Schlafsack Bei Schlafsäcken, wie sie für Sport-, Zelt-, Cam pingzwecke benutzt oder in Sanatorien zur Durch führung von Liegekuren angewandt werden, besteht bisher die Schlafsackwandung aus einer einzigen, zwischen einem Ober- und Unterstoff versteppten Füllung.
Da der Werkstoff der Füllung hierbei auf die klimatischen Verhältnisse, die beispielsweise beim Zelten auftreten, abgestimmt werden muss und aus Material besteht, das eine verhältnissmässig geringe Hygroskopizität aufweist, um den Schläfer vor Bo den- und Luftfeuchtigkeit zu schützen, ist es unaus bleiblich, dass dieselbe Füllung auch die Feuchtig keit zurückweist, die durch den Schläfer selbst ent wickelt wird und die bekanntlich in Form von Haut ausdünstungen, Schweissabsonderungen usw. auftritt. Dadurch entsteht die bekannte, bereits bei Gummi mänteln unangenehme Empfindung eines treibhaus ähnlichen Klimas innerhalb des Schlaf-, Liege- oder Wärmesackes;
ein derartiges Klima ist ungesund, gibt zu Erkältungen Anlass und wirkt sich minde stens auf den natürlichen, gesunden Schlaf nach teilig aus. Es widerspricht also eine derartige be kanntgewordene Schlafsackausbildung der Erfüllung der Forderung, dass nicht nur mit geringstem Ge wicht der Füllung ein Höchstmass an Wärme isolation erzielt wird, sondern darüber hinaus Luft durchlässigkeit sowie vor allem Entfernung der Haut ausdünstungen sowie der Schweissabsonderungen ge währleistet werden.
Dazu kommt, dass gerade die nichthygroskopische Faser nicht die bekannte, hohe Bauschelastizität der hygroskopischen Faser, als die die Schafschurwolle an erster Stelle zu nennen ist, aufweist. Eine möglichst hohe Bauschelastizität wird deshalb erstrebt, weil sich Luftschichten höchster Wärmeisolierfähigkeit zwischen den Fasern bilden und dort stehen bleiben, also bei Bewegungen der Füllung nicht ihrerseits bewegt und verdrängt wer den.
Ausser den bereits geschilderten Nachteilen ist noch erwähnenswert, dass die Steppnähte zur Bildung von Kühlstellen führen, weil sich selbst eine etwaige geringe Bauschelastizität an diesen Stellen nicht aus wirken kann. Die besonders wärmeisolierenden Luft polster entfallen also an diesen Stellen, und die Gesamtwärmeisolation des Schlafsackes bleibt unzu reichend.
Um die Nachteile der bekannten Schlafsäcke zu vermeiden, wird erfindungsgemäss ein Schlafsack vorgeschlagen, der sich dadurch auszeichnet, dass seine Wandung aus mindestens zwei Platten je mit zwischen Ober- und Unterstoffen gehaltenen Fül lungen besteht, welche Füllungen durch verschie dene Werkstoffe gebildet werden, wobei der Werk stoff der näher zum Körper hin gelegenen Füllung oder Füllungen stärker hygroskopisch ist als der Werkstoff der aussenliegenden Füllung oder der mehr nach aussen liegenden Füllungen.
Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung erörtert: Insbesondere kann eine derartige Schlafsackwandung aus zwei Platten mit je einer jeweils mit dem Ober- und Unterstoff versteppten Füllung verschiedener Wasser- bzw. Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit beste hen, wobei die Füllung der dem Körper zugewand ten Platte wasser- bzw. feuchtigkeitsaufnahmefähi ger ist als die aussenliegende Platte.
Weisen diese Platten nur an ihren Randbegrenzungen lösbare Ver bindungsmittel auf, so erreicht man auf diese Weise die Bildung einer sich über die Plattenoberfläche er streckenden, durchgehenden Luftschicht, die noch mals ihrerseits unabhängig von den durch die Bauschelastizität der Werkstoffe gehaltenen Luftan sammlungen, zu einer besonders weitgehenden Ge- samtwärmeisolierung des Sackes führt. Den Forde rungen der Hygiene ist dabei vollkommen genügt.
Während die zum Körper zu gelegene Platte durch ihre hygroskopische Füllung in der Lage ist, die beim Schlafen entwickelte Feuchtigkeit und die Schweissabsonderungen aufzunehmen, hält die nicht hygroskopische Füllung der Aussenplatte die Boden- und Luftfeuchtigkeit ab, so dass diese den Schläfer nicht erreicht.
Die lösbaren Verbindungen dienen dazu, den Zwischenraum des Schlafsackes zwischen den ein zelnen Platten und damit diese selbst im nicht be nutzten Zustand entlüften zu können. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die Luftdurchlässigkeit der zum Körper hin gelegenen Platte bzw. Füllung ihrerseits so gross ist, dass eine ausreichende Aus lüftung aller Platten und -der Zwischenräume zwi schen ihnen auf dem Wege über die innenliegenden Füllungen möglich ist. Werden jedoch lösbare Ver bindungen benutzt, so werden sie zweckmässig in Form von Reissverschlüssen, Druckknopfnähten oder dergleichen ausgeführt.
Zweckmässig verlaufen die Steppnähte der Plat ten einer Sackwandung im Verhältnis versetzt zuein ander, so dass keine Kühlstellen entstehen. Das kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die Steppnähte verschiedene Musterungen aufweisen oder dass die Grösse der abgesteppten Flächen in den Füllungen wechselt.
