Elektromagnetischer Fernhörer Die Erfindung betrifft einen elektromagnetischen Fernhörer mit einer Erregerspule, zwei magnetisch hintereinander am Ende der Erregerspule angeordne ten Dauermagneten und einem aus zwei Bügelteilen bestehenden Verbindun;gsbiigel, der die angeführten Dauermagnete, die Erregerspule und einen durch die Erregerspule hindurchgehenden Anker zu einem festen Ganzen verbindet.
Die bisher bekannten Fernhörer, die zu Millionen als Massenbedarfserzeugnisse hergestellt werden, sind immer noch vom Standpunkte des Materialbedarfs unwirtschaftlich und baulich recht kompliziert. Ihr magnetischer Kreis weist eine grosse Streuung auf, so dass zum Erreichen einer grossen Empfindlichkeit sehr starke Dauermagnete benutzt werden müssen.
Mit Rücksicht darauf, dass der Anker seine Schwingungs- bewegungen im Bereich eines starken magnetischen Feldes ausführt, ist es meistens unentbehrlich, für den Anker verwickelte Zentriervorrichtungen vorzusehen. Als Verbindungsglied zwischen dem Anker und der Membran wird in bekannten Fernhörern ein getrennt erzeugter Verbindungsstab benutzt, der sowohl zur Membran als auch zum Anker befestigt werden muss.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, die Nachteile der bekannten Ausführungsformen zu ver meiden und einen Fernhörcr zu schaffen, dessen Triebsystem ein magnetisches Abgleichen gestattet, derart, dass durch den Anker in Ruhelage kein ma- gneitischer Fluss hindurchgehen kann, und welcher ferner gestattet, dessen Konstruktion zu vereinfachen,, eine hohe Empfindlichkeit und Stabilität des Fern hörers bei gleichzeitiger Verminderung seines Ge wichtes zu erreichen, sowie Ersparnisse an kostbaren Werkstoffen,
insbesondere an Buntmetallen, zu er zielen und die akustische Verzerrung des Fernhörers auf ein Mindestmass herabzusetzen. Erfihdungsgemäss wird dies dadurch erzielt, dass der Anker des Fernhörers zwischen den beiden Bügef- tegen in unmittelbarer Blerührunug mit einander zuge kehrten Flächen derselben festgeklemmt ist.
Auf beigefügten Zeichnungen, sind zwei Ausfüh rungsbeispiele des erfindungsgemässen Fernhörers dargestellt.
Fig. 1 stellt ein erstes Ausführungsbeispiel im Schnitt dar.
Fig. 2 zeigt im grösseren Massstab einen Schnitt durch das magnetische System dieses Fernhörers ent lang der SchinWlttliiniie II-11 in Fig. 3.
Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch dasselbe System, senkrecht zur Abbildungsebene der Fig.2, entlang der Schnittlinie 111-11I in Fig. 2.
Fig. 4 zeigt dasselbe System in Ansicht, in Rich tung des in Fig. 3 angedeuteten Pfeiles. IV gesehen. Fig. 5 stellt den Anker vor seiner Verformung in Draufsicht dar.
Fig. 6 stellt in noch. grösserem Massstab Einzel heiten der Verbindung zwischen der Membran und dem Stab des Ankers dar.
Fig. 7 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel im Schnitt.
Fig. 8 stellt das magnetische System dieser Aus- führungsform teilweise im Schnitt dar.
Fig. 9 zeigt .in Draufsicht den Anker nach seiner Verformung.
Das magnetische System des erfindungsgemässen Fernhörers besteht aus zwei quaderförmigen Dauer magneten 1, 2, die zusammen mit dem Wickelkörper 6 der Erregerspule 22 zwischen beiden Teilen 3, 4 eines zweiteiligen Bügels des magnetischen Systems befestigt sind. Die Dauermagnete 1 und 2 sind aus einer geeigneten Dauermagnetlegierung hergestellt und mit keinen Polschuhen versehen, so dass der Luftspalt unmittelbar zwischen ihren Polen gebildet ist.
Das Streufeld der Dauermagnete ist daher mini- mal', so dass man schon mit sehr klei ner Abmessungen, die aus Alni-Legierung oder Alnico-Legierung hergestellt sind, im Luftspalt eine Induktion von 5000 bis 10 000 Gauss erreichen kann.
Die Stirrsciten des Wickelkörpers 6 der Erreger spule 22 sind Barart ausgebildet, dass die Erreger spule 22 selbsttätig in eine richtige Lage zwischen beiden Bügelteilen 3, 4 und beiden Dauermagneten 1, 2 eingestellt wird. Ein Anker 5, der durch eine Axialbohrun;g des Wickelkörpers 6 hindurchgeht, schwingt im Luftspalt zwischen den beiden Dauer magneten 1, 2.
