CH376278A - Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen von Halbleiterstoffen - Google Patents
Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen von HalbleiterstoffenInfo
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Description
Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen von Halbleiterstoffen Zur Gewinnung eines kristallinen Stoffes höch ster Reinheit oder zur Herstellung von Einkristallen aus solchem Stoff, insbesondere aus Halbleiterstoff wie Germanium, Silizium oder einer Verbindung von Elementen der III. und V.
Gruppe bzw. der Il. und VI. Gruppe des Periodischen Systems, kön nen bekanntlich stabförmige Körper dieses Stof fes mittels des tiegelfreien Zonenschmelzverfahrens zwecks Erhöhung des Reinheitsgrades oder zur Er zielung einer einkristallinen Struktur weiterbehan delt werden. Dabei wird jeweils nur ein kleiner Teil des Halbleiterstabes mittels eines Ringheizkörpers zum Schmelzen gebracht und der Heizkörper relativ zum Halbleiterstab in dessen Längsrichtung bewegt, so dass die flüssige Zone durch das Material der Länge nach hindurchwandert.
Es ist weiter bekannt, zum Schmelzen von Halbleitermaterial das Verfah ren der induktiven Erhitzung anzuwenden. Weil aber die Leitfähigkeit der Halbleiterstoffe bei normaler Temperatur nicht dazu ausreicht, die zur Erhitzung erforderlichen Induktionsströme entstehen zu las sen, so war man auf die Mitwirkung anderer Mittel angewiesen, beispielsweise eines Ringheizkörpers aus Metall oder Kohle, der durch Widerstandserhitzung oder durch induktive Erhitzung zum Glühen ge bracht wird und seine Wärme durch Strahlung auf den Halbleiter überträgt. Durch den glühenden Fremdkörper wird aber die Gefahr der Verunreini gung des Halbleitermaterials verursacht. Diese Gefahr wird mit der Erfindung vermieden.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen eines aus einem Halbleiterstoff bestehenden, aufrecht gehalterten Stabes mittels induktiver Beheizung unter Mitwir kung eines zusätzlichen wärmeabgebenden Körpers und besteht darin, dass ein zusätzlicher Körper erhitzt wird, der Wärme auf eine Zone des Halbleiterstabes überträgt, so dass diese Zone vorgewärmt und elek trisch leitend wird, worauf von dieser Zone aus eine Induktionsspule, innerhalb welcher als einziger Leiter die erhitzte Stabzone dem Hochfrequenzfeld ausgesetzt wird,
koaxial zum Halbleiterstab in dessen Längsrichtung bewegt und so diese Stabzone während ihrer Wanderung durch den Halbleiterstab ausschliess lich durch in ihr selbst induktiv erzeugten elektri schen Strom beheizt wird.
Die Erfindung sei beispielsweise erläutert an Hand der Zeichnung, welche eine bevorzugte Vor richtung zur Durchführung des neuen Verfahrens zeigt. Mit Hilfe einer solchen Einrichtung können vorzugsweise Siliziumstäbe nach dem tiegelfreien Zonenziehverfahren behandelt werden. Der Halb leiterstab 2 ist hierbei in ein Quarzrohr 4 einge schlossen und zweckmässig in senkrechter Stellung zwischen zwei Halterungen 18 und 19 eingespannt, die an den Enden von Wellen 20 und 21 sitzen.
Die Welle 20 ist durch die untere Fassung 22 für das Quarzrohr 4 vakuumdicht hindurchgeführt und so wohl drehbar als auch unabhängig davon in Achs richtung verschiebbar, ebenso die Welle 21, die durch die obere Fassung 22 hindurchgeführt ist. An den Fassungen 22 befinden sich Stutzen 25, durch welche der Innenraum der Einrichtung luftleer gemacht oder mit Schutzgas gefüllt werden kann. Das Ganze ruht auf einer Platte 24 und einem Gestell 23.
