CH375024A - Thermisches Kraftwerk - Google Patents
Thermisches KraftwerkInfo
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Description
Thermisches Kraftwerk Die vorliegende Erfindung betrifft ein thermisches Kraftwerk mit einem Hochleistungskessel und Einer Müllverbrennungsanlage.
Es sind bereits eine Reihe von Bemühungen unternommen worden, die bei der Verbrennung von Müll auftretende thermische Energie technisch aus zuwerten. Diese Auswertung trifft jedoch deswegen auf erhebliche Schwierigkeiten, weil der Heizwert sowie der Asche- und der Wassergehalt sowie die physikalische Beschaffenheit des Mülls starken Schwankungen unterworfen ist.
Da jedoch bei der technischen Auswertung der anfallenden Wärme .ein Erfordernis darin besteht, dass regelmässig Energie abgegeben wird, ist die Müllverbrennung mit einer um das Vielfache grösseren, unabhängigen Energie quelle zu verbinden, wodurch Schwankungen bei der Energiegewinnung durch Müllverbrennung nicht mehr ins Gewicht fallen.
Infolge des höhen Staubgehaltes .der Rauchgase bei der Müllverbrennung sowie infolge des grossen Aschegehaltes (bis 60%) und des niedrigen Schlacke- schmelzpunktes, stösst die Verbrennung von Müll jedoch auch in einem Hochleistungskessel, der auch zur Öl-, Kohle- oder Gasfeuerung eingerichtet ist, auf Schwierigkeiten.
Eine derartige Müllverbrennung in einem Hochleistungskessel verbindet somit für die ge samte Anlage die Nachteile der Müllverbrennung mit der übrigen Anlage, ohne dass die Müllverbrennung selbst verbessert wäre.
Es ist nun ein Zweck der vorliegenden Erfin dung, ein thermisches Kraftwerk zu schaffen, bei welchem die oben aufgeführten Nachteile nicht auf treten und trotzdem-eine Ausbeute der bei der Müll verbrennung auftretenden Wärme möglich ist.
Das thermische Kraftwerk gemäss der vorliegen den Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass in der Müllverbrennungsanlage vorgesehene Heizflächen für das Kessel-Arbeitsmedium in Serie mit den Heiz flächen des Kessels geschaltet sind.
Zufolge der Trennung von Hochleistungskessel und Müllverbrennungsanlage wird zunächst erreicht, dass eine gegenseitige nachteilige Beeinflussung nicht stattfinden kann. Weiterhin können Schwankungen der durch die Müllverbrennung gewonnenen thermi- schen Energien von dem Hochleistungskessel ohne wei teres ausgeglichen werden.
Das thermische Kraftwerk gemäss der vorliegen den Erfindung kann beispielsweise zum Antrieb von Hochdruckdampfturbinen verwendet werden.
Die heute in thermischen Kraftwerken verwen deten Hochleistungskessel werden vorwiegend mit Kohlenstaub oder Öl beheizt. Die Hochleistungskessel besitzen für die Wärmeübertragung Vorwärmer-, Ver dampfer-, Nachverdampfer- und überhitzerheiz- flächen. Jeder von diesen Heizflächen kommt eine bestimmte Auflage zu, nach welcher sich die Grösse und die Anordnung der Heizflächen bzw. des Rohr- stranges für das Arbeitsmedium richtet.
Das thermische Kraftwerk gemäss der vorliegen den Erfindung kann nun weiterhin so beschaffen sein; dass sich die Rohrstränge für eine der angegebenen Aufgaben in der Müllverbrennungsanlage befinden. So können beispielsweise die Rohrstränge für die Vorwärmerheizflächen in der Müllverbrennungsanlage liegen, während die übrigen Heizflächen in dem Hoch leistungskessel angeordnet sind.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand der Zeich nung beispielsweise näher erläutert werden, die ein thermisches Kraftwerk teilweise in schematischer Darstellung zeigt.
Das in - der Zeichnung - dargestellte thermische Kraftwerk besteht aus einer Müllverbrennungsanlage 1, -einem Hochleistungskessel 2 und einer Turbine 3.
Die Müllverbrennungsanlage 1 besteht beispielsweise aus drei nebeneinander angeordneten Schachtöfen, die an einen gemeinsamen Abzug 4 angeschlossen sind. Die drei Müllverbrennungsschachtöfen <I>A, B</I> und C sind im wesentlichen gleich ausgebildet, wes wegen nur der in der Darstellung links angeordnete Schachtofen A beschrieben werden soll.
