Schutzschalter Schutzschalter mit einem Installationsselbstschal- ter mit Differentialrelais und einem Berührungsschutz schalter sind bekannt; dabei weisen die Installations- selbstschalter mit Differentialrelais ausser einem elek tromagnetischen Momentanauslöser und einem ther mischen Auslöser noch ein Differentialrelais mit zwei einander entgegengeschalteten Wicklungen auf, die je in einem der beiden Schalterstromkreise eingeschal tet sind.
Während der elektromagnetische Momentan auslöser den Schalter bei einem Leiterkurzschluss ab schaltet und der thermische Auslöser denselben bei einer dauernd kleinen überlast zur Auslösung bringt, bewirkt das Differentialrelais eine Auslösung des Schalters bei einer asymmetrischen Stromentnahme gegen Erde infolge eines Isolationsdefektes oder Stromdiebstahles.
Diesem Schalter wird in letzter Zeit ausser dem Schutz gegen Stromdiebstahl mehr und mehr auch die Aufgabe zugedacht, Personen bei Berührung von Gehäusen elektrischer Geräte und dergleichen gegen mögliche Stromunfälle zu schützen. Dafür ist es aber erforderlich, dass die Ansprech- empfindlichkeit des Installationsselbstschalters sehr gross ist. So wird beispielsweise vielerorts bereits ge fordert, dass schon Differenzströme von nur 10 mA zum Auslösen des Schalters führen.
Das sind Werte, die in bezug auf Stromdiebstähle viel zu klein sind, so dass zur Frage steht, ob es überhaupt noch sinn voll sei, dieses Problem mit den übrigen Funktionen des Installationsselbstschalters zu verknüpfen. Ausser dem ist es sehr schwierig, ein Differentialrelais mit einer so hohen Ansprechempfindlichkeit zu bauen, wenn man dabei den Erfordernissen gerecht werden will, dass es einerseits möglichst kleine Abmessungen aufweisen und dass anderseits die zur Auslösung erfor derliche Energie vom Differenzstrom selbst erzeugt werden soll.
Die zuletzt genannte Notwendigkeit ist deshalb geboten, da- dafür keine Energie herangezo- gen werden darf, die von einem durch eine Fremd energiequelle gespeisten Verstärker herstammt. Um nun einer möglichen Schädigung von Personen durch Berühren von elektrische Einrichtungen umhüllenden Gehäusen mit einfachen Mitteln wirksam vorzubeu gen, bedient man sich aus den vorstehend angeführ ten Gründen, unabhängig vom Isolationsselbstschal- ter, eines zusätzlich angeordneten Berührungsschutz schalters.
Bei diesem geschieht die Auslösung durch einen empfindlichen Elektromagneten, einen so genannten Fehlerspannungsauslöser, der jeweils zwi schen das Gehäuse des Stromverbrauchers und eine Hilfserde geschaltet ist. Der Elektromagnet ist dabei so dimensioniert, dass er bei einer Fehlerspannung von 25 Volt zwischen Gehäuse und Hilfserde anspricht, also bei einer Spannung, die noch als ungefährlich angesehen werden kann.
Der in der Spule fliessende Strom beträgt dabei etwa 25 mA. Infolge der grossen Spulenimpedanz ist die Güte der Hilfserde praktisch belanglos, so dass selbst ein Hilfserdungswiderstand von 100 Ohm und mehr den Schutzwert kaum beein flusst.
Die Verwendung zweier völlig voneinander un abhängiger Schalter ist hierbei zweifellos nachteilig, da beide Schalter im Endeffekt die gleiche Wirkung herbeiführen, nämlich das Abschalten des Verbrau chers vom Netz, bei Eintreten bestimmter Störungen, so dass demnach ein doppelter Aufwand an Schalt mitteln für denselben Zweck erforderlich ist. Das gleiche gilt natürlich auch für das Schaltschloss, durch das das Schaltmittel betätigt wird. Ausserdem ist die Wartung der Schalter sowie eine allfällige Fehler suche bei internem Netzausfall, der nicht auf eine der überwachten Störungsmöglichkeiten zurückzuführen ist, erheblich erschwert, hauptsächlich wenn beide Schalter räumlich voneinander getrennt sind.
Die im nachstehenden beschriebene Erfindung be trifft nun einen Schutzschalter, der sowohl die Vor teile des Installationsselbstschalters mit Differential- relais als auch die des Berührungsschutzschalters in sich vereinigt, ohne dass er die angeführten Nachteile aufweist, und zwar dadurch, dass er einen Installa- tionsselbstschalter mit Differentialrelais und einen Berührungssehutzschalter besitzt, wobei beide Schal ter ein gemeinsames Schaltmittel aufweisen.
Die Erfindung wird anhand eines in der Zeich nung dargestellten Ausführungsbeispieles näher er läutert. Es zeigen: .
Fig. 1 ein Schaltbild eines Schutzschalters und einen daran angeschlossenen Verbraucher und Fig. 2 eine schematische Darstellung mehrerer mit einem Schutzschalter verbundener Verbraucher.
In der Fig. 1 bedeutet 1 einen Schutzschalter, der aus einem Installationsselbstschalter 2 und einem Berührungsschutzschalter 3 besteht, die beide in einem Gehäuse 4 untergebracht sind. Der Installationsselbst schalter 2 weist, wie bekannt, zwei Schaltköntakte 5, 6, einen elektromagnetischen Momentanauslöser 7, einen thermischen Auslöser 8 und ein Differentialrelais 9 auf.
