CH366500A - Verfahren und Einrichtung zur mechanisch-biologischen Reinigung von städtischen Abwässern - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur mechanisch-biologischen Reinigung von städtischen Abwässern

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CH366500A
CH366500A CH3784256A CH3784256A CH366500A CH 366500 A CH366500 A CH 366500A CH 3784256 A CH3784256 A CH 3784256A CH 3784256 A CH3784256 A CH 3784256A CH 366500 A CH366500 A CH 366500A
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Description


  Verfahren und     Einrichtung    zur mechanisch-biologischen     Reinigung     von     städtischen    Abwässern    Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und  eine Einrichtung zur mechanisch-biologischen Reini  gung von städtischen Abwässern in mehreren Be  handlungsstufen.  



  Es ist bekannt, Abwässer der genannten Art da  durch zu reinigen, dass     man    zunächst die im Abwas  ser enthaltenen Feststoffe durch     Sedimentation    oder  durch sonstige mechanische Behandlung befreit   diese Methode wird in der nachfolgenden Beschrei  bung als   mechanische     Reinigung      bezeichnet -,  und dass man danach die im Abwasser gelösten orga  nischen     Verunreiningungen    durch die Tätigkeit von  Mikroorganismen in Gegenwart von     Sauerstoff    (Luft)  zersetzt, gegebenenfalls unter Bildung von absetz  baren Feststoffen - diese Methode wird in der nach  folgenden Beschreibung als       biologische    Reinigung    bezeichnet.  



  Zur mechanischen Reinigung werden     Klärbecken     und andere Behälter benutzt, in denen die Strömung  des fliessenden Abwassers soweit     verringert    wird,  dass sich die Feststoffe durch     Sedimentation    oder  Ansammlung an der Wasseroberfläche abscheiden.  Der abgeschiedene Schlamm wird in besonderen Be  hältern oder Kammern durch einen     Faulungsprozess     in einen praktisch geruchlosen Rückstand umge  wandelt.  



  Für die biologische Reinigung werden vielfach  sog. Tropfkörper benutzt, d. h. Behälter, die mit  einem     stückigen    Füllmaterial beschickt sind, über  welches das Abwasser verteilt wird, so dass es in dün  nen Schichten über das Füllmaterial     fliesst,    während  gleichzeitig Luft von unten nach oben durch die  Füllung des Behälters strömt.  



  Solche     Tropfkörperanlagen    sind meist sehr teuer  in der Herstellung. Es gibt zwar auch hochbelast-    bare Tropfkörper, die     wohlfeiler    sind, aber die er  strebte Reinigungswirkung wird dabei nur teilweise  erreicht.  



  Ein wesentlicher Zweck der     Erfindung    erstreckt  sich darauf, die mechanische und insbesondere die  biologische Reinigungswirkung, wobei die biologi  sche Reinigung in Tropfkörpern durchgeführt     wird,     zu verbessern, so dass solche Anlagen mit wesent  lich geringem Kostenaufwand erbaut und betrie  ben werden können und Nachteile durch Geruch und  Ansehen vermindert werden.  



  Das     Prinzip    des     erfindungsgemässen    Verfahrens  besteht darin, dass das rohe Abwasser einer in     Grob-          und    Feinreinigung unterteilten mechanischen Reini  gung unterworfen und danach der biologischen Reini  gung zugeführt wird, aus welcher ein Teil des "bio  logisch gereinigten Abwassers wieder der mecha  nischen Reinigung zugeleitet wird, während der übrige  Teil in ein     Nachklärbecken        gelangt,    aus welchem ein  Teil     abfliessen    kann,

   während der verbleibende Teil  in einstellbarer Menge mit dem Schlamm des Nach  klärbeckens der mechanischen     Reinigung    oder un  mittelbar über eine absperrbare     Leitung    dem Pum  pensumpf zugeleitet wird, und dass der Schlamm der  mechanischen Feinreinigung in die mechanische  Grobreinigung befördert wird, aus welcher der       Schlamm    abgezogen wird.    In der nachfolgenden Beschreibung wird ein Aus  führungsbeispiel der     erfindungsgemässen    Einrichtung  anhand der Zeichnung näher erläutert.  