Der Ofen besteht aus einem Vortrocknungsrost 5 und einem Verbrennungsrost 6, wobei das beispielsweise durch die Öffnung 7 eingebrachte Verbrennungsgut zu nächst auf den Vortrocknungsrost 5 und anschlie- ssend auf den Verbrennungsrost 6 fällt. Unterhalb des Verbrennungsrostes 6 sind -Öffnungen 8 für die Verbrennungsluft vorgesehen. Diese Öffnungen 8 ste hen mit einer Luftzufuhrleitung 9 in Verbindung. Die Leitung 9 stellt weiterhin die Verbindung mit den ent sprechenden Luftöffnungen der Öfen B und C her.
Die Asche und die sonstigen unverbrennbaren Rück stände gelangen in den unteren Schachtteil 10 und den Abfuhrkanal 11, der, wie dargestellt, allen Öfen ge meinsam ist. In dem Kanal 11 können irgendwelche Schlacken- und Aschenabfuhrvorrichtungen vorge sehen werden, wie dies allgemein bekannt ist, weshalb sie nicht dargestellt sind.
Zur Wärmeabfuhr ist eine Wärmeaustauschfläche bzw. ein Rohrstrang 12 vorgesehen. Dieser Rohr strang ist über ein Ventil 13 einerseits an die Speise wasserleitung 14 und anderseits an die Leitung 15 an geschlossen.
Zwischen diesen beiden Leitungen liegen auch die Austauschflächen bzw. die Rohrstränge der Öfen B und C, und zwar jeweils über ein Ventil, so dass einzelne Öfen ohne weiteres ausser Betrieb gesetzt werden können.
Der Hochleistungskessel 2 besitzt mehrere Ver dampfer- bzw. Dberhitzerheizflächen, die in der Dar stellung zueinander angeschlossen sind. Das durch die Leitung 15 von der Kehrichtverbrennungsanlage 1 zu dem Kessel 2 gelangende Speisewasser kommt zu nächst in den Vorwärmer 16, anschliessend in den Verdampfer 17, in den Nachverdampfer 18 und in den überhitzer 19. Das Medium strömt von dem Überhitzer 19 über die Leitung 20 zu der Hoch druckseite der Turbine 3.
Bei dem gezeigten thermischen Kraftwerk ist ein Zwischenüberhitzer 21 vorgesehen. Der Turbine 3 wird an einer mittleren Druckstufe über eine Leitung 22 Dampf entzogen und dem Zwischenüberhitzer 21 zugeführt. Der den Zwischenüberhitzer-21 verlassende Dampf gelangt durch die Leitung 23 zu der Turbine zurück. Der entspannte, die Turbine verlassende Dampf strömt durch eine Leitung 24 beispielsweise zu einem (nicht gezeigten) Wärmeumformer für Fern heizung.
Bei dem gezeigten thermischen Kraftwerk wird das durch die Leitung 14 zuströmende Arbeits medium, z. B. Wasser, in den Rohrsträngen 12 der drei Schachtöfen<I>A, B</I> und C vorgewärmt, so dass das durch die Leitung 15 zu dem Kessel 2 gelangende Wasser bereits eine derartige Temperatur besitzt, dass der Vorwärmer 16 des Kessels 2 entsprechend kleiner dimensioniert sein kann.
Der Kessel 2 ist beispielsweise als Kessel zur Ölverbrennung ausgebildet und besitzt einen schema tisch bei 26 gezeigten Ölbrenner. Der Verbrennungs luft wird über ein Gebläse 27 zugeführt. Bei dem gezeigten Hochleistungskessel ist in dem Abgaszug 28 eine Heizfläche bzw. ein Luvo 29 vorgesehen. Die über die Leitung 30 angesaugte Verbrennungsluft ge langt somit zunächst in den Luvo 29 und anschlie ssend über die Leitung 31 zu dem Gebläse 27.
An die Ausgangsseite des Gebläses 27 ist weiter hin die Luftzufuhrleitung 9 für die Kehrichtver- brennungsanlage 1 angeschlossen.
Zur Erläuterung des gezeigten Kraftwerkes sei angeführt, dass das durch die Leitung 15 zu dem Kessel 2 gelangende Wasser eine Temperatur von 200 C besitzt. In dem Kessel wird das Arbeits medium auf einen Druck von 160 ata gebracht, bei einer überhitztemperatur von 500-550 C.
Selbstverständlich können an der gezeigten An lage eine Reihe von Abänderungen und Ergänzungen durchgeführt werden. Zunächst kann die Temperatur des durch die Leitung 15 zu dem Kessel gelangenden Wassers dadurch konstant gehalten werden, dass die Luftzufuhr durch die Leitung 9 in Abhängigkeit von dieser Temperatur geregelt wird. Irgendwelche Schwankungen des Heizwertes des Mülls können somit kompensiert werden.
