CH379574A - Verwendung eines ferroelektrischen Kristallmaterials in elektrischen Geräten - Google Patents

Verwendung eines ferroelektrischen Kristallmaterials in elektrischen Geräten

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CH379574A
CH379574A CH4751757A CH4751757A CH379574A CH 379574 A CH379574 A CH 379574A CH 4751757 A CH4751757 A CH 4751757A CH 4751757 A CH4751757 A CH 4751757A CH 379574 A CH379574 A CH 379574A
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Description


  Verwendung eines     ferroelektrischen        Kristallmaterials    in elektrischen Geräten    Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die  Verwendung eines     ferroelektrischen    Kristallmate  rials in elektrischen Geräten und ist dadurch ge  kennzeichnet, dass das Kristallmaterial monoklines  Material ist, bestehend aus     Glyzinsulfat,        Glyzin-          selenat    oder deren     deuterisierten    Isomorphen.  



       Ferroelektrisches    Verhalten ist ein Phänomen,  das mit der spontanen Polarisation von Gruppen  elektrischer Dipole im Kristallgitter zusammenhängt,  wobei sich elektrisch polarisierte Gebiete bilden.  Beim Fehlen äusserer     Beeinflussungen    herrscht eine  solche Anordnung dieser Gebiete im     Innern    des  Kristalls, dass sich dieselben weitgehend gegenseitig  neutralisieren, also der Kristall als Ganzes praktisch  ausserhalb kein elektrisches Feld aufweist.  



  Wirkt auf einen solchen Kristall, oder auf einen  hieraus bestehenden kristallinen Körper ein elek  trisches Feld, so nehmen jene der genannten Gebiete  an Umfang zu, deren Polarisationsrichtung mit der  jenigen des äussern Feldes am besten übereinstimmt,  und zwar auf Kosten der andern Gebiete. Ferner  wird eine gewisse Ausrichtung der Polarisations  richtung innerhalb der nur unvollkommen in Feld  richtung polarisierten Gebiete auf die Richtung des  äussern Feldes bewirkt. Damit ergibt sich eine Ge  samtpolarisation des Kristalls bzw. des kristallinen  Körpers, auf den das Feld wirkt. Verschwindet das  äussere Feld wieder, so verbleibt ein Rest der ur  sprünglichen Gesamtpolarisation, während sich  gleichzeitig Gebiete     mit    einer Polarisationsrichtung  bilden, die Komponenten in der Gegenrichtung auf  weist.  



  Es sind bereits kristalline Materialien verschie  dener Klassen mit     ferroelektrischen    Eigenschaften  bekannt, die als Speicherelemente für elektrische  Ladungen für zahlreiche Zähl- und     Umschalt-Ein-          rich:ungen    verwendet werden. Aber diesen bekann-         ten        ferroelektrischen    Materialien fehlen entweder ge  wisse gleichzeitig zu fordernde Eigenschaften, oder  sie weisen gewisse unerwünschte Eigenschaften auf,  welche die Wirksamkeit bei normalen Betriebs  bedingungen nachteilig beeinflussen.

   Beispielsweise  zeigt     Bariumtitanat,    das eine wesentlich kürzere Um  steuerzeit als andere     ferroelektrische    Materialien  aufweist, ein merkliches Absinken der gespeicherten  Polarisation mit zunehmender Speicherzeit.  



  Die Erfindung beruht auf der Auffindung einer  neuen Materialgruppe, die monoklines     Glyzinsulfat     und monoklines     Glyzinselenat    umfasst, sowohl als  Wasserstoff- wie auch als     Deuterium-Verbindung.     Beide Stoffe wurden erprobt, zeigen ein für manche  Anwendungszwecke sehr erwünschtes     ferroelektri-          sches    Verhalten, und bilden eine Materialgruppe mit       ferroelektrischer    Wirksamkeit innerhalb eines weiten  Temperaturbereiches im für gerätetechnische Anwen  dungen praktisch interessierenden Gebiet.  



  Die     chemische    Formel für monoklines     Glyzin-          si        lfat    ist ursprünglich als       (CH.NH.COOH)        "H        .S04     angenommen worden. Genauere analytische Unter  suchungen haben aber nunmehr gezeigt, dass der be  treffende Stoff genauer als       (CH.NH.,COOH)3HI-S04     angegeben werden sollte. Ferner hat sich die genaue  Formel für monoklines     Glyzinselenat    zu       (CH.,NH_COOH)3H'-Se04     ergeben.  



  Das monokline     Glyzinsulfat    gemäss der genannten       verbesserten    Formel kann durch Kristallisation aus  einer Lösung von     Glyzin    im     überschuss    in Schwefel-           säure    und warmem Wasser hergestellt werden. Vor  zugsweise und zur Erzielung einer optimalen Wachs  tumsgeschwindigkeit sollten die Reagenzien im Ver  hältnis     von'-2    .     Mol    chemisch reinem     Glyzin    zu 1     Mo1     chemisch reiner, konzentrierter Schwefelsäure vor  gesehen werden.

   Beim langsamen Abkühlen der Lö  sung kristallisieren transparente     Glyzinsulfatkristalle     monokliner     Form    aus, die grösstenteils Einkristalle  darstellen. In gleicher Weise können isomorphe Kri  stalle von     Glyzinsolenat    erzeugt werden.  



  Jedes der Kristalle ist durch eine Spaltungsebene  senkrecht zu den zwei Symmetrieachsen besonders  charakterisiert. Teilabschnitte mit Flachseiten ent  sprechend der natürlichen Spaltungsebene des Kri  stalls weisen maximales     ferroelektrisches    Verhalten  in Richtung senkrecht zu den Flachseiten auf. Für  solche Teilabschnitte parallel zur natürlichen Spal  tungsebene von monoklinem     Glyzinsulfat    und iso  morphem     Glyzinselenat    ist eine rechteckige und ziem  lich schmale elektrostatische     Hysteresisschleife    kenn  zeichnend.

