Nadelwebstuhl Die Erfindung betrifft eine Weiterbildung des Nadelwebstuhls gemäss dem Patentanspruch des Hauptpatentes Nr. 371063.
Zum Verständnis der Erfindung sei bemerkt, dass bei bekannten Webstühlen der vorliegenden Art eine Wirknadel (Zungennadel) an einer Seite des Faches vorgesehen und der Einschlag oder Schuss in das Fach durch eine Schussnadel eingeführt wird, die in das Fach von einer Seite eintritt und einen Schussfaden trägt, der mit der Wirknadel so zusammenwirkt, dass eine gewirkte Kante an einem Rande des Gewebes durch den in das Fach eingetragenen Schussfaden gebildet wird, wobei die Schussnadel und die Wirk nadel miteinander in Berührung kommen und die Wirknadel bei jedem Hub der Schussnadel gespannt oder gebogen wird, wodurch die Wirknadel leicht abbricht und es dementsprechend häufig notwendig ist, diese auszuwechseln und zwar vornehmlich dann, wenn der Webstuhl mit einer relativ hohen Geschwin digkeit arbeitet.
Um eine gegenseitige Berührung der Schuss- und Wirknadel zu vermeiden, besitzt die Schussnadel des im Hauptpatent beschriebenen Webstuhls ein gega- beltes Ende, welches ein Paar parallel zueinander ver laufende Schenkel aufweist, von denen der eine eine Fadenöffnung hat und der andere in ein paar Finger gegabelt ist, wobei der Faden durch die Öffnung und zwischen besagten Fingern gespannt ist und die Schenkel die Wirknadel während ihrem Arbeitsgang reiterartig übergreifen, so dass nur das zwischen den Schenkeln verspannte Fadenstück mit der Wirknadel in Berührung kommt und Verschleiss und Bruch der Wirknadel weitgehend vermieden sind.
Wo jedoch Garne mit hervorstehenden Fäden ge wirkt werden, können bei der Fachbildung benach barte Kettgarne zusammenstossen und im Fach ver bleiben, so dass die gegabelte Nadel solche benach- barte Garne aufspiessen kann und die Spannung des Schussfadens erhöht, so dass dieser nicht von der Wirknadel erfasst wird, was einen im Gewebe erschei nenden Fehler zur Folge hat.
Der Webstuhl nach vorliegender Erfindung ist ausgerüstet mit einer an der einen Seite des Faches verschieb- und drehbar gelagerten Schussnadel, einer Zungennadel auf der anderen Seite des Faches, Mittel zum Schwingen der Schussnadel um ihren Drehpunkt, sodass das Ende der Schussnadel von einer Ausgangs stellung aus hinten in das offene Fach eintritt und durch dasselbe hindurch zum vordern Ende des Faches vorbewegt und dann auf einer sich entlang dem am vordern Ende des Faches gebildeten Fadenverband erstreckenden Bahn zurückbewegt wird und schliess- lich an der Seite des Faches entlang, an welcher die Schussnadel gelagert ist, wieder in die genannte Aus gangsstellung zurückbewegt wird,
wobei die beschrie bene Bewegungsbahn derart gewählt ist, dass das von der Schussnadel getragene, mehr oder weniger verti kal verlaufende gespannte Fadenstück durch das Hakenende der Zungennadel erfasst wird, und die Zungennadel zwecks Bildung einer Gewebe-Maschen- kante vor- und zurückziehbar gelagert ist.
Der Webstuhl nach der Erfindung ist gekennzeich net durch ein von der Schussnadel getragenes Druck glied, um unerwünscht im Fach befindliche Kettfäden in eine Lage zu drücken, in der sie das zwischen den Endschenkeln der Schussnadel verspannte Stück des Schussfadens nicht so beeinflussen, dass es vom Hakenende der Zungennadel nicht erfasst werden kann.
Die beigefügten Zeichnungen zeigen ein Ausfüh rungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes.
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Teiles des Web stuhles, Fig. 2, 3 und 4 zugehörige Draufsichten bei ver schiedenen Arbeitsstellungen der Schussnadel, Fig. 5 und 6 Draufsichten auf vergrösserte Teile der Schussnadel im Zusammenwirken mit der Wirk nadel, Fig. 7 eine ähnliche Ansicht wie Fig. 5 der Wirk nadel, nachdem eine Schleife gebildet wurde, Fig. 8 eine perspektivische Einzelansicht der Schussnadel im Zusammenwirken mit der Wirknadel,
Fig. 9 eine perspektivische Teilansicht der Söhuss- nadelanordnung mit Fadenabsenker, Fig. 10 einen Schnitt entlang der Linie 10-10 der Fig. 8 zur Veranschaulichung der Arbeitsweise des Druckgliedes, und Fig. <B>11</B> eine perspektivische Ansicht des Stirnendes der Schussnadel.
