Musikinstrument Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Musikinstrument mit Saiten als Tonerzeuger, z. B. Cello, Violine, Cembalo, Piano oder dergleichen, das mindestens ein am Klangkörper des Instrumentes, z. B. am Resonanzboden, an der Decke und/oder am Stimmstock vorgesehenes Resonanzelement aufweist.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, dem Musik instrument die Fähigkeit zu verleihen, einen bezüglich Klangfarbe edlen Ton zu erzeugen.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht, Musik instrumente herkömmlicher Bauart mit geringen Kosten so umzubauen, dass sie nach dem Umbau bezüglich ihrer Tongüte hochwertigen, teuren Exem plaren entsprechen. Das erfindungsgemässe Musik instrument ist gekennzeichnet durch mindestens ein Resonanzelement, das an seinem Klangkörper vorge sehen ist und das eine Vielzahl von Erhöhungen und Vertiefungen aufweist, die ein regelmässiges geometrisches Muster bilden. Die Erhebungen und Vertiefungen des Resonanzelementes sind zweck mässig geometrisch gleich gestaltet. Zufolge dieser Ausbildung tönt das Resonanzelement beim Schwin gen der Saiten des Musikinstrumentes leise mit und erzeugt dadurch einen Ton edlerer Klangfarbe und grösserer Tragfähigkeit.
Anhand der beiliegenden Zeichnung werden .nachfolgend beispielsweise Aus führungsformen des erfindungsgemässen Musikinstru mentes erläutert.
Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform eines Resonanzelementes.
Fig. 2 zeigt einen Horizontalschnitt, welcher den Einbau von Resonanzelementen gemäss Fig. 1 in den Klangkörper einer Violine veranschaulicht.
Fig. 3 stellt im Aufriss den Klangkörper am Reso nanzboden eines Pianos dar und zeigt die Anord- nung von Resonanzelementen gemäss Fig. 1 auf dem selben.
Fig. 4A zeigt vergrössert einen Teil des Resonanz elementes, das im Klangkörper des Pianos so einge baut ist, wie die Fig. 3 zeigt.
Fig.4B zeigt einen Schnitt nach der Linie IVB-IVB in Fig. 4A.
Fig. 5 ist eine Draufsicht auf die Innenfläche des Deckels eines Streichinstrumentes, an welcher die Erhebungen und Vertiefungen des Resonanzelementes sichtbar sind.
Fig. 6 ist ein Schnitt durch die Decke des Musik instrumentes nach Fig. 5.
Fig.7 ist eine Draufsicht auf den Boden des Musikinstrumentes von innen her und veranschaulicht die gleiche Anordnung der Erhebungen und Vertie fungen des Resonanzelementes wie in Fig. 5.
Fig. 8 ist ein Schnitt durch den Boden .gemäss Fig. 7.
Fig. 9 veranschaulicht einen Schnitt quer durch den Klangkörper eines Cellos.
Fi.g. 10 ist ein Draufsicht auf den Instrumenten- boden, der eine Vielzahl von Erhebungen und Ver tiefungen aufweist.
Fig. 11 ist ein Schnitt durch den Instrumenten boden gemäss Fig. 10.
Fig. 12 zeigt eine Variante der Ausführungsart nach Fig. 11.
In Fig. 1 ist ein als Stimmstock verwendbares Resonanzelement dargestellt, das aus einem Holzstab 10 besteht, in welchen zwei parallel zueinander ver laufende rechtsgängige und eine linksgängige Schraube eingeschnitten sind. Auf diese Weise wird .eine Viel zahl von rautenförmigen Erhebungen 11 und spiralen- förmigen Vertiefungen 12, 13 und 14 geschaffen. Die Form der Erhebungen kann durch Änderung der Ganghöhe der Schrauben variiert werden. Die Zahl der Schrauben kann auf vier erhöht werden, so dass z. B. zwei rechtsgängige und zwei linksgängige Schrauben vorhanden sind. Es kann aber auch jede andere Kombination von links- und rechtsgängigen Schrauben gewählt werden.
