Verfahren und Einrichtung zum Abbinden von Wurstwaren Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Abbinden von Wurst waren.
Die seit langem gebräuchliche Art des Abbindens von Wurstwaren und dergleichen besteht darin, um die zusammengepresste Abbindestelle der Ware eine biegsame Schnur zu legen und in unmittelbarer Nähe der Abbindestelle zu verknoten.
In ähnlicher Weise wird in der Regel beim Verschliessen von Behältern in Form eines Sackes oder Beutels verfahren. Es sind auch schon Maschinen bekannt geworden, welche die erwähnten Operationen selbsttätig durchführen, doch sind diese Maschinen verhältnismässig kompliziert im Aufbau und deren Arbeitsgeschwindigkeit ver- hältnismässig niedrig.
Zur Beseitigung der genannten Nachteile sind Maschinen geschaffen worden, welche um die zuvor zusammengepresste Abbindestelle der Ware ein Stück eines Drahtes oder Bandes aus Metall legen, das dann die Abbindestelle lediglich durch seinen Wider stand gegen Zurückbiegen zusammenhält. Das Ab binden erfolgt hierbei durch Bildung eines offenen Ringes oder eines Wickels, dessen äusseres Ende nicht festgelegt wird. Diese Art der Abbindung ist aber für manche Zwecke ungenügend, insbesondere für Wurstwaren.
Mit der in den letzten Jahren zunehmenden Ver wendung von Kunststoff-Folien zur Herstellung von Verpackungen ist man vielfach dazu übergegangen, diese Verpackungen durch Verschweissen des Kunst stoffmaterials zu verschliessen. Kunststoffbeutel wer den oftmals an der Einfüllstelle zunächst zusammen- gepresst oder durch Verdrehen geschlossen, worauf dann das solchermassen zusammengeraffte Material des Beutels noch durch Wärmeeinwirkung ver- schweisst wird.
Zur Bildung von Nähten an Stoff bahnen aus thermoplastischem Kunststoff sind Ma- schirren bekannt, welche Heissluftzuführungen und Presswerkzeuge zum Erweichen und Zusammenpres sen der zu verschweissenden Stellen aufweisen. Alle diese bekannten Verfahren und Einrichtungen zum Verschweissen von Kunststoffen sind jedoch nicht für das Abbinden von Wurstwaren oder dergleichen geeignet, da die Hüllen dieser Waren aus verschie denen Gründen in den wenigsten Fällen aus thermo plastischen Kunststoffen hergestellt werden oder wer den können.
Der Vollständigkeit halber sei jedoch noch erwähnt, dass es bekannt ist, bei Wurstwaren die beiden Enden einer gewöhnlichen Abbindeschnur mittels einer Kunststoffplombe miteinander zu ver binden, die durch Verschweissen von zwei Kunst stoffplättchen gebildet wird, zwischen denen die Schnurenden durchgehen. Eine solche Plombe dient aber nicht unmittelbar demAbbinden der Wurstware, sondern dem Kennzeichen der Ware durch Anbrin gen einer Schutzmarke oder dergleichen, und sie wird meist in einiger Entfernung von der eigentlichen Ab bindestelle mit Knoten angebracht.
Das Verfahren gemäss der vorliegenden Erfin dung sieht nun vor, dass man um die zusammenge- presste Abbindestelle von Wurstwaren einen Kunst stoffdraht legt und dann die beiden Endteile des Kunststoffdrahtes parallel und gleichsinnig verlau fend bis satt an die Abbindestelle miteinander ver- schweisst.
Das Hüllmaterial selbst braucht somit kein ver- schweissbarer Kunststoff zu sein, da der Kunststoff draht die gleiche Aufgabe erfüllt wie eine gewöhn liche Schnur. Anstatt durch einen Knoten wird jetzt in technisch einfacher Weise durch direktes Ver- schweissen der Drahtenden ein geschlossener Ring um die zusammengepresste Abbindestelle erzeugt. Das Verschweissen kann grundsätzlich durch ther mische oder chemische Verschmelzung mittels eines Lösungsmittels erfolgen, wobei man in der Praxis wohl der erstgenannten Art den Vorzug geben wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann durch eine gegenüber Verknotungsmaschinen verhältnis- mässig einfache Einrichtung maschinell und mit er höhter Arbeitsgeschwindigkeit durchgeführt werden.
