Blendschutzvorrichtung an Motorfahrzeugen Die Erfindung betrifft eine Blendschutzvorrich tung an Motorfahrzeugen, die dadurch gekennzeich net ist, dass sie ein Blendschutzorgan aus in einem Rahmen mittels Drehzapfen drehbar gelagerten Blendsehutzscheben aus transparentem, gefärbtem, lichtreflexfreiem Material aufweist, deren eine Dreh zapfen mit einem unter Federwirkung stehenden Ver- stellglied in Arbeitsverbindung stehen,
welches Ver- stellglied an ein Betätigungsorgan angeschlossen ist zwecks Verbringung der Blendschutzscheibe.n aus der unwirksamen Stellung in die Abblendstellung, in wel cher das Verstellglied mittels eines Sperrgliedes fest stellbar ist und das nacherfolgter Freigabe durch das Sperrglied die Rückdrehung der Blendschutzscheiben unter der Federwirkung auf das Verstellglied in die unwirksame Stellung .ermöglicht.
In der Zeichnung .sind ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes und Detailvarianten dar gestellt.
Fig. 1 zeigt im Schaubild die im Innern eines Mo torfahrzeuges hinter dessen Windschutzscheibe mon tierte Vorrichtung in einer Stellung, in welcher das Blendschutzorgan sich in einer unwirksamen Stellung befindet.
Die Fig. 2 und 3 zeigen das Blendschutzorgan in zwei verschiedenen Ausführungen bezüglich der An ordnung der Blendschutzscheiben, während die Fig. 4, 4a und 4b Einzelheiten der zur Betä tigung der die Drehung der Blendschutzscheiben be wirkenden Organe in drei verschiedenen Ansichten, zum Teil im Schnitt, und die Fig. 5, 5a und 5b die gleichen Einzelheiten wie die Fig. <I>4, 4a</I> und:<I>4b,</I> jedoch in einer anderen Stellung der Organe, zeigen.
Fig. 6 zeigt schematisch die Anordnung des Blendgchutzorganes in einem Motorfahrzeug in zwei verschiedenen Stellungen, von der Seite gesehen. Fig. 7 zeigt im Schaubild die Vorrichtung gemäss Fig. 1, jedoch nach einer Detailvariante bezüglich der Betätigung des Blendschutzorganes.
Fig. 8 zeigt einen Teil der Betätigungsvorrichtung zur Drehung der Blendschutzscheibeu im Schnitt und im grösseren Masstabe, und Fig. 9 eine Detailvariante zur Betätigungsvorrich tung, welche zur Drehung der Blendschutzscheibe dient.
Die Blendschutzvorrichtung gemäss Fig. 1 weist ein Blendschutzorgan auf, das aus zwei an sich .gleich grossen, drehbar in einem Rahmen gelagerten recht eckförmigen Blendschutzscheiben 1 und 2 gebildet ist. Die Blendschutzscheiben sind aus einem ebenen, transparenten Material, z.
B. aus: Glas oder Kunst- stoff, gebildet, das zur Erzielung einer ausreichenden Lichtabsorption gefärbt ist, wobei die letztere erfah- rungsgemäss etwa 60 % betragen kann. Das verwen dete Material ist ferner so beschaffen, dass es be züglich der Lichtbrechung vollständig neutral ist.
Aber auch der Rahmen 10, 10a, der aus Metall oder Kunststoff gebildet sein kann, ist, was seine Oberflä- chenbeschaffenheit anbetrifft, so ausgeführt, dass auf treffende Lichtstrahlen nicht reflektiert werden.
Die Blendschutzscheben 1 und 2 sind an ihren Schmalseiten in Profilstücke 3a (Fig. 5) aus Metall oder Kunststoff eingesetzt. Die Profilstücke 3a sind mit Zapfen 3 versehen, die, wie die Fig. 2 zeigt, in der Längsmittelebene der Scheiben liegen, so dass der Abstand d der Drehachse: von beiden Längsrändern gleich ist und der Abstand der Drehachsen der beiden Scheiben dem Betrag 2d entspricht.
Die Drehachsen der beiden Scheiben la und 2a können, wie die Fig. 3 zeigt, aber auch ausserhalb der Scheibenlängsmittelebenen liegen"so dass ein Abstand n jeder Drehachse von dem der Rahmenlängsseite nächstliegenden Scheibenrand vorhanden ist, während sich ein Abstand m der Drehachse von der Rahmen längsmittelebene ergibt, wobei m grösser gewählt ist als<I>n</I> und sich ein Abstand<I>2m</I> zwischen den beiden Drehachsen ergibt.