  Auf der Zeichnung sind       Fig.    1 ein waagerechter Schnitt durch eine     erfin-          dungsgemässe    mechanisch-biologische Reinigungs  einrichtung für Abwässer ;           Fig.    2 ein senkrechter Schnitt durch den unteren  Teil der Einrichtung gemäss Linie     1-1I    der     Fig.    1 ;       Fig.    3 ein senkrechter Schnitt gemäss Linie     III-          IV-V    der     Fig.    1 ;

         Fig.    4 ein senkrechter Schnitt gemäss Linie     III-          IV-VI    der     Fig.    1 ;       Fig.    5 ein     senkrechter    Schnitt durch einen Teil  der Einrichtung nach     Fig.    1 gemäss Linie     VIII-IV     der     Fig.    1 ;       Fig.    6 ein     senkrechter    Schnitt durch den im Ober  teil der Einrichtung gemäss     Fig.    1 angeordneten  Tropfkörper für die biologische Reinigung gemäss  Linie     VII-IV-VI.     



  Die     mechanische-biologische    Reinigung unter  Anwendung von     Tropfkörpern    lässt sich in einem  geschlossenen Bauwerk gut ausführen, wie die     Fig.1-6     zeigen.  



  Die mechanische     Vorreinigung    ist in Grob- und  Feinreinigung     unterteilt.    Die Grobreinigung findet in  den     Absetzkammern    31, 31' und die Feinreinigung  in den Kammern 32, 33 statt. Im oberen Bereich der       Absetzkammern    31, 31' befinden sich die Rinnen 3,  3<B>'</B>, die über die     Leitung    3'     miteinander    verbunden  sind. Die Rinne 3<B>'</B> steht über einen senkrechten  schmalen Schlitz 26 mit der Kammer 32 und diese  über den Schlitz 27 mit der Kammer 33 in Verbin  dung. Von der Kammer 33 münden Öffnungen 4 in  den Pumpensumpf 5.

   Zwischen den     Absetzbecken    31  und 33 ist     das        Nachklärbecken    23 angeordnet, wel  ches einen     Abfluss    2 für das gereinigte Wasser und  eine Schlammabführung 18     besitzt,    die in den Sand  schacht 28 mündet, welcher mit der Leitung 3' ver  bunden ist. Neben dem Pumpensumpf 5 befindet sich  ein     Schlammrückführungsschacht    7, der mit den tief  sten Stellen der     Absetzbecken    32, 33 und mit der  Kammer 31' in Verbindung steht.  



  Oberhalb der     Absetzkammern    ist ein biologischer  Tropfkörper 14     angeordnet,    der von der Wand 15  umgriffen wird. Der Tropfkörper 14 besitzt einen Teil  mit geringerer Höhe, unter welchem sich der Bedie  nungsraum 17 befindet.  



  Die Wirkungsweise der erfindungsgemässen Ein  richtung ist wie folgt  Das bei 1     zufliessende    Wasser wird in den vier  Kammern 31, 31', 32, 33 mechanisch     vorgereinigt     und gelangt dann in das Abteil 5, aus dem das Ab  wasser periodisch oder kontinuierlich mittels Pumpen  derart entfernt wird, dass der Abwasseranfall eines  Tages über 24 Stunden gleichmässig verteilt zu der  biologischen     Reinigeranlage    (Tropfkörper,     Fig.    6)       gefördert    wird. Schwankungen im Abwasserzulauf  werden durch Erhöhen oder Senken des Wasserspie  gels in den Kammern 31, 31' 32, 33 ausgeglichen.

