Verfahren und Vorrichtung zur Klärung von Flüssigkeiten, insbesondere Abwasser Die vorwiegend verwendeten grosstechnischen Verfahren zur Klärung von Flüssigkeiten durch Abscheidung der darin enthaltenen Feststoffe, insbe sondere für die Wasseraufbereitung, sind das Schlamm bettverfahren und das Suspensionskreislaufverfahren. In beiden Verfahren wird die zu behandelnde Flüssig keit mit Flockungsmitteln versetzt und mit im Verfah ren entstandenem Schlamm innig gemischt, wodurch die Sedimentationsfähigkeit bzw.
-geschwindigkeit der gebildeten Flocken wesentlich gebessert wird.
Im Schlammbettverfahren wird die rohe Flüssig keit nach Vermischen mit den Flockungsmitteln und dem bereits gebildeten, Flocken enthaltenden Schlamm von unten nach oben durch ein Schlammbett mit nach oben zunehmendem Querschnitt geleitet. Die entste henden Flocken lagern sich dabei an die bereits vorhandenen Flocken an, so dass am Flüssigkeitsspie gel dem Klärbecken eine gut geklärte Flüssigkeit entnommen werden kann.
Im Suspensionskreislaufverfahren wird eine grös- sere, mit im Prozess entstandenen Feststoffen angerei cherte Flüssigkeitsmenge durch mehrere, im Klär becken mittels Einbauten gegeneinander abgegrenzte Zonen im Kreislauf umgepumpt. Diesem Kreislauf werden in einer inneren Mischzone das Rohwasser und die Chemikalien zugeführt und aus einer peri pheren Klär- und Sedimentationszone am oberen Rand geklärte Flüssigkeit und aus einem unteren Bereich überschüssige Feststoffe entnommen.
Beide Verfahren erfüllen die meist verlangte Garantie eines Schwebestoffgehaltes von weniger als 10 mg-Liter im Klarwasser gut, haben sich aber als anfällig gegen Störungen erwiesen, wie sie durch Aenderung der Betriebsbedingungen, z.B. durch Aenderung des Rohwasserzufiusses je Zeiteinheit, des Schwebestoffgehaltes im Rohwasser, seines Flockungs- verhaltens, der Temperatur und dergl., hervorgerufen werden.
Solche Aenderungen der Betriebsverhältnisse wirken sich auf die Reaktionsdauer und damit auf die erforderliche Verweilzeit aus und führen zu einem zu hohen Trübstoffgehalt in der behandelten Flüssigkeit oder zu Schlammablagerungen im Klärbecken, die durch Alterung oder Fäulnis inaktiv werden.
Es hat sich wiederholt gezeigt, dass z.B. eine nach dem Schlammbettverfahren projektierte Anlage nach einer Aenderung der zu Grunde gelegten Betriebs verhältnisse, z.B. durch Zunahme des Trübstoffge- haltes im Rohwasser, die vorgesehene Durchsatzlei- stung bzw. den geforderten Reinheitsgrad des behan delten Wassers nicht einhalten konnte, so dass das Suspensionskreislaufverfahren vorteilhafter erschien.
Andererseits wurde an-- einer nach dem Suspensions- kreislaufverfahren betriebenen Anlage beobachtet, dass bei jahreszeitlich bedingtem Absinken der Roh wassertemperatur im behandelten Wasser Nach reaktionen mit erneuter Trübstoffbildung eintraten, weil die Kontaktwirkung der vorhandenen Flocken, bzw. die Verweilzeit des Rohwassers in der Anlage nicht mehr ausreichte. Hier wäre das Schlammbett verfahren wirksamer gewesen.
Eine Umstellung von einem Verfahren auf das andere schien wegen der bereits angeschlossenen Konstruktion der Anlage nicht möglich.
Bei der Uebertragung des vorzugsweise im Rund becken ausgeführten Suspensionskreislaufverfahrens auf rechteckige, insbesondere langgestreckte Klär becken, ist zur Vermeidung von Kurzschlusströmun- gen vorgeschlagen worden, den Suspensionskreislauf in zwei Teilströme zu verzweigen, so dass ein Teilstrom durch eine Mischzone, eine Druckkammer und durch die Klär- und Sedimentationszone geführt wird, während der zweite Teilstrom nur durch die Misch- zone und die Druckkammer umgewälzt wird.
