Magnetisches Mehrzweck-Spanngerät mit Permanentmagnet Gegenstand der Erfindung ist ein magnetisches Mehrzweck-Spanngerät mit Permanentmagnet, dessen Hauptachse senkrecht zur Achse der Haltestange ist. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse des Magneten parallel ist zur Achse der Haltestange und der Magnet auf jener Seite des Spanngerätes, auf der die Haltestange herausgeführt ist, fliegend gefasst ist.
Die gegenwärtig verwendeten Spanngeräte sind in der Regel mit einigen der im folgenden angeführten Nachteile behaftet. So hat z.B. ein magnetisches Spanngerät, dessen zylindrischer Magnet in seiner Hauptachse zur unmagnetischen, unsymmetrisch seit wärts vom Spanngerät angeordneten Polplatte hin verschiebbar ist, den Nachteil, dass es zwar die Möglichkeit bietet, auf vier Flächen festzuspannen, dass aber drei davon eben sind, während nur die vierte, obere Seite für das Festspannen auf eine zylindrische Fläche hergerichtet ist und dabei nur auf eine Fläche kleinen Durchmessers. Die be schränkte Verwendungsmöglichkeit dieses Spann gerätes hat ihren Grund in der ungünstigen Anord nung und Verschiebung des Magneten und der Pol platte.
Bei anderen magnetischen Spanngeräten geht die urmagnetische Polplatte durch die Mitte des Körpers hindurch, und zwar in derselben Ebene, in der das Betätigungsorgan des Magneten gelagert ist ; dieses mündet aber nicht in, der Ebene, in der die Halterstange festgeklemmt ist. Bei dieser Anordnung ist das Festspannen nur auf eine Fläche des Spann gerätes möglich, welche prismatisch sein kann. Dieses Spanngerät ist in seiner Verwendung nur auf die Funktion als Träger für Indikatoren oder ähnliche Messvorrichtungen beschränkt. Es gibt auch Spezial Spanngeräte für Schweisser, welche das Festhalten auch zweier Gegenstände auf der ebenen oder prisma tischen Fläche des Spanngerätes ermöglichen.
Die Lage des Magneten und der unmagnetischen Pol fläche sowie des Betätigungsorgans des Magneten führt zu einer Teilung des Magnetflusses, so dass zur Erzielung einer genügend grossen Kraft beträchtliche Abmessungen des Magneten erforderlich sind. Da durch werden die Kosten des Erzeugnisses und der Magnetisierung höher, wobei es sich nur um ein Spe zial-Spanngerät handelt.
Beim erfindungsgemässen magnetischen Mehr- zweck-Spanngerät sollen die Nachteile bisher bekann ter magnetischer Spanngeräte beseitigt, deren Vorzüge jedoch erhalten bleiben.
Auf den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele des magnetischen Spanngerätes dargestellt.
Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht der Gesamt anordnung des Spanngerätes.
Fig. 2 ist ein Längsschnitt durch die urmagne- tische Polplatte.
Fig. 3 stellt den Grundriss eines längs der Ebene A-A der Fig. 2 geführten Schnittes dar.
Fig. 4 ist eine Draufsicht auf das Spanngerät. Fig. 5 ist eine Draufsicht auf das Spanngerät mit einer abgeschrägten Zwischenplatte.
Fig. 6 zeigt eine perspektivische Ansicht auf den Körper des Spanngerätes in der Anordnung mit einer winkelförmigen Beilage.
Fig. 7 veranschaulicht die Verwendung einer winkelförmigen Beilage beim Zusammenschweissen von Blechen.
Fig. 8 veranschaulicht das Festspannen zweier Gegenstände in einer senkrechten Ebene unter Verwendung zweier Spanngeräte, wobei der magne tische Fluss angedeutet ist.
Aus den Fig. 1-3 geht hervor, dass die gegen seitige Lage der Hauptachse 14 des Magneten 19 und der Drehachse 15 des Magneten sowie der urmagne- tischen Polplatte 13 so gewählt ist, dass der durch den Magneten hervorgerufene Magnetfluss in seiner vollen Menge durch alle Wände des Spanngerätes hindurchgeht, mit Ausnahme der beiden Flächen 12, welche zur unmagnetischen Polplatte 13 parallel sind. Zum Festspannen können auch die Spannflächen 11 verwendet werden, welche sich auf derselben Seite befinden, auf der der Hebel 16 herausgeführt ist.
Der zum Drehen des Magneten um die Achse 15 dienende Betätigungshebel 16 ist auf der gleichen Seite des Spanngerätes angeordnet, wie die zum Festhalten eines Indikators (Messuhr) oder eines Messgerätes bestimmte Stange 17 oder ein Handgriff, wobei der Hebel 16 so angeordnet ist, dass die Stange 17 die äussersten Stellungen des Hebels 16 begrenzt und bei der Betätigung dem Arbeitenden als Handstütze dient. Durch diese Massnahme wird das Drehmoment bei der Betätigung des Magneten beseitigt, welches sonst beim Festspannen oder Lösen eines Gegenstandes das Festhalten des Spanngerätes auch mit der anderen Hand notwendig macht. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist der Magnet in der Gabel 18 fliegend , also nur auf einer Seite gelagert, so dass die gegenüberliegende Seite des Spanngerätes ebenfalls zum Festspannen verwendet werden kann.
