Vorrichtung zum Verändern der physikalischen Eigenschaften einer Verkehrstläche Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Verändern der physikalischen Eigenschaften einer Verkehrsfläche, welche aus einem .in deren Auf bau eingesetzten, durch den Verkehr belastbaren Leitungssystem aus einem nichtmetallischen Werk stoff mit in Abständen angeordneten Aufgabeöffnun- gen für die die physikalischen Eigenschaften der Verkehrsfläche beeinflussenden Mittel besteht.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, d'ass die in Abständen verlegten Leitungsstränge des parallel zu der Verkehrsfläche verlegten Leitungssystems an ihrem unteren Teil mit Durchlässen versehen sind, die einen gleichmässigen Austritt des fliessfähigen Mit tels aus dem Leitungssystem in die Bettung der Ver kehrsfläche gestatten.
Die Vorrichtung kann vor allen Dingen bei alten Strassen, deren Aufbau nicht wesentlich zerstört wer den soll, angewandt werden; .sie kann aber auch bei neuen Strassen angewandt werden, wenn kapillar brechende Trag- bzw. Unterbauschichten infolge der geologischen Beschaffenheit des Baubereiches oder ganz allgemein infolge zu hoher Kosten nicht ein gebaut werden können.
Vor allem gilt dies auch bei den sogenannten kalkstabilisierten flexiblen Unter bauten, die wesentlich billiger zu stehen kommen als die heutigen Unterbauten und die in den V. St. A. bereits die wesentlichste Form des Unterbaus ge worden sind. Sie eignet sich für alle Typen von Strassendecken. Besonders einfach kann die Vorrich tung bei Steinpflaster Anwendung finden.
Während bisher zur Verhinderung von Frost hebungen durch chemische Zusätze die Strasse aufge bohrt und eine Frosthebung verhindernde chemische Substanz in die Bohrung eingefügt oder eingefüllt und daraufhin die Bohrung wieder zugeschüttet wurde, ermöglicht die oben ,genannte Vorrichtung eine wiederholte Tränkung des Strassenkörpers,
ohne dass beispielsweise ein erneutes Aufbohren der Strassen oberfläche notwendig wird; die Vorrichtung zur Trän kung des Strassenkörpers verbleibt ständig im Strassen körper und wird wie nachfolgend näher erläutert, je nach Bedarf, mit der einen oder anderen chemischen Substanz gefüllt, so dass eine Tränkung des Strassen körpers je nach der Beschaffenheit desselben bzw. der Kornverteilung des Unterbaus ermöglicht wird.
Als fliessfähige Chemikalien, die zur Anwendung kommen und in das Leitungssystem eingefüllt werden sollen, kommen beispielsweise Calciumchlorid oder Sulfitablauge in Frage, welche bekannterweise eine frostschädenverhindernde Wirkung auslösen. Das Lei tungssystem wird dabei zweckmässig so verlegt, dass der Abstand der einzelnen Leitungsstränge, wobei es sich z.
B. um in Strassenlängs- und oder Querrichtung verlaufende Rohrstränge handelt, ein derartiger ist, dass die eingefügten Chemikalien einen vollkommen geschlossenen Wirkungsbereich aufweisen, das heisst die Rohre sollen nur so weit voneinander versenkt werden, dass der von jedem Rohr ausgehende Wir kungsbereich den Wirkungsbereich des Nachbar rohres erreicht oder geringfügig überlappt.
Der Ab stand ist daher eine Funktion der Durchlässigkeit des Bodens für die betreffende Chemikalie und hängt in folgedessen vor allen Dingen auch von der Kornzu sammensetzung des Strassenkörpers ab.
Ferner kann als fliessfähige Chemikalie beispiels weise Kalkmilch zur Bodenstabih@sierung verwendet werden. Das Einbringen von flüssigen chemischen Substanzen kann je nach Bedarf und zu den gege benen Zeitpunkten mittels eines Tankwagens vor genommen werden, welcher die Substanz über eine Schlauchleitung in die einzelnen Einfüllöffnungen ein füllt.
Diese Aufgabe- oder Einfüllöffnungen können beliebiger Art sein, jedoch müssen diese so beschaf- fen sein, dass die chemische Substanz je nach ihrer Konsistenz die Möglichkeit hat, in das ganze Lei tungssystem einzudringen und von diesem aus lang sam den Boden zu tränken.
Auch eine Beheizung des Strassenoberbaus ist mit der Vorrichtung möglich, wobei z. B. daran gedacht ist, dass in das Leitungssystem chemische Substanzen eingefügt werden, die eine gewisse Zeit lang derart reagieren, dass durch den exothermen Vorgang die Temperatur der Strassenoberfläche über 0 C gehalten werden kann.
Die parallel zu der Verkehrsfläche, z. B. zur Strassenoberfläche, verlaufenden Leitungsstränge kön nen beispielsweise aus zwei im gewissen Abstand von den Strassenrändern und parallel zu diesen verlaufen den Einzelsträngen bestehen. Wenn das Leitungs system durch Querverbindungen auch teilweise quer zur Strasse verlaufen kann, so dürften die in Längs richtung der Strasse vorgesehenen Einzelstränge eine besonders günstige und wirtschaftliche Ausführungs form der Erfindung darstellen.
Die weitere Beschrei bung des Leitungssystems beschränkt sich daher auf diese beispielsweise Ausführungsform.
Obgleich die Querschnittsform der zu den Lei tungssträngen zusammengesetzten Einzelelemente an sich unwesentlich ist, kann es jedoch zweckmässig sein, annähernd trapezförmi.ge Körper, z. B. mit einer Höhe von 10 bis 20 cm und einer Länge von 30 bis <B>100</B> cm, anzuordnen, die jeweils eine in Längsrich tung verlaufende Bohrung aufweisen; zum Einlegen bzw.
