Apparat zur Registrierung von Betastrahlen niedriger Intensität unter gleichzeitiger Kompensation der kosmischen Strahlung Die vorliegende Erfindung betrifft einen Apparat zur Registrierung von Betastrahlen niedriger Inten sität unter gleichzeitiger Kompensation der kosmi schen Strahlung.
Wenn schwache Beftastrahlung, z. B. von natür lichen Objekten oder von radioaktiv leicht verseuchten Objekten, gemessen wird, besteht eine der Schwieg rigkeiten darin, dass der Untergrund,<B>d.</B> h. derjenige Teil der Strahlung, welcher von anderen Que;il#--n her stammt, von der gleichen Grössenordnung ist wie die Strahlung des gemessenen Objektes. Damit wird es schwieri <B>g,</B> die von dem zu messenden<B>Objekt</B> her rührende Strahlung mit vernünftiger Genauigkeit zu bestimmen.
Der Untergrund besteht im wesentlichen aus Elektronen- und Gammastrahlen von der kosmischen Strahlung' aus Gammastrahlem von der Erde, aus Beta- und Gammastrahlen vom Apparat selbst und seiner nächsten Umgebung und auch aus Mesonen von der kosmischen Strahlung. Die zwei ersterwähn ten Strahlen können durch Abschirmung der Mess- apparatur vernichtet werden,<B>d.</B> h. mittels -einer ge nügend dicken Blei- oder Eisenschicht.
Wenn die Apparatur genügend sorgfältig behandelt wird und seine Konstruktionsmaterialien so gewählt sind, dass sie eine kleine Strahlungsaktivität aufweisen, sind die Beta- und Gammas#trahlen vom Apparat und seiner n lichsten Umgebung vernachlässigbar klein, wogegen die Mesonen der kosmischen Strahlung, welche von der Abschirmung nur wenig zurückgehalten werden, ein Messergebnis des Untergrundes liefern, dessen Grössenordnung der zu messenden Strahlung entspre# chen kann.
Wenn kleine Aktivitäten gemessen werden sollen, kann dadurch die Genauigkeit der Messung ganz beträchtlich vermindert werden. Daher wird die Messung von niedrigen Beta- strahlenaktivitäten gewöhnlich in Antikoinzidenz- systemen durchgeführt, wo die wirkliche, der zu mes senden Strahlung ausgesetzten Zählkammer, die Regi- strierungskammer, von einer Anzahl anderer Kam mern, den Antilkoinzidenzkammern, umgeben ist, welche der genannten Strahlung nicht ausgesetzt sind, aber auf durchkommende Mesonen reagieren.
In der Registrie-ru-ngskammer werden sowohl durch den Ein tritt von Partikeln vom zu messenden Objekt als auch durch den Durchgang von Mesonen aus der kosmischen Strahlung Impulse erzeugt. Im Gegen satz zu den erstgenannten Partikeln durchqueren<B>je-</B> doch die Mesonen, ausser der Rzgistrierkammer eine oder mehrere Antikoinzidenzkammern und erzeugen in den Kammem Impulse. Wenn eine geeignete Schal tung, z.
B. eine Antikoinzidenzschaltung bei einem Zählge,rät verwendet wird, können diese Impulse von den Mesonen gleichzeitig in der Registrierkammer erzeugte Impulse neutralisieren, so dass solche Im pulse im Zählgerät nicht registriert werden. In ande ren Worten wird dadurch erreicht, da-ss der Hinter grund oder, was auf dasselbe hinauskommt, die Dis krepanz der Ablesung im Idealfall komplett elimi niert wird, so dass nur Impulse gezählt werden, welche durch Partikeln der zu messenden Strahlung erzeugt werden.
Bei bisher bekannten Apparaten mit Antikoinzi- denzanordnung dieser Art werden runde Kammern verwendet; eine oder mehrere Registrierkammern sind von einer relativ grossen Zahl von zylindrischen Antikoinzidenzkammern, kreisförmig oder halbkreis förmig umgeben. Um die Registrierung sämtlicher Mesonen zu gewährleisten, sind die Antikoinzidenz- kammern gewöhnlich in zwei Lagen -um die Registrier- kammer herum angeordnet.