Der Stuhl zum Webeis schmaler Streifen (Bänder) gemäss den Fig. 1-11 ist lediglich so weit dargestellt und beschrieben, als zum klaren Verständnis der Erfin dung notwendig ist. So enthält der Webstuhl nicht dargestellte Abzugwalzen, die das fertiggestellte Ge webe 12 abziehen, welches durch die von geeigneten, nicht dargestellten Kettbäumen ablaufenden Kett- fäden 13 gebildet ist, die durch die Augen der Litzen von gebräuchlichen, das Fach 15 bildenden Schäften 14 geführt sind.
Seitlich des Gewebes ist auf einem sich senkrecht erstreckenden Lagerzapfen 17 eine Scheibe 16 drehbar gelagert, die in einer geeigneten Weise so angetrieben wird, dass sie sich, von oben gesehen, im Uhrzeiger sinne dreht. Auf der Scheibe 16 ist, deren Umfang benachbart, ein Bolzen 18 drehbar gelagert, dessen oberes Ende 19 eine Querbohrung aufweist.
In der Querbohrung ist das eine Ende der Schuss- nadel 22 angeordnet und hier durch Schrauben 21 befestigt. In einer Querbohrung des oberen Teiles 23 eines senkrechten Sockels oder Zapfens 24, der auf der gleichen Seite des Gewebes 12 wie der Lager zapfen 17 angeordnet und drehbar im Bett 20 gelagert st, wird die Schussnadel 22 verschiebbar geführt.
Mit der Schussnadel 22 wirkt eine Wirknadel 28 zusammen, die sich parallel zur benachbarten Kante des Gewebes erstreckt und an dessen der Scheibe 16 gegenüberliegenden Seite angeordnet ist. Die Nadel 28, welche von einem hin- und hergehenden Gleitstück 29 (Fig. 3 und 4) getragen wird, ist in üblicher Weise ausgebildet und weist an einem Ende einen Haken 31 und diesem benachbart eine verschwenkbare Zunge 32 auf.
Wie in Fig. 6 dargestellt, erstreckt sich parallel zu dem an der einen Kante des Gewebes 12 angeordneten Keafaden ein steifer Draht 34, der als Führung dient. Des weiteren ist ein Riet 35 vorgesehen, durch wel ches der in das offene Fach eingetragene Schuss in bekannter Weise gegen den schon gebildeten Faden verband geschlagen wird.
Die Schussnadel 22 hat, wie in Fig. 8, 9 und 11 gezeigt, ein gegabeltes Ende, durch welches ein Paar parallel zueinanderverlaufende Schenkel 36 und 37 gebildet wird, wobei das Ende des oberen Schenkels 36 eine Fadenöffnung oder ein Auge 38 besitzt.
Der untere Schenkel 37 ist an seinem Ende ebenfalls gegabelt in einen kurzen Finger 41 und in einen langen Finger 42, der in Form einer Öse gebogen ist, deren Ende an das Ende des Schenkels 36 angeschlossen ist; der Finger 42 ist auswärts weg von dem Finger 41 um etwa 45 gebogen, wobei der Winkel von der verlängerten, zuge ordneten Seite der Nadel und von der Verlängerung des Fingers 41 gebildet ist: Der Bogen 42' des Fingers 42 bildet ein Druckglied, wobei die zwischen den Fingern 41, 42 liegende Lücke 43 der Öffnung 38 gegenüber angeordnet ist.
Das Ende des Zapfens 24 trägt einen Fadenabsen ker 45, der sich quer zum Zapfen erstreckt und im Bereiche der Nadel 22 angeordnet ist. Der Faden ablenker weist ein Teil 46 auf, welches sich im wesent lichen parallel zur Nadel 22 etwas oberhalb derselben erstreckt und mit dem Finger 41 des gegabelten Schen kels 36 zusammenwirkt. Das äussere Ende des parallel verlaufenden Teiles des Fadenabsenkers 45 ist bei 47 nach unten und zur Seite hin abgebogen und letzterer verläuft dann mit einem Teil 48 unterhalb der Nadel, diese kreuzend, von deren einer Seite zur anderen.
Wie im einzelnen durch die Zeichnung dargestellt, weist der Fadenabsenker U-Form mit gebogenen Drahtschenkeln auf, deren Enden im oberen Teil 23 des Zapfens 24 befestigt sind.
