CH379519A - Verfahren zur Gewinnung eines neuen Isochinuclidin-Alkaloids - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung eines neuen Isochinuclidin-Alkaloids

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Ulrich Dr Renner
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Geigy Ag J R
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  Verfahren zur Gewinnung eines neuen     Isochinuclidin-Alkaloids       Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Gewinnung eines neuen     Isochinuclidin-Alkaloids     mit wertvollen biologischen Eigenschaften.  



  Es wurde überraschenderweise gefunden, dass  man aus Arten der Gattung     Conopharyngia        (Apo-          cynaceae),    insbesondere aus     Conopharyngia        durissima     Stapf, ein bisher nicht bekanntgewordenes     Isochinu-          clidin-Alkaloid    isolieren kann, indem man Teile  dieser Pflanzen, insbesondere Stammrinde, mit einem  niedermolekularen     Alkanol,    z. B.

   Methanol oder  Äthanol, extrahiert und den Extrakt einengt, den  eingeengten Extrakt mit einer wässerigen, nieder  molekularen Fettsäure behandelt, den ausgeschie  denen Niederschlag entfernt und die verbleibende  klare wässerige Lösung mit einem mit Wasser nicht  mischbaren Lösungsmittel extrahiert, den Extrakt  eindampft und den Rückstand in verdünnter Säure  löst, hierauf alkalisch macht, mit einem mit Wasser  nicht mischbaren Lösungsmittel extrahiert und den  Extrakt eindampft, hierauf den Rückstand an einem       Adsorptionsmittel        adsorbiert    und das neue     Isochinu-          clidin-Alkaloid    der Zusammensetzung     C23H3OOA,

            eluiert    und     kristallisiert.    Bei Verwendung von Alu-         miniumoxyd    der Aktivität I als     Adsorptionsmittel     kann das gewünschte Alkaloid z. B.     mit    Benzol       eluiert    werden und kristallisiert aus Methanol in  derben     Polyedern    vom     Smp.    141-143 .  



  [a125 - -40,5 (in Chloroform),       h        ,"a@    224,5     my.    (log     e    = 4,47),  304     m,u    (log     e    = 4,05).  



  Die Maxima des UV-Spektrums stimmen mit den  von Neuss,     Boaz    und     Forbes,    J.     Amer.        Chem.        Soc.     76, 2464 (1954), für     2,3-Dimethyl-5,6-dimethoxy-          indol    angegebenen:<I>227</I>     mu        (log    s = 4,41) und  304     mIt    (log     e    = 3,92), überein. Anderseits stimmen  chemische Reaktionen der neuen Substanz, z.

   B. die       Decarbomethoxylierung    durch alkalische Hydrolyse  und Erwärmen mit Säuren, oder in einer Stufe durch  Behandlung mit     Hydrazinhydrat,    mit denjenigen von       Coronaridin    und andern aus     Apocynaceen    des     Sub-          tribus        Tabernaemontaninae    isolierten     Isochinuclidin-          Alkaloiden    überein.

   Es kann somit für die erfin  dungsgemäss gewonnene neue Substanz folgende  Konstitution als sehr wahrscheinlich angenommen  werden:  
EMI0001.0050     
    Entsprechend dieser Annahme wird die neue  Substanz im folgenden als 12,13 - Dimethoxy-         coronaridin    bezeichnet. Sie besitzt     analgetische    und  auch eine gewisse zentralerregende Wirksamkeit,      zeigt aber anderseits auch eine     katatonische    Eigen  wirkung. Sie potenziert ferner die Wirkung von       Analgetica    wie Morphin und     Aminopyrin    sowie die       katatonieerzeugende    Wirkung von     Bulbocapnin.     



  Die erfindungsgemässe Isolierung des neuen     Iso-          chinuclidin-Alkaloids    kann z. B. wie folgt durch  geführt werden:       a)        Pflanzenteile,    vorzugsweise Wurzel- und  Stammrinden des Genus     Conopharyngia,    insbeson  dere     Conopharyngia        durissima    Stapf, mit einem     Al-          kanol    von 1-3     Kohlenstoffatomen,    vorzugsweise mit  Methanol oder aber mit Äthanol oder     Propanol,          extrahiert    und den Extrakt einengt,  b)

   den eingeengten Extrakt in eine     1-3normale     wässerige Lösung einer niederen Fettsäure von 1-3       Kohlenstoffatomen,    vorzugsweise Essigsäure oder  aber Ameisensäure oder     Propionsäure,        einrührt,     c) vom ausgeschiedenen Niederschlag     abfiltriert,          zentrifugiert    oder dekantiert,  d) die klare Lösung mit niederen     Alkanen,    vor  zugsweise     Petroläther,    entfettet und anschliessend mit  einem chlorierten     aliphatischen    Kohlenwasserstoff  vom Siedepunkt 35-100 , vorzugsweise mit Chloro  form oder     Methylenchlorid,

      oder mit     Äthylendichlo-          rid,        Trichloräthan,        Dichloräthylen    oder     Trichlor-          äthylen,        extrahiert,     e) den Extrakt eindampft und den Rückstand in       einer.    wässerigen Lösung einer 1-3     Kohlenstoffatome     enthaltenden Fettsäure, vorzugsweise     in    1-3n Essig  säure, löst,  f) die saure Lösung mit einer Base, z. B.