Durch Veränderung der beiden Teilströme gegeneinander kann der grössere Teilstrom so weit entlastet werden, dass die für das Suspensionskreislaufverfahren kenn zeichnende, dynamische Abtrennung des Klarwassers aus dem in der Sedimentationszone abwärts gerichte ten Suspensionsstrom einwandfrei erfolgt, ohne dass Rohwasser aus dem Kreislauf ausbricht und auf dem kürzesten Wege vom Zulauf in den Ablauf fliesst.
Diese insbesondere für Längsbecken entwickelte Unterteilung des Umwälzstromes in zwei Kreisläufe hat in Rundbecken nur noch eine geringe Variations breite, innerhalb welcher ein wirklicher Suspensions- kreislauf durch alle Zonen mit ausreichender, dynami scher Trennung in der Klär- und Sedimentationszone noch vorliegt.
Es wurde gefunden, dass bei Anwendung des in zwei Teilströme verzweigten Suspensionskreislaufes in Rundbecken die beiden Teilströme so aufeinander eingestellt werden können, dass in der peripheren Sedimentationszone wahlweise eine abwärts oder auf wärts gerichtete Strömung eintritt.
Während die abwärts gerichtete Strömung dem Suspensionskreislaufverfahren entspricht, nähert sich die Arbeitsweise mit aufwärts gerichteter Strömung in der Sedimentationszone dem Schlammbettver- fahren und geht in dieses über, wenn aus der Sedimenta- tionszone kein Rücklauf in die Mischzone mehr stattfindet.
Ueberraschenderweise wurde gefunden, dass beide Arbeitsweisen nicht als strenge Alternativen neben einander stehen, sondern dass dazwischen Zustände eingestellt werden können, in welchen sich eine aufwärts gerichtete und eine abwärts gerichtete Strömung überlagern. Durch den in einfacher Weise einzustellenden Uebergang vom Suspensionskreislauf zum Schlammbett und umgekehrt, einschliesslich der erwähnten Zwischenzustände, ergibt sich eine wesent liche Verbesserung der effektiven Verweilzeit unter Vermeidung von Kurzschlusströmungen und eine von der Drehzahl des Rühr- und Pumpwerkes weit gehend unabhängige Einstellung der jeweils besten Verfahrensbedingungen.
Die energieverbrauchende, stufenlose Regelung im Antrieb des Rührwerkes erübrigt sich dadurch.
Die vorliegende Erfindung betrifft somit ein Ver fahren zur Klärung von Flüssigkeiten in Gegenwart von darin enthaltenen oder mit Hilfe dosierter Flockungschemikalien während des Verfahrens gebil deten, suspendierten Feststoffen durch Koagulation und Sedimentation dieser Feststoffe in einem rund lichen Becken, welches mittels konzentrischer Ein bauten in eine innere, untere Mischzone, eine innere, obere Verteilerzone und eine periphere Sedimenta- tionszone mit darüberliegender Klärzone unterteilt ist,
und in welchem durch mechanische Regulierung der Suspensionsumwälzung mehrere Teilströme mit Feststoffen durch mindestens zwei der drei erstgenann- ten Zonen umgewälzt werden, wobei nach der Sedi- mentation der schweren Feststoffe in der Sedimenta- tionszone die praktisch restlose Klärung der Flüssig keit durch Schwerkraftabscheidung der Feststoffe in der gleichmässig, turbulenzfrei, stets aufwärts durch strömten Klärzone erfolgt.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Becken mit Mitteln verwen det wird, die in der Sedimentationszone auch bei veränderlicher Menge und Qualität der Flüssigkeit wahlweise eine aufwärts- und/oder abwärtsgerichtete Strömung einzustellen gestatten.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfah rens besteht aus einem rundlichen Becken, welches mittels konzentrischer Einbauten in eine innere, untere Mischzone, eine innere, obere Verteilerzone und eine periphere Sedimentationszone mit darüberliegender Klärzone unterteilt ist, und in welchem eine um eine vertikale Achse rotierende Umwälzvorrichtung die Vermischung und Umwälzung der Suspension bewirkt und ist gemäss der Erfindung durch einen Stutzen an der Saugöffnung der mechanischen Umwälzvorrich- tung und durch druck- oder saugseitig dazu angeord nete Drosselorgane gekennzeichnet.
