CH376171A - Einrichtung zur Erhöhung der spannungsmässigen Belastbarkeit von Einkristall-Halbleiterdioden - Google Patents

Einrichtung zur Erhöhung der spannungsmässigen Belastbarkeit von Einkristall-Halbleiterdioden

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CH376171A
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Erneste Debrunner Jea Rodolphe
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Description


  Einrichtung zur Erhöhung der spannungsmässigen Belastbarkeit  von     Einkristall-Halbleiterdioden       Die vorliegende Erfindung betrifft eine     Einrichtung     zur Erhöhung der spannungsmässigen Belastbarkeit  von     Einkristall-Halbleiterdioden    und/oder zum Schutz  solcher Dioden gegen Überspannungen, die sich ins  besondere als     Leistungsgleichrichtergerät    ausbilden  lässt.  



  In neuerer Zeit ist man dazu übergegangen, anstelle  der ausgiebig verwendeten polykristallinen Halbleiter  gleichrichter (wie z. B.     Selengleichrichter    und     Kupfer-          oxydulgleichrichter)        Einkristall-Halbleiterdioden,    z. B.  Germanium- oder     Silizium-Dioden,    in     Leistungs-          gleichrichtergeräten    zu verwenden, und zwar wegen  des bedeutend besseren Wirkungsgrades, welchen die       Einkristall-Halbleiterdioden    aufweisen.  



  Die Anwendung von     Einkristall-Halbleiterdioden     für     Leistungsgleichrichterzwecke    stösst aber insofern  auf Schwierigkeiten, als diese Dioden sowohl Strom- als  auch spannungsmässig nur eine sehr geringe Über  lastung vertragen. Diese geringe     Überlastbarkeit    ist  verständlich, wenn man bedenkt, dass ein     Einkristall-          Gleichrichter    für einen gegebenen Durchgangsstrom  eine etwa 1000mal kleinere aktive Fläche besitzt als  einer der bisher üblichen Gleichrichter.

   Somit ist auch  das     Energie-Speichervermögen    für einen     Einkristall-          Gleichrichter    sehr viel kleiner als für einen poly  kristallinen Gleichrichter. Daher führen selbst nur  kurzzeitige Strom- oder Spannungsüberlastungen zur  Zerstörung des     Kristalles    oder mindestens zur dauern  den Störung der     Gleichrichtungs-Eigenschaften.     



  Zum Schutz der     Einkristall-Halbleiterdioden    gegen  Überströme, und zwar auch gegen kurzzeitige Über  ströme, sind sogenannte  ultraflinke  Sicherungen  entwickelt worden, die mit der Diode in Serie zu  schalten sind und einen wirksamen Schutz der Diode  bilden.  



  Was den Schutz von     Einkristall-Halbleiterdioden     gegen Überspannungen betrifft, so geben alle bisher in    Vorschlag gebrachten Schutzmassnahmen zu Ein  wänden Anlass. Es ist bekannt, dass in     Leistungs-          gleichrichterschaltungen    ziemlich hohe Spannungs  spitzen auftreten, infolge der endlichen     Kommutie-          rungszeit    der     Einkristall-Halbleiterdioden    von  Lei  ten  auf Sperren , und zwar bedingt durch die Ab  flusszeiten der Ladungsträger. Diese     Kommutierungs-          zeit    hat auf zwei verschiedene Arten Überspannungen  zur Folge, die auf die Dioden in Sperrichtung ein  wirken.  



  1. Bei     Leistungs-Gleichrichterschaltungen    mit je  einer     Serie-Diode    pro     Gleichrichterzweig    bedingt diese       Kommutierungszeit    einen kurzzeitigen Kurzschluss  zweier Phasen des Speisetransformators bei jeder Ab  lösung, weil die Diode, die soeben den Strom geleitet  hat, noch nicht sperrt, während die nächste Diode,  welche die vorangehende ablöst, bereits leitet. Dieser  Kurzschluss hat einen entsprechend grossen kurzzeitig  auftretenden     Kurzschlussstrom    zur Folge, der nach  erfolgter     Kommutierung    der nun sperrenden Diode  verschwindet. Die kurzzeitigen hohen Stromänderun  gen induzieren in den     Schaltungsinduktivitäten    (z. B.

    in den     Streuinduktivitäten    des Transformators) hohe  momentane Spannungen, welche als zu sperrende  Spannungen zusätzlich an den     Gleichrichterdioden     auftreten.  



  z. Bei     Leistungsgleichrichter-Schaltungen    mit meh  reren in Serie geschalteten Dioden pro Zweig bedingt  die erwähnte     Kommutierungszeit    eine weitere un  erwünschte Erscheinung, die zu einer spannungs  mässigen Überbeanspruchung der Dioden führt. Die  Erfahrung zeigt nämlich, dass die     Kommutierungszeit     von Diode zu Diode verschieden ist. Daraus ergibt sich,  dass in einem Gleichrichter mit mehreren in Serie ge  schalteten Dioden pro Zweig diejenige Diode, welche  die kleinste     Kommutierungszeit    aufweist, zunächst  einmal die ganze Sperrspannung des Zweiges über-      nehmen muss, und zwar so lange, bis die andern Dioden  ebenfalls kommutiert haben.

