CH377644A - Verfahren zur Vorbehandlung von hydrophoben Filmen vor dem Auftragen einer lichtempfindlichen Schicht - Google Patents

Verfahren zur Vorbehandlung von hydrophoben Filmen vor dem Auftragen einer lichtempfindlichen Schicht

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CH377644A CH6169758A CH6169758A CH377644A CH 377644 A CH377644 A CH 377644A CH 6169758 A CH6169758 A CH 6169758A CH 6169758 A CH6169758 A CH 6169758A CH 377644 A CH377644 A CH 377644A
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Description


  Verfahren zur Vorbehandlung von hydrophoben Filmen vor dem Auftragen  einer     lichtempfindlichen    Schicht    Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Vorbehandlung von Filmbahnen vor dem Auftrag  einer lichtempfindlichen Schicht zwecks Erzielung  einer vollkommenen Benetzbarkeit.  



  Solange das durchsichtige Filmband aus     Nitro-          cellulose    oder aus einer acetonlöslichen     Acetylcellu-          lose    hergestellt wurde, konnte man gewöhnlich eine  Verbindung zwischen der Filmunterlage und der spä  ter aufzutragenden lichtempfindlichen Bildschicht in  einfacher und befriedigender Weise dadurch errei  chen, dass man Filmbahnen mit Organosolen von Ei  weissstoffen vorbehandelte; es entstand dadurch das  sogenannte Substrat, eine sehr dünne Schicht von  Eiweissstoff, welche einerseits in der Filmoberfläche  fest verankert war und sich anderseits     infolge    ihrer  hydrophilen Eigenschaften mit der Gelatine enthalten  den Bildschicht fest verbinden konnte.  



  Schon seit Einführung der vorwiegend aus     hoch-          acetylierter    Cellulose hergestellten Sicherheitsfilme be  reitete jedoch die Aufbringung einer wirksamen Sub  stratschicht zuweilen Schwierigkeiten, weil es an ge  eigneten Lösungsmitteln mangelte, welche einerseits  Eiweissstoffe zu lösen und anderseits in die Filmober  fläche genügend stark einzudringen vermögen; in  noch stärkerem Masse besteht diese Schwierigkeit für  die feste Verankerung von Eiweissstoffen oder an  deren hydrophilen Substanzen in der Oberfläche von  aus vollsynthetischen Hochpolymeren, z.

   B.     Polytere-          phthalsäureestern    wie     Polyäthylenterephthalsäure-          estern    usw. hergestellten Filmunterlagen.  



  Zwar ist noch ein anderes Verfahren zur Vor  behandlung von Filmbahnen bekanntgeworden, durch  welches ebenfalls eine Verbindung zwischen der  durchsichtigen Filmunterlage und der Bildschicht er  reicht werden kann. Nach diesem Verfahren sollen  Lösungen alkalisch reagierender Chemikalien, z. B.    verdünnter Natronlauge oder Wasserglas oder auch  anorganischer Säuren, z. B. Schwefelsäure, auf Film  bahnen zur Einwirkung gebracht werden mit dem  Ziele, auf der Filmoberfläche durch Verseifung fest  haftende hydrophile Schichten zu erzeugen. Auch  dieses Verfahren weist erhebliche Mängel auf. Es ist  erfahrungsgemäss z. B. schwierig, die Einwirkung ver  dünnter Laugen und Säuren so zu lenken, dass eine  genügend starke Verseifung eintritt, ohne dass andere  Spaltprodukte entstehen, welche die lichtempfindliche  Bildschicht ungünstig beeinflussen.

   Ausserdem ent  stehen häufig in bedeutendem Masse     ziemlich    wertlose  Fabrikationsabfälle, weil die mit verseifend wirken  den Chemikalien behandelten Filme bei der Aufarbei  tung trübe; praktisch unfiltrierbare Lösungen ergeben.  Diese Art der Vorbehandlung findet daher in der  Filmfabrikation nur noch selten Anwendung.  



  Die vorliegende     Erfindung    geht von der neuen  Erkenntnis aus, dass es möglich ist, Filmbahnen mit  Lösungen starker Alkalien oder Säuren zu behandeln,  ohne dass auf den Filmen irgendwie störende Spalt  produkte zurückbleiben. Wenn auch unter Einwir  kung alkalischer Chemikalien Spaltprodukte der Film  substanz entstehen, so werden diese durch anwesende  Oxydations- oder Reduktionsmittel sofort in wasser  lösliche Produkte übergeführt und durch eine an  schliessende Wasserbehandlung     entfernt.    Nach der       Wässerung        hinterbleibt    schliesslich eine klar durch  sichtige, spiegelglatte, entfettete und absolut gleich  mässig     benetzbare    Filmunterlage,

   auf welcher die als  Emulsion aufgebrachte Bildschicht nach dem Trock  nen fest haftet.  



  Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit  ein Verfahren zur     Vorbehandlung    von     hydrophoben     Filmen vor dem Auftrag einer lichtempfindlichen  Schicht, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die      Filme mit Lösungen starker Alkalien oder Säuren,  die Oxydations- oder Reduktionsmittel enthalten,  oder mit Lösungen starker oxydierender Säuren be  handelt werden, worauf die Reaktionsprodukte, so  weit sie wasserlöslich sind, ausgewaschen werden.  



  Es wird angenommen, dass durch die erfindungs  gemässe Behandlung auf der     Filmoberfläche    polare  Gruppen, z. B. Carboxyl- oder Hydroxylgruppen, ge  bildet werden, welche befähigt sind, eine Haftung zwi  schen der Filmoberfläche und der z. B. Gelatine ent  haltenden lichtempfindlichen Schicht herbeizuführen.  



  Die neuartige Vorbehandlung eignet sich für  hydrophobe Filmunterlagen aller Art, besonders für  solche aus Polyterephthalsäureestern und anderen  vollsynthetischen Hochpolymeren wie     Polycarbona-          ten,    Polystyrol, Cellulosederivaten usw.  



  Mit Lösungen, die starke Alkalien enthalten, z. B.  konzentrierten wässrigen Lösungen von Ätznatron  oder Ätzkali, welche ein Oxydationsmittel enthalten,  lassen sich bevorzugt alle Filme vorbehandeln, welche  aus sauerstoffhaltigen, z. B. esterhaltigen Kunststoffen  bestehen, auch wenn derartige Kunststoffe nur die  Oberfläche von Filmunterlagen anderer Zusammen  setzung ausmachen.  



  Dagegen sind zur Vorbehandlung von Filmen,  welche aus einem Material vom Charakter der Koh  lenwasserstoffe, z. B. Polystyrol, Polyäthylen, Poly  propylen, bestehen, Lösungen starker Säuren, die  oxydierend auf die Filmsubstanz einwirken, zu bevor  zugen. Damit soll jedoch anderseits nicht gesagt wer  den, dass sich saure Behandlungsbäder nicht auch für       sauerstoffhaltige    Kunststoffilme mit Erfolg anwen  den liessen. Als starke Säuren sind z. B. Schwefelsäure  und Salpetersäure geeignet und als Oxydationsmittel  kommen Wasserstoffperoxyd und dessen Derivate,  Chlor, Brom sowie besonders auch Chromsäure in  Betracht. Für die technische Anwendung hat sich  Chromsäure in wässriger Lösung mit und ohne Zu  satz von Schwefelsäure     bewährt.     



  Als Oxydationsmittel für die alkalische Behand  lung eignen sich Wasserstoffperoxyd und besonders  seine anorganischen Derivate, wie Persalze, z. B.  Alkali- bzw. Ammonium-Persulfate, -Percarbonate,  -Perborate, Salze der Mangan- und Übermangan  säure, ferner die Salze der Sauerstoffsäuren des  Chlors, wie Hypochlorite, Chlorite, Chlorate und Per  chlorate. Auch organische Oxydationsmittel wie z. B.  Benzoylperoxyd und Toluolsulfochloramide sind an  wendbar.  



  Es wurde ferner beobachtet, dass zuweilen die  Wirksamkeit von Lösungen, die starke Alkalien und  Oxydationsmittel enthalten, beschleunigt werden kann  durch Zusatz niedrigmolekularer ein- und mehrwer  tiger Alkohole, wie Methyl-, Äthyl-, Propyl-,     Isopro-          pylalkohol,    sowie Glycol oder Glyzerin und Mischun  gen solcher Alkohole.  



  Überraschenderweise konnte ferner eine beson  ders gute Wirksamkeit von Lösungen, die starke     Al-          kalien    enthalten, auch bei Zusatz von Reduktions  mitteln, wie z. B. Formaldehyd, Ameisensäure, Hy-    drazin, Salzen der schwefligen, unterschwefligen  Säure, der Sulfoxylsäure, reduzierend wirkenden Me  tallsalzen, wie z. B. Ferrosulfat, Zinnchlorür, sowie  auch Mischungen oder Kombinationen solcher redu  zierend wirkender Stoffe, festgestellt werden. Zuwei  len ist es vorteilhaft, alkalisch-oxydativ behandelte  Filme nachträglich in bekannter Weise einer kurz  dauernden Ultraviolett-Bestrahlung auszusetzen.  