    Während der     Hauptzuflusszeit    am Tage steigt also  der Wasserspiegel und bei geringerem Zulauf in der  Nacht sinkt er wieder ab. Auf diese Weise wird nach  Ablauf von 24 Stunden immer der gleiche Wasser  stand erreicht. Durch das tägliche Fallen und Steigen  des Wasserspiegels wird der Schlamm aus den Ab  setzkammern 32, 33 in den Schlammspeicher- und    Faulraum 31' bewegt. Der Schlamm aus dem Nach  klärbecken 23 gelangt ebenfalls in den Schlammfaul  raum 31'. Es wird also der gesamte Schlamm, d. h.  sowohl der im Rohwasser suspendierte als auch der  im biologischen Tropfkörper gebildete Schlamm, ent  gegen der allgemeinen Fliessrichtung des Abwassers  in den Faul- und Speicherraum 31' zurückgeführt.  



  Zur mechanischen     Vorreinigung    fliesst das Ab  wasser durch die     Zuflussleitung    1 in die erste sog.       Imhoff-Absetzrinne    3, die über der ersten Kammer  31 der mechanischen Anlage angeordnet ist. Der Zu  lauf ist so ausgebildet, dass auch bei verschiedenem  Wasserspiegel stets eine horizontal gerichtete Strö  mung gesichert und ein Abfliessen des Wassers durch  den Schlammschlitz 3" der     Imhoff-Rinne    3 in den  Faulraum 31 weitgehend vermieden wird. Das Ab  wasser gelangt dann durch die Verbindungsleitung 3'  in eine über der zweiten Kammer 31' angeordnete  zweite     Imhoff-Rinne    3<B>'</B>.

   In den     Imhoff-Rinnen    wer  den die groben Schwimm- und     Sinkstoffe    aus dem  Abwasser abgeschieden und eine     Aufwirbelung    des  Schlammes in den     darunterliegenden    Faulräumen 31,  31' vermieden. In den zwei Kammern 31 und 31'  sammelt sich der gesamte Schlamm der     ganzen    An  lage und fault aus ; er wird in kurzen Zeitabständen  zur weiteren Behandlung entfernt.  



  Von der     Imhoff-Rinne    3<B>'</B> fliesst das Abwasser  durch einen senkrechten, schmalen     Schlitz    26 nach  der Kammer 32 und dann nach der Kammer 33, die  mit der Kammer 32 durch einen senkrechten Schlitz  27 verbunden ist. In den Kammern 32 und 33 schei  den sich die feineren Schlammanteile aus. Diese gelan  gen vom Boden der Kammern 32 und 33 durch die  mit einer     Rückschlagklappe    versehene Leitung 8 in  das Abteil 7 und von dort über eine Leitung 9 in die  Kammer 31'.  



  Durch die schmalen, senkrechten Schlitze 26, 27  wird eine annähernd gleichmässige, horizontale Strö  mung des Wassers in den Kammern und das Abset  zen der Schlammteilchen erreicht. Die     Absetzvor-          gänge    werden durch Veränderungen des Wasserspie  gels nicht     beeinflusst.    Die Unterteilung in mehrere       Absetzräume    verhindert, dass im Abwasser schwim  mende, sperrige Bestandteile bis zu den Pumpen ge  langen und deren Betrieb stören.  



  Von der Kammer 33 tritt das Abwasser durch  die Öffnungen 4 in das Abteil 5. In den Kammern  31, 31', 32 und 33 und im Abteil 5 ist der Wasser  spiegel praktisch gleich. Aus dem Abteil 5 wird das  Abwasser durch die eine Pumpe 21 in den sich dre  henden Verteiler 19     (Fig.    6) gedrückt und durch die  sen oben auf dem biologischen     Tropfkörper    14  gleichmässig verteilt, der oberhalb der Kammern 31,  31' und 23 angeordnet ist und einen Bedienungs  raum 17 hat. Der über dem Bedienungsraum 17 lie  gende Teil des Tropfkörpers 14 hat eine geringere  Höhe und entsprechend geringere Reinigungswir  kung.

