Spiegelreflexkamera zur Aufnahme von Lauf Bildern Spiegelreflexkameras zur Aufnahme von Lauf bildern mit einem hin und her gehenden Träger für den Spiegel, der in einer Stellung den Strahlengang des Objektivs in einen Spiegelreflexsucher ablenkt, während in einer anderen Stellung des Spiegelträgers der Strahlengang zwecks Belichtung durchgelassen wird, sind bereits bekannt, haben sich aber aus ver schiedenen Gründen nicht in die praktische Kamera technik einführen können.
Durch einseitige Anord nung des Spiegels zu der Ausnehmung des Spiegel trägers, durch welche der Strahlengang des Objektivs in der Aufnahmestellung durchgelassen werden soll, folgen nämlich auf eine Belichtungsstellung zwei Pha sen, in denen der Strahlengang in den Spiegelreflex sucher hineinreflektiert wird. Das hat den grundsätz lichen Nachteil, dass erst jede vierte Phase eine Auf nahmephase ist.
Ist die Gangzahl dabei so bestimmt, dass die Teilbilder des belichteten Films bei dessen Wiedergabe in der erforderlichen Weise im Auge verschmelzen, wenn die Bewegungsphasen, die durch Fortschaltung des Films entstehen, in bekannter Weise abgedeckt werden, dann bedeutet es einen un nötigen Aufwand, wenn während zweier hinterein- anderfolgender Phasen die Reflexion des Strahlen ganges im Spiegelreflexsucher in das beobachtende Auge eintritt. Dieser Aufwand ist nicht nur un erwünscht, sondern auch nachteilig, weil er bedeutet, dass mit einer unnötig hohen Frequenz der Oszilla- tionsbewegungen des Spiegelträgers gearbeitet werden muss.
Da der Spiegel ein verhältnismässig schwerer, hin und her gehender Teil ist, kommt es zum Auftre ten von Massenkräften, die wegen des quadratischen Einflusses der Geschwindigkeit auf die Massenkräfte sehr hoch ausfallen. Abgesehen von der Gefahr des Auftretens von Resonanzlagen oder mindestens des Durchfahrens von Resonanzbereichen kommt es zu lästigen Schwingungen der Kamera, durch die die Aufnahmegenauigkeit beeinträchtigt wird. Ein wei terer Nachteil der bekannten Einrichtung besteht darin, dass ausser der Anordnung eines Spiegelträgers zwei Platinen mit eigenem Antrieb erforderlich wer den, damit die Aufnahme- und Sucherstellungen des Spiegels in der vorgesehenen Weise aufeinanderfol gen können. Jede Platine hat dabei ein eigens. Bewegungsgesetz und erfordert daher einen gesonder ten Antrieb.
Dadurch ist der bauliche Aufwand, der., bei der Spiegelreflexbeobachtung durch Laufbild- kameras aufzunehmender Bilder eintritt, so erheb lich, dass Vorschläge dieser Art keine praktische Ver wirklichung gefunden haben.
Um die Nachteile der bekannten Kameraausbil dung zu vermeiden, ist, ausgehend von Spiegelreflex kameras zur Aufnahme von Laufbildern mit einem hin und her gehenden Träger für den Spiegel, der in einer Stellung den Strahlengang des Objektivs in einen Spiegelreflexsucher ablenkt, während in einer an deren Stellung des Spiegelträgers der Strahlengang zwecks Belichtung durchgelassen wird, erfindungs gemäss der Spiegel zu beiden Seiten der- Ausnehmung des Spiegelträgers angeordnet, die zum Durchlass des Strahlenganges des Objektivs in der Aufnahmestel lung dient.
Durch die erfindungsgemäss getroffene Anord nung fallen die Nachteile der bekanntgewordenen Einrichtung fort. Es folgt auf jede Ablenkung des Strahlenganges in den Spiegelreflexsucher während der einen Phase der Spiegelbewegung je eine weitere Phase, in der der Strahlengang zwecks Belichtung durchgelassen wird, so dass man gegenüber den frü heren Anordnungen mit der halben Frequenz der Oszillationsbewegungen des Spiegels auskommt. Da durch vermindern sich die Massenkräfte auf ein Vier- tel der Massenkräfte, die bei den früheren Anord nungen auftraten, so dass die Kamera weit ruhiger läuft, als es bei früheren Anordnungen der Fall war.
Ausserdem wird der Aufbau der zur Bildung des Ver schlusses erforderlichen Platinen sehr einfach, und sämtliche Platinen können nach dem gleichen Be wegungsgesetz gesteuert werden, so dass auch ein fache Antriebsverhältnisse entstehen.
