CH366825A - Verfahren zur Herstellung von L-Glutaminsäure - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von L-Glutaminsäure

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CH366825A
CH366825A CH7476659A CH7476659A CH366825A CH 366825 A CH366825 A CH 366825A CH 7476659 A CH7476659 A CH 7476659A CH 7476659 A CH7476659 A CH 7476659A CH 366825 A CH366825 A CH 366825A
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CH
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sep
glutamic acid
fermentation
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vitamin
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CH7476659A
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Motozaki Shinichi
Tsunoda Toshinao
Okumura Shinji
Okada Hiroshi
Ozaki Asaichiro
Ishikura Tomoyuki
Original Assignee
Ajinomoto Kk
Sanraku Distillers Co Inc
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P13/00Preparation of nitrogen-containing organic compounds
    • C12P13/04Alpha- or beta- amino acids
    • C12P13/14Glutamic acid; Glutamine

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Description


  Verfahren     zur    Herstellung von     L-Glutaminsäure       Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein       fermentatives    Verfahren zur Herstellung von     L-Glut-          aminsäure    durch Züchtung einer neu isolierten Bakte  rienart, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man  einen Stamm von     Brevibacterium        lactofermentus        nov.          sp.    in einer Nährlösung bebrütet, die mindestens  20     y/1    Vitamin     Bi,    einen Zucker sowie eine Stick  stoffverbindung enthält,

   die     Bebrütung    unter     aeroben     Bedingungen bei einer Temperatur von 28 bis 37  C  durchführt und die gebildete     L-Glutaminsäure    aus der       Fermentationsbrühe    abscheidet.  



  Gemäss der Erfindung kann man die     L-Glutamin-          säure    in hoher Konzentration und rasch in der Nähr  lösung erhalten.. und auf diese Weise die     fermentative     Gewinnung der     L-Glutaminsäure    in industriellem  Massstab erheblich     erleichtern.     



  Das neue     Brevibacterium        lactofermentus    wurde  zum ersten Mal aus der Natur isoliert und es konnte  festgestellt werden, dass es sich deutlich von allen  bekannten Bakterienarten unterscheidet. Die Tat  sache, dass das     Brevibacterium        lactofermentus        nov.        sp.     von allen bisher bekannten     L-Glutaminsäure    liefern  den Bakterien, wie     Pseudomonas        fluorescens,        Esche-          richia        coli,        Aerobacter        aerogenes,

      Bazillus     subtilis,          Micrococcus        glutaminicus    und der Pilze der Gattung       Cephalsporium    verschieden ist, geht klar aus Ta  belle 1 hervor, in welcher die charakteristischen Eigen  schaften von     Brevibacterium        lactofermentus        nov.        5p.     zusammengestellt sind. Tabelle 2 gibt einen Vergleich  der neuen Art mit den vorerwähnten, bekannten       L-Glutamin    produzierenden Bakterien wieder.

   Da  Pilze von Bakterien weitgehend verschieden sind,  wurde von einer Aufnahme der Gattung     Cephalo-          sporiurn    in der Tabelle 2 abgesehen.  
EMI0001.0046     
  
    <I>Tabelle <SEP> 1</I>
<tb>  Charakteristische <SEP> Merkmale <SEP> von <SEP> Brevibacterium
<tb>  lactofermentus <SEP> nov. <SEP> sp.
<tb>  (Nr. <SEP> 2256 <SEP> und <SEP> Nr. <SEP> 2362)
<tb>  A. <SEP> Morphologische <SEP> Kennzeichen:
<tb>  1. <SEP> Vegetative <SEP> Zellen:
<tb>  Stäbe, <SEP> gewöhnlich <SEP> 0,5-0,9 <SEP> <I>,cc</I> <SEP> mal <SEP> 1,0-1,4 <SEP> <I>,u,</I> <SEP> ein  zeln <SEP> und <SEP> in <SEP> Paaren, <SEP> keine <SEP> runden <SEP> Formen <SEP> beob  achtet.
<tb>  z. <SEP> Beweglichkeit: <SEP> keine.
<tb>  3. <SEP> Sporenbildung: <SEP> keine.
<tb>  4. <SEP> Gramfärbung: <SEP> positiv.       B. Züchtungseigenschaften:  1.

   Nährbrühe:  kein Oberflächenwachstum, leicht getrübt,  geringes Sediment.  