Diese Anordnung der Drehachsen ausserhalb der Längsrnittelebenen der beiden Schei ben hat zur Folge, dass, wenn sich die Scheiben in der unwirksamen Stellung analog der Fig. 1 befinden, ein grösseres freies Durchblicksfeld für den Fahr zeugführer vorhanden ist, als wenn die Drehachsen sich in dzn Längsmittelebenen der Scheiben befinden, obwohl in. beiden Fällen die Breite der Scheiben die selbe ist.
Die Ausführungsform nach Fig. 3 kommt dann bevorzugt zur Anwendung, wenn der Rahmen in der Stellung nach Fig. 1 auch beim Fahren bei in der unwirksamen Stellung befindlichen Scheiben ver bleiben soll, der Rahmen also nicht aus dem Ge sichtsfeld des Fahrzeugführers heraus geschwenkt wird, wie nachstehend noch erwähnt ist.
Der Rahmen besitzt an seiner einen Schmalseite einen Rahmenteil 10a, der im Querschnitt U-förmig ausgebildet ist und in dem die zur Drehung der Scheiben um ihre Drehachsen bestimmten Organe untergebracht sind. Gemäss Fig. <I>4, 4a, 4b</I> und Fig. 5, <I>5a, 5b</I> ist als Verstellmittel im Rahmenteil 10a eine Schiene 5 angeordnet, die längsverschiebbar und über einen aasgelenkten Hebel 4 mit den Drehzapfen 3 ver bunden ist.
Mit der Schiene 5 ist ferner das eine Ende einer Spiralfeder 6 verbunden, deren anderes Ende an den Rahmenteil 10a angeschlossen. ist, so dass bei einer Verschiebung der Schiene in der einen Rich tung die Feder gespannt, bei Verschiebung in der entgegengesetzten Richtung hingegen entspannt wird. Vorgesehen ist ferner innerhalb des Rahmenteils 10a eine Sperrklinke 15 (Fig. 9), die von Hand zu betä tigen ist und eine Entspannung der Feder 6 verhin dert, indem sie durch Drehung in einen in der Schiene 5 angeordneten Schlitz eingeschwenkt werden kann.
Die Anordnung der Feder 6 am Rahmenteil 10a und an der Schiene 5, die auch durch eine Stange ersetzt sein kann, ist so .gewählt, dass bei Drehung der Blendschutzscheiben 1 und 2 in eine gemeinsame Ebene, d. h. in die Abblend- oder Wirkungsstellung, die Feder gespannt wird, während bei Freigabe der Schiene die sich entspannende Feder die Drehung der Scheiben in die unwirksame Stellung, in welcher sie parallel zueinander liegen, selbsttätig bewirkt.
Zur Verbringung der Blendschutzscheiben aus der unwirksamen Stellung gemäss Fig. 1 in die Abblend- stellung für den Fahrzeugführer ist am Boden des Motorfahrzeuges, ein Pedal 21 vorgesehen, das über ein flexibles Kabel 21a und gelenkige Zwischenglie der mit der Schiene 5 verbunden ist.
Wie Fig. 8 zeigt, sind als Verbindungsglieder zwischen der Schiene 5 und dem flexiblen Kabel 21a zwei eine Kupplung bildende Kupplungsstücke 7 und 8 vorgesehen, die über Klauen 11 und 12 miteinander in Arbeitsver bindung stehen. Die beiden Kupplungsstücke 7 und 8 sind verschiebbar in einem Rohrstück 9 unterge bracht, das ein Auseinanderfallen der Kupplungs stücke verhindert und einerends ein Aussengewinde aufweist, welches in ein im einen Ende des Rahmen teils 10a befindliches Innengewinde eingeschraubt ist.
Das andere Ende des Rohrstückes 9 ist mittels einer Schraube 14 mit dem flexiblen Mantel 13 des Kabels <I>21a</I> verbunden. Das Rohrstück 9 kann durch Dre hung um seine Achse vom Rahmenteil 10a getrennt und nach unten weggezogen werden, wenn es sich darum handelt, die beiden Kupplungsstücke 7 und 8 voneinander zwecks Freigabe des Blendschutzorganes zu trennen, damit das letztere, falls erwünscht, aus dem Blickfeld des Fahrzeugführers heraus ver- schwenkt bzw. in Richtung auf das Fahrzeugdach umgeklappt werden kann.