  Auch die besonders in der Textilindustrie ge  bräuchlichen Netz- und Reinigungsmittel, z. B. Fett-,  Fettsäure-, Fettalkohol-Sulfonate, aromatische     Sulfo-          nate    und Kondensationsprodukte von Fettalkoholen  mit Äthylenoxyd, können für das erfindungsgemässe  Verfahren dienlich sein. Zwar kann durch solche  Stoffe allein eine bleibende Benetzbarkeit der Film  oberfläche nicht erreicht werden; sie sind jedoch von  Nutzen bei der Nachwäsche, da die spurlose Entfer  nung aller störenden Chemikalien und Verunreinigun  gen von den gemäss dieser Erfindung vorbehandelten  Filmunterlagen dadurch erleichtert wird. Es ist auch  möglich und ratsam, sie als Zusatz zu den Vorbehand  lungsbädern in den Arbeitsprozess einzuführen.  



  In sauren Bädern, welche besonders zur Vorbe  handlung von Kunststoffilmen mit Polyestercharakter  Anwendung finden, sind auch Reduktionsmittel, wie  z. B. Ferrosulfat, Zinnchlorür oder Hydrazin in  schwefelsaurer, salzsaurer oder phosphorsaurer Lö  sung geeignet.  



  In einer weiteren Ausführungsform des erfin  dungsgemässen Verfahrens kann der Film in noch  nassem Zustande zusätzlich in einer niedrig konzen  trierten wässrigen Eiweisslösung gebadet werden,  welche auf dem Film nach dem Trocknen eine ge  härtete, durchsichtige Schicht von kaum messbarer  Stärke hinterlässt. Dadurch wird ein einwandfreies  Haften der Bildschicht besonders auch im nassen  Zustande, beispielsweise in den photographischen  Entwickler- und Fixierbädern, gesichert. Bei der  technischen Ausführung des Verfahrens zur Vorbe  handlung von Filmbahnen als laufendes Band be  deutet die Zwischenschaltung einer Einrichtung zum  Auftrag von Eiweisslösungen keine Schwierigkeit.

   Bei  spielsweise haben sich die folgenden Eiweisslösungen  als geeignet erwiesen:    <I>Lösung 1</I>  10 g Casein werden mit 25 cm3 Wasser und  0,8 cm3 Ammoniaklösung, 25 %ig, angeteigt und  dann durch allmähliche Hinzufügung von 250     cm3     Wasser unter ständigem Rühren in Lösung gebracht.  Dann fügt man 20 g     Epichlorhydrin    hinzu, lässt 1-2  Tage bei Zimmertemperatur stehen und verdünnt  schliesslich die Gesamtlösung mit Wasser im Verhält  nis<B>10:</B> 100.  



  Statt dieser     Caseinlösung    kann     beispielspweise     auch eine Gelatine'     Chromalaunlösung    von an sich  bekannter Zusammensetzung Verwendung finden.  <I>Lösung 2</I>  7 g Gelatine werden in 1700     cm3    Wasser gelöst  und 1 g Chromalaun in 300     cm3    Wasser hinzugefügt.      Um dem mit dieser Lösung erzeugten Überzug  von gehärteter Gelatine nötigenfalls höhere Geschmei  digkeit zu verleihen, können Glyzerin, Zucker und  andere bekannte Weichmachungsmittel zugesetzt wer  den.  



  Bei den erfindungsgemäss behandelten Filmen, sei  es nun bei solchen aus vollsynthetischen Hochpoly  meren, sei es aus Celluloseestern und -äthern herge  stellten, konnten Verseifungs-, Zersetzungs- oder  Oxydationsprodukte nach den gebräuchlichen ana  lytischen Methoden höchstens in Spuren nachgewie  sen werden. Auch wirkten die behandelten Filmunter  lagen in keinerlei unerwünschter Weise auf die photo  graphischen Eigenschaften der Positiv- und     Negativ-          Bildschicht    ein.  



  Durch die erfindungsgemässe Behandlung wurden  ferner alle gegebenenfalls vorhandenen Spannungen  beseitigt; infolgedessen zeigt der Film selbst in gro  sser Breite keinerlei Neigung zur Wellenbildung; fer  ner waren die mechanischen Eigenschaften des Films  nach der Behandlung merkbar besser als vorher.  



