Wärmeaustauscher Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wärme- austauscher mit einer Wand aus gut wärmeleitendem Material, von welcher eine Oberfläche als Ver- dampfungsfläche dient und die andere Oberfläche ge rillt oder gewellt ist und als Kondensationsfläche dient.
Bei bestimmten Arten von Wärmeaustauschern der erwähnten Art gelangt der Dampf zu der Ober fläche einer wärmeleitenden Trennwand, wobei der Dampf die Trennwand durch die bei der Konden sation entstehende Wärme erwärmt. Durch diese Erwärmung der einen Oberfläche wird die der anderen Oberfläche zugeführte zu verdampfende Flüssigkeit erwärmt und verdampft, so dass die Wärme durch die Grenzwand hindurch zu dem an der Ausgangsseite der Trennwand entstehenden Dampf übertragen wird.
Dieser Dampf kann nun an der ersterwähnten Fläche der Trennwand, bei spielsweise eines Kompressionsdestillationsapparates, wieder kondensiert werden oder über eine Leitung zu einer getrennten Kondensationsfläche geschickt werden, beispielsweise an die Kondensationsfläche eines Diffusions- oder Molekular-Destillationsappa- rates.
Der Wirkungsgrad derartiger Geräte hängt von mehreren Faktoren ab, das heisst von dem Wärme übergang von dem Dampf zu der Eingangsseite der Trennwand, von dem Wärmedurchgang durch die Trennwand und von dem Wärmeübergang von der Trennwand zu dem Dampf an der Ausgangsseite. Da die Trennwand selbst gewöhnlich aus sehr gut wärmeleitendem Material besteht, kann der Wärme durchgang durch die Trennwand ausser Betracht ge lassen werden, so dass nur noch die beiden Wärme übergänge zu berücksichtigen sind.
Es kann gezeigt werden, dass die Zunahme von einem der beiden Wärmeübergangszahlen, das heisst der Wärmeübergangszahl von dem Dampf zu der Eingangsseite der Trennwand oder der Wärmeüber- gangszahl von der Trennwand zu dem Dampf an der Ausgangsseite den Gesamtwärmeübergang von dem Dampf an der Eingangsseite zu dem Dampf an der Ausgangsseite erhöht.
Es kann jedoch gemäss der vorliegenden Erfindung weiterhin gezeigt werden, dalss eine gleichzeitige Zunahme von beiden Wärme übergangszahlen eine Zunahme der gesamten Wärme durchgangszahl zur Folge hat, die die Summe der Zunahmen der einzelnen Wärmeübergangszahl bei Konstanz der jeweiligen anderen Wärmeübergangs zahl weit übertrifft.
Diese Verhältnisse sollen an einem einfachen Wärmeaustauscher mit einer zylindrischen Trenn wand erläutert werden. Die Trennwand besteht aus sehr gut wärmeleitfähigem Material, wobei der Dampf, der kondensiert werden soll, auf die Aussen fläche aufgebracht wird, während die zu destillie rende Flüssigkeit auf die Innenfläche des Zylinders aufgebracht wird; um hier verdampft zu werden.
Die gesamte Wärmedurchgangszahl von dem Dampf an der Aussenseite des Zylinders zu der Innenseite des Zylinders sei U, die Wärmeübergangszahl von dem Dampf an der Aussenseite des Zylinders zu der Trennwand hl und die Wärmeübergangszahl von der Trennwand zu dem Dampf im Inneren des Zylin ders h2. Es besteht nun bei Vernachlässigung der Wärmeleitung in der Trennwand hi die Beziehung
EMI0001.0027
Es können nun die in der folgenden Tabelle angegebenen verschiedenen Zusammenhänge gegeben sein:
EMI0002.0001
Wärmeübergangszahlen <SEP> Wärmedurchgangszahl <SEP> Verbesserung
<tb> Eingangsseite <SEP> Ausgangsseite
<tb> Dampf-Trennwand <SEP> Trennwand-Dampf <SEP> Dampf-Dampf <SEP> in
<tb> Fall <SEP> 1 <SEP> <B>9750</B> <SEP> 2440 <SEP> 1950
<tb> 20
<tb> Fall <SEP> 2 <SEP> 68250 <SEP> 2440 <SEP> 2350
<tb> Fall <SEP> 3 <SEP> <B>9750 <SEP> 195000 <SEP> 9280</B> <SEP> 445
<tb> Fall <SEP> 4 <SEP> <B>68250 <SEP> 195000 <SEP> <I>50500</I></B> In allen Fällen sind die Wärmeübergangszahlen bzw. die Wärmedurchgangszahl in Kcal/m2h C an gegeben.