  2.     Agarstrich:     mässig, trocken, nicht entwickelt, fettig, dumpfe  Farbe und opakes Wachstum, fadenförmig und  manchmal     perlartig.    Die     Chromogenesis    des Aus  strichs ist     anfangs    gewöhnlich gelb bis     blassgelb,     später tiefer gelb.  



  3.     Agarkolonie:     gewöhnlich kleine Kreise, kaum breiter auf     Agar-          brühe,    glatt und manchmal erhöht in der Mitte  der Kolonie.  



  4.     Gelatine-Einstichkultur:     Wachstum an der Oberfläche längs des Einstichs,  keine Verflüssigung.  



  5.     Lackmus-Milchkultur:     Säurebildung,     Entfärbung    und meistens  Koagulation.      C. Physiologisches Verhalten:  1. Verhalten gegenüber reinem Sauerstoff:  praktisch anaerob.  



  2. Gang der     Kohlenhydratumwandlung    nach der  Methode von     Leifson    (Journal of     Bacteriology,     Band. 66, Seiten 24-26, 1953):       fermentativer    Metabolismus von Glukose  und     Lactose.     



  3.     pH    für Wachstum:  Optimum etwa bei 7,0, Wachstum im Bereich  von 5,3 bis 8,4.  



  4. Temperatur für Wachstum:  Optimum 30-37  C, kein Wachstum bei 42  C.  5.     Nitritproduktion    aus Nitrat:  positiv.  6. Stärkehydrolyse:  negativ.  



  7. MR- und VP-Reaktion:  beide positiv.  



  B. Wachstum in     Huckers-Medium:     gewöhnlich gering, schwankend mit dem Impf  ausmass.  



  9.     Indolproduktion:     negativ.  10.     H2S-Produktion:     negativ.  11.     Urease:     positiv.  12. Fermentation verschiedener Zucker:  Säureproduktion aus verschiedenen Zuckern, aber  keine Gasbildung:

   Säure     aux        Xylose,    Glucose,  Fructose,     Galactose,        Mannose,        Lactose,        Sucrose,          Maltose,        Trehalose,        Melezitose,        Cellobiose,        Raffi-          nose,        Dextrin,        Mannitol,        Salicin    und     Esculin.     Bemerkung 1:

    Die vorstehend angeführten charakteristischen  Merkmale des     Brevibacterium        lactofermentus    sind  nach den Vorschriften im Manual of     Methods            for    Pure     Culture        Study    of     Bacteria    (l946), her  ausgegeben von der     Society    of     American        Bacte-          riologists,    ermittelt worden.  



  Bemerkung 2:  Das neu aufgefundene     Bacterium    gehört zur Gat  tung     Brevibacterium        Breed    nach der Einteilung in       Bergey's    Manual of     Determinative        Bacteriology     (1957, 7. Auflage).  



  Bemerkung 3:  MR-Reaktion (vorstehend unter Ziffer 7) bedeu  tet den     Methylrot-Test,    der folgendermassen aus  geführt wird: Ein Mikroorganismus wird in einer       wässrigen    Lösung, die Glukose, Phosphat und       Pepton    enthält, 3 Tage lang bei einer Temperatur  von 30-37  C gezüchtet. Dann wird eine Lösung  von 0,1g     Methylrot    in 300 cm,' Alkohol und  200     cm3    Wasser zugesetzt. Wenn eine Rotfärbung  eintritt, wird der Test als positiv bezeichnet,  erscheint eine gelbe Färbung, so ist der Test  negativ.  



  Bemerkung 4:  VP-Reaktion (vorstehend unter Ziffer 7) bedeutet  den     Voges-Proskauer-Test,    der folgendermassen  ausgeführt wird: Ein Mikroorganismus wird wie  unter Bemerkung 3 gezüchtet. Dann wird eine       10 laige        Kaliumhydroxydlösung    zugesetzt und das  Gemisch 24 Stunden lang stehengelassen. Wenn  eine     Eosinrosa-Färbung    mit Fluoreszenz auftritt,  ist der Test positiv, sonst negativ.  



  Das neue     Bacterium    unterscheidet sich klar von  anderen Arten, die zur Gattung     Brevibacterium    ge  hören, und zwar sowohl in den besonderen, charakte  ristischen Eigenschaften als auch in bezug auf die       Lactosefermentation.    Es ist daher festgestellt worden,  dass es sich um eine neue Art der Gattung     Brevi-          bacterium    handelt und mit Rücksicht auf die     Lactose-          fermentation    ist dem     Bacterium    die Bezeichnung       Brevibacterium        lactofermentus    gegeben worden.