   Das Wasser aus diesem niedrigeren Teil des  Tropfkörpers wird deswegen auf der Decke der Be  dienungskammer 17 gesammelt und     fliesst    durch      eine Rohrleitung 25 dem Schacht 28 zu. Von hier  aus fliesst es durch die Verbindungsleitung 3', durch  die     Imhoff-Rinne    3<B>'</B> und den Schlitz 26 zur Kam  mer 32. Das gereinigte Abwasser aus dem übrigen  Teil des Tropfkörpers 14     fliesst    zu einer Sammelrinne  13 und     gelangt    durch ein Fallrohr in die Kammer 23.  



  Zur Aufrechterhaltung optimaler biologischer  Verhältnisse im Tropfkörper 14 und zum Ausspülen  des Schlammes ist eine absperrbare Leitung von der  Kammer 23 zum Abteil 5 vorgesehen. Soll der Tropf  körper 14 mit beiden Pumpen 21 gespült werden,  so wird der Schieber geöffnet und der     Tropfkörper     nur mit biologisch gereinigtem und im     Nachklärbek-          ken    23 entschlammtem Wasser beschickt.  



  Zur mechanischen Nachreinigung hat das Nach  klärbecken 23 in der     Mitte    eine     Vertiefung,    in die  der im Tropfkörper 14 gebildete Schlamm wegen  seiner grösseren Schwere absinkt. Das Abwasser  steigt im     Nachklärbecken    23 hoch und fliesst über  eine Schwelle 24 in eine Sammelrinne und über die  Abflussleitung 2 aus der Anlage ab und kann in  einen Flusslauf abgelassen werden.  



  Zu Beginn des Betriebes werden aus der Tropf  körperfüllung 14 ein körniger Abtrieb und Reak  tionsprodukte ausgespült. Um Störungen des Betrie  bes durch dieses körnige Gut zu verhindern, wird das  aus dem     Tropfkörper    14     kommende    Abwasser     ent-          sandet,    bevor es der     Nachklärkammer    23     zufliesst.     Dies     geschieht    dadurch, dass das Abwasser aus der  Sammelrinne 13 zu einer Klärkammer 29 geführt  wird.

   In diese wird das Abwasser etwa auf der mitt  leren Höhe des Klärraumes eingeführt, so dass     es     wieder hochsteigen muss, bevor es durch das     Ab-          flussrohr    16 in die Bodenvertiefung des     Nachklär-          beckens    23 gelangen kann. Beim Durchfliessen der  Kammer 29 setzen sich alle sandigen     Bestandteile     ab. Das     Abwasserschlammgemisch    aus dem Nach  klärbecken wird zur     Entsandung    in die Kammer 28  geführt.  



  Zur Schlammrückführung wird das im Tropfkör  per 14 gereinigte Abwasser, soweit es im     Nachklär-          becken    23 nicht über die Schwelle 24     abfliessen    kann,  mit dem sich in der Vertiefung des     Nachklärbeckens     23 ansammelnden Schlamm durch die Leitung 18,  den     Sandschacht    28, das Verbindungsrohr 3' und die       Imhoff-Rinne    3<B>'</B> in die     Kammern    32, 33 geleitet.

    Die Schwelle 24, der     überlauf    der Einrichtung 18  und die Fördermenge der Pumpen 21 werden so ein  gestellt, dass nur etwa ein     Vierundzwanzigstel    des       Tagesabwasseranfalles    je Stunde über die Schwelle  24 austritt. Der Rest des biologisch     gereinigten    Ab  wassers und der anfallende Schlamm aus dem Nach  klärbecken 23 werden über das Abteil 28 und die       Imhoff-Rinne    3<B>'</B> in die Kammer 31' und die Kam  mern 32, 33 geleitet. Dadurch wird das Abwasser  der mechanischen Reinigungseinrichtungen verdünnt,  eine     Verschlammung    des Tropfkörpers 14 vermie  den und eine hohe Belastung des biologischen Tropf  körpers ermöglicht.

   Ausserdem wird der Schlamm    des     Nachklärbeckens    23 ständig der mechanischen  Reinigung zugeführt.  



