CH378071A - Verfahren zum Überwachen des Zustandes von Ionenaustauschermassen - Google Patents
Verfahren zum Überwachen des Zustandes von IonenaustauschermassenInfo
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Description
Verfahren zum Überwachen des Zustandes von lonenaustauschermassen
Bei der Prüfung von Ionenaustauschermassen im regenerierten und erschöpften Zustand wurde über- raschenderweise gefunden, dass die Massen je nach dem Grad, in welchem sie mit Ionen beladen sind, sich elektrochemisch verschieden verhalten.
Die nähere Prüfung dieser Beobachtung ergab die interes- sante Tatsache, dass die in mA gemessene StromstÏrke, die bei definierter Spannung, festliegender Elektrodengrosse und unveränderlichem Elektroden- abstand durch die Austauschermasse fliesst, die im folgenden als lonenleitwert bezeichnet wird, sowohl bei Kationen-als auch bei Anionenaustauschermassen während des Betriebes entsprechend ihrem Beladungs, zustand sich konstant ändert und schliesslich einem Grenzwert zustrebt, welcher den Erschöpfungszustand der Masse anzeigt. Dabei ist der Ionenleitwert der Masse bei Beladung mit einwertigen Ionen höher als bei Beladung mit zwei-und dreiwertigen Ionen. Am höchsten ist der Leitwert bei Beladung mit Wasserstoff-bzw.
Hydroxylionen, also im regenerierten Zustand, während der Leitwert der Austauschermasse allein Null ist.
Diese Feststellungen führen zu einem neuartigen Verfahren, welches eine exakte Überwachung des jeweiligen Zustandes von lonenaustauschermassen während ihrer Verwendung ermöglicht.
Das Verfahren besteht im wesentlichen darin, dass mit Hilfe von in die Austauschermasse eingebauten Elektrodenpaaren der lonenleitwert der Austauscher- masse gemessen wird. Der in dieser Beschreibung ver wendete Begriff des lonenleitwertes ist von dem Begriff der Leitfähigkeit von Lösungen zu unterscheiden.
Mit einem bekannten Leitfähigkeitsmessgerät können keine Veränderungen in der Austauschermasse selbst festgestellt werden.
Zweckmässig werden mehrere Elektrodenpaare in verschiedener Schichthöhe in die Masse eingebettet, um den Beladungszustand des Austauschers in ver schiedenen Schichten überwachen zu können. Um eine Störung des Austauschvorganges selbst zu verhindern, soll diese Messung nur diskontinuierlich und stets nur während eines kurzen Zeitraumes erfolgen.
Zur Durchführung der Messung genügen geringe Gleichspannungen, die aber selbstverständlich bei jeder Messung gleich sein müssen. Vorteilhaft wählt man diese Spannungen unterhalb der Zersetzungs- span, nung des Wassers, um Störungen in dieser Hinsicht zu vermeiden. Geeignet für die Messung haben sich beispielsweise Ströme in der Grössenordnung von etwa 1, 4 bis 2 Volt erwiesen. Jedenfalls soll die Spannung unter etwa 10 Volt liegen.
Fig. 1 zeigt schematisch, eine Ausführungsform eines für die Durchführun, des Verfahrens nach der Erfindung geeigneten Messgerätes. In dem mit Austauschermasse 1 gefüllten ! Filterkessel 10 sind'in ver schiedener Höhe eine Reihe von Elektrodenpaaren 2 an, geordnet, welche jeweils mit getrennten Leitungen 11 an ein gemeinsames Mess-und Registriergerät 5 zur Feststellung des jeweiligen lonenleitwertes der Masse angeschaltet sind. Die Leitungen, 11 können seitlich (Ausführungsform A) oder oben (Ausfüh- rungsform B) aus dem Filter 10 herausgeführt sein.
Zwischen den Mess-und Registriergeräten 5 und den Elektrodenpaajen 2 ist ein Umschalter 3 angeordnet, der zweckmässig alle Messstellen nacheinander einund auszuschalten gestattet. Die ganze Anlage ist mit einer gemeinsamen Stromquelle 4 verbunden, welche eine konstante schwache Gleichspannung liefert. Die erzielten Messwerte können beispielsweise mit Hilfe eines Schreibers 12 festgehalten werden.
Die nachfolgenden Ausführungsbeispiele m¯gen das Verfahren nach der Erfindung nÏher erläutern.
Beispiel 1
In ein Versuchsfilter wurden direkt tuber dem Düsenboden und in jew, eils 100 mm Abstand vier Elektrodenpaare als sogenannte F hler eingebaut. Dabei befand sich der F hler 4 teilweise ausserhalb der Austauschermasse. Das Austauschfilter war mit der unter der Bezeichnung Lewatit S lO0 (eingetragene Marke) bekannten Kationenaustauschmasse gefüllt.
Das Diagramm Fig. 2 zeigt die gemessenen Werte.
