Mess- bzw. Kontrollvorrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Mess- bzw.
Kontrollvorrichtung mit mehreren Mess- bzw. Kontrollstellen sowie mit einer umlaufenden, schaltbaren Transporteinrichtung zur Zuführung von Werkstücken zu den Mess- bzw. Kontrollstellen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine solche Vorrichtung derart auszubilden, dass diese gegenüber an sich bekannten Mess- bzw. Kontrollvorrlchtungen unter Gewährleistung einer universellen Anwendbarkeit einen grösstmöglichen Nutzungsgrad besitzt.
Zur Lösung dieser Aufgabe sind gemäss der Erfindung während eines Umlaufs der Transporteinrichtung mindestens zwei voneinander verschiedene Werkstücke mess- bzw. kontrollierbar.
Hierdurch kann eine praktisch vollkommene Ausnutzung der Kapazität der Mess- bzw. Kontrollvorrichtung im Hinblick auf die Anzahl der zur Verfügung stehenden Mess- bzw. Kontrollstellen sichergestellt und die Mess- bzw. Kontrollvorrichtung mit einem hohen wirtschaftlichen Nutzen insbesondere in den Fällen einsetzbar sein, wo verschiedene, in grossen Stückzahlen angelieferte Werkstücke mit nur einer geringen Anzahl von Mess- bzw. Kontrollstellen gemessen bzw. kontrolliert werden sollen. Durch Einsatz der erfindungsgemässen entsprechend ausgebildeten Mess- bzw. Kontrollvorrichtung ist hierbei die Möglichkeit gegeben, während eines Urnlaufs der Transporteinrichtung mehrere Werkstücke gleichzeitig zu messen bzw. zu kontrollieren. Die Mess- bzw.
Kontrollvorrichtung kann sich jedoch nicht nur zur gleichzeitigen Messung verschiedenartiger Werkstücke einsetzen lassen, sondern in ebenso vorteilhafter Weise auch zur gleichzeitigen Messung mehrerer Werkstücke von gleicher Form und Grösse verwenden. Je nach der Anzahl der an der Transporteinrichtung angeordneten Messstände lässt sich in letzterem Falle die doppelte bzw. mehrfache Menge der mit einer der bisher bekannten Mess- bzw. Kontrollvorrichtung erzielten Anzahl von Werkstücken messen bzw. kontrollieren. Der durch die Erfindung erzielte wirtschaftliche Nutzen liegt daher insbesondere in einer Einsparung von Arbeitszeit und Kosten sowie in einem besseren Werkstückefluss zu den weiteren Verarbeitungsstellen.
Eine besonders unverwickelte, nur wenig Raum beanspruchende und daher auch für kleinere Messungen bzw. Kontrollen vorteilhafte Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ergibt sich dadurch, dass die den verschiedenen Werkstücken zugeordneten Werkstückaufnahmen in Umfangsrichtung der Transporteinrichtung an derselben hintereinander und in abwechselnder Reihenfolge angeordnet sind und dass die den verschiedenen Werkstücken zugeordneten Messstände mit den diesen zugehörenden Einrichtungen, wie z. B. Messauflagen bzw. -anlagen für die Werkstücke, Messtaster, Schalteinrichtungen für Zählwerke und Werkstück-Aus stosseinrichtungen, sich jeweils nur über einen Teilbereich des Umfangs der Transporteinrichtung erstrecken.
In den Figuren der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. 1 in schematischer Darstellung eine Messbzw. Kontrollvorrichtung mit zwei Vibrationsförderern zur gleichzeitigen Zuführung von zwei verschiedenen Werkstücken zu den einzelnen Messständen,
Fig. 2 in schematischer Darstellung eine Draufsicht auf die Transporteinrichtung und die Messstände der Mess- bzw. Kontrollvorrichtung gemäss Fig. 1.
In Fig. 1 ist mit 1 das Gestell einer Mess- bzw.
Kontrollvorrichtung mit einer umlaufenden, schaltbaren Transporteinrichtung zur Zuführung von Werkstücken zu den Mess- bzw. Kontrollstellen bezeichnet.
Auf dem Gestell 1 ist ein Sockel 2 befestigt, der zur Lagerung einer mit 3 bezeichneten Trägerplatte dient.