Beim Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 bis 6 ist das eine Ende des Ankers 5 zwischen einander zu gekehrten Flächen der beiden Bügelteile 3, 4 be festigt, und zwar mit Hilfe zweier Niete 10 oder Schrauben, die die flanschartig ausgebildeten Enden der beiden Bügelteile miteinander fest verbinden und dadurch auch das ganze magnetische System des Fernhörers zusammenhalten. Zu gleichem Zwecke sind die entgegengesetzten Enden der beiden Bügef- teil.e 3, 4 gegeneinander abgewinkelt, so dass sie als Anschläge für die beiden Dauermagnete 1 und 2 die nen (Fig. 2).
Der Anker 5 wird in der Mitte des Luft spaltes zwischen den beiden Dauermagneten 1, 2 durch nichtmagnetische Abstandsbänder 7, 8 gehal ten, welche in Einschnitte 5b, 5c (Fi:g. 3) des Ankers eingesteckt und derart abgebogen sind, dass sie die Ränder des Ankers in der Mitte des Luftspaltes fest hakten, dabei aber Schwingungsbewegungen des Mit telteils des Ankers ungehindert zulassen. Die äusseren Enden der Abstandsbänder 7, 8 sind nach oben und unten abgebogen, so dass sie Anschläge bilden, die die Bewegungen der beiden Dauermagnete 1, 2 parallel zur Ebene des Ankers 5 und senkrecht zur Achse der Erregerspule 22 verhindern.
Wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, hat der Anker vor seiner Verformung im Mittelteil eine Zunge, die dann rechtwinklig abgebogen wird, wodurch ein Stab 5a zur Verbindung des Ankers mit der Membran 13 entsteht.
Das beschriebene magnetische System des Fern hörers. ist in einer Büchse 9 aus Kunststoff dadurch befestigt, dass der Bügelteil 4 mit einem Vorsprung 11 versehen ist, der durch eine in die Wand der Büchse 9 eingepresste Metallunterlage 12 hindurchgeht und von aussen her an dieser Metallunterlage 12 angelötet ist. Zum Festhalten des magnetischen Systems. des Fernhörers im Inneren der Büchse 9 dient weiterhin eine Zwischenwand 14, die beim Schliessen eines Deckels 16 der Büchse 9 zum Bügelteil 3 zugedrückt wird.
Durch eine in der Mitte der Zwischenwand 14 vorgesehene und eine gleichachsige, im Bügelteil 3 angeordnete Bohrung geht der obenerwähnte Stab 5a hindurch, der die Verbindung zwischen dem Anker 5 und der Membran 13 vermittelt. Die in der Zwi schenwand 14 vorgesehene Öffnung bildet zugleich einen akustischen Widerstand des Fernhörers und ist zu diesem Zweck derart angeordnet, dass sie durch eine aus geeignetem Textilstoff oder Gewebe her gestellte, zwischen dem Bügelteil 3 und der Zwi schenwand 14 festgeklemmte Einlage 23 abgedeckt ist. Die Membran 13 ist mit dem Stab 5a des Ankers 5 durch Klebstoff 15 oder Lot verbunden.
Wird eine Membran in Form eines flachen Kegels verwendet, wie in Fig. 1 dargestellt ist, dann kann die Zuverläs sigkeit der Verbindung zwischen dem Stab 5a des Ankers 5 und der Membran 13 dadurch erhöht wer den, dass die Spitze der Membran nach innen ein gedrückt wird, wodurch ein kleiner Innenkegel 24 mit dem Scheitelwinkel a entsteht (Fi.g. 6). Ein Tröpf chen eines bituminösen Klebstoffes 15 umgiesst dann die Membran von beiden Seiten her und verbindet sie fest mit dem Stab 5a.
Der Wechselstrom wird in die Erregerspule 22 durch einen flachen Messingring 17 zugeleitet, an welchem der eine Anschlugss der Erregerspule 21 an gelötet ist, wobei der andere Anschluss mit dem Di stanzband 8 verschweisst ist, so dass der Strom über den Bügelteil 4 in die Metallunterlage 12 geleitet wird (Fi'g. 1 und 2).
Im zweiten Ausführungsbeispiel, das in Fig. 7, 8 und 9 dargestellt ist, sind einander entsprechende Bestandteile mit gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1 bis 4 versehen. Diese zweite Ausführungsform unter scheidet sich von der in Fig. 1 bis 4 dargestellten hauptsächlich durch die Art der Befestigung und Ausbildung des, Ankers 5 sowie durch eine, abgeän derte Ausbildung und Gestaltung der Bügelteile 3 und 4.
