CH367979A - Verfahren zur Herstellung von Formstücken unter Verwendung von dünnflächigen Einlagen, vorzugsweise aus feinen Glasfasern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Formstücken unter Verwendung von dünnflächigen Einlagen, vorzugsweise aus feinen Glasfasern

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CH367979A
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Doehler Hermann
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von Formstücken unter Verwendung von dünnflächigen Einlagen, vorzugsweise aus feinen Glasfasern
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Formstücken unter Verwendung von dünnflächigen Einlagen, vorzugsweise aus feinen Glasfasern. Ein solches Verfahren ist an sich be  kannt,    und zwar werden nach einem solchen   Verfah-    ren widerstandsfähige Kunstharzgegenstände,   Angel-    ruten, ja sogar Autokarosserien hergestellt.

   Der Nachteil dieses bekannten Verfahrens besteht   d'arin,    dass die in einer Form hergestellten Formstücke ver  hältnismässig lang, gegebenenfalls    mehrere Stunden in der Form verbleiben müssen, bevor mit der Formung eines zweiten   Fomnstüdkes    in der gleichen Form begonnen werden kann.



   Die Erfindung macht es sich zur Aufgabe, ein Verfahren zur Herstellung von Formstücken unter Verwendung von dünnflächigen Einlagen, vorzugsweise aus feinen glasfasenn, zu schaffen, welches zeitlich unter Umständen wesentlich schneller durchführbar ist und bei welchem die bisher notwendigen Formen und Vorrichtungen weitgehend bzw. nahezu vollkommen eingespart werden können. Unter Formstücken sollen hier Gegenstände verschiedenster Art verstanden sein, so z. B. gebogene oder ebene Platten, Halbschalen für   Isolierzwecke    und irgendwelche Formkörper beliebiger Art und Querschnitte. Das Verfahren soll auch weitgehend unabhängig sein von den Werkstoffen, die abgesehen von den Glasfasereinlagen zur Bildung der Formstücke dienen.



   Demzufolge besteht die Erfindung darin, dass als Einlagen schleierartige oder vliesartige, vielfach durchbrochene Gebilde aus dünnen Glasfasern, Gesteinsfasern oder Kunststoffäden verwendet werden.



     Diese dünnftächigen Glasfasereinlagen    werden jedoch, und das ist das   Neue der vorliegenden Erfin-      dung,    einer Vorformung unterzogen, bevor sie als geformte Einlagekörper dazu dienen, die endgültigen   Formstüoke herzustellen.   



   Diese Vorformung der Einlagekörper erfolgt dadurch, dass die einzelnen Fasern oder Fäden ganz oder mindestens an ihren Kreuzungspunkten mit einem, flüssigen Stoff überzogen werden, welcher anschliessend erhärtet bzw. erstarrt. Dieses Erhärten oder Erstarren der flüssigen Überzugsmasse erfolgt während oder nach einer   Wärme-und/oder Druck-    behandlung in einer Form. Hierbei ist darauf zu achten, dass bei der Anwendung dieser flüssigen Überzugsmasse die Maschenzwischenräume   zwi-      schen    den Fasern oder Fäden frei von dieser Überzugsmasse gehalten werden.

   Es soll in diesem vorgeformten Einlagekörper das vielfach durchbrochene Faser- bzw.   Fadenjgebilde    erhalten bleiben, damit beim anschliessenden Einbringen dieses   Einlagekör-    pers in das endgültige Formstück der formbildende Stoff die Durchbrechung des Faser-bzw. Fadengebildes durchdringen kann.



   Der Zeitaufwand für das Erhärten bzw. Erstarren der Überzugsmasse ist weitgehend von der Art dieser Überzugsmasse abhängig. So kann man vorzugsweise als Überzugsmasse eine   Phenolharzlosumg    benutzen.



  Die zu verformenden Fasergebilde, vorzugsweise dünne Glasgespinstschleier, werden mit der wässe   rigen Phenolharzlösung übersprüht. Alsdann trock-      nen diese Überzüge    bei niedrigen Temperaturen ein, so dass der sogenannte   B-Zustand    erreicht wird.