Beim Vergleich der Fälle 1 und 2 ist zu ersehen, dass die Wärmeübergangszahl an der Ausgangsseite 2440 Kcal/m=h C beträgt. Die Verbesserung der Wärmeübergangszahl an der Eingangsseite entspricht einem Verhältnis von 1 :7. Dies ergibt jedoch nur eine 20 /oige Verbesserung der gesamten Wärme durchgangszahl.
Durch Vergleich der Fälle 1 und 3 kann ersehen werden, dass bei gleicher Wärmeübergangszahl an der Eingangsseite eine Erhöhung der Wärmeübergangs zahl an der Ausgangsseite entsprechend einem Ver hältnis von 1:80 die gesamte Wärmedurchgangs zahl um 375 /a gegenüber dem Fall 1 verbessert wird.
Durch Vergleich der Fälle 3 und 4, bei denen die Ausgangswärmeübergangszahl auf 195 000 Kcal/m@h C gesteigert worden ist, ist zu ersehen, dass eine Zu nahme der Eingangswärmeübergangszahl in dem Ver hältnis von 1 : 7, eine Zunahme der gesamten Wärme durchgangszahl von 445 % gegenüber der gesamten Wärmedurchgangszahl des Falles 3 bewirkt.
Die hohe Wärmeübergangszahl an beiden Seiten der Trennwand wird dadurch erreicht, dass die profi lierte Aussenfläche der Trennwand so beschaffen wird, dass die Dampfkondensation an ihr ein Maxi mum erreicht und somit auch die Wärmedurchgangs zahl. Diese maximale Wärmedurchgangszahl kombi niert mit der grossen Wärmeübergangszahl an der Ausgangsseite - was beispielsweise durch Wisch organe erreicht wird - bedingt einen erheblich ver grösserten Wärmefluss durch die Trennwand.
R. Gregoric hat in einem Artikel in der Zeit schrift für angewandte Mathematik und Physik , Band 5, 1954, Seiten 36 bis 49, eine gewellte bzw. geriffelte Kondensationsoberfläche beschrieben, die eine erhöhte Kondensationswirkung zeigt. Die Fläche verläuft ebenso wie die Riffelung in vertikaler Rich tung. Die Wellen bzw. Riffelungen sind sinusförmig und erzeugen einen sehr dünnen Film mit einem ausserordentlich geringen Wärmewiderstand an den Erhöhungen bzw. den vorspringenden Teilen der Wellenform. Das Kondensat wird durch Oberflächen spannungen von den Erhöhungen in die Einbuch tungen zwischen den Erhöhungen gezogen und füllt diese weitgehend aus.
Da das Kondensat weiter der Schwerkraft ausgesetzt ist, fliesst dieses in den Rillen nach unten und wird abgeführt.
Der Wärmeaustauscher gemäss der vorliegenden Erfindung ist nun dadurch gekennzeichnet, dass die Wellen oder Rillen Vorsprünge aufweisen, deren Fläche relativ gross im Vergleich zu den Rillen zwi schen den Vorsprüngen ist und weiterhin so be schaffen sind, dass die Rillen das Kondensat von den Vorsprüngen durch Oberflächenspannung abziehen und eine Maximalfläche frei von Kondensat halten und somit einen guten Wärmeübergang bewirken.
Die Erfindung soll anhand der beiliegenden Zeichnung beispielsweise näher erläutert werden; es zeigen: Fig. 1 die Wärmeaustauschfläche eines Wärme- austauschers, Fig.2 einen Querschnitt durch die Wärmeaus tauschfläche gemäss Fig. 1, Fig. 3 einen Querschnitt durch zwei aneinander angrenzende vorspringende Teile der Wärmeaus tauschfläche,
Fig.4 einen Kompressions-Destillationsapparat perspektivisch im Schnitt und Fig. 5 einen Querschnitt durch den unteren inneren Teil der Fig. 4, in grösserem Massstab.
