Vorrichtung zur laufenden Messung der Schussfaden- oder M aschenzahl an bewegten Stoffbahnen
Beim Ausrüsten von Geweben und Wirkwaren auf Spannmaschinen ist oft die Forderung gestellt, die vom Abnehmer für die Ware vorgeschriebene Schussfaden- oder Maschenzahl pro Zentimeter einzuhalten.
Um die Schussfaden- oder Maschenzahl an laufen- den Stoffbahnen zu prüfen, sind schon Vorrichtungen vorgeschlagen worden, die aus einem Lichtblitzstroboskop und einem zwischen dem Stroboskop und dem Auge des Beobachters angeordneten bekannten lunometrischen Maschenzähler bestehen. Durch die stroboskopische Beleuchtung oder Durchleuchtung der Warenbahn entsteht ein stillstehendes Bild der Warenbahn, das mittels des Maschenzählers ausgewertet werden kann. Es ist also im Augenblick jedes Blitzes eine Ablesung der Maschenzahl der als ruhendes Bild erscheinenden laufenden Warenbahn, z. B. in Spannmaschinen, damit möglich.
Die Ablesung mittels lunometrischer Maschenzähler ist an sich schon schwierig und bei grösserer Maschenzahl pro Zentimeter auch nicht sehr genau.
Selbst wenn es gelingt, die Frequenz der Lichtblitze selbsttätig in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Warenbahn so zu steuern, dass ständig ein scheinbar stillstehendes Warenbild erzielt wird, ist die Ablesung anstrengend und nicht immer mit der erwünschten Genauigkeit durchzuführen.
Es ist ferner zur Zählung der Maschen an einem Musterstück einer Stoffbahn bekannt, das Musterstück zwischen dem Lichtstrahl einer Lichtquelle als Sender und einer Photozelle als Empfänger hindurchzuführen und die durch die Schussfäden oder Maschen des laufenden Musterstückes hervorgerufenen Intensitätsschwankungen des Lichtstrahles durch den Emp fänger in Impulse für ein Zählwerk zu verwandeln (franz. Patentschrift Nr. 1 112 578). Die hierdurch ermöglichte Feststellung der Gesamtmaschenzahl eines Stoffbahnstückes gibt aber noch keinen Aufschluss darüber, ob in dem gemessenen Stoffbahnstück die Maschenzahl pro Längeneinheit, z. B. Zentimeter, gleichmässig eingehalten ist oder an einigen Stellen der Bahn nach oben, an anderen Steilen dagegen nach unten abweicht.
Die Erfindung hat sich in Fortentwicklung der Maschenzählung an laufenden Warenbahnen die Aufgabe gestellt, die Maschenzahl pro Längeneinheit, z. B. Zentimeter oder Zoll, in laufender Folge zu messen, während die Warenbahn z. B. eine Spannmaschine zum Behandeln durchläuft. Damit ist es dann bei Anordnung der Maschenzählvorrichtung hinter dem Spannrahmen möglich, festzustellen, ob die Warenbahn über ihre ganze Länge die für die Ware vorgeschriebene Maschenzahl pro Zentimeter nach ihrer Behandlung in der Spannmaschine hat. Bei Abweichungen vom vorgeschriebenen Sollwert kann anhand der Anzeige z. B. die Voreilzuführung der Ware in die Spannketten geändert werden, um durch die damit ermöglichte grössere oder geringere Krumpfung die vorgeschriebene Maschenzahl pro Zentimeter zu erhalten.
Nach der Erfindung wird dieses Ziel dadurch erreicht, dass in einer an sich bekannten Vorrichtung zur laufenden Messung der Salnfaden- oder Maschenzahl an bewegten Stoffbahnen, deren zwischen dem Energiestrahl eines Senders und einem Empfänger hindurchlaufende Schussfäden bzw. Maschen Inten sitätsschwankungen des Energie strahls hervorrufen, die vom Empfänger über Verstärker in ein Zählwerk übertragen werden, zur laufenden Messung der Schu faden- bzw. der Maschenzahl pro Längeneinheit (z. B.