Bedingung ist jedoch, dass die Summe der links- und rechtsgängigen Schrauben die Zahl vier nicht übersteigen darf. Auf Grund durchgeführter Versuche hat sich ergeben, dass drei Schrauben in jeder Hinsicht die höchst möglichste Stabilität des Resonanzelementes ergeben und klanglich günstige Resultate zeitigten.
In Fig. 2 ist ein anderes, als Violine ausgebildetes Musikinstrument dargestellt, bei welchem als Schwing körper 16, 17 und 18 Resonanzelemente in Richtung der drei Instrumentenachsen<I>X, Y,</I> Z .eingesetzt sind. Diese Resonanzelemente 16-18 können auch bloss in einer oder nur in zwei Achsrichtungen vorgesehen sein. Sie brauchen nicht unbedingt in Richtung der genannten Achsen zu verlaufen, sondern sie können ebensogut parallel zu diesen Achsen .angeordnet sein.
Der Vorteil der gemäss Fig. 1 ausgebildeten Reso nanzelemente besteht nicht nur darin, dass im Falle der Violine die Stäbe 16, 17 und 18 (.Fig. 2) den Instrumentenboden zusätzlich stützen, sondern ganz allgemein verstärken sie die durch die Saiten der Violine hervorgerufenen Schwingungen des Bodens.
Die Enden der als Resonanzelemente wirkenden Stäbe 16, 17 und 18 (Fig.2) können direkt am gewölbten Boden bzw. an der Decke der Violine befestigt sein. Man kann aber auch eine Zwischen lage aus Leder oder einem anderen geeigneten elastischen Material vorsehen.
In Fig.3 ist ein mit Resonanzelementen ver- sehener Resonanzboden eines Pianos dargestellt, bei welchem eine Vielzahl von Resonanzelementen 10 parallel zu den Resonanzstäben 19 an der Innenfläche des Resonanzbodens angebracht ist. Wenn man ge mäss Fig. 1 ausgebildete Resonanzelemente 10 an Stelle der üblichen Resonanzstäbe 19 flacher Form einbaut, so wird die Ausgestaltung des Resonanz bodens 20 konstruktiv einfacher und seine Wirksam keit in tonlicher Hinsicht grösser.
Um die Resonanz elemente 10 am Resonanzboden des Pianos befesti gen zu können, werden sie in der Längsrichtung zweckmässig einseitig angeflacht, wie es aus Fig. 4B ersichtlich ist. Die Fig.4A zeigt einen Ausschnitt des Resonanzbodens eines Pianos mit einem einzigen Resonanzelement in der Draufsicht und in vergrösser tem Massstab, während 4B einen Querschnitt nach der Linie IVB-IVB in Fig. IVA veranschaulicht.
Die gemäss Fig. 1 ausgebildeten Resonanzelemente 10, die man in den Resonanzboden ,eines Pianos, wie in Fig. 3 veranschaulicht, einbaut, können die üb lichen Resonanzstäbe vollständig ersetzen. Dadurch kann das Tonvolumen gesteigert und die Klangfarbe des Pianos ganz ausserordentlich stark verbessert werden. Die Herstellung der Resonanzelemente kann z. B. so erfolgen, dass man gesonderte Teile, welche den Erhebungen entsprechen, an glatten Holzstäben, die einen kreisrunden, halbkreisförmigen oder ellip tischen Querschnitt besitzen, so anbringt, dass sich eine Anordnung der Erhebungen wie in Fig. 1 dar gestellt ergibt.
