Maschine zum Anbringen von Drahtschleifen an Materialrollen Üblicherweise werden etwa 5 bis 400 kg sohwere Rollen von Draht oder Kabel mit einer oder mehre- ren Drahtschleifen gebunden, damit sie sich beim Transport und bei der Lagerung nicht aufwickeln.
Das mit Hilfe einer Zange vorzunehmende Zusammenschliessen der Drahtsehleifenenden erfordert viel Arbeit und soll vorzugsweise auf der Innenseite der Spulen erfolgen, damit letztere noch leicht über einen Boden hinweggerollt werden können und damit weniger die Gefahr besteht, dass man sich an den Drahtschleifenenden, die nach dem Zusammendrehen noch meist flach umgebogen werden, die Kleider zerreisst.
Zweck der Erfindung ist die Schaffung einer Maschine, mit der das Anbringen von Drahtschleifen an Materiairollen rasch und präzis erfolgen kann.
Gegensand der Erfindung ist eine Maschine zum Anbringen von Drahtschleifen an Materialrollen, gekennzeichnet durch einen Tisch zum Auflegen einer solchen Materialrolle, einen durch eine Öffnung der Tischoberfläche in die lichte Weite dieser Rolle einfahr baren Arbeitskopf, der nebst Mitteln zum Vorschieben von Draht unter der Rolle hindurch Klemmbacken und Mittel zum Betätigen dieser letzteren zum Halten der um die Rolle gelegten Drahtschleife, Mittel zum Abtrennen dieser letzteren vom übrigen Draht und Mittel zum Rotierenlassen der Klemmbacken zwecks Zusammendrehens der Drehschleifenenden aufweist.
Beiliegende Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dar.
Fig. 1 ist ein Aufriss der Maschlne;
Fig. 2 ist eine Draufsicht bei weggenommenem Maschinentisch ;
Fig. 3 ist ein teilweisler Vertikalsohnitt, der insbesondere den Zusammendreh- und Abschermechanismus zeigt, und
Fig. 4 ist ein teilweiser Vertikalschnitt, der insbesondere einen Schaltmechanismus zeigt.
Über einem als Schweisskonstruktion ausgebilde ten Gestell 1 ist ein Maschinentisch T angeordnet, auf den Draht- oder Kabelspulen C, die durch Anlegen von Drahtschleifen gegen Aufwickeln zu sichern sind, aufgelegt werden können. Der Tisch ist drehbar und längsbeweglich gelagert und hat eine grosse Öffnung 51.
Die Anordnung ist eine solche, dass eine auf den Tisch aufgelegte Spule C schrittweise gedreht werden kann, um nacheinander an verschiedenen Stellen ihres Umfanges mit einer Drahtschleife versehen zu werden.
Im unteren Teil des Gestelles 1 sind zwei Elektro- motoren 2 und 3 fixiert. Die Welle des Motors 2, deren Drehsinn umkehrbar ist, ist mittels eines Schneckengetriebes und einer ausziehbaren Schiebe- keilwelle 4 mit der einen von zwei Rollen 5 drehfest verbunden, welche je nach ihrem Drehsinn dazu dienen, Draht zuzuführen oder wegzuziehen. Der Motor 3 steht durch ein Getriebe und eine ausziehbare Schiebekeilwelle 6 mit einem Drahtabtrenn- und Zus ammendrehmechanismus in Antriebsverbindung.
Ein Vorrat von zur Bildung von Schleifen dienendem Draht ist auf einer Trommel 7 (Fig. 1) aufge wickelt, die frei drehbar im Gestell gelagert ist.
Ein mit einem Pedal versehener Hebel 8 ist an der Stelle 9 am Gestel 1 gelagert. An seinem vom Pedal entfernten Ende ist ein einstellbarer Stössel 10 angelenkt, der Langlöcher besitzt, in die ein in einem Gegengewichtstraghebel 12 eingesetzter Bolzen 11 eingreift, wodurch der Stössel aufrecht stehend gehalten wird. Der eine Arm des Hebels 12, der bei 12a drebhar gelagert ist, trägt ein Gegengewicht 13. Der andere Arm unterstätzt mit seinem Ende 14 eine am unteren Ende einer Hebestange 16 gelagerte Rolle 15. Die Hebestange 16 trägt den Arbeitskopf der Maschine. Das Ende 14 ist so profiliert, dass es bei der Verschwenkung des Hebels 12 keine seitliche Kraft auf die Hebestange ausübt.
