Entwässerungs-Rohrleitung, die aus mehreren Bauelementen aus Kunststoff zusammengesetzt ist, sowie Verfahren zu deren Herstellung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Entwäs- serungs-Rohrleitung, die aus mehreren Bauelementen aus Kunststoff zusammengesetzt ist, sowie ein Ver fahren zu deren Herstellung.
Die aus mehreren Bauelementen zusammen gesetzte Leitung ist dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Bauelemente Sickerrohre sind, welche seit liche Einbuchtungen aufweisen, an denen Einlass Öffnungen für Wasser vorhanden sind.
Das Verfahren zur Herstellung dieser Rohrlei tung mit wenigstens einer Rohrabzweigung ist da durch gekennzeichnet, dass in einem Rohrstück der Hauptleitung eine Öffnung ausgeschnitten und dar über eine Teilmanschette mit einer übereinstimmen den Öffnung und einem um dieselbe verlaufenden Kragen gelegt wird, dann ein als Winkelrohrstück ausgebildetes Abzweigrohr mit der Zweigleitung ver bunden und in den Kragen der Teilmanschette so wie in die Öffnung am Rohrstück der Hauptleitung eingeschoben wird, wonach mit Hilfe eines Klebemit tels zuerst die Teilmanschette am Rohrstück der Hauptleitung und zuletzt das Abzweigrohr im Kra gen der Teilmanschette befestigt wird.
In der Zeichnung sind beispielsweise einige Aus führungsformen der Rohrleitung veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt einen vertikalen Längsschnitt durch eine Rohrleitung, die aus mehreren Rohrstücken zu sammengesetzt ist, von denen eines ein mit seit lichen Öffnungen versehenes Sickerrohr ist ; Fig. 2 zeigt einen Querschnitt nach der Linie 11-1I in Fig. 1 ; Fig. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie III-III in Fig. 1 ; Fig. 4 stellt in kleinerem Masstab und in schau bildlicher Darstellung eine Rohrabzweigung dar ;
Fig. 5 zeigt dieselbe Rohrabzweigung im Schnitt längs der Achse der Hauptleitung ; Fig. 6 ist ein Querschnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 5 ; Fig. 7 zeigt teils in Seitenansicht und teils im vertikalen Schnitt eine Rohrleitung mit Gefälle und mit zugehörigen Verankerungsorganen ; Fig. 8 ist eine Ansicht in Richtung des Pfeiles VIII in Fig. 7 gesehen.
Die in den Fig. 1 bis 3 veranschaulichte Rohr leitung ist aus mehreren Rohrstücken 11, 12 und 13 zusammengesetzt, die alle aus einem gegen Wasser, Erdsäuren und dergleichen korrosionsfesten Kunst stoff, wie z. B. Polyvinylchlorid, bestehen. Das eine Rohrstück 11 ist über seine gesamte Länge zylin- drisch ausgebildet und weist an seinem einen Ende eine ebenfalls zylindrische Muffe 14 grösseren Durch messers auf. Der Innendurchmesser der Muffe 14 ist nur ganz wenig grösser als der Aussendurchmesser des übrigen Rohrstückes 11.
Es ist daher möglich, mehrere der beschriebenen Rohrstücke in Längs richtung aneinanderzufügen und dabei das eine Ende jedes Rohrstückes in die Muffe 14 des angrenzenden Rohrstückes einzuschieben, um eine längere Rohrlei tung zu bilden. Zur festen Verbindung der Rohr stücke miteinander wird zweckmässig ein. flüssiges Klebemittel verwendet, das ein den Kunststoff an lösendes Lösungsmittel enthält.
Durch das Klebe- mittel werden die Muffe 14 eines jeden und das an dere Ende des angrenzenden Rohrstückes miteinan der verklebt.
Die Rohrstücke 12 und 13 in Fig. 1 sind als Sickerrohre ausgebildet und haben deshalb an ihren Wandungen Einlass-Öffnungen in Form von Schlit zen 15 für Wasser. Diese Einlass-Schlitze 15 sind an seitlichen Einbuchtungen 16 angeordnet, die sich über annähernd die ganze Länge der Rohrstücke 12 und 13 erstrecken, und zwar befinden sich die Schlitze 15 gemäss Fig. 3 an solchen Flächenteilen der Einbuchtungen 16, die schräg nach unten und innen gerichtet sind.