Es ist aber vorzuziehen, die rechts und linksgängigen Schraubengänge, die in Fig. 1 ge zeigt sind, unmittelbar in glattwandige Holzstäbe einzuschneiden. Die so .eingeschnittenen Holzstäbe können dann in der gewünschten Anordnung in den Klangkörper des Musikinstrumentes eingebaut wer den. Beim Spielen von Musikinstrumenten, die mit Resonanzelementen gemäss Fig. 1 ausgestattet wor den sind, konnte man folgende Feststellungen machen. 1.
Ein Cello, bei dem als Stimmstock (Z-Richtung) ein aus einem zylindrischen Stab, in welchen ein einziger Schraubengang eingeschnitten war, be stehendes Resonanzelement eingebaut war, hatte ein grösseres Tonvolumen als dann, wenn man als Stimmstock einen unbearbeiteten glatten Holz stab einlegte.
2. Die Schwingungen des Klangkörpers eines Musik instrumentes können durch den Einbau eines aus Erhebungen und Vertiefungen bestehenden Reso nanzelementes dadurch beeinflusst werden, dass die Masse des Resonanzelementes geändert wer den.
Diese Feststellungen liessen vermuten, dass man noch bessere Resultate erzielen kann, wenn man das Resonanzelement so gestaltet, wie es in Fig. 1 dar gestellt ist, also mit drei Schraubengängen, zwei rechtsgängigen und einem linksgängigen.
Dies lässt sich in einfachster Weise z. B. dadurch zeigen, dass man ein gemäss der Fig. 1 ausgebildetes Resonanzelement mit der Hand an einem seiner Enden festhält und mit dem anderen Ende sachte eine Tischkante berührt. Schon mit unbewaffnetem Auge und noch mehr durch die Empfindung der Hand kann man zarte Schwingungen feststellen, die niemals mit einem festen Körper, der eine glatte Oberfläche aufweist, hervorgebracht werden können.
Streichinstrumente mit einem gemäss Fig. 2 in der Z-Achse eingebauten und nach Fig. 1 ausgebildeten Resonanzelement sollen hier und nachfolgend, zum Unterschied von den allgemein bekannten Musik instrumenten mit einem flachen Stab als Stimmstock (Type Z), als Instrumente der Z-2B-Type bezeichnet werden.
Beim Spiel eines Cellos der Type Z-2B konnte festgestellt werden, dass es ein bedeutend grösseres Tonvolumen aufwies als ein sonst gleichartiges Cello, das als Stimmstock nur einen zylindrischen abge flachten Stab oder einen Stab mit nur einem einzigen Schraubengang aufwies. Bei dem Cello der Type Z-2B erfolgte das Anspielen eines Tones viel leichter und die Klangfarbe des Tones war besser.
Die besonderen klanglichen Eigenschaften des mit einem gemäss Fig. 1 ausgebildeten Stimmstock ver- sehenen Cellos, Z-2B-Typ, hängen vermutlich mit der Tatsache zusammen, dass die. rautenförmigen Vorsprünge des Resonanzelementes wie innere Sai ten vibrieren und gleichzeitig dessen zentrale festen Teile wie ein fester Stimmstock glatter Aussenfläche schwingen, wodurch eine Überlagerung der beiden Schwingungsformen zustande kommt.
Auf Grund dieser mit einem Cello der Z-2B-Type gemachten Erfahrungen wurde auch der in der X-Achse des Cellos angeordnete Bassbalken 16 (Fig. 2), der gewöhnlich zylindrischen Querschnitt be sitzt, in die Form gemäss Fig. 1 umgearbeitet. Diese Ausführung des Cellos wird nachstehend als Instru ment der X-2B-Type bezeichnet.
Beim Spielen dieses Cellos zeigte sich, dass man durch den Einbau eines gemäss Fig. 1 ausgebildeten Bassbalkens, X-2B-Typ, diesem Cello eine Klangentfaltung besonderer Art verleihen konnte, welche sich mit dem glatten und abgeflachten Bassbalken niemals erzielen liess.
