CH379544A - Verfahren zur Herstellung von Stahldraht und Bandstahl mit hohen elastischen Eigenschaften - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Stahldraht und Bandstahl mit hohen elastischen EigenschaftenInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Stahldraht und Bandstahl mit hohen elastischen Eigenschaften Bekanntlich werden Stahldrähte mit hohen ela stischen Eigenschaften für viele Verwendungszwecke, beispielsweise als Federdrähte, Spannbetondrähte und dergleichen, benötigt. Dabei versteht man unter hohen elastischen Eigenschaften das Verhältnis der Lage der 0,01-Grenze und der 0,2-Grenze zur Zugfestigkeit. Bei den erwähnten Feder- und Spannbetondrähten muss dieses Verhältnis möglichst hoch sein, damit man bei der Gebrauchsspannung im vollen elastischen Bereich bleibt. Es ist bekannt, dass man bei patentiert gezogenen oder kaltgewalzten Stahldrähten eine hohe Elasti zität dadurch erreichen kann, dass man den Stahldraht nach dem Ziehen einer Anlassbehandlung unterwirft, die in einer Erwärmung auf Temperaturen zwischen <B>170</B> und 420 C besteht. Durch diese Behandlung wird die Elastizitätsgrenze (0,01-Grenze) gezogener Drähte um über 100 "Ir, und die 0,2-Grenze um ungefähr 50 /o erhöht. Die Wirkung dieser Anlass- behandlung kann man noch dadurch steigern, dass man sie unter Zugspannung ausübt. Es ist weiterhin bekannt, dass bei patentiert ge zogenen oder kaltgewalzten Stählen selbst nach dieser Anlassbehandlung der Übergang vom elastischen zum plastischen Bereich bei hohen Belastungen nicht plötzlich, d. h. mit einer ausgeprägten Elastizitäts- oder Streckgrenze, sondern allmählich erfolgt. Dies hat zur Folge, dass z. B. bei Spannbetondrähten diese gezogenen und angelassenen Stähle eine etwas nied rigere Kriechgrenze aufweisen als beispielsweise schlussvergütete Stähle, die infolge ihres rnartensi- tischen Gefügezustandes ein sehr hohes Elastizitäts- und Streckgrenzenverhältnis aufweisen. Schliesslich ist es bekannt, dass man als Wärme behandlung für die Herstellung von Stahldrähten neben dem Patentieren oder Schlussvergüten auch eine Zwischenstufenvergütung anwenden kann, die einen Gefügezustand ergibt, welcher von den Gefü gen deutlich verschieden ist, die man durch die beiden erstgenannten Wärmebehandlungsverfahren erhält. Diese Zwischenstufenvergütung besteht in einem Abschrecken des Stahles von Temperaturen ober halb Ac. in eine Temperatur zwischen 300 und 450 C. Untersuchungen über die Anwendbarkeit dieser Wärmebehandlung bei der Herstellung unle- gierter gezogener oder kaltgewalzter Stähle haben aber ergeben, dass die Zwischenstufenvergütung im Vergleich zu dem üblichen Verfahren des Patentierens nicht zu dem gewünschten Erfolge führt, da verschie dene Gütewerte des zwischenstufenvergüteten gezoge nen Stahldrahtes oder kaltgewalzten Bandes deutlich unter denen normal patentierter und gezogener oder kaltgewalzter Drähte oder Bänder liegen. Dies trifft vor allem auf die Zahl der Biegungen und Verwindungen zu, deren Höhe für die qualitative Bewertung eines Stahldrahtes oder Stahlbandes von der Fachwelt ganz allgemein als ausschlaggebend angesehen wird. Die Festigkeitseigenschaften, einschliesslich der elastischen Dehngrenze und der Streckgrenze (0,01- und 0,2- Grenze) entsprechen dabei durchaus den bei paten tierten und gezogenen Drähten oder kaltgewalzten Bändern üblichen Werten (vergleiche hierzu Zeit schrift Stahl und Eisen Nr. 2, 1950, Seiten 52 bis 57). Es hat sich nun gezeigt, dass zwischenstufen vergütete und gezogene oder kaltgewalzte Stahldrähte oder -bänder dann höhere Gütewerte, insbesondere höhere elastische Eigenschaften mit höherer Kriech grenze, aufweisen, wenn diese Drähte oder Bänder unmittelbar nach dem letzten Zug im gleichen Arbeits- gang bei Temperaturen zwischen 150 und 400 C unter einer starken Zugspannung angelassen werden. Als besonders vorteilhaft hat es sich dabei erwie sen, die Zugspannung so gross zu wählen, dass eine weitere, _ geringe Querschnittsabnahme unter dem Einfluss der Zugspannung und der erhöhten Tempera tur eintritt. Hierzu ist in der Regel eine Zugspannung zwischen 35 und 6011/u der Zugfestigkeit des Zieh gutes notwendig. Die Anlassbehandlung selbst kann z. B. durch elektrische Widerstandserwärmung, In duktionserhitzung oder in Blei- oder Salzbädern er folgen. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann es insbesondere bei Spannbetondrähten oder -bändern von Vorteil sein, sie unmittelbar vor dem Anlassen unter Zugspannung mit Kerben oder Ein drücken zu versehen, d. h. sie zu profilieren, um ihre Haftung im Beton zu erhöhen. Die mit dem Verfahren gemäss der Erfindung erzielbaren Gütewerte sind im folgenden an einem Beispiel dargelegt: Ein nach dem beschriebenen Verfahren zwischen stufenvergüteter und anschliessend von 8,0 auf 7,0 mm in einem Arbeitsgang gezogener und angelas sener Stahldraht mit einem C-Gehalt von 0,86 0,'0 hatte z. B. folgende physikalische Eigenschaften: Zugfestigkeit = 173 kg/mm2 Streckgrenze (0,2-Grenze) = 160 kg/mm- Elastizitätsgrenze (0,01-Grenze) = 156 kg/mm2 Bruchdehnung (1 = 10 - d) = 7 11/o Einschnürung = 37 -% Biegungen (D = 5 - d) = 7 Spannungsverlust im Kriechversuch in 11!m der Anfangsspannung nach 1000 Std. bei einer Anfangs spannung von 0,55 bB - 1, 211/a 0,65 br = 3,111/m 0,75 bP = 5,911/m 0,85 - bP = 9,311/0 Demgegenüber hatte der gleiche Draht von 7,0 mm 0, jedoch normal patentiert und auf eine Festigkeit von 173 kg/mm2 gezogen und angelassen, einen Spannungsverlust im gleichen Kriechversuch bei einer Anfangsspannung von 0,55 -,5p, = 1,8 0/0 0,65 - bB = 5,211l0 0,75 - bE = 10,70/9 0,85 - ass = 17, 811/o Die Streckgrenze (0,2-Grenze) lag bei 156 kgmm= und die Elastizitätsgrenze (0,01-Grenze) bei<B>131</B> kg/mm''2.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung von Stahldraht oder Bandstahl mit hohen elastischen Eigenschaften, da durch gekennzeichnet, dass zwischenstufenvergütete und gezogene oder kaltgewalzte Stahldrähte oder -bänder unmittelbar nach dem letzten Zug im glei chen Arbeitsgang bei Temperaturen zwischen 150 und 400 C unter einer starken Zugspannung ange lassen werden. 1f. Nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I hergestellter Stahldraht oder Bandstahl. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugspannung so gross ge wählt wird, dass eine weitere, geringe Querschnitts abnahme unter dem Einfluss der Zugspannung und der erhöhten Temperatur erfolgt. 2.Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Zug spannung zwischen 35 und 6011/a der Zugfestigkeit des Ziehgutes liegt. 3. Verfahren nach Patentanspruch I und Unter ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahldrähte bzw. -bänder unmittelbar vor dem Anlassen unter Zugspannung mit Kerben oder Ein drücken versehen werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF29019A DE1124067B (de) | 1959-07-25 | 1959-07-25 | Verfahren zur Herstellung von unlegiertem Stahldraht und Bandstahl mit hohen elastischen Eigenschaften |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH379544A true CH379544A (de) | 1964-07-15 |
Family
ID=7093123
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH161660A CH379544A (de) | 1959-07-25 | 1960-02-13 | Verfahren zur Herstellung von Stahldraht und Bandstahl mit hohen elastischen Eigenschaften |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH379544A (de) |
| DE (1) | DE1124067B (de) |
| FR (1) | FR1261531A (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4040872A (en) * | 1976-04-16 | 1977-08-09 | Lasalle Steel Company | Process for strengthening of carbon steels |
-
1959
- 1959-07-25 DE DEF29019A patent/DE1124067B/de active Pending
-
1960
- 1960-02-13 CH CH161660A patent/CH379544A/de unknown
- 1960-06-27 FR FR831198A patent/FR1261531A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR1261531A (fr) | 1961-05-19 |
| DE1124067B (de) | 1962-02-22 |
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