    
EMI0002.0064     
  
    <I>Tabelle <SEP> 2</I>
<tb>  Vergleich <SEP> des <SEP> Brevibacterium <SEP> lactofermentus <SEP> mit <SEP> anderen <SEP> Mikroorganismen
<tb>  Ps. <SEP> fluoreszenz <SEP> E. <SEP> coli <SEP> A. <SEP> aerogenes <SEP> B. <SEP> subtilis <SEP> M. <SEP> glutamicus <SEP> Brev.
<tb>  lactofermentus
<tb>  Sporenbildung <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> + <SEP> - <SEP>   Gramfärbung <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb>  Beweglichkeit <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> - <SEP>   Freier <SEP> Sauerstoff <SEP> + <SEP>   <SEP>   <SEP> + <SEP> + <SEP> +_
<tb>  zum <SEP> Wachstum
<tb>  Chromogenesis <SEP> gelbe <SEP> uoreszenz <SEP> keine <SEP> keine <SEP> keine <SEP> gelb <SEP> gelb
<tb>  Gelatineverflüssigung <SEP> + <SEP> - <SEP> - <SEP> + <SEP> - <SEP>   Lackmus-Milch <SEP> P <SEP> AC <SEP> AC <SEP> P <SEP> - <SEP> AC
<tb>  Indolproduktion <SEP> - 

  <SEP> + <SEP> + <SEP> - <SEP> - <SEP>   A <SEP> = <SEP> Säure, <SEP> G <SEP> = <SEP> Gas, <SEP> C <SEP> = <SEP> Coagulation <SEP> und <SEP> P <SEP> = <SEP> Peptonisation       
EMI0003.0001     
  
    <I>Tabelle <SEP> 2</I> <SEP> (Fortsetzung)
<tb>  Brev.
<tb>  Ps. <SEP> fluoreszenz <SEP> E. <SEP> coli <SEP> A. <SEP> aerogenes <SEP> B. <SEP> subtilis <SEP> M.

   <SEP> glutamicus <SEP> lactofermentus
<tb>  HZS-Produktion <SEP>   <SEP>   <SEP> + <SEP>   <SEP> - <SEP>   Nitritproduktion <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb>  aus <SEP> Nitrat
<tb>  Methylrottest <SEP>   <SEP> + <SEP> - <SEP>   <SEP> - <SEP> +
<tb>  Voges <SEP> Proskauertest <SEP> - <SEP> - <SEP> + <SEP> + <SEP> - <SEP> +
<tb>  Stärkehydrolyse <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> + <SEP> - <SEP>   NH3Bedarf <SEP> zum <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb>  Wachstum
<tb>  Catalase <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb>  Glucosefermentation <SEP> A <SEP> AG <SEP> AG <SEP> A <SEP> A <SEP> A
<tb>  Lactosefermentation <SEP> - <SEP> AG <SEP> AG <SEP> - <SEP> - <SEP> A
<tb>  Xylosefermentation <SEP> - <SEP> AG <SEP> AG <SEP> A <SEP> - <SEP> A
<tb>  Dextrinfermentation <SEP> - <SEP> A <SEP> A <SEP> A <SEP> - <SEP> A
<tb>  A <SEP> = <SEP> Säure,

   <SEP> G <SEP> = <SEP> Gas, <SEP> C <SEP> = <SEP> Coagulation <SEP> und <SEP> P <SEP> = <SEP> Peptonisation       Man hat ferner feststellen können, dass die Kon  zentration an     L-Glutaminsäure    auf mehr als 5,0     g/dl     ansteigt, wenn     Brevibacterium        lactofermentus    unter       aeroben    Bedingungen in einem Medium gezüchtet  wird, das neben den anderen Bestandteilen noch  Vitamin     B1        (Thiamin    oder dessen Derivate, wie       Thiaminpropyldisulfit    oder     Dibenzoylthiamin)    enthält.

    Die Tabelle 3 zeigt, welche bedeutenden Wirkungs  unterschiede durch den Zusatz von     Thiamin    zum    Züchtungsmedium hervorgerufen werden. Das     be-          nutzte        synthetische        Medium        enthielt        10        %        Glucose     und die Kultur wurde 40 Stunden lang in einer  Schüttelflasche behandelt.

   Die Bedingungen waren die  gleichen wie im nachstehend angeführten Beispiel 1,       jedoch        mit        der        Ausnahme,        dass        anstelle        von        2%          Ammoniumsulfat        als        Stickstoffquelle        2,4        %        Harn-          stoff    angewendet wurden.