Durch den Einbau eines Bassbalkens gemäss Fig. 1 wurde das Tonvolumen des Cellos im Bereich der tiefen Töne der C-,<I>G-, d-</I> und a-Saiten verstärkt. Insbesondere wurde das Tonvolumen der C- und der G-Saite erheblich gesteigert, so dass sich die Vibra- tionen des Bodens des Cellos bereits von Hand erfühlen liessen;
selbst beim dauernden forte- und piano-Spiel liess sich :der Unterschied in den Klang eigenschaften eines konventionellen und eines um gearbeiteten Cellos leicht feststellen, wiewohl man ihn normalerweise nicht erkennen kann. Dies ist zweifellos den besonderen Eigenschaften des Cellos mit einem Bassbalken :gemäss Fig. 1 zuzuschreiben und wird durch die verschiedene Wirkung bedingt, <I>welche</I> ein gemäss Fig. 1 ausgebildeter Bassbalken gegenüber einem Bassbalken üblicher flacher Form hervorruft.
Wenn man die Prüfung der Klan.geigen- schaften der beiden Celli nach dem Aufsetzen eines Dämpfers auf den Steg wiederholte, wurde festgestellt, dass das Tonvolumen bei dem Cello mit einem Bass- balken gemäss Fig. 1 weit mehr vermindert wurde, als man erwartete, dass aber die Klangfarbe sehr schön war, während üblicherweise die Klangfarbe mit der Abnahme des Tanvolumens schlechter wird.
Wenn man nun an dem gleichen Cello sowohl einen Stimmstock als auch einen Bassbalken gemäss Fig. 1 anbringt, so kann man Töne erzeugen, bei spielsweise beim Staccato-Spiel, die mit der üblichen Ausrüstung mittels abgeflachter Holzstäbe zylin drischen Querschnitts als Stimmstock und als Bass- balken niemals erreicht werden können.
Auch in der Y-Achse des Klangkörpers eines Cellos wurde alsdann versuchsweise ein Resonanz element gemäss Fig. 1 angeordnet und diese Ausfüh rungsform als Musikinstrument der Y-2B-Type be zeichnet. Es wurden sanftere Töne erzeugt und die Trennung der Töne erwies sich insbesondere beim Staccato-Spiel als leichter. In diesem Falle war jedoch die Klangfarbe des erzeugten Tones verhältnismässig dunkel.
Die vorstehend beschriebenen praktischen Ver suche, die mit einem Cello angestellt wurden, wur den unternommen, um die Wirkung des Einbaues von Resonanzelementen gemäss Fig. 1 längs der X-, Y und Z-Achse dessen Klangkörpers bezüglich Aus wirkung auf Tonvolumen und Klangfarbe des Cellos zu studieren.
Die nachstehenden Angaben beziehen sich auf eine Violine. Nach dem Umbau der üblichen Violine durch den Einbau von Resonanzelementen gemäss Fig. 1 in der<I>X-, Y-</I> und Z-Achse (unter denselben Bedingungen wie vorstehend beim Cello beschrieben) konnte man feststellen, dass bei der Violine im .allge- meinendie gleichen Wirkungen hinsichtlich des Ton volumens und der Klangfarbe wie .beim Cello ein traten. Darüber hinaus ergab sich, dass bei einer Violine der Y -2B-Type die Reinheit der Töne besser war als beim Cello.
Nunmehr sollen die Fig. 5 bis 9 :näher erläutert werden. In diesen Figuren ist der Klangkörper eines Cellos gezeigt, bei welchem quer verlaufende Scharen von Vertiefungen 25, kreuzweise nach rechts und links gerichtet, .an der Innenfläche der Decke 22 (Fig. 5 und 6) und des Bodens 23 (Fig. 7 und 8) vorgesehen sind. Das Dreieck 24 stellt den Zentral punkt dar, von welchem die Teilung ausgeht. Mit 27 (Fig.9) sind die Zargen und mit 21 die rauten förmigen Erhebungen, .die vornehmlich als Resonanz elemente wirken, bezeichnet.
