Verfahren zum portionsweisen Abfüllen von plastischen Massen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum portionsweisen Abfüllen von plastischen Massen z. B. von ungereiftem Käse, Wurstmasse oder dergleichen unter Verwendung von Förderschnecken.
Es ist bereits bekannt, zum portionsweisen Abfüllen von Wurstmassen Förderschnecken zu verwenden. Am Ende der Förderschnecke befindet sich ein rohrförmiges Mundstück, auf welches der Darm gezogen wird. Die mit dem Mundstück versehenen Schnecken treiben dann die Wurstmasse in den Darm, der dann abschnittsweise zusanunengebunden wird.
Der Nachteil dieser Art Verpackung besteht darin, dass oxydationsempfindliche Produkte, wie sie z. B.
Nahrungsmittel sind, Einschlüsse von Luft erhalten, die durch spätere Oxydation des verpackten Materials mindestens zu einer hässlichen Verfärbung des Nahrungsmittels führten. Solche Lufteinschlüsse sind besonders in der Wurstmasse unangenehm, weil diese Stellen dann in der rosafarbenen Wurst graue Tönungen zeigen.
Das Verfahren nach vorliegender Erfindung bezweckt diesen Nachteil zu beheben, ermöglicht aber auch, eine neue Art der Käseherstellung zu realisieren, bei welcher der ungereifte, noch plastische Käse (gesalzener Bruch) in Kunststoffbeuteln gereift werden kann, ohne dass Lufteinschlüsse den Reifuugspro zess stören.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann natürlich auch für andere plastische Lebensmittel oder überhaupt plastische Produkte, die durch Lufteinschlüsse geschädigt werden könnten, angewendet werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die zu verpackende Masse durch eine Förderschnecke in einen Raum, aus dem die Luft entfernt ist, gefördert wird, wo sie von einer Abfüllschnecke erfasst und gegen ein Abfüllmund- stück gepresst wird, über welches ein Behälter, z. B. ein Schlauch, Beutel oder eine Dose gestülpt ist. Auf diese Weise wird dann die Dose, der Beutel oder Schlauch mit der abzufüllenden Masse luftfrei gefüllt.
Die ebenfalls Gegenstand der Erfindung bildende Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens weist einen mit einem Einfülltrichter versehenen, eine Föderschnecke enthaltenden Gehäuseteil und einen, eine Abfüllschnecke enthaltenden, mit einem Abfüllmundstück versehenen Gehäuseteil auf. Zweckmässigerweise ist am Ende der Förderschnecke eine Lochscheibe eingesetzt, um den Raum zwischen den beiden Schnecken mit Sicherheit und ohne Störungen evakuieren zu können. Die beiden Schnecken sind vorteilhaft unter einem Winkel zueinander angeordnet. Die Behälter, in welche die plastischen Massen gefüllt werden und die über das Mundstück gestülpt sind, werden im allgemeinen nachgiebig in Richtung des Mundstückes geführt.
Der Gegendruck beim Abfüllen der Masse kann hierbei durch Regelorgane eingestellt werden, die solange diesen Gegendruck erhöhen, als die Masse an der Innenwandung der Packung noch nicht vollständig anliegt. Quillt dagegen die abzufüllende Masse seitlich aus dem Mundstück heraus, dann wird der Gegendruck herabgesetzt, so dass der Füllprozess störungsfrei verlaufen kann.
Für die Käsefabrikation, gemäss welcher der Käse in der Verpackung reifen soll, kann eine Lochscheibe zwischen den beiden Schnecken gewählt werden, deren Löcher so gross sind, dass eine Zerstörung der vorhandenen Körnerstruktur des ungereiften Käses vermieden wird. Rechnet man mit einer Körnerstruktur von 2 bis mm beim ungereiften Käse, so können die Löcher in der Lochscheibe 5 bis 8 mm betragen.
Zwischen den beiden Schnecken kann auch eine Sperrflüssigkeit verwendet werden, die den Zutritt der Luft zur abfüllbaren Masse verhindert.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beispielsweise näher erläutert.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung gemäss der Erfindung schematisch in einem Längsschnitt dargestellt.
Die gezeichnete Vorrichtung weist einen Gehäuseteil auf, mit einem Einfülltrichter 1 für die in Behälter abzufüllenden plastischen Massen. Dieser Gehäuseteil enthält eine Förderschnecke 2. An diesen Gehäuseteil ist unter einem rechten Winkel ein zweiter Gehäuseteil angeschlossen, der eine Abfüllschnecke 5 enthält und am Ende mit einem Abfüllmundstück 6 versehen ist. Zwischen den Gehäuseteilen ist eine Lochplatte 7 angebracht. Ferner weist der Gehäuseteil mit der Abfüllschnecke einen Stutzen für den Anschluss einer Leitung 4 von einer Vakuumpumpe auf. Die plastischen Massen gelangen durch den Trichter 1 zu der rotierenden Förderschnecke 2. Hier werden sie in den Raum 3 im zweiten Gehäuseteil befördert, wo sie dann von der Abfüllschnecke 5 erfasst und gegen das Abfüllmundstück 6 gepresst werden.