Die Zeichnung gibt eine beispielsweise Ausfüh rungsmöglichkeit der für die Erfindung wesentlichen Teile einer Kamera zur Aufnahme von Laufbildern mit Sichtbarmachung des Aufnahmeobjektes in einem Sucher wieder, während die unwesentlichen Teile als an sich bekannt, nicht dargestellt wurden.
Im einzelnen zeigt Fig. 1 in schaubildlich und schematisch gehal tener Darstellung eine Ausführungsmöglichkeit am Beispiel eines oszillierenden Spiegelträgers, während die Fig. 2 bis 4 aus der Fig. 1 einzeln heraus gezeichnete Teile veranschaulichen.
Die Fig. 5 bis 9 geben die Wirkungsweise des Tei les nach Fig. 2 in verschiedenen Stellungen, bezogen auf das Lichtfenster in der Filmführungsbahn, wieder.
In Fig. 1 bezeichnet 1 das nur gestrichelt wieder gegebene Objektiv der Kamera mit der optischen Achse 2-2. Um das Aufnahmeobjekt in einem Sucher sichtbar zu machen, ist ein Spiegel 3 vorgesehen, der den Strahlengang 2-2 in die Richtung 4 abknickt, wobei in dem so abgelenkten Lichtstrahlenbündel eine Mattscheibe 5 liegt. Im Wege des durch den Licht strahl 4 gekennzeichneten Lichtstrahlenbündels liegt das Dachkantprisma 6, so dass eine weitere Umlen kung in den Punkten 7 und 8 erfolgt. Dadurch ge langt das Aufnahmeobjekt über das Okular 9 im Auge 10 des Beschauers zur Darstellung, wenn der Spiegel 3 die in Fig. 1 gezeichnete Lage aufweist. Diese Lage ist jedoch veränderlich. Der Spiegel 3 ist nämlich auf dem Spiegelträger 11 angeordnet bzw.
der Spiegelträger 11 bildet die Spiegelfläche 3. Der Spiegelträger 11 ist in einer Geradführung 12 be weglich geführt. Er besitzt zu diesem Zwecke die Gleitkulisse 13, in der sich der Kurbelzapfen 14 einer Kurbelscheibe 15 führt. Die Kurbelscheibe ist auf der Welle 16 angeordnet. Die Welle 16 besitzt einen An trieb, der im allgemeinen in Form eines Federwer kes, Elektromotors oder dergleichen ausgeführt ist. Die Welle 16 kann auch gleichzeitig zum Antrieb der Greifer für die Filmförderung dienen. Der selbst nicht gezeichnete Film ist dabei in der Filmführungs- bahn 17 geführt.
Diese Filmführungsbahn bildet ein in Fig. 1 nicht erkennbares, in Fig. 5 bei 18 angedeu tetes Lichtfenster, über das die Belichtung des Films in der Belichtungsstellung der dem Lichtfenster 18 im Lichtweg vorgeordneten Teile erfolgt. Zu diesen Tei len gehört zuerst der Spiegelträger 11, der also eine fensterförmige Ausnehmung 19 besitzt, die somit in der Belichtungsstellung im Wege der optischen Achse 2-2 des Objektivs 1 liegt.
Synchron mit dem Spiegel träger 11 beweglich ist eine in Fig. 1 nicht erkenn bare, aber in Fig.2 schaubildlich wiedergegebene Platine 20, deren fensterförmige Ausnehmung 21 sich in Belichtungsstellung ebenfalls in der optischen Achse 2-2 des Objektivs befindet. Zu diesem Zwecke ist die Platine 20 ihrerseits in der Geradführung 12 beweglich angeordnet. Sie weist wieder eine Gleit- kulisse 22 auf, in der der Kurbelzapfen 14 liegt, der auch zum Antrieb des Spiegelträgers 11 dient. Die Teile 17, 20 bilden also einen Schlitzverschluss, des sen Wirkungsweise aus den Fig. 5 bis 9 erkennbar ist.
In Fig. 5 hat die Platine 20 ihre eine Grenzstellung erreicht, in der das Bildfenster 18 in der Filmfüh- rungsbahn 17 völlig geschlossen ist, so dass keine Belichtung stattfindet. Dagegen beginnt die Belich tung bei der Stellung der Teile nach Fig. 6. Der voll eröffnete Verschluss ist in Fig. 7 dargestellt. In Fig. 8 ist das Bildfenster 18 bereits wieder verschlossen, und in Fig. 9 hat die Platine 20 die zur Fig. 5 entgegen gesetzte Grenzstellung erreicht.