Durch die Anbringung der diagonal verlaufenden Vertiefungen, der sogenannten Reson.anz-Fortpflan- zungsgruben, wird die Vibration, beispielsweise vom Teil 24 ausgehend, nach allen Richtungen hin längs der Kanten der rautenförmigen, kleinen und grossen Resonanzflächen verteilt, und die ursprünglich harte Schwingung wird gemildert, wobei sowohl das Ton- volumen als auch die Klangfarbe gleichmässiger und :besser werden.
Man kann daher je nach Bedarf die Anordnung, Ausbildung und Tiefe der Vertiefungen sowie die Grösse der rautenförmigen Erhebungen beliebig ändern und, wenn es die Umstände erfor dern, eine Gruppe von solchen Erhebungen auch an den Zargen oder am Boden in Form eines geome trischen Musters anbringen.
In d en Fig. 10, 11 und 12 ist ein Resonanzboden eines Pianos gezeigt. Man erkennt die kreuzweise angeordneten, diagonal verlaufenden Vertiefungen 25, die rautenförmige Erhebungen einschliessen, die Reso nanzflächen 21 bilden. In bezug auf die Wirkungs weise dieser Struktur gilt das Gleiche, wie bei der Besprechung der Fig. 5 bis 9 ausgeführt worden ist.
Mit 29 sind die Linien bezeichnet, längs welcher die Teile zusammenstossen, aus denen der Resonanz boden aufgebaut ist.
Sowohl bei einem Cello als auch bei einem Piano hat sich die Anbringung einer Vielzahl von Erhe bungen und Vertiefungen unmittelbar auf dem Reso nanzboden bewährt. Das Cello, welches zu den Vergleichsversuchen herangezogen worden war, stellte ein rauhklingendes Instrument dar, wie es zum niedrigsten Preis im Handel zu erhalten war.
Vor Beginn der Vergleichs versuche wurde bei der Prüfung des Cellos fest gestellt, dass es sich um ein Instrument handelte, das manche Unzulänglichkeiten aufwies und bei dem insbesondere das Tonvolumen und die Klangfarbe ungünstig waren. Das Instrument war für einen den Beruf eines Cellisten ausübenden Musiker wegen seiner Mängel unbrauchbar.
Von diesem Instrument wurden, wie in Fig. 5 und 7 gezeigt, sowohl die Decke (Fig. 5) als auch der Boden (Fig.7) entfernt. Ein gleichseitiges Dreieck (24), das von einem Kreis mit 40 @mm Durchmesser umschlossen werden konnte, wurde an der Innen fläche der Decke des Cellos als Ausgangspunkt ge- wählt und dann wurde eine Vielzahl von furch@en- förmigen Vertiefungen derart eingeschnitten, dass sie sich von diesem Punkt aus :
bis an den Rand der Decke .erstreckten. Der Querschnitt dieser Furchen war halbkreisförmig mit einem mittleren Durch- messer von 3 mm und einer mittleren Einschnitt- Tiefe von 1 mm. In ähnlicher Weise wurde die Innen fläche des Bodens (Fig.7) behandelt. Auch dort wurde in einem Kreis von 60 mm Durchmesser ein gleichseitiges Dreieck eingezeichnet und von diesem ausgehend, wurden in regelmässiger Folge ähnliche furchenförmige Vertiefungen angebracht wie an der Innenfläche der Decke.
Der Querschnitt der Furchen war auch hier im wesentlichen halbkreisförmig, mit einem mittleren Krümmungsradius von 2,5 mm und einer Einschnitt-Tiefe von 1,5 mm. Nach Beendigung dieser Arbeiten wurden die Decke und der Boden mit Hilfe von Leim wieder auf die Zargen des Cellos aufgesetzt und die Prüfung des Tonvolumens und der Klangfarbe konnte beginnen.