  Diese so vorbereiteten   Schleier    werden dann in einer Vorrichtung oder Form zweckmässi g bei einer Temperatur von etwa 160 bis 200 C behandelt, wodurch eine Aushärtung innerhalb weniger Sekunden erfolgt.



  Es ist deshalb   möglich, iinnerhalb kurzer    Zeit grosse Mengen   vorgefoirmter    Fasergebilde zu fertigen.. 



   Es ist deshalb weiter möglich, dass innerhalb weniger Sekunden der C-Zustand erreicht wird. Will man z. B. gewellte Formen erreichen, so kann die Aushärtung und damit die endgültige Formung des Fasergebildes auch kontinuierlich erfolgen, was von wesentlicher Bedeutung ist. Der Grad der Starrheit dieses vorgeformten   EinIagekörpers    kann nach Wunsch eingestellt werden durch entsprechende Do  sierung des    Harzanteiles.



   Bei dem   Härtungsvorgang    der   Überzugsstoffe    können beliebige Einzelstücke fest miteinander ver  bunden    werden, so dass einheitlich Formstücke entstehen. So können zwei oder mehrere Einlagekörper nach ihrem Überzug mit den   verfestigenden    Stoffen, aber vor der Erhärtung dieser Stoffe, miteinander verbunden werden. Es lassen sich also   vongeformte    mehr oder weniger oder aber vollkommen als starr   anzusprechende vorgeformte Einlagekörper schaffen,    die auch einen kastenartigen, oder einen rohrförmigen Querschnitt aufweisen können.



   Als   fMissige    Überzugsmasse für das Fasergebilde können ausser einer Phenolharzlysung auch sonstige Lösungen, Emulsionen, Dispersionen oder dünne Schmelzen dienen, welche nach der Verdunstung ihrer Lösungsmittel bzw. nach ihrer Erhärtung fest werden.



   Die Festigkeit dieser Gebilde ist trotz der ganz dünnen Überzüge auf den Fasern überraschend gross, so dass diese Gebilde alsdann ohne weiteres als Träger der eigentlichen   Formstoffe    zur Schaffung der   Formstüoke    verwendet werden können. Der   nachträg-      lich    mit diesem vorgeformten und versteiften Fasergebilde zu verbindende Stoff hat die freien Hohlräume zwischen den einzelnen Fasern zu durchdringen, so dass dieser Einlagekörper eine völlig feste Verankerung in dem endgültigen Formstück bekommt.



   Das Aufbringen dieser   Formstoffe    auf das vorgeformte Fasergebilde kann wiederum in der Art eines Überzuges bzw. eines mehrfachen Überzuges zeitlich nacheinander auf den Einlagekörper erfolgen.



   In den meisten Fällen wird der   gewichtsmässige    Anteil der r Stoffe, welche das   gerüstartige    Fasergebilde aufnimmt und trägt, ein Vielfaches des Gewichtes des Fasergebildes darstellen. Die Festigkeit der nach diesem Verfahren geformten Gebilde ist so gross, dass selbst   dünnste    Schleier, welche z. B. nur aus einer oder zwei   Lagon van      Glasschleiern    mit einer Faserstärke von 8-12   bestehen, als Einlagen verwendet werden können.



   Als   Formstoff    zur Schaffung der Formstücke, in die der vorgeformte und versteifte Einlagekörper eingebracht wird, können die verschiedensten Stoffe benutzt werden, z. B. Zement, Gips,   uRgesättigte    Polyesterharze (Giessharze), SNiconharze,   Kunststoff-    dispersionen oder Lösungen bzw. Schmelzen aus Pech, Bitumen, Asphalt oder Gummi. Die   Anwend-      barkeit dieser teilweise    sehr verschiedenen Stoffe zur Schaffung der endgültigen Formstücke zeigt, dass das Verfahren für die verschiedensten   Anwendungs-    gebiete seine Bedeutung hat. Bei der Verwendung von ungesättigtem Polyesterharz (Giessharz) tritt eine Erhärtung ohne weitere Anwendung von Druck oder Wärme ein.