  Damit das schon biologisch gereinigte Abwasser  nicht zu viel mit Faulschlamm in Berührung kommt,  wird der anfallende     Schlamm    der     Reinigungskam-          mern    32, 33 bei     Wasserspiegeländerung    durch die  Schlammleitungen 8, 9 und den     Schlammschacht    7  in die Kammer 31' zurückbewegt. Bei steigendem  Wasserspiegel wird der Schlamm durch die Leitung  8 vom Boden der Kammern 32 und 33 in den  Schlammschacht 7 gedrückt. Das Steigrohr 8 ist im  Schacht 7 mit einer     Rückschlagklappe    versehen. Vom  Schacht 7 führt eine Falleitung 9 in den oberen  Raum der Kammer 31'.

   Im Schacht 7 ist     diese    Lei  tung 9 ebenfalls mit einer     Rückschlagklappe    ver  sehen. Bei fallendem Wasserspiegel     fliesst    deshalb  der Schlamm aus dem Schlammschacht 7 über die       Rohrleitung    9 zur Kammer 31'. Bei genügend     gros-          ser    Bemessung der Oberfläche des     Schlammschachtes     7 und bei genügender Differenz     zwischen    höchstem  und niedrigstem Wasserspiegel wird demnach der ge  samte, in den Kammern 32, 33 anfallende Schlamm  in die Kammer 31' bewegt.  



  Man sieht     vorteilhaft    eine (nicht dargestellte)  Handpumpe vor, um den Schlamm gegebenenfalls in  die Kammer 31'     zu    bewegen. Am     Schlammsteigrohr     8 wird ausserdem vorteilhaft     eine        Wasserstrahlpumpe     eingebaut, durch welche eine Schlammansammlung  am Boden der Kammer 32     festgestellt    und entfernt  werden kann.  



  Von den zwei Pumpen 21 des Pumpwerkes hat  jede eine     gleichgrosse        Förderleistung,    wie sie zur  Beschickung des Tropfkörpers mit etwa 0,8     m3    auf  1     m@    Oberfläche je     Stunde        erforderlich    ist.     Eine     Pumpe besorgt den Normalbetrieb, eine Pumpe     die     Reserve. über ein elektrisch betriebenes Uhrwerk  mit verstellbaren Drehskalen kann die Betriebspumpe  1-10 Min. in Betrieb und 1-10, Min. ausser Betrieb  gesetzt werden. Die     gewählten    Zeitabschnitte laufen  ununterbrochen hintereinander ab.

   Jede Pumpe kann  wahlweise an die automatische Zeitschaltung ange  schlossen werden, wobei die zweite Pumpe Reserve  wird. Es wird jedoch immer nur eine Pumpe an die  Zeitschaltung angeschlossen und dauernd in Betrieb  gehalten.  



  Wenn der Wasserspiegel in den     Kammern    32, 33  bis zu seinem tiefsten Stand, begrenzt durch die Ober  kante der im Abteil 5     liegenden    Rohrkrümmer 4,  absinkt, wird der Zufluss zum Abteil 5, aus dem die  Pumpen Flüssigkeit ansaugen, unterbrochen. Die  Betriebspumpe arbeitet jedoch weiter und leert das  Abteil 5, bis durch einen     Schwimmer    (nicht darge  stellt) die Pumpe ausgeschaltet wird. Steigt im Abteil  5 der Wasserspiegel bis zur Oberkante der Rohr  krümmer 4, so wird die Betriebspumpe wieder selbst  tätig eingeschaltet.  



  Da das Abteil 5 im Verhältnis zu den     Absetz-          kammern    32, 33 klein ist, wird, falls z. B. in den  Morgenstunden das Abwasser aus der Anlage nahe  zu vollständig abgepumpt und der Zulauf zur Klär-           anlage    nur sehr gering ist, der Tropfkörper 14 immer  noch     kurzzeitig    mit Abwasser beschickt. Durch die  sen     kontinuierlichen    Betrieb ergeben sich gute bio  logische Verhältnisse und es wird auch die Gefahr  des     Einfrierens    beseitigt.  