Daneben ist auszuführen, dass nicht unbedingt der Vorwärmer in der Müllverbrennungsanlage an geordnet sein muss. Jeweils in Abhängigkeit von dem anfallenden Müll und der von dem gesamten Kraftwerk gewünschten Leistung kann auch der Zwi- schenüberhitzer oder der Verdampfer in der Keh- richtverbrennungsanlage vorgesehen sein. In jedem Fall ist jedoch darauf zu achten,
dass die in der Kehrichtverbrennungsanlage vorgesehenen Rohr stränge eine bestimmte Funktion erfüllen müssen.
Die mit der gezeigten Anlage verbundenen Vor teile sind erheblich. Zunächst sind die Betriebsver- hältnisse durch die strenge Trennung der Brenn stoffe wesentlich vereinfacht.
Weiterhin. kann die Müllverbrennungsanlage von den übrigen Teilen des Kraftwerkes räumlich getrennt sein, so dass eine Verschmutzung dieser übrigen Teile des Kraftwerkes durch die Müllverbrennung nicht zu befürchten ist. Praktisch können Distanzen von zwei- bis vierhundert Metern zwischen der Kehrichtverbrennungsanlage und den übrigen Kraftwerksteilen liegen.
Die Trennung von Hochleistungskessel und Kehrichtverbrennungs- anlage ist darüber hinaus auch aus Gründen der Hygiene des Schlackenaustrages und der Schlacken- abfuhr von Vorteil.
Durch die Anordnung von mehreren Müllverbren nungsöfen, deren Rohrstränge über Ventile parallel geschaltet sind, wird weiterhin erreicht, dass an einem Ofen Revisionsarbeiten vorgenommen werden kön nen, ohne dass die Müllvernichtung während der Zeit der Revision- unterbrochen werden muss.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Thermisches Kraftwerk mit einem Hochleistungs- kessel und einer Müllverbrennungsanlage, dadurch gekennzeichnet, dass in der Müllverbrennungsanlage vorgesehene Heizflächen für das Kessel-Arbeits- medium in Serie mit den Heizflächen des Kessels geschaltet sind. UNTERANSPRÜCHE 1.Kraftwerk nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Heizflächen in der Müllver brennungsanlage ausschliesslich entweder zur Vor- wärmung, zur Verdampfung, zur Nachverdampfung, zur Überhitzung oder zur Zwischenüberhitzung des Kessel-Arbeitsmediums dienen. 2.Kraftwerk nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass in dem Abzug des Hochleistungs- kessels ein Vorwärmer für die Verbrennungsluft vor gesehen ist, wobei ein Teil der vorgewärmten Ver brennungsluft der Kehrichtverbrennungsanlage zu geführt wird.3. Kraftwerk nach Patentanspruch und Unteran spruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Steuermittel vorhanden sind, die die Luftzufuhr zu der- Kehricht verbrennungsanlage in Abhängigkeit von der Tem peratur des die Kehrichtverbrennungsanlage verlas senden Kessel-Arbeitsmediums regulieren. 4. Kraftwerk nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Schlackenaustrag des Hoch leistungskessels von demjenigen der Kehrichtverbren- nungsanlage getrennt ist.5. Kraftwerk nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Kehrichtverbrennungsanlage räumlich von dem Hochleistungskessel getrennt ist.
Priority Applications (1)
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| CH629160A CH375024A (de) | 1960-06-02 | 1960-06-02 | Thermisches Kraftwerk |
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Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0325083A1 (de) * | 1988-01-21 | 1989-07-26 | Sener, Ingenieria Y Sistemas, S.A. | Hochtemperatur- und Hochdruckdampferzeugungssystem |
| EP0399104A1 (de) * | 1989-05-22 | 1990-11-28 | Rudolf Sonnek | Verfahren zur Verwendung von Müll als Brennstoff für umweltfreundliche Stromerzeugung |
| EP0593999A1 (de) * | 1992-10-21 | 1994-04-27 | Bayer Ag | Verfahren zur Energiegewinnung bei Müll- oder Sondermüllverbrennungsanlagen |
| EP0671587A1 (de) * | 1993-12-31 | 1995-09-13 | CONSIT S.r.l. | Müllverbrennungsanlage kombiniert mit einer zweiten thermischen Quelle zur Erzeugung elektrischer oder mechanischer Energie |
| DE102007014631A1 (de) * | 2007-03-23 | 2008-09-25 | E.On Engineering Gmbh | Energiegewinnung in einer mit Gasturbine gekoppelten Verbrennungsanlage |
-
1960
- 1960-06-02 CH CH629160A patent/CH375024A/de unknown
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0325083A1 (de) * | 1988-01-21 | 1989-07-26 | Sener, Ingenieria Y Sistemas, S.A. | Hochtemperatur- und Hochdruckdampferzeugungssystem |
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| DE102007014631A1 (de) * | 2007-03-23 | 2008-09-25 | E.On Engineering Gmbh | Energiegewinnung in einer mit Gasturbine gekoppelten Verbrennungsanlage |
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