    
EMI0003.0035     
  
    <I>Tabelle <SEP> 3</I>
<tb>  <I>Vitamin <SEP> BI <SEP> 200 <SEP> y/l</I>
<tb>  Brevibacterium <SEP> Wachstum <SEP> Zuckerverbrauch <SEP> L-Glutaminsäure
<tb>  lactofermentus <SEP> (Trübung) <SEP> (%) <SEP> <U>(%</U>)
<tb>  Nr.2362 <SEP> 0,69 <SEP> 99,2 <SEP> 54,4
<tb>  Nr.2256 <SEP> 0,76 <SEP> 98,1 <SEP> 53,2
<tb>  <I>Vitamin <SEP> B, <SEP> 0 <SEP> 7/l</I>
<tb>  Nr.2362 <SEP> 0,25 <SEP> 14,2 <SEP> 4,2
<tb>  Nr.2256 <SEP> 0,60 <SEP> 65,1 <SEP> 24,3       Wie sich aus dem Vergleich ergibt, erleichtert die  Zugabe von Vitamin     B,    das Bakterienwachstum, be  schleunigt den Zuckerverbrauch und erhöht die Pro  duktion von     L-Glutaminsäure        ganz    erheblich.

   Wie  wohl in bezug auf die Produktionskraft von     L-Glut-          aminsäure    zwischen den Stämmen 2362 und 2256  ein gewisser Unterschied besteht, wenn kein Vitamin       Bi        zugefügt    wird, ist es doch klar, dass man Aus  beuten an     L-Glutaminsäure    von mehr als     50,1/o    und  eine Konzentration von mehr als 5     g/dl    nur in Gegen  wart von Vitamin     B1    erreichen kann.  



  Diese unterschiedlichen     Wirkungen,    die man ge  mäss vorliegender Erfindung durch Verwendung von         Brevibacterium        lactofermentus    und Vitamin     B1    erzie  len kann, lassen sich auch feststellen, wenn andere  Zucker, wie Fructose,     Saccharose,        Lactose    oder der  gleichen anstelle von Glucose als Zuckerquelle benutzt  werden, was aus Tabelle 4 hervorgeht.

   Die     dort    ange  führten Versuche wurden gleichfalls in     Schüttelkolben     während 40     Stunden    unter Verwendung eines     Züch-          tungsmediums        vorgenommen,        das        10        %        des        betreffen-          den    Zuckers enthielt, in Anwendung der gleichen  Bedingungen wie im nachstehenden Beispiel 1, nur       mit        dem        Unterschied,

          dass        anstelle        von    2     %        Ammo-          niumsulfat        2,4        %        Harnstoff        benutzt        wurden.       
EMI0004.0001     
  
    <I>Tabelle <SEP> 4</I>
<tb>  <I>Vitamin <SEP> B1 <SEP> 200 <SEP> y/1</I>
<tb>  Bakterienwachstum <SEP> Zuckerverbrauch <SEP> L-Glutaminsäure
<tb>  Zuckerart <SEP> (Trübung) <SEP> (%) <SEP> (%)
<tb>  Glucose <SEP> 0,69 <SEP> 99,2 <SEP> 54,4
<tb>  Fructose <SEP> 0,59 <SEP> 87,2 <SEP> 36,3
<tb>  Maltose <SEP> 0,51 <SEP> 33,0 <SEP> 15,4
<tb>  Saccharose <SEP> 0,61 <SEP> 85,5 <SEP> 29,

  9
<tb>  Lactose <SEP> 0,43 <SEP> 79,3 <SEP> 32,9
<tb>  Stärkehydrolysat <SEP> 0,68 <SEP> 92,3 <SEP> 51,8
<tb>  <I>Vitamin <SEP> BI <SEP> 0 <SEP> 7/l</I>
<tb>  Glucose <SEP> 0,25 <SEP> 14,2 <SEP> 4,2
<tb>  Fructose <SEP> 0,22 <SEP> 11,3 <SEP> 3,2
<tb>  Maltose <SEP> 0,17 <SEP> 9,1 <SEP> 2,8
<tb>  Saccharose <SEP> 0,21 <SEP> 11,9 <SEP> 4,1
<tb>  Lactose <SEP> 0,18 <SEP> 12,0 <SEP> 4,3
<tb>  Stärkehydrolysat <SEP> 0,33 <SEP> 21,3 <SEP> 6,4       Die Wirkung verschiedener Konzentrationen von  Vitamin     Bi    auf die Produktion von     L-Glutaminsäure     wurde     gleichfalls        geprüft    und es wurde, wie aus    Tabelle 5 hervorgeht, festgestellt, dass mindestens so  20 y pro Liter für die industrielle Fermentation nötig  sind.