Verfahren und Vorrichtung gemäss der Erfindung werden anschliessend anhand von auf der beiliegenden Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen der Vorrichtung rein beispielsweise näher erläutert. Es zei gen Fig. 1 einen vertikalen Radialschnitt durch die Vor richtung nach einem ersten Ausführungsbeispeil; Fig. 2 einen Horizontalschnitt nach der Linie II-II in der Fig. 1 ; Fig. 3 einen Ausschnitt aus Fig. 1, in grösserem Masstab;
Fig. 4 ein zweites Ausführungsbeispiel der Vor richtung im vertikalen Radialschnitt; Fig. 5 eine Einzelheit des Ansaugequerschnittes in Fig. 4; Fig. 6 und 7 je eine Variante des Durchgangsquer schnittes in Fig. 4; Fig. 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Vor richtung im vertikalen Radialschnitt.
Die in Fig. 1 veranschaulichte Vorrichtung besteht aus einem praktisch kreisrunden Becken 1, dessen Querschnitt im unteren Teil verjüngt ist und das einen leicht konischen Boden hat. Dieses Becken ist im Inneren durch konzentrische Einbauten 2, 3, 4, 5 in be kannter Weise in eine innere untere Mischzone A, eine innere obere Verteilerzone B und eine periphere Sedi- mentationszone C mit darüberliegender Klärzone D unterteilt.
Mittels einer rührpumpenartigen Umwälz- vorrichtung 6 wird Flüssigkeit aus der Mischzone A in die Verteilerzone 6 gefördert und gelangt von dort zu einem Teil durch Kanäle 7 in die Sedimentationszone C oder zum anderen Teil durch Kanäle 8 zurück in die Mischzone A. Die Durchgangsquerschnitte der Kanäle 7, 8 können durch Klappen<B>9,</B> 10 verändert und gegebe- nenfalls geschlossen werden. Die mittels der Klappen verstellbaren Öffnungen der Kanäle liegen, wie aus Fig. 2 ersichtlich, in einem Kreisring zwischen den konzentrischen Einbauten 3 und 5 abwechselnd neben einander.
Die Klappen 9, 10 können mittels Gestänge 11, 12 von der Bühne aus, auf welcher auch der Antrieb 14 der Umwälzvorrichtung 6 angeordnet ist, betätigt werden.
Die Umwälzvorrichtung 6 besteht aus zwei paral lelen Platten 15, 16 an der Welle 17. Der Zwi@ chen- raum 18 zwischen den Platten ist über einen Saug stutzen 19, der innerhalb des Leitrohres 20 liegt, mit dem letzteren verbunden. Ausserhalb des Leitrohres trägt die untere Platte 16 Rührblätter 21. Das Leitrohr 20 ruht auf einer Platte 22 über einem Schlammsumpf 23 und ist am unteren Ende mit seitlichen Ansaug öffnungen 24 versehen.
Die zu behandelnde rohe Flüssigkeit wird durch die Leitung 25 über einen von den Einbauten 2, 3 und der Ringplatte 4 gebildeten Verteilerraum 27 und einen Schlitz 28 in die Mischzone A eingeleitet.
Die behandelte Flüssigkeit wird in bekannter Weise über radiale und periphere Sammelrinnen 29 vorn Flüssigkeitsspiegel der Klärzone durch eine Lei tung 30 entnommen. Der Feststoffüberschuss wird mittels einer Leitung 21 aus der Sedimentationszone C selbst oder darin angeordneten Schlammtaschen 32 mit Bodenklappen 36 abgezogen. Gröbere Sedimente wer den zeitweilig aus dem Sumpf 23 durch eine Leitung 33 abgeführt.
