CH372133A - Verfahren zur Herstellung antibakteriell wirksamer Kanamycin-Verbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung antibakteriell wirksamer Kanamycin-Verbindungen

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CH372133A
CH372133A CH5843958A CH5843958A CH372133A CH 372133 A CH372133 A CH 372133A CH 5843958 A CH5843958 A CH 5843958A CH 5843958 A CH5843958 A CH 5843958A CH 372133 A CH372133 A CH 372133A
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kanamycin
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CH5843958A
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Gaston Perron Yvon
Schmitz Henry
Joseph Gottstein William
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Bristol Lab International S A
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H15/00Compounds containing hydrocarbon or substituted hydrocarbon radicals directly attached to hetero atoms of saccharide radicals
    • C07H15/20Carbocyclic rings
    • C07H15/22Cyclohexane rings, substituted by nitrogen atoms
    • C07H15/222Cyclohexane rings substituted by at least two nitrogen atoms
    • C07H15/226Cyclohexane rings substituted by at least two nitrogen atoms with at least two saccharide radicals directly attached to the cyclohexane rings
    • C07H15/234Cyclohexane rings substituted by at least two nitrogen atoms with at least two saccharide radicals directly attached to the cyclohexane rings attached to non-adjacent ring carbon atoms of the cyclohexane rings, e.g. kanamycins, tobramycin, nebramycin, gentamicin A2

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Description


  Verfahren zur Herstellung     antibakteriell        wirksamer        Kanamycin-Verbindungen       Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Herstellung antibakteriell wirksamer Verbindun  gen. Das Verfahren besteht darin, dass ein     mono-          cyclischer    aromatischer oder     heterocyclischer    Mono  aldehyd mit     Kanamycin-Base    umgesetzt und das  wasserunlösliche Produkt abgetrennt wird.  



  Die     Verfahrensendstoffe    leiten sich vom Anti  biotikum     Kanamycin    ab. Das Antibiotikum     Kana-          mycin    ist ein gut verträgliches Antibiotikum, welches  für seine Wirkung gegen     grampositive    Bakterien,       gramnegative    Bakterien und     Mycobakterien    be  kannt ist.

   Dank der Stärke seiner Wirkung und der  Breite seines Spektrums kann es als allgemeines  Desinfektionsmittel, in der Veterinärmedizin gegen       Euterentzündungen    von     Rindvieh    und in der Human  medizin zur Bekämpfung der Tuberkulose sowie von  durch     grampositive    und     gramnegative    Bakterien ver  ursachte örtliche oder synthetische Infektionen ver  wendet werden.

   Wie andere stark wasserlösliche Anti  biotika der Art von     Streptomycin    und     Neomycin,     wird bei der oralen Verabreichung auch     Kanamycin     nur spärlich absorbiert und wird infolgedessen bei  Verwendung als     Heilmittel    bei     systemischen    Infek-         tionen        parenteral    gegeben. Leider bewirkt die In  jektion von Lösungen der     Kanamycin-Base    oder des       -Sulfates    nur kurz dauernde     Kanamycinblutspiegel-          werte;    solche Injektionen müssen deshalb oft wieder  holt werden.

   Dies bedeutet für den Patienten eine  Quelle von sowohl Schmerzen wie Kosten. Weiter  macht es die häufige Kontrolle durch einen Arzt oder  eine Krankenschwester notwendig und führt zu einem  unerwünschten     Blutspiegeldiagramm,    das durch  häufige Spitzen und Täler gekennzeichnet ist.  



  Es wurde nun gefunden, dass die Endstoffe des       vorliegenden        Verfahrens    hohe     Kanamycinblutspiegel-          werte    ergeben, die über     lange    Zeitspannen erhalten  bleiben.  



  Vorzugsweise wird so verfahren, dass mindestens  4 Mole des     Monoaldehydes    mit einem     Mol        Kanamy-          cin-Base    in alkalischem     wässrigem    Medium bei     einer     Temperatur zwischen etwa 0 und 100  umgesetzt  wird.  