   Zusätzlich verunmöglicht  die Sperrung dieser einen Diode den     Abfiuss    der  Ladungsträger der andern in Serie geschalteten Dioden  und verzögert damit deren     Kommutierung.     



  Als Abhilfe gegen diese schädlichen Überspan  nungen wurden bisher die folgenden Hilfsmittel vor  geschlagen:    <I>A. Bei Schaltungen mit nur einer Diode pro Zweig</I>  a) Beanspruchung der     Einkristall-Halbleiterdioden     mit einer     Dauersperrspannung    von höchstens     1/3    der  vom     Dioden-Fabrikanten    als maximal zulässig an  gegebenen     Scheitelsperrspannung.     



  Die auftretenden Spitzenspannungen können in  gewissen Fällen den dreifachen Wert der normalen  Sperrspannung auch übersteigen, so dass durch die  eben erwähnte Massnahme die Betriebssicherheit nicht  mehr gewährleistet wäre. Ausserdem stellt eine solch  geringe Ausnützung der     Einkristall-Halbleiterdioden     deren Wirtschaftlichkeit in Frage.  



  b) Parallelschaltung von     Gasstrecken-Überspan-          nungs-Ableitern    zu den einzelnen Dioden.  



  Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die     Ionisierungs-          zeit    der Gasstrecke über der Durchbruchszeit der  Dioden liegt, so dass diese Schutzmassnahme illu  sorisch ist.  



  e) Parallelschaltung von Kondensatoren zu den  einzelnen Dioden.  



  Diese Lösung hat sich bewährt für die Unschädlich  machung sehr kurzer     Überspannungsspitzen    mit relativ  kleinem Energiegehalt. Sie bietet aber keinen Schutz  gegen länger auftretende Überspannungen, die bei  spielsweise aus dem Wechselstromnetz herrühren kön  nen, weil sich der Kondensator einfach auf die höhere  Sperrspannung aufladen kann.  



  <I>B. Bei</I>     Schaltungen   <I>mit einer</I>     Serieschaltung   <I>von Dioden</I>  <I>pro Zweig</I>  a) Beanspruchung der     Einkristall-Halbleiterdioden     mit einer     Dauersperrspannung    von höchstens     i/3    der  vom     Dioden-Fabrikanten    als maximal zulässig an  gegebenen     Scheitelsperrspannung.     



  Nachdem erwiesen ist, dass durch die unter  schiedlichen     Kommutierungszeiten    der einzelnen Serie  dioden im Zweig die ganze     Zweigsperrspannung    kurz  zeitig an einer Diode allein liegen kann, ist die Pro  blematik dieser Massnahme offensichtlich.  



  b) Parallelschaltung von     Gasstrecken-Überspan-          nungs-Ableitern    zu den Dioden.  



  Diese Lösung hat offensichtlich den gleichen Nach  teil wie unter A, b) angegeben.  



  c) Parallelschaltung von Kondensatoren zu den  einzelnen Dioden.  



  Durch Speicherung der     Überspannungsenergie    in  den Kondensatoren wird die unter A, c) beschriebene  Erscheinung noch ausgeprägter für die Diode mit der  kürzesten     Kommutierungszeit.     



  d) Parallelschaltung eines aus Widerständen be  stehenden Spannungsteilers zur     Dioden-Serieschaltung,       welcher einen Querstrom aufnehmen kann, der etwa  10mal so gross ist wie der normale Rückstrom der  betreffenden     Einkristall-Halbleiterdioden.     



  Diese Lösung ist wegen der ungleichen     Kommu-          tierungszeit    der Dioden ebenfalls ungeeignet, da im  ersten Augenblick alle     Spannungsteilwiderstände        mit     Ausnahme eines einzigen durch die noch leitenden  Dioden kurzgeschlossen sind.    Die     Erfindung    bezweckt nun, die Nachteile der  bisher in Vorschlag gebrachten Lösungen zu ver  meiden.  



