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Verfahren zum Entlüften von Ställen und gewerblichen Räumen Die Erfindung befasst sich mit einem Verfahren zum Entlüften von Ställen und gewerblichen Räumen, z. B. von Wäschereien, Färbereien oder Räumen in chemischen Betrieben.
Für alle diese Räume besteht das Bedürfnis nach einer ausreichenden und guten Entlüftung, ohne dass durch die dafür eingesetzten Mittel ein Zug im zu entlüftenden Raum entsteht. Insbesondere in der Landwirtschaft liegt ein dringendes Bedürfnis nach einem solchen Verfahren zum Entlüften von Ställen vor, weil diese Ställe in ganz besonderem Masse der Einwirkung von Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Die Ställe sind in der Regel von einer grösseren Anzahl von Tieren belegt, welche an sich schon dazu beitragen, dass in diesen Räumen der Wassergehalt der Luft ausserordentlich gross ist. Hinzu kommt der Bedarf an Feuchtigkeit, der bedingt ist durch das dauernde Reinigen der Ställe. Alle diese Ursachen sind dafür verantwortlich, dass der Feuchtigkeitsgehalt der Luft in den Ställen besonders hoch ist.
Dieser Feuchtigkeitsgehalt ist in den meisten Ställen so gross, dass sich der Wasserdampf kondensiert und an den Wänden in Form von Wasser herunterläuft.
Es sind zwar bereits verschiedentlich Versuche gemacht worden, um eine ausreichende Durchlüftung solcher Räume, insbesondere der Ställe, herbeizuführen. Man hat zu diesem Zweck die Mauern dieser Ställe mit Lüftungslöchern versehen, welche zumeist an der Oberseite des Stalles die Mauer in zum Erdboden paralleler Richtung durchdringen. Diese Methoden zur Durchlüftung haben jedoch zu keinerlei Ergebnis geführt. Es war nach den bisher bekannten Methoden nicht möglich, eine Herabsetzung des Feuchtigkeitsgehaltes dieser Ställe herbeizuführen, ohne gleichzeitig einen die Tiere beeinflussenden Luftzug in den Ställen zu erzeugen. Dieser letztge- nannte Punkt ist jedoch ausserordentlich wesentlich, weil ein ständiger Luftzug die Gesundheit der Tiere in negativem Sinne beeinflussen würde.
Tiere, welche einem solchen Luftzug ständig ausgesetzt sind, neigen erfahrungsgemäss sehr schnell zur Erkrankung.
Gemäss der Erfindung wird das oben angegebene Problem dadurch gelöst, dass in eine oder mehrere Wände dieser Räume, also beispielsweise der Ställe, vorzugsweise in deren Aussenwände, zwei Reihen von die Wände durchsetzenden Bohrungen eingebracht werden, deren eine Reihe etwa in Kopfhöhe der Rauminsassen, z. B. der Tiere, beginnt, wobei jede Bohrung unter einem Winkel nach unten und aussen verläuft und deren andere, obere Reihe etwa an der Decke des Raumes beginnt, wobei jede Bohrung unter einem Winkel nach oben und aussen verläuft. Es ist dabei zweckmässig, dass die Bohrungen der zweiten Bohrungsreihe an der oberen Raumkante beginnen, an der die Raumdecke und die senkrechte Wand zusammenstossen.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum Entlüften von feuchten Räumen hat sich in der Praxis bereits bestens bewährt. Die erfindungsgemäss vorgeschlagenen Bohrungen sind in Ställen angebracht worden, welche besonders hoch bezüglich des Feuchtigkeitsgehaltes lagen. Innerhalb von verhältnismässig kurzer Zeit_ist durch das in diesen Ställen eingeführte erfindungsgemässe Verfahren erreicht worden, dass die Ställe vollkommen ausgetrocknet wurden. Die in die Mauerwände eingezogene Feuchtigkeit wurde gleichzeitig auf ein Minimum herabgesetzt.
Wesentlich und von besonderem Vorteil ist bei dem erfindungsgemässen Verfahren der Umstand, dass eine solche Durchlüftung und damit Austrocknung der erwähnten Ställe erreicht worden ist, ohne dass ein Luftzug in spürbarem Masse in dem Raum zu bemerken war.
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Infolgedessen hat das erfindungsgemässe Verfahren in diesen Ställen keinerlei nachteilige Einflüsse auf die darin befindlichen Tiere ausgeübt.