Verlegen derselben kann beispielsweise bei einer alten Teerstrasse so vorgegangen werden, dass mittels einer bekannten Fräsmaschine in Längsrichtung der Verkehrsfläche jeweils etwa im Abstand von 1,30 m von deren Rand eine Rinne ausgefräst wird, welche etwas breiter als die einzusetzenden Einzelelemente ist.
In diese Rinne werden nunmehr die Einzelele mente etwa in der Art wie Kabelsteine eingesetzt und so gegenüber den Rändern der Decke bzw. dem Untergrund befestigt bzw. abgedichtet, dass weder eine Bewegungsmöglichkeit gegenüber der Strassen oberfläche noch in Längsrichtung der Strasse möglich wird. Die Einzelelemente müssen also so nebenein ander eingebracht werden, dass sie ein gegenüber der Strassenoberfläche stationäres und festes Band bilden.
Die einzelnen Leistungsstränge weisen in bestimm ten Abständen Aufgabe- oder Einfüllöffnungen auf, in welche nunmehr die fliessfähigen chemischen Sub stanzen eingefüllt werden. Es bedarf keines weiteren Hinweises, dass zur Abdichtung der Einzelelemente untereinander und gegenüber dem Strassenkörper an sich übliche Bindemittel verwendet werden können.
Nach Einfüllung der fliessfähigen Chemikalien dringen diese entweder durch den z. B. aus porösem Material bestehenden und daher Durchlässe für die Chemikalien bildenden unteren Teil des Einzel elements in den Boden. Statt des porösen Materials können selbstverständlich auch künstliche feine Boh rungen im unteren Teil des an sich undurchlässigen Einzelelementes vorgesehen werden. Auf jeden Fall muss die Abdichtung bzw. Abstützung des Einzel elements so vorgenommen werden, dass die Porosität des die Einzelelemente umgebenden Strassenkörpers nicht leidet.
Bemerkt muss noch werden, dass es keinesfalls notwendig ist, das ganze Leitungssystem, also bei spielsweise die horizontalen Einzelstränge, mit der selben chemischen Substanz zu füllen. Es kann, und dies liegt im Rahmen der Erfindung, ohne weiteres auch so vorgegangen werden, dass verschiedenartige, sogar einen verschiedenen Zweck erfüllende Sub stanzen gleichzeitig bzw. nacheinander in den Strassen körper eingefügt werden.
Die die Leitungsstränge bildenden Einzelelemente müssen säure- und laugenbeständig sein; es kommt dafür beispielsweise Steinzeug in Frage. Die in der Längsrichtung verlaufenden Kanäle müssen einen sol chen Durchmesser - beispielsweise 3 bis 8 cm haben, dass die fliessfähigen Chemikalien, wie bereits oben ausgeführt, die Möglichkeit haben, sich inner halb des Kanals schnell auszubreiten und dort eine Zeitlang zu verbleiben.
Die zweckmässig einen Teil der Strassenoberfläche bildende Oberfläche der Steine kann seitlich gering fügig abgerundet sein, damit verhindert wird, dass bei Beschädigung der Dichtung zwischen dem Einzel element und der Strassendecke scharfe Höcker auf der Strassenoberfläche entstehen. Die Oberfläche der Steine kann der Wölbung der Strasse angepasst werden. Falls der Strassenoberbau eine Verlegung der Steine bündig mit der Strassenoberfläche nicht gestattet, kön nen die Steine auch unterhalb der Strassenoberfläche verlegt werden.
Zur besseren Bindung des an die Steine an grenzenden Strassenbaumaterials können die Seiten flächen der Steine rippenartig ausgebildet oder mit Rillen versehen werden.
Insbesondere bei der Verwendung von Steinzeug kann beim Verlegen der aus den Einzelelementen be stehenden Leitungsstränge noch eine weitere vorteil hafte Wirkung erzielt werden, wenn nämlich die Leitungsstränge zur Markierung der Verkehrsflächen, beispielsweise bei Parkplätzen, Fussgängerübergängen oder dergleichen, herangezogen werden.
Je nachdem ein weisser Steinzeugton oder bei spielsweise ein rotbrennender Steinzeugton verwendet wird, entstehen weisse oder rote Einzelelemente, deren Oberflächen frost-, witterungsbeständig und abrieb fest sind.
Beispielsweise bei einer etwa 5 m breiten Strasse würde es zweckmässig sein, drei Reihen oder drei Stränge von Einzelelementen in Längsrichtung der Strasse anzuordnen, wobei im Abstand von etwa 1,25 m von einem Rand ein durchgehender weisser Strang, der als weisse Strassenmarkierung anzusehen ist, verlegt wird, welche gleichzeitig die Mitte der einen Fahrbahn anzeigt. Im Abstand von etwa 1,25 m vom anderen Strassenrand wird auf dieselbe Weise vorgegangen, so dass dadurch ein die Mitte der ande ren Fahrbahn anzeigender weisser Streifen entsteht.
Schliesslich wird als Trennung der beiden Fahrbah nen ein weiterer Strang verlegt, welcher beispielsweise intermittierend aus weissen und roten Einzelelementen oder aus teils mit der Strassenoberfläche bündig und teils unterhalb der Strassenoberfläche angeordneten weissen Einzelelementen besteht.
Durch diese drei jeweils im Abstand von 1,25 m angeordneten Streifen wird die Möglichkeit geschaf fen, dass insbesondere bei Nachtfahrten jeder Ver kehrsteilnehmer in der einen oder der anderen Rich tung sich an einen weissen Streifen, also an die Mitte seiner eigenen Fahrbahn, halten kann.