Die erste Feststellung bestand darin, dass die Klangfarbe reiner geworden war und dass das Ton volumen über den ganzen Tonbereich hinweg an Gleichmässigkeit gewonnen hatte.
Die Ergebnisse des Vergleichs der Eigenschaften des Instrumentes vor und nach der Umgestaltung sind nachstehend zusammengefasst:
EMI0004.0037
Vorher <SEP> Nachher
<tb> 1. <SEP> Das <SEP> Tonvolumen <SEP> ist <SEP> gering <SEP> (pianissimo). <SEP> 1. <SEP> Das <SEP> Tonvolumen <SEP> ist <SEP> gross <SEP> (fortissimo).
<tb> 2. <SEP> Das <SEP> Tonvolumen <SEP> ist <SEP> über <SEP> den <SEP> ganzen <SEP> Ton- <SEP> 2. <SEP> Das <SEP> Tonvolumen <SEP> ist <SEP> über <SEP> den <SEP> ganzen <SEP> Ton bereich <SEP> ungleichmässig. <SEP> bere.ich <SEP> gleichmässig, <SEP> wobei <SEP> das <SEP> Spielen <SEP> erheb lich <SEP> leichter <SEP> geworden <SEP> ist.
<tb> 3. <SEP> Die <SEP> Klangfarbe <SEP> ist <SEP> unschön. <SEP> 3. <SEP> Die <SEP> Klangfarbe <SEP> ist <SEP> rein <SEP> und <SEP> eindrucksvoll.
<tb> 4.
<SEP> Der <SEP> Wolfton <SEP> ist <SEP> stark <SEP> hörbar, <SEP> insbesondere <SEP> 4. <SEP> Der <SEP> Wolfton <SEP> ist <SEP> praktisch <SEP> verschwunden,
<tb> beim <SEP> Cello. <SEP> Dieser <SEP> unangenehme <SEP> Ton <SEP> wird <SEP> Restbetrag <SEP> 1 <SEP> %.
<tb> durch <SEP> einen <SEP> Knoteneffekt <SEP> hervorgerufen, <SEP> wel cher <SEP> beim <SEP> Cello <SEP> um <SEP> das <SEP> F <SEP> herum <SEP> in <SEP> der <SEP> 4. <SEP> Lage
<tb> der <SEP> G-Saite <SEP> auftritt <SEP> und <SEP> sehr <SEP> störend <SEP> wirkt. <SEP> Es
<tb> handelt <SEP> sich <SEP> dabei <SEP> um <SEP> einen <SEP> Fehler, <SEP> den <SEP> man
<tb> bei <SEP> den <SEP> meisten <SEP> Musikinstrumenten <SEP> antrifft,
<tb> manchmal <SEP> sogar <SEP> bei <SEP> den <SEP> wertvollen <SEP> Exem plaren.
<tb> 5.
<SEP> In <SEP> den <SEP> höchsten <SEP> Lagen <SEP> ist <SEP> das <SEP> Spiel <SEP> unmöglich, <SEP> 5. <SEP> Auch <SEP> in <SEP> den <SEP> höchsten <SEP> Lagen, <SEP> beispielsweise
<tb> weil <SEP> man <SEP> keine <SEP> reinen <SEP> Töne <SEP> mehr <SEP> erhält. <SEP> bei <SEP> C <SEP> in <SEP> der <SEP> dritten <SEP> Oktave <SEP> des <SEP> C <SEP> auf <SEP> der
<tb> C-Saite, <SEP> werden <SEP> die <SEP> Töne <SEP> völlig <SEP> klar <SEP> erhalten.
