Zum Entleeren durch Verdrängen der Nutzflüssigkeit mittels eines Druckmediums eingerichteter Flüssigkeitsbehälter Die vorliegende Erfindung betrifft einen zum Ent leeren durch Verdrängen der Nutzflüssigkeit mittels eines Druckmediums eingerichteten Flüssigkeitsbe hälter, insbesondere für Bier, der dadurch gekenn zeichnet ist, dass er eine faltbare, mit einer Einlage aus Kordgewebe versehene, geschlossene Gummihülle aufweist,
die mit mindestens einer öffnung zum Hin durchführen der Nutzflüssigkeit und des Druckme diums versehen ist und mindestens einen aus falt- barem, flüssigkeitsdichtem Stoff bestehenden Beutel umschliesst, an dem ein Rohrstutzen sitzt, der durch die Öffnung der Hülle hindurchgeführt ist, wobei der Beutel so bemessen und beschaffen ist, dass er in vollständig gefülltem Zustand mindestens bei vorbe stimmtem Innendruck den freien Innenraum der ent falteten, in Füllzustand befindlichen Hülle minde stens angenähert ausfüllt.
Der Erfindungsgegenstand kann sich besonders für Flüssigkeitsbehälter eignen, die sowohl zum Transport als auch zum Lagern der Flüssigkeit Verwendung finden, wie dies insbeson dere bei Fässern der Fall ist. Diese sind in der nor malen Ausführung aus Holz oder Metall verhältnis- mässig schwer, können ausserdem beim Transport durch Stösse und Schläge leicht beschädigt werden. Infolgedessen hat man bereits solche Fässer ganz oder teilweise mit einem Gummiüberzug versehen, wobei jedoch ein erhöhtes Gewicht und entspre chende Mehrkosten in Kauf genommen werden müssen.
Ferner sind die Fässer sperrig, was inbeson- dere auch beim Rücktransport in leerem Zustande einen ebenso grossen Platzbedarf ergibt, wie beim Transport im gefüllten Zustande.
Demgegenüber kann der Erfindungsgegenstand den Vorteil eines verhältnismässig kleinen Gewichtes, bezogen auf den Nutzraum, ferner der Zusammenfalt- barkeit auf einen verhältnismässig kleinen Raum für den Leertransport haben, ausserdem eine elastische Nachgiebigkeit gegenüber von aussen einwirkenden Kräften, inbesondere Stössen.
Infolgedessen lassen sich solche Behälter, wenn sie ein gewisses Gewicht nicht überschreiten, bequem auf der Schulter tragen, da sich hierbei die Hülle an der Auflagestelle der Schulterform anpasst, wodurch eine ausgeglichene Verteilung des Gewichtes über die ganze Auflage fläche gewährleistet ist.
Ausserdem ist es möglich, im Innern der Hülle einen Beutel für das Druckmedium und einen oder mehr Beutel, z. B. für unterschiedliche Nutzflüssig keiten vorzusehen, von denen jeder mit einem durch eine Öffnung der Hülle herausgeführten Rohrstutzen versehen ist. Es lassen sich dann in einem und dem selben Behälter unterschiedliche Flüssigkeiten ge trennt unterbringen.
Zweckmässig sind die Beutel leicht herausnehmbar, so dass sie vor dem Einfül len der Flüssigkeit gut gereinigt, bzw. durch gerei nigte oder neue Beutel ersetzt werden können.
Die Hülle kann im Füllzustand fassförmig sein, wobei gegebenenfalls auch die Öffnung bzw. Öffnun gen spundlochartig ausgebildet sein können. Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes im Füllzustand im Mittel längsschnitt.
Der dargestellte Behälter weist eine faltbare, ge schlossene Gummihülle 1 mit einer nicht dargestellten mittleren, sich über deren ganze Oberfläche erstrek- kenden Einlage aus Kordgewebe auf. Die Hülle 1 hat in ihrem in der Zeichnung dargestellten, umgefal teten Füllzustand die Form eines Hohlzylinders mit an beiden Enden nach aussen gewölbten Stimwän- den 2 bzw. 3. Jede Stirnwand weist eine zentrale Öffnung auf, in die je ein nach aussen vorstehender Rohrstutzen 4 bzw. 5 einvulkanisiert ist.
Beide Rohr stutzen 4, 5 sind aussen mit Gewinde versehen.