   Das bei derartigen Teilabschnitten     erfor-          derliche        Koerzitivfeld        ist        nur        etwa        20%,        oder        weniger     gegenüber jenem Wert bei kleinen Kristallabschnitten  aus     Bariumtitanat,    so dass nur- eine     Koerzitivfeld-          stärke    von etwa 100 bis 400 Volt/cm notwendig ist.  



  Die     Umsteuerzeit    für einen Speicher mit derarti  gen Elementen aus monoklinem     Glyzinsulfat    liegt  zwischen 1,5 und 50 Mikrosekunden, also nur ein  Zehntel bis Einhalb der     Umsteuerzeit    bei Verwen  dung von     Guanidinaluminiumsulfathexahydrat-Ele-          menten.    Obwohl     Bariumtitanat-Elemente    eine kür  zere     Umsteuerzeit    in der Grössenordnung von 1  Mikrosekunde aufweisen, zeigen sie ein  Absinken   der gespeicherten Polarisation, welchen Verlust bei  Speicherelementen aus     Glyzinsulfat    und     Glyzinselenat     nicht     beobachtet    werden kann.  



  Monoklines     Glyzinsulfat    und auch dessen Iso  morphe     besitzen    durchaus brauchbare     piezoelek-          trische    Eigenschaften.  



  Der     Curiepunkt,    also jene     Umwandlungstempe-          ratur;    oberhalb welcher monoklines     Glyzinsulfat,     das aus normalem Wasser auskristallisiert wurde,  sein     ferroelektrisches    Verhalten verliert, liegt bei  46,7   1  C, derjenige für das entsprechende mono  kline     Glyzinselenat    dagegen bei etwa 22  C. Bisher  ist ein Verschwinden der     ferroelektrischen    Eigen  schaften bei tieferen Temperaturen nicht feststellbar  gewesen.  



  Es wurde ferner festgestellt, dass mittels eines  Überschusses von     Glyzin    in Schwefelsäure, gelöst  nicht in normalem, sondern in  schwerem  Wasser       (D20),    ebenfalls transparente monokline Kristalle       auskristallisierbar    sind, die gleiche Struktur- und       Spaltungs-Merkmale    wie die oben beschriebenen  Kristalle aufweisen.     Darüber    hinaus weisen beide       derart    erzeugten Kristalle eine     Curie-Temperatur     von 60  C auf.

   Dies bedeutet eine wesentliche Ver  besserung des wesentlichen Temperaturbereiches, so  dass nunmehr dieses Material in Geräten verwendbar  ist, die erhebliche Wärmemengen erzeugen, ohne dass    eine zeitweise Benachteiligung der     ferro-elektrischen     Eigenschaften zu befürchten ist.  



  Es hat den Anschein, dass die höhere     Curie-          Temperatur    des derart hergestellten Materials durch  die Substitution eines     Deuteriumatoms    (D) für eines  oder mehrere der siebzehn, in der obengenannten  verbesserten Formel des monoklinen     Glyzinsulfats     erscheinenden Wasserstoffatome verursacht wird.

    Diese Substitution, auch      Deuterisierung     genannt,  kann in jedem der mehreren Radikale der Verbin  dung vor sich gehen, was eine oder mehrere neue  Verbindungen zur Folge hat, die einzeln mittels be  kannter     spektroskopischer    Untersuchungsmethoden  identifiziert werden können und die durch eine Serie  von Formeln wiedergegeben werden können, welche  in grösserer Ausführlichkeit weiter unten erläutert  sind.

   Entsprechend der aus der Literatur bekannten  Technik der     Deuterisierung,    die ebenfalls noch näher  erläutert wird, ist das hierbei erzielbare Endprodukt  anscheinend in der Hauptsache durch die Formel  charakterisiert         (CH"ND,,COOD)3D,S04.       In der gleichen oben beschriebenen Weise wurde  auch monoklines     Glyzinselenat    aus schwerem Wasser  erzeugt und damit ein Stoff gewonnen, der im wesent  lichen der Formel entsprechen dürfte         (CH,2ND.,COOD)3D,Se04.       Auch hierbei bewirkt die Substitution von  Wasserstoff durch Deuterium eine Erhöhung der       Curie-Temperatur    auf etwa 34  C, gegenüber     22\-    C  bei den aus gewöhnlichem Wasser hergestellten Ver  bindungen.  



  Die Eigenschaften der neuen Materialien, sowohl  in ihrer gewöhnlichen als auch in ihrer     deuterisierten     Form, machen dieselben für eine grosse Zahl geräte  technischer Anwendungen geeignet. Es seien bei  spielsweise     piezoelektrische    Anwendungen, Um  schaltorgane und Speicherelemente für elektrische  Zählschaltungen erwähnt. Für diese Zwecke kann  monoklines     Glyzinsulfat,    auch in isomorpher Form,  in Gestalt von Abschnitten eines Einkristalls oder als  polykristalline Elemente verwendet werden.  



  Eine genaue Beschreibung verschiedener wich  tiger Anwendungen und Geräte für bisher bekannte       ferroelektrische    Materialien ist beispielsweise in den  USA-Patenten     Nrn.    2 695 396, 2 695 397, 2 695 398  und 2 717 372 (sämtliche J. R.     Anderson)    enthalten.  In entsprechender Weise kann monoklines     Glyzin-          sulfat    oder monoklines     Glyzinselenat,    sowohl in ge  wöhnlicher als auch in     deuterisierter    Form, als     ferro-          elektrisches    Material verwendet werden.  



  In der nachstehenden Beschreibung und den An  sprüchen soll mit  Einkristall  ein einzelner fester  Körper bezeichnet sein, dessen Atome ein einheit  liches weitgehend sich wiederholendes, dreidimen  sionales geometrisches Gitter bilden. Diese Defini  tion soll sich auch auf Zwillingskristalle erstrecken,  wie dies bei     ferroelektrischen    und halbleitenden           Kristallmaterialien    üblich ist (siehe z. B.      Textbook     of     Mineralogy     von     Dana,    erschienen bei J.     Wiley,     New York 1932, auf Seite 186). Die Definition um  fasst aber nicht solche einheitlichen Körper, etwa  Keramikkörper, die aus kristallinem Pulver durch  Sintern oder durch andere Methoden hergestellt  wurden.