Bei dem dargestellten magnetischen Spanngerät (Fig. 4) ist ferner auf einigen der ebenen Hauptspann flächen 2, 4, 9 (Fig. 1) die Einrichtung getroffen, dass z.B. die ebene Spannfläche 2 in Richtung der Nei gungsebene 6 abgeschrägt ist, so dass eine der beiden ebenen Spannflächen 2, welche mit einem Pol des Magneten eine Bindung eingehen, teilweise abge schrägt ist (Fläche 7), und dass die Form der ursprünglichen Fläche 2 bei ihr teilweise beibehalten ist, während die zweite der Spannflächen 2, welche an den anderen Pol des Magneten anschliesst, vollständig abgeschrägt ist (Fläche 7a). Auf diese Weise entsteht beim Spannen ein Luftspalt 8, der durch ein unmagnetisches Material ausgefüllt werden kann.
Die Neigungsebene 6 ist zu einer der Achsen 15, 29 des Spanngerätes parallel und verläuft zwischen dieser Achse 15, 29 und der Ebene 30, und schneidet weiter länglich eine Fläche vom Paar ebener Spann flächen 2, 4, 9. Die Ebene 30 berührt immer beide Flüchen von einem der Paare ehener Spannflächen 2, 4, 9.
Die beschriebene Anpassung einiger der ebenen Spannflächen macht es möglich, dass mittels des Spanngerätes mehr als ein Gerät mit der vollen ma gnetischen Kraft auf derselben Grundfläche festge halten wird, wie dies auf Fig. 8 dargestellt ist. Hierbei werden zwei, magnetische Mehrzweck-Spanngeräte 20 in ihrer eigentlichen Funktion als Indikatorträger beim Festspannen auf die vertikale Führungsfläche 21 einer Werkzeugmaschine verwendet, und gleichzeitig wird auf dieser Führungsfläche mit der vollen magne tischen Kraft eine Rahmenlibelle 22 festgehalten.
Der volle, vom Nordpol S des Magneten ausgehende Magnetfluss durchläuft eine der beiden Spannflächen (z.B. 2 auf Fig. 4) und weiter die Libelle 22, von wo aus er aber nicht direkt in einen Magnetkreis zum Südpol J des Magneten geschlossen werden kann, nämlich wegen des Spaltes 8, weshalb er gezwungen ist, noch die zu messende Grundfläche 21 zu durch- fliessen und erst von da zum Südpol J zurück zukehren. Die Anordnung nach diesem Beispiel ermöglicht dem Arbeitenden, sich voll der Einstellung verschiedener Geräte, der Ausrichtung der Maschine, dem Gange der Maschine, den notwendigen Eintra gungen und dergleichen zu widmen, und in kurzer Zeit dann weitere Messgeräte aufzuspannen oder umzustellen.
Der Luftspalt 8 lässt sich mittels einer abge schrägten Zwischenplatte 23, 24 nach der in Fig. 5 angegebenen Art verbreitern. Die Zwischenplatte be steht aus einem magnetischen Teil 23 und einem un magnetischen Teil 24. Da die Stirnfläche 25 der abgeschrägten Zwischenplatte 23, 24 mit der abge schrägten Fläche der Neigungsebene 6 des Spann gerätes irgendeinen Winkel einschliessen kann, ist es möglich, das Spanngerät oder mehrere solcher Geräte mittels einer abgeschrägten Zwischenplatte besonders gut zum Zusammenschweissen von Blechen, Rohren oder Stangen zu verwenden, die unter einem Winkel gegeneinander geneigt sind, wobei jeder Gegenstand für sich durch den vollen Magnetfluss festgehalten ist.
An das magnetische Mehrzweck-Spanngerät 20 kann auch eine abgeschrägte Beilage 26, 27 angesetzt werden (Fig. 6), die aus mindestens zwei Teilen 26 aus magnetischem Material und mindestens einem Teil 27 oder 27a aus unmagnetischem Material besteht. Auf der abgeschrägten Beilage kann man Stirnflächen 28 oder 28a ausbilden, welche beliebig gegeneinander geneigt sind und diese zum Festhalten zweier oder mehrerer Gegenstände unter dem vollen Magnetfluss benützen. Die ebenen Spannflächen 2, 4, 9 des eigentlichen Spanngerätes können mit prismatischen Flächen 3, 5, 10 zum Festhalten zylindrischer oder profilierter Gegenstände verwendet werden. Desgleichen können die Stirnwände der abgeschrägten Zwischenplatte 23, 24 und der abgeschrägten Beilage 26, 27 in dieser Weise geformt sein.
Beim Gebrauch wird das magnetische Mehrzweck- Spanngerät 20 an die ebene, zylindrische oder profi lierte, aus magnetischem Material bestehende Fläche angelegt, worauf der Hebel 16 aus der Ausschalt- in die Einschaltstellung gedreht wird. Zugleich mit dem Hebel 16 dreht sich auch der Magnet 19 so, dass der Magnetfluss, der ursprünglich nur, auf an sich be kannte Weise, den Magnetkreis im Inneren des Körpers des Spanngerätes schloss, nunmehr auch durch den Gegenstand oder die Gegenstände ausser- halb des Spanngerätkörpers hindurchströmt.
Diese äusseren Gegenstände sind von da an mit der vollen Kraft des Magneten aneinandergezogen. Nach Rück drehung des Hebels 16 hört die gegenseitige Anzie hung der Gegenstände mit dieser Kraft auf.