   Ebenso können aber auch diese Glasfasergebilde durchtränkt oder überzogen werden mit Zement oder Gips. Diese Anbringung der überzüge kann mehrfach hintereinander erfolgen, da die Formstücke eine beliebige Stprke annehmen können, ohne dal bei der endgültigen Fertigung dieser Formstücke zusätzliche Formen notwendigerweise gebraucht werden. Bei Einsatz on   Siliconharzen    erreicht man bei Verwendung der vorgeformten   Fasengebilde    Formstücke, die besonders temperaturbeständig sind.



   Das Überziehen der Fasern oder Fäden des Ein  lageNkörpers    mit einem Phenolharzüberzug hat im übrigen den grossen Vorteil, dass die Glasfaser des Fasergebildes gegen chemische Agriffe geschützt sind. Somit lassen sich gemäss dem Verfahren Formstucke unter Anwendung aller   Zementsorten schaf-      fen.    Man kann auch zwei oder mehrere vorgeformte Einlagekörper nach dem Aufbringen der Formmasse zur Schaffung der Formstücke aufeinanderlegen, bevor das Abbinden oder das Erhärten erfolgt ist, um so einen entsprechenden einheitlichen Körper mit entsprechend grösserer Materialstärke zu erreichen.



      Ausf ührungsbeispiel   
Man verwendet einen langfaserigen Glasgespinst  schleier,    der pro   m2      60    g wiegt. Auf diesen Glasgespinstschleier wird eine flüssige Phenolharzlösung aufgesprüht. Dieser   Glasgespinstschleier    kommt alsdann in eine Form, die eine gewellte Fläche ergibt, und während der   Aushärtuag    des Phenolharzes erfolgt die Verformung. Bei   1      m2    Glasgespinstschleier der angegebenen Art können hierbei   10-15    g Phenolharz aufgesprüht werden.

   Hierbei ist dann ein überzug auf die Fasern einschliesslich der   Kreuzungsstel-    len mit Phenolharz geschaffen, ohne dass das Ma  schembild    selbst durch das Phenolharz geschlossen wird. Bei einem auf diese Weise hergestellten Einlagekörper kann man bei Verwendung von Zement als   Formstoff    pro   m2 Glasgespinstschleier 2000 bis    3000 g Zement zur Anwendung bringen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Formstücken unter Verwendung von dünnflächigen Einlagen, dadurch gekennzeichnet, dass als Einlagen schleierartige oder vliesartige, vielfach durchbrochene Gebilde aus dünnen Glasfasern, Gesteinsfasern oder Kunststofffäden verwendet werden, die eine Vorformung dadurch erhalten, dass die einzel;
    nen Fasern oder Fäden ganz oder mindestens an ihren Kreuzunigsstellen mit einem flüssigen Staff überzogen werden, welcher darauf während oder nach einer Wärme-und/oder Druckbehandlung in einer Form erstarrt und damit der Einlage unter Freihaltung der Maschenzwischen- räume zwischen den Fasern oder Fäden die ge wünschte formhaltende Gestaltung gibt, und dass hier auf diese Einlagen in den das Formstück bildenden Formstoff eingebracht werden.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden oder Fasern der Ein- lagen oder wenigstens die Kreuzungsstellen dieser Fäden einen Überzug erhalten unter Verwendung einer Phenolharzlösung.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dasszwei oder mehrere Einlagen nach ihrem Überzug mit den verfestigenden Stoffen, aber vor Erhärtung dieser Stoffe, miteinander verbunden werden.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass die vorgeformten Einlagen in einen Formstoff eingebracht werden, der aus Zement, Gips, ungesättigten Polyesterharzen, Siliconharzen, Kunststoffdispersionen oder Lysungen bzw. Schmelzen aus Pech, Bitume, Asphalt oder Gummi besteht.
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