CH379052A - Verfahren zur Herstellung von Fäden aus Polyolefinen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Fäden aus PolyolefinenInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Fäden aus Polyolefinen Polyäthylen und homologe Polyolefine werden bekanntlich mittels Schneckenpressen unter Verwen dung feiner Düsen zu Fäden versponnen. Bei den nach dem Niederdruckverfahren hergestellten Polyolefinen muss man in der Schneckenpresse sehr hohe Tem peraturen anwenden, weil die Viskosität der Poly meren nur unter diesen Bedingungen eine Verarbeitung zulässt. Ein Polyäthylen mit einem Molekulargewicht von 150000 muss bei diesem Spinnprozess beispielsweise auf mindestens 300 erhitzt werden.
Aber selbst bei diesen Temperaturen ist die Homogenisierung der Masse noch unzureichend, und es bereitet grosse Schwierigkeiten, hinreichend feine Fäden zu erzeugen. Ein grosser Nachteil dieser hohen Arbeitstemperaturen ist ausserdem ein merklicher Abbau der Polymeren, so dass bei den aus der Düse austretenden Fäden niedrigere Molekulargewichte festgestellt werden als beim Ausgangsmaterial. Dies hat bekanntlich eine Verschlechterung der Fadeneigenschaften zur Folge.
Es wurde nun gefunden, dass man die Verarbeitung von Polyolefinen, insbesondere Niederdruck-Poly- olefinen mittels Schneckenpressen wesentlich erleich tern kann, wenn man der Polymermasse vor dem Verspinnen 2 bis 25 % eines hochsiedenden Mineralöls zugesetzt hat. Als Mineralöle werden vorzugsweise Kohlenwasserstoffgemische mit einem Schmelzpunkt von unter 100 und einem Siedepunkt von wenigstens 250 und einem wenigstens 95 % betragenden Anteil an aliphatischen oder cycloaliphatischen Verbindungen verwendet.
Besonders geeignet sind beispielsweise handelsübliche Paraffine mit einem Mindestsiedepunkt von 360 .
Durch diese Massnahme werden die Verarbeitungs temperaturen der Polymeren herabgesetzt, ferner ist ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens darin zu sehen, dass sich die Auspressgeschwindigkeit stark erhöhen lässt, und dass eine viel bessere Homogenisierung erreicht wird.
Auf Grund dieser verbesserten Arbeitsbedingungen lassen sich Fäden mit sehr viel feinerem Titer her stellen als bisher. Durch den Zusatz der Mineralöle wird weiterhin das Verstreckungsvermögen der Fäden verbessert und schliesslich auch noch eine leichtere Anfärbbarkeit für mineralöllösliche Farbstoffe er reicht. Das Mineralöl kann, falls erforderlich, zum Teil durch Petroläther wieder aus den Fäden heraus gewaschen werden, doch ist dies für die meisten Ver wendungszwecke nicht notwendig, da das Mineralöl aus den Polyolefinen nur sehr schwer wieder ab gegeben wird.
Die Verarbeitung der 2 bis 25 % Mineralöl ent haltenden Polymerschnitzel erfolgt je nach Molekular- gewicht des Polymeren in der Regel bei Temperaturen zwischen 250 und 350 . Man kann auch noch höhere Temperaturen anwenden, falls dies notwendig sein sollte. Man wird natürlich dafür Sorge tragen, dass ein Mineralöl verwendet wird, das bei den Arbeits temperaturen beständig ist. Ein Arbeiten bei Tem peraturen unterhalb 250 ist unzweckmässig. Dabei ist es jedoch nicht erforderlich, dass die Temperaturen innerhalb der ganzen Spinnapparatur oberhalb von 250 liegen. Beispielsweise können der eigentliche Spinnkopf oder die Düse weniger hoch erhitzt sein.
Es ist aber zur Erzielung einer einwandfrei homogenen Polymermasse in der Regel unerlässlich, dass die Mischung an irgendeiner Stelle der Spinnvorrichtung, z. B. in der Schneckenpresse wenigstens für kurze Zeit auf 250 erhitzt wird.
Wie oben bereits erwähnt, liegt der Hauptvorteil des erf ndungsgemässen Verfahrens in der schnelleren Verarbeitbarkeit der Polymeren. So kann die Leistung einer Schneckenpresse erheblich gesteigert werden. Durch die kürzere Verweilzeit der Polymermasse in der Schneckenpresse bei hohen Temperaturen wird der Abbau auf ein Minimum herabgesetzt.
Ferner erreicht man durch den Mineralölzusatz auch bei hohem Molekulargewicht der Polymeren niedrigere Vis- kositäten, so dass man Düsen mit feineren Öffnungen einsetzen kann und dadurch zu dünneren Fäden kommt. Während man bei den üblichen Spinn verfahren möglichst jede Abzugsspannung an der Düse vermeiden musste, kann man nach dem vor liegenden Verfahren mit einer gewissen Verstreckung abziehen und dadurch nochmals eine Herabsetzung des Fadentiters herbeiführen. Das Verhältnis der späteren Heissverstreckung wird durch diese Mass nahme nicht vermindert.