Auf letzterer sind in an sich bekannter Weise die mit 4 bezeichneten Messstände sowie weitere, diesen zugehörende, jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht näher gezeigte Einrichtungen, wie z. B. Messauflagen bzw. -anlagen für die Werkstücke, Schalteinrichtungen für Zählwerke oder dergleichen befestigt.
Im Ausführungsbeispiel umfassen die Messstände 4 eine Anzahl von mit 5 und 6 bezeichneten Messtastern, die an Haltevorrichtungen 7 befestigt sind. Die Abtastbewegung der Messtaster 5 und 6 wird in an sich bekannter, jedoch nicht näher gezeigter Weise durch eine auf der Hauptsteuerwelle der Mess- bzw. Kontrollvorrichtung angeordnete Kurvenscheibe herbeigeführt, die mit im Sockel 2 und in der Trägerplatte 3 geführten Stiften 8 zusammenarbeitet und hierbei letzteren in ihrer Achsrichtung gerichtete Hubbewegungen erteilt. Durch Anlage der Steuerstifte 8 an den Armen 7a der Haltevorrichtungen 7 werden diese Hubbewegungen der Steuerstifte auf die Haltevorrichtungen übertragen, die damit auf ihren Führungsbolzen 9 mit den Messtastern gleichfalls auf und ab bewegt werden.
Wie aus den Figuren ersichtlich und anhand eines der Messtaster 6 näher gezeigt, besitzen die Messtaster 5 und 6 im Ausführungsbeispiel in an sich bekannter Weise einen mit dem Tasterstössel 6a verbundenen Zeiger 6b, der mit einer Skala 6c zusammenarbeitet. Zur übersichtlicheren und schnelleren Kontrolle des Messresultats sind an der Skala 6c verschiebbare Marken 6d und 6e angeordnet, die auf die Grenzwerte des zulässigen Toleranzbereichs für das jeweilige Werkstückmass einstellbar sind. Anstelle in vorstehender Weise ausgebildeten Messtastern zur optischen Überwachung der einzelnen Messstellen könnten jedoch ebenso auch an sich bekannte Messtaster zur Anwendung gelangen, bei denen die Marken 6d und 6e mit elektrischen Kontakten verbunden sind und der Zeiger 6b als bewegliche Kontaktzunge ausgebildet ist.
Je nachdem, ob ein in den einzelnen Messstationen gemessenes Werkstück Uber- oder Untermass besitzt, könnte hierbei das durch die elektrischen Mess- bzw. Kontrolltaster ermittelte Resultat auf Anzeigevorrichtungen übertragen und bzw. oder über weitere elektrische Steuereinrichtungen an automatische Sortiervorrichtungen für Gut - und Aus schuss -Teile weitergeleitet werden. Die Erfindung ist jedoch weder auf die eine noch auf die andere Ausbildungsart von Mess- bzw. Kontrolltastern beschränkt.
Wie die Fig. 1 zeigt, besitzt der Sockel 2 einen weiteren, zylindrischen Aufbau 10, der einerseits zur Zentrierung der ringförmigen Trägerplatte 3 und anderseits als Gegenlager des mit 11 bezeichneten Transporttellers dient. An letzterem ist ein hutförmiger Ansatz lla ausgebildet, über den in an sich bekannter Weise mittels einer Schraube 12 der Transportteller 11 mit seiner nicht näher gezeigten Antriebswelle auf Drehmitnahme verbunden ist.
Gemäss der Erfindung ist nunmehr vorgesehen, dass während eines Umlaufs des Transporttellers 11 mindestens zwei voneinander verschiedene Werkstücke mess- bzw. kontrollierbar sind. Hierdurch werden ausser der Erzielung kürzester Mess- bzw.
Durchlaufzeiten der Werkstücke und einer vielseitigen Anwendbarkeit der Mess- bzw. Kontrollvorrichtung für Werkstücke jeder Form und Grösse die eingangs genannten weiteren Vorteile erzielt.
Wie aus den Figuren zu entnehmen ist, werden im Ausführungsbeispiel nur zwei verschiedene Werkstücke während eines Umlaufs des Transporttellers 11 gemessen bzw. kontrolliert. In Fig. 1 sind diese mit 13 und 14 bezeichneten Werkstücke näher gezeigt.
