Abgabebehälter für eine Flüssigkeit Gegenstand der Erfindung ist ein Abgabebehälter für die Abgabe einer Flüssigkeit, der insbesondere bestimmt ist, wässrige und alkoholische Rasierlösun gen auf die Haut zu applizieren, welcher jedoch selbst verständlich verwendet werden kann, um eine andere Fläche mit anders gearteten Flüssigkeiten zu benetzen.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in der Zeichnung schematisch dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 das mit der Verschlusskappe versehene Ende des Abgabebehälters mit teilweisem Schnitt, Fig. 2 auseinandergezogen die verschiedenen Teile der Dichtung, Fig. 3 eine Draufsicht auf die Dichtung, Fig. 4 einen Axialschnitt durch die Dichtung,
Fig. 5 die Draufsicht einer modifizierten Dichtung und Fig. 6 einen Axialschnitt gemäss der Linie VI-VI der Fig. 5.
Der gewöhnlich aus Glas oder Plastik bestehende Behälter 11 weist einen Stutzen 13 auf, dessen Innen wandung 15 die Einfüllöffnung 17 umgibt. Der Stut zen 13 ist mit einem Aussengewinde 19 versehen, das ermöglicht, den Behälter mittels einer geeigneten, mit einem Innengewinde versehenen Verschlusskappe zu verschliessen. Im Bereiche der Stirnfläche 20 weist der Stutzen 13 einen Wulst 21 auf, zufolge dessen die Einfüllöffnung 17 an dieser Stelle verengt ist.
Mit 21 ist eine Kappe aus einem elastisch nach giebigen Plastikmaterial, beispielsweise Polyäthylen, bezeichnet, die einen Flansch 25 aufweist sowie eine Sicht vom Flansch 25 ausgehend nach aussen erwei ternde Mantelfläche 27, die dann in einen Bodenteil 29 übergeht, welcher seinerseits mit einer Öffnung 31 versehen ist, um das Eindringen der Flüssigkeit aus dem Behälter 11 in die Kappe 23 zu gestatten. Innerhalb der Kappe 23 befindet sich ein federnd nachgiebiger Plastikschaumschwamm 35 mit offenen Zellen, beispielsweise aus Polyurethanschaum, wel cher in entspanntem Zustand unter Betriebsbedingun gen vorzugsweise grösser ist als der Inhalt der Kappe.
Oberhalb des Schwammes 35 befindet sich eine Deckhaut 37, die mit einer Anzahl Öffnungen 39 versehen ist, um das Durchsickern der Flüssigkeit zu gestatten. Vorzugsweise besteht diese Haut aus einem Gewebe von synthetischen, thermoplastischen Fäden, wie beispielsweise aus Polyäthylen, und sie weist die Form eines Korbes auf, derart, dass die Deckhaut in der Gebrauchslage den Schrauben von oben aber auch, wenigstens teilweise, von der Seite umgibt. Nachdem der Schwamm - wie dargestellt - mit der Deckhaut 37 überdeckt ist, wird derselbe in die Kappe 23 eingeführt. Da der Schwamm einerseits elastisch nachgiebig und anderseits von grösserem Volumen als die Kappe ist, liegt derselbe an der Wandung der Kappe satt an und kann nicht heraus fallen.
Die sich erweiternde Mantelfläche 27 der Kappe bildet im Bereiche des Flansches 25 einen Wulst 41, welcher im Zusammenhang mit dem Be streben des Schwammes, sich auszuweiten, denselben sowie die Deckhaut 37 sicher in der Kappe hält und das Herausfallen derselben bei der Benützung ver hindert.
Die aus der Kappe, dem Schwamm und der Deckhaut gebildete Einheit wird dann in die öff- nung 17 eingeführt. Da der Aussendurchmesser der Kappe 23 im Bereiche des Bodenteiles grösser ist als der Innendurchmesser des Wulstes 21 des Behälters, erleidet die Einheit beim Einsetzen in den Stutzen 13 eine vorübergehende Deformation, die sich jedoch dank der Elastizität der Kappe sofort zurückbildet. In dieser Weise entsteht eigentlich zwischen der Kappe und dem Behälter eine Schnappverbindung, wobei die Mantelfläche 27 der Kappe an der Innen wandung des Stutzens satt aufliegt.
