Einrichtung zur Bedienung eines Kraftfahrzeuges Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Be dienung eines Kraftfahrzeugs mit Hilfe von nur zwei Pedalen. Die bestehenden und bisher verwendeten Einrichtungen zur Bedienung von Kraftfahrzeugen besitzen drei Pedale,<B>d.</B> s. das Kupplungs-, das Brems- und das Gaspedal, was den Fahrer in bedeu tendem Masse beschäftigt und seine Aufmerksamkeit vom Lenken des Fahrzeugs wegführt. Aus diesen Gründen besteht ein allgemeines Bestreben nach Ver einfachung der Bedienungseinrichtung, und zwar durch Beseitigung des Kupplungspedals.
Bei Kraftfahrzeugen mit Umlaufgetriebe, insbe sondere mit hydraulischer Kupplung oder hydrau lischem Drehmomentwandler, wird das Kupplungs pedal nicht verwendet; solche Einrichtungen sind jedoch verhältnismässig kompliziert und arbeiten mit schlechterem Wirkungsgrad als ein mechanisches Getriebe.
In letzter Zeit sind mehrere Lösungen zur Be tätigung von Gas, Kupplung und Bremse mit zwei Pedalen auch für normale Getriebe bekannt gewor den. Es handelt sich hierbei üblicherweise um eine besondere Kupplung, die bei einer bestimmten Um drehungszahl des Motors durch ZentrAgalgewichte eingerückt wird. Das Ausrücken der Kupplung beim Schalten der Gangstufen geschieht dann entweder pneumatisch oder elektrisch. Solche Ausführungen haben jedoch den Nachteil, dass beim stehenden Fahrzeug mit abgestelltem Motor die Kupplung ge löst ist, so dass keine Verbindung zwischen dem Motor und den getriebenen Hinterrädern besteht, und es ist daher nicht möglich, das Fahrzeug am<B>Ab-</B> hang ordentlich zu sichern.
Durch die Erfindung sollen die beschriebenen Nachteile beseitigt und nicht nur mechanische Ge triebe, sondern auch normale Kupplungen unter Aus- nützung des Unterdruckes in der Saugleitung des Motors als erforderliche Kraftquelle ermöglicht sein.
Eine beispielsweise Ausführungsform der erfin- dungsgemässen Einrichtung wird anhand der Zeich nung, welche deren Teil für die Betätigung der Kupp lung in schematischer Darstellung zeigt, nachfolgend näher erläutert.
Als Kraftquelle für das Ausrücken der normalen Kupplung wird der Unterdruck in der Saugleitung <B>1</B> des Motors, benützt, der über das Rückschlagventil 2 in den Unterdruckbehälter<B>3</B> geführt wird. Der Unterdruck aus dem Behälter wird über vier Steuer organe<B>8,</B> 12,<B>16</B> und 20 dem Kupplungsbetätigungs- gehäuse 4 mit dem Membrankolben <B>5</B> übermittelt. Der auf den Mernbrankolben <B>5</B> wirkende Druck wird vermittels Zugstange<B>6</B> auf den Kupplungshebel<B>7</B> übertragen.
Das Steuerorgan<B>8</B> besteht aus einem Zylinder, in dem sich ein Schieber<B>9</B> bewegt, der in funk tioneller Hinsicht als ein Dreiwegschieber wirkt. Der Schieber wird elektromagnetisch vermittels der Spule <B>10</B> betätigt und in Grundstellung vermittels der Fe der<B>11</B> gehalten.
Konstruktiv ganz gleich ist das Steuerorgan 12 mit dem Schieber<B>13,</B> der elektromagnetischen Spule 14 und der Feder<B>15</B> ausgebildet.
Das Steuerorgan<B>16</B> besitzt ebenfalls einen Schieber<B>17</B> in der Funktion eines Dreiwegschiebers. Der Schieber wird vermittels des vom Motor ange triebenen Zentrifugalreglers <B>18</B> betätigt. In der Grundstellung wird der Schieber vermittels der Feder<B>19</B> gehalten.
Das Steuerorgan 20 besteht aus einem Gehäuse mit zweiöffnungen, in welchem sich der Zapfen 21 verschwenkt, der so gestaltet ist, dass sich bei seiner Verschwenkung zwischen Anschlägen 22 die Durch- trittsfläche derart ändert, dass sie beim geringen Be- tätigen des Gaspedals 24 klein und bei vollständiger Betätigung gross ist. Der Hebel<B>35</B> des verschwenk- baren Zapfens 21 ist vermittels Zugstange<B>23</B> mit dem Gaspedal 24 verbunden.