Diese Tatsache ist dem Umstand zu verdanken, dass die Frischluftzufuhr und die Abfuhr der mit Feuchtigkeit gesättigten Luft in einer solchen Weise erfolgt, dass sich dieser Luftaustausch oberhalb des Bereiches abspielt, in dem sich die Tiere befinden. Von wesentlicher Bedeutung bei dem erfindungsgemässen Verfahren ist daher die Durchführung der Wanddurchbohrungen in einer solchen Weise, dass diese Bohrungen nach unten und oben, alle nach aussen unter einem Winkel verlaufen.
Es hat sich zweckmässig erwiesen, die Bohrungen unter einem Winkel zwischen 30 und 75 , insbesondere zwischen 40 und 60 , gegenüber der Horizontalen verlaufen zu lassen. Ein Winkel von etwa 45 bis 50 erscheint als das Optimum, das man mit Rücksicht auf Mauerstärke und sonstige zu beachtende Bedingungen erzielen kann.
Zur Erhöhung der Durchlüftungswirkung empfiehlt es sich, die auf der Aussenseite liegenden Öffnungen der unteren Bohrungsreihe und zweckmässig auch die auf der Innenseite liegenden Öffnungen der oberen Bohrungsreihe trichterförmig erweitert auszubilden. Weiterhin erscheint es vorteilhaft bei dem erfindungs- gemässen Verfahren, dass bei etwa gleichem Bohrdurchmesser die obere Bohrungsreihe etwa nur ein Drittel der Anzahl der Bohrungen der unteren Boh- ungsreihe aufweist.
Bei der praktischen Durchführung der erfindungsgemässen Verfahrens erscheint es zweckmässig, dafür zu sorgen, dass die einzelnen Bohrungen, welche in das Mauerwerk getrieben werden, stets offengehalten und nicht etwa durch herabfallendes Mauerwerk im Laufe der Zeit verschlossen werden. Es wird daher empfohlen, die einzelnen Bohrungen mit Rohren entsprechenden Durchmessers aus einem geeigneten Material, z. B. aus Kunststoff, Keramik oder aus einem geeigneten, möglichst korrosionsbeständigen Metall auszufüllen.
Diese Rohre können dazu benutzt werden, um gleichzeitig zumindest die unteren Teile des Mauerwerkes auszutrocknen. Gemäss einem bereits bekannten Vorschlag kann man in auszutrocknende Mauern Rohre einsetzen, welche auf ihrem Umfang mit entsprechend dimensionierten Aussparungen versehen sind. Es empfiehlt sich also, zur gleichzeitigen Ent- feuchtung des Mauerwerkes zumindest die in die Bohrungen der unteren Bohrungsreihe eingesetzten Rohre auf ihrem Umfang, vorzugsweise gleichmässig verteilt, mit Aussparungen zu versehen.
Die Rohre, welche in die Bohrungen der oberen Bohrungsreihe eingesetzt werden, sollen zweckmässig eine solche Länge besitzen, dass sie die Aussenfläche der Wand um ein solches Stück überragen, dass ein Herunterlaufen des auftretenden Kondenswassers an der Aussenseite der Wand verhindert wird.
Schliesslich kann man die einzelnen Rohre an ihren beiden Enden mit Absehlusskappen versehen, welche ebenfalls Durchtrittsöffnungen besitzen, um den Luftdurchtritt ungehindert zu ermöglichen.
Die Erfindung soll nunmehr anhand der Zeichnung erläutert werden.
Es handelt sich dabei in dem dargestellten Ausführungsbeispiel um die Entlüftung eines Stalles, in dem beispielsweise Kühe untergebracht sind. Fig. I stellt den Grundriss eines solchen Stalles dar, welcher aus den Umgrenzungsmauern 5 besteht. Diese Mauern 5 sind als Aussenmauern dargestellt. Der Stall ist an ein weiteres Gebäude 1 angesetzt, so dass eine Wand nicht als Aussenmauer zu gelten hat. In dem schematisch dargestellten Stall ist ein Futtertrog 2 eingezeichnet, ausserdem sind die Tiere, welche in diesem Stall untergebracht sind, schematisch angegeben und mit 4 bezeichnet. Der Stall selbst trägt das Bezugszeichen 3.
In Fig. 2 ist ein Teil einer Aussenwand dieses Stalles in der Ansicht wiedergegeben, während Fig. 3 einen Querschnitt dieser Mauer entlang der gestrichelt gezeichneten Linie A-A in Fig. 2 wiedergibt. In Fig. 3 ist noch die Decke 8 des Stalles angedeutet.
