CH369115A - Verfahren zur Herstellung von Diamant aus Graphit - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Diamant aus Graphit

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CH369115A
CH369115A CH4968157A CH4968157A CH369115A CH 369115 A CH369115 A CH 369115A CH 4968157 A CH4968157 A CH 4968157A CH 4968157 A CH4968157 A CH 4968157A CH 369115 A CH369115 A CH 369115A
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von Diamant aus Graphit
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Diamant aus Graphit oder amorphem Kohlenstoff.



   Es ist schon vor sehr langer Zeit versucht worden, Diamanten herzustellen, aber stets mit negativem Er  folg.    Erst in jüngster Zeit ist es der General Electric Company in USA gelungen, sehr kleine Diamanten von etwa 0, 1 Karat bei Anwendung von sehr hohen Drucken bis etwa   140000    at und bei einer Temperatur von etwa 2700  C anzufertigen.



   Um die Schwierigkeiten, die sich bei der Herstellung von Diamanten entgegensetzen,   abschlätzen    zu können, sei auf das Phasendiagramm des Kohlenstoffes gemäss Fig.   1    hingewiesen, das teilweise auf   theo-    retischen Betrachtungen und teilweise auf Versuchen beruht. Obwohl man aus diesem   Phasendiagramm    schliessen könnte, dass die Umwandlung von Graphit in Diamant leicht sei, da bei Zimmertemperatur nur ein verhältnismässig niedriger Druck von   14000    at erforderl, ich zu sein scheint, ist dies keineswegs der Fall, da noch weitere Bedingungen erfüllt werden müssen (siehe     aber    die Synthese der Diamanten   von Prof. Dr.

   A.   Neuhaus,    Bonn,   Zeitschrift für angewandte   Chemise  ,    1954, Seiten   525-536).   



   Theoretische   Oberlegungen    führen zu der Schlussfolgerung, dass es zur Umwandlung von Graphit oder amorphem Kohlenstoff in Diamant nicht genügt, eine solche Kombination von Druck und Temperatur anzuwenden, bei der das stabile Gebiet von Diamant (Fig. 1) erreicht wird, sondern, dass es auch erforderlich ist, die     keimbildende Energiep    des Diamanten zu erniedrigen, beispielsweise durch Einverleibung von Diamantsplittern oder eines Stoffes, der in der Struktur dlem Diamant verwandt ist. Dies ist stets notwendig, wenn die Kombination von Druck und Temperatur in der Nähe des   tYbergangspunktes    (Fig. 1) liegt.



   Wegen der ausserordentlichen Stärke des Kristallgitters des Graphites ist die Temperatur, die zur Erleichterung einer Lageänderung erforderlich ist, sehr hoch. Im geschmolzenen Kohlenstoff, das heisst bei   40000K,    sind grosse Strukturkomplexe immer noch vorhanden und sogar im gasförmigen Kohlenstoff sind ausser   C-Atomen    noch   C2-Moleküle    vorhanden, deren   Kombinationsfestigkeit    viel höher ist als beim Diamant.



   Die Zusammensetzung des Ausgangsmaterials zur Herstellung von Diamant ist von grosser Wichtigkeit.



  Aromatische oder graphitische Gruppen von Kohlenstoff und das   C2-Molekül    z. B. eignen sich nicht, während sich atomarer Kohlenstoff ausgezeichnet eignet.



   Als Alternative für die Anwendung äusserst hoher Temperaturen lassen sich zur Erleichterung der Lage änderung auch geeignete Mineralisatoren, wie Borate, Fluoride, Chloride, verwenden.



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist nun dadurch gekennzeichnet, dass man Graphit oder amorphen Kohlenstoff enthaltendes Material dem bei der Explosion eines Sprengstoffes entstehenden Druck aussetzt.



   In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele von zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens bestimmten Vorrichtungen schematisch dargestellt.



   Fig.   1    zeigt das   Phasendiagramm    des Kohlenstoffes.



   Fig. 2 zeigt eine Vorrichtung im Querschnitt mit einer auf einen Graphit oder amorphen Kohlenstoff enthaltenden Körper gerichteten formgebundenen Ladung.



   Fig. 3 und 4 zeigen Querschnitte von zwei solchen in einem Gehäuse angeordneten Körpern, während 
Fig. 5 einen Schnitt durch eine weitere   Ausfüh-    rungsform der Vorrichtung zur Herstellung von Diamant darstellt.



   Bei der Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 2 ist mit 1 eine   Sprengstoffladung    beispielsweise aus   Pentolit    bezeichnet, die mit einer kegelförmigen Vertiefung mit einem Futter 2 und einer   Entzün-    dungsladung 3 versehen ist. Koaxial mit der Hohlladung befindet sich das Graphit oder amorphen Kohlenstoff enthaltende Material 5, das in einem Ge  häuse    4 untergebracht ist. Die Befestigung dieses Materials 5 im Gehäuse 4 erfolgt mittels einer in das Gehäuse eingeschraubten Mutter 6. Die Hohlladung   1    wird mittels der   Entzündungsladung    3 zur Detonation gebracht.