Im kugeligen Handgriff<B>25</B> des Schalthebels<B>26</B> ist ein Schalter eingebaut, der eine Kupferplatte<B>27</B> aufweist, die in der ausgeschalteten Grundstellung vermittels Feder<B>28</B> gehalten wird, welche vom Schalthebel vermittels Einlage<B>29</B> isoliert ist. Die Schaltplatte ist an einem Pol<B>37</B> der elektromagne tischen Spule<B>10</B> vermittels Leitung<B>36</B> angeschlossen und der zweite Pol<B>38</B> ist vermittels Leitung<B>39</B> an einen Pol 40 einer Batterie<B>30</B> und vermittels Lei tung 54 an den Pol<B>55</B> der Spule 14 angeschlossen, wobei der zweite Pol 41 der Batterie an die Masse 42 angeschlossen ist.
Auf der Schaltwelle<B>31</B> des Getriebes ist eine Nute 43 so ausgebildet, dass in der Leerlaufstellung ein Stift<B>32</B> in, sie einfällt, der den Schalter<B>33</B> be tätigt. In der Leerlaufstellung ist der Schalter aus geschaltet. Beim Einschalten jeder Gangstufe wird die Welle<B>31</B> verschoben<B>;</B> dadurch wird der Stift<B>32</B> aus der Nute 43 gehoben und schaltet den Schalter <B>33</B> ein, der vermittels Leitung 44 einen Pol<B>56</B> der Spule 14 mit der Masse verbindet. Zum Schalter<B>33</B> ist vermittels Leitung 45 der Schalter 34 parallel an geschlossen, der am Instrumentenbrett angebracht ist und von Hand aus vermittels Knopf<B>57</B> betätigt wird.
Die Arbeitsweise dieser Einrichtung ist wie folgt<B>:</B> Nach dem Anlassen des Motors wird durch die Leitung<B>1</B> die Luft aus dem Behälter<B>3</B> ausgesaugt. Im Steuerorgan<B>8</B> und auch im Steuerorgan 12 ist die Zufuhr des aus dem Behälter<B>3</B> in die Leitungs rohre 46, 47 führenden Unterdrucks unterbrochen. Die Kammer des Kupplungs-Betätigungsgehäuses 4, an dem die Rohrleitung 48 des Steuerorgans 20 an geschlossen ist, aus dem das Leitungsrohr<B>52</B> in das Steuerorgan<B>16</B> und von hier aus das Leitungsrohr <B>50</B> in das Steuerorgan 12 führt, ist über die genann ten Steuerorgane mit der Atmosphäre verbunden, und die Kupplung ist daher eingerückt.
Falls es erwünscht ist, das Fahrzeug in Bewegung zu setzen, so wird die erste Gangstufe eingeschaltet. Dabei wird durch Ergreifen des Handgriffs<B>25</B> und Drücken desselben die Feder<B>28</B> zusammengedrückt, so dass die Platte<B>27</B> auf dem Schalthebel<B>26</B> auf sitzt. Dadurch wird der elektrische Stromkreis über die Spule<B>10</B> und die Batterie<B>30</B> geschlossen. Das Steuerorgan<B>8</B> schaltet den Unterdruck in das Lei tungsrohr<B>51</B> zum Steuerorgan<B>16</B> ein.
Beim eigentlichen Schalten der ersten Gangstufe wird die Schaltwelle<B>31</B> verschoben; dadurch wird der Stift<B>32</B> aus der Nute 43 herausgedrückt und der Schalter<B>33</B> eingeschaltet. Dadurch schliesst sich der elektrische Stromkreis über die Spule 14 und die Batterie<B>30,</B> und das Steuerorgan 12 ermöglicht die übertragung des Unterdrucks durch das Leitungs rohr<B>50</B> über das Steuerorgan<B>16</B> und weiter durch das Leitungsrohr<B>52</B> über das Steuerorgan 20 in das Kupplungs-Betätigungsgehäuse 4, wo mit Hilfe des Druckes auf den Membrankolben <B>5</B> über die Zug stange<B>6</B> die Kupplung ausgerückt wird. Daher ist es möglich, die Gangstufe in üblicher Weise einzu schalten.
Nach Einschalten der Gangstufe und Nachlassen des Druckes auf den Handgriff<B>25</B> des Schalthebels <B>26</B> kehrt die Feder<B>28</B> in die normale Stellung zu rück<B>;</B> dadurch wird der Kontakt zwischen der Platte <B>27</B> und dem Schalthebel<B>26</B> und gleichzeitig der elek trische Stromkreis über die Spule<B>10</B> unterbrochen. Das Steuerorgan<B>8</B> unterbricht wieder die Zufuhr des Unterdruckes zum Steuerorgan<B>16.</B> Beim Gasgeben durch Druck auf das Gaspedal 24 werden die Um drehungen des Motors erhöht und durch Einfluss der Fliehkraft beginnen die Gewichte<B>53</B> des Reglers <B>18</B> die Zufuhr des Unterdruckes vom Steuerorgan 12 her zu unterbrechen und die Verbindung zum Steuerorgan<B>8</B> über das Leitungsrohr<B>51</B> herzustellen. Die Kupplung wird dabei eingerückt und der Wagen fährt ab.