Ein Fadenführer 51 weist einen waagerecht abge winkelten Schenkel 52, an dessen Ende sich eine Öffnung 53 befindet, durch die sich der von einer geeigneten nicht dargestellten Spule kommende Schussfaden F erstreckt.
Während der Webstuhl arbeitet, wird durch die Bewegung der Nadel 22 der einzutragende Schuss- faden in das offene Fach eingeführt.
In Fig. 8 ist dargestellt, in welcher Weise sich ein Teil des durch die Öffnung 38 des Schenkels 36 der Nadel 22 laufenden Fadens F zwischen den beiden Schenkeln 36 und 37 spannt, indem er von der durch die Finger 41, 42 gebildeten Lücke 43 aufgenommen wird. Wenn die Scheibe 16 aus der in Fig. 2 dargestell ten Lage im Uhrzeigersinn gedreht wird, folgt die am Ende der Nadel 22 angeordnete Öffnung 38 der durch die Pfeile dargestellten Bahn; d.h. das Ende der Nadel bewegt sich in einer Richtung entgegen dem Uhrzei gers auf das Hakenende 31 der Wirknadel 28 zu und wird anschliessend wieder zurückgezogen.
Wenn die Schenkel 36, 37 beim Zurückziehen der Schussnadel 22 das Hakenende 31 der Wirknadel reiterähnlich übergreifend passieren (siehe Fig. 5 und 8), wird das zwischen den Schenkeln 36, 37 der Schuss- nadel gespannte Stück des Fadens im Bereich zwischen dem Hakenende 31 und der geöffneten Zunge 32 von dem Ende der Wirknadel 28 erfasst.
Durch die Bewegung des Gleitstückes 29 wird anschliessend die Nadel 28 aus der in Fig. 6 gezeigten, in die in Fig. 7 gezeigte Stellung bewegt, so dass die vorher gebildete Schlinge A, nachdem sie die Zunge 32 gegen den Haken 31 bewegt hat, von dem Haken 31 in die in Fig. 7 gezeigte Lage abgeleitet. Durch die Schlinge A wird also die offene Zunge 32 geschlossen, so dass die Schlinge über den im Haken 31 liegenden Teil des Fadens gleitet, durch welchen Teil eine neue Schlinge gebildet wird.
Wenn die Scheibe 16 weiter im Uhrzeigersinne bis in die in Fig. 3 dargestellte Lage gedreht ist, wird die Schussnadel 22 vollständig aus dem Fach heraus gezogen und in der gleichen Zeit treten die Schäfte 14 in Tätigkeit, um in der üblichen Art ein neues Fach zu bilden, wobei nunmehr das Riet 35 vorwärts durch das Fach bewegt wird, um den Schuss, wie in Fig. 3 und 7 gezeigt ist, fest anzudrücken.
In der in Fig. 3 dargestellten Lage der Scheibe 16 erstreckt sich der Faden von dem Fadenführer 51 durch die Öffnung 38 des oberen Schenkels 36 der Schussnadel 22 über das äussere Ende 47 (Fig. 9) des Fadenablenkers 45 zum Punkt C des Gewebes 12. Das äussere Ende der Nadel 22 ist hierbei soweit zurück gezogen, dass es von dem Fadenablenker 45 nach aussen hin überragt wird.
Bei der weiteren Drehung der Scheibe 16 aus der in Fig. 3 dargestellten Lage beginnt die Nadel mit einem neuen Bewegungszyklus, und wenn sich der Teil des Fadens, der sich von der Nadel bis zum unterhalb derselben liegenden Teil des Fadenablen- kers erstreckt, in der durch die unteren Finger 41, 42 gebildeten Lücke 43 des Schenkels 37 befindet (siehe Fig. 9), wird der Faden durch den Finger 41 aufgenom men, so dass bei der weiteren Bewegung der Nadel infolge Drehung der Scheibe 16 hierdurch in gewünsch ter Weise der Faden zwischen dem oberen und unteren Schenkel 36, 37 für das nächste Zusammenarbeiten mit der Wirknadel 28 gespannt ist.
Wenn die Schussnadel 22 ihre Eintragbewegung wieder beginnt, wird das Riet 35, wie in Fig. 4 gezeigt, zurückgezogen, so dass sich die Schussnadel frei durch das geöffnete Fach 15 bewegen kann.
Wenn sich die Schussnadel 22 von neuem durch das Fach auf das Hakenende 31 der Nadel 28 zu be wegt, wird letztere wiederum die vorherbeschriebene Bewegung ausführen.