1 cm) eine Beginn und Ende der jeweiligen Zählung steuernde und in Abhängigkeit von der Stoffbahngeschwindigkeit angetriebene Rasterscheibe vorgese hen ist, deren Rasterausschnitte auf eine Messung über eine der Längeneinheit entsprechende Wegstrecke abgestimmt sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur laufenden Messung der Schussfadenoder Maschenzahl an bewegten Warenbahnen nach der Erfindung schematisch veranschaulicht.
Die Warenbahn 1, deren Maschenzahl pro Zentimeter während der Ausrüstung auf einer Spannmaschine 2 laufend bestimmt werden soll, wird hinter dem Austritt aus der Maschine von einem von einer Lichtquelle 3 ausgesandten Lichtstrahl durchdrungen.
Der durch die Schussfäden oder Maschen laufend unterbrochene Strahl wird in einer Photozelle 4 aufgefangen und gibt entsprechend den durch die Fäden oder Maschen bewirkten Intensitätsschwankungen laufend Impulse ab, die über Verstärker in einem elektronischen Zählwerk 5 als Maschenzahl angezeigt werden.
Um bei der Zählung der r Maschen die Maschen- zahl pro Längeneinheit, z. B. pro Zentimeter, der laufenden Warenbahn zu erhalten, ist auf der die Warenbahn 1 durch die Spannmaschine fördernden Hauptantriebswelle 6 eine Rasterscheibe 7 angtr bracht. Die Rasterscheibe hat Ausschnitte 8, durch die der Strahl einer Lichtquelle 9 auf eine Photozelle 10 fällt und für die Zeit dieses Durchfalilens den Messungsintervall bestimmt. Die Rasterausschnitte 8 sind in diesem Falle so breit gehalten, dass vom Beginn bis Ende der Messung gerade 1 cm Warenlänge zwischen der Lichtquelle 3 und der Photozelle 4 durchläuft. Während der Unterbrechung des Strahles der Lichtquelle 9 durch die vollen Teile der Scheibe 7 wird die Anzeige im Zählwerk 5 unterbunden und das Zählwerk auf 0 zurückgestellt.
Die Messungen der Maschenzahl können in belie- bigen Intervallen wiederholt werden, indem beispielsweise zwei, vier oder acht Ausschnitte 8 auf der Rasterscheibe 7 vorgesehen werden. Gegebenenfalls können die Ausschnitte 8 so dicht aufeinanderfolgen, dass eine ständige Anzeige der Maschenzahl im Zählwerk sichtbar ist, so dass durch die dichte Folge die jeweilige Rückstellung auf O) 0 nicht mehr wahrnehmbar ist.
Die Zahl der Maschen erscheint in den Zählröhren der Zähleinrichtung durch Beleuchtung von Zehner- und Einer-Ziffern. Mit zwei Zählröhren lässt sich eine Maschenzahl bis 99 Maschen pro Zentimeter, also weit über die erforderliche Höhe, anzeigen.
Je nach der Abweichung der Maschenzahl vom Sollwert kann die Zuführgeschwindigkeit der Ware gegenüber ihrer Fördergeschwindigkeit in der Maschine zur Beeinfiussung der Krumpfung entsprechend einer erforderlichen grösseren oder geringeren Maschenzahl eingestellt werden.
Auf Grund der angezeigten Maschenzahlwerte können so Berücksichtigungen in der Behandlung während des Ausrüstungsprozesses, ohne Stillsetzen der Maschine vorgenommen werden. Dadurch, dass die Rasterscheibe 7 mit dem Hauptantrieb 6 der Maschine gekuppelt ist, ist selbsttätig für jede eingestellte Warengeschwindigkeit die Zählung der Maschenzahl pro Zentimeter gegeben.