Als Antikoinzidenzkammern kommen gewöhn lich Geigerzähler bekannter Art zur Anwendung, welche auseinern geschlossenen Zylinder mit einer axial gelegenen Anode bestehen und mit einem ge eigneten lonisationsgas mit Unteratmosphärendruck <B>g</B> ällt sind, während die Registrierkammer ein Zähler gef i des Strömungstypes sein kann,<B>d.</B> h. ein Zähler, bei dem das Ionisationsgas langsam den Zähler mit überatmosphärendruck durchströmt.
In diesem Fall ist die Registrierkammer halbspherisch mit einem schleifenförmigen Anodendraht, da eine solche Form bis anhin als die für die Strömung des Ionisation#s- gases geeignetste angesehen wurde, und da eine solche Kammer eine grosse Bodenfläche aufweist, welche mit einem Fenster zum Durchgang der zu messenden Strahlung versehen werden kann.
Das oben beschriebene System erfordert die Ver wendung mehrerer Kammern und ist daher relativ gross und platzsperrend. Infolge dieser Grösse wird die Abschirmung auch entsprechend gross, und da sie notwendigerweise ziemlich dick sein muss, wird sie auch sehr schwer.
Zweck der Erfindung ist die Schaffung eines Apparates zur Zählung von Betapartikeln, welcher zwei oder mehr Zählkammern umfasst, billig ist, eine einfache, kompakte Konstruktion aufweist und eine zufriedenstellende, kleine Diskrepanz der Ab- lesung hat, trotzdem nur eine einzige oder wenige Antikoinzidenzkammern verwendet werden.
Gegenstand der Erfindung ist ein Apparat zur Registrierung von Betastrahlen niedriger Intensität unter gleichzeitiger Kompensation der kosmischen Strahlung mit zwei oder mehr Zählkammern, von welchen mindestens eine zum Registrieren von Beta- strahlen und mindestenseine zum Kompensieren der kosmischen Strahlung dient, welcher dadurch gekenn zeichnet ist, dass zwei Kammern Seitenwände aufwei sen, deren Höhe im Vergleich zu den Abmessungen der planparallelen Stirnwändee klein ist und Mittel zum Durchleiten eines lonisationsgases vorgesehen sind,
wobei jede Kammer ein System von zu den Stirnwänden parallelen Anodendrähten enthält und ein Kathodensystem umfasst, welches mindestens teil weise die Seitenwände und Kathodendrähte, die in der Mitte und parallel zu<B>je</B> zwei Anodend#rähten gespannt sind, umfasst, und dass die Kammern so angeordnet sind, dass eine Stirnwand der Kammer zur Registrierung von Betastrahlen anliegend an oder gemeinsam mit einer Stirnwand der Kammer zur Registrierung von kosmischen Strahlen ist.
Der beschriebene Apparat arbeitet vorzugsweise mit einem selektiven Impulszählgerät bekannter Art zusammen, bei welchem die Betapartikeln separat gezählt werden, während eine oder beide Kammern durchquerende Mesonen extra registriert oder von der Registrierung ausgeschlossen sind.
Die Flachkammern des Apparates können recht eckig, insbesondere quadratisch sein; aber sie können auch eine andere Form haben, wie z. B. eine Kreis form. In einer bevorzugten Ausführungsfonn sind eine oder mehrere Kammern durch die Wände gegen wei che Strahlen abgeschirmt, so dass nur harte Strahlen, <B>d.</B> h. Mesonen gezählt werden, wobei mindestens eine Kammer ein für Betastrahlen durchlässiges Fenster aufweist, und daher diese Strahlen sowie auch die harten Strahlen registrieren kann. Die Registrierung in der Kammer kann im Zäh#lgerät auf gewünschte Weise erhalten werden.
Zum Beispiel kann eine Kam mer zum Zählen von die Kammer durchquerenden Betateilchen verwendet werden, wobei das Zählgerät so geschaltet ist, dass diese Teilchen gezählt werden, während eine andere Kammer, welche zum Zählen von Mesonen und anderen harten Strahlen so<B>ge-</B> schaltet ist, dass das Zählgerät die harten Strahlen in Antikoinzidenz mit der entsprechenden Registrierung der harten Strahlen in der erstgenannten Kammer zählt.