    



  Die Erfindung ist nachstehend in     einigen,    Aus  führungsbeispielen     anhand    der     Fig.    1 bis 5 näher er  läutert. Hiervon zeigt:       Fig.        1A,    1B und<I>2A, 2B</I> jeweils im Aufriss und       Seitenriss    je einen Kristall aus monoklinem     Glyzin-          sulfat    bzw. dessen     deuterisierte    Isomorphe, in zwei  typischen Kristallformen,       Fig.    1 C und 2C je ein typisches     ferroelektrisches     Element in Form von Abschnitten der Kristalle ge  mäss     Fig.        1A    bzw.

   2A,       Fig.    3 eine perspektivische Ansicht eines als       Piezo-    oder Speicherorgan verwendbaren Aufbaus  unter Verwendung eines oder mehrerer Kristallmate  rialien,       Fig.    4 ein Schaltbild einer Speicherschaltung  mit einem     ferroelektrischen    Organ gemäss     Fig.    3,       Fig.    5 ein Diagramm der elektrostatischen       Hysteresis-Charakteristik    eines     ferro-elektrischen     Elements nach     Fig.   <I>IC, 2C</I> in einer Schaltung nach       Fig.    4.  



  Monokline Kristalle aus     Glyzinsulfat    und aus       Glyzinselenat    bilden, sowohl in gewöhnlicher Art  als auch     deuterisiert,    eine neue Gruppe     ferro-          elektrischer    Materialien, deren Herstellung und  Identifizierung erstmalig gelungen ist.  



  Monokline     Glyzinsulfatkristalle,    repräsentiert durch  die Formel       (CH2NH2COOH)3H2S04     können aus einer Lösung von Schwefelsäure und       Glyzin    im     überschuss    in warmem Wasser leicht aus  kristallisiert werden. Zur Erzielung einer optimalen  Wachstumsgeschwindigkeit sollten vorzugsweise die  Reagenzien im Verhältnis von 3     Mol    chemisch  reinem     Glyzin    zu 1     Mol    chemisch reiner, konzen  trierter Schwefelsäure in warmem Wasser gelöst wer  den, so dass ein Gewichtsverhältnis     Glyzin    zu Schwe  felsäure von etwa 2,29 vorhanden ist.

   Wird ver  dünnte Schwefelsäure verwendet, so ändert sich das  Gewichtsverhältnis natürlich entsprechend. Es soll  nur so viel Wasser hinzugefügt werden, als erforder  lich ist, um eine bei der Arbeitstemperatur gesättigte  Lösung zu erhalten.  



  Die typische Löslichkeit von     Glyzinsulfat          (CHZNH.COOH)sH2S04     in warmem Wasser ist nachstehend angegeben:  
EMI0003.0044     
  
    Temperatur <SEP> Gew. <SEP> % <SEP> gelöstes <SEP> Glyzinsulfat
<tb>  25,00 <SEP> C <SEP> <B>29,2,1/0</B>
<tb>  45,10 <SEP> C <SEP> 41,20/0
<tb>  58,10 <SEP> C <SEP> 51,1%       Ferner sind nachstehend zwei quantitative Bei  spiele für die Reagenzien zur Herstellung mono  kliner     Glyzinsulfatkristalle    angegeben.

    
EMI0003.0046     
  
    Sättigungstemperatur
<tb>  45,1e <SEP> C <SEP> 58,1C
<tb>  Glyzin <SEP> (CH2NH2COOH) <SEP> 488 <SEP> g <SEP> 871 <SEP> g
<tb>  Konzentrierte <SEP> Schwefelsäure
<tb>  (H2S04) <SEP> 212 <SEP> g <SEP> 379 <SEP> g
<tb>  Wasser <SEP> 1 <SEP> Liter <SEP> 1 <SEP> Liter       Zur Züchtung der     Kristalle    aus     wässrigen    Lösun  gen wird z.

   B. die Mutterlösung,     beispielsweise        mit     einer     Zusammensetzung    gemäss der     obenstehenden     Tabelle, etwas über die betreffende Sättigungstempe  ratur hinaus erwärmt, dann auf     eine    etwas unterhalb  des Sättigungswertes gelegene Temperatur     abgekühlt     und anschliessend mit einer     Abkühlgeschwindigkeit     von     0;410    C pro Tag in der Temperatur erniedrigt  und dieser Vorgang etwa zwei Wochen lang fort  gesetzt.

   Am Boden des mit der übersättigten Lösung  gefüllten Behälters bilden sich hierbei     transparente     Kristalle von     monokliner        kristalliner    Struktur.  



       Ein.    einfaches Gerät zur Züchtung von     Kristallen     optimaler Grösse und Struktur     ist        im    USA-Patent  Nr. 2 484 829 (A. N. Holden) beschrieben, auch ge  legentlich als  rotierender Halden     Kristallerzeuger      bezeichnet. In den hohlen Enden der     Rotorarme    des  Gerätes nach Holden werden     monokline        Keim-          kristalle    von einigen     Millimeter    Kantenlänge be  festigt, die in der oben angegebenen Weise erzeugt  wurden.

   Die     Rotorarme    werden in der Mutterlösung  in eine hin und her gehende Bewegung versetzt und  dadurch ein Kristall der erwünschten Abmessungen  gezüchtet.  



  Derart hergestellte     Glyzinsulfatkristalle        sind     transparent, von monokliner Form und durch  eine Dichte von 1,69     g/cm3    gekennzeichnet. Im  Temperaturbereich unterhalb des     Curiepunktes    von  46,7   0,30 C sind diese Kristalle     ferroelektrisch     und     piezo-elektrisch.    Die Grösse und Gestalt ändert  sich je nach der     Wachstumsgeschwindigkeit,    dem  Volumen der Mutterlösung und der Lage des Kristall  keims     in    der Lösung.

