Fugendichtung für Rohrstücke Die Erfindung betrifft eine Fugendichtung für Rohrstücke, mit einem zwischen den im wesentlichen zylindrischen oder schwach kegelförmigen Dichtflä chen der ineinander geschobenen Enden der Rohr stücke in verformtem Zustand befindlichen, aus einem elastischen Material bestehenden Dichtring. Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet;
dass der Dichtring unter elastischer Streckung auf das innere Rohrende aufgelegt ist, so dass er sich beim Ein schieben dieses Rohrendes in die Verbindungslage mit dem äusseren Rohrende auf den Dichtflächen abwälzt, und dass der Dichtring in nichtverformtem Zustand eine von der Kreisform abweichende, vor zugsweise etwa ovale Querschnittsform hat, wobei das Verhältnis der kleinsten zur grössten Abmessung des Querschnitts zwischen 1 : 2 und 1 : 1,1 und vor zugsweise zwischen 1 : 2 und 1 : 1,15 liegt.
Es ist bekannt, zu diesem Zweck einen Gummi ring mit kreisförmigem Querschnitt zu verwenden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass eine Fugendichtung mit einem solchen bekannten Dichtring nicht immer einwandfrei ist, und zwar beruht dies zum grössten Teil darauf, dass der Ring, wenn er beim Zusammen fügen der Rohrstücke sich den Dichtflächen entlang abwälzt, sich oft in eine Ebene einstellt, die schräg zur Rohrachse liegt, oder eine windschiefe Form er hält.
Es wurde nun gefunden, dass die Grundursache dieses Verhaltens darin liegt, dass es praktisch fast un möglich ist, den Dichtring in einer genau vorbestimm ten Lage auf das kleinere Rohrende aufzulegen, bevor dieses in das grössere Rohrende eingeschoben wird. Der Dichtring, der in nicht verformtem Zustand einen kleineren Durchmesser haben muss als das Rohrende, auf das er anzubringen ist, muss nämlich beim Auflegen gestreckt werden und verdreht sich dabei leicht um die Mitte seines Querschnitts. Diese Verdrehung ist an verschiedenen Teilen des Rings, zum Beispiel an gegenüberliegenden Teilen, verschie den gross.
Wenn der Dichtring dann beim Ineinan- derschieben der Rohrenden sich auf den Dichtflä chen der Rohre abwälzt, bleibt die gegenseitige Ver drehung zwischen den verschiedenen Querschnitten des Rings bestehen und verursacht entsprechende Ungleichmässigkeiten beim Abwälzen und in der Endlage des Rings.
Zwecks Verminderung des erwähnten Nachteils wird durch die Ausbildung nach der Erfindung die von der Kreisform abweichende, beispielsweise ovale Querschnittsform des Rings vorgesehen, die der un beabsichtigten Verdrehung entgegenwirkt, welcher ein kreisförmiger Querschnitt ausgesetzt ist. Der Ar beiter kann unmittelbar fühlen, dass der Ring in der richtigen Lage liegt, und der Ring selbst ist bestrebt, die Längsachse seiner sämtlichen Querschnitte in dieselbe Richtung zu stellen.
Gerade der Umstand, dass das Material im Ring selbst infolge der in jedem ausgeprägten Querschnitt wirkenden inneren Kräfte sich in eine bestimmte Richtung einzustellen strebt, hat ein gleichmässiges genaues Abwälzen des Rings auf den Dichtflächen zur Folge.
Bei ovaler Quer schnittsform hat der Ring in der Dichtlage grössere Anliegeflächen an den Dichtflächen als ein Ring mit ursprünglich kreisförmigem Querschnitt, wenn man annimmt, dass das Material in beiden Fällen gleich stark verdichtet wird.
Ferner hat ein Ring mit einer Querschnittsform nach der Erfindung einen grös- seren Widerstand gegen Abwälzung, wenn die Hauptachse des Querschnitts im wesentlichen pa rallel zur Rohrachse liegt, so dass der in der Dicht lage befindliche Ring dem Auseinanderziehen der Rohrstücke einen ausgeprägten Widerstand entgegen setzt.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausfüh rungsbeispiel der Erfindung dargestellt, wobei Fig. 1 einen Schnitt durch die Enden zweier miteinander zu verbindender Rohre und Fig. 2 einen Schnitt durch die ineinandergeschobenen Rohre zeigt.
In der Zeichnung sind Muffenrohre dargestellt, wobei die Muffe 1 des einen Rohrstücks eine im we sentlichen zylindrische Dichtfläche 2 hat, während das gegenüberliegende Rohrstück ein dünneres Ende 3 mit einer zvlindrischen Dichtfläche 4 hat. Die Dichtflächen können auch schwach kegelförmig sein.
In Fig. 1 ist ein Dichtring 6 aus einem elasti schen Material, wie Gummi oder dergleichen, auf das äussere Ende der Dichtfläche 4 unter elastischer Streckung aufgelegt, beispielsweise aufgezwängt. In nicht verformtem Zustand hat der Ring eine im wesentlichen elliptische Querschnittsform, wobei die Hauptachse des Querschnitts im wesentlichen paral lel zur Mittelachse des Rings ist. Die kleinste Ab messung des Ringquerschnitts ist grösser als der Spalt zwischen den Flächen 2 und 4 der ineinander geschobenen Rohrenden.