Beim Anlegen der konstanten Messspannung an die vier Elektrodenpaare ergibt sich bei dem erschöpften Austauschermaterial an den Fühlern 1, 2 und 3 ein lonenleitwert, der durch das Rückspulen der Filtermasse von unten-zur Entfernung der mechanisch anhaftenden Verunreinigungen-infolge weiterer Beladung den unteren Ionengrenzleitwert erreicht.
Bei der Regeneration der Austauschmassen mit 5 /Oiger Salzsäure steigt der nun gemessene Leitwert (vgl. das Diagramm Fig. 3) an allen vier F hlern anfangs rasch, spÏter langsam an, um schliesslich einem oberen Grenzwert von 250 mA zuzustreben, der als ¸ berdeckter Ionenleitwert¯ der Regeneriersäure bezeichnet werden ka, nn. Offensiohtlich ist die Regeneration beendet, wenn alle vier Fühler den gleichen Wert anzeigen.
Die regenerierte Masse wird nun mit Wasser von oben nachgespült, wobei der Ionenleitwert etwas absinkt, und zwar zeigen die in der Masse liegenden F hler 1 bis 3 nach beendetem Sp lvorgang einen einheitlichen lonenleitwert, den man als Leitwert der Wasserstoffionen bezeichnen, kann, während der nur teilweise von Masse bedeckte Fuhler 4 einen niedrige ren Wert zeigt. Diese Ergebnisse sind in dem Diagramm Fig. 4 veranschaulicht.
Die Verwendung der frisch regenerierten und ge spülten Masse ist in Fi, g. 5 dargestellt, wobei ausser den Messwerten an den einzelnen Fühlern gleichzeiti g auch die Änderung des sogenannten m-Wertes (Reaktion des Wassers gegen n/10 NaOH unter Verwendung von Methylorange als Indikator) des jeweils aus dem Filter ablaufenden Wassers angegeben ist. Die Messwerte der F hler 1 bis 3 zeigen die allmähliche Abnahme des Ionenleitwertes der Masse mit steigen- der Beladung an, wobei deutlich die Zunahme der Beladung in der Strömungsrichtung des zu entsalzenden Wassers an den in verschiedener H¯he liegenden F h lern ersichtlich ist.
Zunächst zeigt der F hler 3, der am weitesten oben liegt, eine starke Abnahme des Ionenleitwertes des Austauschmaterials infolge der Aufnahme drei-und zweiwertiger Kationen an. Dabei steigt zunächst der an den Fühle, rn 1 und 2 gemessene lonenleitwert noch etwas an, weil infolge der Kationenaufnahme die ursprünglich daran gebundene Kohlensäure frei wird und noch eine gewisse Nachregene- ration der Masse verursacht. Nach etwa dlrei Stunden folgt der etwa in der Mitte liegende Fühler 2 und d nach weiteren drei bis vier Stunden zeigt auch der F hler 1 direkt am Düsenboden die Abnahme der Leitfähigkeit und damit die v¯llige Erschöpfung der Masse an.
Gleichzeitig ist aus der Kurve f r den m- Wert des abfliessenden Wassers ersichtlich, dass etwa beim Wendepunkt der Kurve der Messwerte des F hlers 1 die Erschöpfung des Filters und damit der Durchbruch von Rohwasser durch das Filter angezeigt wird. Mit zunehmender Erschöpfung des Austauschers erfolgt ein ¸Schlupf¯ der Kationen durch die Austauschmasse, wobei zuerst die einwertigen Ionen, die am schwersten zurückzuhalten sind, im ablaufen- den Wasser in Erscheinung treten.
Beispiel 2
In gleicher Weise sind die Vorgänge innerhalb eines Anionenaustauschfilters mit vier in verschiedener H¯he angeordneten Messfühlern gemessen worden.
Dabei befanden sich wiederum die F hler 1, 2 und 3 innerhalb, Fühler 4 dagegen teilweise ausserhalb der zu untersuchenden Masse. Das Anionenfilter war mit dem unter der Bezeichnung ¸Lewatit MN¯ (eingetragene Marke) bekannten, stark basischen Anionenaustauschmaterial gefüllt.
Das Diagramm Fig. 6 zeigt analog dem Diagramm in Fig. 2 die Vorgänge, die sich beim R ckspülen der erschöpften Masse mit Wasser ergeben, und zwar sinkt) der Ionenl'eitwert von einem Anfangswert nach einigen Schwankungen auf einen gemein- samen niedrigeren Endwert.
Bei der Regeneration der Masse mit einer 5 /oigen Natronlauge steigt der Leitwert rasch an und erreicht bei beendeter Regeneration f r alle vier F hler einen gemeinsamen oberen Grenzwert, der als Ionenleitwert der Regenerierlauge angesehen werden kann. Das Diagramm Fig. 7 lässt diese Ergebnisse erkennen. Mit dem Erreichen des gemeinsamen Grenzwertes hat man offensichtlich gleichzeitig ein Ma¯ f r die voll'ständige Regeneration der Masse.