Die Anzahl und die Grösse der Schlitze 15 richtet sich nach den örtlichen Verhält nissen, insbesondere nach der Beschaffenheit des Bo dens, in welchem die Sickerrohre 12 und 13 versenkt werden sollen. Das eine Ende der Sickerrohre 12 und 13 ist wieder als zylindrische Muffe 17 ausgebildet, die mit der bereits beschriebenen Muffe 14 des Rohr stückes 11 übereinstimmt. Das von der Muffe 17 abgekehrte Ende des Rohrstückes 12 greift in die Muffe 14 des Rohrstückes 11 ein und ist mit der selben verklebt, wogegen die Muffe 17 des Rohr stückes 12 das andere Ende des Rohrstückes 13 auf nimmt und mit demselben durch das Klebemittel verbunden ist.
Da die Einbuchtungen 16 bis zu dem einen Ende der Rohrstücke 12 und 13 reichen, er geben sich zwischen der Muffe 14 und dem Rohr stück 12 sowie zwischen der Muffe 17 und dem Rohrstück 13 seitliche Öffnungen, durch die eben falls Sickerwasser eintreten kann. Die beschriebene Ausbildung der Sickerrohre 12 und 13 und die Anordnung der Einlass-Schlitze 15 haben den Vorteil, dass die Gefahr der Ausschwem mung von Bodenmaterial durch die Schlitze 15 und die Gefahr der Verstopfung der Schlitze 15 geringer ist als bei den bekannten Ausführungen, welche die Einlass-Öffnungen an der Oberseite der Sickerrohre aufweisen.
Wenn eine Nebenleitung in eine Hauptleitung einmünden soll, so verwendet man die in Fig. 4 bis 6 dargestellte Rohrabzweigung, die wie folgt aus gebildet ist: In einem Rohrstück 20 der Hauptlei tung befindet sich oben eine Öffnung, über welcher eine Teilmanschette 21 angeordnet ist. Diese Teil manschette 21 ist im wesentlichen etwa halbkreis- zylinderförmig ausgebildet und mit einer Öffnung und einem rings um dieselbe verlaufenden Kragen 22 versehen. Mit Hilfe von Klebemittel und zusätz lich durch Bänder 23 ist die Teilmanschette 21 mit dem Rohrstück 20 fest verbunden.
Ein als Ab zweigerohr dienendes Winkelrohrstück 24 ist mit seiner einen Endpartie durch den Kragen 22 und die miteinander übereinstimmenden Öffnungen der Teil manschette 21 und des Rohrstückes 20 geschoben und mit Hilfe von Klebemittel im Kragen 22 be- festigt. Das andere Ende des Winkelrohrstückes 24 weist eine Muffe 25 grösseren Durchmessers auf, in welche das eine Ende des anschliessenden Rohrstük- kes 26 der Nebenleitung eingreift.
Bei der Herstellung der beschriebenen Rohrab zweigung wird vorzugsweise wie folgt verfahren Zuerst schneidet man im betreffenden Rohrstück 20 der Hauptleitung oben die erwähnte Öffnung aus, in welche später das Winkelrohrstück 24 eingreifen soll. Dann legt man die Teilmanschette 21 über die Öff- nung des Rohrstückes 20 und fügt das nach unten weisende Ende des Winkelrohrstückes 24 in den Kragen 22 und die Öffnungen der Teilmanschette und des Rohrstückes 20 ein. Das Winkelrohrstück 24 ist schon vorher mit dem Rohrstück 26 der Zweigleitung verbunden worden und kann bezüglich des Kragens 22 noch in beliebige Winkellage ge dreht werden.
Nun hebt man die Teilmanschette 21 vom Rohrstück 20, streicht Klebemittel an und bringt dann die Teilmanschette 21 in ihre endgültige Lage, worauf sie mit Hilfe der Bänder 23 fixiert wird. Die Bänder 23 können mit Vorteil selbstkle bend sein. Nachher wird das Winkelrohrstück 24 im Kragen 22 ebenfalls festgeklebt.