Eine derartige Einrichtung besitzt zwei gegenein ander verschiebbare Pressorgane mit V-förmigen Stirnflächen, wobei mindestens das eine dieser Press- organe im Scheitel seiner V-förmigen Stirnfläche einen Ausschnitt hat zur Aufnahme der zusammen- gepressten Abbindestelle der Wurstware ;
ferner be sitzt die Einrichtung Mittel zum Zuführen des Drah tes sowie um ein Drahtstück abzuschneiden und um die Abbindestelle der Ware zu legen. Erfindungs- gemäss ist die Einrichtung dadurch gekennzeichnet, dass in unmittelbarer Nähe der Abbindestelle zwei Presswerkzeuge in zur Verschieberichtung der ge nannten Pressorgane rechtwinkliger Richtung gegen einander beweglich angeordnet sind,
um die beiden Endteile des U-förmig um die zusammengepresste Abbindestelle der Ware gelegten Drahtstücke aus thermoplastischem Kunststoff parallel und gleichsin nig verlaufend aneinanderzudrücken, und dass wei tere Mittel zum intermittierenden Zuführen heisser Luft in den Arbeitsbereich der Presswerkzeuge vor handen sind.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung, in welcher rein beispielsweise und teils schematisch eine Ausführungsform der Einrichtung veranschaulicht ist, erläutert.
Fig. 1 zeigt die hauptsächlichsten Teile einer Ein richtung zum Abbinden von Wurstwaren in Vorder ansicht ; Fig. 2 veranschaulicht das gleiche in einem an dern Zeitpunkt des Arbeitszyklus ; Fig. 3 stellt in grösserem Masstab einen senk rechten Schnitt nach der Linie 111-11I in Fig. 1 dar ; Fig. 4 zeigt teilweise das gleiche wie Fig. 3, je doch in dem Zeitpunkt, der Fig. 2 zugrunde liegt ; Fig. 5 stellt einen Teil des oberen Pressorgans in Vorderansicht dar ;
Fig. 6 veranschaulicht einen senkrechten Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 3, aber in einem an dern Zeitpunkt des Arbeitszyklus ; Fig. 7 ist die analoge Darstellung in einem wenig späteren Zeitpunkt.
Die dargestellte Einrichtung weist zwei gegenein ander bewegliche Pressorgane 11 und 12 auf, deren eines 11 fest und deren anderes 12 in vertikaler Richtung beweglich angeordnet ist. Das untere Press- organ 11 ist mittels eines Winkelstückes 13 (Fig. 3) an einer Tischplatte 14 der Einrichtung befestigt und weist zwei in einigem Abstand voneinander angeord nete Platten 15 und 16 auf, zwischen denen eine kleinere Distanzierungsplatte 17 eingeschaltet ist, wie Fig. 3 zeigt. Zwischen den obern Partien beider Plat ten 15 und 16 ist ein Hohlraum 18 vorhanden, in welchen das andere Pressorgan 12 eingreift.
Die oberen Stirnflächen 19 der Platten 15 und 16 haben V-förmigen Verlauf (Fig. 1 und 2).
Das obere, bewegliche Pressorgan 12 weist zwei Platten 21 und 22 auf, zwischen denen eine kleinere Distanzierungsplatte 23 angeordnet ist. Zwischen den untern Partien beider Platten 21 und 22 ist ein Hohlraum 24 vorhanden (Fig. 3 und 4). Die nach unten gekehrten Stirnflächen 25 der Platten 21 und 22 haben V-förmigen Verlauf, wie insbesondere Fig. 1 und 5 zeigen. Das Pressorgan 12 ist teils durch das untere Pressorgan 11 und teils durch feststehende Schienen 26 geführt. Der obere Endteil des Press- organs 12 liegt gegen den Umfang einer Nocken scheibe 27 an, die auf einer drehbaren Welle 28 sitzt.
Zwei Zugfedern 29 greifen einerseits am Pressorgan 12 an und sind anderseits an einem nicht dargestell ten, feststehenden Teil der Einrichtung verankert. Die Federn 29 halten das Pressorgan 12 stets in An lage an der Nockenscheibe 27, welche derart geformt ist, dass sie bei jeder Umdrehung das Pressorgan 11 einmal nach unten schiebt und dann wieder nach oben zurückkehren lässt.