Aus den Fig. 2 und 3 sind die erfindungsgemässen Lüftungsschlitze 7 und 11 zu erkennen; welche in Form von zwei Bohrungsreihen in das Mauerwerk getrieben sind. Die Öffnungen der unteren Bohrungsreihe, welche sich auf der Aussenseite der Mauer befinden, sind mit 12 bezeichnet. Die Öffnungen der oberen Bohrungsreihe tragen das Bezugszeichen 23. Auf der Stallinnenseite beginnen die Bohrungen der unteren Bohrungsreihe in der Höhe 10, welche in dem dargestellten Fall etwa der Hornhöhe der Tiere entspricht. Es wurde angenommen, dass es sich um einen Kuhstall handelt. Die Bohrungen der oberen Bohrungsreihe, welche mit 9 bezeichnet sind, beginnen möglichst dicht an der Decke 8 des Stalles. Sie verlaufen etwa in derselben Richtung schräg nach oben wie die Bohrungen 11 schräg nach unten und aussen verlaufen.
Aus Fig. 3 ist noch zu erkennen, dass die in die obere Bohrungsreihe 7 eingesetzten Rohre die Aussenseite der Wand 6 um ein kurzes Stück überragen. Dieses überstehende Ende soll das Herunterlaufen des abgeführten Kondenswassers an der Maueraussenseite verhindern.
Die Darstellung nach Fig.2 mit den Mauer- öffnungen 12 und 23 lässt schliesslich noch erkennen, dass die Bohrungen der oberen Bohrungsreihe nicht so dicht liegen wie die Bohrungen der unteren Bohrungsreihe. Die untere Bohrungsreihe besteht aus etwa dreimal so viel Bohrungen wie die obere Bohrungsreihe.
In den Fig. 4 und 5 sind noch Ausführungsbeispiele für Abschlusskappen dargestellt, welche für die äusseren Abschlüsse der in die unteren und in die oberen Bohrungen eingesetzten Rohre bestimmt sind. Fig. 4 zeigt eine solche untere Bohrung mit dem eingesetzten Rohr 13 und der Abschlusskappe 14, welche an ihrem Ende trichterförmig erweitert ist. Dieser Trichter ist mit 15 bezeichnet. Die Durchbre- chungen der Abschlusskappe, welche den Luftdurch- tritt ermöglichen, sind mit 16 bezeichnet.
Um einen
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sauberen Abschluss an der Aussenwand zu erreichen, ist diese Abschlusskappe 14 unter Zwischenfügen einer Isolierstoffplatte 17 (Kunststoff) in die Bohrung eingesetzt.
Fig.5 zeigt eine entsprechende Abschlusskappe 19 für die obere Bohrungsreihe. Das entsprechende Rohr ist mit 18 bezeichnet, die Durchtrittsöffnungen der Endplatte der Abschlusskappe tragen das Bezugszeichen 20. Diese Abschlusskappe kann noch mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten Abflussrinne versehen sein, welche sich an der Unterseite der Kappe befindet und welche einen leichten Abfluss des Kondenswassers nach unten ermöglicht. Diese Ausgussrinne kann ähnlich dem Ausguss eines Milchkännchens ausgebildet sein.
Um in kälteren Jahreszeiten einen zu schnellen Durchtritt bzw. einen zu grossen Durchlass von Frischluft in den zu durchlüftenden Raum zu verhindern, wird es sich empfehlen, in die Rohre, die in die Bohrungen eingesetzt werden, Drosselklappen einzubauen. Hierfür ist in Fig. 6 ein einfaches Ausführungsbeispiel angegeben. Diese Drosselklappen bestehen aus einer einfachen Scheibe 21, welche kreisrund ausgebildet ist und einen Durchmesser besitzt, der etwa dem Innendurchmesser des Rohres 13 entspricht. Diese Scheibe 21 ist um eine Achse 22 drehbar und kann von aussen her, beispielsweise mit Hilfe eines in das Rohr eingeführten Stabes, verstellt werden.
Es wurde erwähnt, dass das Verhältnis der Bohrungen der oberen Bohrungsreihe zu der der unteren Bohrungsreihe etwa 1 :3 beträgt. In dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel ist angenommen, dass der Abstand der Bohrungen der unteren Bohrungsreihe etwa 30 cm beträgt, während der Abstand der Bohrungen der oberen Bohrungsreihe dann etwa 90 cm betragen müsste. Sofern in der Mauer, in die die Bohrungen einzubringen sind, Fenster vorgesehen sind, können die Bohrungen der unteren Bohrungsreihe auch entsprechend enger anein- anderliegen. Dies zeigt beispielsweise die Fig. 2 der Zeichnung.