    
EMI0004.0006     
  
    <I>Tabelle <SEP> 5</I>
<tb>  Vitamin <SEP> B<U>i <SEP> (y/1)</U> <SEP> 0 <SEP> 10 <SEP> 20 <SEP> 100 <SEP> 1000 <SEP> 10000
<tb>  Ausbeute <SEP> an <SEP> L-Glutaminsäure <SEP> (oh) <SEP> 1,2 <SEP> 3,2 <SEP> 34,9 <SEP> 49,3 <SEP> 53,8 <SEP> 52,1
<tb>  Zuckerverbrauch <SEP> (o/o) <SEP> 20,4 <SEP> 32,9 <SEP> 80,3 <SEP> 97,3 <SEP> 98,2 <SEP> 99,3       Die     Versuchsbedingungen    waren dieselben wie im  Beispiel 1, nur mit dem Unterschied, dass als Stick  stoffquelle anstelle von     211/o        Ammoniumsulfat        2,411/o     Harnstoff verwendet wurden.  



  Bei Versuchen, die unter Benutzung von Deriva  ten des     Thiamins,    wie     Thiaminpropyldisulfit,    anstelle    von     Thiamin    als solchem vorgenommen wurden, wur  den ähnliche Wirkungen festgestellt, was aus Tabelle  6 hervorgeht. Die Versuchsbedingungen waren die  selben wie bei den vorstehend beschriebenen Unter  suchungen, bei denen das Vitamin     Bi    selbst verwen  det worden war.

    
EMI0004.0015     
  
    <I>Tabelle <SEP> 6</I>
<tb>  Thiaminp<U>ro</U>pyldisulfit <SEP> (yjl) <SEP> 0 <SEP> 200 <SEP> 1000 <SEP> 10000
<tb>  Ausbeute <SEP> an <SEP> L-Glutaminsäure <SEP> (o/a) <SEP> 3,6 <SEP> 45,9 <SEP> 49,8 <SEP> 47,5
<tb>  Zuckerverbrauch <SEP> (o/o) <SEP> 11,7 <SEP> 87,9 <SEP> 94,3 <SEP> 91,9       Ein anderes neben der     Kohlenstoffquelle    erfor  derliches Rohmaterial bei der     fermentativen    Herstel  lung von     L-Glutaminsäure    ist die Stickstoffquelle.

   Es  hat sich gezeigt, dass die kontinuierliche Zufuhr von       Ammoniakgas    zu dem Züchtungsmedium während  der     aeroben    Behandlung gleichzeitig vier verschie  denen Zwecken dienen kann, nämlich der Zufuhr des  für das     Zellwachstum    erforderlichen Stickstoffes, der  Abgabe von     NH.-    Stickstoff für den Aufbau des       L-Glutaminsäuremoleküls,    der Neutralisation der       fermentativ    entstandenen     L-Glutaminsäure    und der  als Nebenprodukte auftretenden organischen Säuren,  und     schliesslich    der Aufrechterhaltung des optimalen       pH    im Züchtungsmedium.

      Die bekannten Mittel zur Sicherstellung dieser  vier Wirkungen, wie die Anwendung von Ammonium  salzen und Kalk, von     Ammoniumsalzen    und     Ammo-          niakwasser,    von Harnstoff und     Ammoniakwasser    oder  dergleichen, haben Nachteile, wie geringe Ausbeute  an     Glutaminsäure,    Verlangsamung des Zuckerver  brauchs, Verlängerung der     Fermentationszeit    oder  dergleichen, und die Produktion der     L-Glutaminsäure     wird dadurch unvorteilhaft beeinflusst. Die Tabelle 7  zeigt, wie sehr die Verwendung von     Ammoniakgas     der Verwendung anderer Stickstoffverbindungen über  legen ist.