Die Hülle 1 umschliesst einen Beutel 6 aus falt- barem, flüssigkeitsdichtem, elastisch nachgiebigem Stoff, insbesondere Gummi oder Kunststoff. Der Beutel 6 weist in ungefaltetem Füllzustand eine ähn liche Form auf wie die Hülle 1, ist jedoch so be messen, dass er bei atmosphärischem Innendruck und mit der Atmosphäre kommunizierendem Innen raum der Hülle 1 etwas Spiel gegenüber der Innen seite der Hülle hat.
Der Beutel 6 weist in der der Hüllenstirnwand 2 zugekehrten Stirnwand 7 einen zentralen, nach aussen vorstehenden Hals 8 auf, der mit leichtem Spiel in den Hüllenstutzen 4 hinein- passt. Die Aussenstirnseite des Halses 8 liegt bei am mittleren Teil der Stirnwand 2 anliegender Stirn wand 7 bündig mit der Aussenstirnseite des Stutzens 4. In den Hals 8 ist ein Stutzen 9 eingesetzt, z. B.
einvulkanisiert, wobei der Hals 8 aus Gummi be steht, und mit der Stirnwand 7 zweckmässig eben falls durch Vulkanisieren verbunden ist. über den Stutzen 9 ist eine überwurfmutter 10 geschoben, die auf dem Gewindestutzen 4, unter Zwischenschaltung einer Dichtungsscheibe 11 fest aufgeschraubt ist, so dass ein dichter Abschluss des Stutzens 4 gewähr leistet ist. Der Stutzen 9 ist ebenfalls mit Aussen gewinde versehen, auf das eine Mutter 12 aufge schraubt ist, durch welche der Hals 8 fest gegen die Dichtungsscheibe 11 gepresst wird.
Zum Gebrauch kann entweder die Hülle 1 oder der Beutel 6 als Nutzraum Verwendung finden. Im ersteren Fall wird vorerst an den Stutzen 9 die Zu leitung eines Druckmediums angeschlossen und durch Einlass dieses Mediums eine Blähung des Beutels 6 bewirkt, wobei eine allseitige, vollständige Anlage an der Innenseite der Hülle 1 erfolgt.
Der Beutel 6 ist zweckmässig, wie in der Zeichnung angedeutet, so geformt, dass er bei Druckausgleich zwischen der In nen- und Aussenseite, d. h. bei ebenfalls voll aufge blähter Hülle 1, die in der Zeichnung vorgesehene Form mit vom mittleren Teil der Stimwand 2 über den Hüllenmantel bis zum mittleren Teil der Stirn- wand 3 stetig zunehmendem Zwischenraum hat.
Da durch lässt sich bei geeigneten Steifigkeitsbemessun- gen der einzelnen Hüllenteile erreichen, dass bei Ein führen weiteren Druckmittels und entsprechender Druckerhöhung und geöffnetem Stutzen 5 der Beutel 6 sich ohne Bildung von Lufteinschlüssen an die Innenseite der Hülle 1 satt anlegt.
Nach Erreichung dieses Zustandes wird an den Stutzen 5 die Zuleitung für die Nutzflüssigkeit an geschlossen. Alsdann wird die Nutzflüssigkeit unter vorbestimmtem Druck in die Hülle 1 eingefüllt, wo bei durch ein nicht dargestelltes Umschaltsteuerven- til in der Zuleitung, das Druckmedium, gegebenen falls gedrosselt, ausgelassen wird. Der Beutel 6 faltet sich hierbei zusammen und entleert sich hierbei voll ständig durch den Stutzen 9.
Der ganze freie Innen raum der Hülle 1 wird daher durch die Nutzflüssig- keit aufgefüllt. Sobald dieser Zustand erreicht wird, wird vom Stutzen 5 die Zuleitung entfernt und dafür eine dichtschliessende Verschlusskapsel aufge schraubt. Ebenso wird der Stutzen 9 nach völliger Entleerung durch eine entsprechende Gewindekapsel verschlossen. Der Behälter ist nunmehr zum Ge brauch bzw. vorherigen Transport an die Verbrauchs stelle bereit.