In der betriebsmässig gefüllten Vorrichtung saugt die Umwälzvorrichtung 6 mittels des Saugstutzens 19 über das Leitrohr 20 durch dessen Ansaugöffnungen 24 eine Mischung von Flüssigkeit und Feststoffen am Beckenboden an und fördert diese zwischen den- Plat ten 15, 16 durch den Zwischenraum 18 in die Verteiler zone B. Aus dieser Zone folgt die Mischung dem am Beckenboden erzeugten Unterdruck durch die Kanäle 7 und die Sedimentationszone C zurück zur Misch zone A und bzw. oder durch die Kanäle 8 entlang der Innenseite des Einbaues 2 zurück zum Boden der Mischzone A. Beide Ströme treffen sich in der Nähe des Durchlasses 34 zwischen den Zonen A und C am Beckenboden.
Die grossen Rührblätter 21 erteilen dem Inhalt der Mischzone A ausserhalb des Leit- rohres 20 eine axiale Strömung mit milder Turbulenz, welche die durch die Kanäle 8 zurückkehrende Mi schung und das durch den Schlitz 28 eintretende Roh wasser in einer schraubenlinienartigen Strömung an der Innenseite des Einbaues 2 abwärts führt, mit dem aus der Zone C durch den Durchlass 34, zurückkehrenden Strom mischt und im Inneren der Zone A um das Leit- rohr 20 herum wieder aufwärts führt, soweit diese Mischung nicht durch die Öffnungen 24 angesaugt und in die Zone B gefördert wird.
Durch diese Strömungs führung in der Zone A wird eine ausserordentliche Verbesserung der effektiven Verweilzeit erreicht.
Aus dem durch die Zonen A, B, C, führenden Kreis lauf trennt sich ein der zugeführten Rohwassermenge entsprechender Anteil Wasser ab, wird in der von der Strömung nicht berührten Zone D geklärt und danach über die Rinnen 29 und den Ablauf 30 entnommen.
In einem Grenzfall sind die Kanäle 8 geschlossen, so dass die gesamte von der Umwälzvorrichtung 6 geförderte Flüssigkeit durch die Zonen A, B, C strömt. Förderwirkung und Mischwirkung der Umwälz- vorrichtung 6 sind dann gekoppelt. Die Förderwirkung ist so zu bemessen, dass in der Zone C keine bis in die Zone D reichende Verwirbelung eintritt. Dann aber kann die Mischwirkung in Zone A schon unzureichend sein, so dass neben der Gefahr der Schlammablagerung am Behälterboden die Möglichkeit, dass Rohwasser in die Zone D gelangt, ohne den Kreislauf vollständig durchlaufen zu haben, wächst.
Das bedeutet dann eine zu kurze Verweilzeit. Die Kanäle 7 dienen vorzugs weise der Verlängerung der Verweilzeit für das abzu ziehende geklärte Wasser, weil das nach dem Austritt aufsteigende Wasser einen relativ langen Weg bis zu den Rinnen 29 zurückzulegen hat.
Durch eine teilweise Öffnung der Kanäle 8 und entsprechende Verminderung des Strömungsquer schnittes in den Kanälen 7 kann der Kreislauf durch die Zonen A, B, C zwar entlastet werden, weil sich dann der zweite Kreislauf durch A, B und die Kanäle 8 ausbildet. Eine deutliche Trennung von Mischwirkung und Förderwirkung erfolgt erst durch die Anordnung des Leitrohres 20 und in Verbindung mit dem Saug stutzen 19 an der Umwälzvorrichtung 6, weil erst dadurch eine Rückführung der beiden Teilströme in die Nähe des Durchlasses 34 zwischen den Zonen A und C am Behälterboden wirklich erreicht wird.
Der andere Grenzfall ist dann gegeben, wenn die Kanäle 7 geschlossen und nur die Kanäle 8 geöffnet sind. Dann ist nur der Kreislauf durch die Zonen A und B in Gang, und ein der zugeführten Rohwasser menge entsprechender Anteil des umgewälzten Ge misches tritt durch den Durchlass 34 von unten in die Zone C ein und unterliegt dort beim Aufsteigen in die Zone D der bekannten Schlammbettbehandlung.
