CH377530A - Form- oder Pressteil aus porösem, vorzugsweise faserigem Werkstoff - Google Patents
Form- oder Pressteil aus porösem, vorzugsweise faserigem WerkstoffInfo
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Description
Form- oder Pressteil aus porösem, vorzugsweise faserigem Werkstoff Die Erfindung betrifft einen Form- oder Pressteil aus porösen, insbesondere faserigen Werkstoffen, z. B. Holzfasern, Papier- und Korkabfällen, Schilf, Stroh oder ähnlichem, die z. B. als Isolier- und Dämmplatte für Bauzwecke verwendbar sind.
Es ist bekannt, zum Zwecke der Erhöhung der Feuerfestigkeit und der Oberflächenhärte, oder auch zur Steigerung der Undurchlässigkeit gegen Wasser und Wasserdampf und der Widerstandsfähigkeit gegen Chemikalien und mechanische Oberflächenbeanspru- chungen, die betreffenden Werkstücke mit einem filmartigen Überzug aus geeigneten Streichmassen, beispielsweise aus Kunstharzen oder filmbildenden Phenol- oder Harnstoff-Formaldehyd-Kondensations- produkten zu versehen.
Es ist weiter bekannt, die Werkstücke mit dünnflüssigen Lösungen der genann ten Stoffe in der ganzen Dicke zu durchtränken und dann beispielsweise unter Anwendung von Druck und Wärme auszuhärten.
Während im ersteren Fall nur die Oberfläche des Werkstückes verändert bzw. veredelt und infolge Schrumpfung des folienbildenden Überzuges nur zeit weise geschützt wird, erfolgt im letzteren Fall auch eine Beeinflussung des inneren Gefüges des Werk stückes, die demselben z. T. veränderte Eigenschaften verleiht, die aber nicht alle erwünscht sind.
So würde z. B. eine aus Holzspan, Stroh, Torf oder ähnlichen Faserstoffen hergestellte Platte nach dem Überziehen mit Kunstharzen oder dergleichen wohl eine bessere, widerstandsfähigere Oberfläche er halten, die übrigen Eigenschaften, darunter aber auch die geringe Festigkeit der Platte, unverändert bleiben. Solche bisher bekannten überzugsfihne haben den Nachteil, dass ihre Eigenelastizität geringer ist als die des gepressten oder ungepressten porösen Werkstückes, dass also der Film reisst und damit den Schutz des Werkstückes hinfällig macht.
Unterzieht man eine solche Platte dagegen einer Imprägnierung durch Tränken mit Kunstharzen oder dergleichen, wobei eine vollkommene Durchsetzung der Platte mit dem Imprägnierstoff stattfindet, so werden nicht nur die Oberflächeneigenschaften derselben verbessert, son dern im allgemeinen auch deren Festigkeit und Form beständigkeit, ausserdem wird das ganze innere Ge füge des Werkstückes verändert.
Dabei werden jedoch alle oder fast alle Poren auch im Innern des Werk stückes gefüllt, so dass dasselbe nicht nur einen gro ssen Teil seiner Isolierfähigkeit gegen Schall, Wärme und Kälte, sondern auch den Vorzug des ursprüng lich leichten spezifischen Gewichts verliert. Ausser dem benötigt diese vollkommene Durchtränkung ver hältnismässig grosse Mengen an Imprägniermitteln und ist, falls die Behandlung unter Druck durchgeführt werden muss, umständlich und daher insgesamt ziem lich teuer.
Der erfindungsgemässe Form- oder Pressteil weist diese Nachteile nicht auf. Als Komponenten kom men vorzugsweise billige Werkstoffe, wie Holzfasern, Stroh, Stroh- und Korkabfälle oder dergleichen in Betracht.
Der Form- oder Pressteil gemäss der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass diese eine von einem Imprägniermittel durchdrungene Oberflächenschicht und einen von dem Imprägniermittel freien Kern auf weist. In der Praxis wird das fertige Form- oder Pressteil durch Tauchen oder Aufspritzen derart mit einer Luft- oder ofentrocknenden Imprägnierung auf der Basis flüssiger Kunstharze oder kunstharzähn- licher Verbindungen versehen, dass dieses, wie gesagt, von dem Imprägniermittel nicht vollständig durch drungen ist.
Ein solches Form- oder Pressteil besitzt neben einer hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegen Feuch tigkeit und chemische und mechanische Beanspru chungen verbesserten Oberfläche auch eine erhöhte allgemeine Festigkeit und Formhaltigkeit sowie Un durchlässigkeit gegen Wasser und Wasserdampf. Die bei den genannten Werkstoffen von Natur aus gute Isolierfähigkeit gegen Schall und Wärme und ihr leichtes spezifisches Gewicht bleiben dabei weit gehend erhalten.
Auch das Aussehen der Oberfläche des Form- oder Pressteils kann beliebig beeinflusst werden, wenn bereits bei der Herstellung der Werk stücke Zusätze, wie Steinmehl, Sand, Schlamm und dergleichen, beigegeben werden.
Als Imprägniermittel kommen vorzugsweise Poly esterharze in Zusammensetzung mit Lösungsmitteln und Pigmenten oder aus Epichlorhydrin gebildete Kondensationsprodukte wie Epoxyharze, in Frage. Die Teile können bereits vor der Imprägnierung eine beliebig gestaltete Aussenfläche aufweisen, d. h. bei spielsweise gefärbt, gespachtelt, furniert oder auch tapeziert sein, so dass nach dem Imprägnieren keinerlei Bearbeitung derselben mehr erforderlich ist, und die Werkstücke sofort verwendbar sind.
Ge gebenenfalls kann auch das Imprägniermittel mit Farbzusätzen versehen sein und derart dem Form- oder Pressteil gleichzeitig jede gewünschte Farbtönung verliehen werden.
Der erfindungsgemässe Form- oder Pressteil eignet sich nicht nur für formbeständige, isolierende, fertige, hochwertige, leicht montierbare Flächenverkleidungen und Schalldämmungen für den Innenausbau von Bau werken, sondern auch für Dach- und Fassadenab deckungen und dergleichen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Form- oder Pressteil aus porösem, vorzugsweise faserigem Werkstoff, dadurch gekennzeichnet, dass derselbe eine von einem Imprägniermittel durchdrun gene Oberflächenschicht und einen von dem Imprä gniermittel freien Kern aufweist. Il. Verfahren zur Herstellung eines imprägnierten Form- oder Pressteils nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein Form- oder Pressteil derart mit einem Imprägnierungsmittel behandelt wird, dass dieses nicht in den Kern eindringt. UNTERANSPRÜCHE 1.Form- oder Pressteil nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Imprägniermittel aus Polyesterharzen in Zusammensetzung mit Lösungs mitteln besteht. 2. Form- oder Pressteil nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Imprägniermittel aus Epichlorhydrin gebildete Kondensationsprodukte, wie Epoxyharze, enthält. 3. Form- oder Pressteil nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Imprägniermittel Farb stoffe enthält. 4. Form- oder Pressteil nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der poröse Werkstoff mineralische Stoffe, wie Sand oder Schlamm, enthält. 5.Form- oder Pressteil nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Imprägniermittel nicht schrumpfende Kunstharze enthält.
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Cited By (1)
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| DE4142438A1 (de) * | 1991-12-20 | 1993-06-24 | Baehre & Greten | Platte und verfahren zu deren herstellung |
-
1956
- 1956-11-15 CH CH3962156A patent/CH377530A/de unknown
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