Für die Entleerung wird der Stutzen 5 nach Ent fernen der Verschlusskapsel an die entsprechende Verbraucherleitung angeschlossen. Ebenso wird der Stutzen 9 an die Leitung eines Druckmediums, z. B. an die normale Wasserleitung angeschlossen. Soll nun dem Behälter Flüssigkeit entnommen werden, dann genügt es, in der Verbraucherleitung einen ent sprechenden Hahn oder dergleichen zu öffnen, da die Nutzflüssigkeit in der Hülle 1 nunmehr unter dem Druck des Druckmediums steht und dieses Druck medium daher bei geöffneter Verbraucherleitung durch Blähen des Beutels 6 und entsprechendem all mählichem Verdrängen der Nutzflüssigkeit aus der Hülle 1 den Innendruck, unter dem die Nutzflüssig keit steht, aufrecht erhält.
Es findet dann der umge kehrte Vorgang wie beim Füllen statt, wobei der Beutel 6 vorerst ohne erhebliche elastische Defor mation gebläht wird und somit schliesslich den in der Zeichnung dargestellten Zustand des vollständig entfalteten Beutels annimmt.
Nunmehr erfolgt bei weiterer Nutzflüssigkeitsentnahme die elastische De formation des Beutels 6, wobei sich wieder vorerst die Stirnwand 7 an die Stirnwand 2, alsdann der Beutelmantel allmählich in der gleichen Fortschritts richtung an den Hüllenmantel und schliesslich auch die andere Beutelstirnwand an die Stirnwand 3 an legt,
bis zum Schluss der zentrale Teil dieser Beutel- stirnwand an der Innenstirn des Stutzens 5 zur An lage kommt. Die Elastizität des Beutels 6 ist aus reichend. um zu gewährleisten, dass bis zu diesem Zustand der völlig satten Anlage des Beutels an der Innenseite der Hülle 1 die Elastizitätsgrenze des Beu tels nicht überschritten wird, eingerechnet einer etwaigen beim Entleerungsvorgang eintretenden Blä hung der an und für sich viel stabileren Hülle 1 unter dem zulässigen Höchstdruck des Druck mediums.
Nach völliger Entleerung des Nutzraumes wird die Verbraucherleitung vom Stutzen 5 entfernt. Eben so wird die Druckmittelzuleitung vom Stutzen 9 ent fernt. Alsdann lässt sich bei offenem Stutzen 9 der ganze Behälter auf einen minimalen Raum zusam menfalten, wobei insbesondere zweckmässig die Stirnwände 2 und 3 in einer Parallellage gegeneinan der bewegt werden unter entsprechender Faltung des Hüllenmantels. Alsdann werden die Stutzen 5, 9 durch Aufschrauben der Verschlusskapseln abge schlossen. Der Behälter behält dann wegen völligem Luftabschluss die zusammengefaltete Form im gros sen und ganzen bei.
Er kann mit anderen Behältern oder Gegenständen mit minimalem Platzbedarf auf Lager gelegt bzw. transportiert werden. Soll der Beutel 6 als Nutzraum Verwendung fin den, dann wird bei vollständig entleertem Beutel 6 an den Stutzen 9 die Zuführungsleitung für die Nutz flüssigkeit angeschlossen und bei offenem Stutzen 5 der Beutel 6 bis auf vorbestimmten Enddruck völ lig gefüllt, so dass er allerseits satt an der Innenseite der Hülse 1 anliegt. Alsdann wird die Zuleitung ent fernt und durch Aufsetzen der Verschlusskapsel auf den Stutzen 9 der Beutel abgeschlossen.
Zum Entleeren wird der Stutzen 5 an die Druck mediumsleitung angeschlossen, der Stutzen 9 da gegen an die Verbraucherleitung. Bei geöffneter Ver braucherleitung wird die Nutzflüssigkeit aus dem Beutel 6 durch Einlass des Druckmediums in die Hülle 1 verdrängt bis zur völligen Zusammenfaltung des Beutels 6.
Es steht nichts im Wege, anstelle des Stutzens 5 dieselbe Doppelstutzenkombination vorzusehen, wie sie auf der gegenüberliegenden Seite in der Zeich nung dargestellt und vorstehend erläutert wurde, wo bei dann in der Hülle 1 zwei gleiche Beutel wie der jenige 6 angeordnet sind, von denen jeder mit dem an ihm sitzenden Stutzen von aussen zugänglich ist. In diesem Falle ist dann der eine Beutel für die Nutz flüssigkeit und der andere Beutel für das Druck medium bestimmt. Das gegenseitige Verdrängen der Beutelinhalte zum Entleeren bzw.