Auf ihm ist auch eine Führungseinrichtung 26 befestigt, an der ein Schlitten 27 gleitet, der durch eine Spindel 28 auf und ab bewegt werden kann. Die Welle der Spindel 28 ist durch die Platte 24 hindurchgeführt und wird von einem Hilfsmotor 29 über ein über setzungsgetriebe 30 angetrieben, beispielsweise der art, dass sich der Schlitten mit einer Geschwindig keit von der Grössenordnung 0,5 bis 5 mm/Min. nach oben oder nach unten bewegt. An dem Schlitten 27 ist die Heizspule 10 befestigt, die z. B. aus Kupfer rohr besteht und mit einem hochfrequenten Strom von mehreren MHz gespeist und von Kühlwasser durchströmt wird.
Ein Ringheizkörper 17 aus Wolfram- oder Molybdänblech ist nahe dem oberen Ende des SchmeMings 2 angeordnet und mit dessen Halterung 19 durch Drähte aus demselben Metall fest ver bunden. Zu Beginn eines Ziehvorganges wird die Heizspule 10 bis zu ihrer höchsten Stellung gefah ren, so dass sich der Ring 17 in ihrem Feldbereiche befindet und auf diese Weise zum Glühen gebracht wird.
Durch die von ihm ausgestrahlte Wärme wird nur die von ihm umgebene Zone des Halbleiterstabes erwärmt und infolgedessen die elektrische Leitfähig keit dieser iStabzone so weit erhöht, dass nunmehr auch in ihrem Innern von der Spule 10 induzierte Ströme fliessen, welche die Temperatur dieser Zone weiter erhöhen. Zugleich geht die Temperatur des Ringheizkörpers 17 zurück infolge der Schwächung des Magnetfeldes durch die im Halbleiter induzier ten Ströme.
Statt eines Ringheizers können auch ein fache Blechstreifen verwendet werden, die mit dem Halbleiterstab 2 in unmittelbarer Berührung stehen und so einen wesentlichen Teil der Wärme, welche in ihnen mittels der Induktionsspule 10 erzeugt wird, durch Leitung an die von ihnen berührte Stelle des Halbleiterstabes 2 abgeben. Dazu können vorteilhaft Blechstreifen verwendet werden, die zugleich zur Befestigung des Stabes 2 ,in der Halterung 19 dienen.
Die Halterung 19 wird dazu ohne Schlitz und ohne Schrauben ausgeführt, und zwar vorzugsweise aus Aluminium-Oxyd (A1203). Der Halbleiterstab 2 wird in der Halterung festgeklemmt mit Hilfe von drei Blechstreifen aus Molybdän, welche etwa 0,2 mm stark, 40 mm lang und 5 mm breit sind. Diese Strei fen werden vorher schwach wellenförmig gebogen, so dass sie als Klemmfedern wirken, wenn sie in Längsrichtung und um je 120 gegeneinander ver setzt an das Stabende gelegt und mit diesem zusam men in die Halterung 19 hineingeschoben werden. Die unteren Enden der Molybdänstreifen ragen aus der Halterung 19 nach unten heraus.
Wird nun die Heizspule 10 so weit nach oben gefahren, dass diese herausragenden Enden in das Hochfrequenzfeld ge langen, so werden sie glühend und geben Wärme ab an die von ihnen berührten Stellen des Halbleiter stabes, so dass die betreffende Stabzone elektrisch gutleitend wird und in ihr Induktionsströme fliessen.
Die mittels Fremdheizung gutleitend gemachte Stabzone kann durch weitere Steigerung der Hoch frequenzleistung der Spule 10 verflüssigt werden. Die Länge der Schmelzzone kann je nach dem be handelten Material, dem Durchmesser des Stabes oder sonstigen Umständen 5 bis 15 mm und mehr betragen. Wird nun anschliessend die Spule 10 mit Hilfe des Schlittens 27 nach unten bewegt, so wan dert mit ihr die Schmelzzone durch den Stab der Länge nach hindurch.