   Kristalle mit einer Kanten  länge von mehreren Zentimetern sind nicht selten,  und zwei derselben - typisch für zwei unterschied  liche Arten des Wachstums - sind als Beispiele für  die vielen charakteristischen Formen derartiger Kri  stalle in den     Fig.        1A,   <I>1B</I> und<I>2A, 2B</I> in     Vorder-          bzw.    Seitenansicht wiedergegeben. Die monokline  Kristallstruktur der vorliegenden Materialien ist  durch die zweifache Symmetrie relativ zur     b-Achse,     das heisst der     kristallographischen    Richtung [010]  charakterisiert.

   Nach der allgemein eingeführten  Bezeichnungsweise von     Schoenflies    und     Mauguin    ist  die räumliche Gruppierung dieser Kristalle wahr  scheinlich     C22        (P21)    entsprechend.  



  Mittels einer     goniometrischen    Röntgenstrahlen  prüfung wurden die Gitterkonstanten der Grund-           einheit    des Kristallgitters des beschriebenen Materials  zu     ao    = 9,15 bzw.     bo    =<B>12,69</B> und     co    = 5,73     in.          Angström-Einheiten    (Genauigkeit   0,03 A) fest  gestellt. Der Winkel     ss    zwischen den     kristallographi-          schen    Ebenen (001) und (100) gemäss den     Miller-          Indizes    beträgt 105  40   20'.

   Die parallel zur     kri-          stallographischen    Ebene (102) gelegene optische  Ebene besitzt einen Winkel von etwa 93  gegenüber  der     c-Achse,    das heisst der     kristallographischen    Rich  tung [001]. Die     kristallographischen    Ebenen<B>(1-</B>01)  und (100) schliessen einen Winkel von 110  20' ein.  



  Die wichtigste Entdeckung aber, die erst eine  Verwendung von monoklinen     Glyzinsulfatkristallen     und deren     deuterisierten    Isomorphen für gerätetech  nische Zwecke ermöglicht,     betrifft    das Vorhanden  sein natürlicher Spaltungsebenen parallel zur     kri-          stallographischen    Ebene (010). Diese natürlichen  Spaltungsebenen verlaufen ferner senkrecht zu der  in der     kristallographischen        b-Richtung    [010] verlau  fenden     ferroelektrischen    Achse.

   Dementsprechend       können        Kristallabschnitte        gemäss    den     Fig.    1C und 2C  sehr einfach und .leicht von einem geeigneten mono  klinen Einkristall abgeschnitten werden, beispiels  weise längs der gestrichelt gezeichneten Schnittlinien  in     Fig.        1A    bzw. 2B, und weisen senkrecht zu ihren  Flachseiten     ferroelektrische    Eigenschaften auf.

   Bei  spielsweise     kann    ein     augesuchter    Kristall längs einer  der     kristallographischen    Ebenen (010) senkrecht zur       b-Achse    mittels einer     rasiermesserflachen    Klinge ge  spalten werden. Die erzielten Abschnitte nach       Fig.    1 C und 2C weisen dann zwei zueinander par  allele Flachseiten auf, die     kristallographische    (010)  Ebenen sind, und zu denen die     ferro-elektrische     Achse senkrecht im Kristallinnern verläuft.  



  Es können in analoger Weise wie oben für       Glyzinsulfat    beschrieben auch monokline Kristalle  des isomorphen     Glyzinselenats    hergestellt werden.,  welche nach Struktur und     ferroelektrischen    Eigen  schaften den oben beschriebenen     Kristallen    gleichen,  aber eine vergleichsweise niedrigere     Curie-Tempera-          tur    von     22     C besitzen.  



  Entsprechend dem oben beschriebenen Verfahren  werden chemisch reines     Glyzin    und chemisch reine,  konzentrierte     Selensäure    im Überschuss in warmem  Wasser gelöst, vorzugsweise im Verhältnis von 3     1VIo1          Glyzin    zu 1     Mol        Selensäure.    Da     Selensäure    genügend  frei von spurenweiser     seleniger    Säure im Handel  nicht erhältlich ist, ist es zweckmässig,

   dieses Reagenz       mit        einer        Reinheit        von        über        99        %        herzustellen,        wofür     mehrere Verfahren bekannt sind, etwa dasjenige von       Gilbert    und King, beschrieben in  Journal of     the          American        Chemical        Society         Vol.    58, Seite 180  (1936).  



  Untersuchungen haben ergeben, dass     Glyzinselenat          (CH,NH,COOH)3H,Se04          zu        ungefähr        28        %        in        Wasser        mit        Raumtemperatur     (25  C)     löslich    ist.  



  Ein typisches quantitatives Beispiel für die zur  laboratoriumsmässigen Herstellung von     monoklinen            Glyzinselenatkristallen    erforderlichen Reagenzien ist  nachstehend angegeben:  
EMI0004.0083     
  
    Glyzin <SEP> (CH,NH,COOH) <SEP> 237 <SEP> g
<tb>  Konzentrierte <SEP> Selensäure <SEP> (H,Se04) <SEP> 153 <SEP> g
<tb>  Wasser <SEP> 1 <SEP> Liter       Mit den genannten Mengen ergibt sich etwa bei  Raumtemperatur eine gesättigte Mutterlösung, die  zur Züchtung von     Glyzinselenatkristallen    durch Ver  dampfung des     Lösungsmittels    geeignet ist. Die opti  male Wachstumsgeschwindigkeit ist etwas grösser wie  bei der oben beschriebenen Herstellung isomorpher       Glyzinsulfatkristalle.     



  Wahlweise können auch grössere und vollkom  menere     Selenatkristalle    im oben erwähnten rotieren  den     Holden-Gerät    erzeugt werden.  