Füllen des Be hälters mit der Nutzflüssigkeit erfolgt dann in ana loger Weise wie vorstehend, da jeder Beutel in der Lage ist, in entfaltetem, aufgeblähtem Zustande und bei entsprechendem Innendruck, unter Zusammen falten des anderen Beutels den gesamten freien Raum in der im Füllzustand befindlichen Hülle einzu nehmen. Es ist jedoch auch möglich, beide genannten Beu tel für gleiche oder unterschiedliche Nutzflüssig keiten zu verwenden, wenn an die Hülle 1, z. B. im mittleren Teil des Mantels, ein Rohrstutzen für die Zu- und Ableitung des Druckmediums angeschlossen wird.
Es kann dann jederzeit nach Bedarf ein ge trenntes oder gemeinsames Entleeren der beiden Beutel erfolgen, da diese bei angeschlossener Druck- mediumzufuhr in gleicher Weise unter dem über druck des Druckmediums stehen. Es können auch mehr als zwei Beutel der vorbestimmten Art in der Hülle 1 vorgesehen sein, von denen jeder einen Rohr stutzen aufweist, der durch eine gesonderte Öffnung der Hülle 1 nach aussen geführt ist.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist der Beutel 6 ohne weiteres herausnehmbar. Es bedarf dazu nur des Lockerns der Mutter 12 und des Abschraubens der überwurfmutter 4. Alsdann kann durch Ziehen am Stutzen 9 der leere Beutel 6 unter entsprechendem Zusammenfalten durch den Stutzen 4 herausgezogen werden.
Es steht nichts im Wege, den Beutel 6 statt aus elastisch verhältnismässig stark nachgiebigem Stoff aus einem weniger elastischen Stoff zu wählen, der nur solche Deformationen erfahren darf, wie sie bei einem Blähen der vollständig entfalteten Hülle 1 un- ter dem überdruck des Druckmediums erfolgen.
In diesem Falle muss dann der Beutel bei seiner Blä hung auf völlig entfaltetem Füllzustand bei Ausgleich des inneren Druckes mit dem Aussendruck wenig stens angenähert an der Innenseite der Hülle 1 satt anliegen, damit er unter dem Einfluss des Druck mediums nicht überbeansprucht wird.
Je nach der Art der Nutzflüssigkeit können Beu tel unterschiedlicher Stoffbeschaffenheit Verwendung finden, z. B. Polyäthylen-Beutel für hohe Anforde rungen an nicht Angreifbarkeit des Beutelstoffes durch die Nutzflüssigkeit.
Der Rohrstutzen 4 nebst überwurfmutter 10 und der Hals 8 können auch entfallen, wenn der Rohr stutzen 9 unmittelbar passend durch die betreffende Öffnung der Hülle 1 hindurchgeführt und die Mutter 12 bei entsprechender Verlängerung des Gewindes des Stutzens 9 unmittelbar klemmschlüssig auf dem Lochrand der Stirnwand 2 aufliegt, analog der ent sprechenden Anordnung beim Herausführen des Ven tilstutzens durch die Felge eines luftbereiften Fahr zeugrades.
Die Öffnung in der Stirnwand 2 muss je doch gross genug sein, um den zusammengefalteten Beutel herausnehmen und wieder einsetzen zu können.
Zum Schutze der Rohrstutzen kann die entspre chende Hüllenstirnwand 2 bzw. 3 mit einem ring förmigen, zum Rohrstutzen konzentrischen Aufsatz versehen sein.
Die Hülle kann auch statt zwei Öffnungen nur eine einzige Öffnung aufweisen, wenn diese ausser zum Hindurchführen des Rohrstutzens 9 des Beutels 6 auch zugleich zum Ein- und Auslass der Nutzflüs sigkeit bzw. des Druckmediums in den Raum zwi schen der Wandung der Hülle 1 und dem Beutel 6 eingerichtet ist.
Als Druckmedium kann auch Pressgas, z. B. Druckluft, Verwendung finden. Ein gasförmiges Druckmedium kann auch bereits nach dem Einfüllen der Nutzflüssigkeit unter hohem überdruck einge lassen werden, der so bemessen sein kann, dass die Spannung des auf kleinem Raum zusammengediäng- ten Druckmediums ausreicht zum Verdrängen der Nutzflüssigkeit beim Entleeren.