Hierbei wird sich die Nadel 28 durch die vorher gebildete und im Haken 31 befindliche Schlinge B bewegen, wodurch sich die Zunge 32 öffnet (siehe Fig. 5), und während sich die Nadel 28 weiter bewegt, wird die Schlinge B über die Zunge 32 rutschen, so dass das Hakenende 31 der Nadel 28 für die Aufnahme des gespannten, von der Schussnadel getragenen Fa denabschnittes freiliegt. Hiernach wiederholt sich der Bewegungsablauf.
Durch das Gegeneinanderbewegen der Schäfte 14 bei jedem Bewegungsablauf wird das Gewebe in der üblichen Weise hergestellt, wobei das Zusammen arbeiten der Schussnadel 22 und der Wirknadel 28 eine gewirkte Kante an dem einen Rand des Gewebes und, wie in Fig. 7 gezeigt, eine Schlinge an der gegen überliegenden Kante erzeugt, indem diese Kante durch einen Draht 34 gehalten ist, wenn der Schuss- faden F den benachbarten Kettfaden 13 umschlingt.
Die Bewegung von Schussnadel, Wirknadel, Riet und Schäften sind jeweils in geeigneter Weise aufein ander abgestimmt, um Störungen zu vermeiden. Daher tritt die Schussnadel von rückwärts kommend in das Fach 15 ein und bewegt sich hierin vorwärts und an dessen vorderem Ende nach aussen, wobei die Wirk nadel 28 sich vorwärtsbewegt, um mit dem von der Schussnadel 22 getragenen und gespannten Faden zusammenzuarbeiten, wenn die Schussnadel 22 sich durch das Fach bewegt hat und im Begriff steht, aus diesem heraus sich nach aussen zu bewegen.
Die beschriebene Bewegung ist normal, wenn das Fach vollständig frei von allen Kettfäden ist. Wenn jedoch Garne oder Fäden mit hervorstehenden Teilen verwendet werden, können benachbarte Kettfäden W, wie Fig. 1 und in gebrochenen Linien Fig. 2 zeigt, auftreten, die sich im Fach 15 in den Weg der Bewe gung der Schussnadel 22 erstrecken.
Im solchen Falle geschieht folgendes: Wenn die Schussnadel 22 durch das Fach geht und die Fäden W sich nach dem Spalt zwischen den Schen keln 36, 37 richten, wird das Druckglied oder der Finger 42 die Fäden W erfassen und solche Fäden bei weiterer Bewegung der Nadel 22 niederdrücken, so dass sie sich über dem Finger 41 und unter dem langen Finger 42, wie in Fig. 8 und 10 gezeigt, erstrecken und unter Spannung gehalten werden; dabei erstrecken sie sich in einer Ebene, die im rechten Winkel auf der Basis der Spannung des zwischen den Schenkeln 36 und 37 gespannten Fadens F steht, so dass der ge spannte Teil nicht abgelenkt wird.
Wenn die Fäden W in einer Ebene jeder des rück wärts gebogenen Endes 42' des Druckgliedes 42 lie gen, so wird dieses solche Fäden ablenken oder abwärts aus dem Spalt zwischen den parallelen Schenkeln 36, 37 drücken.
Auf die Weise wird keine Störung durch die Fäden W mit dem zwischen den Schenkeln 36 und 37 gespannten Fadenteil auftreten, so dass dieser ge spannte Fadenteil durch das Hakenende der Nadel 28 aufgenommen und die Masche in der beschriebenen Weise gebildet werden kann.
Wenn die Schussnadel in ihre zurückgezogene Lage zurückgekehrt ist und die ursprüngliche Lage der Fäden W passiert, werden sie, weil diese unter Span nung stehen, in ihre ursprüngliche, durch gebrochene Linien in Fig. 2 gezeigte Lage zurückkehren.
Bei der oben beschriebenen Konstruktion ist ersichtlich, dass die Schussnadel 22 niemals die Wirk nadel 28 erfasst, sondern nur der durch die Schuss- nadel 22 getragene, gespannte Fadenteil. Ein Ergebnis hiervon ist, dass keine durch entsprechendes Abbiegen der Wirknadel hervorgerufene unzulässige Spannung erfolgt und der Webstuhl mit hoher Geschwindigkeit arbeiten kann, ohne dass hierbei ein häufiges Abstop pen infolge eines Brechens der Wirknadel erforderlich ist.
Wäre die Druckwirkung durch den Finger 42 nicht vorgesehen, so würden die Fäden W den gespannten Faden F zurück zur Wurzel der Finger drücken, so dass das Hakenende der Nadel nicht mit dem gespann ten Faden zusammenwirken könnte mit dem Ergeb nis, dass der Faden von der Zungennadel nicht erfasst wird, was Fehler im Gewebe bewirkt. Die erläuterte Konstruktion verhindert solche Fehler.