  Erfindungsgemäss wird nun eine Einrichtung zur  Erhöhung der spannungsmässigen Belastbarkeit von       Einkristall-Halbleiterdioden    und/oder zum Schutz  solcher Dioden gegen Überspannungen geschaffen,  welche sich dadurch auszeichnet, dass man der Halb  leiterdiode ein polykristallines Halbleiterventil derart  parallel schaltet, dass gleichnamige Pole von Diode  und Ventil miteinander verbunden sind.  



  Nachstehend werden Ausführungsbeispiele des  Erfindungsgegenstandes näher erläutert.  



  Bei Schaltungen mit nur einer     Einkristall-Halb-          leiterdiode    pro Zweig wird jeder Diode ein poly  kristallines Halbleiterventil, z. B. ein     Selenventil,    par  allel geschaltet, und zwar wie erwähnt in der Art, dass  die gleichnamigen Pole der Diode und des Ventils  miteinander verbunden sind. Dabei wird ein Halb  leiterventil gewählt, welches ein viel grösseres (bei  spielsweise 100faches)     Energie-Speicher-    bzw.     -Ableit-          Vermögen    als die     Einkristalldiode    aufweist.

   Dieses  Halbleiterventil leistet praktisch keinen Beitrag an die  Gleichrichtung, sondern dient lediglich zum Schutz  der     Einkristalldiode.     



  In den Fällen, wo zur Gleichrichtung eines grösseren  Stromes pro Zweig mehrere     Einkristall-Halbleiter-          dioden    parallel geschaltet sind, genügt es, zu dieser  Parallelschaltung von Dioden ein einziges entsprechend  bemessenes polykristallines Halbleiterventil parallel  zu schalten.  



  Bei Schaltungen mit mehreren in Serie geschalteten  Dioden pro Zweig wird zu jeder Diode ein poly  kristallines Halbleiterventil parallel geschaltet, und  zwar wiederum so, dass gleichnamige Pole von Diode  zu Ventil miteinander verbunden sind.  



  Die erfindungsgemässe Massnahme bietet nun  gegenüber den oben erwähnten bekannten Massnahmen  die folgenden Vorteile:  a) Gegenüber der dauernden dreifachen Unter  beanspruchung erlaubt die vorgeschlagene Lösung eine  Erhöhung der spannungsmässigen     Ausnützung    der       Einkristall-Halbleiterdioden    bis mindestens     2/3    der  vom Fabrikanten angegebenen maximal zulässigen       Scheitelsperrspannung.     



  b) Gegenüber den     Gasstrecken-Überspannungs-          Ableitern    bietet die vorgeschlagene Massnahme den       Vorteil,    dass durch die Vielzahl der beteiligten Kristalle  im Schutzventil die Ansprechzeit eines oder mehrerer  dieser     Kristalle    im Ventil mit Sicherheit unterhalb der  Durchbruchszeit der     Einkristalldiode    liegt.      c) Gegenüber der Parallelschaltung von Konden  satoren zu den     Einkristalldioden    ergibt sich der Vorteil,  dass das Schutzventil nicht nur eine Kapazität auf  weist, die bei einer     Selengleichrichterplatte    z.

   B. etwa  30000     pF    pro     cml    beträgt und dementsprechend  analog dem Kondensator zur     Unschädlichmachung     energiearmer Spannungsspitzen dienen kann, sondern  gleichzeitig als Kondensator,     Überspannungsableiter     und Spannungsteiler wirkt. Treten z. B. Überspannun  gen im     Wechselstromspeisenetz    auf, welche die Sperr  spannung der     Einkristall-Halbleiterdiode    bis an die  zulässige Grenze beanspruchen, wird der Rückstrom  im Schutzventil so gross werden, dass das Schutzventil  zerstört wird.

   Dadurch kann man beispielsweise die  Sicherung des     Gleichrichterzweiges    zum Ansprechen  bringen und die gefährdete     Einkristall-Halbleiterdiode     abschalten, was bei Verwendung eines Kondensators  nicht möglich ist.  



  Zusätzlich ist zu bemerken, dass beim Schutz der       Einkristall-Halbleiterdioden    mit parallel geschalteten  Kondensatoren und bei mehreren in Serie geschalteten  Dioden pro Zweig die Aufteilung der totalen     Zweig-          Sperrspannung    auf die einzelnen Halbleiterdioden  ganz willkürlich sein kann, während bei Verwendung  eines polykristallinen Halbleiterventils durch die stark  exponentielle     Rückstromkennlinie    des Schutzventils  eine gleichmässige Aufteilung erzwungen wird. Voraus  setzung ist dabei, dass im Rückstromgebiet die     Strom-          Spannungskennlinie    für das Schutzventil früher anzu  steigen beginnt als für die     Einkristalldiode.     



