CH373124A - Wasserglaskitt - Google Patents

Wasserglaskitt

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CH373124A
CH373124A CH6214058A CH6214058A CH373124A CH 373124 A CH373124 A CH 373124A CH 6214058 A CH6214058 A CH 6214058A CH 6214058 A CH6214058 A CH 6214058A CH 373124 A CH373124 A CH 373124A
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CH6214058A
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Rudolf Dr Lorentz Guido Max
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Hoechst Ag
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    • C04B28/00Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements
    • C04B28/24Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing alkyl, ammonium or metal silicates; containing silica sols
    • C04B28/26Silicates of the alkali metals
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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    • C08K3/00Use of inorganic substances as compounding ingredients
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Description


      Wasserglaskitt       Es ist seit langem bekannt,     Wasserglaskitte    durch  Anwendung von Säuren oder sauer wirkenden bzw.  zu Säuren     hydrolysierenden    Substanzen selbsthärtend  zu machen. Hierbei finden z. B. Stoffe, wie     Salze,     der     Kieselfluorwasserstoffsäure,    Derivate niedermole  kularer organischer Säuren wie     Amide,    Ester u. ä. m.  Verwendung. Diese selbsthärtenden     Wasserglaskitte     werden zum Verlegen und Verfügen säurefester  Steine bei der     Ausmauerung    von stählernen oder  Betongefässen verwandt oder zum Mauern von säure  festen Fundamenten u. ä. m.

   Bei     fluorhaltigen    Kitten  tritt der Nachteil auf, dass     Flusssäure    aus den bei der       Härtungsreaktion    entstehenden     fluorhaltigen    Umset  zungsprodukten durch Kontakt mit starken Säuren  in Freiheit gesetzt wird und einen metallischen Appa  ratemantel oder auch säurefeste Steine korrodiert.  Gelegentlich macht sich diese Korrosion erst an  entfernt liegenden Teilen einer Apparatur bemerk  bar, da erst dort die     Flusssäure    niedergeschlagen  wird und dann zur Korrosion führt. Durch die  Anwendung niedermolekularer organischer Säuren  und Säurederivate wurden die vorgenannten Nach  teile verhindert.

   Beiden     Härtungsarten    gemeinsam ist  jedoch, dass die     Wasserglaskitte    nur nach einer sehr  starken Säurebehandlung bzw. einer Alterung von  langer Zeitdauer eine gewisse Wasserfestigkeit errei  chen. Eine     Alkalifestigkeit    auch gegen schwaches  Alkali besitzen diese     Wasserglaskitte    nach erfolgter  Härtung nicht.  



  Die     Erfindung    betrifft nun einen     Wasserglaskitt,     der neben einer     wässrigen        Wasserglaslösung    Quarz  mehl enthaltende pulverförmige Stoffe enthält und  dadurch gekennzeichnet ist, dass er ausserdem als  Härter     Polymerisate    enthält, die aus der     Polymerisat-          kette    nicht     abspaltbare    Säuregruppen     und/oder    Grup-         pen,    die durch Hydrolyse in Säuregruppen übergehen,  aufweisen.  



  Als durch Hydrolyse leicht     in    Säuregruppen über  gehende Gruppen kommen z. B.     Säureanhydrid-,          Säureamid-,    Säureester- oder     Nitrilgruppen    in Frage.  Das sind also Gruppen, die insbesondere durch Hy  drolyse mittels     Alkalien    oder     mittels    der     Alkali,     Silikate bzw. deren Lösungen in Säuregruppen über  gehen. Der Ausdruck Säuregruppen bezieht sich nicht  nur auf     Carboxylgruppen,    sondern z.

   B. auch auf       Sulfonsäure-,        Vinylsulfonsäure-,        Vinylphosphonsäure-          oder        Phosphorsäuregruppen    oder andere anorgani  sche, nicht     abspaltbar    in die     Polymerisate    eingebaute  anorganische Säuregruppen.  