Infolge des vom Schwamm 35 ausgeübten Druckes wölbt sich die Deckhaut 37 über den Flansch 25. Diese gewölbte Form kann freilich der Deckhaut 37 vorhergehend schon verleiht werden, wobei der Schwamm mithilft, die Wölbung aufrechtzuerhalten. Mit Rücksicht auf die Wirkung des zusammen gedrückten Schwammes ist es selbstverständlich klar, dass die Deckhaut 37 ohnehin eine gewölbte Form annimmt, was beim Benetzen verschiedener Flächen, insbesondere der Haut mit der Flüssigkeit ausser ordentlich günstig ist. Abgesehen von der Form der Deckhaut 37 ergibt die Elastizitä des Schwammes eine sehr nützliche, intime Berührung zwischen dem Schwamm und der Deckhaut, so dass der Schwamm eigentlich als ein Docht wirkt und die gesamte Fläche der Deckhaut stets feucht hält.
Im Gebrauch wird der Behälter zunächst um gekehrt, so dass die Flüssigkeit durch die Öffnung 31 fliessen kann, bis der Schwamm 35 vollständig ge tränkt ist. Dank der Berührung zwischen dem Schwamm und der Deckhaut 37 wird dabei die Deckhaut befeuchtet, was die Abgabe der Flüssig keit ermöglicht. Dies kann ohne weiteres in aufrech ter Lage des Behälters erfolgen, da der Schwamm einen Flüssigkeitsvorrat enthält, welcher bei der Be netzung einer Fläche durch Druck auf den Schwamm nach und nach an die Deckhaut 37 abgegeben wird.
Ausser Gebrauch wird der Behälter mit Hilfe einer mit Innengewinde 47 versehenen Verschlusskappe 45 flüssigkeitsdicht verschlossen, um Flüssigkeitsverluste durch Verdampfung, oder beim zufälligen Umwerfen des Behälters, wie auch während des Transportes, zu verhüten. Die Verschlusskappe 45 besitzt eine Aus- nehmung 51, deren Form der Wölbung der Deckhaut 37 angepasst ist. Darüber hinaus besitzt die Ver- schlusskappe einen Ringwulst 49, welcher am Flansch 25 aufliegt und diesen gegen die Stirnseite 20 des Stutzens 13 presst.
Dabei liegt der elastische Flansch 25 sowohl am-Ringwulst 49 wie auch an der Stirn seite 20 flüssigkeitsdicht auf, so dass der Behälter, un geachtet etwaiger Unregelmässigkeiten des Stutzens, flüssigkeitsdicht verschlossen wird. Dieses flüssigkeits dichte Verschliessen des Behälters verhindert jedoch nicht den Zugang der Flüssigkeit zum Schwamm, so dass dieser stets getränkt bleibt und der Behälter zur Verwendung bereit ist. Es versteht sich ferner, dass, wenn der Behälter lange genug umgekehrt gehalten wird, bis die Flüssigkeit die Kappe und den Schwamm füllt, das Aufrichten des Behälters kurz bevor der Benützung desselben die Abgabe der Flüssigkeit er leichtert. .
In der beschriebenen Form sind die erwähnten Elemente des Abgabebehälters in den Fig. 1 bis 4 dargestellt. Modifizierte Ausführungen liegen selbst verständlich innerhalb des Bereiches der Erfindung, wobei die nachfolgenden Erläuterungen auf einige solcher Möglichkeiten und ausserdem auf einige bei der Fabrikation eines solchen Behälters zu berück sichtigende Punkte hinweisen.
Zunächst ist es richtig, dass das Rohrmaterial mit Bezug auf die einzufüllende Flüssigkeit beständig ist. Es ist bekannt, dass Flüssigkeiten, die Lösemittel, beispielsweise niedrige Alkohole enthalten, den Pla- stifikator aus bestimmten synthetischen Plastikmate rialien und Schaum auslösen können, wodurch eine unerwünschte Aushärtung oder ein Schrumpfen auf treten kann, während die Lösemittel bei andern Ma terialien das Ausweichen und Aufschwellen verur sachen können. Polyurethanschwamm dagegen ist gegen die meisten Flüssigkeiten mit wässerigen oder alkoholischen Komponenten beständig.
Die Tendenz eines aus solchem Material bestehenden Schwammes zum Aufquellen unter der Wirkung von Alkoholen ist im vorliegenden Falle sehr günstig, da der Schwamm dabei nicht weicher wird, nicht anklebt und nicht nur seine Elastizität beibehält, sondern noch mehr gegen die Deckhaut angepresst wird. Obwohl für einen sol chen Schwamm mit offenen Zellen die Urethanplasti- ken der Polyester und Polyäthergruppe ein geeignetes Material bilden, können auch andere synthetische Materialien, beispielsweise Neopren regenerierte Zel lulose usw. für die Herstellung des Schwammes und für die Abgabe der Flüssigkeit geeignet sein.
Die Dichte des Plastikschwammes wird gewöhnlich nied rig sein, beispielsweise bei Polyurethan etwa 30 bis 125 g/1, doch dichtere Schwämme können ohne wei teres verwendet werden, vorausgesetzt, dass der Schwamm hinreichend elastisch ist.