Gemäss einer Ausführungsform der Erfindung ist der genannte Apparat also ein Apparat, bei wel chem alle Wände der Kammer bestimmt zur Regi strierung der kosmischen Strahlung für Alpha- und Betastrahlen undurchlässig sind, und bei welchem das mit dem System von Kammern verbundene Zähl gerät einen Zählteil der Art aufweist, welche Impulse registriert, die von der genannten Kammer in Anti koinzidenz mit von der Kammer zur Registrierung von Betastrahlen gleichzeitig erhaltenen Impulsen erhal ten werden.
Gemäss einer speziellen Ausführungsform der Er findung ist die Kammer zum Registrieren von Beta, strahlen eine Kammer, welche sowohl Beta- als auch Alphapartikeln registrieren kann, wobei diese Kammer im aktivierten Zustand einen Anodenstrom im Pro- portionalteil aufweist und beim zum Apparat gehö renden Zählgerät mit einem Zählteil der Art gekup- pe#lt ist, welche Alphaimpulse getrennt und die Summe von Alpha- und Betaimpulse auch getrennt registriert.
In diesem Fall kann das Zählgerät so aus geführt sein, dass es zwischen den zwei Arten von Registrierung unterscheiden kann, wodurch die Im pulse von Betapartikeln und die Impulse von Alpha- partikeln getrennt gezählt werden.
Es ist früher vorgeschlagen worden, Zählkammern als flache, rechteckige Kammern auszuführen; aber solche Kammern sind nicht besonders praktisch, da es unmöglich war, sie in solchen Dimensionen herzu stellen, dass sie die bekannten, normalen, länglichen und zylindrischen Kammern mit rundem Querschnitt bei den komplizierteren und genau messenden Mess- einrichtungen, wo ein genaues Arbeiten jeder ein zelnen Kammer von höchster Wichtigkeit ist, ersetzen konnten. Es wurde befürchtet, dass solche Kammern Merkmale aufweisen, die eine Messung schwierig und ungenau machen.
Es wurde ferner als nötig ange sehen, die öffnung oder Fenster für die zu messen den Partikeln stark zu verkleinern, und wenn zur Erhöhung des Wirkungsgrades von solchen Zähl kammern mehrere Anodendrähte in einer einzigen Kammer zur Verwendung kamen, wurden diese so geschaltet, dass die empfangenen Impulse separat registriert wurden.
Es muss daher überraschen, dass es mit dem erfin dungsgemässen Apparat möglich ist, dieselbe Funktion und Genauigkeit zu erhalten, wie bei den bedeutend komplizierteren und grösseren Zählkammern.
Ein besonderer Vorteil des Apparates ist seine kompakte Bauart, welche daraus folgt, dass die Kam- mein infolge ihrer rechteckigen oder runden Flach form nahe zusammen angeordnet werden können und dass zwei oder nur wenige Kammern genügen, um ein zuverlässiges Antikoinzidenzregistrieren von Mesonen oder anderen harten Strahlen zu erhalten.
Weitere Vorteile bestehen darin, dass die flachen Kammern mit einem relativ grossen Fenster versehen werden können und daher ein grosses Probestück auf nehmen können, dass sie einfach und billig sind und dass sie, wenn sogar ohne grosse Genauigkeit herge stellt, zufriedenstellend arbeiten und unter der Vor- ausse#tzung, dass sie mit strömendem Ionisationsgas betrieben werden, eine hohe Lebensdauer haben.
Die Mesonen treffen selten flach oder horizontal auf die Kammern auf, und daher wird schon bei Ver wendung von zwei horizontal übereinander angeord neten Kammern der von Mesonen herrührende Un tergrund in genügendem Masse eliminiert.
Mit einem Apparat, bestehend aus zwei Kam- ern, wird ein genaues Antikoinzidenzregistrieren auch von ziemlich flach auftreffenden Mesonen er- öglicht, wenn die Kammer zum Registrieren von Betastrahlen so bemessen und so in bezug auf die anderen zum Registrieren der kosmischen Strahlung bestimmten Kammern angeordnet ist, dass die End- wand der letztgenannten Kammer auf allen Seiten über die Endwand der erstgenannten Kammer her vorsteht.
Ein vollständiges Antikeinzidenzregistrieren von selbst horizontal auftreffenden Mesonen oder anderen harten Strahlen wird durch eine Ausführungsforrn ermöglicht, bei der eine weitere, zum Registrieren von kosmischen Strahlen bestimmte Kammer die Form eines Rahmens aufweist und die Kammer zur Registrierung von Betateilchen umgibt, wobei die<B>ge-</B> nannte Kammer mit der inneren Kammer vorzugs weise eine Seitenwand oder -wände gemeinsam hat und mindestens einen Anodendraht aufweist, welcher die Seitenwand oder -wände ganz oder teilweise um gibt.