Der Berührungsschutzschalter 3 setzt sich, wie ebenfalls bekannt, ausser den Schaltkontakten 5, 6, die er hier mit dem Installationsschutzschalter 2 ge meinsam hat, aus einem Berührungsschutzrelais 10, einer Einschalttaste 11 sowie einem Prüfschalter 12, der durch eine Prüftaste 13 zu betätigen ist, zu sammen.
Der Berührungsschutzschalter 3 weist dem nach, abweichend von seiner herkömmlichen Aus führung, keine eigenen Schaltkontakte auf, sondern ist durch seinen Auslösemechanismus mit den Schalt kontakten 5, 6 des Installationsselbstschalters 2 me chanisch verbunden, wie durch die Wirkungslinie 14 angedeutet ist. Die Schaltkontakte 5, 6 sind somit für beide Schutzschalter, den Installationsselbstschalter 2, wie den Berührungssehutzschalter 3, ein gemeinsames Schaltmittel 15, auf das beide in gleicher Weise bei den auftretenden Störungen einwirken, bei denen sie jeweils ansprechen.
Der Schutzschalter 1 ist einerseits über zwei Zuführungsklemmen 16, 17 mit zwei Netz leitern O, R und über zwei Anschlussklemmen 18, 19 mit einem Verbraucher 20 verbunden und anderseits über das Berührungsschutzrelais 10 mit einem Wick lungsende 21, über den Unterbrecherschalter 12, eine mit dem Gehäuse 4 leitend verbundene Klemme 22 und eine Schutzleitung 23 an ein Gehäuse 24 des Verbrauchers 20 angeschlossen. Das andere Wick lungsende 25 des Berührungsschutzrelais 10 liegt über eine Klemme 26 an Hilfserde.
Der elektromagnetische Momentanauslöser 7, der thermische Auslöser 8 und das Differentialrelais 9 wirken in an sich bekannter Weise mechanisch auf die Schaltkontakte 5, 6 ein, was durch strichpunktierte Wirkungslinien angedeutet ist. Tritt ein Leiterkurz schluss auf, so spricht der elektromagnetische Mo mentanauslöser 7 an. Bei einer dauernd kleinen über last löst der thermische Auslöser 8 und bei einer asymetrischen Stromentnahme gegen Erde das Diffe- rentialrelais 9 aus.
Durch auftretende Fehlerströme, beispielsweise Kriechströme, die vom Verbraucher 20 zum Gehäuse 24 oder vom Schutzschalter 1 zu dessen Gehäuse 4 fliessen, sofern dieses aus Metall besteht, spricht dagegen, wenn diese Ströme einen Wert von etwa 25 mA übersteigen, das Berührungsschutzrelais 10 an und löst das Schaltmittel 15 aus. Zum Ein schalten des Schaltmittels 15 bzw. zu seinem Wieder einschalten nach dem < Offnen durch eine Störung, dient die -Einschalttaste 11.
Mit dem Prüfschalter 12 kann das Berührungsschutzrelais 10 bekanntlich dadurch geprüft werden, dass die Schutzleitung 23 vom Berührungsschutzrelais 10 abgetrennt und über einen Widerstand 27 an den Netzleiter R gelegt wird. Ausser dem gemeinsamen Schaltmittel 15 haben der Installationsselbstschalter 2 und der Berührungs- schutzschalter 3 auch das durch die Wirkungslinie 14 gekennzeichnete Schaltschloss gemeinsam, durch das das Schaltmittel 15 jeweils mechanisch ausgelöst wird.
In der Fig. 2, in der für die gleichen Teile die gleichen Bezugszeichen verwendet werden, sind meh rere Verbraucher 20 an den Schutzschalter 1 ange schlossen. Der letztere ist dabei in gleicher Weise, wie in der Fig. 1 schon gezeigt ist, zwischen die zwei Netzleiter O, R und seine Verbraucher 20 geschaltet. Die stark ausgezogene Linie zeigt dabei deutlich die durch den Berührungsschutzschalter 3 kontrollierten Schutzleitungen 23, die an die einzelnen Verbrau chergehäuse 24 angeschlossen sind.
Neben den offen sichtlichen Vorteilen, dass bei dem erfindungsgemässen Schutzschalter nur ein Schaltmittel und ein Schalt schloss benötigt werden, sei noch darauf hingewiesen, dass er auch wesentlich wirtschaftlicher herzustellen ist als ein Differentialschalter mit übertrieben hoher Empfindlichkeit des Differentialauslösers.
Darüber hinaus müsste @ bei einem solchen Differentialschalter, infolge der geringen Energie, die ihm zur Verfügung stünde, das System ausserordentlich empfindlich sein, so dass bereits geringfügige Erschütterungen, wie sie beispielsweise durch das Zuschlagen von Türen oder durch den Strassenverkehr entstehen können, ge nügen würden, ihn ungewollt auszulösen. Auch in elektrischer Hinsicht ist eine zu hohe Empfindlich keit des Differentialauslösers nachteilig, da durch kapazitive Ableitströme beim Einschalten seines Ver brauchers, ein ungewolltes Ansprechen des Differen tialschalters durchaus möglich ist.