  Erreicht der Wasserspiegel in den Kammern 32,  33 und dem Abteil 5 eine bestimmte Höhe, wird  durch einen Schwimmer die     Rerservepumpe    einge  schaltet. Diese läuft dann ohne Unterbrechung so  lange, bis der Wasserspiegel im Abteil 5 und den  Kammern 32, 33 um etwa 2 bis 3 cm abgesunken ist.  Während dieser Zeit läuft aber auch die Betriebs  pumpe weiter. Während dieser Zeit wird der Tropf  körper 14 zusätzlich mit 0,8     m3    je     m@    seiner     Oberfläche     und je Stunde beschickt. Dieser Betriebszustand  ergibt eine Belastung von 6-8     m3    Abwasser je     m3     Füllung des Tropfkörpers 14 bezogen auf 24 Tages  stunden.  



  Bei Ausfall der elektrischen Zeitschaltung kann  das gesamte Klärwerk aber auch auf die Niveau  schaltung, wie sie für den Pumpensumpf unterhalb  der Rohrkrümmer vorgesehen ist, umgestellt werden.       Damit    werden     allerdings    nur solche     biologische    Ver  hältnisse erreicht, wie sie bei den anderen Klär  anlagen mit den üblichen Niveauschaltungen erzielt  werden.  



  Der Ausgleich der nicht ganz gleichmässig an  fallenden Abwassermengen verschiedener Tage kann  wahlweise     entweder    durch kurzzeitiges Ausschalten  der Betriebspumpe beim Erreichen des     Tiefstwasser-          standes    oder durch kurzzeitiges Zuschalten der Re  servepumpe bei Erreichen des Höchstwasserstandes  herbeigeführt werden.  



  Zur Schlammentnahme wird im Schnittpunkt der  Trennwände, also etwa in der Mittelachse der An  lage, ein Rohr eingebaut. Im untersten Teil dieses       Schlammentnahmerohres    ist ein Drehschieber einge  baut. Er wird durch ein bis in den Mittelschacht des       Tropfkörpers    14 reichendes     Schieberstangenrohr    be  tätigt. Oben ist dieses Rohr mit Flansch und Stopf  büchse gegen das Steigrohr abgedichtet und mit Dreh  hebel versehen.  



  Wird etwa jeden Monat einmal der in der Kam  mer 31 abgesetzte Schlamm umgepumpt, wird die       Schlammfaulung    bedeutend     beschleunigt    und ein  Festsetzen von Sand vermieden ; deshalb kann in  manchen Fällen Rechen und Sandfang fortgelassen  werden.  



  Für das Umpumpen des Schlammes sind zwei ab  sperrbare Abzweige 12' und 12" aus dem Schlamm  steigrohr<B>10</B> vorgesehen. Soll Schlamm der Kammer  31 umgepumpt werden, werden die übrigen Schlamm  abgangsleitungen geschlossen und der Schlammab  zweig 12' offen gehalten. Durch Einblasen von Luft  in das     Schlammsteigrohr,    und zwar in den unteren  Teil desselben, wird dann der Schlamm aus der       Trichterspitze    der Kammer 31     angesaugt    und auf die       Oberfläche    übergepumpt. Dadurch wird nicht nur  der Schlamm     umgewälzt,        sondern    durch den Strahl  auch eine sich eventuell gebildete Schlammschicht-    decke zerstört.

   Sinngemäss gilt dies auch für die  Schlammumwälzung der Kammer 31' mit dem  Schlammabzweig 12'.  



  Das bis zu der tiefsten Stelle des Bodens der  Kammern 31 und 31' reichende Schlammentnahme  rohr mündet mit einem verschliessbaren Abzweig un  ter dem Wasserspiegel in einen ausserhalb der dar  gestellten Anlage vorgesehenen Schlammentnahme  schacht oder ein     Schlammtrockenbeet.    Beim Ab  pumpen aus dem     Schlammentnahmeschacht        fliesst     der Schlamm aus den Kammern 31, 31' der Grob  reinigung selbsttätig in den Schacht nach.