  Auch die     Schrumpfung,    welche ein Film nor  malerweise nach Durchlaufen der photographischen  Bäder während der Trocknung erleidet, war bei dem  erfindungsgemäss behandelten Film wesentlich gerin  ger als bei einem nicht behandelten.  



  Ein wesentlicher Vorzug des Verfahrens zur Be  handlung von Filmunterlagen aller Art gemäss der  vorliegenden Erfindung besteht darin, dass keine auf  der Filmoberfläche verankerte Substratschicht in dem  gebräuchlichen Sinne erzeugt und auch die Film  substanz selber chemisch nicht wesentlich verändert  wird; daraus ergibt sich die Möglichkeit, die bei der  Filmherstellung laufend entstehenden Fabrikations  und Schnittabfälle in einfacher Weise zu reinigen und  in den Fabrikationsprozess zurückzuführen.  



  In wirtschaftlicher Beziehung stellt das Verfahren  den bekannten gegenüber einen weiteren bedeutenden  Fortschritt dar, weil einerseits organische Lösungs  mittel, deren Wiedergewinnung gewöhnlich mit erheb  lichen Kosten und Verlusten verbunden war, entweder  gar nicht oder nur in geringem Masse Verwendung  finden und weil anderseits in einem Arbeitsgange ein  beiderseitiges Haften der Bildschicht erreicht werden  kann.  



  Das Haften der Bildschicht kann noch besonders  dadurch verbessert werden, dass die Filme vor oder  nach ihrer Behandlung mit den Lösungen starker  Alkalien oder Säuren, die Oxydations- oder Reduk  tionsmittel enthalten, und dem Auswaschen der was  serlöslichen Anteile der Reaktionsprodukte ein- oder  beidseitig mit UV-Strahlen behandelt werden. Zu die  sem Zweck kann eine UV-Lampe oder UV-Strahler  an einer geeigneten Stelle vorgesehen sein.  



  Im folgenden wird eine Einrichtung beschrieben,  welche beispielsweise für die technische     Ausführung     des Verfahrens gemäss der Erfindung geeignet ist.     Im     besonderen lassen sich mit dieser Einrichtung Film  bahnen der üblichen Breite von z. B. 1200 mm be  handeln.    Aus den Fig. 1-3- sind alle Einzelheiten der Ein  richtung     ersichtlich.     



  Fig. 1. Die Filmbahn wird über Führungswalzen  2 in Schleifenform durch eine z: B. starke Alkalien  und Oxydationsmittel enthaltende Lösung geführt,  welche sich in dem heizbaren kastenförmigen Behäl  ter 3 befindet.. Die Badflüssigkeit tritt bei 4 ein und  fliesst durch den     überlauf    5 wieder ab. Sich mög  licherweise in dem Bade abscheidende     Salze    können  durch die Schlammtöpfe 6 und 7 abgefangen werden.  Die Badflüssigkeit kann durch die an den Stirnseiten  des Behälters 3 angebrachten Heizkörper 8 und 9 er  wärmt werden.  



  Nach Verlassen des Bades passiert die Filmbahn 1  die Leitwalzen 20 und wird dann, wiederum in Schlei  fenform, über die Walzen 11 und 12 durch die       Wässerung    transportiert, welche in den Gehäusen 13,  14 und 15 untergebracht ist. Die Berieselung der  Filmbahn 1 mit Wasser erfolgt durch die Sprühröhren  16, 17 und 18, welche vorzugsweise mit Sprühdüsen  nach Fig. 2 und 3 bestückt sind.

   Das durch die Sprüh  röhre 18 in das Gehäuse 15 eintretende Wasser     fliesst     durch den Stutzen 19 in den Sammelbehälter 20;  auch das bei 17 in das Gehäuse 14 eingesprühte  Wasser wird durch den Stutzen 21 in den     Sammel-          behälter    20 abgeführt, von wo aus die vereinigten  Waschwässer mittels Pumpe 22 über die Rohrleitung  23 durch die Sprührohre 16 in das Gehäuse 13 ge  spritzt und schliesslich durch den Stutzen 24 abge  lassen werden.  