      
EMI0005.0001     
  
    <I>Tabelle <SEP> 7</I>
<tb>  Fermentations- <SEP> Änderung <SEP> Konzentration <SEP> an <SEP> Ausbeute <SEP> an
<tb>  Stickstoffquelle <SEP> Neutralisator <SEP> zeit <SEP> des <SEP> pH <SEP> während <SEP> der <SEP> L-Glutaminsäure <SEP> L-Glutaminsäure
<tb>  (Stunden <SEP> Fermentation <SEP> (g/dl) <SEP> (%)
<tb>  Ammonium- <SEP> CaCOs <SEP> 5 <SEP> % <SEP> 50 <SEP> 5,0-6,8 <SEP> 1,63 <SEP> 7,4
<tb>  Sulfat <SEP> 2 <SEP> 0/0
<tb>  Harnstoff <SEP> 2,5 <SEP> %- <SEP> keiner <SEP> 50 <SEP> 6,5-8,7 <SEP> 2,32 <SEP> 19,3
<tb>  Harnstoff <SEP> 0,8 <SEP> % <SEP> Ammoniakwasser <SEP> 50 <SEP> 6,8-8,3 <SEP> 4,13 <SEP> 36,1
<tb>  6 <SEP> ml/dl
<tb>  Ammoniakgas <SEP> Ammoniakgas <SEP> 40 <SEP> 7,6-7,8 <SEP> 5,98 <SEP> 49,6       Die vorstehend angeführten Versuche wurden  unter denselben Bedingungen durchgeführt,

   wie sie  weiter unten im Beispiel 4 beschrieben sind, nur mit  dem Unterschied, dass als     Kohlenstoffquelle    anstelle       von        l2,83        %        der        durch        die        Hydrolyse        von        Kartoffel-          stärkehydrolysat    erhaltenen Zucker     1211/o    Glucose  benutzt wurden.

   Die Konzentration des verwendeten       Ammoniakwassers        betrug        28%,.        Die        Ursache        der     Überlegenheit der     Ammoniakgasmethode    muss wahr  scheinlich in dem Umstand gesucht werden, dass sie  in einfacher Weise gestattet, dauernd das optimale       pH    in der Brühe aufrechtzuerhalten. Ausserdem steigt  dieser Effekt mit der Erhöhung der benutzten Zucker  konzentration, und diese Tatsache ist besonders wich  tig für die Herstellung der     Glutaminsäure    im tech  nischen Massstab.

   Die Einführung des Ammoniak  gases in das Züchtungsmedium kann einfach dadurch    erfolgen, dass man das Gas der Luft beimischt, die  man     einleitet,    um die Brühe unter     aeroben    Bedingun  gen zu erhalten. Das     Ammoniakgas    wird auf diese  Weise durch die Luft verdünnt, die für die     aerobe     Kultur notwendig ist, und infolgedessen wird der  vorbestimmte     pH-Bereich    genau eingehalten.  



  Viele andere Versuche, welche zur     Prüfung    des  vorliegenden Verfahrens ausgeführt wurden, führten  zu dem Ergebnis, dass der bevorzugte     pH-Bereich    für  das Züchtungsmedium zwischen 7,4 und 8,3 liegt  und dass der optimale Bereich 7,6 bis     7,8@    beträgt, wie  aus der Tabelle 8 hervorgeht.

   Die Versuchsbedin  gungen waren die gleichen wie in nachstehend ange  gebenem Beispiel 3, nur mit dem Unterschied, dass       anstelle        von        10,3        %        an        Zucker,        welche        durch        die          Hydrolyse        von        Kartoffelstärke        erhalten        waren,        10%     Glucose zugesetzt wurden.

    
EMI0005.0046     
  
     In einem typischen Beispiel, welches gemäss vor  liegender Erfindung ausgeführt wurde und bei wel  chem der     pH-Wert    innerhalb von 7,6-7,8 gehalten  wurde, waren die Beziehungen zwischen dem Wachs  tum der Zellen von     Brevibacterium        lactofermentus,     der Anhäufung von     L-Glutaminsäure    und dem Ver  brauch von Glucose wie folgt:  Das     Zellwachstum    begann mit dem Einsetzen der  Fermentation. Es stieg dann bis auf 0,75 bei Errei  chung der Brutzeit von 20 Stunden an, und nach  dieser Zeit blieb es auf derselben Höhe.

   Der Ver  brauch an Glucose     zeigte    nach etwa 5 Stunden einen  plötzlichen Anstieg, der bis zu 25 Stunden anhielt  und dann allmählich abfiel. Die Konzentration der  Glucose, welche in dem Medium verblieb, betrug  ungefähr 1,95     g/dl    nach 25 Stunden und etwa 0,3     g/dl     nach 30 Stunden. Die Menge an     L-Glutaminsäure       nahm nach ungefähr 13 Stunden     plötzlich    zu und  stieg dann dauernd an. Die Konzentration von       L-Glutaminsäure    betrug nach 13 Stunden ungefähr  0,95     g/dl    und nach 32 Stunden etwa 5,3     g/dl.     