Im Scheitel der V-förmigen Stirnflächen 25 weist das Pressorgan 12 einen Ausschnitt 30 auf zur Auf nahme der zusammengepressten, abzubindenden Stelle der Wurstwaren. Das Zusammenpressen der abzubindenden Stelle der Wurstware erfolgt bei der Abwärtsbewegung des Pressorgans 12 mittels der V-förmigen Stirnflächen 19 und 25 der beiden Press- organe 11 und 12. Beiderseits des Ausschnittes 30 ist je ein Stift 31 (Fig. 5-7) vorhanden, der in die Platten 21 und 22 eingesetzt ist, den Hohlraum 24 des Pressorgans 12 durchsetzt und als Anschlag für ein zum Abbinden der Wurstware benutztes Kunst stoffdrahtstück dient.
Zum Zuführen des Kunststoffdrahtes 33 und zum Abschneiden eines Drahtstückes weist die Ein richtung einen Apparat auf, der wie folgt ausgebildet ist Auf der Schiene 26 ist ein Reiter 34 in waag rechter Richtung verschiebbar geführt (Fig. 1 und 2). Der Reiter 34 ist mit einer festen Klemmbacke 35 und einer beweglichen Klemmbacke 36 versehen, deren letzterer Bestandteil eines am Reiter 34 schwenkbar angeordneten Hebels 37 ist. Das eine Ende einer Zugfeder 38 ist an einem mit der Schiene 26 fest verbundenen Teil 39 verankert, während das andere Ende der Feder 38 am Hebel 37 angreift.
Die Feder 38 ist bestrebt, sowohl den Reiter 34 in Fig. 1 und 2 nach links zu bewegen als auch den Hebel 37 so zu schwenken, dass seine Klemmbacke 36 sich der festen Klemmbacke 35 nähert. Der Kunststoff draht 33 läuft von einer nicht dargestellten Vorrats rolle zwischen den Klemmbacken 35 und 36 hin durch und dann durch ein Führungsrohr 40, das am fester. Teil 39 angeordnet ist.
Auf einer drehbaren Welle 41 sitzt eine Nocken scheibe 42, die einen seitlich abstehenden Mitnehmer- zapfen 43 aufweist. Der obre Teil des Reiters 34 ist mit einem senkrecht verlaufenden Einschnitt 44 versehen, in welchen der Mitnehmerzapfen 43 bei der Rotation der Nockenscheibe 42 eingreifen kann, zwecks Ver- schiebens des Reiters 34 entgegen dem Einfluss der Feder 38.
Der Hebel 37 besitzt einen über die Schwenkachse 45 hinausragenden Fortsatz 46, mit welchem der Mitnehmerzapfen 43 ebenfalls zusam menarbeiten kann., zwecks Verschwenkens des He bels 37 zum Lüften der Klemmbacken 35 und 36.
An einem Ausleger 48 des festen Teils 39 ist ein zweiarmiger Hebel 49 schwenkbar gelagert, dessen einer Arm ein Schermesser 50 trägt, welches mit der einen Stirnfläche des Führungsrohres 40 zusammen arbeitet. Das andere Ende des Hebels 49 ist gelenkig mit einer Stange 51 verbunden, die ihrerseits an dem einen Arm eines zweiarmigen Hebels 52 angelenkt ist. Die Schwenkachse 53 des Hebels 52 ist an einem nicht dargestellten festen Teil der Einrichtung an geordnet.
Der andere Arm des Hebels 52 weist einen seitlich abstehenden Mitnehmerlappen 54 auf, der in die Bewegungsbahn des Mitnehmerzapfens 43 der Nockenscheibe 42 hineinragt, so dass bei jedem Um gang der Nockenscheibe 42 das Schermesser 50 ein mal betätigt wird.
Ein Anschlag 56 für das voranlaufende Ende des Kunststoffdrahtes 33 ist an der Schiene 26 befestigt (Fig. 1 und 2). An der Schiene 26 sind ferner zwei n vertikaler Richtung bewegliche Schieber 57 an geordnet, deren jeder einen an seinen Enden ge schlossenen Längsschlitz 58 aufweist, durch welchen zwei Befestigungsschrauben 59 hindurchragen. Durch Anschlagen der Enden des Schlitzes 58 an der einen oder andern der Schrauben 59 ist die Bewegungsbahn eines jeden Schiebers 57 begrenzt, so dass sie kürzer ist als die Bewegungsstrecke des Pressorgans 12. Der untere Teil jedes Schiebers 57 besteht aus einer ela stisch biegsamen Blattfeder 60, die einen Stift 61 trägt, wie insbesondere in Fig. 3 und 4 zu erkennen ist.
