Objektiv mit eingebautem Filtersystem für Farbphotographie Beim Anfertigen positiver Farbkopien oder Ver grösserungen entsteht die Notwendigkeit entsprechen der Färbung des durch das Negativ fallenden Lichtes, welches das Positivmaterial belichtet. Diese Licht färbung wird Farbensteuerung des Kopierlichtes ge nannt. Die Farbensteuerung des Kopierlichtes hat die Aufgabe, Farbstiche, die infolge einer Fehl belichtung bei der Aufnahme oder infolge eines mangelhaften Entwicklungsprozesses im Negativ ent halten sind, oder auch durch das Beleuchtungssystem selbst hervorgerufen, auf der Positivkopie entstehen würden, so zu korrigieren, dass die Bilder resultieren, wie wir sie zu sehen wünschen.
In den für die Farbenphotographie bestimmten Vergrösserungsgeräten gebraucht man jetzt einen Satz von Kopierfiltern zwecks Lichtsteuerung. Ein Satz besteht aus drei Filtergruppen in den drei Grund farben, die den Schichtenfarbstoffen des Aufnahme materials entsprechen. Sie sind gelb, purpur und blaugrün. Jede von diesen Gruppen besteht aus Fil tern von verschiedener Farbdichte. Ein Satz besteht meistens aus 33 oder 63 Filtern.
Das ausgewählte Filter bringt man in einem spe ziellen Behälter unter, welcher sich im Vergrösse rungsgerät in der Nähe des Kondensors befindet. Nun ist auf diese Weise aber keine kontinuierliche, sondern nur eine stufenweise Änderung der Farb- dichte möglich, was aber in vielen Anwendungsfällen unzureichend ist. Ausserdem ist das Auswählen der geeigneten Filter sehr umständlich, und überhaupt ist die Anschaffung solcher Filtersätze sehr kostspielig.
Um nun diese Nachteile zu beheben, wurden bereits eine kontinuierliche Veränderung ermögli chende Filtereinrichtungen in die in Frage kommen den Geräte eingebaut, so dass gewisse Erleichterun gen bei der Bedienung derselben eintreten. Solche bekannten Einrichtungen können in zwei Gruppen geteilt werden: solche, bei denen die Filter im Be reiche des Beleuchtungssystems des Gerätes, also etwa nahe dem Kondensor oder im Bereiche des Zwischenbildes der Lichtquelle, angeordnet sind, und solche, bei denen die Filter im Bereiche der Blende des Linsensystems auftreten.
Ein grundsätzlicher Nachteil der bekannten An ordnungen erster Art ist der, dass das Beleuchtungs system einen sehr verwickelten Aufbau dadurch be kommt, dass zusätzliche Einrichtungen zur Bildung eines Zwischenbildes der Lichtquelle oder besondere Lichtmischeinrichtungen zur Herbeiführung einer gleichmässigen Lichtfärbung über die ganze Ab bildung hinweg erforderlich sind.
Um darüber hinwegzukommen, wurde bereits vor geschlagen, das Filtersystem im Bereiche des Ob jektivs anzuordnen, und es wurde eine in drei Seg mente geteilte Scheibe verwendet, wobei jedes Seg ment in einer Grundfarbe gefärbt ist, und weiters wurde eine in zwei zueinander senkrechten Richtun- gen verstellbare Blende vorgesehen, durch die aus gewählte Bereiche der gefärbten Teile in den Licht weg gebracht werden können.
Die Schwierigkeit bei dieser Lösung besteht darin, dass es nicht leicht ist, ein Filter mit einer definierten Graduation in LUber- einstimmung mit der üblichen Skala der Farbdichte herzustellen, und dass es Mühe macht, die richtige Einstellung des Filters zu finden.
Aus diesem Grunde hat sich diese Anordnung nur dort einigermassen be währt, wo es möglich ist, die gewünschte Farbdichte experimentell festzulegen, also etwa bei der Farb- korrektur von Laufbildkopien. Da überdies die Fil terblende nicht mit der Linsenblende übereinstimmt, ist es nicht möglich, das gesamte durch das Objektiv fallende Licht auszunützen, da ansonsten eine un gleichmässige Färbung der Abbildung auftritt. Die vorstehend genannten Nachteile können be hoben werden, wenn das Filtersystem im Bereich der Objektivblende angeordnet wird.
Bisher bekannt gewordene Konstruktionen dieser Art bestehen aus drei Filtern nach Art einer Irisblende, bei der die Blendenbehälter in drei Grundfarben gefärbt sind und jeweils bestimmte Teile der Blendenöffnung ab decken und somit bestimmte Farbdichten herbeizu führen gestatten, wobei eines dieser Filter an einer und die beiden anderen in der anderen Seite einer Blendenöffnung konstanten Querschnittes angeordnet wurden.
Die Nachteile dieser bekannten Anordnung liegen in der Herabsetzung der Güte der Objektivkorrektur zufolge verschiedener optischer Wege für die Licht strahlen, nämlich jener, die nicht durch die Filter blätter und jener, die durch einfache und durch überlappende Filterblätter hindurchtreten, sowie zu folge des Verbiegens der dünnen Filterblätter wäh rend ihres Schliessens. Ein weiterer Nachteil liegt in der nicht völligen Ausnützung der Filterdichte, da kein völliges Schliessen der Blendenöffnung durch die Filterblätter möglich ist.
Schliesslich treten auch Nachteile durch das L7bereinandergleiten und damit einhergehende Zerkratzen der Filterblätter auf. Diese Konstruktion konnte sich daher nicht durchsetzen und wird auch nicht erzeugt.