Fig. 1 zeigt einen Zylinder 1 aus wärmeleitendem Material; der beispielsweise die Dampftrennwand eines Destillationsapparates darstellen kann. Die Innenfläche 2 des Zylinders wird beispielsweise ge kühlt, um an der Aussenfläche eine Kondensation her vorzurufen. Wenn die Aussenfläche des Zylinders in gleicher Weise wie die Innenfläche glatt wäre, hätte die Trennwand die geringstmögliche Wärmedurchgangs zahl. Irgendwelche Einbuchtungen in der Aussen fläche, die über vernachlässigbare Unregelmässig keiten hinausgehen, erhöhen somit den Wärmedurch gang. Die Aussenfläche ist nun mit parallelen, in vertikaler Richtung verlaufenden Einbuchtungen bzw.
Riffelungen versehen, die nach aussen gerich tete Vorsprünge 4 besitzen sowie zwischen je zwei Ausbuchtungen liegende Täler bzw. Rillen 5. Die Vorsprünge und Täler sind so profiliert und bemes sen, dass eine maximale Gesamtkondensation an der Oberfläche stattfindet, das heisst, dass die wirksame Gesamtfläche zur Bildung von Kondensationsfilmen sehr gross ist.
Fig. 3 zeigt in sehr grösserem Massstab zwei Vor sprünge 4 und ein zwischen diesen befindliches Tal. Die Kondensationsfläche an jedem Vorsprung befindet sich nicht nur an den Kuppen dieser Vor sprünge, sondern auch an deren beiden Seiten, so dass die gesamte Kondensationsfläche im Schnitt zweimal der mit w bezeichneten Länge auf der Oberfläche jedes Vorsprunges entspricht. Der Ab fluss wird durch die Rille mit dem Radius R zwischen zwei benachbarten Vorsprüngen gebildet, die sich in dem relativ kleinen Bereich zwischen zwei benach barten Flächen w befinden.
Der Ausdruck Vorsprung soll den gesamten vorspringenden Teil bezeichnen, dessen Umfang 2w ausmacht, wie dies in Fig. 3 gezeigt ist, und nicht nur die in der Nähe der Kuppe der Vorsprünge lie genden Teile. Teile des Vorsprunges sind somit alle Flächenteile, die sich über die Oberfläche des in den Rillen abfliessenden Kondensates erheben.
Das Oberflächenprofil, das für eine maximale Kondensation erforderlich ist, kann mathematisch berechnet werden, wenn die Kräfte in Betracht ge zogen werden, die auf den Kondensatfilm einwirken, das heisst die Scherkraft s und der durch die Ober flächenspannung bedingten Druck. Mathematisch kann gezeigt werden, dass die unten angegebenen Bedingungen bestehen.
Es ist: w = der halbe Umfang des Vorsprunges, x = Bogenabstand einer Oberflächenstelle von der Kuppe des Vorsprunges, entlang dem Umfang w, r = Krümmungsradius des Vorsprunges an einer Stelle, die von der Kuppe den Bogenabstand x aufweist, ro = Krümmungsradius an der Kuppe des Vor sprunges, = Viskosität des Kondensates, T - Gesamte Stärke des Films an einer unendlich kleinen Stelle der Oberfläche, HI, = die gebundene Wärme des Kondensats, d = Dichte des Kondensats, a = Oberflächenspannung, k = Wärmeleitzahl des Kondensats,
<I>d t</I> = Temperaturdifferenz zwischen der Aussen fläche des Films und der angrenzenden Ober fläche des Mediums (auf der sich der Film befindet), das zum Hervorrufen der Konden sation gekühlt wird, L = Vertikale Länge der Oberfläche, R", =Innerer Wärmeübergangswiderstand, R1 = Wärmeübergangswiderstand der Wand, m = Verhältnis der Länge der Einbuchtung, bevor diese völlig mit flüssigem Kondensat gefüllt wurde, zu der gesamten Vertikallänge L. Folgende Annahmen seien vorausgesetzt: 1. Die Oberfläche, auf der sich das Profil befindet, ist zylindrisch, wobei der Durchmesser gross be züglich der Tiefe der Einbuchtungen ist. 2.
Der Radius r ist an der Stelle x = w unendlich gross (bzw. der Winkel B in Fig. 3 ist n/2).
Es gilt dann
EMI0003.0020
C ist hierbei eine Konstante, die alle Konstanten des Betriebes in sich vereinigt. Aus den Gleichungen (1) und (la) kann das Profil des Teils, an dem eine Kondensation durch Filmbildung stattfindet, kon struiert werden, das heisst die Fläche, die in Fig. 3 mit w bezeichnet ist. Weiterhin gilt
EMI0003.0022
Die Gleichung (2) gibt den Radius der halbkreis förmigen Abflussrille und gemeinsam mit Gleichung (1) für den Vorsprung das gesamte Profil der Ober fläche an.