Der Stift 61 kann in entsprechende Durchbre- chungen 62 (Fig. 5) der beiden Platten 21 und 22 des Pressorgans 12 eingreifen, wobei er den Hohl raum 24 gemäss Fig. 3 durchsetzt. Die Stifte 61 der beiden Schieber 57 dienen als Stützteile zum vor übergehenden Abstützen eines in den Wirkungs bereich des Pressorgans 12 gebrachten Drahtstückes, wie weiter unten ausführlich erläutert ist.
Am festen Pressteil 11 sind zwei hohle Führungs teile 65 befestigt, in denen je ein stabförmiges Drück- werkzeug 66 in waagrechter Richtung verschiebbar geführt ist. Die einander zugekehrten Endteile der Drückwerkzeuge 66 sind derart flach ausgebildet, dass se in die Hohlräume 18 und 24 der Pressorgane 11 und 12 eingreifen können (Fig. 6 und 7). Die voneinander abgekehrten Enden der Drückwerkzeuge 66 weisen je einen Teller 67 auf, der am Umfang einer zugeordneten Nockenscheibe 68 anliegt, welche auf einer drehbaren Welle 69 sitzt.
Zwischen dem Führungsteil 65 und dem Teller 67 eines jeden Drückwerkzeuges 66 befindet sich eine um das letz tere gewundene Druckfeder 70, die den betreffenden Teller 67 in Anlage an der Nockenscheibe 68 hält. Die Nockenscheiben 68 haben eine solche Ausbil dung, dass sie bei jeder Umdrehung die Drückwerk- zeuge 66 einmal gegeneinander schieben und dann wieder nach aussen zurückkehren lassen.
Die Wellen 28, 41 und 69 der Nockenscheiben 27, 42 und 68 sind durch nicht dargestellte Mittel zur Drehung miteinander verbunden und mit einem ebenfalls nicht dargestellten Antriebsmotor ge kuppelt.
In der vorderen Platte 16 des festen Pressorgans 11 befindet sich ferner eine Durchbrechung, an wel cher die Mündung einer Rohrleitung 72 angeschlos sen ist, die mit dem Ausgang eines elektrisch beheiz baren Lufterhitzers 73 in Verbindung steht. Eine Rohrleitung 74 verbindet den Eingang des Lufterhit- zers 73 mit einem Ventil 75, das seinerseits über eine Rohrleitung 76 an einer nicht dargestellten Druckluftquelle angeschlossen ist. Ein Betätigungs organ 77 des Ventils 75 liegt unter dem Einfluss einer im Ventil enthaltenen, das Schliessen des Ven tils bewirkenden Feder an dem Umfang der Nocken scheibe 42 an.
Die letztere ist derart ausgebildet, dass sie bei jeder Umdrehung das Ventil 75 einmal während einer gewissen Zeitdauer öffnet. An der der Mündung der Rohrleitung 72 gegenüberliegenden Stelle ist die hintere Platte 15 des Pressorgans 11 mit einer Mehrzahl kleinerer Öffnungen 78 ver sehen, durch welche die angeblasene Luft entweichen kann (Fig. 3 und 6).
An den einander zugekehrten Seiten der Platten 15 und 16 sind noch zwei Platten 79 und 80 aufge setzt, deren Dicke mit derjenigen der Platten 21 und 22 des andern Pressorgans 12 übereinstimmt (Fig. 3, 6 und 7). Die Platten 79 und 80 sind derart ausge bildet, dass sie bei nach unten bewegtem Pressorgan 12 in dessen V-förmigen Ausschnitte hineinpassen.
Mit Hilfe der beschriebenen Einrichtung lassen sich Wurstwaren und dergleichen nach dem folgen den Verfahren abbinden Es wird von der in Fig. 1 und 3 dargestellten Lage der beweglichen Teile ausgegangen. Der abzu bindende Strang 82 (Fig. 3) wird auf der Tischplatte 14 liegend zwischen die V-förmigen Stirnflächen 19 und 25 der Pressorgane 11 und 12 eingeschoben, wenn sich das Pressorgan 12 in seiner höchsten Stel lung befindet. Die Nockenscheiben 27, 42 und 68 drehen sich im Sinne der in Fig. 1 eingetragenen Pfeile.