Wie aus dieser Figur weiterhin hervorgeht, sind zur automatischen Zuführung dieser Werkstücke zu der Transporteinrichtung auf dem Gestell 1 Vibrationsförderer 15 und 16 angeordnet, von denen der zuerstgenannte zur Förderung der Werkstücke 13 und der letztgenannte zur Förderung der mit 14 bezeichneten Werkstücke dient. Da der Aufbau und die Wirkungsweise der Vibrationsförderer von an sich bekannter Art und nicht Gegenstand der Erfindung ist, wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit auf eine nähere Darstellung dieser Einrichtungen verzichtet. Von den Sammelbehältern 1 5a und 1 6a der Förderer führen Zuführschienen 15b und 1 6b zu den Aufnahmevorrichtungen für die Werkstücke am Transportteller 11.
Die den Werkstücken 13 bzw. 14 zugeordneten und mit 11 b bzw. llc bezeichneten Werkstückaufnahmen sind in Umfangsrichtung des Transporttellers 11 an diesem hintereinander und in abwechselnder Reihenfolge angeordnet, und ausserdem erstrecken sich die den Werkstücken 13 bzw. 14 zegeordneten Messstände 4 mit den diesen zugehörenden Einrichtungen, wie z. B. den Messtastern 5 bzw. 6, den nicht näher gezeigten Messauflagen bzw. -anlagen und den Werkstückzuführ- und Ausstoss-Einrichtungen jeweils nur über einen Teilbereich des Umfangs des Transporttellers 11. Die Erfindung ist jedoch nicht auf die vorgeschriebene Anordnungsart der Werkstückaufnahmen am Transportteller 11 beschränkt.
Es liegt beispielsweise gleichfalls im Bereich der Erfindung, die Werkstückaufnahmen llb bzw. llc unmittelbar hintereinander, jedoch auf verschiedenen Teilkreisen am Umfang des Transporttellers 11 anzuordnen, wobei für jede der verschiedenen Werkstückarten ein bestimmter Teilkreis vorgesehen sein könnte. Die Anordnung der verschiedenen Werkstückaufnahmen hintereinander und in abwechselnder Reihenfolge stellt indessen eine besonders bevorzugte Ausführungsart dar.
Diese Anordnung der Messstände und der Werkstückaufnahmen an der Transporteinrichtung zeigt die Fig. 2.
Es ist im Ausführungsbeispiel angenommen, dass an den Werkstücken 13 die Durchmesser der Zapfen 13a, 13b und 13c, an den Werkstücken 14 dagegen die Durchmesser der Zapfen 14a und 14b gemessen werden sollen. Zu diesem Zweck sind den drei Messstationen A, B, und C für das Werkstück 13 die in der Figur gestrichelt dargestellten Messtasters 5 zugeord net. Bei einer schrittweisen Bewegung des Transporttellers 11 in Pfeilrichtung der Fig. 2 werden die von der Zuführschiene 1 5b den Werkstückaufnahmen llb einzeln übergebenen Werkstücke 13 nacheinander den Messstationen A, B und C zugeführt. Die einzelnen Schaltschritte des Transporttellers 11 erstrecken sich dabei jeweils über einen Winkelbereich, der dem Abstand von zwei gleichen Werkstückaufnahmen am Umfang des Transporttellers entspricht.
In der Messstation A wird der Durchmesser des Zapfens 1 3a und in den Messstationen B und C die Zapfendurchmesser 1 3b bzw. 1 3c gemessen. Die Lage, welche die Tasterstössel in den Messstationen A, B und C an den Werkstücken 13 einnehmen, ist an den in den Messstationen befindlichen Werkstücken 13 gestrichelt angedeutet.
Nach Beendigung der in der Messstation C vorgenommenen letzten Messung wird das fertiggemessene Werkstück beim nächsten Schaltschritt des Transporttellers 11 in der Station D einer Ausstosseinrichtung 17 zugeführt, die im Ausführungsbeispiel in an sich bekannter Weise als Abstreifer ausgebildet ist. Als Ausstosseinrichtung könnte jedoch ebenso ein zwangweise vom Maschinenantrieb gesteuertes Ausstossorgan zur Wirkung gelangen.
Gleichzeitig mit den Werkstücken 13 werden auch die Werkstücke 14 von der Zuführschiene 1 6b den Aufnahmen llc am Transportteller übergeben und nacheinander ihren mit E und F bezeichneten Messstationen zugeführt. Nachdem in der Messstation E der Zapfen 1 4a und in der Messstation F der Zapfen 1 4b des Werkstückes gemessen worden ist, wird beim nächsten Schaltschritt des Transporttellers 11 in der Station G das Werkstück 14 durch eine ähnliche Ausstosseinrichtung, wie sie für die Werkstücke 13 in der Station D vorgesehen ist, ausgestossen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist jedoch auf eine nähere Darstellung der in der Station G angeordneten Ausstossein richtung verzichtet worden.