Es besteht aber die Gefahr, dass dadurch Verunreinigungen, welche, wie erwähnt, in die fremdbeheizte Zone etwa von dem Ringheiz körper 17 oder von den glühend gemachten Enden der Haltefedern aus hineingelangt sein können, in die übrigen Teile des Halbleiterstabes verschleppt werden. Diese Gefahr wird vermieden, wenn mit dem Zonenschmelzen an einer weiter unten liegen den Stelle des Halbleiterstabes begonnen und die Schmelzzone 11 mit Hilfe der Spule 19 in Rich tung des Pfeiles 13, also zu dem fremdbeheizten Stabende hin, bewegt wird, so dass dieses Stabende mit den Verunreinigungen angereichert wird, welche von der wandernden Schmelzzone mitgeschleppt wer den.
Damit nach beendeter Fremdbeheizung an einer anderen Stelle des Stabes 2, z. B. in der Nähe des unteren Stabendes ohne erneute Fremdheizung mit dem Zonenschmelzen begonnen werden kann, wird die zur induktiven Beheizung der vorgewärmten Stelle zugeführte elektrische Leistung auf einen solchen Betrag begrenzt, dass diese Stelle zwar in festem Zu stande verbleibt, aber die für ihre gute elektrische Leitfähigkeit erforderliche erhöhte Temperatur hat, insbesondere glühend ist.
Dann wird die Induktions spule und mit ihr die glühende bzw. gutleitende Zone zum anderen Stabende hin bewegt und nach Errei chung einer vorbestimmten Stelle, vorzugsweise nahe diesem anderen Stabende, die zugeführte elektrische Leistung gesteigert und dadurch die glühende bzw. gutleitende Zone verflüssigt. Auf diese Weise kann auch ein einkristalliner Keimkristall 14, der in der Halterung 18 befestigt ist, an dem nicht vorgewärm ten Ende des Halbleiterstabes 2 angeschmolzen wer den. Lässt man dann von dieser Schmelzstelle aus die Schmelzzone 11 nach oben durch den Halbleiter stab 2 wandern, so kann man dadurch bekanntlich den ganzen Stab in einen Einkristall verwandeln.
Soll ein Ziehvorgang ein oder mehrmals in der selben, beispielsweise durch Pfeil 13 bezeichneten Richtung von unten nach oben wiederholt werden, so wird am Schluss eines Schmelzzonendurchganges die zugeführte elektrische Leistung der Induktions spule so weit vermindert, dass zwar der Schmelzfluss erstarrt, aber diese Stabzone die für ihre gute elek trische Leitfähigkeit erforderliche erhöhte Temperatur behält, insbesondere glühend bleibt.
Dann wird die Induktionsspule und mit ihr die glühende bzw. gut leitende Zone wieder zum anderen Stabende hin bewegt, und nach Erreichung einer vorbestimmten Stelle, vorzugsweise in der Nähe dieses anderen Stab endes, die zugeführte elektrische Leistung wieder ge steigert und dadurch die glühende bzw. gutleitende Zone verflüssigt, womit eine erneute Wanderung der Schmelzzone in derselben Richtung wie beim vor hergehenden Durchgang eingeleitet wird.
Die glühende bzw. gutleitende Zone kann vor teilhaft mit grösserer Geschwindigkeit durch den Stab 2 hindurchgezogen werden als die Schmelzzone.
Die durch Pfeil 13 bezeichnete Ziehrichtung für die Schmelzzone von unten nach oben hat sich als be sonders günstig erwiesen, wenn der Querschnitt des Stabes nicht verändert werden soll. Er wird dann auch über die Stablänge sehr gleichmässig. Die umgekehrte Ziehrichtung von oben nach unten hat sich bewährt für den Fall, dass der Querschnitt durch das Zonen schmelzen wesentlich verringert werden soll, indem während des Ziehens die obere Halterung nach oben weiterbewegt wird. Der Hilfskörper 17 zur Fremd beheizung wird in diesem Falle vorteilhaft nahe dem unteren Ende des Halbleiterstabes angebracht.