  Wie bereits oben erwähnt, können auch     deute-          risiertes        Glyzinsulfat    durch Kristallisation aus einer  Lösung der beiden Hauptreagenzien,     Glyzin    im über  schuss und     Schwefelsäure,        in    schwerem Wasser ge  wonnen werden. Um die Verdünnung des schweren  Wassers durch normale Wasserstoffatome möglichst       zu    verringern, sollten die Reagenzien in konzentrier  ter Form vorgesehen werden.

   Zwecks Erzielung der  grössten Wachstumsgeschwindigkeit sollen die Rea  genzien im Verhältnis von 3     Mol        Glyzine    zu 1     Mol     Schwefelsäure dem schweren Wasser beigemengt wer  den. Um das richtige Verhältnis der Reagenzien zu  sichern, können in schwerem Wasser aus normalem  Wasser gezüchtete monokline     Glyzinsulfatkristalle     gelöst werden, da dieselben bereits die Reagenzien  im richtigen Verhältnis enthalten.

   Nach erfolgter  Auflösung der Kristalle im schweren Wasser, das  hierzu erwärmt werden kann, erfolgt eine Abkühlung  der Lösung zwecks     Auskristallisation    von     deuterisier-          tem        Glyzinsulfat.    Unter etwas grösserem Zeitaufwand  können auch garantiert gleichmässige Kristalle durch  Verdunstung der Lösung bei konstant gehaltener  Temperatur gewonnen werden.  



  Beispielsweise wurden in     gewöhnlichem    Wasser       chemisch    reines     Glyzin    und chemisch reine Schwefel  säure im Verhältnis von 3 zu 1     Mol    in solcher Menge  gelöst,     dass    die Lösung bei 60  C     gesättigt    war. Diese  Lösung wurde durch Verrühren gut durchmischt und  dann zwecks Abkühlung unberührt stehengelassen.  Mit fortschreitender Abkühlung wurde die Lösung  übersättigt und ein Auskristallisieren von monoklinem       Glyzinsulfat    an der Innenwandung des Behälters  beobachtet. Die Kristalle waren normales     Glyzin-          sulfat.     



  Die erhaltenen normalen     Glyzinsulfatkristalle     wurden dann in 100     cm3        Deuteriumoxyd        D,0    bei  25  C bis zu dessen Sättigung gelöst. Das schwere  Wasser     D20    besass eine Reinheit von 99,5 /o. In  diese Mutterlösung wurde ein Kristallkeim     mit    einer  Kantenlänge von wenigen Millimetern aus normalem       Glyzinsulfat    dicht über dem Boden des Behälters  aufgehängt und dann bei     konstant    gehaltener Tempe  ratur die Lösung verdunsten lassen.

   Mit zunehmen-      der Verdunstung und Übersättigung der Lösung  konnte eine     Auskristallisation    von     deuterisiertem          Glyzinsulfat    am Kristallkeim aus gewöhnlichem       Glyzinsulfat    festgestellt werden. Nach einem Zeit  raum von zwei Wochen war die Lösung fast voll  ständig verdunstet und der Kristallkeim durch das  auskristallisierte     deuterisierte        Glyzinsulfat    zu einem  grossen Kristall gewachsen. Auf diese einfache Weise  konnten grosse Kristalle mit einer kleinsten Dicke  von über 50 mm gezüchtet werden.  



  Auf entsprechende Weise wurden auch     deuteri-          sierte    monokline     Glyzinselenatkristalle    erzeugt.  Abgesehen von der höheren     Curie-Temperatur     (etwa 60  C beim     Glyzinsulfat    und etwa 34  C beim       Glyzinselenat)    ergaben sich gleiche physikalische und  elektrische Eigenschaften dieser Kristalle wie bei den  mit gewöhnlichem Wasser gezüchteten, oben be  schriebenen Kristallen.  



  Wie oben bereits erwähnt, scheint die erhöhte       Curie-Temperatur    des neuen Materials durch die  Substitution eines     Deuterium-Atoms    anstelle eines  oder mehrerer der     elf    Wasserstoffatome in der oben  angegebenen Formel zu     beruhen.    Diese als      Deute-          risierung     bezeichnete Substitution kann im Prinzip  an jedem der verschiedenen Radikale der Verbin  dung vor sich gehen, so dass sich folgende Formeln  ergeben:

         (CD.NH2COOH)3H2S04          (        _ND#,          CH2        COOH).H.SO4          (CH.NH2COOD)3H2S04          (CH.NH..,COOH)3D.'S04       Ausserdem kann auch eine nur teilweise Substitu  tion vor sich gehen und ein Stoff gemäss der Formel       (CH2NH.COOH)3HDS04       entstehen. Jedoch scheint bei der Verwendung kon  zentrierter Reagenzien     (Glyzin    und Schwefelsäure)  in     einem        überschuss    von schwerem Wasser die Reak  tion eher zu einer vollständigen und keiner teilweisen  Substitution zu führen.  



  Die Substitution von     Deuterium-Atomen    anstelle  der zwei mit dem     C-Atom    verbundenen H -Atome  entsprechend der ersten der     obenstehenden    vier For  meln     dürfte    schwierig sein. Im Gegensatz hierzu sind  das basische Radikal     NI-1,    und die zwei sauren Ra  dikale     COOH    und     H@s04-in    der Lösung weitgehend  dissoziiert, so dass die Substitution gemäss der zweiten,  dritten und vierten der     obenstehenden        Formeln    leich  ter vor sich gehen kann.

   Insbesondere wenn     Glyzin     und Schwefelsäure in konzentrierter Form in einem  genügenden     überschuss    an schwerem Wasser gelöst  werden, tritt wahrscheinlich eine Substitution bei     elf     von den vorhandenen siebzehn Wasserstoffatomen  auf, und der entstehende Kristall kann im wesent  lichen durch die     Formel          (CH.ND.COOD)3D.S04       charakterisiert werden. Die     Konstitution    des Kristalls  kann durch     Infrarot-Spektroskopie    genau     ermittelt     werden.  