Durch Schliessen der Kanäle 7 oder 8 kann die Betriebsweise der Anlage vom Suspensionskreislauf- verfahren auf das Schlammbettverfahren oder umge kehrt wahlweise eingestellt werden.
Neben diesen Grenzfällen sind jedoch, wie bereits bemerkt, Zwischenzustände möglich, in denen der Zone C sowohl von oben durch die Kanäle 7 als auch von unten durch den Durchlass 34 gleichzeitig Ge misch, welches durch die Zonen A und B umgewälzt wird, zugeführt wird. Dadurch entsteht in der Zone C eine milde, rollende Verwirbelung, und, vom Suspen- sionskreislauf her gesehen, eine Erhöhung der Schwebe stoffkonzentration in der Zone C, vom Schlammbett verfahren her gesehen, eine Anreicherung grösserer Schwebestoffteilchen in den oberen Schichten des Schlammbettes.
Die Kanäle 7, welche den Flüssig keitsstrom aus der Verteilerzone B abwärts in die Sedimentationszone C führen, verlängern ausserdem den Weg der in die Klärzone D aufsteigenden Flüssig- keit und bewirken dadurch eine weitere Verlängerung der Verweilzeit der Suspension in der Sedimentations- zone und des Klärwassers in der Klärzone.
Für die Durchführung des Verfahrens ist es wesentlich, die Strömungsverhältnisse<U>in</U> den Teil strömen und in der Mischzone A wirklich zu beherr schen. Dies ist mit der beschriebenen Vorrichtung auf einfache Weise möglich. Um jeden Übertritt von der in der Zone A ausserhalb des Leitrohres 20 umgewälz ten Mischung in die Zone B, bzw. umgekehrt, auszu- schliessen, wird, wie aus Fig. 3 ersichtlich, zwischen der unteren Platte 16 der Umwälzvorrichtung 6 und der Platte 4 eine Labyrinth-Dichtung 35 angeordnet.
Aus Fig. 3 ist ferner ersichtlich, wie der Rohwasser- durchlass durch die Einbauten 2 und 5 hindurch in den Verteilerraum 27 eingeführt ist.
Die beschriebene Veränderung des Durchgangs querschnittes für die umzuwälzende Flüssigkeit schafft die Möglichkeit, einen konstanten Antrieb für die Umwälzvorrichtung 6 zu verwenden, so dass die Aufwen dungen für eine Drehzahlregelung entfallen. Neben der bisher beschriebenen Möglichkeit, die Durchgänge zwischen den Zonen B und C zu drosseln, kann selbst verständlich jeder Durchgang in der Führung der Sus pension für eine Drosselung benutzt bzw. eine Rück führung geöffnet werden.
In einfacher Weise ist die Drosselung im Ansaug querschnitt der Umwälzvorrichtung 6, z.B. im Rohr 20, durchzuführen. Nach Abb. 4 ist dies durch Einbau einer einfachen Drosselklappe<B>101</B> erreicht, die über ein Gestänge zu betätigen ist, um bei konstanter Dreh zahl der Umwälzvorrichtung 6 die Saugleistung zu beeinflussen.
Fig. 5 zeigt die Drosselung der Ansaugquerschnitte 24, indem die mit konstanter Drehzahl rotierende Umwälzvorrichtung 6 in bekannter Weise höhenver stellbar gelagert wird, wodurch der verlängerte An saugstutzen 19 die Ansaugöffnungen 24 im Rohr 20 mehr oder weniger stark abdeckt.
Fig. 6 zeigt mit Blende 102 eine besonders einfache Möglichkeit, den Durchgangsquerschnitt 18 an der Umwälzvorrichtung 6 mittels der bereits erwähnten, an sich bekannten Höhenverstellung der Umwälzvor- richtung oder durch Höhenverstellung der Blende zu drosseln.
Fig. 7 zeigt verstellbare Klappen 103, die in die Platte 4 eingebaut sind und ähnlich wie die Klappen 10 in Abb. 1 bedient werden. Mittels der Klappen 103 wird die Förderleistung der Umwälzvorrichtung 6 durch Drosselung bzw. durch Rückführung beein- flusst.
Die in den Fig. 4-7 zusätzlich wiedergegebenen Beispiele erschöpfen nicht die Möglichkeiten, das Verfahren durchzuführen.