  <I>Beispiel 1</I>       Ein        Kulturmedium,        das        10        %        chemisch        reiner          Glucose,    2     %        Ammoniumsulfat,        200        y/1        Vitamin        Bi,          4,0        y/1        Biotin,        0,

  2        %        einer        Lösung        von        Aminosäuren          (Hydrolysat        von        Sojabohnen,        enthaltend        2,4        %        Ge-          samtstickstoff),        0,1%        KH2P04,        0,04"/o        MgS04      7     H20,          0,

  001'%        FeS04        und        0,0010/a        MnS04        enthielt,        wurde     in einen Schüttelkolben eingefüllt, das     pH    auf 7,0 ein  gestellt und während 10 Minuten bei 115  C sterili  siert.

   Dieses Medium wurde mit der Bakterienkultur  auf     Bouillonabstrich    24 Stunden lang mit     Brevi-          bacterium        lactofermentus,    Stamm     Nr.2362,    unter      Zusatz von     CaCO3,    das vorher durch trockene Er  hitzung sterilisiert worden war, bebrütet,     indem    man  es bei     311C    schüttelte.

   Die Kultur wurde nach  40 Stunden unterbrochen, als die     Fermentationsbrühe     3,13     g/dl    an     Glutaminsäure    und 1,32     g/dl    an verblei  bender Glucose enthielt. -Das Verhältnis der ange  häuften Menge an     L-Glutaminsäure    zu dem Zucker  verbrauch betrug 36,10/0.

   Nach Abtrennung der Bak  terienzellen aus der     Fermentationsbrühe    wurde diese       auf        ungefähr        20%        an        Glutaminsäure        eingeengt        und     mit Salzsäure versetzt, um das     pH    auf 3,

  2     einzu-          stellen.        Man        erhielt        83        %        kristallisierter        Glutamin-          säure.   <I>Beispiel 2</I>       Ein        Kulturmedium,        welches        10        %        chemisch        reiner          Glucose,

          200        y/1        Vitamin        B1,    4     y/1        Biotin,        0,2%     einer Lösung von     Aminosäuren        (Hydrolysat    von     Soja-          bohnen,        enthaltend        2,4        %        Gesamtstickstoff),        0,10/a          KH2P04,    0,040/a     M9S04    -     7H20,        0,

  0010/a        FeS04     enthielt und in eine Schüttelflasche eingefüllt war,  wurde auf     pH    6 eingestellt und 10 Minuten lang bei  115 C     sterilisiert,    worauf man     0,511o,        sterilisierten     Harnstoff zusetzte. Es wurde 24 Stunden lang mit  einer Bakterienkultur auf     Bouillonabstrich    von     Brevi-          bacterium        lactofermentus,    Stamm Nr. 2256, bebrütet  und bei     311C    geschüttelt.

   Nach 18 Stunden wurden       1,8        %        Harnstoff        zur        Brühe        zugesetzt        und        die        Be-          brütung    wurde     weitergeführt.    Die Fermentation war  nach 45     Stunden    unterbrochen.

   Die Konzentration der       L-Glutaminsäure        betrug    4,83     g/dl    und die Ausbeute       war        49,7        %,        berechnet        auf        die        Menge        der        verbrauch-          ten    Glucose.<I>Beispiel 3</I>       Ein        Kulturmedium,        welches        10,

  3        %        an        Zucker     aus der Hydrolyse von     Kartoffelstärke,    100     y/1    an       Vitamin        B1,    3,5 y/1     Biotin,        0,20/G    der vorgenannten       Säurelösung,        0,1%        KH2P04,        0,04        %        MgS04    ' 7     H20,          0,001%        FeS04        und        0,

  001%        MnS04        enthielt,        wurde     in     einen        Fermentationskolben    aus rostfreiem Stahl       mit    20 Liter Inhalt eingefüllt, mit Ammoniak neutra  lisiert und durch Dampfeinleitung     sterilisiert.    Es  wurde mit<B>5019</B> einer flüssigen Kultur von     Brevi-          bacterium        lactofermentus,    Stamm Nr.