  Nach Verlassen der Sprühwässerung läuft die  Filmbahn 1 über die Walze 25 in das Gehäuse 26,  dann über die     Walze    27 in den Trockenschrank,  welch letzterer in der Abbildung nicht wiedergegeben  ist: In dem Gehäuse 26 können röhrenförmige Ultra  violettstrahler 28 in der Weise angeordnet werden,  dass wahlweise eine ein- oder beiderseitige Bestrah  lung der     Filmbahn    möglich ist.  



  Fig. 2 gibt im Längsschnitt eine Ausführungsform  einer Sprühdüse wieder; die Düse besitzt eine zen  trische     Längsbohrung    29 von etwa 0,3-2 mm lichter  Weite. Das der Düse durch die     Längsbohrung    zuflie  ssende Wasser wird durch ein gebogenes Verteiler  blech 30 fächerförmig ausgebreitet. Mit ihrem konisch  verlaufenden Ende 31 können die Düsen in zylin  drische Bohrungen 32 der Sprührohre (gemäss Fig. 1,  16, 17,18) eingesetzt werden, wie Fig. 3 zeigt.  



  Die beschriebene Apparatur kann ohne weiteres  mit bekannten Vorrichtungen zum Aufbringen einer  zusätzlichen Eiweiss- oder anderen Schicht auf die  noch nasse, behandelte     Filmbahn    versehen werden.    <I>Beispiel 1</I>  Eine Lösung von 45 g Kaliumpersulfat in 1000 g  25 %iger Kalilauge wurde in einem Steinzeuggefäss  auf 70-75  erwärmt und für 1/2 bis 5 Minuten auf  einen     Polyäthylenglykolterephthalsäureester-Film    zur  Einwirkung gebracht. Um eine zu starke Sauerstoff  entwicklung     zu    vermeiden, können der Lösung; Sta-      bilisatoren, z. B. Natriumpyrophosphat, zugesetzt  werden.

   Sofort nachdem der Film das alkalische  Oxydationsbad verlassen hatte, wurde unter Spannung  zunächst mit Wasser von 15-20  und dann weiter mit  Wasser mit einer von 40  bis allmählich auf 85  an  steigenden Temperatur gewaschen und schliesslich ge  trocknet. Die Prüfung des behandelten Films ergab  folgendes: alle vorher auf dem Film erkennbaren Un  ebenheiten waren verschwunden, ebenso alle wasser  abstossend machenden fettartigen Stoffe; der Film war  daher spiegelglatt und auch nach dem Trocknen  wieder mit Wasser vollständig gleichmässig     benetz-          bar.    Eine daraufgegossene photographische     Gelatine-          Halogensilberemulsion    verlief auf dem Film auch  ohne den üblichen Zusatz von     Netzmitteln,    z. B.

    Saponin, vollständig gleichmässig. Nach dem Trock  nen haftete die Emulsionsschicht fest auf dem Film.  



  Auch Sicherheitsfilme, welche aus Triacetat, aus  acetonlöslicher Acetylcellulose oder aus gemischten  organischen Estern wie Cellulose-Acetobutyrat,  -Acetopropionat oder anderen organischen     Cellulose-          estern    und -äthern hergestellt wurden, lassen sich  nach der in Beispiel 1 angeführten Arbeitsweise be  handeln.  



  <I>Beispiel 2</I>  Eine Mischung von 400 Volumteilen 40%iger  Natronlauge und 600 Volumteilen Natron-Chlor  bleichlauge mit 150 g aktivem Chlor im Liter wurde  in einem Steinzeuggefäss auf 60-70  erwärmt und für  1/2 bis 5 Minuten auf einen Sicherheitsfilm, hergestellt  aus Acetylcellulose mit 60,5%, Essigsäure, zur Ein  wirkung gebracht. Nachdem der Film das alkalische  Oxydationsbad verlassen hatte, wurde er unter Span  nung mit Wasser gewaschen und getrocknet.  



  Der behandelte Film war glasklar und vollständig  gleichmässig benetzbar. Wurde der Film mit photo  graphischer Gelatine-Halogensilberemulsion begossen  und getrocknet, so haftete die Emulsionsschicht dar  auf auch nach dem Entwickeln, Fixieren und Wässern  in feuchtem und trockenem Zustande fest.  



  Ebenso wirksam lassen sich auch Celluloidfilme  alkalisch-oxydativ behandeln.  