Alle diese Nachteile werden durch das erfindungs gemässe Objektiv für Farbphotographie behoben, das mit einem nahe der Obejktivblende angeordneten Fil tersystem versehen ist. Dieses Objektiv ist dadurch gekennzeichnet, dass das Filtersystem aus zwei plan parallelen, an einer oder beiden Seiten der Blende gleitbar angeordneten Platten besteht, die einen farb losen zentralen Teil und beidseits desselben angeord nete gefärbte Teile aufweisen, deren Färbung je einer von drei für eine subtraktive Farbmischung erforder lichen Grundfarben entspricht und eine dieser Grund farben auf beiden Platten erscheint.
Durch Verschieben der erwähnten Filterplatten gegenüber der konstanten Blendenöffnung ist es mög lich, in kontinuierlicher Weise die Farbdichte des durch das Objektiv gehenden Lichtes zu verändern.
Die Erfindung wird nun beispielsweise anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Ob jektivs für die Farbphotographie, welches aus einem aus zwei planparallelen, nahe der Blende gleitbar gelagerten Filtersystemen besteht.
Fig. 2 erläutert die grundsätzliche Wirkungsweise des Objektivs, wodurch es zur gleichmässigen Fär bung der Abbildung kommt, Fig. 3 eine Draufsicht auf eine Filterplatte.
Die grundsätzlichen Einzelheiten des Objektivs zeigen die Fig. 1 bis 3. Das optische System des Objektivs besteht aus einem Satz S von Linsen und einer Blende von konstanter oftnungsweite, während das Filtersystem aus zwei planparallelen Platten 4 und 5 besteht, die gleitbar beidseits der Blende an- geordnet sind. Jede dieser Platten 4 und 5 weist einen ungefärbten Mittelteil. 4a und 5a und gefärbte Teile 4b und 4c bzw. 5b und 5c auf, die beidseits der zugeordneten Mittelteile liegen und drei Grund farben<I>A, B</I> und C entsprechen, die für die subtrak- tive Farbmischung charakteristisch sind, während eine dieser Grundfarben, z. B. die Farbe A, in beiden Platten 4 und 5 erscheint.
Fig. 2 zeigt die Färbung eines Lichtbündels, das durch das Objektiv geht. Bei der dort gezeigten An ordnung ist eine der Filterplatten so gestellt, dass die halbe Blendenöffnung durch den gefärbten Teil 4c und die andere Hälfte durch den Teil 4a bedeckt ist. Die Platte 5 deckt die Blendenöffnung zur Gänze mit ihrem gefärbten Teil 5a ab. Die Lage der Filter platte 4 bezüglich der Blendenöffnung ist in Fig. 3 dargestellt.
Das von einem der Punkte N1, des Nega- tivs N kommende Licht bildet zunächst einen diver genten Strahl und bildet sich dann im Punkt P1 des Positivs P ab.
Beim Durchgang durch das Filtersystem ist ein Teil des Lichtes durch den Teil 4c der Filterplatte 4 (in Fig. 2 schattiert) gefärbt, und wenn dieser Licht teil am Positiv P im Punkt P1 auftritt, ruft er die erforderliche Farbintensität des Bildes in diesem Punkt hervor. Ein Wechsel der Farbintensität wird durch Verschieben der Platte 4 erreicht, wodurch der gefärbte Teil 40 mehr oder weniger die Blenden öffnung abdeckt. Die gleiche Farbwirkung kann auf die anderen Punkte<I>N,</I> und N3 des Ngeativs <I>N</I> ausgeübt werden, wodurch entsprechende Farbpunkte P" und P3 am Positiv P gebildet werden.
Durch Bedecken der Blendenöffnung mit gefärb ten Teilen, z. B. 5b, der zweiten Filterplatte 5 ist es möglich, gleichzeitig Färbungen mit der anderen Grundfarbe hervorzurufen, wobei deren verhältnis mässiger Anteil vom Bedeckungsgrad der Blenden öffnung abhängt. Auf diese Weise kann durch ver schiedene Stellungen der Filterplatten 4 und 5 eine kontinuierliche Verstellung der Farbintensität des durch das Objektiv gehenden Lichtes herbeigeführt werden, und zwar für zwei ausgewählte Grundfarben, z. B. A plus<I>B, B</I> plus C, oder<I>A</I> plus C, wodurch alle möglichen Kombinationen für die Farbkorrektur z. B. in Vergrösserungsapparaten überstreichbar sind.
Durch die nahe Anordnung der Filterplatten an der Öffnung der Blende 7 ist eine gleichmässige Färbung aller Punkte des Positivs P gewährleistet.
Das beschriebene Objektiv weist nicht die Nach teile der Konstruktion mit irisblendenartigen Filter blättern auf, weil die planparallelen Platten keine Änderungen im optischen Wege hervorrufen, da alle den gleichen Refraktionsindex aufweisen, und weil sie die ganze Blendenöffnung abdecken, können, womit ihre ganze Dichte ausgenützt werden kann. Auch ist ein gegenseitiges Zerkratzen nicht möglich, da die einzelnen Platten einander nicht berühren. Selbstverständlich entbehrt die erfindungsgemässe Lösung auch die Fehler der Konstruktion, bei der die Filter im Bereiche der Lichtquelle angeordnet sind.
Da man beim Anfertigen positiver Farbvergrösse- rungen gleichseitig nicht mehr als zwei Grundfarben korrigiert - die dritte Grundfarbe würde die Wirkung zweier übrigen Farben völlig oder teilweise aufheben - reicht es z. B. aus, das Objektiv nur mit zwei Filterplatten auszustatten, wobei jede Platte aus einem ungefärbten Teil sowie aus zwei gefärbten Teilen besteht. Eine der Grundfarben muss in beiden Scheiben erscheinen.