   Liegen die       Schlammtrockenbeete    höher als der Wasserspiegel  der     Vorreinigung    oder soll der Schlamm in einen       höherliegenden        Schlammabführwagen    gepumpt wer  den, so kann dies     ebenfalls    mittels einer Pumpe bzw.  mittels Druckluft geschehen.  



  Das kleine, runde, vorteilhaft aus Betonform  steinen zusammengesetzte Bauwerk, welches die An  lage gemäss     Fig.    1-6 enthält, ist unauffällig und ge  schlossen. Geruchsbelästigungen sind dadurch und  durch die Bewegung des Schlammes vermieden. Das  Klärwasser kann deshalb in der Nähe von Wohnun  gen und wegen seines geringen Platzbedarfs auch auf  Grundstücken von Industrie- und Gewerbebetrieben  errichtet werden.  



  Die     Abwasserreinigungsanlage    nach     Fig.    1-6 kann  unter Umständen vorteilhaft auch folgendermassen  betrieben werden  Das mit Sauerstoff angereicherte, aus dem Tropf  körper 14 kommende Gemisch von Abwasser und  Schlamm wird der Vertiefung der Kammer 23 ent  nommen und unmittelbar in das Abteil 5 bewegt. In  das Abteil 5 wird ferner mechanisch     vorgereinigtes     Abwasser aus den Kammern 32, 33 und der teil  gereinigte Ablauf aus dem niedrigen Tropfkörper  oberhalb des Bedienungsraumes geleitet. Das Flüssig  keitsgemisch wird dann aus dem Abteil 5 dem Tropf  körper 14 zugeführt.  



  Das Verhältnis der Menge des mechanisch vor  gereinigten Abwassers zur Menge des     damit    ver  mischten Abwassers aus dem Tropfkörper 14 und die  Belüftung des Wassers im Tropfkörper 14 werden  derart gewählt, dass sich im Tropfkörper nicht ein       polysaprober    Schlamm, welcher die     Oberfläche    der       Tropfkörperfüllung    verschmiert, bildet, sondern ein       mesosaprober    Schlamm, der sich von der     Tropfkör-          perfüllung    leicht abspülen lässt, namentlich bei perio  discher Beschickung des Tropfkörpers 14.

   Ein Teil  des aus dem Tropfkörper 14 abgezogenen Abwassers       fliesst    aus der Kammer ohne Schlamm über die  Schwelle 24 ab, der Rest des Wassers und der  Schlamm gelangen in das Abteil 5 und vermischen  sich dort mit rohem Abwasser, das nur mechanisch       vorgereinigt    wurde. Laufend oder     absatzweise    wird  ein Teil des Schlammes aus dem Ablauf des Tropf  körpers 14 abgezogen und als     überschusschlamm    in  die Kammern 31 bewegt, um die     Konzentration    des  im Kreislauf geführten Abwassers an Schlamm nicht  unzulässig ansteigen zu lassen.

        Im Gegensatz zu den bekannten     Abwasserreini-          gungsanlagen,    bei denen getrennte Bauwerke für die  mechanische Reinigung, für das Pumpwerk, für den  biologischen Tropfkörper und für das     Nachklärbek-          ken    vorgesehen sind, sind erfindungsgemäss alle Klär  räume und das Pumpwerk in einem einzigen Raum  untergebracht.