  Ohne sich auf eine bestimmte Hypothese zu be  schränken, wird als wahrscheinlich erachtet, dass die  Erhöhung der     Curie-Temperatur    von     deuterisiertem          Glyzinsulfat    gegenüber derjenigen von gewöhnlichem       Glyzinsulfat    vor allem durch die grössere Masse und  damit die grössere Trägheit der einzelnen Deuterium  atome gegenüber den sonst vorhandenen Wasserstoff  atomen     verursacht    wird.

   Da der     Curie-Punkt    den  Beginn der Auflösung des geordneten Atomgitters  unter dem     Einfluss        thermischer    Energie repräsentiert,  ist es verständlich, dass mit grösser werdender Masse  der Atome die     zur    Auflösung der Gitteranordnung  erforderliche thermische Energie ebenfalls zunimmt.  



  Es ist für den Fachmann klar, dass die     piezo-          elektrischen    und     ferroelektrischen    Eigenschaften des  neuen Materials, insbesondere die     letztgenannten,     dasselbe für eine grosse Anzahl von elektrischen Ge  räten geeignet machen. Insbesondere sei daran erin  nert, dass bei einer senkrecht     zu    den mit der natür  lichen Spaltungsebene übereinstimmenden - Flach  seiten eines Kristallabschnittes nach     Fig.    1C und 2C  wirkenden Spannungsdifferenz bei einer Frequenz  von z.

   B. 60 Hz und einer die     Koerzitivkraft    über  treffenden Amplitude, eine nahezu rechteckige     Hyste-          resisschleife    auftritt. Die Kristalle sind durch eine       Koerzitivfeldstärke    in der Grössenordnung von 100  bis 400 Volt/cm und durch eine     Umsteuerzeit    von  1,5 bis 50 Mikrosekunden gekennzeichnet. Ferner  wurde festgestellt, dass die gespeicherte Ladung ver  hältnismässig nur langsam absinkt.  



  Nachstehend sind einige     neuartige    gerätetech  nische Ausführungsbeispiele für Anwendungen des  neuen Materials beschrieben:  In     Fig.    3 ist ein     dielektrisches    Element aus dem  neuen Material in Gestalt einer kreisförmigen dünnen  Scheibe 10 dargestellt. Die Scheibe 10 sollte zweck  mässigerweise von einem monoklinen Einkristall der  oben beschriebenen isomorphen Materialien, bei  spielsweise     deuterisiertem        Glyzinsulfat,    abgeschnitten  werden, vorzugsweise derart, dass eine der     kristallo-          graphischen    Achsen des Kristalls weitgehend senk  recht zu den Flachseiten der Scheibe 10 verläuft.

   Bei  einem plattenförmigen     dielektrischen    Element kann  eine der in den     Fig.        1A,   <I>1B</I> und<I>2A, 2B</I> mit<I>a</I> bzw.  b oder c bezeichneten drei     kristallographischen     Hauptachsen senkrecht zu den Flachseiten verlaufen.  Für eine Verwendung der     ferroelektrischen    Eigen  schaften eines solchen Elementes, etwa als Speicher  element, sollte die     ferroelektrische    Kristallachse  senkrecht zu den Flachseiten der plattenförmigen Ele  mente gerichtet sein.

   Wie bereits oben anhand der       Fig.        1A,   <I>1B,</I> 1C und<I>2A, 2B,</I> 2C erläutert, ist die       ferroelektrische    Achse senkrecht zur natürlichen  Spaltungsebene des     Kristalls    gerichtet, die ihrerseits  parallel zu den     kristallographischen    (010) Ebenen  verläuft.      Wahlweise kann die Scheibe 10 auch aus einem  polykristallinen Körper aus einem der oben beschrie  benen neuen Materialien abgeschnitten werden.  



  Ein Element der in     Fig.    3 dargestellten Art kann  beispielsweise aus einer Scheibe 10 von 1,5 cm  Durchmesser und 1,5 mm Dicke bestehen. Für die       piezoelektrische    Schwingungserzeugung ist die Re  sonanzfrequenz durch die     Orientierung    der Scheibe  10 relativ zu den     kristallographischen    Achsen des  ursprünglichen     unzerschnittenen    Kristalls abhängig  sowie von den physikalischen Dimensionen der  Scheibe 10 und deren Betriebstemperatur. Elemente  dieser Bauart können zur Schwingungserzeugung im  Frequenzbereich von 50     kHz    bis zu mehreren MHz  dimensioniert werden.  



  Zur     Erleichterung    der elektrischen     Beaufschlagung     der Scheibe 10 senkrecht zu ihren Flachseiten wer  den auf die obere und untere     Flachseite    auf bekannte  Weise anhaftende Metallschichten und Elektroden 12  bzw. 14 aufgebracht. An den Elektroden 12 und 14  sind die Zuleitungen 16 bzw. 18 auf geeignete Weise,  etwa durch Löten, angeschlossen.  



  Bei der Verwendung der Anordnung nach     Fig.    3  als     piezoelektrisches    Element wird dasselbe mit  einer Gleichspannung zur Erzeugung eines konstan  ten     Vorspannungsfeldes    betrieben. Unter dem Einfluss  eines derartigen Feldes zeigt die Scheibe 10     piezo-          elektrische    Eigenschaften,     ändert    also seine Abmes  sungen bei     Änderungen    eines auf die Scheibe wir  kenden     Potentials    mit einer Komponente parallel  zum     Vorspannungsfeld,    und erzeugt unter der Wir  kung mechanischer Kräfte ein Potential in Richtung  des     Vorspannungsfeldes,

      das mit den     Änderungen     der Kräfte variiert. Die Wirksamkeit des     piezo-          elektrischen    Elements     vergrössert    sich mit einer       Steigerung    des konstanten, die     Vorspannung    bewir  kenden Feldes.  