Der Pedalhebel 8 betätigt, wenn er beim Herabdrücken des Pedals eine bestimmte Lage erreicht, einen Schalter 17, der dann über einen Schütz den Drahtvorschiebe- und Rückziehmotor 2 in dem Sinne einschaltet, dass die Rollen 5 Draht vorschieo ben, der von der Trommel abgenommen wird und eine Führungshülse 18 durchläuft. Diejenige der beiden Rollen 5, die nicht auf der Welle 4 festsitzt, wird durch eine Feder gegen die ersterwähnte Rolle gedrückt, damit dem Draht durch Reibungsschluss eine Vorschubbewegung erteilt wird.
Am unteren Ende der den Trenn- und Drehmechanismus antreibenden Welle 6 ist eine Schnecke 19 vorhanden, die einen weiter unten beschriebenen Zusammendrehmechanismus betätigt.
Der von den Rollen 5 kommende Draht durchläuft einen Führungsschlitz 20 (Fig. 3) und gelangt dann zwischen den ersten von zwei gezahnten Klemmbacken 21 und 22 und den zentralen Teil 23 eines Drehkörpers 24, an dem die Klemmbacken gelagert sind.
Dieser Drahtvorschub mittels der Rollen 5 erfolgt, wenn der Motor 2 im entsprechenden Sinne dreht. Dreht dieser Motor im entgegengesetzten Sinne, so wird der Draht vom Klemmbacken 21 zurückgezogen.
Die beiden Klemmbacken 21, 22 sind voneinander unabhängig an zur Längsachse schwach geneigten Führungsbahnen 25 des Drehkörpers 24 verschiebbar und klemmen den Draht zwischen sich und dem Zapfen 23 ein, wenn sie nach links (Fig. 3) bewegt werden. Diese Bewegung erhalten sie über ein Axialkugellager 27 von einer Feder 26. Dabei ist es zweckmässig, wenn die Berührungsflächen, zwischen den Klemmbacken einerseits und dem benachbarten Kugellagerring andererseits, sphärisch sind. Zur Steuerung der Bewegung der Klemmbacken im Sinne ihres In- oder Aussereingrifibringens mit dem Draht dient ein Handhebel 49, der über einen in Horizon talrichtung beweglichen Teil 47 und über Joche 48 wirkt.
Am Drehkörper 24, d. h. am Zapfen 23, ist eine Scherkante 28 ausgebildet, die den Draht an dessen Austritt aus der Führungshülse 20 trennt, jeweils bei Beginn der Drehung des Drehkörpers, bzw. beim Be ginn des Zusammendrehens.
Der ganze Arbeitskopf, einschliesslich des Draht vorschub- und -Rückziehmechanismus und des Drehkörpers mit den Klemmbacken wird vom oberen Ende der Hebestange 16 getragen und der in seiner effektiven Länge verstellbare Stössel 10 verbindet den Pedalhebel 8 mit dem Gegengewichtshebel 12 zwecks Hebens des Arbeitskopfes bei genügend starkem Herabdrücken des Pedals. Mit dem Handhebel 49 ist ein Riegelbolzen 44 gekuppelt, der in eine Ausnehmung 45 einer der Führungsstangen 46 eintritt, um den Arbeitskopf vorübergehend in der angehobenen Lage zu halten.
Es wird durch eine einleitende Abwärtsbewegung des Pedals durch Betätigung des Schalters 17 Draht aus dem noch in der unteren Endlage befindlichen Arbeitskopf vorgeschoben und durch eine Nut 50 in der Tischoberfläche hindurchgeführt, auf welche bereits eine Materialrolle C aufgelegt wurde. Der Ar beitskopf wird dann durch weiteres Herabdrücken des Pedals gehoben. Derweilen fährt der Vorschubmechanismus fort, Draht vorzuschieben, der nun von Hand um die Rolle gelegt und mit seinem Ende zwischen der zweiten Klemmbacke und dem Zapfen 23 eingeführt und durch Betätigung des Handhebels 49 daselbst festgeklemmt wird. Der Drahtvorschub hört erst auf - infolge der Steuerung des Motors 2 durch den Schalter 17 - wenn das Pedal losgelassen wird.
Durch Betätigung eines Druckknopfschalters wird nun der Motor 2 im Rückwärtsdrehsinn laufen ge lassen, damit die Rollen 5 den Draht am Klemmbakken 21 vorbei zurückziehen, wodurch die Drahtschleife satt an die Rolle angelegt wird. Die Zähne des Backens 21 sind so geformt, dass dieses Zurückziehen leicht vor sich gehen kann.