   2362, bebrütet,  der aus einem Kulturmedium erhalten worden war,  das     511/o    Glucose,     0,8,1/a    Harnstoff, 100 y/1     Vitamin          B1,    3     y/1        Biotin,        0,2        %        der        vorgenannten        Aminosäure-          lösung    und die vorgenannten anorganischen     Salze    ent  hielt,

   und einer     aeroben    Kultur unter den Bedingun  gen     einer        Rührung    von 600 Umdrehungen pro Mi  nute,     einem        Luftzufluss    von     1!4    Volumen der Kultur  flüssigkeit pro Minute bei einer Temperatur von 31  C  ausgesetzt war.     In    die Kulturflüssigkeit wurden       pH-Elektroden        eingesetzt,    um automatisch das     pH-          innerhalb    des Bereiches von 7,6-7,8 aufrechtzuerhal  ten.

   Wenn das     pH    unter 7,6 sank, fand die     Einführung     von     NH3    Gas in die     Kulturflüssigkeit    automatisch  statt, während, wenn das     pH    über 7,8 anstieg, die  Zufuhr von     NH.-    Gas automatisch abgestellt wurde.  Die Schaumbildung an der     Oberfläche    der Kultur  flüssigkeit wurde durch Zusatz von     Siliconharz    unter  drückt. Die Fermentation war nach 32 Stunden be-    endet, die Konzentration an     L-Glutaminsäure    erreichte  5,03     g/dl    und die Ausbeute betrug 50,9 0/0.  



  <I>Beispiel 4</I>  Ein Kulturmedium, welches<B>12,83</B> 0/a Zucker aus  der Hydrolyse von Kartoffelstärke, 200 y/1     Vitamin          B1,        3,5        y/1        Biotin,        0,2        %        der        vorgenannten        Amino-          säurelösung,        0,1        %        KH2P04,        0,04"/o        M9S04    '     7H20,          0,

  0010/a        FeS04        und        0,001%        MnS04        enthielt,        wurde     vorbereitet. 25 Liter dieses Kulturmediums wurden  in einen     Fermentationskolben    aus rostfreiem Stahl mit  40 Liter Inhalt eingefüllt, mit Ammoniak     neutrali-          siert    und durch Dampf sterilisiert.

   Es wurde mit 5 0/0  einer flüssigen Kultur von     Brevibacterium        lactofer-          mentus,    Stamm     Nr.2256,    bebrütet, welche dieselbe  Zusammensetzung wie in Beispiel 3 hatte und dann  der     aeroben        Bebrütung    unter Rühren bei 335 Um  drehungen pro Minute, einer Luftzufuhr von     1/.    Vo  lumen der Kulturflüssigkeit pro Minute und einer  Temperatur von 311 C     ausgesetzt.    Die Regelung des       pH    und die     Einführung    des     NH    Gases wurden auto  matisch in derselben Weise     durchgeführt,

      wie es in  Beispiel 3 angegeben ist, und das     pH    der Kultur  flüssigkeit wurde im Bereich von 7,6-7,8 aufrecht  erhalten. Die     aerobe    Fermentation war nach 38 Stun  den beendet. Die Konzentration an     L-Glutaminsäure     zu dieser Zeit betrug 6,43     g/dl    und die Ausbeute war       49,6%.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von L-Glutaminsäure durch bakterielle Fermentation, dadurch gekennzeich net, dass man einen Stamm von Brevibacterium lacto- fermentus nov. sp. in einer Nährlösung bebrütet, die mindestens 20 y/1 Vitamin B1, einen Zucker sowie eine Stickstoffverbindung enthält,
    die Bebrütung unter aeroben Bedingungen bei einer Temperatur von 28 bis 371 C durchführt und die gebildete L-Glutamin- säure aus der Fermentationsbrühe abscheidet. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man in die Nährlösung Ammoniak gas einführt, das als Stickstoffquelle dient und gleich zeitig einen pH-Wert zwischen 7,4 und 8,3 auf rechterhält. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert zwischen 7,6 und 7,8 gehalten wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man das Ammoniakgas vor dem Einleiten in die Nährlösung mit der Luft mischt, die zur Aufrechterhaltung aerober Bedingungen dient, und dass die gemischten Gase automatisch in die Nährlösung eingeführt wer den, wenn derRTI ID="0006.0221" WI="14" HE="4" LX="1406" LY="2411"> pH-Wert unter die untere Grenze des genannten Bereiches wegen der Anhäufung von L- Glutaminsäure sinkt.
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