Die mit Natronlauge regenerierte Masse wurde nun mit entsalztem Wasser nachgespült, wobei der Leitwert infolge Herausspülens aller Laugenreste sinkt. Die Vorgänge sind in Fig. 8 dargestellt.
Die zum lonenaustausch vorbereitete Masse wurde zur Entfernung von Kieselsäure aus bereits teilentsalztem Wasser verwendet. Die entsprechenden Messergebnisse zeigt das Diagramm Fig. 9. Dabei ist ersichtlich, dass der Ionenleitwert der Masse an den F hlern 1 und 2 nach anfänglich kurzem Absinken um ein geringes, was durch anfÏngliche Bindung des -HCO3-Ions erklärlich ist, lange Zeit praktisch konstant bleibt. Innerhalb dieser Zeit ist auch der Kieselsäuregehalt des aus dem Filter ablaufenden Wassers nahezu unverändert.
Im Augenblick des Durchbruches des Filters, das hei¯t im Moment seiner Ersch¯pfung, sinkt der lonenleitwert der Masse erheb lich, und gleichzeitig sdteigt der Kieselsäuregehalt des ablaufenden Wassers rasch auf beträchtl'iche Werte an.
Fig. 10 zeigt die an einem Mischbettfilter während des Betriebes gemessenen Werte. Das Filter wird'mit einer Mischung der unter dem Namen ¸Dowex 2¯ und ¸Dowex 50¯ (eingetragene Marken) im Handel bekannten Austauschmassen gefüllt und wurde, wie bei den vorherigen Versuchen zur Entsalzung von Stadtwasser benutzt. Durch das Mischen der Kation austauschmasse, die einen positiven Wasserstoffionen- Leitwert besitzt, mit der einen negativen Hydroxyl- ionen-Leitwert aufweisenden Anionenaustauschmasse mit Hilfe eines Luftstromes vor Beginn der Verwen- dung des Filters neutrallisieren sich die beiden Massen unter Bildung von Wasser.
Dabei wirdi der Ionenleit- wert Null. Die Masse geht aus dem Zustand des Halbleiters in den eines Isolators über.
Bei Inbetriebsetzung wird die labile neutrale Verbindung der beiden Austauschergruppen wieder gesprengt. Beide Austauschermassen laden sich mit den im Wasiser vorhandenen Anionen und Kationen auf. Die dabei ent- standenen Ionenleitwerte der Anionen-und Kationenaustauschmassen addieren sich und ergeben einen Summenleitwert. Dieser Leitwertanstieg zeigt sich deutlich in den Messwerten des Diagrammes. Wieder ist ersichtlich, dass etwa im Wendepunkt der Messkurve des Fiihlers 1 die Erschöpfung des Filters und der Durchbruch der Ionen durch das Filter erfolgt, wie die gleichzeitig durchgeführte Leitfähigkeitsmessung des ablaufenden Wassers deutlich erkennen lässt.
Auch aus diesem Versuch ist ersichtlich, dass durch Messen des Ionenleitwertes der Austauschmasse ihre Verwendbarkeit f r Austauschvorgänge ohne weiteres gegeben ist.
Das neue Verfahren gibt also die Möglichkeit einer einfach wirksamen Betriebskontrolle von der Austauschmasse her in Ergänzung zu den wasserseitig eingesetzten Kontrollgeräten. Es gestattet femer, Aussagen ber das Verhalten und die Eigenschaften von Ionenaustauschern zu machen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum Oberwachen des Zustandes von lonenaustauschermassen, dadurch gekennzeichnet, d'ass mit Hilfe von in die Austauschermasse eingebau- ten Elektrodenpaaren der Ionenleitwert der Masse er- mittelt wird'.II. Messgerät zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass in einem mit Austauschermasse (1) gefüllten Filter (10) eine Reihe von Elektrodenpaaren (2) in verschiedener H¯he angeordnet sind, von denen jedes mit getrennten Leitungen (11) ber einen Umschalter (3) mit einem gemeinsamenMess-und Registriergerät (S) und mit einer konstanten Gleichspannungsquelle (4) ver bunden sind.UNTERANSPRUCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung in verschiedenen Schichten der Austauschermasse gleichzeitig erfolgt.2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung in verschiedenen Schichten der Austauschermasse hintereinander erfolgt.3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, da¯ die Messung diskontinuierlich und jedesmal nur während eines kurzen Zeitraumes er- folgt.4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Messung stets gleiche Gleichspannungen angewendet werden.5. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Messung Gleichspannungen unterhalb der Zerset zungsspannung des Wassers angewendet werden.6. Verfahren nach Patentanspruch 1 und Unter- ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Messung Gleichspannun, gen von etwa 2 Volt angewendet werden.
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