In der Praxis wird es also möglich sein, Kompen sation von flach auftreffenden Strahlen mittels eines Apparates zu erhalten, bei welchem eine weitere Kammer, welche wie die anderen Kammern des<B>Ap-</B> parates ist und zur Registrierung von kosmischen Strahlen dient, mit einer Stirnwand im Abstand zur Stirnwand der Kammer zum Registrieren von Alpha- oder Betapartikeln gebracht wird, wobei der Abstand zwischen den zwei Stirnwänden genügend gross ist, um eine zu messende Probe einführen zu können.
Die Stirnwände aller Kammern sind vorzugsweise von gleicher Grösse; die Kammern können als aus- wechselbare Standardeinheiten ausgebildet sein, wo bei der einzige Unterschied zwischen Kammern zum Registrieren von weichen Strahlen und Kammern zum Registrieren von kosmischen Strahlen dahin besteht dass die erstgenannte Kammer in mindestens einer Stirnwand ein für weiche Strahlen durchlässiges Fen ster aufweist, während alle Stirnwände der letztge nannten Kammern für Betastrahlen undurchlässig sind.
Ein solcher Apparat hat den Vorteil, dass all, e Kammern aus gleichen Einheiten hergestellt werden können, und dass der Apparat als ein Satz Kammern geliefert werden kann, w#,Iche zu Apparaten, dienend zu anderen Zwecken, zusammengestellt werden kön nen. Zum Beispiel kann ein solcher Standardsatz aus einer oder zwei Kammern zum Registrieren von Me- sonen oder anderen harten Strahlen bestehen, deren sämtliche Wände aus einem Material, wie z. B.
Kup fer oder Messing bestehen, welche für Alpha- oder Betastrafilen undurchlässig sind, und aus zwei Kam mern zum Registrieren von Alpha- oder Betastrahlen bestehen, deren Seitenwände wie in den erstgenannten Kammern ausgebildet sind, während die Stirnwände ein Fenster enthalten, welches für Alphastrahlen durchlässig ist und unter Umständen in einem Rah men montiert ist.
Oder aber kann der Satz eine nur zum Registrieren von Betastrahlen geeignete- Kam mer aufweisen, deren eine Stimwand ein Fenster aus etwas schwerem Material enthält, welches für Beta- partikeln, aber nicht für Alphapartikeln durchlässig ist.
Der erfindungsgemäBe Apparat ist überall dort vorteilhaft, wo es sich um die Prüfung von Proben mit niedrigen Betastrahlenaktivitäten oder Alpha- und Betastrahlenaktivitäten handelt und wo eine An zahl Proben mit verschiedenen Aktivitäten gemessen werden sollen, da der Apparat hohe wie niedrige<B>Ak-</B> tivitäten messen kann. Dank seiner einfachen, billigen und robusten Konstruktion und der Möglichkeit, eine grosse Messfläche zu erhalten, ist der Apparat zudem in allen den Fällen geeignet, wo eine grosse Anzahl Proben geprüft oder Routinemessungen von Radio aktivität vorgenommen werden müssen.
Der AppaTat wird auch zur überwachung der Verseuchung von Füssen, Händen oder Kleidern von Personen, welche solchen Verseuchungen ausgesetzt sind, oder von ver schiedenen Objekten, wie z. B. Böden und Tische an solchen Orten, eingesetzt.
In den beiliegenden Zeichnungen sind mehrere Ausführungsforinen des Erfindungsgegenstandes bei spielsweise näher dargestellt; es zeigen: Fig. <B>1</B> einen Horizontalschnitt durch eine Kam- mer, Fig. 2 einen Vertikalschnitt des Apparates von Fig. <B>1,</B> Fig. <B>3</B> einen Horizontalschnitt durch eine andere Ausführungsform, Fig. 4 einen entsprechenden Vertikalschnitt, Fig. <B>5,
6</B> und<B>7</B> Seitenansichten von verschiedenen Ausführungsforrnen und Fig. <B>8</B> und<B>9</B> einen Horizontal- und Vertikal schnitt durch einen Apparat mit runden Kammern.