Es ist natürlich auch möglich, im Eingangsfeld der Maschine noch eine Maschenzähleinrichtung gleieher Art vorzusehen, um z. B. über gewünschte Schrumpfungsgrade in der Maschine genaue Anzeigen aus der Differenz der Méssergebnisse der Zählwerke vor und hinter der Maschine zu erhalten und danach Korrekturen in der Zuführung einzustellen.
An und für sich genügt für die auf die Bezugseinheit, Zentimeter oder Zoll, abgestellte Zählung von Maschen oder Schussfäden ein zweistelliges Zählwerk.
Eine solche Anzeige kann sich aber dadurch störend und nachteilig auswirken, dass durch die genauen Anzeigen des elektronischen Zählgerätes auch bedeutungslose Abweichungen der Maschenzahl oder Schussfadenzahl vom Sollwert, letwa bewirkt durch einen zeitweise etwas stärkeren Abzug der Warenmitte gegenüber den Warenkanten oder durch flatternde Warenbahnen, angezeigt werden, so dass beispielsweise bei einem Sollwert von 28 Maschen pro Zentimeter eine sprunghafte ! Wechsel anzeige zwischen 27 und 29 anstelle eines ruhigen Zahlenbildes von 28 erscheint.
Um diesen ständigen und irritierenden Zahlen wechsel in der Anzeige zu verhindern und eine bec- sere, leichter übersichtliche Durchschnittsanzeige zu erhalten, ist es vorteilhaft, die laufende Zählung der Maschen durch das elektronische Maschenzähawerk über das Zehnfache der Längeneinheit zu erstrecken und durch Abdecken oder Unterdrückung der Anzeige der Einerstelle des Zählwerks die Anzeige als auf die Bezugseinheit (Zentimeter oder Zoll) abgestellten Mittelmesswert erscheinen zu lassen.
Bei dieser verbesserten Ausführung, bei der die Zählung über den zehnfachen Wert der Bezugseinheit erfolgt, wird statt eines für die Zählung über 1 cm ausreichenden zweistelligen Zählwerkes ein dreistelL liges Zählwerk, wie in der Zeichnung dargestellt, vorgesehen. Damit bei dem dreistelligen Zählwerk als Anzeige der auf die Zentimeter-Längeneinheit bez gene Messwert als Maschenzahl erscheint, ist die Ziffer der die Einerstelle angebenden Dekadenröhre abgedeckt. Dadurch ergibt sich ein Mittelwert, der durch Unterdrücken der unwesendichen Abweichungen vom Sollwert diesen ständig als unverändertes gleiches Zahlenbild angibt.
Um hierbei bei Maschenzahlen von 5 bis 9 in der Einerstelle schon eine Erhöhung auf die nächste Stelle der Zehnerreihe herbeizuführen, lässt man die Dekadenzählung in der Einerröhre statt mit 0 mit 5 beginnen, so dass ein hinzukommender Maschenwert im Bereich von 5 bis 9 in der Einerstelle zu einer Zehnerübertragung führt. Auf diese Weise werden also z. B. 275 bis 284 Maschen pro 10 cm dann an der Hunderter- und Zehnerröhre als 28 Maschen pro Zentimeter angezeigt.
Gegenüber der Zählung über eine auf 1 cm bezogene Warenlänge sind die Ausschnitte 8 auf der Rasterscheibe 7 so breit zu halten, dass vom Beginn bis Ende der Zählung gerade 10 cm Wagenlänge zwi schen der Lichtquelle 3 und der Photozelle 4 durchlaufen. Ferner sind statt zwei Zählröhren drei Zählröhren vorgesehen, wobei die in der Dekadenzählung zweckmässig um die halbe Dekadenzabi verschobene Röhre der Einerstelle abgedeckt wird, so dass die darin eingehenden, wechselnden und für die Bestimmung der eingehaltenen Maschenzahl bedeutungslosen Werte nicht sichtbar sind.