Der Mitnehmerzapfen 43 der Nockenscheibe 42 hält den Reiter 34 zunächst noch in seiner extre men nach aussen geschobenen Lage, ist aber im Begriffe, sich vom Fortsatz 46 des Hebels 47 weg zubewegen. Unter dem Einfluss der Feder 38 wird daher die Klemmbacke 36 am Hebel 37 gegen die feste Klemmbacke 35 bewegt, wobei der aus thermo plastischem Kunststoff bestehende Draht 33 zwischen den beiden Klemmbacken 35 und 36 festgeklemmt wird. Wenig später tritt der Mitnehmerzapfen aus dem Einschnitt 44 des Reiters 34 hinaus, wonach der letztere unter dem Einfluss der Feder 38 gegen den festen Teil 39 schnellt.
Der Kunststoffdraht 33, der vorher bis zum Schermesser 50 reichte, wird dabei in den Hohlraum 24 des oberen Pressorgans 12 vor geschoben bis zum Anschlag 56. Kurze Zeit später fährt der Mitnehmerzapfen 43 von unten gegen den Mitnehmerlappen 54 des Hebels 52, wodurch der letztere geschwenkt und mittels der Stange 51 das Schermesser 50 nach oben bewegt wird. Das in den Wirkungsbereich des Pressorgans 12 eingeschobene Drahtstück 33a, welches in Fig. 1 mit strichpunktier ten Linien dargestellt ist,
wird durch das Messer 50 vom übrigen Kunststoffdraht 33 abgeschnitten und liegt dann auf den als Stützteile dienenden Stiften 61 der Schieber 57 auf. Nachdem der Mitnehmerzapfen 43 vom Lappen 54 abgeglitten ist, kehrt das Schermesser 50 unter dem Einfluss der Schwerkraft oder einer nicht dargestellten Feder in seine unwirk same Lage zurück.
Mittlerweile begann das Pressorgan 12 sich nach unten zu bewegen, zufolge der Drehung der Nocken scheibe 27. Der abzubindende Strang 82, der aus Gründen der Deutlichkeit in Fig. 1 und 2 nicht ein gezeichnet ist, wird nun zwischen den V-förmigen Stirnflächen 19 und 25 der Pressorgane 11 und 12 auf einen immer kleiner werdenden Durchmesser zu sammengepresst. Bei der Abwärtsbewegung des Pressorgans 12 werden die Schieber 57 durch die in die Durchbrechungen 62 eingreifenden Stifte 61 mit genommen, bis die oberen Enden der Schlitze 58 gegen die oberen Schrauben 59 anstossen.
Hierauf wer den die Stifte 61 unter elastischer Biegung der Blatt federn 60 aus den Durchbrechungen 62 und dem Hohlraum 24 herausgedrängt, wie Fig. 4 veranschau licht. Dadurch wird das Drahtstück 33a freigegeben.
Die abzubindende Stelle des Stranges 82 ist nun schon derart stark zusammengepresst, dass sie be ginnt, in den Ausschnitt 30 des Pressorgans 12 ein zudringen. Dadurch wird das auf dem Strang 82 auf liegende Drahtstück 33q mit seiner Mittelpartie durch den Strang 82 von unten gegen die Stifte 31 und dann zwischen diesen Stiften 31 nach oben gedrückt, wobei das Drahtstück U-förmig geknickt und um die abzubindende Stelle des Stranges 82 herumgelegt wird, wie Fig. 6 veranschaulicht. Die beiden nach unten weisenden Schenkel des U-förmig abgebogenen Drahtstückes 33a gelangen hierbei zwischen die bei den Platten 79 und 80 des untern Pressorgans 11 und werden durch diese Platten geführt.
Bei der Drehung der Nockenscheibe 42 öffnet diese während einer bestimmten Zeitdauer das Ven til 75, so dass Luft durch die Rohrleitungen 76 und 74 in den Lufterhitzer 73 strömt. Die auf etwa 270 Celsius erwärmte Luft gelangt durch die Rohrleitung 72 in den Hohlraum 18 des Pressorgans 11, in wel chem sich nun die nach unten weisenden Schenkel des U-förmig gebogenen Drahtstückes 33n befinden. Durch die heisse Luft wird das thermoplastische Ma terial der Drahtschenkel weich und schweissfähig.
Mit Hilfe der beiden Nockenscheiben 68 werden die Drückwerkzeuge 66 nach innen, d. h. gegenein ander bewegt. Die einander zugekehrten Stirnenden der Drückwerkzeuge 66 drücken dann die beiden nach unten weisenden Schenkel des Drahtstückes 33a zusammen, wie in Fig. 7 veranschaulicht ist.