In Fig. <B>1</B> und 2 ist<B>1</B> eine Antikoinzidenzkammer und 2 eine Registrierkammer. Die Kammern<B>1</B> und 2 haben zwei Seitenwände<B>3</B> und 4, zwei Seitenwände <B>5</B> und<B>6</B> und, was Kammer<B>1</B> anbetrifft, zwei Stirn wände<B>7</B> und<B>8,</B> während Kammer 2 eine entspre chende Stirnwand<B>7</B> und eine andere Stirnwand<B>15</B> aufweist, welche, wie aus dem folgenden ersichtlich ist, von den Stimwänden <B>7</B> und<B>8</B> leicht verschieden ist. Die Wände<B>3,</B> 4,<B>5, 6, 7</B> und<B>8</B> bestehen aus Metall, d.h. Messing oder Kupfer.
Zwischen den Seitenwänden<B>5</B> und<B>6</B> sind Anoden#d-rähte <B>9</B> von <B>0,1</B> nim Durchmesser ausgespannt, welche in der Seitenwand<B>5</B> in Isolatoren<B>10</B> festgemacht sind und die Seitenwand<B>6</B> durch andere Isolatoren<B>11</B> hin durch durchqueren. Die Anodendrähte<B>9</B> einer Kam mer sind ausserhalb der Kammer miteinander ver bunden und an ein Zählgerät (nicht gezeigt) bekann ter Art angeschlossen. Die Kammern<B>1</B> und 2 weisen überdies Kathodendrähte 12 aus Messing oder Kupfer auf, deren Dicke vorzugsweise diejenige der Anoden drähte übersteigt und die zwischen den Seitenwänden <B>5</B> und<B>6</B> in leitender Beziehunc, zu diesen Wänden ausgespannt sind.
Die Kammer<B>1</B> weist Stutzen<B>13</B> und 14 auf, an welche Leitungen für Ionisationsgas, <B>d.</B> h. eine Mischung aus Argon und Propan ange schlossen werden können.
Die Registrierkammer 2 ist wie die Antikoinzi- denzkammer konstruiert, wobei aber eine Stirnwand <B>15</B> als Rahmen mit einem Fenster<B>16</B> aus Plastik film aus-eführt ist, welches Fenster den Durchgang von Betapartikeln erlaubt.
Beim Betrieb des Apparates weisen die Anoden drähte eine positive Spannung von solcher Grösse auf, dass die Kammer als Geiger- oder Proportionalzäh- ler arbeitet, während das Gehäuse und die Kathode vorzugsweise geerdet sind. Wenn eine Probe, deren Radioaktivität gemessen werden soll, unter das Fen ster<B>16</B> der Registrierkammer gebracht wird, treten die Betapartikel in diese Kammer ein und erzeugen eine Ionisierung des langsam durch die Kammer strömenden Gases.
Die Elektronen werden von den Anodendrähten eingefangen, während jedes in die Kammer eindringende Betapartikel einen Impuls er zeugt, welcher vom Zählgerät gezählt wird. Die Beta- partikeln können infolge ihres niedrigen Durchdrin- gungsvermögens nicht in die Antikoinzidenzkammer <B>1</B> eintreten und können daher indieser Kammer keine Impulse erzeugen.
Mesonen von der kosmischen Strahlung, welche in die Registrierkammer 2 eintre ten, erzeugen wiedie Betapartikel in dieser Kammer einen Impuls; abeT die Mesonen werden auch in den meisten Fällen die Antikoinzidenzkammer <B>1</B> durch queren und einen Impuls gleichzeitig mit dem Impuls in Kammer 2 erzeugen.
Da das Zählgerät so beschaf fen ist, dass gleichzeitige Impulse einander aufheben, werden die genannten Impulse den Zähler nicht be tätigen, so,dass als Schlussergebnis nur die Betaparti- kel gezählt werden.
Der in Fig. <B>3</B> und 4 gezeigte Apparat ist im we sentlichen identisch mit dem in Fig. <B>1</B> und 2 gezeig ten, ausser dass die Registrierkammer <B>17</B> kleiner ist als die darüber angebrachte Antikoinzidenzkammer <B>18</B> und dass eine rahmenartige spezielle Antikoinzidenz- kammer <B>19</B> die Registrierkammer <B>17</B> umgibt.