  Die von     vornherein        Säuregruppen    enthaltenden  oder durch entsprechende Umwandlung Säuregruppen  erhaltenden     Polymerisate    können durch     Homopoly-          merisation    von solche Gruppen enthaltenden Mono  meren oder durch     Mischpolymerisation    solcher Mono  meren mit anderen keine     Säuregruppen    enthaltenden       Monomeren    oder durch     Mischpolymerisation    von  Säuregruppen tragenden oder     säuregruppenfreien          Monomeren    mit ungesättigten Säuren, die nicht be  fähigt sind, für sich allein zu polymerisieren,

   erhalten  werden.  



  Als zur Herstellung für die     erfindungsgemäss    ein  setzbaren     Polymerisate    geeignete     Monomere    seien  beispielsweise genannt:       Acrylsäure,        Methacrylsäure,        Acrylnitril,        Styrol,          Vinylchlorid,        Vinylester,        Vinyläther,        Crotonsäure,          Maleinsäure,        Fumarsäure,        Itakonsäure,        Citrakon-          säure,        Aconitsäure,

          Vinylsulfonsäure,        Vinylphosphon-          säure,    wobei anstelle der freie Säuregruppen ent  haltenden     Monomeren    auch entsprechende Säure  derivate, wie     Anhydride,    Ester,     Amide    und     Nitrile,         eingesetzt werden     können.    Es ist für die Wirkungs  weise dieser neuen Gruppe von     Härtungsstoffen    auch  nicht notwendig, dass die säurehaltigen oder     säure-          derivathaltigen    hochmolekularen Verbindungen in  einer löslichen Form vorliegen.  



  Es ist deswegen auch möglich, nicht nur mit lös  lichen     unvernetzten,    sondern auch mit vernetzten  hochmolekularen Stoffen zu arbeiten, die zwar noch  Natrium- oder     Kaliumionen    der     Wasserglaslösung     direkt oder nach Hydrolyse aufzunehmen vermögen,  aber nicht mehr in der     Wasserglaslösung    löslich sind.  Die hochpolymeren Stoffe können auch noch durch  eingebaute     di-    und/oder polyfunktionelle Verbin  dungen vernetzt werden. Als     di-    oder polyfunktionelle       Monomeren    seien z.

   B.     Divinylbenzol,        Diallyl    oder       2-Chlorbutadien    oder dessen     niedrigpolymere    Homo  loge genannt. So kann man z. B. ein     mit        Divinyl-          benzol    vernetztes     Mischpolymerisat    aus     Styrol    und       Maleinsäureanhydrid,    ein mit     Diallyl    vernetztes       Mischpolymerisat    aus     Styrol,        Fumarsäure-diäthylester     und     Vinylacetat,

      ein mit     Chlorbutadien    vernetztes       Mischpolymerisat    aus     Acrylnitrilstyrol    und     Malein-          säureanhydrid    u. ä. m. verwenden.

   Als geeignete     Poly-          merisate    seien im einzelnen beispielsweise noch fol  gende     genannt:          Mischpolymerisate    aus     Styrol    und     Maleinsäure-          anhydrid,        Vinyläthern    und     Maleinsäureanhydrid,          Acrylnitril    und     Vinyläthern,        Acrylnitril    mit     Styrol,          Polyacrylnitril,        Polyvinylsulfonsäure,

          Mischpolymeri-          sate    des     Vinylacetates    mit     Acrylnitril    oder     Acrylsäure     oder     Acrylamid    oder     Maleinsäureanhydrid    oder       Maleinsäuremono-    oder     -diäthylester,

          Mischpolymeri-          sate    von     Vinylchlorid        mit        Fumar-    oder     Maleinsäure-          estern.    Natürlich kann man auch Gemische von  verschiedenen hochmolekularen Stoffen verwenden.  In den meisten Fällen ist die Verwendung einer klei  nen Menge an Härter ausreichend, z. B. 1-5 %, be  zogen auf das Gewicht der pulverförmigen Stoffe. In  einzelnen Fällen können aber auch kleinere oder  grössere Mengen verwendet werden.  