<tb> Es <SEP> ist <SEP> im <SEP> allgemeinen <SEP> bei <SEP> einem <SEP> teuren <SEP> Cello
<tb> leicht, <SEP> klare <SEP> Töne <SEP> beim <SEP> A <SEP> in <SEP> der <SEP> dritten <SEP> Oktave
<tb> von <SEP> A <SEP> auf <SEP> der <SEP> A-Saite <SEP> zu <SEP> erhalten,
<SEP> aber <SEP> selbst
<tb> bei <SEP> einem <SEP> so <SEP> kostbaren <SEP> Instrument <SEP> konnte <SEP> man
<tb> diese <SEP> Wirkung <SEP> auf <SEP> der <SEP> C-Saite <SEP> nicht <SEP> hervor rufen. <SEP> Nach <SEP> Ausstattung <SEP> dieses <SEP> Cellos <SEP> mit
<tb> Resonanzelementen <SEP> gemäss <SEP> Fig. <SEP> 1 <SEP> konnte <SEP> auch
<tb> dieser <SEP> Schritt <SEP> erreicht <SEP> werden, <SEP> was <SEP> einen
<tb> eindrucksvollen <SEP> Beweis <SEP> für <SEP> die <SEP> Wirksamkeit
<tb> darstellt.
<tb> 6. <SEP> Der <SEP> Widerhall <SEP> ist <SEP> sehr <SEP> schwach. <SEP> 6. <SEP> Der <SEP> Widerhall <SEP> ist <SEP> ausgiebig. <SEP> Dies <SEP> betrifft <SEP> einen
<tb> der <SEP> wichtigsten <SEP> Faktoren <SEP> für <SEP> die <SEP> Wirksamkeit
<tb> eines <SEP> Musikinstrumentes.
<SEP> Wenn <SEP> der <SEP> Widerhall
<tb> gut <SEP> ist, <SEP> gestaltet <SEP> sich <SEP> das <SEP> Spiel <SEP> ausserordentlich
<tb> leicht.
EMI0005.0001
Vorher <SEP> Nachher
<tb> 7. <SEP> Die <SEP> Trennung <SEP> der <SEP> Töne <SEP> ist <SEP> ungenügend. <SEP> 7. <SEP> Die <SEP> Trennung <SEP> der <SEP> Töne <SEP> ist <SEP> sehr <SEP> gut. <SEP> Es <SEP> wird
<tb> dadurch <SEP> möglich, <SEP> Staccato <SEP> und <SEP> dergleichen
<tb> leicht <SEP> und <SEP> rein <SEP> zu <SEP> spielen.
<tb> B. <SEP> Die <SEP> Akkorde <SEP> klingen <SEP> in <SEP> den <SEP> höheren <SEP> Lagen <SEP> B. <SEP> Auch <SEP> in <SEP> der <SEP> höchsten <SEP> Lage <SEP> lassen <SEP> sich <SEP> die
<tb> nicht <SEP> gut. <SEP> Akkorde <SEP> leicht <SEP> spielen.
<tb> 9. <SEP> Die <SEP> schwächsten <SEP> Töne <SEP> (pp) <SEP> sind <SEP> unklar <SEP> und <SEP> 9.
<SEP> Sowohl <SEP> die <SEP> leisen <SEP> als <SEP> auch <SEP> die <SEP> lauten <SEP> Töne
<tb> die <SEP> lautesten <SEP> (ff) <SEP> haben <SEP> nicht <SEP> das <SEP> erforderliche <SEP> lassen <SEP> sich <SEP> leicht <SEP> hervorbringen.