Ausser den genannten Vorteilen, die insbesondere für Polyolefine mit den Molekulargewichten von etwa 150000 gelten, kann man durch das Verfahren aber noch weitere Verbesserungen erzielen, da der Mineral ölzusatz auch Polyolefine mit Molekulargewichten von 250000 bis 500000 für die Verarbeitung nach dem Schneckenpressen-Verfahren geeignet macht. Die Ver arbeitungstemperaturen dieser Polymeren werden durch den Mineralölzusatz so weit herabgesetzt, dass die Zersetzungsgeschwindigkeit in tragbaren Grenzen bleibt.
Man kann somit die Vorzüge dieser lang- kettigen Polymeren ausnutzen und Fäden mit ver besserten Festigkeitseigenschaften herstellen.
<I>Beispiel 1</I> Nach dem Niederdruck-Verfahren hergestellte Polyäthylenschnitzel mit einem Molekulargewicht von 150000 werden mit<B>10%</B> Paraffinöl (mit einem Siede punkt von 360 ) gründlich durchgemischt, und an schliessend mit einer eingängigen Schneckenpresse durch eine 36-Loch-Düse zu Fäden versponnen. Der Durchmesser der Spinnöffnungen beträgt 250 ,u. Die Schnecke hat eine Länge von 600 mm und an der heissesten Stelle eine Temperatur von 310 . Es wird mit einer Drehzahl der Schnecke von 50 U/min. ge arbeitet.
Die Fäden werden nach dem Austritt aus der Düse zunächst durch ein Heisswasserbad geleitet und anschliessend über einer heissen Platte um 800 verstreckt. Man erhält einen Multifil-Faden mit einem Einzeltiter von 16 den. DieFestigkeit beträgt 6,1 g/den., bei einer Dehnung von 22 %.
<I>Beispiel 2</I> (Gegenbeispiel) Die gleichen Polyäthylenschnitzel wie in Beispiel 1 werden ohne Paraffinölzusatz verarbeitet. Die Tem peratur innerhalb der Schneckenpresse muss 370 be tragen, damit eine einwandfreie Durchmischung der Polymermasse und ein brauchbarer Faden erhalten wird. Trotz der erhöhten Temperatur kann die Schnecke höchstens mit einer Geschwindigkeit von 12 U/min betrieben werden.
(Es wird ebenfalls eine 36-Loch-Düse verwendet; Durchmesser der Spinn öffnungen: 250<B>IL.)</B> Die Fäden werden dann, wie in Beispiel 1 beschrieben, weiterbehandelt und haben nach einer Verstreckung um 800 % einen Einzeltiter von 45 den. Die Festigkeit beträgt 5,5 g/den. bei einer Dehnung von 22 %.
<I>Beispiel 3</I> Polyäthylenschnitzel mit einem Molekulargewicht von 150000 werden mit 20% Paraffinöl (Siedebereich 360--380 ) vermischt und in der gleichen Schnecken presse wie in Beispiel 1 beschrieben verarbeitet. Die maximale Temperatur innerhalb der Schnecke beträgt 330 , die Schneckendrehzahl 100 U/min. Die Fäden werden durch ein Heisswasserbad mit einer Geschwin digkeit von 4,00 m/min. abgezogen. Nach einer Ver- streckung um<B>800%</B> werden die Fäden mit einer Geschwindigkeit von 32 m/min. aufgespult.
Sie haben einen Einzeltiter von 15 den. und eine Festigkeit von 6 g/den. bei einer Dehnung von 20 %.
<I>Beispiel 4</I> Polyäthylenschnitzel mit einem Molekulargewicht von 250000 werden mit<B>10%</B> Paraffinöl (wie im Bei spiel 3) vermischt und entsprechend Beispiel 1 ver sponnen. Die Maximaltemperatur innerhalb der Schnecke beträgt 350 .
Es wird eine 54-Loch-Düse mit einem Einzel durchmesser von 250 ,u verwendet. Die Umdrehungs geschwindigkeit der Schnecke beträgt 36 U/min.
Der Faden wird mit einer Geschwindigkeit von 2,00 m/min. durch ein heisses Wasserbad abgezogen und über einer Platte bei 122 um 800 % verstreckt. Der fertige Faden hat einen Einzeltiter von 19 den., eine Festigkeit von 7 g/den. und eine Dehnung von 19 %.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Fäden aus Poly- olefinen unter Verwendung von Schneckenpressen, dadurch gekennzeichnet, dass man der Polymermasse vor dem Verspinnen 2 bis 25% eines hochsiedenden Mineralöls zusetzt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren von Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als Mineralöle Kohlenwasser stoffgemische mit einem Schmelzpunkt von unter 100 und einem Siedepunkt von wenigstens 250 verwendet. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass man Kohlenwasserstoffgemische verwendet, die wenigstens 95 % aliphatische Anteile enthalten. 3.Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass man Kohlenwasserstoffgemische verwendet, die wenigstens 95% cycloaliphatische Anteile enthalten. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Polymermasse an einer be liebigen Stelle der Schneckenpresse wenigstens kurz zeitig auf Temperaturen oberhalb 250 erhitzt wird.
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