Die sich satt um die Rolle legende Drahtschleife verschiebt die Rolle als Ganzes auf dem Tisch T, wodurch die Rolle einen am Arbeitskopf seitlich angeordneten Hebel 29 betätigt, der durch eine federbelastete Schubstange 30 (Fig. 4) mit einem auf einer feststehenden Achse drehbar gelagerten Arm 31 verbanden ist. Auf dieser Achse ist auch frei drehbar ein Klinkenrad 32 gelagert, das durch einen Klinkenmechanismus 32a so mit dem Arm 31 verbunden ist, dass es durch diesen nur in einemDrehsinn mitgenom- men werden kann. Am Umfang des Klinkenrades liegen auch Füllhebel 33, 34 an, die bei ihrem Ausschwenken je einen Schalter 36 bzw. 35 betätigen.
Die Anordnung ist eine solche, dass bei einer Betätigung des Hebels 29 durch die Rolle C das Klinkenrad 32 gerade genug verdreht wird, um die Schalter 35, 36 einmal zu betätigen. Einer dieser Schalter ist an einen Schütz angeschlossen, der nun den Motor 2 abstellt, wogegen der andere Schalter an einen Schütz angesohlossen ist, der nun den Motor 3 einschaltet, der zum Antrieb des Zusammendrehmechanismus dient.
Vorzugsweise sollte die Anzahl von Drehungen, mit denen Drahtschleifenden miteinander verbunden werden, einstellbar sein. Zu diesem Zwecke ist die Schnecke 19 am unteren Ende der Welle 6 vor gesehen. Sobald der Motor 3 arbeitet, treibt diese Schnecke über ein Schneckenrad 37 und eine in einem Lager 39 drehende Welle 38 eine Scheibe 40 an. Stifte 41 können nach Wahl verschieden weit aussen in eine Wählscheibe 42 eingeschraubt werden, die ihrerseits auf der Drehscheibe 40 verdreht und dann an dieser in dieser eingestellten Lage arretiert werden kann.
Nach einem bestimmten Drehweg der Welle 6 betätigen die Stifte 41 einen Schalter 43, der dann über den Schütz des Motors 3 diesen Motor abstellt und über einen anderen Schütz dafür sorgt, dass beim Beginn des nächsten Arbeitszyklus der Maschine der Drehsinn des Drahtvorschub-und Rückziehmotors wieder der richtige ist für das Vorschieben des Drahtes.
Zusammenfassend ist der ganze Arbeitszyklus wie folgt:
Die Bedienungsperson drückt vorerst das Pedal so weit und so lange herab, bis eine gewisse Drahtlänge durch die Rollen 5 vorgeschoben worden ist, wobei der Draht durch die Nut 50 unter der Rolle C hindurchgeführt wird.
Dann wird das Pedal weiter herabgedrückt, damit der Arbeitskopf angehoben und in seiner oberen Endlage verriegelt wird. Dabei wird weiterhin Draht vorgeschoben, der nun von Hand um die Materialrolle gelegt und mit seinem vorderen Ende zwischen dem Klemmbacken 22 und dem Mittelzapfen 23 des Drehkörpers 24 eingeführt wird. Mittlerweile wurde, sobald genügend Draht vorgeschoben war, das Pedal losgelassen.
Daraufhin werden durch Betätigung des Hebels 49 Klemmbacken 21, 22 in Klemmlage gebracht und dann wird durch Betätigung des Druckknopfschalters der Motor 2 im Rückwärtsdrehsinn laufen gelassen. Die Drahtschleife wird somit gespannt und zieht die Rolle C gegen den Hebel 29. Dieser wird dabei genügend geschwenkt, um den Mechanismus 31, 33, 34 zu betätigen und so den Drahtvorschiebe und -rückziehmotor 2 anzuhalten und den Drahtab trenn- und -zus ammendrehmotor 3 einzuschalten.
Gleich zu Beginn der nun einsetzenden Drehung des Drehkörpers 24 wird der die Schleife bildende Drahtabschnitt an der Stelle 28 vom übrigen Draht abgetrennt, und anschliessend werden die von den Klemmbacken 21, 22 festgehaltenen Drahtschleifenenden zusammengedrellt, wobei die Anzahl von Drehungen von der Lage der Stifte 41 in der Wählscheibe 42 abhängt, daraufhin wird der Motor 3 durch die auf den Schalter 43 einwirkenden Stifte 41 abgestellt.
Sodann wird der Handhebel 49 im Sinne des Lösens der Klemmbacken 21, 22 von den Drahtenden betätigt. Eine zusätzliche Bewegung dieses Handhebels bewirkt die Zurücknahme des Riegelbolzens 44, damit der Arbeitskopf nach unten fährt in die in Fig. 1 gezeigte Lage.
Die Materialrolle kann nun über die Tischfläche hinweg zu einer Transportvorrichtung gerutscht werden. Natürlich könnte aber die Rolle an mehreren Stellen ihres Umfanges mit einer Drahtschleife versehen werden.