   Einstellbare Abwasser- und     Schlamm-          rückführungseinrichtungen    bewegen den Schlamm  aus der mechanischen Reinigung vor und hinter der  biologischen Reinigung in den am Zulauf liegenden       Schlammfaulraum.    Die gedrängte, runde Bauweise  spart Baumaterial, Verbindungsleitungen und ergibt  nur einen geringen Platzbedarf. Der automatische Be  trieb lässt sich auf die Erfordernisse der Reinigung  hinsichtlich Abwassermenge und     -konzentration    ein  stellen. Neben der notwendigen Schlammbeseitigung  erfordert die Anlage praktisch keine Bedienung, ab  gesehen von der üblichen Überwachung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur mechanisch-biologischen Reini gung von städtischen Abwässern in mehreren Be handlungsstufen, dadurch gekennzeichnet, dass das rohe Abwasser einer in Grob- und Feinreinigung un terteilten mechanischen Reinigung unterworfen und danach der biologischen Reinigung zugeführt wird, aus welcher ein Teil des biologisch gereinigten Ab wassers wieder der mechanischen Reinigung zugelei tet wird, während der übrige Teil in ein Nachklär- becken gelangt, aus welchem ein Teil abfliessen kann, während der verbleibende Teil in einstellbarer Menge mit dem Schlamm des Nachklärbeckens der mecha nischen Reinigung oder unmittelbar über eine ab sperrbare Leitung dem Pumpensumpf zugeleitet wird,
    und dass der Schlamm der mechanischen Feinreini gung in die mechanische Grobreinigung befördert wird, aus welcher der Schlamm abgezogen wird. II. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass für die mechanische Reinigung mehrere Kammern (31, 31', 32, 33) vorgesehen sind, die durch radiale Trennwände in einem Behälter gebildet sind, auf dessen Decke ein Tropfkörper (14) zur biologischen Reinigung vorgesehen ist, in dem ein Bedienungs raum (17) für die mechanische Reinigung, für das Nachklärbecken, für Pumpen, Schaltgeräte, Sand schächte und einen Schlammrückführungsschacht vorgesehen ist. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der mechanischen Reinigung des rohen Abwassers zunächst grober Schlamm und getrennt davon danach der Feinschlamm entfernt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass bei ungleichmässigem Zufluss des rohen Abwassers dieses in den Reinigungskam- mein angestaut wird und der nachfolgenden biolo gischen Reinigung in gleichmässigem Strom zuge führt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der biologischen Reinigung mechanisch gereinigtes Abwasser und Abwasser schlammgemisch aus der biologischen Reinigung zu geführt wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der vom Abwasser getrennte Schlamm, der bei der biologischen Reinigung entstan den ist, vermischt mit dem biologisch zu reinigenden, aus der mechanischen Reinigung kommenden Ab wasser über einen Tropfkörper geführt wird, der Be handlungszonen von verschiedener Höhe hat, wobei das Abwasser aus dem niedrigen Tropfkörperteil un mittelbar in die mechanische Reinigung zurückgeleitet wird. 5.
    Einrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefstpunkte der Feinreini- gungskammern (32, 33) über eine Rohrleitung (8) mit einem Schlammrückführungsschacht (7) und die ser über eine Rohrleitung (9) mit dem Schlammfaul raum (31') der Grobreinigungskammern (31, 31') kommunizierend in Verbindung stehen, welche einen Wasserspiegelausgleich vom Tiefstpunkt der Fein reinigungskammern (32, 33) nach dem Schlammfaul raum (31')
    gestattet und somit beim Steigen des Was serspiegels den Schlamm aus den Feinreinigungs- kammern nach dem Schlammfaulraum (31') fördert. 6. Einrichtung nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsleitung (8) zwi schen den Tiefstpunkten der Feinreinigungskammern und dem Schlammrückführungsschacht (7) und die Verbindungsleitung (9) zwischen Schlammrückfüh- rungsschacht (7) und dem Schlammfaulraum (31')
    der Grobreinigungskammern je in einer Rückhalte einrichtung, vorzugsweise einer Rückschlagklappe endigt. 7. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Teil des Nachklär- beckens (23) für das tropfkörpergereinigte Abwasser über eine Rücklaufeinrichtung (18) mit den Kammern (32, 33) der mechanischen Feinreinigung und mit dem Pumpensumpf (5) verbunden ist. B.
    Einrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die Grobreinigungskammern (31, 31'), die Feinreinigungskammern (32, 33) und das Nachklärbecken (23) in einem Behälter neben einander angeordnet sind. 9. Einrichtung nach Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in der Achse und im oberen Teil des Behälters ein Pumpensumpf (5), ein Schlammrückführungsschacht (7) und zwei Sand- und Leitschächte (28, 29) angeordnet sind.
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