Verfahren zur Herstellung von Mörtel oder Beton Es ist in Theorie und Praxis bekannt, dass Be ton bei Verwendung von gewöhnlichem, silizium- haltigem Kies als Zuschlagsstoff nur über ein sehr geringes Wärmeisolierungsvermögen verfügt und dass bei Berührung mit Luft, deren Temperatur von der seinen verschieden ist, Kondensationserschei nungen auftreten.
Diese im Bauwesen und insbesondere bei Wohn bauten sehr nachteiligen physikalischen Eigenschaften sind aus den Eigenschaften der verwendeten Kompo nenten erklärbar. Der siliziumhaltige Kies ist eben so wie der als Bindemittel verwendete Zement ein sehr guter Wärmeleiter und beide Stoffe besitzen praktisch keine Porosität.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, Beton un ter Zuhilfenahme von porösen Konglomeraten wie Bimsstein, Schlacken, Puzzolan, zerkleinerten Back steinen und dergleichen herzustellen. Dabei zeigt es sich jedoch, dass der mit diesem Zuschlagstoff ver sehene Beton nur eine wesentlich verminderte mecha nische Festigkeit aufweist, die auf die geringe Zer- drückfestigkeit der Konglomerate selbst zurückzufüh ren ist. Es gelingt ausserdem nicht, die Kondensa tion völlig zu vermeiden.
Man ist daher in der Praxis gezwungen, die Oberfläche mit Gips oder - anderen isolierenden und nicht kondensierenden Baustoiffen zu überziehen, wodurch sich jedoch ebenfalls, keine restlose Beseitigung der Kondensationserscheinungen, sondern nur eine wesentliche Abschwächung ergibt.
Es ist ausserdem bekannt, kiesartig geformte, ge brannte Tonteilchen als Zuschlagstoff zum Beton zu verwenden. Hierdurch werden zwar dessen Eigen schaften günstig beeinflusst, die Verarbeitung ist je doch relativ umständlich, da nach der bisher aus- schliesslich vertretenen Meinung der Fachwelt jede Beifügung von pulverförmigem Abrieb oder son stigen pulverförmigen Anteilen aus gebranntem Ton vermieden werden muss. Bei dem vorbekannten Ver- fahren werden nur Tonkörner von etwa gleicher Grösse, die vorher von allen Sand- oder pulverför migen Anteilen sorgfältig getrennt worden sind, als Zuschlagstoff zum Beton verwendet.
Die neue Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Mörtel oder Beton unter Verwen dung von Zement und einem Zuschlagstoff, der durch Zerkleinerung von Körpern aus gebranntem, nicht gesintertem Ton, wie sie durch Brennen von höchstens 6 mm dicken Schichten eines Rohtons während 10 bis 15 Minuten bei einer Temperatur von 950-11500 C erhältlich sind, gewonnen wurde.
Ausgehend von diesem Zuschlagstoff wird angestrebt, eine Verbesserung der physikalischen Eigenschaften der hergestellten Baustoffe und eine wesentliche Ko stensenkung dadurch zu erzielen, dass der gebrannte Ton in unregelmässig zerkleinerter Form einschliess- lich seiner Sand- und pulverförmigen Zerkleinerungs anteile verwendet wird.
Zweckmässig werden die Tonkörper in Form von Tonröhren von vorteilhaft rechteckigem bzw. quadratischem Querschnitt und mit der gewünschten Wandstärke ausgebildet. Die Herstellung kann in be kannter Weise z. B. auf einer Ziegeleistrangpresse er folgen und das nachfolgende Trocknen und Brennen wie gebräuchlich beispielsweise in Tunnel- oder '-Schachtöfen.
- Die Wandstärke der Tonröhren bzw. die Dicke der der Trocknung und dem Brennen zu unterwerfen den Masse\wählt man dabei nicht grösser als 6 mm, d. h. nicht grösser- -.als das Doppelte der maximalen Tiefe der sogenannten Eindringschicht der ersten Feuereinwirkung, Darunter versteht man eine Ober flächenschicht, welche sich bei der plötzlichen Ein wirkung starker Hitze auf einen tonhaltigen Körper bildet und die im wesentlichen eine trockene und teilweise gebrannte Kruste darstellt,
deren Dicke je nach der Art der benutzten tonhaltigen Erde im all- gemeinen im Verlauf von etwa 10 bis 15 Minuten Einwirkungsdauer grössenordnungsmässig 2 bis 3 mm beträgt.