Sobald die durch den Trichter 1 zugegebenen plastischen Massen von der Förderschnecke 2 erfasst worden sind, öffnet man die zur Vakuumpumpe führende Leitung 4 und stülpt gleichzeitig über das Abfüllmundstück 6 einen Kunststoff- oder Gummischlauch, wobei darauf zu achten ist, dass keine Luft mehr durch den Abfüllstutzen 6 in die Vorrichtung gelangen kann. Falls die zu verpackenden plastischen Massen mechanische Verunreinigungen aufweisen, empfiehlt es sich, am Ende der Förderschnecke 2 vor dem Raum 3 ein Sieb einzubauen. Auf diese Weise werden nicht nur Verunreinigungen entfernt, sondern findet auch eine homogenere Durchmischung der zu verpackenden plastischen Massen statt.
In manchen Fällen ist es notwendig, die plastischen Massen bei einer nur wenige Grad über dem NulIpunkt liegenden Temperatur abzupacken. Man umgibt dann die Wandungen der Gehäuse mit den Schnecken 2 und 5 mit Kühlmänteln. Auf diese Weise ist es andererseits aber auch möglich, besonders zähe Gallerte bei erhöhter Temperatur (wo sie leicht flüssiger wird), die durch Betreiben des Kühlmantels mit warmem oder heissem Wasser erreicht wird, abzupacken.
Bei der Benutzung von Schneckenpressen für das Ausformen von Käse oder von Pressen, wie sie für die Butter- oder Margarine-Herstellung benutzt werden bzw. bei der Verwendung von Fleischwolfmaschinen, wie sie in der Fleischindustrie für die Wurstherstellung üblich sind, hat sich herausgestellt, dass später die mit Quellsalzen versetzten Naturkäse oder naturkäseähnlichen Produkte keine glatte Struktur bekommen. Die Ursache wurde darin gefunden, dass alle diese Maschinen eine zu weitgehende Zerkleinerung der Käsemasse vornehmen. Diese wird beispielsweise hervorgerufen, bei den bekannten Butterknetern durch spezielle Knetscheiben, durch Lochscheiben, die sich gegeneinander bewegen oder durch Schlitze, durch die die Masse gepresst wird.
Bei den Wurstmaschinen wird der Zerkleinerungseffekt erzielt durch Pressen durch eine Lochscheibe, hinter der sich ein schnell rotierendes Messer befindet.
Ein so fein gemahlener Bruch wächst nicht mehr zusammen. Das Zusammenwachsen ist an die Körnerstruktur gebunden. In manchen Fällen ist eine Längsdehnung der Körner günstig.
Man kann diese Nachteile vermeiden, wenn man einerseits luftfrei arbeitet und andererseits eine weitgehende Zerkleinerung dadurch verhindert, dass man durch Lochscheiben presst, die die Körnerstruktur erhalten oder durch Schlitze, die so weit sind, dass keine Zermahlung der Käsekörner stattfindet.
Es wurde nun gefunden, dass durch die in den Fig. 2a bis 2d dargestellte Formgebung des Abfüllmundstückes sich Naturkäse und naturkäseähnliche Produkte in besonders vorteilhafter Weise ausformen und verpacken lassen.
Das Mundstück nach den Fig. 2a, 2c und 2d besitzt rechteckigen Querschnitt und erweitert sich gegen das Austrittsende zu. Ein konischer Holzkeil 9 (Fig. 2b), dessen Querschnitt so bemessen ist, dass er in das Mundstück eingeschoben, dicht an der Innenwand desselben anliegt, wird so weit wie möglich eingeschoben. Durch die Abfüllschnecke 5 wird dann die Käsemasse in das Mundstück 8 gepresst und füllt diese unter gleichzeitigem Hinausschieben des Holzkeils 9 vollständig aus.
Wenn dies geschehen ist, kann mit der kontinuier- lichen Abpackung der Käsemasse begonnen werden.
Zu diesem Zweck überzieht man das vorzugsweise rechteckige Ende des Mundstückes mit einem dieser in Form und Grösse angepassten Kunststoffbeutel aus schrumpffähiger oder auch nicht schrumpffähiger Folie. Über das mit Kunststoff-Folie überzogene Endstück des Mundstückes stülpt man dann noch eine enganliegende Kastenform oder dergleichen. Damit soll lediglich vermieden werden, dass sie die dünne Folie während des sich anschliessenden Einpressens der Käsemasse Schaden erleidet.
Während des Füllens der Kunststoffbeutel mit der Käsemasse muss die Kastenform mit einer Kraft gegen die aus dem Mundstück tretende Käsemasse gedrückt werden, die nur wenig geringer ist als diejenige, mit der die Käsestoffmasse durch die Abfüllschnecke ausgepresst wird. Nur beim Einhalten dieser Bedingungen erreicht man, dass beim Füllen des Beutels Lufteinschlüsse vermieden werden. Ist der Beutel prall mit Käsestoffmasse gefüllt, so wird er aus der ihn umgebenden Form genommen, evakuiert und thermisch verschweisst. Nach Einlegen eines neuen Beutels in die Form wird dessen Füllung in der eben beschriebenen Art wiederholt.