Es ist natürlich auch möglich, die Öffnung des Rohrstückes 20 und die Teilmanschette 21 schon vorher, nicht erst auf der Baustelle, am Rohrstück 20 anzubringen bzw. anzukleben.
Zur Bildung von Entwässerungs-Rohrleitungs- anlagen der verschiedensten Art sind ausser den be schriebenen Bestandteilen zweckmässigerweise auch gebogene Rohrstücke und solche mit einem koni schen Mittelteil zum Verbinden von anderen Rohr stücken unterschiedlicher Durchmesser vorgesehen. Am einen Ende all dieser Rohrstücke ist eine Muffe vorhanden, in welche das angrenzende Rohrstück eingeschoben werden kann.
In manchen Fällen ist es von Vorteil, nicht alle Muffen mit den eingescho benen Rohrstückenden durch ein Klebemittel zu ver binden, damit eine gewisse Längsverschiebung der betreffenden Rohrstücke in bezug aufeinander mög lich ist, wenn Dehnungen oder Kontraktionen der Rohrleitung auftreten. Zu diesem Zweck können Rohrstücke mit besonders langen Muffen vorgesehen werden. Es ist ferner nicht nötig, die Einbuchtungen der Rohre so zu gestalten, dass scharfe Längskanten entstehen ; die Kanten können vielmehr auch mehr oder weniger abgerundet sein.
Wenn eine Rohrleitung mit verhältnismässig star kem Gefälle gebaut werden soll, ist es von Vorteil, die Rohrleitung an einzelnen Stellen besonders im Grund zu verankern. Dies kann auf die in Fig. 7 und 8 veranschaulichte Weise geschehen. Als Veranke- rungsmittel dienen eine mit einer zentralen Öffnung versehene Platte 30 und ein Bügel 31. Der Durch messer der Plattenöffnung entspricht dem Aussen durchmesser des zu verankernden Rohrstückes 11 und ist kleiner als der Aussendurchmesser der Muffe 14 dieses Rohrstückes. Die Platte 30 besteht mit Vorteil aus einem Kunststoff, wie z.
B. Polyvinyl- chlorid, wogegen der Bügel 31 aus Baustahl be steht. Bei der Montage der Rohrleitung wird eines der Rohrstücke 11 in die Öffnung der Platte 30 ein geschoben, bis die Muffe 14 am Rand der Platten öffnung anschlägt. Sämtliche Rohrstücke werden so angeordnet, das ihre Muffe höher liegt als das ent gegengesetzte Ende. Die Platte 30 stützt man mit Hilfe des Bügels 31 ab, dessen beiden Schenkel in den Grund des die Rohrleitung aufnehmenden Gra bens eingesteckt werden. Nach erfolgter Montage der Rohrleitung wird der Graben eingedeckt, wobei die Platte 30 im Füllmaterial nochmals eine Ab stützung findet.
Die beschriebene Entwässerungs-Rohrleitung hat den Vorteil, dass ihre aus Kunststoff bestehenden Bestandteile ein verhältnismässig niedriges Trans portgewicht aufweisen, durch Stürze und Schläge praktisch nicht beschädigt werden, und gegen Kor rosion und Deformation durch Erddrücke weitgehend beständig sind. Da die Bauelemente elastisch sind, lassen sie sich auch in Rutschgebieten mit Erfolg verwenden. Die Rohrleitungen sind auch wasser dicht, so dass das einmal gefasste Wasser nicht mehr aus den Rohrleitungen entweichen kann, ausser dort, wo die Entleerung vorgesehen ist.
Die aus Kunst stoff bestehenden Bestandteile können gewünschten- falls ohne grosse Mühe durch Sägen, Bohren usw. bearbeitet und auf die erforderlichen Abmessungen zugeschnitten werden. Die Montage der Leitungen erfordert keine motorische oder thermische Energie. Die mit Hilfe der Muffen und des Klebemittels er zielten Verbindungen der Bauelemente sind einfach herzustellen, stabil, zug-, druck- und schertest.