Die nachstehenden besonderen Anwendungsbei spiele sollen die vielfältigen Wirkungen der Erfindung erläutern <I>Beispiel 1:</I> Es-lässt sich zwangslos herleiten, dass durch die Klappen 9, 10 in .einem bestimmten Sektor der Zone C eine abwärtsgerichtete _ Strömung eingestellt werden kann, während in einem anderen Sektor eine aufwärts gerichtete Strömung besteht, so dass auch beim Schlammbettverfahren die Schlammtaschen von oben her gefüllt werden können.
Damit wird erreicht, dass in die Schlammtaschen die volle Konzentration der umgewälzten Suspension eingeleitet wird, womit die Voraussetzung für eine Anreicherung eines z.B. 6 % igen Schlammes in Entkarbonisierungsanlagen erfüllt wird. <I>Beispiel 2:</I> Zur Erzielung noch höherer Schlammkonzentra tionen in den Schlammtaschen wird beim Schlamm bettverfahren unter Beachtung der- Strömungsführung gem. Beispiel 1, sowie auch beim Suspensionskreis- laufverfahren, den Schlammtaschen je ein Kanal 7 zugeordnet.
Durch zyklisch vertauschte Absperrung der Suspensionseinführung in die Taschen mittels je einer Klappe 9, wird dem bereits eingeleiteten Schlamm eine wahlweise schaltbare Zeit zum weiteren Eindik- ken gegeben, so dass durch die Schlammablassleitung 31 noch stärker eingedickter Schlamm (z.B. 10 erreichbar) abgeleitet werden kann.
<I>Beispiel 3:</I> Mittels periodischer Klappenschaltung 9, 10 kann ein pulsierender Suspensionskreislauf bzw. ein pul sierendes Schlammbettverfahren betrieben werden, wodurch in besonderen Fällen die Flockung infolge Beeinflussung der Relativbewegung der Wasserteile zu den Flocken verbessert wird, ausserdem lassen sich auch abgesetzte Flocken von den Einbauten und Beckenwänden leicht abspülen.
Die pulsierende Strö mung ergibt sich dadurch, dass bei geschlossenen Klappen 9, 10 in der Zone B durch die Umwälzf örde- rung eine gewisse Wassermenge angestaut wird, die durch periodisches Öffnen der Klappen 10 ein pul sierendes Schlammbettverfahren ergibt. Werden dage gen bei geschlossenen Klappen 10 die Klappen 9 periodisch geöffnet, so bildet sich ein pulsierendes Suspensionskreislaufverfahren aus. <I>Beispiel 4:</I> Infolge der kräftigen Rotationsbewegung in der Zone A, die mittels der Rührblätter 21 erzeugt wird, stellt sich der bekannte physikalische Effekt der zen tralgerichteten Querströmung am Boden des Beckens ein.
Weiterhin wird die durch die Umwälzwirkung zwangsläufig gebildete Zentripetalströmung in der Zone A durch die Ansaugöffnungen 24 so gerichtet, dass sie über den Boden des Beckens zentral zur Mittel achse des Beckens hin verläuft. Ausserdem wird die durch den Spalt 34 aus der Zone C zurückgeführte Strömung über den Beckenboden hingeführt.
Durch diese Zusammenfassung der drei Strömun gen (Querströmung, Zentripetalströmung und Rück führung) in Verbindung mit der Rotationsströmung bildet sich eine sehr intensive Spiralströmung über der Bodenfläche aus, wodurch Ablagerungen, vor allem auch Sand, miterfasst und selbst bei ganz flachem Boden zu den Ansaugöffnungen 24 hingetrieben wer den.
Durch eine zweckmässige Bemessung der<B>Öff-</B> nungsquerschnitte 24 und des Rohrdurchmessers (20) wird die für den Betrieb der Anlage geeignete Strö mungsgeschwindigkeit so eingestellt, dass Flocken und feinere Ablagerungen bis etwa 0,5 mm Korndurch messer erfasst und umgewälzt werden; gröbere Sand teile, die für den Aufbereitungseffekt nur nachteilig sind, werden durch die Spiralströmung in den Sumpf 23 gespült und je nach Bedarf über die Leitung 33 abge lassen.
