Einrichtung zur Löschung von Zählwerken in Rechenmaschinen Zwecks Löschung (Nullstellung) von Zählwerken in Rechenmaschinen, vorzugsweise Sprossenradma- schinen, sind Einrichtungen bekannt, bei denen man einen mit Vorsprüngen, wie Zähne, versehenen Lösch- kamm in einer längsverlaufenden Nut in der Ziffern- oder Zählradwelle vorgesehen hat.
Löschung erfolgt dann dadurch, dass der Kamm längs der Welle verscho ben wird, so dass die Vorsprünge des Kammes mit Be tätigungsgliedern (Zähnen oder Ausnehmungen) in dem betreffenden Rad in Eingriff gehen, wonach der Kamm und die Welle gedreht werden unter Mitnahme der Räder in die Nullage. Solche Einrichtungen sind z. B. in einer deutschen Patentschrift beschrieben.
Bekannte Konstruktionen dieser Art weisen jedoch den Nachteil auf, dass die Welle und der Kamm vom ersten Löschmoment an sich zusammen zu drehen be gonnen haben. Diejenigen Zähne des Kammes, die mit dem betreffenden Rad in Eingriff gehen sollen, be schreiben dabei eine Schraubenlinie einwärts gegen die Betätigungsglieder an den Ziffern- oder Zählrädern. Hierbei ist in den Fällen, wo die Ziffer 9 in einem Rad eingestellt gewesen ist, der Anschlag zwischen dem Kamm und dem Rad häufig eingetreten, ehe die Axial bewegung des Kammes beendet worden ist, wobei ein Verschleiss der Betätigungsglieder (der Zahnspitzen) entstehen wird. Unter Umständen ist es sogar eingetrof fen, dass der Eingriff zwischen Kamm und Rad ganz ausgeblieben ist, so dass einzelne Räder überhaupt nicht nullgestellt worden sind.
Bei dieser Bauart haben sich ferner der Kamm und die Welle beim Löschen um eine ganze Umdrehung gedreht, wonach der Kamm (oder gegebenenfalls die Welle) von einer Feder sprungweise in der Axialrich- tung in seine Ausgangslage zurückbewegt worden ist. Hierbei hat es sich oft schwierig herausgestellt, eine vollständige Löschung der Ziffernräder zu bewirken, ohne dass die Toleranzen allzu eng haben gehalten werden müssen, was die Herstellung erschwert und teurer macht.
Nachdem die Welle sich um eine Umdrehung ge dreht hat und die Nullen vorgedreht worden sind, hat der Kamm (oder die Welle) entweder im Winkel zwi schen 0 und 9 zurückgeschnappt, was noch weiter den Winkel vermindert hat, den der Kamm zur Verfügung hat, um zum Eingriff gedreht zu werden, oder auch kurz bevor die Nullen die Endlage erreicht haben, was die Sicherheit derselben bei der Ausrichtung vermin dert hat.
Diese Bauart bedingt ferner eine steile Ausbildung des die Längsverschiebung des Kammes bewirkenden Steuer- oder Kurvenkammes, was grosse Reibungen verursacht und enge Herstellungstoleranzen voraus setzt, und insbesondere bei solchen Maschinen ein er heblicher Nachteil ist, wo der Löschungsvorgang in gewissen Fällen gleichzeitig zur Rücktragung oder Übertragung eines in einem Zählwerk ermittelten oder eingestellten Wertes, beispielsweise in den Zählrotor oder in ein Speicherwerk, dienen soll. Die Tasten- und übrigen Bedienungskräfte sind zufolge der steilen Aus bildung des Steuerkammes verhältnismässig gross und der Verschleiss wird beschleunigt.
Bei der. Erfindung lassen sich die erwähnten Nach teile dadurch beseitigen, dass der Steuerkamm bedeu tend flacher gemacht werden kann, d. h. derjenige An teil des Löschvorganges, wo der Löschkamm sich in der axialen Richtung bewegt, kann auf einen bedeutend grösseren Teil einer Umdrehung verteilt werden als die 36 , wie es ältere Ausführungen höchstens gestatteten.