Die Flächen maximaler Kondensationen können nun bestimmt werden. Es gilt
EMI0003.0025
ro ist gegeben durch die Beziehung
EMI0003.0027
Wenn die Gleichung (4) in (la) eingesetzt wird ergibt sich
EMI0003.0028
Zur Konstruktion des Profils sei angenommen, dass das an der Oberfläche zu kondensierende Medium Wasser ist, wobei eine Kondensation bei 49 C stattfindet. Die Werte für die verschiedenen Konstanten sind dann wie folgt: ,a Viskosität: 0,0055 dyn. sec./cm2 k Wärmeleitzahl: 0,00154 cal. cm/cm2 sec.
C HI, gebundene Wärme des Kondensats: 570 cal./g d Dichte: 0,99 g/cm3 a Oberflächenspannung: 68 dyn./cm.
Das Profil des Rohres soll für eine Filmdicke T von 0,00075 cm geschaffen werden, eine Tempe raturdifferenz<I>d t</I> an der Trennwand von 2 C und ein Verhältnis von m = 2/3.
Wenn diese Werte in die Gleichung (1) einge setzt werden, ergibt sich
EMI0004.0001
der Wert von C ergibt sich zu 2100. Aus der Glei chung (4) ergibt sich
EMI0004.0002
Dies ist der Krümmungsradius an der Kuppe des Vorsprunges. Aus Gleichung (3) ergibt sich
EMI0004.0004
Dies ist der gesamte Bogenabstand von der Kuppe des Vorsprunges bis zu der Stelle des Vor sprunges, wo dieser in die Abflussrille übergeht. Aus Gleichung (5) ergibt sich r = 1/2 (23.8 -2l00 x2) (6) Der Radius r für einen beliebigen Punkt an der Oberfläche mit einem Bogenabstand x von der Kuppe des Vorsprunges kann nun aus der Gleichung (6) berechnet werden. Die unten aufgeführten Werte wurden aus der Gleichung (6) und aus der Beziehung x = r gewonnen.
EMI0004.0007
r0 <SEP> = <SEP> 0,044 <SEP> cm
<tb> <I>B0 <SEP> = <SEP> 44 </I> <SEP> r1 <SEP> = <SEP> 0,051 <SEP> cm
<tb> Bi <SEP> = <SEP> 23,5 <SEP> r2 <SEP> = <SEP> 0,068 <SEP> cm
<tb> B2 <SEP> = <SEP> 17 <SEP> r3 <SEP> = <SEP> 0,147 <SEP> cm
<tb> B3 <SEP> = <SEP> 5,5 <SEP> r4 <SEP> = <SEP> 0,320 <SEP> cm Fig. 3 wurde etwa diesen Werten mit den ver schiedenen Radien r0, rl, r., r3 und r4 und mit den entsprechenden Winkeln zi /30, d ssl, d /32 und d ,83 angepasst.
Nachdem der erste Radius r0 und der ent sprechende Winkel A ss0 in die Fig. 3 eingetragen worden ist, können auch die nachfolgenden Radien und die jeweils zugehörigen Winkel nacheinander eingetragen werden.
Aus Fig. 3 kann ersehen werden, dass die dem Abfluss dienende Fläche, deren Radius mit R be zeichnet ist, erheblich kleiner als die Kondensations fläche ist, die den gesamten übrigen Teil der Ober fläche ausmacht. Die sich an den Flächen w an bei den Seiten der Abflussrille bildenden Kondensate werden durch Oberflächenspannung im wesentlichen in horizontaler Richtung in die Abzugsrillen hinein gezogen. Bei der gezeigten Ausbildung ist die Fläche, an der eine Kondensation stattfindet, nicht nur grösser als die Abzugsfläche, sondern weiterhin auch wesent lich grösser als die gesamte Oberfläche des eben ge haltenen Zylinders.
Eine nach den oben angegebenen Werten be rechnete Oberfläche hat gezeigt, dass die einen sehr hohen Wirkungsgrad aufweisenden wirksamen Kon densationsflächen zwischen den Abflussrillen bzw. Abflussflächen 144% der gesamten unprofilierten, eben gehaltenen Fläche bzw. Bezugsfläche aus machen.