Wie Fig. 1 zeigt, ist der Rahmen 10 parallel zur Windschutzscheibe des Fahr zeuges angeordnet und sein oberer Längsteil mittels Scharniergelenke 24 an der Karosserie des Fahr zeuges befestigt. Ein weiteres Klemmorgan ist mit dem unteren Rahmenlängsteil lösbar verbunden und beispielsweise mittels eines saugnapfförmigen Haft- organes 23 an der Windschutzscheibe des Fahrzeuges befestigt.
Dieses Klemmorgan weist eine schwenkbare Schraube auf, die bei heruntergeklapptem Rahmen in einem Schlitz eines am Rahmen befestigten Halte gliedes liegt und nach Lösen der Mutter zur Freigabe des Blendschutzorganes verschwenkt werden kann, worauf sich das Blendschutzorgan aus der ausgezo genen Stellung nach Fig. 6 in die gestrichelt gezeich nete Lage verschwenken lässt.
Bei heruntergeklapptem Blendschutzorgan und nach erfolgter Herstellung der Verbindung der Schiene 5 über das flexible Kabel 21a mit dem Pedal 21 braucht der Fahrzeugführer nur das letztere mit dem Fuss zu betätigen, um die Blendschutzscheiben aus ihrer Parallelstellung heraus in die Abblendestel- lung zu verschwenken, in welcher sie durch Betäti gung der Sperrklinke 15 festgestellt werden. Wird die Sperrklinke aus ihrer Sperrstellung zurück in die un wirksame Lage gedreht, bewirkt die gespannte Feder 6 das Zurückdrehen der Blendschutzscheiben in ihre unwirksame Stellung.
Die mechanische Betätigungsvorrichtung für die Blendschutzscheiben kann auch ein flexibles Kabel 25 (Fig. 7) aufweisen, dass in das obere Ende des Rahmenteils 10a eingeführt und mit der Schiene 5 verbunden ist. Ein Lösen des Kabels von der Schiene ist in diesem Falle nicht erforderlich, wenn der Rah men in Richtung auf das Dach heraufgeklappt wer den soll.
Die Verbindung der Schiene mit den beiden Drehzapfen der Scheiben ist im Falle der Anordnung nach Fig. 7 so ausgeführt, dass die Drehung der Scheiben aus ihren wirksamen in die unwirksamen Stellungen anlässlich der Aufwärtsbewegung der Schiene 5 erfolgt und die Feder 6 im Sinne einer Ab wärtsbewegung der Schiene wirksam ist.
Es kann auch an Stelle der mechanischen Kraft übertragung vom Pedal auf die Schiene 5 eine elek trische Steuerung für die letztere vorgesehen sein, wie Fig. 9 schematisch zeigt. Die Schiene 5 ist mit dem Anker 16 eines Solenoides verbunden, dessen Spule 17 einerends an Masse gelegt und andernends über einen Ein- und Ausschalter 19 sowie eine Sicherung 20 an die Fahrzeugbatterie 18 oder an eine andere Stromquelle angeschlossen. ist.
Vorgesehen ist ausser dem eine Stellschraube 26 am Rahmenteil 10a zur Begrenzung der Aufwärtsbewegung des Solenoid- ankers 16 mit der Schiene 5, wenn die Solenoidspule 17 erregt wird. Die Stellschraube 26 wird so ein gestellt, dass, wenn der Solenoidanker an ihr .anliegt, die Blendschutzscheiben sich in einer Ebene befinden.
Der Schalter 19 hat vorzugsweise die Form einer Drucktaste, die am Armaturenbrett des Fahrzeuges angeordnet ist, aber auch zur Betätigung mittels eines Fusses angeordnet sein kann, so dass eine kurze Be tätigung dieses Schalters .genügt, um die Drehung der Blendschutzstellung in die Wirkungstellung zu bewir ken.
Da dieser Schalter nach dem Loslassen sofort wieder in die Stromunterbrechungsstellung geht und die von Hand zu betätigende Sperrklinke 15 das Ver bleiben der Blendschutzscheiben in der Wirkungs- stellung besorgt, ist eine Dauerbelastung der Fahr zeugbatterie ausgeschlossen.
Sowohl bei mechanischer als auch bei elektrischer Betätigung der mit den Scheiben in Arbeitsverbin dung stehenden Schiene 5 kann auch ein bekanntes Sperrmittel vorgesehen isein, das selbsttätig wirksam wird und die Schiene 5 in der Wirkungsstellung der Blendschutzscheiben feststellt, welches. Sperrmittel 1.diglich von Hand in die Freigabestellung zu be wegen ist,
wenn die Blendschutzscheiben unter der Wirkung der gespannten Feder in die unwirksame Lage zurückdrehen sollen.