Durch die volle Ausnützung dieses Effektes wer den die folgenden, sonst üblichen Massnahmen über flüssig.
1. starke Neigung des Beckenbodens, um den Schlamm besser zum Zentrum hin rutschen zu lassen; 2. langsam laufender zusätzlicher Räumer, um den Schlamm zum Abzug hinzuführen; 3. vorgeschaltete Sandfänge, um den Sand fern zuhalten.
Vor allem aber bleiben die für den Reaktionseffekt wesentlichen Flocken und Sedimentationsprodukte, soweit erforderlich, ständig restlos in Umwälzung.
Das Verfahren kann noch auf eine andere Weise durchgeführt werden, die z.B. als Umbaumassnahme für bereits bestehende Anlagen zur Durchführung des konventionellen Suspensionskreislaufverfahrens be sonders in Frage kommt.
In Fig. 8 ist dargestellt, wie die Suspension durch die Umwälzvorrichtung (6) über Stutzen 19 - und event. über Rohr 20 - am Boden des Beckens 1 ange saugt und in die Zone B gefördert wird. Die Suspen sion wird nunmehr entweder nur zwischen den zylin drischen Einsätzen 3 und 5 oder durch die Kanäle 7 in die Zone 3 geleitet bzw. durch ein oder mehrere mitrotierende Rücksaugrohre 104 in die Zone A zurückgeführt. Die Pumpwirkung der Rücksaug rohre 104, die kurz über dem Behälterboden horizontal nach aussen führen, wird bestimmt durch: Drehzahl der Umwälzvorrichtung 6, Anzahl und Querschnitt, sowie horizontale Länge der Rücksaugrohre 104.
Die maximal mögliche Rückführung wird dabei so bemes sen, dass sie die Förderleistung der Umwälzvorrich- tung 6 etwas übersteigt, so dass in Zone C eine Aufwärtsströmung entsteht und somit das Schlamm bettverfahren eingestellt wird.
Durch Drosselung der Einläufe 105 mittels Klap pen, Fussventilen oder anderer Sperrorgane 106 lässt sich der Rückstrom wahlweise bemessen bzw. ganz sperren, womit sich die wahlweise Einstellung bzw. Umstellung auf das Suspensionskreislaufverfahren oder eine beliebige Zwischeneinstellung ermöglichen lässt. Als nützliche Nebenwirkung ergibt sich, dass auf dem Beckenboden suspendierter Schlamm, der von der Rotationswirkung der Umwälzvorrichtung 6 nicht erfasst wird, durch die horizontalen Rücksaug rohre 104 aufgewirbelt oder durch die über radial, axial oder schräg gestellte Düsen 107 am unteren Ende der Rücksaugrohre 104 austretende Suspension weggespült und in den Saugstrom zu den Öffnungen 24 miteingeleitet wird.
Die wesentlichen Vorteile des beschriebenen Ver fahrens sind also darin zu sehen, dass in einfacher Weise ein Übergang vom Suspensionskreislauf zum Schlammbettverfahren vorgenommen werden kann und umgekehrt, ohne dass dabei störende Turbulenzen in der Klärzone in Kauf genommen werden müssen, wie das bei herkömmlichen Anlagen bei allmählicher, besonders aber bei plötzlicher Zunahme der Roh wasserzufuhr der Fall ist.
In der primären Reaktions- und Mischzone können deshalb jederzeit optimale Verhältnisse eingestellt werden, ohne dass dieselben sich auf die Strömungsrichtung und namentlich Strömungsintensität in der Sedimentations- und Klär zone so störend auswirken können wie die gebräuch lichen Kläranlagen. Besonders hinsichtlich eines stark fluktuierenden Rohwasseranfalls wird eine wesent liche Verbesserung der effektiven Verweilzeit des zu klärenden Wassers unter Vermeidung von Kurz- schlusströmungen erreicht.
Ausserdem ist die jeweilige Einstellung der optimalen Strömungsverhältnisse, d.h. Reaktionsbedingungen, unabhängig von der Drehzahl der Umwälzvorrichtung.