Durch die Profilierung wurde die Wärme durchgangszahl bei der Kondensation in Filmform von etwa 14 640 kg/cal. pro Stunde und m2 und C etwa auf das Dreifache dieses Wertes gesteigert. Weitere Erhöhungen sind möglich; der tatsächlich zu erlangende Gewinn ist jedoch durch die Unge nauigkeiten bei der Herstellung der Profile begrenzt.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das Profil der Fig. 3 beschränkt, welches nur beispiels weise erläutert wurde.
Es kann angenommen werden, dass die eben gedachte Oberfläche, das heisst die Bezugsfläche durch den Ausgangspunkt des Radius r, der die Ab flussrille definiert, verläuft (bzw. durch den Radius r4, wie dies in der Fig.3 gezeigt ist). Bei dieser Voraussetzung ist zu ersehen, dass das Verhältnis von dem Umfang der Vorsprünge zu dem Umfang der Abflussrillen der Wellen, gemessen in der Bezugs ebene, etwa 3:1 beträgt und das Verhältnis der projizierten Oberflächen in der gleichen Grössen ordnung liegt.
Da die Abflussfläche durch die ab fliessende Flüssigkeit gefüllt ist, trägt sie praktisch nichts zur Kondensation bei; sie nimmt anderseits jedoch 'j# der Gesamtfläche der oben angegebenen Bezugsebene ein. Die vorspringenden Teile nehmen etwa 3!4 der Gesamtfläche der Ebene ein, während die tatsächliche Oberfläche der von der genannten Ebene ausgehenden Vorsprünge im wesentlichen zweimal so gross ist wie die Projektionen der Vor sprünge auf diese Fläche. Die Gesamtfläche, an der eine Kondensation unbehindert von dem Abfluss des Kondensats stattfinden kann, macht somit etwa l440/0 der Bezugsoberfläche aus.
Da die Fläche 5 nur zum Ableiten des Kondensats bestimmt ist und zur Kon densation selbst nichts beiträgt, kann sie jede be liebige Form erhalten, beispielsweise rechteckige oder polygonale Form. In gleicher Weise können die Teile der Vorsprünge, die sich über die Bezugsebene, die durch die Fusspunkte dieser Vorsprünge verläuft, hinaus erstrecken, verändert werden. Es hat sich jedoch als vorteilhaft herausgestellt, die tatsächliche Gesamtfläche, an der sich Kondensat ungehindert von den Abflusswegen bilden kann, grösser zu halten als die Bezugsfläche. Die Höhe der Vorsprünge über der Bezugsebene soll in der Regel grösser als die Breite der Abflussfläche in dieser Ebene sein.
Nor malerweise übertrifft diese Höhe die Breite des Ab flusskanals in der Bezugsebene um das Doppelte.
Ein wie gezeigtes und beschriebenes Profil kann verschiedenen Anwendungsgebieten mit Erfolg zuge führt werden; keinesfalls ist die Anwendung auf die Destillation von Wasser beschränkt. Ein Anwen dungsbeispiel sind Dampfkondensatoren bei Dampf maschinen und Dampfturbinen. Eine aus der Glei chung (1) berechnete Kondensationsfläche zur Ver wendung bei einer Dampfturbine kann zufolge der unterschiedlichen Betriebsbedingungen etwas von der in Fig. 3 gezeigten Oberfläche abweichen. Bei den meisten Anwendungen beträgt die Breite der Ab- flussrille in dem Abstand R von seinem Boden nicht mehr als die Hälfte des Umfanges des Vorsprunges beim gleichen Durchmesser der Trennwand.
Die Neigung der Seitenwände der Vorsprünge verändert sich von einem Winkel von angenähert 90 oder mindestens von mehr als 80 gegenüber der Bezugs ebene bis zur Parallelität mit dieser Bezugsebene an der Spitze dieser Vorsprünge. Die entstehende Flüs sigkeit fliesst in die Abflussrinnen, wo sie eine Kon densation verhindert, jedoch nur in dem durch den Radius R definierten Gebiet. Lediglich in dem unteren Drittel der Gesamtlänge der Oberfläche kann die Flüssigkeit über die Tiefe R hinausgehen, jedoch nicht in einem Ausmass, der die Kondensation merk lich beeinträchtigt.