  Das konstante, für     piezoelektrische    Verwendung  des Elements erforderliche     Vorspannungsfeld    kann  durch eine an den Elektroden 12 und 14 beim Be  trieb     liegende    Gleichspannung erzeugt werden. Das  gleiche Ergebnis erhält man, wenn die     ferroelek-          trische    Scheibe 10 vor ihrer Verwendung als     piezo-          elektrisches    Element einer hohen konstanten Feld  stärke ausgesetzt wird.

   Nach dem Abschalten dieses  Potentials behält die Scheibe eine     remanente    Rest  polarisation, die anstelle des oben erwähnten kon  stanten     Vorspannungsfeldes    verwendet werden kann  und die hierfür sonst     erforderliche    Spannungsquelle  entbehrlich macht.  



  Die     remanente    Restpolarisation kann auch sehr  schnell und wirksam dadurch erzeugt werden, dass  die Scheibe auf     eine    Temperatur oberhalb des     Curie-          Punktes    erwärmt und dann, unter gleichzeitiger Wir  kung der hohen elektrischen Feldstärke, auf eine  Temperatur unterhalb des     Curie-Punktes    abgekühlt  wird.  



  Bei der Herstellung der Restpolarisation bei       Raumtemperaturen    ist eine Feldstärke zwischen  20 000 und 5000     V/cm    erforderlich, wobei bei der    hohen Feldstärke eine     Einwirkzeit    von einigen Mi  nuten und bei der niedrigeren Feldstärke eine Ein  wirkzeit von mehreren Stunden erforderlich ist. Wird  dagegen die Scheibe auf eine Temperatur oberhalb  des     Curie-Punktes    erhitzt und unter Feldeinwirkung  abgekühlt, so spielt die     Einwirkzeit    keine wesentliche  Rolle.  



  Das in     Fig.    3 dargestellte Element, gewöhnlich  als     ferroelektrischer    Kondensator bezeichnet, kann  mit einer entsprechenden     Gleichvorspannung,    sei es  aus einer äussern Spannungsquelle oder durch Rest  polarisation der Scheibe 10, für eine grosse Anzahl  von Anwendungen     piezoelektrischer    Kristalle benutzt  werden. Besonders ist die Verwendung zur Frequenz  steuerung und für Filterzwecke sowie alle andern       frequenzselektiven    Anwendungen, möglich.

   Auch für  elektromechanische     Wandler,    Mikrophone,     Telephon-          hörer,    Aufnehmer für Schallplatten, Relais und der  gleichen können solche Elemente verwendet werden.  



  Die     Fig.    4 zeigt ein Schaltbild eines Speichers  für die Binärziffern<B> l </B> und  0  mit einem     ferro-          elektrischen    Element 40, das nur etwa ein Zehntel  des Durchmessers und der Dicke der Scheibe 10 ge  mäss     Fig.    3 aufzuweisen braucht, um als einzelnes  Speicherelement zu dienen. Die Scheibe 40 soll vor  zugsweise in der oben anhand der     Fig.    1C und 2C  beschriebenen Weise von einem monoklinen Ein  kristall der obengenannten neuen Materialien längs  der natürlichen Spaltungsebene abgeschnitten sein.  Die Elektroden 42 und 44 sind in ihren Dimensionen  den Abmessungen der Scheibe 40 angepasst.

   Diese  Scheibe 40 kann samt ihren Elektroden auch als  Kondensator mit     ferroelektrischem        Dielektrikum    be  trachtet werden. Falls erwünscht, kann auch ein grö  sseres     ferroelektrisches    Element als eine Speicher  matrize für mehrere hundert Informationssignale  ausgebildet werden, wie dies beispielsweise in der       Fig.    4 der     USA-Patentschrift    Nr. 2 695 398 dar  gestellt ist.  



  Die Anschlüsse 16 und 18 in der     Fig.    4 entspre  chen denjenigen der     Fig.    3. Der Anschluss 18 ist mit  dem Kondensator 32 und der Ausgangsklemme 36,  die zu einem (nicht gezeichneten) Auswertungsorgan  führt, verbunden. Der andere Anschluss des     Konden-          sators    32 ist geerdet. Parallel zum Kondensator 32  liegt eine geeignete Diode 34 aus Germanium oder  Kupferoxyd, die denselben kurzschliessen kann.  



  Der Scheibe 40 werden positive oder negative  Spannungsimpulse von der Batterie 26 oder der  Batterie 24 zugeführt, indem der Schalter 30 bzw.  22 kurzzeitig nach rechts umgelegt wird. Bei prak  tischen Anwendungen der Speicherschaltung sind an  stelle der Batterien 26 und 24 geeignete Impuls  generatoren vorhanden. Die in Serie mit den Schal  tern 30 und 22 liegenden Widerstände 28 bzw. 20  dienen zur Begrenzung des der Speicherschaltung mit  dem Element 40 zugeführten Stromes.  



  Es sei angenommen, dass anfangs dem Speicher  40 ein positiver Spannungsimpuls zugeführt und der  selbe in seine positive Sättigungspolarisation gebracht      worden ist, etwa entsprechend dem Punkt C im Dia  gramm nach     Fig.    5 und derselbe nach dem Aufhören  des Impulses in seine     remanente    Restpolarisation,  etwa entsprechend dem Punkt A in     Fig.    5, zurück  gekehrt ist. Auf den Elektroden 42, 44 ist dann  keine Ladung mehr vorhanden, jedoch verbleibt in  der Scheibe 40 eine Restpolarisation A, obwohl  parallel zu der Scheibe 40 keine Spannung mehr  herrscht. Ferner sei angenommen, dass ein negativer  Impuls die Binärziffer   1   und das Fehlen eines  Impulses die Binärziffer  0  repräsentiert.  



  Wird nunmehr dem Speicher 40 ein negativer  Impuls zugeführt, der in seiner Amplitude dem er  wähnten positiven Anfangsimpuls entspricht, so wird  die Scheibe 40 in ihre negative Sättigungspolarisation  umgesteuert, etwa dem Punkt D im Diagramm nach       Fig.    5 entsprechend, um nach Beendigung des Im  pulses den Zustand der     remanenten    negativen Rest  polarisation, etwa dem Punkt B entsprechend, zu  rückzukehren.  