Die Anordnung der den einzelnen Werkstücken zugeordneten Messstände sowie der diesen zugehörenden Einrichtungen, insbesondere der Werkstückzu für und Ausstosseinrichtungen, je über einen Teilbereich des Transporttellers 11 besitzt den Vorteil, dass sich die am Transportteller aufgenommenen Werkstücke stets nur innerhalb des ihnen zugeordneten Teilbereichs bewegen. Hierdurch können die den einzelnen Messständen zugeordneten Messauflagen bzw. -anlagen für die Werkstücke sowie die Tasterstössel selbst einen unverwickelten, nur für das jeweils zu messende Werkstück vorgesehenen Aufbau besitzen und evtl. Beschädigungen dieser Teile, die sich bei einem vollen Umlauf der verschiedenartigen Werkstücke ergeben können, vermieden werden.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, besitzt der Transportteller 11 jeweils zehn Aufnahmen für die Werkstücke 13 und 14. Da für jede Werstückart jeweils eine Zufür und eine Ausstosseinrichtung angeordnet ist, lassen sich bei einem Transportteller gemäss dem Ausführungsbeispiel insgesamt höchstens acht Messstände anordnen. Mit dieser Anzahl von Messständen ergeben sich, abgesehen vom Ausführungsbeispiel, noch eine Reihe weiterer Variationsmöglichkeiten zur gleichzeitigen Messung zweier verschiedener Werkstücke.
So könnte z. B. gleichzeitig je ein Werkstück mit je 5 bzw. 6 und ein anderes mit 2 bzw. nur einer Messstelle gemessen werden. Ausserdem lassen sich bei einer entsprechend geringeren Anzahl von Messstellen an den Werkstücken oder einem Transportteller mit Anordnungsmöglichkeit für eine grössere Anzahl von Werkstückaufnahmen auch mehr als zwei Messstandgruppen am Umfang des Transporttellers 11 anordnen, so dass demgemäss auch mehr als nur zwei verschiedene Werkstücke gleichzeitig mess- bzw. kontrollierbar sind.
Aus den verschiedenen Anordnungsmöglichkeiten ergibt sich bereits die universelle Bedeutung einer gemäss der Erfindung ausgebildeten Mess- bzw. Kontrollvorrichtung. Unabhängig davon, dass mit einer Mess- bzw. Kontrollvorrichtung gemäss der Erfindung während eines Umlaufs des Transporttellers mindestens zwei verschiedene Werkstücke mess- bzw. kontrollierbar sind, können den sich je über einen bestimmten Teilbereich des Umfangs des Transporttellers erstreckenden, verschiedenen Messständen auch gleichzeitig gleichartige Werkstücke zugeführt werden, wodurch sich die Kapazität der Mess- bzw. Kontrollvorrichtung je nach Anzahl der Messstellen am Werkstück und der Anzahl der Messstandgruppen entsprechend vervielfacht.
Durch die Erfindung ist, wie vorstehend ausführlich dargelegt, eine Mess- bzw. Kontrollvorrichtung mit mehreren Mess- bzw. Kontrollstellen sowie mit einer umlaufenden, schaltbaren Transporteinrichtung zur Zuführung von Werkstücken zu den Mess- bzw.
Kontrollstellen geschaffen, die sich bei einem unverwickelten Aufbau und einem verhältnismässig geringen Aufwand gegenüber an sich bekannten Mess- bzw.
Kontrollvorrichtungen für eine Anwendbarkeit für Werkstücke verschiedener Abmessungen sowie eine bedeutende Leistungssteigerung hinsichtlich des Werkstückdurchlaufs ausbilden lässt. Die aufgezeigten Vorteile lassen sich bei jeder Mess- bzw. Kontrollvorrichtung der eingangs bezeichneten Art erzielen, ohne dass hierbei besondere Bedingungen bezüglich der Anordnung, Ausbildung und Wirkungsweise der nicht zur Erfindung gehörenden Teile bzw. Einrichtungen erfüllt sein müssen.