Die bis zur Schweissfähigkeit erweichten Drahtschenkel werden dadurch parallel und gleichsinnig verlaufend aneinandergeschweisst. Die Nockenscheibe 42 lässt das Ventil 75 wieder schliessen, bevor die Nocken scheiben 68 die Drückwerkzeuge 66 nach aussen zu rückkehren lassen, so dass eine Abkühlung und Ver festigung der zusammengeschweissten Drahtschenkel erfolgt, bevor die Drückwerkzeuge 66 auseinander gehen. Dadurch wird ein sicheres Abbinden des Stranges 82 erreicht.
Fig. 2 zeigt den Augenblick, in welchem die Nockenscheibe 42 das Ventil 75 sich wieder schlies- sen lässt und der Mitnehmerzapfen 43 in den Ein schnitt 44 des Reiters 34 eindringt. Der Mitnehmer- zapfen 43 fährt dabei gegen den Fortsatz 46 des Hebels 37, wodurch der letztere entgegen dem Ein- fluss der Feder 38 geschwenkt und die Klemmbacke 36 von der festen Klemmbacke 35 wegbewegt wird.
Im weiteren Verlauf der Drehung der Nockenscheibe 42 schiebt der Mitnehmerzapfen 43 den Reiter 34 entgegen dem Einfluss der Feder 38 nach aussen in die in Fig. 1 veranschaulichte Lage zurück, wobei der Kunstoffdraht zwischen den gelüfteten Klemm backen 35 und 36 unbewegt bleibt.
Schliesslich lassen die Nockenscheiben 68 und die Nockenscheibe 27 die Drückwerkzeuge 66 bzw. das Pressorgan 12 unter dem Einfluss der Federn 70 bzw. 29 in die Ausgangslage gemäss Fig. 1 zurück kehren. Bei der Aufwärtsbewegung des Pressorgans 12 rücken die Stifte 61 wieder in die zugehörigen Durchbrechungen 62 des Pressorgans 12 ein, wo nach die Schieber 57 durch das Pressorgan 12 in die obere Lage geschoben werden.
Nachher wiederholt sich der beschriebene Ar beitszyklus, nachdem der Strang 82 um ein ge wünschtes Mass vorgeschoben worden ist.
Es ist möglich, den Wellen 69 der Nocken scheiben 68 die doppelte Drehzahl zu verleihen im Vergleich zu den Drehzahlen der Nockenscheiben 27 und 42. Dann vollbringen die Drückwerkzeuge 66 je weils noch eine Bewegung gegeneinander, wenn das Pressorgan 12 in seiner obersten Stellung ist. Diese zusätzliche Bewegung wird zwar nicht gebraucht, doch hat die beschriebene Variante den Vorteil, dass die Verschiebung der Drückwerkzeuge 66 nach in nen bzw. nach aussen jeweils in einer kürzeren Zeit spanne erfolgt, wodurch beim U-förmigen Biegen des Drahtstückes 33n eire Behinderung desselben durch die Drückwerkzeuge 66 sicherer vermieden werden kann.
Anstatt durch die Nockenscheiben 68 könnten die Drückwerkzeuge 66 übrigens auch pneumatisch oder hydraulisch betätigt werden. Die Auf- und Ab wärtsbewegung des Pressorgans 12 könnte anstatt durch die Nockenscheibe 27 ebensogut auch mit Hilfe einer Kurbel und einer Pleuelstange oder auch pneumatisch oder hydraulisch erfolgen. Auch für den Bewegungsantrieb der übrigen beweglichen Teile könnten andere als die dargestellten Mittel vorhanden sein.
Bei einer nicht dargestellten Ausführungsvariante könnten das bewegliche Pressorgan 12 unten und das feste Pressorgan 11 oben angeordnet sein, so dass die Einrichtung sozusagen auf den Kopf gestellt ist. In diesem Falle ist es möglich, die Schieber 57 und die als Stützorgane dienenden Stifte 61 wegzu lassen, weil dann das abgeschnittene Drahtstück 33a auf der betreffenden Stirnfläche der mittleren Platte 23 des Pressorgans 12 aufliegen kann.
Bei allen erwähnten Ausführungen können die dargestellten und beschriebenen Bestandteile der Ein richtung in einem Gehäuse untergebracht sein, das einander gegenüberliegende Öffnungen zum Hin durchschieben des abzubindenden und des abgebun denen Stranges aufweist.