   Ammo  niak,     Natriumcarbonat,        Kaliumcarbonat,    Natrium  hydroxyd oder     Kaliumhydroxyd,    alkalisch stellt,  g) mit einem mit Wasser nicht mischbaren Lö  sungsmittel mit einem Siedepunkt unterhalb 120 , wie  z. B.     mit    einem niedermolekularen Äther, insbeson  dere     Diäthyläther    oder     Dipropyläther,    einem Ester,  z. B. Essigsäure -     äthylester,    Essigsäure -     propylester,          Essigsäure-isopropylester    oder     Propionsäure-äthyl-          ester,    mit einem aromatischen Kohlenwasserstoff,  z.

   B.     Toluol,    oder vorzugsweise Benzol, oder mit  einem chlorierten     aliphatischen    Kohlenwasserstoff  vom Siedepunkt 35-100 , vorzugsweise mit Chloro  form oder     Methylenchlorid,    oder mit     Äthylendi-          chlorid,        Trichloräthan,        Dichloräthylen    oder     Trichlor-          äthylen,    extrahiert,  h) den     Eindampfrückstand    des oben erhaltenen  Extraktes an Aluminiumoxyd der     Aktivitätsstufe    1  (nach     Brockmann)        adsorbiert,     i)

   das neue     Isochinuclidin-Alkaloid        mit    Benzol       eluiert    und es  k) aus einem 1-3     Kohlenstoffatome    enthaltenden       Alkanol,    vorzugsweise aus Methanol, oder auch aus  einem Gemisch von     Diäthyläther    und     Petroläther,     kristallisiert.  



  Als weitere     Conopharyngia-Arten    kommen für  die Gewinnung von     12,13-Dimethoxy-coronaridin     in Betracht:    C.     brachyantha,    C.     pachypsiphon,    C.     Chippii,     C.     crassa,    C.     Cumminsii,    C.     longiflora,     C.     penduliflora,    C.     angolensis,    C.     elegans,     C.     Holstii,    C.     Johnstii    und C.     usambarensis.     



  Im nachfolgenden Beispiel bedeuten Teile Ge  wichtsteile; diese verhalten sich zu     Volumteilen    wie  g zu     cm33.    Die Temperaturen sind in Celsiusgraden  angegeben.  



  <I>Beispiel</I>  2800 Teile gemahlener Stammrinde von     Cono-          pharyngia        durissima    Stapf     (Apocynaceae)    werden  mit 20 000-25 000     Volumteilen    Methanol     perkoliert     und der auf etwa 1000     Volumteile    eingeengte Extrakt  in 3000     Volumteile        119/oige    Essigsäure eingerührt.

    Von abgeschiedenen Harzen wird     abdekantiert    und  die durch Extraktion mit     Petroläther    entfettete Lö  sung mit 10 000     Volumteilen    Chloroform in 5 Por  tionen     extrahiert.    Der     Eindampfrückstand    des       Chloroformextraktes    wird in 1000     Volumteilen          l0o/o-iger    Essigsäure aufgenommen, die essigsaure  Lösung gegebenenfalls filtriert, mit Ammoniak auf       pH    10-12 gebracht und mit Benzol extrahiert.

   Der  Rückstand des     Benzolextraktes    (7,5 Gewichtsteile)  wird an 225 Gewichtsteilen Aluminiumoxyd der  Aktivität 1     chromatographiert.    Nach Entwickeln des       Chromatogramms    mit 3000     Volumteilen    Benzol  Petroläther (Mischungsverhältnis 1 :

   1) werden mit  Benzol (1000     Volumteile)    zunächst etwa 0,5 Teile  einer Substanz vom     Smp.    155-156  (aus Methanol  in Form von Nadeln)     eluiert.    Die weiteren Benzol  fraktionen enthalten 1-1,5 Teile     12,13-Dimethoxy-          coronaridin:          C,3H3oN,04,    aus Methanol derbe     Polyeder,          Smp.    141-143 ,  [a]25 = -40,5 (in Chloroform),  224,5     m7c    (log     e    = 4,47),  304     mp.    (log - = 4,05).

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Gewinnung eines neuen Isochinu- clidin-Alkaloids, dadurch gekennzeichnet, dass man Teile von Pflanzen des Genus Conopharyngia mit einem niederen Alkanol extrahiert und den Extrakt einengt, den eingeengten Extrakt mit einer wässe rigen, niedermolekularen Fettsäure behandelt, den ausgeschiedenen Niederschlag entfernt und die ver bleibende klare wässerige Lösung mit einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel extrahiert, den Extrakt eindampft und den Rückstand in ver dünnter Säure löst, hierauf alkalisch macht, mit einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel extrahiert und den Extrakt eindampft,
    den Rück stand an ein Adsorbens adsorbiert, das neue Iso- chinuclidin-Alkaloid eluiert und kristallisiert. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Wurzel- und Stamm- rinden von Conopharyngia durissima Stapf mit einem niederen Alkanol extrahiert. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als Adsorbens Aluminium oxyd verwendet. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als mit Wasser nicht misch- bares Lösungsmittel einen niedermolekularen ali- phatischen, halogenierten Kohlenwasserstoff verwen det. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als mit Wasser nicht misch bares Lösungsmittel Chloroform verwendet.
CH201160A 1959-03-05 1960-02-23 Verfahren zur Gewinnung eines neuen Isochinuclidin-Alkaloids CH379519A (de)

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