  Die Diode 34 stellt für die vom positiven An  fangsimpuls herrührende Ladung des Kondensators  32 einen     hochohmigen        überbrückungswiderstand     dar, wirkt aber für den negativen Zählimpuls wie  ein Kurzschluss des Kondensators 32.  



  Die Binärziffer<B> l </B> ist somit als negative Rest  polarisation (Punkt B in     Fig.    5) in der Scheibe 40  gespeichert, und zwar auf die Dauer mehrerer Tage,  ohne merklichen Verlust.  



  Um die gespeicherte Binärziffer im Speicher 40  abzutasten und am Ausgang 36 als Spannungs  impuls erscheinen zu lassen, wird die Spannungs  quelle für positive Impulse in der oben für den posi  tiven Anfangsimpuls beschriebenen Weise betätigt,  so dass das Speicherelement 40 in seiner Polarisation  vom Punkt B zum Punkt C der     Fig.    5 umgesteuert  wird und schliesslich am Ende des positiven Impulses  die Restpolarisation gemäss Punkt A aufweist. Wäh  rend dieses positiven     Abtastimpulses    tritt am Aus  gang 36 eine positive Spannung auf, die nur langsam  absinkt, da die Diode 34 in Sperrichtung     beauf-          schlagt    wird.  



  Die Serienschaltung des     ferroelektrischen        Kon-          densators    40 mit dem Kondensator 32 kann als  Spannungsteiler für die zugeführten positiven oder  negativen Impulse angesehen werden. Die von sol  chen Impulsen am Ausgang 36 erscheinende Teil  spannung ist bei positiven Impulsen von den Kapa  zitäten des Kondensators 32 und des     ferroelektrischen     Kondensators 40 bestimmt, während bei negativen  Zählimpulsen hierfür das Verhältnis der Impedanzen  der Diode 34 und des     ferroelektrischen    Kondensators  40 massgebend sind.

   Im letztgenannten Fall ist die  Impulsspannung am Ausgang 36     vernachlässigbar     klein gegenüber der bei positiven (Abfrage-) Impul  sen auftretenden Spannung. Für die Rückstellung     in     den Anfangszustand, für die Speicherung der Binär  ziffer   1   und zur     Abtastung    des Speichers können  ganz gleiche Impulse verwendet werden. Wie oben  bereits erwähnt, sind Impulse mit einer Dauer von    1,5 bis 50 Mikrosekunden verwendbar, wenn eine  Scheibe 40 aus monoklinem     Glyzinsulfat    oder einem  der genannten isomorphen neuen Materialien ver  wendet wird.  



  Die übliche Norm, dass ein gespeicherter negati  ver Impuls die Binärziffer<B> 1 </B> und das Fehlen eines  solchen Impulses die Binärziffer  0  repräsentiert,  bedeutet, dass ein negativer Impuls die Restpolarisa  tion der Scheibe 40 vom Punkt<I>A</I> zum Punkt<I>B</I>       (Fig.    5)     umsteuert,    während bei der     Binärziffer     0  mangels eines Impulses die Polarisation beim Punkt  A verbleibt. Dementsprechend bewirkt ein positiver       Abfrageimpuls,    der dem im Polarisationszustand ent  sprechend dem Punkt A befindlichen Speicherele  ment 40 zugeführt wird, nur einen     vernachlässigbar     schwachen, gegen Erde positiven Spannungsimpuls  am Ausgang 36.  



  Wie oben erwähnt, stellt die     Fig.    5 die elektro  statische     Hysteresisschleife    des     ferroelektrischen     Elementes 40 dar mit den in ihrer Bedeutung oben  bereits erläuterten Punkten<I>A, B,</I> C und<I>D.</I> Diese  Schleife kann in bekannter Weise auf dem Schirm  einer Kathodenstrahlröhre sichtbar gemacht werden,  etwa mittels einer Schaltung, wie sie von C. B.     Sawyer     und C.

   H.     Tower    in der Veröffentlichung  Rochelle  Salt     as    a     Dielectrie     erschienen in     Physical    Review,       Vol.    35, 1930, Seite 269, beschrieben wurde, oder  auch     mittels    anderer bekannter     Messmittel.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verwendung eines ferroelektrischen Kristallma terials in elektrischen Geräten, dadurch gekennzeich net, dass das Kristallmaterial monoklines Material ist, bestehend aus Glyzinsulfat, Glyzinselenat oder deren deuterisierten Isomorphen. UNTERANSPRüCHE 1. Verwendung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung des Kri stallmaterials der Formel (NH2CH2COOH)3H2X04 entspricht, worin X Schwefel oder Selen bedeutet. 2.
    Verwendung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung des Kri stallmaterials der Formel (ND.CH2COOD)3D2S04 entspricht. 3. Verwendung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Flachseiten plattenförmiger Kristalle parallel zu den (010) Ebenen der Kristalle verlaufen, wobei die ferroelektrische Achse senkrecht zu diesen Flachseiten verläuft. 4. Verwendung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Flachseiten plattenförmiger Kristalle durch natürliche Spaltebenen des Kristalls gebildet werden. 5. Verwendung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Kristallmaterial ein Ein kristall ist. 6.
    Verwendung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Elektroden vorgesehen sind, welche aus einer auf dem Kristallmaterial fest haftenden Metallschicht bestehen. 7. Verwendung nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf den genannten Flachseiten Metallschichten als Elektroden aufgebracht sind. B. Verwendung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Kristallmaterial als Dielek- trikum in einem Kondensator einer Speicherschaltung verwendet wird.
CH4751757A 1956-08-09 1957-06-21 Verwendung eines ferroelektrischen Kristallmaterials in elektrischen Geräten CH379574A (de)

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