Bei weiterer Schaltung von der ersten auf die zweite Gangstufe wird in derselben Weise wie beim Schalten der ersten Gangstufe der Strom in die Spule<B>10</B> eingeleitet und das Steuerorgan<B>8</B> öffnet dem Unterdruck den Weg über das Steuer organ<B>16</B> und das Steuerorgan 20 in das Kupplungs- betätigungsgehäuse 4 und rückt die Kupplung aus. Hört der Druck auf den Handgriff<B>25</B> nach Ein schalten der zweiten Gangstufe auf,<B>d.</B> h. wird der Handgriff freigelassen, so wird der Kontakt der Kup ferplatte<B>2,7</B> mit dem Schalthebel<B>26</B> unterbrochen und dadurch der elektrische Strom in der Spule<B>10</B> ausgeschaltet. Das Kupplungsbetätigungsgehäuse 4 wird wieder mit der Atmosphäre verbunden und die Kupplung wird eingerückt.
Die Einrückgeschwindigkeit der Kupplung wird vermittels des Steuerorganes 20 geregelt, indem bei geringem Niedertreten des Gaspedales 24 das Ein rücken langsamer und bei jähem Niedertreten des Gaspedales das Einrücken schneller vor sich geht.
Damit bei jähem Niedertreten des Gaspedales 24 oder beim Schalten mit Gas ein genügender Unter druck für das Ausrücken der Kupplung zur Ver fügung steht, ist der Unterdruckbehälter<B>3</B> vorge sehen.
Das Einschalten der übrigen Gangstufen ge schieht in gleicher Weise wie beim Schalten aus der ersten auf die zweite Gangstufe.
Falls es erwünscht ist, das Fahrzeug anzuhalten, genügt es, zu bremsen, da sich beim Absinken der Motordrehzahl unter<B>800</B> Umdr./Min. die Kupplung unter dem Einfluss des Steuerorganes<B>16</B> selbsttätig ausrückt. Erst nach Stillstand des Wagens ist es möglich, den Schalthebel in die Leerlaufstellung zu bringen oder eine andere gewählte Gangstufe einzu schalten.
Bei Leerlaufstellung des Schalthebels<B>26</B> wird mit Hilfe des Schalters<B>33</B> der Strom zur Spule 14 ausgeschaltet und das Schaltorgan 12 verbindet das, Kupplungsbetätigungsgehäuse 4 über die Schalt- organe <B>16</B> und 20 mit der Atmosphäre und die Kupplung wird eingerückt. Auf diese Weise ist die Ausrückvorrichtung der Kupplung entlastet, wenn der Motor auf Leerlauf läuft. Falls das Fahrzeug bergab ohne Gas fährt, so wird normalerweise mit dem Motor gebremst. Das Ausrücken der Kupplung geschieht erst bei einer Geschwindigkeit, die<B>800</B> Umdr./Min. entspricht, also bei Drehzahlen, bei denen die Bremswirkung des Motors sehr gering ist.
Bei Bergabfahrt kann aus Spargründen der Schalthebel auf die Leerlaufstellung geschoben wer den. Handelt es sich um ein kürzeres Gefälle der Fahrbahn, so genügt es, den Handgriff<B>25</B> des Schalthebels<B>26</B> zu drücken<B>;</B> dadurch wird die Kupplung ausgerückt und der Handgriff wird so lange in angedrücktem Zustande gehalten, bis die Drehzahl des Motors unter<B>800</B> Umdr./Min. ab fällt. Bei darauffolgendem Freilassen des kugeligen Handgriffs verbleibt die Kupplung ausgerückt.
Wird auf dem Gefälle das Gaspedal niederge treten, d.h. wird Gas gegeben, so erhöhen sich die Drehzahlen des Motors, das Steuerorgan<B>16</B> entlüftet das Kupplungsbetätigungsgehäuse 4 und die Kupp lung wird eingerückt. Bei der Fahrt auf einem län geren Gefälle wird man durch Drücken des ku geligen Handgriffs den Ganghebel in die Leerlauf- stellung schieben. Die beschriebene Art der Betätigung des Fahr zeugs mit Hilfe von zwei Pedalen vereinfacht be deutend die Bedienung und der Fahrer kann alle seine Aufmerksamkeit dem Lenken des Fahrzeugs widmen.