  Die zur Anwendung gelangenden     Polymerisate     bzw.     Mischpolymerisate    weisen zweckmässig einen       Durchschnittspolymerisationsgrad    von     mindestens    5,  vorzugsweise einen solchen von etwa 20 bis etwa 50,  auf. Der     Durchschnittspolymerisationsgrad    wird nach  bekannten Methoden, beispielsweise durch     viskosi-          metrische    und     osmotische    Messungen bestimmt. Siehe  Staudinger, Organische     Kolloidchemie,    aus der Reihe   Die Wissenschaft , Band 93, Verlag Friedrich     Vie-          weg,    Braunschweig, 1950.  



  Die Anzahl von Säuregruppen im     Polymerisat    ist  zweckmässig so zu bemessen, dass durchschnittlich auf  einen     monomeren    Anteil etwa eine Säuregruppe  kommt. Bei der Anwendung eines     Mischpolymerisats     aus einer     säuregruppenfreien    und einer     säuregruppen-          haltigen    Komponente ist es daher zweckmässig, als       säuregruppenhaltige    Komponente eine solche mit zwei  Säuregruppen im Molekül zu verwenden, wenn das       molare    Verhältnis der Komponenten etwa 1 : 1 be  trägt.

      <I>Beispiel 1</I>  Einem Kittmehl, welches zu 96 Teilen aus einem  feinen Quarzmehl und zu 4 Teilen aus einem Misch  polymerisat, bestehend aus 49 Teilen     Styrol,    1 Teil       Divinylbenzol    und 50 Teilen     Maleinsäureanhydrid,     zusammengesetzt ist, werden 37 g eines Kaliwasser  glases vom     spez.    Gewicht 1,32 und einem     SiOz    : K20  Faktor von 2,2 zugegeben. Man erhält durch Ver  mischen der beiden Komponenten einen plastischen,  gut     verarbeitbaren    Kitt, dessen Erhärtung nach etwa  1/2 Stunde beginnt. Die Erhärtung ist nach 24 Stunden  abgeschlossen. Der erhärtete Kitt ist dann beständig  gegen Säuren jeglicher Konzentration.

   Der erhärtete  Kitt ist nach einer kurzen Behandlung mit     5%iger     Schwefelsäure     (Abpinseln    mit kalter Säure) auch  gegen Wasser beständig. Ein wie beschrieben behan  delter Kittkörper, etwa ein Zylinder von 25 mm Höhe  und 25 mm     -e-,    bewahrt diese     Form    auch nach     16-          stündigem    Kochen in Wasser, wobei das Wasser  allmählich durch aus dem Inneren heraus diffundie  rende     Kaliumionen    einen     pH    von 8-9 annimmt,

   wäh  rend ein mit normalen     Härtern    hergestellter Kitt  zylinder nach der gleichen     Säurevorbehandlung    und  16stündigem Kochen in Wasser völlig zerfallen ist.  <I>Beispiel 2</I>  96 Teile eines Quarzmehls geeigneter Körnung  werden mit 4 Teilen eines     Mischpolymerisates    aus  50 Teilen     Styrol,    45 Teilen     Maleinsäureanhydrid    und  5 Teilen Ölsäure gemischt und mit 40 Teilen einer       Natronwasserglaslösung    von einem     spez.    Gewicht von  1,33, einer Viskosität von etwa 38     cP    bei 20  C und  einem SiO2 :

       Na20-Faktor    von 3,40 zu einem gut     ver-          arbeitbaren    plastischen Mörtel verarbeitet. Dieser  Mörtel beginnt nach etwa 20 Minuten zu erhärten.  Die Erhärtung ist nach 24 Stunden abgeschlossen.  Nach einer Behandlung mit     5%iger    Salzsäure ist ein  Kittzylinder von 25 mm     -e,    und 25 mm Höhe eben  falls gegen ein 16stündiges Verweilen in kochendem  Wasser beständig.  