   Der dadurch erzeugte Strahl trifft mit der sehr hohen Geschwindigkeit von etwa 50 km/Sek. auf das Material 5, wodurch sich ein Loch 7 bildet, das in Fig. 2 gestrichelt eingezeichnet ist. Dieses Loch entsteht durch das plastische Fliessen des Graphit oder amorphen Kohlenstoff enthaltenden Materials in radialer Richtung, und es wird nahezu keine Substanz aus dem besagten Material heraus erodiert (siehe z. B.   Explosives with lined   cavities  ,    Journal of Applied Physics, Juni 1948, Seiten 563 bis 582). In radialer Richtung werden äusserst hohe Drucke (eine oder mehrere Millionen Atmosphären) und sehr hohe Temperaturen erzeugt, so dass die wichtigsten Bedingungen für die Umwandlung des Graphites od'er des amorphen   Kohlenstoffes    in Diamant erfüllt werden. Das Futter 2 kann ganz oder teilweise aus Graphit hergestellt sein.

   Zur Erleich  terung    der Kristallisation können Splitter aus Diamant oder aus einem anderen Stoff, der in bezug auf die Struktur mit dem Diamant verwandt ist, dem Material 5 einverleibt werden.



   Das Graphit oder amorphen Kohlenstoff enthaltende Material kann auch vorerhitzt   und/oder    vorkomprimiert werden.



   Bei der Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 3 ist das zur Diamantsynthese dienende Ausgangsmaterial mit 8 bezeichnet. Es ist mittels einer Mutter 10 in einem Gehäuse 9 befestigt. Die Mutter 10 ist, im Gegensatz zur Mutter 6 der   Ausführungs-    form nach Fig. 2, vollständig geschlossen. Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 kommt ebenfalls ein von aussen bei der Detonation wirksamer Sprengstoff zur Anwendung.



   Mit 11 ist das in Diamant   umzuwandelnde    Material bezeichnet, das gemäss Fig. 4 in einem Sackloch eines Gehäuses 12 eingesetzt und mittels einer in das letztere eingeschraubten Mutter 13 befestigt ist. Der Körper 11 selbst weist ebenfalls ein Sackloch 14 auf, das etwa die halbe Länge des Körpers aufweist, aber auch kürzer oder länger sein kann und als Erzeuger von Resonanzeffekten dient, wenn es vom einfallenden Strahl gemäss der Pfeilrichtung P getroffen wird, und zwar in derselben Weise, wie in eine sogenannte     Resonanzrohreo    eingeblasene Luft Resonanzeffekte erzeugt (siehe z. B.   Mitteilungen aus dem Institut für   Aerodynamiko,    Nr.   21,    1954, Zürich :     Über    thermische Effekte in   Resonanzröhren   von    H. Sprenger).

   Bei richtiger Wahl des Durchmessers und der Länge des Loches ergeben sich äusserst hohe Temperaturen.



   Die Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 5 umfasst ein Stahlgehäuse   18,    in dem ein sehr dünner Draht 15 aus einem elektrisch leitenden Material mittels zweier verhältnismässig dicken Leitern 16 und 17 aufgehängt ist. Das Gehäuse 18 ist mittels Isolierkörpern 19 und 20 gegen die Leiter 16 und 17 isoliert. In das Gehäuse ist ein Graphit oder amorpher Kohlenstoff enthaltender Körper 21 eingesetzt. Die beiden Leiter 16 und 17 sind über Leitungen 22 und 23 und einen nicht gezeichneten Schalter an einen ebenfalls nicht dargestellten Kondensator angeschlossen. Durch die Entladung des Kondensators wird der dünne Draht zum Verdampfen gebracht. Diese explosionsartige Verdampfung hat zur Folge, dass während sehr kurzer Zeit ein sehr hoher Druck auf den Körper 21 durch Stosswellen ausgeübt wird. Dieser wird somit erheblich erhitzt (siehe z. B.



    Studien zum Mechanismus von elektrischen Drahtexplosionen   [Metallniederschläge    und   Stosswellen]           von W. M. Conn in   Zeitschrift für angewandte   Physik  ,    1955, Seiten 539-554), so dass auf diese Weise den Forderungen zur Umwandlung von Graphit in Diamant Genüge geleistet wird. Es empfiehlt sich auch hier, zur Erleichterung der Kristallisation Splitter von Diamant oder eines anderen Stoffes, der in bezug auf seine Struktur dem Diamant verwandt ist, dem   Syntheseausgangsmaterial    als Impfstoff oder Kristallisationskeime einzuverleiben. Der dünne Draht 15 kann z. B. aus Graphit oder aus Metall oder aus Graphit mit einem   Metalikern    gebildet sein.