Sorgfältige Untersuchungen haben gezeigt, dass die Beifügung der sand- und pulverförmigen Be standteile des so hergestellten Zuschlagstoffes keines wegs eine Verschlechterung der Eigenschaften mit sich bringt, sondern, im Gegenteil, ein Endprodukt von hoher Festigkeit und grossem Feuchtigkeits- absorptionsvermögen ergibt. Ein auf diese Weise her gestellter Baustoff entspricht den offiziellen Normen für Eisenbeton und sein Absorptionsvermögen für Feuchtigkeit kommt dem des gebrannten nicht gesin terten Tons gleich, so dass keinerlei Kondensations erscheinungen auftreten können.
Das zerkleinerte Tonprodukt übt auch an seinen unregelmässigen Bruchflächen und in feinster Ver teilung keine oxydierende Wirkung auf dem Zement aus, so dass die damit verbundenen Nachteile gleich falls vermieden werden.
Je nach dem gewünschten Feuchtigkeitsabsorp- tionsvermögen und den erforderlichen mechanischen Eigenschaften kann man den Tonzuschlag in einem überwiegend der Sandform entsprechenden Zerklei nerungsgrad oder auch in einem überwiegend der Pulverform entsprechenden Zerkleinerungsgrad ver wenden. Es hat sich gezeigt, dass die günstigen Eigen schaften des auf diese Weise hergestellten Baustoffes noch dadurch weiter verbessert werden können, dass als ein wesentlicher Bestandteil nichtoxydierender Zement verwendet wird.
Der nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellte Baustoff eignet sich vorzüglich zur Her stellung von Betonbauteilen nach dem Gussverfahren oder durch Ausformen. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung für die Herstellung von Betonbauteilen, wenn diese von gegossenen Betonblöcken abgetrennt sind. Man erhält so gut masshaltige Bauteile, die bei geringem Materialverlust und ohne unzulässige Be anspruchung der Trennvorrichtungen gefertigt wer den können. Dabei hat es sich gezeigt, dass nach dem Abtrennen von Teilstücken mit Hilfe von Trenn scheiben eine absolut homogene Schnittfläche vor liegt.
Diese Schnittfläche kann ohne weitere Bearbei tung im ursprünglichen Zustand belassen werden, wodurch sich eine wesentliche Verbilligung bei der Herstellung von Bauelementen, die an Sichtflächen angeordnet werden sollen, ergibt.
Das Aussehen der Schnittflächen gleicht den Oberflächen von Natursteinen. Selbstverständlich haben die in dieser Weise hergestellten Betonbauteile die gleichen vorteilhaften Eigenschaften wie der nach der Erfindung hergestellte Beton oder Mörtel.
Ausser der Verwendung von-__gebranntem Ton als Zuschlagstoff, können dem Beton oder Mörtel noch andere, an sich bekannte Produkte zugesetzt werden, jedoch ist in solchen Fällen die Widerstands fähigkeit des Betons oder Mörtels. immer eine Funk tion der mittleren eigenen Widerstandsfähigkeit der verwendeten Zusatzprodukte ;
hingegen bleibt die kondensierende Wirkung des Zementes ausgeschal- tet. Wird bei der Ausführung des Verfahrens der Tonzuschlag überwiegend in Pulverform verwendet, so wird zunächst der pulverförmige Anteil dem Ze ment trocken beigemischt und dieser Mischung wird anschliessend die nötige Wassermenge zugesetzt, bis ein Brei entsteht, der als Bindemittel dem zuvor was sergesättigten grobstückigen oder sandartigen Pro dukt beigefügt wird. Dieses Gemisch wird dann von Hand oder mechanisch vermengt und dabei entsteht ein isolierender Beton oder Mörtel mit kapillarer Wirkung und je nach dem gewählten Mischungsver hältnis geringer bis hoher Festigkeit.
Ein derartiges Vorgehen bei der Zubereitung des Betons oder Mör tels empfiehlt sich immer, wenn der pulverförmige Anteil gegenüber den grösseren, unregelmässig ge formten Bruchstücken erheblich in Erscheinung tritt.