Jedenfalls ist es unzweckmässig, die Steppnähte sich deckend verlaufen zu lassen, da es ein besonderer Vorteil des Aufbaues der Sack wandung eines Ausführungsbeispieles der Erfindung ist, dass durch nichtübereinstimmenden Verlauf der Steppnähte das Auftreten von Kühlstellen völlig ver mieden werden kann.
Als Werkstoff für die stark hygroskopische Fül lung kann ein Wollvlies benutzt werden, ohne dass andere Werkstoffe ausscheiden. Als Werkstoff für Füllungen geringerer Hygroskopizität eignen sich Chemiefasern oder Mischungen, die Chemiefasern als Mischungsbestandteil enthalten. In beiden Fällen sind weitere natürliche und tierische Faserstoffe, insbesondere in Form von Mischungsanteilen, nicht ausgeschlossen. .
Als Ober- und Unterstoffe kommen alle bekann ten Stoffe in Betracht. Als Unterstoffe wird man je doch hauptsächlich Leicht- oder Gittergewebe, Win delmull, Gewirke, Gestricke oder ähnliche benutzen, um die Luftdurchlässigkeit zu fördern.
Die Zeichnung gibt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wieder.
Fig. 1 gibt eine Draufsicht auf den Schlafsack bei etwas zurückgeschlagener, oberer Schlafsackwan- dung wieder.
Fig. 2 gibt die Ansicht auf ein aus der oberen Platte der oberen Schlafsackwandung herausgeschnit tenes Feld zwischen angrenzenden Steppnähten wie der, so dass die untere, dem Körper zugewandte Platte sichtbar wird. Fig. 3 gibt einen senkrechten Längsschnitt durch eine Schlafsackwandung wieder.
Wie Fig. 2 erkennen lässt, besteht jede der beiden Schlafsackwandungen 1, 2, die in Fig. 1 sichtbar sind, aus je einem Oberstoff 21, einer Füllung 22 und einem Unterstoff 23, beziehungsweise aus einem Oberstoff 24, der in Fig. 2 nicht sichtbaren, unter dem Oberstoff 24 liegenden Füllung 25 und dem Unterstoff 26, der in Fig. 1 wieder sichtbar ist. In entsprechender Weise kann die Schlafsackwandung 1 aus zwei oder mehr Platten gleichartigen Aufbaues bestehen.
Die in Fig. 2 nicht sichtbare Füllung 25, die dem Körper näher ist als die Füllung 22, be steht aus einem hygroskopischen Werkstoff, bei spielsweise aus einem Schafwollvlies. Dagegen besteht die Füllung 22 aus Faserstoffen, die weniger hygro skopisch sind, also beispielsweise aus Chemiefasern oder Chemiefasern enthaltenden Mischungen.
Als Unterstoff 26 kommen hauptsächlich Gittergewebe, Windelmull, Gewirke, Gestricke oder ähnliche Stoffe in Betracht, an die sich die Füllung 25 ansteppen lässt. Allgemein geeignet sind Trikotstoffe, Rund stuhlware, Interlock, Kettrikot und Gewebe schlecht hin. Sämtliche Figuren lassen dabei die Steppnähte erkennen, mittels derer die Füllungen an ihrem Platz gehalten werden.
So ist beispielsweise die Fül lung 22 zwischen nach Art von grossen Karos ange ordneten Steppnähten 27 gehalten, während die Fül lung 25 zwischen rhombenartig angeordneten Stepp nähten 28 kleineren Abstandes gehalten ist. Fig. 3 lässt erkennen, dass sich dadurch zwischen den beiden Platten 21, 22, 23, 27 und 24, 25, 26, 28 eine Luftschicht 29 auszubilden vermag, die über die gesamte Schlafsackwandung reicht und über deren gesamte Fläche durchgeht, so dass eine starke Wärme isolation insgesamt erreicht wird.
Dabei vermag aber die Platte 24, 25, 26, 28 infolge der stark hygroskopischen Faserstoffe, aus denen die Füllung 25 besteht, die Hautausdünstungen und Schweiss absonderungen des Schläfers aufzunehmen, so dass dieser ein warmes, molliges Gefühl bei der Unter bringung im Schlafsack verspürt; anderseits hält die weniger hygroskopische Füllung 22 der Aussenplatte 21, 22, 23, 27 die Aussenfeuchtigkeit ab, gleich gültig, ob diese aus Boden- oder Luftfeuchtigkeit oder aus beiden besteht. In dem gleichen Sinne wirkt sich der Luftzwischenraum 29 aus. In üblicher Weise kann ein Reissverschluss 3 angeordnet sein, um die beiden Schlafsackwandungen 1, 2 mitein ander zu verbinden.
Ein Reissverschluss dieser Art könnte auch anstelle der Naht 30 vorgesehen sein, die zur, Verbindung der beiden Platten 21, 22, 23, 27 und 24, 25, 26, 28 an ihrem Rand dient, wenn der Zwischenraum 29 ab und zu freigelegt werden soll, um ihn möglichst weitgehend entlüften zu können.
Die angegebene Anordnung und Ausbildung der Steppnähte mit grösseren Karos und klei neren Rautenformen führt dazu, dass die Steppnähte einer Platte disgruent verlaufen, so dass keine Kühl- stellen entstehen, die sich auf den Schläfer nach teilig auswirken könnten.