Statt in einem engen Quarzrohr 4 kann das neue Verfahren auch in einer Stahlkammer von viel grö sserer Weite durchgeführt werden. Dabei befindet sich die Heizspule 10 im Innern der Kammer und umschlingt unmittelbar den Siliziumstab 2. Die Kam merweite beträgt vorteilhaft mindestens das Zehn fache des äusseren Spulendurchmessers der Heizspule. Die Kammerwandung ist zweckmässigerweise mit min destens einem Beobachtungsfenster versehen.
Eine Wasserkühlung kann mittels Kupferrohre, welche auf die stählernen Kammerwandungen aufgelötet sind, herbeigeführt werden. Spulenträger (Schlitten) und Antriebsvorrichtung können innerhalb oder wenigstens teilweise ausserhalb der Stahlkammer an geordnet sein. Vorrichtungen mit einer Stahlkammer von verhältnismässig grosser Weite haben sich be sonders gut bewährt, wenn das neue Zonenschmelz- verfahren im Hochvakuum durchgeführt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen eines aus einem Halbleiterstoff bestehenden, aufrecht ge halterten Stabes mittels induktiver Beheizung unter Mitwirkung eines zusätzlichen wärmeabgebenden Körpers, dadurch gekennzeichnet, dass ein zusätz licher Körper erhitzt wird, der Wärme auf eine Zone des Halbleiterstabes überträgt, so dass diese Zone vorgewärmt und elektrisch leitend wird, wor auf von dieser Zone aus eine Induktionsspule, in nerhalb welcher als einziger Leiter die erhitzte Stab zone dem Hochfrequenzfeld ausgesetzt wird,koaxial zum Halbleiterstab in dessen Längsrichtung bewegt und so diese Stabzone während ihrer Wanderung durch den Halbleiterstab ausschliesslich durch in ihr selbst induktiv erzeugten elektrischen Strom beheizt wird. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass eine Zone des Stabes nahe einem seiner beiden Enden, vorzugsweise nahe seinem oberen Ende, durch Wärmeübertragung vom Hilfs körper vorgewärmt wird, und dass die zur induktiven Beheizung der vorgewärmten Zone zugeführte elek trische Leistung auf einen solchen Betrag begrenzt wird, dass diese Zone zwar in festem Zustand ver bleibt, aber die für ühre gute elektrische Leitfähigkeit erforderliche erhöhte Temperatur hat, dass dann die Induktionsspule und mit ihr die gutleitende Zone zum anderen Stabende hin bewegt wird,und dass nach Erreichung einer vorbestimmten Stelle nahe diesem anderen Stabende die zugeführte elektrische Leistung gesteigert und dadurch die gutleitende Zone verflüssigt wird, worauf die Schmelzzone mit um gekehrter Bewegungsrichtung der Induktionsspule zum ersteren Stabende gezogen wird. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass ein aus elektrisch leitendem Ma terial bestehender Hilfskörper seinerseits durch die Induktionsspule induktiv erhitzt wird. 3. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass ein einkristalliner Keimkristall an dem nicht vorgewärmten Ende des Halbleiter stabes angeschmolzen ist. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass am Schluss eines Schmelzzonen- durchganges die zugeführte elektrische Leistung der Induktionsspule so weit vermindert wird, dass zwar die Schmelze erstarrt, aber diese Stabzone die für eine gute elektrische Leitfähigkeit erforderliche er höhte Temperatur behält, dass dann die Induktions spule und mit ihr die gutleitende Zone wieder zum anderen Stabende hinbewegt wird, und dass nach Erreichung einer vorbestimmten Stelle in der Nähe dieses anderen Stabendes die zugeführte elektrische Leistung wieder gesteigert und dadurch die gutlei tende Zone verflüssigt wird,womit eine erneute Wanderung der Schmelzzone in derselben Richtung wie beim vorhergehenden Durchgang eingeleitet wird. 5. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass die feste, gutleitende Zone mit grösserer Geschwindigkeit durch den Stab hindurch gezogen wird als die Schmelzzone.
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