<tb> Tonvolumen. Ein weiterer Vergleich wurde mit dem von einem ausübenden Musiker benutzten Cello und einem nach der vorliegenden Erfindung umgestalteten Cello in der Weise vorgenommen, dass der betreffende Künst ler hintereinander auf beiden Instrumenten das Kon- zert in E-moll, op. 104, von Antonin Dvorak spielte,
das als eine der schwierigsten Kompositionen bekannt ist. Das eigene Instrument des Künstlers stammte von der Firma Josef Klotz. Bei diesem Spiel konnten folgende Beobachtungen gemacht werden:
EMI0005.0017
Klotzsches <SEP> Cello <SEP> Umgearbeitetes <SEP> Cello
<tb> 1. <SEP> Wiewohl <SEP> das <SEP> Tonvolumen <SEP> gross <SEP> ist, <SEP> lässt <SEP> das <SEP> 1. <SEP> Trotzdem <SEP> das <SEP> Cello <SEP> sowohl <SEP> im <SEP> Tonvolumen
<tb> Cello <SEP> im <SEP> Bass <SEP> zu <SEP> wünschen <SEP> übrig. <SEP> als <SEP> auch <SEP> in <SEP> den <SEP> hohen <SEP> Lagen <SEP> dem <SEP> Klotzschen
<tb> Cello <SEP> nachsteht, <SEP> ist <SEP> es <SEP> im <SEP> Bass <SEP> besser.
<tb> 2. <SEP> Obgleich <SEP> sowohl <SEP> im <SEP> Tonvolumen <SEP> als <SEP> auch <SEP> in <SEP> 2.
<SEP> Trotzdem <SEP> das <SEP> Cello <SEP> in <SEP> bezug <SEP> auf <SEP> das <SEP> Ton der <SEP> Klangfarbe <SEP> vorzüglich, <SEP> Ist <SEP> das <SEP> Cello <SEP> in <SEP> volumen <SEP> und <SEP> die <SEP> Klangfarbe <SEP> dem <SEP> Klotzschen
<tb> bezug <SEP> auf <SEP> .die <SEP> Klarheit <SEP> der <SEP> Töne <SEP> dem <SEP> umge- <SEP> Cello <SEP> wegen <SEP> der <SEP> geringeren <SEP> Qualität <SEP> des <SEP> Musik arbeiteten <SEP> Cello <SEP> unterlegen. <SEP> Instrumentes <SEP> nicht <SEP> gleichkommt, <SEP> ;gibt <SEP> es <SEP> die
<tb> Empfindung <SEP> grösserer <SEP> Klarheit.
<tb> 3. <SEP> Der <SEP> Widerhall <SEP> ist <SEP> in <SEP> hohem <SEP> Grad <SEP> umfassend. <SEP> 3. <SEP> Der <SEP> Widerhall <SEP> ist <SEP> dem <SEP> des <SEP> Klotzschen <SEP> Cellos
<tb> überlegen.
Trotz aller Unterschiede .in der Wirkung der bei den Instrumente lässt sich das umgearbeitete Cello leichter spielen und ist auch in der musikalischen Ausdrucksfähigkeit dem Klotzschen Cello überlegen.
Das Cello, welches bei dem nachfolgend beschrie benen Vergleichsversuch Verwendung fand, zeigte ursprünglich, das heisst vor der Umarbeitung, bloss solche klangliche Eigenschaften, dass es sich nur für den Gebrauch eines Anfängers eignete. Nachdem es aber, wie vorstehend an Hand der Fig.5 bis 9 beschrieben, umgestaltet worden war, konnte man darauf mit Leichtigkeit sogar eine musikalische Kom position spielen, die man bisher nur auf einem hoch wertigen, teuren Instrument bewältigen konnte.
Diese Tatsache beweist eindrucksvoll die Wirksamkeit der Erfindung. Es ist dadurch erwiesen worden, dass man ein gewöhnliches Musikinstrument mit geringem Ton volumen und schlechter Klangfarbe mit Hilfe der Erfindung in ein Instrument von grossem Tonvolumen und guter Klangfarbe umwandeln kann.
Die theore- tische Erklärung für diese Tatsache ist vermutlich darin zu suchen, dass das Einschneiden der Furchen in den Resonanzboden des Cellos eine vielfache Reflexion der Tonschwingungen zur Folge hat und die ursprünglich stark ausgeprägten Resonanzschwin gungen unterdrückt, wobei die Vibrationen über den ganzen Tonbereich ausgeglichener werden und man die Klangeigenschaften des Rohmaterials regeln kann.