  Für das     erfindungsgemässe    Verfahren sind die  durch die folgenden Formeln wiedergegebenen  Aldehyde     bevorzugt:     
EMI0001.0044     
      worin     Ri    Wasserstoff, Chlor, Brom, eine     Hydroxyl-,     eine niedere     Alkyl-    oder eine niedere     Alkoxygruppe,     R2 Wasserstoff, Chlor, Brom, eine     Hydroxyl-,    eine  niedere     Alkyl-,    eine niedere     Alkoxy-,    die     Nitro-,    eine       Dialkylaminogruppe    oder zusammen mit     R,

          Me-          thylen-dioxy    und     R3    Wasserstoff, Chlor, Brom, die       MT        tro-    oder eine niedere     Alkylgruppe    bedeutet.  



  Ebenfalls bevorzugt ist die Durchführung der er  findungsgemässen Umsetzung in Wasser oder in Mi  schungen von Wasser und mit Wasser mischbaren  Lösungsmitteln, wie z. B. niedere     aliphatische    Al  kohole.  



  Letztere werden oft zur Lösung der einen  Reaktionskomponente, nämlich des Aldehyds, ver  wendet. Die Menge des verwendeten Aldehyds kann  sich, in     molaren    Mengen ausgedrückt, zwischen     4-          und    10mal die Menge des eingesetzten     Kanamycins     bewegen.  



  Das wasserunlösliche Produkt wird in an sich  bekannter Weise gewonnen, nämlich z. B. durch De  kantieren oder durch Auffangen auf einen Filter. Die  Reaktion wird bei alkalischen     pH-Werten    durch  geführt, um sicherzustellen, dass das     Kanamycin    in  Form der freien Base vorliegt. So verwendet man  eine     wässrige    Lösung der freien     Kanamycin-Base,     welche einen     pH-Wert    von ungefähr 10 aufweist.  Oder man verwendet die     wässrige    Lösung eines Säure  additionssalzes von     Kanamycin,    z.

   B.     Kanamycin-          Sulfat,    und stellt auf einen     pH-Wert    von etwa 10  oder mehr, z. B.     pH    = 10, 10,5 oder 11, ein. Beim       Alkalizusatz,    z. B. von     Natriumhydroxyd,    geht das       Kanamycin-Salz    in die Form seiner freien Base  über. Die Produkte des vorliegenden Verfahrens  können durch Zusatz von wässriger Säure, z. B.  Schwefelsäure, Essigsäure, bei einem     pH-Wert    vor  zugsweise unter 4 leicht wieder in     Kanamycin    zu  rückverwandelt werden.  



  <I>Beispiel 1</I>  Zu einer gerührten Lösung von 2 g     Kanamycin     in 15 ml Wasser gibt man 3,5 g     Salicylaldehyd.    Man  rührt noch während 15-20 Minuten und sammelt  dann das ausgefallene gelbe     Tetrasalicyliden-Kana-          mycin    auf einem Filter und trocknet es. Die Aus  beute beträgt 4,8 g. Zersetzung über 165 . Im     Le-          bendversuch    nach der Verdünnungsmethode wurden  340     mcgimgm        Kanamycin    bestimmt. Das Produkt  ist unlöslich in Wasser, löslich in     wässrigem    Natrium  hydroxyd und     zersetzt    sich in Gegenwart von Säuren.

    
EMI0002.0048     
  
    Berechnet: <SEP> (C4rH52N4015): <SEP> 61,32 <SEP> C; <SEP> 5,83 <SEP> H
<tb>  Gefunden: <SEP> 60,52 <SEP> C; <SEP> 5,96 <SEP> H       <I>Beispiel 2</I>  Zu einer Lösung von 11,4 g     Kanamycin    in 50 ml  Wasser gibt man auf einmal eine Lösung von 6,80 g  Anisaldehyd in Methanol zu. Die erhaltene Mischung  wird während 15 Minuten gerührt, wobei ein Tempe  raturanstieg stattfindet. Nach dem Stehen während  mehrerer Stunden     setzte    die klare farblose Lösung    eine kristalline Fällung von     Tetraanisyliden-Kana-          mycin    ab, welches durch Filtration gewonnen, in  kochendem Methanol gelöst, mit Kohle behandelt  und filtriert wird.