Die Dauermagnete 1, 2 und der Wickelkör per 6 der Erregerspule sind in der gleichen Weise wie beim Fernhörer- nach Fig. 1 bis 4 ausgeführt. Die Verbindung des Ankers 5 mit der Membran 13, die in diesem Ausführungsbeispiel als eine ebene Membran ausgebildet ist (Fig. 5), ist auch hier da durch hergestellt, dass der Stab 5a des Ankers durch einen Klebstoff 15 oder Lot zur Membran befestigt ist.
Wie jedoch aus Fig. 8 ersichtlich ist, ist der An ker 5 auf beiden Enden zwischen einander zugekehr ten Flächen der beiden Bügelteile 3, 4 durch Lot 18, 19, z. B. Weichlot, oder einem geeigneten Klebstoff oder auf andere bekannte Weise befestigt. In ähn licher Weise sind auch die Dauermagnete 1 und 2 mit beiden Bügelteilen verbunden. Zwischen den ein ander zugekehrten Flächen der Bügelteile 3, 4, die den Anker 5 festklemmen, ist praktisch keine magne tische Spannung vorhanden.
Deswegen ist der An ker durch das statische magnetische Feld nicht be- ilasitet, obwohl er auf beiden Enden festgeklemmt ist, so dass der Anker auch in diesem Ausführungsbei spiel aus einem Werkstoff vor hoher Permeabilität, z. B. aus einer Permalley-Legierung, hergestellt wer den kann.
Mit Rücksicht darauf, dass die beiden Bügelteile 3, 4 mit den Dauermagneten 1, 2 völlig symmetrisch zur Mittelebene des Luftspaltes liegen, entstehen nach dem Festklemmen des Ankers 5 zwischen die Enden der beiden Bügelteile zwangläufig gleiche Luftspalte auf beiden Seiten des Ankers, so dass keine weiteren Massnahmen zur Zentrierung des Ankers erforderlich sind.
Der Anker 5, der ebenso wie in Fig. 1 bis 4 auch hier durch eine Axialbohrung des Wickelkörpers 6 der Erregerspule hindurchgeht, ist auf einem Ende mit einem zum Beispiel rechteckförm:igen Ausschnitt 20 versehen (Fig. 9), wodurch absichtlich der magne tische Widerstand dieses Teiles des Ankers erhöht wird, um den magnetischen Wechselfluss zum gröss ten;
Teil' über den Arbeitsabschnitt, das .heisst über den zwischen den Dauermagneten 1, 2 befindlichen Luft spalt, zu schliessen und ihn nicht unmittelbar durch das anliegende Ende des Ankers und das Lot 18 in den Bügel fliessen zu lassen (Fig. 6).
Durch den Aus schnitt 20 ist nämlich der Durchschnitt dieses Teils des Ankers derart herabgemindert, dass der dadurch entstehende hohe magnetische Widerstand bei erhöh ter magnetischer Induktion nur einen geringen Teil des magnetischen Wechselflusses durch dieses Gebiet hindurchgehen lässt, so dass der restliche, weitaus grössere Teil des magnetischen Flusses die erforder liche Schwingungsamplitude des Ankers gewährleistet.
Das magnetische System des. Fernhörers istin der Büchse 9 aus geeignetem Kunststoff durch eine Schraube 21 befestigt, für die im Bügelteil 4 ein Ge= winde vorgesehen ist. Eine Drehung des magneti schen Systems im Inneren der Büchse 9 wird durch auf der Büchse vorgesehene Vorsprünge, zwischen welche das magnetische System eingekeilt ist, verhin dert. Der hinter der Membran 13 belassene freie Raum wird durch eine an das magnetische System des Fernhörers angedrückte Zwischenwand 14 be grenzt.
Durch eine in der Zwischenwand 14 ange ordnete Öffnung, die mit der entsprechenden öff- nung im Bügelteil 3 konzentrisch ist, geht der Stab 5a des Ankers 5 hindurch. Diese öffnung dient zugleich als akustischer Widerstand des Fernhörers und ist zu diesem Zweck mit einem geeigneten, zwischen dem Bügelteil 3 und der Zwischenwand 14 festgeklemm ten Textilstoff oder Gewebe abgedeckt.
Der Wechselstrom gelangt in die Erregerspule über einen flachen, in die Büchse 9 eingepressten Messingring 17 sowie über eine unter der Befesti gungsschraube 11 angeordnete Metallunterlage 12.
Die beschriebene Anordnung des magnetischen Kreises des erfindungsgemäss ausgebildeten Fern hörers ermöglicht die Ausnützung der Eigenschaften der magnetischen Werkstoffe, gewährleistet hohe Empfindlichkeit und beseitigt die Verzerrungen durch die zweite harmonische Frequenz, die sonst bei elek- tromagnetischen Systemen üblicherweise vorkommen.