Diese spezielle Antikoinzidenzkammer enthält einen e,inzi- gen Anodendraht 20, welcher die Registrierkammer <B>17</B> ganz umgibt und in den Ecken der Kammer<B>19</B> von Isolatoren 21 getragen ist. Die Kammer<B>19</B> weist äussere Seitenwände 22 und<B>23,</B> welche durchgehend sind und dadurch auch die Seitenwände der Anti- koinzidenzkammer <B>18</B> bilden, und innere Seitenwände 24 und<B>25</B> auf, welche zugleich die Seitenwände der Registrierkammer <B>17</B> bilden.
Die Kammer<B>17</B> und die Antikoinzidenzkammer <B>19</B> haben zudem eine ge meinsame Stirnwand<B>25,</B> welche auch eine Stirnwand in der Antikoinzidenzkammer <B>18</B> bildet; die Kammer <B>18</B> ist oben durch eine andere Stirnwand<B>26</B> abge schlossen. Auf diese Weise bilden die zwei Antikoin- zidenzkammern <B>18</B> und<B>19</B> und die Registrierkammer <B>17</B> eine einzige Einheit.
Als unteren Abschluss weisen die Antikoinzidenzkammer <B>19</B> und die Registrier- kammer <B>17</B> eine Stirnwand<B>27</B> auf, welche gegenüber der Registrierkammer <B>17</B> ein Fenster<B>28</B> zum Durch gang von Betastrahlen enthält.
Der in der Kammer<B>19</B> befindliche Anodendraht 20 ist in nicht gezeigter Weise aus der Kammer her ausgeführt und mit einem nicht gezeigten Zählgerät verbunden. Die Anodendrähte<B>9</B> in den Kammern <B>17</B> und<B>18</B> sind für jede Kammer separat gezogen und am Zählgerät angeschlossen. Das lonisationsgas wird durch nicht gezeigte, aber denen in Fig. <B>1</B> und 2 ähn liche Stutzen eingelassen. Falls erwünscht, bedient nur<B>je</B> ein Ein- und Austrittsstutzen den Apparat, wobei der Durchgang durch alle Kammern durch öffnungen in den Trennwänden gewährleistet wird.
Beim in Fig. <B>3</B> und 4 gezeigten Apparat wird eine beinahe vollständige Antikoinzidenzregistrierung er halten, da sogar horizontal einfallende Mesonen in Antikoinzidenz registriert werden, nämlich in der Antikoinzidenzkammer <B>19.</B>
Der in Fig. <B>5</B> gezeigte Apparat besteht aus einer Antikoinzidenzkammer <B>29</B> derselben Art wie, die Kammer<B>1.</B> in Fig. <B>1.</B> Diese Kammer ist so bemessen und konstruiert, dass ihre Endwände auf allen Seiten über die Registrierkammer <B>30</B> vorstehen, welche von der gleichen Art ist, wie die Kammer 2 in Fig. 2.
Solch ein Apparat wird beim Messen von Betapar- tikeln einer Probe<B>31</B> trotz seiner einfachen Bauart eine genügende Abschirmung gegen Mesonen ge währen, da auch unter sehr kleinen Winkeln zur Horizontalen eintreffende Mesonen erfasst werden und horizontal einfallende Mesonen selten vorkommen, Der in Fig. <B>6</B> gezeigte Apparat enthält eine Regi- C strierkammer <B>32,
</B> darüber eine Antikoinzidenzkammer <B>33</B> und darunter eine Antikoinzidenzkammer 34, wel che von der Kammer<B>32</B> einen solchen Abstand hat, dass eine Prüfschale<B>35</B> dazwischengebracht werden kann. Alle Kammern des Apparates sind von der in Fig. <B>1</B> gezeigten Art mit der Ausnahme, dass die un tere Endwand der Registrierkammerein Fenster ent hält. Solch ein Apparat registriert praktisch alle Me- sonen, welche die Kammer<B>32</B> in Antikoinzidenz tref fen.