  <I>Beispiel 3</I>  In einer     flachen    Emaillewanne wurden 800 g  Kalilauge 30%ig mit 120 g Isopropylalkohol ver  mischt und 4 g  Rongalit  (eingetragene Marke) so  wie 0,2 g Natriumsalz eines Fettalkoholsulfonates hin  zugefügt. Die Lösung wurde auf dem Wasserbade auf  70  erwärmt und darin ein Terylenfilm 3 Minuten  unter ständiger Bewegung gebadet und dann gründ  lich gewässert. Der Film blieb während der Behand  lung klar und fehlerfrei und wurde mit Wasser gleich  mässig benetzbar; auch nachdem der Film getrocknet  worden war, blieb die vollkommene Benetzbarkeit  unverändert bestehen.  



       Ein.    auf den getrockneten Film in bekannter Weise  aufgebrachte photographische Emulsion haftete     ein-          wandfrei.       <I>Beispiel 4</I>  480 g Chromsäureanhydrid wurden in 240 g Was  ser warm gelöst und darin Polypropylenfilm 3 Minu  ten bei 80  gebadet, der Film dann gründlich bis zum  Verschwinden der letzten Säurespuren gewässert. Da  nach ist der Film beiderseits tadellos benetzbar, und  eine nach dem Trocknen aufgebrachte lichtempfind  liche Bildschicht haftet darauf fest.  



  Ebenso lässt sich auch auf einem Polyäthylenfilm  eine vollständige Benetzbarkeit und ein festes Haften  einer Halogensilber-Gelatineemulsionsschicht errei  chen; das ist bei der auch äusserlich hervortretenden  Ähnlichkeit und Verwandtschaft des Polyäthylens mit  Paraffin besonders erstaunlich.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I Verfahren zur Vorbehandlung von hydrophoben Filmen vor dem Auftrag einer lichtempfindlichen Schicht, dadurch gekennzeichnet, dass die Filme mit Lösungen starker Alkalien oder Säuren, die Oxyda- tions- oder Reduktionsmittel enthalten, oder mit Lö sungen starker, oxydierender Säuren behandelt wer den, worauf die Reaktionsprodukte, soweit sie wasser löslich sind, ausgewaschen werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Filme beidseitig behandelt werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass eine wässrig-alkalische Lösung ver wendet wird, die Oxydationsmittel enthält und ferner einen Gehalt an niedrigmolekularen, ein- oder mehr wertigen Alkoholen aufweist.
    3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass Lösungen starker Alkalien, die Re duktionsmittel enthalten, verwendet werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass wässrige Lösungen starker anorga nischer oxydierender Säuren zur Anwendung kom men. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass wässrige Lösungen starker anorga nischer Säuren, die Reduktionsmittel enthalten, ver wendet werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die behandelten Filme zur Er höhung der Haftfestigkeit der lichtempfindlichen Schicht in noch nassem Zustande mit einem schicht bildenden Mittel, z.
    B. einer wässrigen Eiweisslösung oder einer wässrigen Harzlösung, behandelt werden. 7. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Filme vor oder nach der Be handlung einer UV-Bestrahlung ausgesetzt werden. PATENTANSPRUCH 1I Nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I behandelter Film. PATENTANSPRUCH III Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch Mittel zum Einführen einer Filmbahn in eine in einem heiz baren Behälter befindliche Badflüssigkeit, Mittel zum Zu- und Abführen der Badflüssigkeit in diesen bzw.
    aus diesem Behälter, Mittel zum Abfangen abgeschie dener Feststoffe aus der Badflüssigkeit, Mittel zum Weiterführen der gebadeten Filmbahn in eine Wässe rungsvorrichtung, Mittel zum Besprühen der Film bahn mit Wasser und Mittel zum Trocknen der aus der Wässerungsvorrichtung austretenden Filmbahn. UNTERANSPRÜCHE B. Vorrichtung nach Patentanspruch III, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel zum Aufbringen einer wässrigen Lösung auf die behandelte, gewaschene, nasse Filmbahn aufweist. 9. Vorrichtung nach Patentanspruch III, dadurch gekennzeichnet, dass sie Ultraviolettstrahler aufweist, die derart angeordnet sind, dass sie die behandelte Filmbahn ein- oder beidseitig bestrahlen.
CH6169758A 1956-03-28 1958-07-12 Verfahren zur Vorbehandlung von hydrophoben Filmen vor dem Auftragen einer lichtempfindlichen Schicht CH377644A (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0068433A1 (de) * 1981-06-25 1983-01-05 The Dow Chemical Company Verfahren zur Herstellung von synthetischem Papier und Produkt daraus
US4518681A (en) * 1981-06-25 1985-05-21 The Dow Chemical Company Process for the manufacture of synthetic paper and the product thereof

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