  Der oben erwähnte Vorteil der gleichmässigen Auf  teilung der Sperrspannung auf die einzelnen Dioden  eines Zweiges gilt selbstverständlich auch im Vergleich  zu der Verwendung eines aus Widerständen bestehen  den Spannungsteilers.  



  Ausserdem bewirkt das Schutzventil bei Verwen  dung von mehreren in Serie geschalteten     Einkristall-          dioden    pro Zweig einen weiteren Schutz, falls eine       Serie-Diode    ausfallen sollte. Fällt eine solche Diode  durch Kurzschluss aus, so wird der Rückstrom der  Schutzventile der übrigen Dioden im Zweig bedeutend  höher. Die Schutzventile können so bemessen sein,  dass es in einem solchen Fall durch Überhitzung zer  stört wird und die     Überstrom-Schutzsicherung    des  Zweiges zum Ansprechen bringt, wodurch die ge  fährdeten     Einkristall-Halbleiterdioden    abgeschaltet  werden.  



  Aus den vorstehenden     Ausführungen    ergibt sich,  dass die vorgeschlagene Schutzmassnahme den bis  herigen Massnahmen in technischer Beziehung ein  wandfrei überlegen ist. Ausserdem stellt sie durch den  Umstand, dass sie eine bedeutend verbesserte span  nungsmässige Belastung der     Einkristall-Halbleiter-          dioden    gestattet, in wirtschaftlicher Hinsicht einen  bedeutenden Vorteil dar.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Einrichtung zur Erhöhung der spannungsmässigen Belastbarkeit von Einkristall-Halbleiterdioden und/ oder zum Schutz solcher Dioden gegen Überspan nungen, dadurch gekennzeichnet, dass man der Halb leiterdiode ein polykristallines Halbleiterventil derart parallel schaltet, dass gleichnamige Pole von Diode und Ventil miteinander verbunden sind. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Einrichtung nach Patentanspruch, ausgebildet als Leistungsgleichrichtergerät, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Einkristall-Halbleiterdiode pro Gleichrichterzweig vorhanden ist, und dass jeder Diode ein polykristallines Halbleiterventil derart parallel geschaltet ist, dass gleichnamige Pole von Diode und Ventil miteinander verbunden sind, zwecks Verbesserung der spannungsmässigen Ausnützung der genannten Diode. 2.
    Einrichtung nach Unteranspruch 1, mit mehreren parallel geschalteten Einkristall-Halbleiterdioden, da durch gekennzeichnet, dass der Gruppe von parallel geschalteten Dioden ein polykristallines Halbleiter ventil parallel geschaltet ist, wobei gleichnamige Pole der Dioden und des Ventils miteinander verbunden sind. 3. Einrichtung nach Unteranspruch 1, mit mehreren in Reihe geschalteten Einkristall-Halbleiterdioden, da durch gekennzeichnet, dass jeder Diode ein poly kristallines Halbleiterventil parallel geschaltet ist, und zwar derart, dass gleichnamige Pole jeder Diode und des entsprechenden Ventils miteinander verbunden sind. 4.
    Einrichtung nach Unteranspruch 1, mit Ger manium- oder Silizium-Dioden und parallel ge schalteten Selenschutzventilen mit mindestens an nähernd rechteckiger Rückstromkennlinie, dadurch gekennzeichnet, dass die aktive Oberfläche der Selen schutzventile 1-2 Grössenordnungen grösser ist als die aktive Oberfläche der parallel geschalteten Einkristall- Halbleiterdioden. 5.
    Einrichtung nach Unteranspruch 1, mit Ger manium- oder Silizium-Dioden und parallel ge schalteten Selenschutzventilen mit mindestens an nähernd rechteckiger Rückstromkennlinie, wobei jedes Schutzventil aus einer oder mehreren Serie-Platten und einer oder mehreren Parallelplatten besteht, und mit je einer Sicherung pro Gleichrichterzweig zur Absicherung desselben, dadurch gekennzeichnet, dass die spannungsmässige Auslegung der Selenschutz- ventile so gewählt ist, dass diese Schutzventile bei Auftreten einer Sperrspannung,
    die noch unterhalb der für die Einkristall-Halbleiterdioden gefährdeten Grenze liegt, bereits durch Überhitzung oder Durch schlag defekt gehen und die entsprechenden Zweig sicherungen zum Ansprechen bringen, wodurch die gefährdete oder gefährdeten Einkristall-Halbleiter- dioden abgeschaltet werden.
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