Der in Fig. <B>7</B> gezeigte Apparat zählt Allpha- und Betateilchen separat. Er besteht aus einer Registrier- kammer <B>36</B> zur Registrierung von Alphapartikeln, aus einer Registrierkammer <B>37</B> zur Registrierung von Betapartikeln und aus zwei Antikoinzidenzkammern <B>38</B> und<B>39</B> mit einem solchen Abstand zwischen der Registrierkamraer 36 und der Antikeinzidenzkanuner <B>39,
</B> dass eine Prüfschale dazwischengebracht werden kann. Es wird speziell betont, dass alle vier Kammern von derselben Art sind, wie gezeigt in Fig. <B>1,</B> mit der einzigen Ausnahme, dass die, Fenster zum Durchgang der zu messenden Strahlen in der oberen und unteren Stirnwand der Kammer<B>36</B> und in der unteren Stirn wand der Kammer<B>37</B> liegen. Das bedeutet, dass das untere Fenster der Kammer<B>36</B> Alphapartikel durch- lässt. In der Praxis kann es aus einem dünnen Plastik film bestehen.
Das obere Fenster der Kammer<B>36</B> und das untere Fenster der Kammer<B>37</B> können aus dem gleichen Material bestehen, da die Reichweite der Alphapartikeln selten so gross ist, dass -sie von der Kammer<B>36</B> in die Kammer<B>37</B> eintreten können. Falls erwünscht, können jedoch diese Fenster oder nur das Fenster der Kammer<B>37</B> aus schwererem Mate rial bestehen, z. B. aus einem dickeren Plastikfilm, vorausgesetzt, dass das Material so beschaffen ist, dass es den Durchgang von Betapartikeln nicht verhindert.
Beim Betrieb des Apparates gemäss Fig. <B>7</B> arbei ten die zwei Antikoinzidenzkammern <B>38</B> und<B>39</B> in bekannter Weise, um Mesonen in Antikoinzidenz zu registrieren.
Die Betakammer <B>37</B> kann wie -,in Geigerzähler arbeiten und kann Impulse für Betapartikeln und Me- sonen registrieren, wobei die Impulse von den Jetzt- genannten Partikeln im Zäh#lgerät von Impulsen von einer oder beiden Antik-oinzidenzkammern <B>38</B> und <B>39</B> blockiert werden.
Die Alphakammer <B>36</B> wird vorzugsweise als Pro- portionalzähler betrieben; das Zählgerät registriert nur die von dieser Kammer herkommenden relativ starken Impulse, welche von Alphapartikeln erzeugt werden, während die relativ schwachen, von Beta- partikeln erzeugten Impulse nicht registriert werden.
Innerhalb des Erfindungsbereiches kann die üi Fig. <B>7</B> gezeigte Anordnung auf verschiedene Arten geändert werden. Es ist daher möglich, die Betakarn- mer <B>37</B> und die Alphakammer <B>36</B> durch eine einzige Kammer zu ersetzen, welche als Proportionalzähler betrieben und mit einem Zählgerät verbunden wer den kann,
welche Impulse von Alphapartikeln ge trennt von Impulsen von Alpha- und Betapartikeln zusammen registrieren kann und unter Umständen auch diese zwei Registrierungen differenzieren kann. überdies kann die eine oder die andere der zwei, Antikoinzidenzkammern <B>38</B> und<B>39</B> weggelassen wer den.
In der in Fig. <B>8</B> und<B>9</B> gezeigten Ausführungsform. ,sind die Kammern 41 und 42 rund, mit zylindrischen Seitenwänden. 43 und kreisrunden Stirnwänden 44, 45, 46 und 47. Die Stirnwand 47 besteht aus einem dünnen PlastIkfillm, welcher den Durchgang von Betapartikeln erlaubt; aber diese Stirnwand kann auch als Rahmen mit einem Fenster aus solchern Material ausgebildet sem. Im Apparat sind, wie in den oben beschriebenen Apparaten, Anodendrähte 48 an Isolatoren 49 befestigt und Kathodendrähte<B>50</B> mit den Seitenwänden 43 verbunden.
Das Ionisations- gas tritt durch den Stutzen<B>51</B> in die Kammer 41 ein und wird aus der Kammer 42 durch einen anderen Stutzen<B>52</B> abgezogen, wobei es von einer Kammer zur anderen durch, die öffnung <B>53</B> in den Wänden 45 und 46 gelangt.
Der Apparat arbeitet nach denselben Prinzipien wie die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele und kann, falls erwünscht, durch die Verwendung einer zweiten Antikoinzidenzkammer in einem gewissen Abstand zu der Stirnwand 47 der Kammer 42 ver bessert werden.