   Das warme Filtrat wird mit Wasser  verdünnt; nach dem Stehen über Nacht bei Raum  temperatur setzen sich 7,5 g eines weissen kristallinen,  bei 193-196      (Zers.)    schmelzenden Produktes ab.  



  Der obige Versuch wurde ausgehend von 20 g       Kanamycin    in 100 ml Wasser und 20g Anisaldehyd  in 100 ml Methanol wiederholt. Man erhält 28;5 g       Tetra-p-methoxybenzyliden-Kanamycin    vom     Schmp.     193-196      (Zers.).    Im     Lebendversuch    nach der Ver  dünnungsmethode und Prüfung gegen B.     subtilis    wur  den 400     mcgjmgm        Kanamycin    bestimmt.

    
EMI0002.0062     
  
    Berechnet <SEP> (C5aH6oN4015): <SEP> 62,7 <SEP> C; <SEP> 6,27 <SEP> H
<tb>  Gefunden: <SEP> 62,6 <SEP> C; <SEP> 6,66 <SEP> H       <I>Beispiel 3</I>  Ein Überschuss an     Salieylaldehyd    (22 g; 18     Mol)     wird tropfenweise einer gerührten Lösung von     Kana-          mycin    (18,6 g; 0,04     Mol)    in 150 ml Wasser<I>zuge-</I>  setzt. Nach 45 Minuten Rührzeit wird das gelbe aus  gefallene Tetra - o -     hydroxybenzyliden    -     Kanamycin     durch Filtration abgetrennt, luftgetrocknet, mit Äther  gewaschen und wieder getrocknet. Ausbeute 34,5 g.

      <I>Beispiel 4</I>  Zu einer Lösung von 11,4 g     Kanamycin    in 50 ml  Wasser gibt man unter Rühren eine Lösung von  7,0 g     p-Chlorbenzaldehyd    in 50 ml Methanol. Die  Temperatur der Lösung steigt auf etwa 40-50 , und  bald darauf wird ein öliger Rückstand ausgeschieden;  nach dem Ankratzen erstarrt das Öl zu Kristallen.  Nach dem Stehen über Nacht bei Raumtemperatur  trennt man die Rohkristalle des Produktes, nämlich  Tetra     p-Chlorbenzyliden-Kanamycin,    durch Filtration  ab und löst sie in heissem, mit Kohle versetztem Me  thanol. Darauf wird filtriert und das heisse Filtrat bis  zu beginnender Kristallisation mit Wasser versetzt.

    Der weisse kristalline Endstoff wurde auf einem Filter       gesammelt,    im Vakuum bei 61  während zwei Stun  den getrocknet und gewogen. Ausbeute 5,5 g. Zer  setzung bei 213-216 . Wassergehalt 3,88     alo-.    310     mcg          Kanamycin,,'mgm    im     Lebendversuch.       Berechnet     (C46H48N4011C14):    56,7 C; 4,96 H  Gefunden (unter Berücksichtigung von<B>3,880/0</B>  Feuchtigkeit): 56,94 bzw. 56,74 C; 5,02 bzw.  4,73 H.

      Der Versuch wird wiederholt, wobei zu einer  gerührten Lösung von 20 g     Kanamycin    in 100 ml  Wasser eine Lösung von 14 g     p-Chlorbenzaldehyd    in  150 ml     lsopropylalkohol    gegeben wird. Nach been  deter Eintragung wird die Lösung während 15 Mi  nuten gerührt, auf 60  erwärmt und mit 100 ml  Wasser verdünnt. Nach dem Stehen bei Raumtempe  ratur werden 22 g eines farblosen kristallinen Pro  duktes erhalten, welches nach     Umkristallisieren    aus       Methanol-Wasser    einen Zersetzungspunkt 213-216   aufweist.

