während der Schieber der Vorrichtung<B>1.17</B> in Ruhe bleibt. Da gegen steht nun die Druckleitung 120 durch den In nenraum der Vorrichtung<B>118</B> über den Kanal 122 mit der Rücklaufleitung <B>115</B> in Verbindung. Dadurch entsteht rechts vom Schieber der Vorrichtung 117 ein Druckabfall, der diesen Schieber in die gezeichnete rechte Endlage verschiebt, während der Schieber der Vorrichtung 118 in Ruhe bleibt.
Nun steht die Druck leitung<B>119</B> durch den Innenraum der Vorrichtung 117 über den Kanal<B>123</B> mit der Rücklaufleitung <B>116</B> in Verbindung. Dadurch entsteht links vom Schieber der Vorrichtung 118 ein Druckabfall, der diesen Schieber in seine gezeichnete linke Endlage zurück verschiebt. Der beschriebene Arbeitszyklus beginnt nun von neuem.
Die Grösse der Drosselöffnungen spielt auch hier zur Erreichung grosser Frequenzen eine wesentliche Rolle. Auf der einen Schieberseite bildet sich jeweils ein erheblicher Druck, während auf der andern Seite ein Druckabfall entsteht. Es hat sich anderseits ge zeigt, dass bei voller Drosselöffnung die grösste Fre quenz erreichbar ist; dagegen kann in diesem Fall das Anlaufen der Vorrichtung Schwierigkeiten verur sachen. Ausserdem konnte festgestellt werden, dass beim praktischen Betrieb etwa die folgenden Verhält nisse vorliegen: Es werde wiederum von der in Fig. 15 gezeichneten Lage der Schieber ausgegangen. Die Hochdruckleitung 120 steht mit dem linken Boh rungsende der Vorrichtung 117 in Verbindung, d. h. der Schieber der Vorrichtung 117 wurde unmittelbar vorher nach rechts bewegt.
Für das Umschalten der Druckleitung<B>119</B> vom Kanal 124 auf den Kanal 123 wurde eine gewisse Zeit benötigt. In der Zwischen zeit herrscht immer noch Druck links vom Schieber der Vorrichtung 117 und bewirkt ein Beschleunigen des Fluidums in dem zur Rücklaufleitung <B>115</B> füh renden Kanal. Wenn die Druckleitung 119 mit dem rechten Bohrungsende der Vorrichtung<B>118</B> verbun den ist, steigt der Druck in der Bohrung der Vorrich tung 118, während gleichzeitig der Druck in der Boh rung der Vorrichtung 117 sinkt zufolge der Trägheit des unmittelbar vorher beschleunigten Fluidums.
Da durch erfolgt ein besonders rasches Verschieben des Schiebers der Vorrichtung 117 nach links bei relativ kleinem Druck.
Im vorangehenden wurde stets angenommen, dass mindestens zwei Schiebervorrichtungen mit je einem in je mindestens zwei Gleichgewichtslagen bringbaren Kolbenschieber (d. h. Organen mit treibenden Flächen und steuernden Kanten) vorgesehen sein müssen. Es versteht sich aber, dass auch Lösungen denkbar sind mit nur einem Kolbenschieber, der vier verschiedene Gleichgewichtslagen, z. B. zwei Hubendlagen und zwei verschiedene Drehlagen, einnehmen kann.