Die Kappe besteht vorzugsweise aus einem po- leofinischen Plastik, beispielsweise aus Polyäthylen oder Polypropylen, doch eignen sich auch gewisse Vinyle oder andere Plastiken ebenfalls. Diese sollen elastisch genug sein, um sich dem Stutzen des Behäl ters anzupassen und dabei auf der Innenwandung des Stutzens mit genügender Kraft aufzuliegen, wobei der Flansch ebenfalls noch hinreichend elastisch sein muss, um sich eventuellen Unebenheiten des Stutzens anzupassen und eine einwandfreie Dichtung zu ge währleisten, wenn die Verschlusskappe auf den Stut zen aufgesetzt wird.
Es wurde gefunden, dass ein Polyäthylen mit der Härte von etwa 30-40 für die Herstellung der Kappe vorzüglich geeignet ist, da dieses Material hinsichtlich der Formtreue und der Elastizität befriedigt. Die Öffnung am Bodenteil der Kappe kann den jeweiligen Verhältnissen angepasst werden, um beim Durchfluss der Flüssigkeit aus dem Behälter in die Kappe das Optimum zu erreichen. Wenn es notwendig ist, können verschiedene kleine Öffnungen vorgesehen sein, um die Flüssigkeit etwa besser zu verteilen, doch wurde dies nicht als un bedingt notwendig gefunden.
Die Deckhaut für den Schwamm, also derjenige Teil, welcher mit der zu benützenden Fläche in un mittelbare Berührung gelangt, besteht vorteilhaft aus einem Gewebe aus einem einfachen, extrutierten Pla stikfaden. Dieses Gewebe soll elastisch genug sein, um unter der Wirkung des Schwammes eine sanfte Wölbung zu bilden und um sich der zu benetzenden Fläche anzupassen. Die Öffnungen in diesem Gewebe sind vorteilhaft so klein, dass der Schwamm nicht durch dieselben durchquellen und mit der zu behan delnden Fläche in Berührung kommen kann. Kleine Öffnungen im Zusammenhang mit einem Schwamm mit engen Durchlässen verhüten das Tropfen der Flüssigkeit, wenn der Behälter umgedreht ist, und gestatten eine gleichmässige Benetzung der betreffen den Fläche.
Anstelle eines Gewebes kann eine anders geartete durchlässige Deckhaut benützt werden, bei spielsweise eine solche, die eine Perforation, unter anderem in der Form regelmässig verteilter Löcher aufweist. Unabhängig davon, ob es sich um ein Ge webe oder um einen Film oder sonst um eine andere Ausführung handelt, soll die Deckhaut glatt genug sein, um an der zu behandelnden Fläche zu gleiten, ohne dieselbe zu kratzen oder zu reiben und ohne selber durch Unregelmässigkeiten der Fläche beschä digt zu werden. Eine Deckhaut aus Polyäthylen gleitet leicht an der Haut, selbst wenn eine bärtige Haut mit einem Rasierwasser benetzt werden muss.
Bei dieser Verwendung würde der Schwamm ohne die Deck haut zerrissen oder herausgerissen werden, was bald dazu führt, dass der Behälter unansehnlich wird und nicht mehr die gleichmässige reizungsfreie Benetzung der Haut gewährleisten kann.
Die Deckhaut kann aus einem thermoplastischen Material bestehen und dabei unter der Einwirkung von Wärme als Gewebe in die gewünschte Korbform verformt werden, oder es ist möglich, diese Form durch Giessen zu erreichen. In einer bevorzugten Ausführung gemäss den Fig. 5 und 6 ist die Deck haut 53 mit der Kappe, vorzugsweise mit der oberen Fläche des Flansches 25 thermoplastisch verbunden, was freilich erst nach dem Einsetzen des Schwammes in die Kappe erfolgt. Bei dieser Ausführung bildet die Kappe, der Schwamm und die Deckhaut eine unzer- legbare Einheit, die nicht durch unsorgfältige Bedie nung auseinanderfallen kann.
Beim Verbinden der Deckhaut und des Flansches 25 muss auf die Glatt- heit der oberen Fläche der Deckhaut im Bereiche des Flansches geachtet werden, damit das flüssigkeits dichte Verschliessen des Behälters nicht in Frage ge stellt wird.
Die Erfindung wurde anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen beschrieben. Es versteht sich, dass der Fachmann auf Grund der dabei gewonne nen Kenntnisse ohne weiteres in der Lage ist, Modi fikationen vorzunehmen oder Äquivalente zu benüt zen, womit freilich der Rahmen der Erfindung nicht gesprengt wird.