        <I>Beispiel 5</I>  Nach dem     Verfahren    der Beispiele     1-4.    werden  folgende Verbindungen hergestellt:       Tetra-p-dimethylaminobenzyliden-Kanamycin     vom Schmelzpunkt 255-258 ,       Tetraveratryliden-Kanamycin     vom     Schmelzpunkt    173-175      (Zers.),          Benzyliden-Kanamycin     vom     Schmelzpunkt    235-237      (Zers.),          N,N,N",N"'-Tetra-(2,4-dichlorbenzyliden)-          Kanamycin,          N,N'N",N"'-Tetra-p-methylbenzyliden-          Kanamycin,

            N,N',N",N"'-Tetra-p-nitrobenzyliden-Kanarnycin.       <I>Beispiel 6</I>  Um die     wasserunlöslichen    Derivate         N,N',N",N"'-Tetra-2-pyridincarboxyliden-          Kanamycin    und       N,N',N",N"-Tetra-2-thiophencarbonyliden-          Kanamycin     zu erhalten, wird nach Beispiel 5 vorgegangen, wobei  allerdings das     p-Dimethylaminobenzaldehyd    durch  die gleiche Menge       2-Pyridincarboxaldehyd        (2-Formylpyridin)    oder       2-Thiophenaldehyd        (2-Thiophencarbonal;

            2-Formylthiophen)     zu     ersetzen    ist.     Gleicherweise    können     3-Formylpyri-          din    und     4-Formylpyridin    zur Herstellung der ent  sprechenden     Isomeren    Verwendung finden.

      <I>Beispiel 7</I>    Weitere substituierte wasserunlösliche     Tetra-          benzyliden-Kanamycine    werden nach dem Verfahren  von Beispiel 4 gewonnen, wenn man das p-Chlor-         benzaldehyd    durch gleiche Mengen der folgenden  Aldehyde     ersetzt:

            3,4-Dimethylbenzaldehyd,          5-Chlor-2-hydroxybenzaldehyd,          5-Brom-2-hydroxybenzaldehyd,     Zimtaldehyd,       2,4-Dihydroxybenzaldehyd,          2-Äthoxybenzaldehyd,          3-Äthoxy-4-hydroxybenzaldehyd,          4-Äthoxy-2-hydroxybenzaldehyd,          3-Hydroxybenzaldehyd,          4-Hydroxybenzaldehyd,          2-Methoxybenzaldehyd,          3-Nitrobenzaldehyd,          Piperonal    und     4-Isopropylbenzaldehyd.     



  <I>Beispiel 8</I>  Durch tropfenweisen Zusatz von 10 g     Furfural     zu einer gerührten Lösung von 10 g     Kanamycin    in  100 ml Wasser, nachfolgendes Erwärmen auf dem  Dampfbad und Rühren während 30 Minuten erhält  man das wasserunlösliche     N,N',N",N"'    -     Tetra-          furfuryliden-Kanamycin.     



  In gleicher Weise können substituierte     Furfu-          ryliden-Derivate    hergestellt werden, in dem man als  Ausgangsmaterial z. B.     5-Chlorfurfural,        5-Brom-          furfural,        5-Nitrofurfural    oder     5-Methylfurfural    ver  wendet. Genau so kann man von den entsprechen  den     Isomeren    substituierten oder     unsubstituierten     Aldehyden der     3-Formylfuran    oder     3-Formylthio-          phen-Reihe    ausgehen.  



  In der vorliegenden Beschreibung werden die  Endstoffe des     erfindungsgemässen    Verfahrens als  (aromatische)     Carboxyliden-,    z. B.     Benzyliden-Deri-          vate,    bezeichnet. Da aber im     Kanamycin    die aktiven       Aminogruppen    zu     Hydroxylgruppen    benachbart  stehen, kann die am     Kanamycin-Molekül    stattfin  dende Reaktion wie folgt veranschaulicht werden:  
EMI0003.0074     
    Der tatsächlich     stattfindende    Mechanismus ist  eine Frage der Theorie.

   Es soll hier lediglich fest-    gehalten werden, dass der Ausdruck     Carboxyliden     auch die     isomere        Oxazolidin-Form    mit     umfasst.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung antibakteriell wirk samer Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, dass ein monocyclischer aromatischer oder heterocycli- scher Monoaldehyd mit Kanamycin-Base umgesetzt und das wasserunlösliche Produkt abgetrennt wird.
CH5843958A 1957-12-16 1958-04-17 Verfahren zur Herstellung antibakteriell wirksamer Kanamycin-Verbindungen CH372133A (de)

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