Um eine Verschlussblende zu bilden, sind folgende weiteren Teile vorgesehen, die in den Fig. 3 und 4 gesondert herausgezeichnet, aber auch in der Fig. 1 vorhanden, nur nicht dargestellt sind. An der Platine 20 vorbei erstreckt sich die Platinenplatte 23, die in dem Teil 24 vertikal geführt ist. Der Teil 24 kann als Teil der Filmführungsbahn 17 ausgeführt sein. In der Platinenplatte 23 ist ein Platinenschieber 25 in der selben Richtung geführt, in der auch die Platine 20 hin und her schwingend angeordnet ist.
Im Gegen satz jedoch zu der unmittelbar angetriebenen Platine 20 ist der Platinenschieber 25 nur mittelbar dadurch angetrieben, dass ein Zapfen 26 der Platine 20 in den Schrägschlitz 27 des Platinenschiebers 25 ein greift. In dem Platinenschieber 25 ist ein zweiter Schrägschlitz 28 so angeordnet, dass seine Schräg neigung entgegengesetzt zu derjenigen des Schräg schlitzes 27 verläuft. In den Schrägschlitz 28 greift der Zapfen 29 eines zweiten Platinenschiebers 30 ein, der ebenfalls keinen Antrieb besitzt und in dem Teil 31 wieder in der Richtung geführt ist, in der auch die Platine 20 beweglich ist.
Darüber hinaus ist die Pla- tinenplatte 23 dadurch heb- und senkbar angeordnet, dass ein Verstellglied 31 mit der Bedienungshandhabe 32 über den Zapfen 33 in einen Schlitz 34 der Pla- tinenplatte 23 eingreift. Das Verstellglied 31 ist bei 35 drehbar angeordnet.
Die Wirkungsweise der so beschriebenen Teile ergibt sich unmittelbar aus dem Vorhergesagten. In der Belichtungsstellung des Spiegelträgers 11 und der den Schlitzverschluss bildenden Teile liegen die Fen ster 18, 19 und 21 im Wege der optischen Achse 2-2, so dass es zur Belichtung des Films kommt, voraus gesetzt, dass sich die Platinenplatte 23 über das Ver- stellglied 31 in einer Höhenlage befindet, in der über die Schrägschlitze 27, 28 den Platinenschiebern 25, 30 eine gegenseitige Lage zueinander erteilt worden ist, in der die Randkanten 36,
37 dieser Platinen- schieber einen in Bewegungsrichtung der Platine 20 gemessenen Abstand voneinander besitzen, der mit dem in gleicher Richtung gemessenen Randabstand der Begrenzungskanten der Lichtfenster 18 oder 21 übereinstimmt.
Gilt das für die angenommene Höhen lage der Platinenplatte 23, so ändert sich das durch Höher- oder Niedrigerverstellung der Platinenplatte 23; bei Verstellungen in der einen Richtung nähern sich die Randkanten 36, 37 der Platinenschieber 25, 30, und sie überdecken sich schliesslich, so dass die Verschlussblende auf den Wert Null gebracht, das heisst geschlossen ist, in der anderen Richtung entfer nen sich die genannten Randkanten voneinander, bis ihr Abstand den eingangs unterstellten Wert besitzt, womit die Verschlussblende voll eröffnet ist.
Trotz dem nehmen die beiden Platinenschieber 25, 30 in folge der Kupplung mit dem Platinenschieber 20 bei 26 ständig an der oszillierenden Bewegung der Pla- tine 20 teil, so dass die Verschlussblende ohne Stö rung dieser Oszillation über die Platinenplatte 23 betätigt werden kann.
Bei praktischen Ausführungen wird die Bedie nungshandhabe 32 durch einen Exzentertrieb ersetzt, wobei dem Einstellorgan dieses Exzentertriebes eine Skala zugeordnet ist, in der in Abhängigkeit von den verschiedenen Gangzahlen angegeben wird,, in welcher Weise sich durch die Änderungen der Verschluss blende auch die Verschlusszeiten ändern, so dass bei spielsweise bei der Gangzahl 8 vermerkt ist, dass sich durch Änderung der Verschlussblende Belichtungszei ten von 1!1g bis 1/1,1o Sek. ergeben, während die Ver kleinerung der Verschlusszeit bei der Gangzahl 64 beispielsweise auf 1/112o Sek.
gebracht werden kann, was ebenfalls auf der Skala verzeichnet ist.