  <I>Beispiel 3</I>  96 Teile eines Quarzmehls geeigneter Körnung  werden mit 4 Teilen eines     Mischpolymerisates,    beste  hend aus 60 Teilen     Styrol    und 40 Teilen     Fumarsäure-          Athylhalbester    vermischt. Dieses Kittmehl wird mit  einer     Kaliwasserglaslösung    von einem     spez.    Gewicht  1,42, einer Viskosität von etwa 50     eP    bei 20  C und  einem     Si02    :     K.0-Faktor    von<B>1,88</B> zu einem gut     ver-          arbeitbaren    plastischen Mörtel angerührt. Hierbei  werden etwa 37 g des Wasserglases benötigt.

   Auch  aus diesem Mörtel hergestellte Kittzylinder sind nach  Behandeln mit     5%iger    Schwefelsäure gegen den An  griff des Wassers, wie oben geschildert, beständig.  



  Anstelle der in Beispiel 1-3 geschilderten Ver  bindungen können mit dem gleichen Effekt eingesetzt  werden:       Polyacrylnitril,        Mischpolymerisate    des     Styrols    mit       Acrylnitril,    gegebenenfalls Verbindungen mit     amidier-          ten        Carboxylgruppen,    etwa     Acrylamidgruppen,    ent  haltende     Mischpolymerisate,

      die durch teilweise Ver-           seifung    von     Mischpolymerisaten    des     Styrols    mit     Acryl-          nitril    erhalten werden können,     Mischpolymerisate    von       Vinylchlorid    und     Acrylsäure,        Mischpolymerisate    von       Vinylchlorid    mit     Fumar-    oder     Maleinsäureestern,          Mischpolymerisate    des     Vinylacetats    mit Verbindun  gen, wie     Acrylnitril,        Acrylsäure,

          Acrylamid,        Malein-          säureanhydrid,        Maleinsäuremono-    oder     -diäthylester,     die in     carboxylgruppenhaltige    Produkte übergehen  können.

   In gleicher Weise einsetzbar sind     Mischpoly-          merisate    von     Vinyläthern,    wie     Vinyläthyläther    oder       Vinylisobutyläther,    mit     Acrylsäure,        Maleinsäure,        Ita-          consäure    und deren Derivaten,     Vinylsulfonsäuren    und       Vinylphosphonsäuren.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Wasserglaskitt, enthaltend neben einer wässrigen Wasserglaslösung Quarzmehl enthaltende pulverför mige Stoffe, dadurch gekennzeichnet, dass er ausser dem als Härter Polymerisate enthält, die aus der Polymerisatkette nicht abspaltbare Säuregruppen und/ oder Gruppen, die durch Hydrolyse in Säuregruppen übergehen, aufweisen.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Wasserglaskitt nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass er aus säuregruppenfreien und säuregruppenhaltigen Monomeren aufgebaute Misch polymerisate als Härter enthält. 2. Wasserglaskitt nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass er mit polyfunktionellen Mono meren vernetzte säuregruppenhaltige Polymerisate als Härter enthält.
    3. Wasserglaskitt nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem säuregruppenfreien Monomeren, einem mischpolymerisationsfähigen Car- bonsäureanhydrid und 0,1 bis 5% eines di- oder poly funktionellen Monomeren aufgebaute Mischpolymeri- sate als Härter enthält.
    4. Wasserglaskitt nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass er ein aus Styrol, Maleinsäure- anhydrid und Divinylbenzol aufgebautes Mischpoly- merxsat als Härter enthält.
    5. Wasserglaskitt nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die als Härter angewandten Poly- merisate oder Mischpolymerisate einen Durchschnitts- polymerisationsgrad von mindestens 5, vorzugsweise von 20 bis 50, aufweisen. 6. Wasserglaskitt nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass auf einen monomeren Anteil im Polymerisat durchschnittlich etwa 1 Säuregruppe entfällt.
CH6214058A 1957-07-25 1958-07-23 Wasserglaskitt CH373124A (de)

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