Der Ringquerschnitt ist ferner so ausgebildet, dass bei gegenseitiger Ver schiebung der Flächen 2 und 4 der Ring infolge sei ner Reibung an den Flächen sich an diesen abwälzt.
Fig. 2 zeigt den Ring und die Rohrenden in der Lage, in der die Stirnfläche des Rohrendes 3 an den Anschlag stösst, der durch die innere Stirnfläche 8 des gegenüberliegenden Rohrstücks gebildet wird. Die verschiedenen Abmessungen sind so gewählt, dass der Fugen-Dichtring beim Abwälzen seinen Querschnitt um etwa 180o gedreht hat.
Falls der Dichtring sich nicht ganz um 1800 gedreht hat, wenn das innere Rohrende an die Stirnfläche 8 stösst, so ist der Ring bestrebt, das innere Rohrende dadurch an die Stirnfläche angedrückt zu halten, dass die Hauptachsen der Ringquerschnitte eine zur Rohr achse parallele Lage einzunehmen versuchen. In der Endlage liegt der verformte Ring 6 mit grossen Flä chen an den beiden Dichtflächen 2 und 4 an. Unter der Annahme eines praktisch maximal zulässigen oder zweckmässigen Verdichtungsgrades sind die Anliegeflächen des Rings beträchtlich grösser als bei einem Ring mit normal kreisförmigem Querschnitt.
Das Verhältnis der kleinsten zur grössten Ab messung des Ringquerschnitts sowie die Umfangs form des Querschnitts sind so zu wählen, dass bei der gegenseitigen Verschiebung der Flächen 2 und 4 der Ring sich tatsächlich abwälzt. Das Verhältnis der kleinsten zur grössten Abmessung (Nebenachse zur Hauptachse) hat zwischen 1 :2 und 1 : 1,1 bis 1 : 1,15 zu liegen, beispielsweise zwischen 1 : 2 und 1 : 1,2. Dabei kann jedoch das Verhältnis 1 : 2 ge ändert werden in 1 :1,9 oder 1 : 1,8 oder 1 : 1,7 oder 1 : 1,6 oder 1 : 1,5 usw.
Der Querschnitt des Rings braucht nicht in dem Sinne genau oval zu sein, dass sein Umfang nur durch gekrümmte. Linien gebildet wird. Der Umfang kann auch aus geraden oder aus sowohl geraden wie auch gekrümmten Linien bestehen, und zwar derart, dass der Haupteindruck eine ovale Form ist und der Ring sich auf den Dichtflächen 2 und 4 abwälzen kann. Er darf also keine so grosse ebene Seite ha ben, dass er an den Dichtflächen gleitet, anstatt sich abzuwälzen.
Um sicherzustellen, dass der Dichtring 6 nach dem Ineinanderschieben der Rohrenden die ge wünschte günstige Endlage hat, sind die Dichtflä chen 2 und 4, die Stirnfläche 8 und der Ring so auf einander abzustimmen, dass beim Ineinanderschie- ben der Ringquerschnitt sich um etwa 1800 oder um ein Vielfaches von 180o dreht.
In unmittelbarem Anschluss an die Dichtfläche 2 des äusseren Rohrendes ist eine kegelförmig nach aussen erweiterte Mündungsfläche 5 mit so schwa cher Neigung vorgesehen, dass der Dichtring sich auch an dieser Stelle mit Sicherheit abwälzt und nicht auf der Dichtfläche 4 gleitet.
Die beschriebene Fugendichtung eignet sich be sonders für Betonrohre und kann auch bei Rohren mit sehr grossem Durchmesser Verwendung finden, beispielsweise mit einer lichten Weite über 10 cm bis zu 100 cm oder mehr, wobei die kleinste Abmessung des Ringquerschnitts in nicht verformtem Zustand kleiner ist als ein Zehntel des Durchmessers der in neren Dichtfläche 2. Die Rohre brauchen nicht Muf- fenrohre zu sein, sondern können beispielsweise aus Falzrohren mit unverändertem Aussendurchmesser bestehen, wobei das eine Rohrende sich verjüngt und in eine entsprechende Ausnehmung des gegen überliegenden Rohrendes einschiebbar ist.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist gemäss Fig. 1 die Hauptsache des Ringquerschnitts parallel zur geometrischen Achse des Rings. Die Hauptachse des Ringquerschnitts kann aber gegebenenfalls mit der geometrischen Achse einen Winkel bilden. In diesem Fall weicht die Drehung des Ringquerschnitts beim Ineinanderschieben der Rohrenden bis in die Endlage entsprechend von 180,> oder einem Viel fachen davon ab.
Wie erwähnt, braucht die Ouerschnittsform des Rings 6 nicht unbedingt rein oval zu sein. Wichtig ist dagegen, dass der Querschnitt deutlich von der Kreisform abweicht, beispielsweise dadurch, dass eine Seite eines im übrigen kreisförmigen Quer schnitts durch eine gerade Linie gebildet wird, bei spielsweise durch eine Sehne, vorzugsweise auf der inneren Seite des Querschnitts, so dass die grösste Abmessung der Querschnittsfläche eine im wesent lichen axiale Richtung im Verhältnis zum ganzen Ring hat.