Fig. 4 zeigt mehr im einzelnen einen Kompres- sionsdestillationsapparat. Er enthält einen Zylinder 1, dessen Aussenfläche wie oben erläutert wellenförmig ausgebildet ist. Dieser Zylinder dient als Trennwand. Die Wellen bewirken dabei wie ausgeführt einen hohen Wärmeübergang von dem umgebenden Dampf zu der Trennwand. Ein hoher Wärmeübergang von der Trennwand zu dem Dampf im Inneren des Zylinders wird durch Wischorgane 17 hervorgerufen, die einen sehr dünnen Film der zu destillierenden Flüssigkeit auf der Innenfläche der Trennwand her vorrufen, von welcher die Flüssigkeit zufolge der Erwärmung von aussen verdampft.
Die zu destillierende Flüssigkeit, die beispiels weise Seewasser sein kann, wird der Einrichtung durch die Leitung 12 und einen Verteiler 13 zuge führt, der im oberen Ende und innerhalb des Zylin ders 1. vorgesehen ist. Der Verteiler 13 ist auf einer Welle 14 befestigt und rotiert mit dieser. Die Welle 14 verläuft in der Achse des Zylinders und wird durch einen Motor 15 angetrieben. Der Verteiler ist mit Öffnungen 16 versehen, durch welche die zu destil lierende Flüssigkeit zu der Innenfläche 2 des Zylin ders gelangt, an welcher Innenfläche die Flüssigkeit zufolge der Schwerkraft nach unten läuft.
Die Welle 14 trägt weiterhin Wischorgane 17, die in Fig.5 im einzelnen gezeigt sind und die durch Federn 18 gegen die Innenfläche 2 gedrückt werden. Die zu destillierende Flüssigkeit wird der Oberfläche 2 unmittelbar vor diesen Wischorganen zugeführt, und rinnt vor diesen gesamte Innenfläche herab.
Die Wischer 17, die aus einem kohlenstoffhaltigen Material oder Kunststoff bestehen, zeigen eine gute Abriebfestigkeit. Sie werden durch die zu destillie rende Flüssigkeit angefeuchtet und besitzen gegen die Fläche 2 mit einem kleinen Winkel geneigte Flächen 19, die als Gleitlager wirken und die zu destillierende Flüssigkeit zu einem dünnen Film auf der Oberfläche 2 verteilen. Die Stärke des Films hängt dabei von dem Druck der Feder 18 sowie von der Breite und dem Eingriffswinkel der Flächen 19 ab.
Bei geeigne ter Konstruktion dieser Teile kann der Flüssigkeits film so dünn gehalten werden, dass sich dieser von einem Wischer zu dem nächsten Wischer erstreckt, so dass die gesamte Oberfläche mit einem Film be- deckt ist, dessen Stärke gerade ausreicht, um ein Abtrocknen der Oberfläche vor dem nächsten Wisch organ zu verhindern.
Ein derartiges Abtrocknen muss deswegen vermieden werden, weil es zu Ablagerungen von mineralischen Stoffen auf der Oberfläche führt. Anderseits ist der Film der zu destillierenden Flüssig keit so dünn, dass er nicht zufolge der Schwerkraft nach unten fliesst, sondern gleichförmig auf der Ober fläche liegt und in seiner Stärke nur durch die Ver dampfung beeinflusst wird.
Der an der Fläche 2 entstehende Dampf strömt nach oben und durch die Öffnungen 20 in den Ver teiler 13, wird in dem Kompressor 10 verdichtet und strömt schliesslich durch Öffnungen 25 in den Ringraum 26 zwischen den Zylinder 1 und einem äusseren Zylinder 27, wo er an der äusseren wellen förmigen bzw. geriffelten Fläche des Zylinders 1 kondensiert. Das Kondensat wird durch Oberflächen- spannung in die Abflussrinnen der Oberfläche des Zylinders 1 gezogen und fliesst in diesen Rinnen zu dem Boden des Zylinders und durch die Destillats leitung 28 hinaus.
Der Überschuss an zu destillierender Flüssigkeit, der nicht an der Innenfläche verdampft, fliesst als Konzentrat vor den Wischern nach unten und anschliessend durch die Leitung 29 für dieses Kon zentrat nach aussen.
Es sei noch erwähnt, dass die Wischer 17 ent lang der Gesamtlänge des Zylinders in einzelne Ab schnitte unterteilt sind, wobei jeder Abschnitt in gleicher Weise wie die übrigen, aber unabhängig von diesen, durch Federn gegen den Zylinder gedrückt wird. Auf diesem Wege wird ein wirksamer Wisch vorgang entlang der Oberfläche erreicht, und zwar unabhängig von Unregelmässigkeiten in der Ober fläche.