Die Einrichtung nach der Erfindung ermöglicht eine erheblich grössere Genauigkeit, und Zuverlässig keit wird sowohl bei Löschung als auch bei sonstigen Übertragungsvorgängen erhalten, ohne dass die Tole ranzen der eingehenden Elemente deswegen besonders klein gehalten zu werden brauchen.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Löschung von Zählwerken in Rechenmaschinen, bei denen sämtliche Ziffern- und Zählräder auf einer ge meinsamen Welle sitzen und ein in einer länglichen Wellennut verschiebbarer, mit Zähnen ausgebildeter Löschkamm an einem Ende mit sowohl einem auf der Welle gelagerten, mit Steuerkurven versehenen Zahn rad, das mit einem bei der Löschung des Zählwerks betätigten Antriebsglied in Eingriff gelangt, als auch einem im Maschinengestell fest angebrachten Füh rungsglied zusammenwirkt, und mit Zähnen ausgebil det ist, die beim Löschvorgang in Eingriff mit einem Mitnehmerglied an den Ziffern- oder Zählrädern in dem zu löschenden Zählwerk gehen,
und nach beende ter Löschung in seine Ausgangslage rückkehrt. Die Einrichtung nach der Erfindung ist dadurch gekenn zeichnet, dass der Kamm und die Welle vom Führungs glied während des ersten Teiles der Löschdrehung des Zahnrades gegen Drehung verriegelt gehalten werden, wobei der Kamm unter Einwirkung der Steuerkurven des Zahnrades, mit welchen zwei Zähne am Kamm zusammenwirken, nur axial verschoben wird, so dass ein Eingriff mit den Zählrädern bewirkt wird, und eine Weiterdrehung des Zahnrades bewirkt, dass die Welle und der Kamm von dem festen Führungsglied frei werden und darnach dem Zahnrad bei dessen Weiter drehung folgen, so dass die Zahnräder in ihre Lösch- lagen vorgedreht werden,
wonach das Zahnrad in seine Ausgangslage zurückgedreht wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung soll nach stehend an Hand der beigefügten Zeichnungen näher beschrieben werden, in der Fig. 1 einen Schnitt durch eine Löschvorrichtung nach der Erfindung zeigt. Die Einzelelemente der Vorrichtung stehen in Fig. 1 in der Ausgangslage, und ein gewisses Zählrad steht in einer Lage entsprechend der Ziffer 3. Fig. 2, 3 und 4 stellen Schnitte durch die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung längs A2-A2, B3-B3 bzw. C4-C4 dar.
Fig. 5 zeigt dieselbe Vorrichtung wie in Fig. 1, wenn die Löschung ausgeführt worden ist, aber die Einzelelemente noch nicht in die Ausgangslage zurück gekehrt sind. Fig. 6, 7 und 8 zeigen Schnitte durch die Vorrichtung in Fig. 5 längs D6-D6, E7-E7 bzw. F8-F8. Fig. 9 schliesslich zeigt die Konstruktion in schaubildlicher Darstellung, wobei einige Elemente deutlichkeitshalber weggelassen bzw. weggebrochen worden sind.
Die Rechenmaschine, auf die sich die gezeigte Vor richtung zunächst bezieht, hat ein Zählwerk, das aus einem Resultatwerk und einem Quotientenregister be steht, die zwei getrennte Einheiten darstellen. Jedes Werk wird individuell gelöscht durch Drehung eines Zahnsegmentes 7 auf der linken Seite des Resultat werks und eines ähnlichen Segmentes für das Quotien- tenregister auf der rechten Seite. Sämtliche Figuren zeigen das Resultatwerk, d. h. in der Maschine das linke.