   Aus vorstehenden Ausführungen ist ersichtlich, dass mittels des beschriebenen Verfahrens sämtliche Forderungen zur Herstellung von Diamant aus Graphit oder amorphem Kohlenstoff leicht erfüllt werden können, indem eine richtige Wahl der Abmessungen die Erzeugung von Drucken bis zu einigen Millionen Atmosphären und von Temperaturen bis zu Tausenden von Graden ermöglicht, wobei die     keimfor-    mende Energie   von Diamant erheblich herabgesetzt werden kann durch Beimischung von   Kristallisations-    keimen zum Ausgangsmaterial. Hohe Temperaturen erleichtern die Anderungen der Lage in   ausreichen-    der Weise, was eine Notwendigkeit ist wegen der kurzen Zeit, die für eine Lageänderung zur Verfügung steht.

   Es wird bemerkt, dass es bei statischen Druckverfahren nie möglich ist, sowohl eine sehr hohe Temperatur wie einen sehr hohen Druck gleichzeitig zu wählen wegen der Einschränkungen, die auf die Festigkeit der verwendeten Materialien   zurückzufüh-    ren sind. Entweder kann die Temperatur sehr hoch sein, in welchem Falle man sich mit ziemlich   niedriF    gen Drucken   begnügen    muss, oder aber es kann der Druck sehr hoch sein, wobei man sich aber mit ziemlich niedrigen Temperaturen abfinden muss.



   Das beschriebene Verfahren ermöglicht jedoch gleichzeitig sowohl eine sehr hohe Temperatur wie einen sehr hohen Druck zu erhalten, z. B. durch Vorerhitzung des Ausgangsmaterials bei normalem Druck und anschliessender Zündung des Sprengstoffes, so dass die Explosion für den äusserst hohen Druck und eine weitere Erhöhung der Temperatur sorgt.



   Die Zusammensetzung des Graphit oder amorphen Kohlenstoff enthaltenden Materials verursacht keine speziellen Probleme. So können z. B. zur Er  leichterung    der Lageänderung geeignete   Mineralisato-    ren, das heisst in Grenzflächenbereichen vorübergehend atomare Lösung des Kohlenstoffes bewirkende Hilfsstoffe, wie Borate, Fluoride, Chloride, ohne Bedenken dem Ausgangsmaterial einverleibt werden.



   Als   Umwandlungsmaterial    sind bis anhin stets Graphit und amorpher Kohlenstoff genannt worden, obwohl Debye und Scherrer als Ergebnis von X Strahlversuchen feststellten, dass der amorphe Kohlenstoff lediglich Graphit ist, dessen Kristallabmessungen über diejenigen hinausreichen, welche durch mechanische Mittel beobachtet werden können. Trotz dieser Erkenntnis ist es aber in der Technik nach wie vor üblich, drei Arten von elementarem Kohlenstoff zu unterscheiden, nämlich Diamant, Graphit und amorpher Kohlenstoff.



   Das beschriebene Verfahren kann auch im Vakuum oder in einer Atmosphäre eines anderen Gases als Luft durchgeführt werden.



   Das Gehäuse, in welchem das Graphit oder amorphen Kohlenstoff enthaltende Material eingeschlossen ist, kann auch einem äusseren Gegendruck unterworfen werden.



   Nach dem beschriebenen Verfahren wird unter gewissen Umständen ein Produkt erhalten, das härter sein kann als natürlicher Diamant ; unter anderen Umständen dagegen kann es etwas weniger hart sein.



  Die Durchführung des Verfahrens ist auch   bai    Anwendung mehrerer Druckstrahlen möglich, indem bei, spielsweise bei der Ausführungsform nach Fig. 2 der eine Strahl, wie durch die Pfeilrichtung angezeigt, von links und ein zweiter Strahl in entgegengesetzter Richtung von rechts wirksam ist.



   So lassen sich Diamanten in einfacher, billiger Weise rasch und in verhältnismässig grossen Abmessungen herstellen, die im allgemeinen die Form eines Rohres besitzen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Diamant, dadurch gekennzeichnet, dass man Graphit oder amorphen Kohlenstoff enthaltendes Material dem bei der Ex plosion eines Sprengstoffes entstehenden Druck aussetzt.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Sprengstoff die Form einer Hohlladung aufweist und diese mit einem Futter versehen ist, und dass der bei der Detonation der Hohlladung entstehende Strahl auf das Graphit oder amorphen Kohlenstoff enthaltende Material gerichtet wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dal3 der verwendete Sprengstoff die Form eines elektrischen Leiters von sehr kleinem Querschnitt aufweist, und dlass die Detonation desselben durch Entladung eines geladenen Kondensators über diesen Leiter vorgenommen wird.
    3. Verfahren nach-Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Futter wenigstens teilweise aus Graphit besteht.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Ausgangsmaterial Kri stallisationskeime in der Form von Splittern von Diamant einverleibt.
    5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Ausgangsmaterial Kristallisationskeime in der Form eines Stoffes einverleibt, welcher in bezug auf die Struktur dem Diamant verwandt ist.
    6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Ausgangsmaterial vorerhitzt.
    7. Verfahren nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man das Ausgangsmaterial vorkomprimiert.
    8. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den mit Ausgangsmaterial gebildeten Körper mit einem Sackloch versieht, das koaxial zur Richtung des Strahles liegt.
CH4968157A 1956-08-24 1957-08-21 Verfahren zur Herstellung von Diamant aus Graphit CH369115A (de)

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