Das Abpacken mit Hilfe der oben beschriebenen Vorrichtung ist besonders dann vorteilhaft, wenn es sich um eine Käsestoffmasse handelt, die auf folgende Art gewonnen wurde:
Die Milch wird auf einen Säuregrad von ca.
12,5 SH gebracht und anschliessend Lab zugegeben, worauf eine sehr schnelle Gerinnung erfolgt. Der so gewonnene Bruch wird geschnitten, kurz nachgewärmt, mit heissem Wasser gewaschen und sehr schnell kalt nachgespült. Dadurch wird die Säuerung gestoppt. Der pH-Wert der Käsemasse soll 5,0 bis 5,3 betragen. Durch die Zugabe von Kochsalz und 1% Phosphat wächst das Bruchkorn leichter zusammen.
Es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass man beim Abpacken der auf die eben beschriebene Weise dargestellten Käsestoffmasse nicht auf die Evakuierung des Raumes 3 der Vorrichtung zwischen der Förderschnecke und der Abfüllschnecke verzichten kann, obwohl Käsestoffmasse beim Auspressen durch die trichterförmige öffnung doch wieder unter Atmosphärendruck in den Kunststofinbeutel gelangt.
(Die luftfreie Verpackung erfolgt hier durch Absaugen der Luft aus dem Beutel unter gleichzeitigem Verschweissen.) Durch das Evakuieren der Vorrichtung wird das Zusammenwachsen des körnigen Bruchs zu einer homogenen Masse während der Reifung im evakuierten Kunststoffbeutel erleichtert. Ferner ist während des Transportierens der Käsestoffkörner durch die Schnecken darauf zu achten, dass keine zu weitgehende Zerkleinerungen (Mahlung) derselben erfolgt. Zu diesem Zweck kann man hinter der Lochscheibe ein Abstreifmesser langsam rotie- ren lassen. Gleichzeitig setzt man der Käsemasse Quellmittel, wie Kochsalz und Schmelzsalze zu. Der hinter den Lochscheiben in Strangform austretende Käsestoff wird durch die rotierenden Abstreifmesser wieder zerhackt, so dass die Körnerstruktur der Käsestoffmasse erhalten bzw. wieder hergestellt wird.
Beispiel 1
100 kg heisser Schmelzkäse (800 C) werden successive in den Trichter 1 eingefüllt. Von dort gelangt er mit Hilfe der Förderschnecke 2 gegen die auswechselbare Lochplatte 7. Sobald die Förderschnecke 2 die ersten Anteile der Käsemasse ganz oder nahe an die Lochplatte 7 herangebracht hat, öffnet man die Vakuumleitung 4. Die Vakuumwirkung wird natürlich erst dann bemerkbar, wenn Käsemasse durch die Lochplatte 7 in die Windungen der Abfüllschnecke 5 gelangt ist und so die Verbindung mit der Aussenluft über das Mundstück 6 abschliesst. Sobald das geschehen ist, wird die Käsemasse durch die kombinierte Wirkung vom Andruck durch die Förderschnecke 2 und dem hinter der Lochplatte 7 im Raum 3 herrschenden Unterdruck durch die Lochplatte gepresst.
Beispiel 2
100 kg Brät, bestehend aus 50 kg gewolftem und gekuttertem Magerfieisch, 30 kg Schweinefett und 201 Wasser, werden genauso wie im Beispiel 1 beschrieben, durch die Lochplatte 7 gepresst. Dabei werden nicht nur die unerwünschten Flechsen und Sehnen durch die Lochplatte zurückgehalten. Vielmehr enthält das Brät nach der Abfüllung keinerlei lufthaltige Hohlräume mehr, wodurch die sonst oft beobachtbare graue Verfärbung vermieden wird. Im vorliegenden Falle empfiehlt es sich ferner, die die Transportschnecken enthaltenden Zylinder mit einem Hohlmantel zu versehen, damit das Brät durch äussere Kühlung auf einer günstig erkannten Temperatur (während des Siebens) von 3 bis höchstens 100 gehalten werden kann.
Versucht man innerhalb derselben Zeit die in Beispiel 1 und 2 genannten Schmelzkäse- bzw.
Wurstbrätmassen ohne Unterdruck allein durch Verstärkung des Andrucks durch die Förderschnecke 2 durchzupressen, so bricht die Lochplatte.
Das beschriebene Verfahren bietet also ausser einer schnelleren und besseren Reinigungsmöglichkeit der Vorrichtung noch den Vorteil der grösseren Betriebssicherheit und der längeren Haltbarkeit der von mechanischen Verunreinigungen befreiten, durch Schnecken förderbaren Massen.
Beispiel 3
Durch Labgerinnung von Milch und Ausrühren hergestellte Käsebruchkörner, deren pH-Wert ca. 5,1 bis 5,5 beträgt, werden durch Zusatz von Natriumchlorid allein oder zusammen mit Phosphaten zum Quellen gebracht. Vor Beendigung des Quellens wird die Masse in die Vorrichtung zum Abfüllen gebracht und wie beschrieben abgefüllt.