Das Zahnsegment 7 kämmt mit einem Zahnrad 3, das auf einer Welle 1 lose gelagert ist. Das Zahnrad 3 ist durch einen Führungsflansch 3d axial fixiert, der in einer Nut im Gestell 6 des Zähwerks läuft. Die Welle 1 kann frei rotieren, ist aber durch eine Nutenlagerung 8 in ihrem rechten Teil axial gesichert. In der Welle 1 ist eine längsverlaufende Nut gefräst, in der ein Lösch- kamm 2 längsverschiebbar gelagert ist.
In der Nabe des Zahnrades 3 sind zwei Kurven 3a und 3b ausgebildet, welche mit zwei Zähnen 2e bzw. 2d des Kammes 2 in der Weise zusammenwirken, dass, wenn das Zahnrad 3 sich im Uhrzeigersinn dreht (Fig. 2), die Kurve 3b mit dem Zahn 2dzusammenwirkt, so dass der Kamm 2 nach rechts verschoben wird, so lange er verhindert ist, sich zu drehen. Bei der Rotation des Zahnrades 3 in der entgegengesetzten Richtung wirkt der Zahn 2e mit der Kurve 3a zusammen, so dass der Kamm 2 nach links verschoben wird.
Auf der Welle 1 sind ein im Gestell 6 festgelagertes Führungsglied 4 sowie die Räder 5 des Zählwerks, die nullgestellt werden sollen, angebracht. In dem Füh rungsglied 4 ist eine Verriegelungsnut 4a vorgesehen, die einem Zahn 2a des Kammes 2 entspricht. Die Ver- riegelungsnut 4a ist derart ausgebildet, dass sie den Eingriff mit dem Zahn 2a beibehält, bis die axiale Ver schiebung des Kammes 2 vollendet ist, und verhindert dadurch, dass die Welle 1 und der Kamm 2 rotieren. Bei der Verschiebung des Kammes 2 sind die Zähne 2b (einer für jedes Zählrad) in die Nabe des betreffenden Zählrades 5 eingeführt worden (siehe Fig. 5).
Wenn der Kamm 2 unter der Einwirkung der Kurve 3b seine Endlage erreicht hat, wird der Zahn 2a vom Eingriff mit der Verriegelungsnut 4a frei gemacht (siehe Fig. 5). Gleichzeitig ist der Zahn 2d, der seine Bewegung längs der Kurve 3b vollendet hat, zum Anliegen gegen eine Anschlagfläche 3c gekommen, welche die Kurve 3b abschliesst und dabei als Drehmitnehmer für die Welle 1 und den Kamm 2 dienen wird.
Während der Rotation gehen dabei die Zähne 26 in Eingriff mit den Ansätzen 5a in den Zählrädern 5 (siehe Fig. 4) und drehen diese zu der Lage, die in Fig. 8 gezeigt wird, wobei die Ziffer Null im Zählwerk sicht bar wird. Die Endlage wird davon bestimmt, dass der Zahn 2a gegen einen Sperrvorsprung 4b (Fig. 3) in dem festen Führungsglied 4 anschlägt (Fig. 7).
Nach vollendeter Löschung geht die Vorrichtung unter der Einwirkung der Feder 9 auf dem Segment 7 in die Ausgangslage zurück, wobei die Rückbewegung des Kammes 2 durch die Zusammenwirkung zwischen der Kurve 3a und dem Zahn 2c bedingt wird.
Um den Rückgang zu erleichtern, ist das feste Führungsglied 4 mit einer schwach schraubenlinien- förmigen Führungsfläche 4c ausgebildet (vgl. Fig. 5 und 7), die bei der Rotation der Welle 1 und des Kammes 2 sukzessiv die Kammzähne 2b eine kleine Strecke axial in der Richtung gegen die Räder 5 presst. Dies setzt die Reibung zwischen dem Zahn 2a und der Führungsflä che 4c bei der Rückbewegung auf ein Minimum herab.