Vorrichtung an einem Kehrichteimer zum Offenhalten des Klappdeckels
Vorliegende Erfindung betrifft eine besonders zweckmässige Ausführungsform der den Gegenstand des Hauptpatentes bildenden Vorrichtung an einem Kehrichteimer zum Offenhalten des Klappdeckels, insbesondere an Kehrichteimern nach dem System Ochsner. Bei der im Hauptpatent beispielsweise gezeigten Ausführungsform ist die mit zunehmendem Öffnungswinkel des Deckels erfolgende Zunahme des durch Federn bewirkten auf die Scharnierachse des Deckels bezogenen Drehmomentes durch Anwendung eines Kurbelmechanismus bewerkstelligt; dabei erreicht das Verhältnis dieses Drehmomentes bei um etwa 35 geöffnetem zu dem bei geschlossenem Deckel knapp den Wert 2.
Um ein sicheres Offenhalten des Deckels zu gewährleisten, ist dieses Drehmoment bei offenem Deckel etwa 1,5mal so gross gewählt, wie das ihm entgegenwirkende Gewichtsdrehmoment des Deckels; in geschlossener Stellung liegt der Deckel noch mit etwa 1/ seines Gewichtes auf dem Eimer auf. Wird die Vorrichtung zum nachträglichen Anbringen an bestehenden Eimern vorgesehen, so muss mit unterschiedlichen Grössen und Wandstärken des Eimerdeckels gerechnet werden, so dass bei schweren Deckeln ein sicheres Offenhalten und bei leichten Deckeln ein sicheres Schliessen des Deckels in Frage gestellt ist, besonders wenn noch Reibungen in der Vorrichtung oder Ungenauigkeiten in der Form oder Lagerung des Deckels dazukommen.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, diese ungünstige Sachlage zu verbessern, und hat eine Vorrichtung zum Gegenstand mit einem wie ein Kniehebelpaar arbeitenden Mechanismus, der unter der Wirkung einer Feder sich zu strecken und dadurch den Deckel zu heben sucht und in nahezu gestreckter, das weitere Strecken verhindernder Stellung den Dekkel offenhält. Wird als Feder z. B. eine quergewölbte Biegefeder verwendet, die bei offenem Deckel je streckt und bei geschlossenem Deckel geknickt ist, so ist es leicht möglich, das Verhältnis des auf die Scharnierachse des Deckels bezogenen Drehmomentes der Feder bei um 30 geöffnetem zu dem bei geschlossenem Deckel auf einen genügend grossen Wert zu brin- gen.
Wird ferner zweckmässig eine solche Feder selbst dazu benutzt, wie ein Kniehebelpaar zu arbeiten, so wird die Vorrichtung besonders einfach; insbesondere ist es dann möglich, ohne Gelenke auszukommen und damit jegliche Reibung und Abnützung in der Vorrichtung zu vermeiden.
In der Zeichnung ist eine alle Merkmale der Erfindung aufweisende Ausführungsart der Vorrichtung dargestellt, wie sie an bestehende Kehrichteimer nach dem System Ochsner nachträglich leicht angebracht werden kann. Es zeigen:
Fig. 1 und 2 den in ihrer Symmetrieebene liegenden Vertikalschnitt der Vorrichtung bei geschlossenem bzw. bei offenem Eimerdeckel, Fig. 3 eine Ansicht und Fig. 4 einen Querschnitt der in der Vorrichtung nach Fig. 1 und 2 verwendeten quergewölbten Biegefeder in entspannter Stellung. a ist die Eimerwand mit umgebördeltem oberem Rand, an der der Scharnierträger b befestigt ist. c ist der Scharnierbolzen, d der Eimerdeckel mit umgebördeltem Rand und e die Scharnierlasche des Dekkels. first ein Tragschild, der oben in zwei über den Eimerrand gehängten Haken und in eine dazwischenliegende unter den Eimerrand greifende Sperrzunge endet.
Unten am Tragschild ist mittels eines Niets g die quergewölbte Biegefeder h befestigt, an deren oberem Ende mittels der Schraube i und der Mutter k der Stossbügel 1 angeklemmt ist. Dieser besitzt ein Langloch, so dass er längs der Feder h verstellbar und der Öffnungswinkel des Deckels in bestimmten Grenzen einstellbar ist.
In der in Fig. 2 gezeigten Stellung ist die Feder gestreckt und auf ihrer ganzen Länge quer gewölbt; dadurch ist sie in hohem Masse steif und hält den Deckel mit genügender Sicherheit offen. Die vom Deckel auf den Stossbügel ausgeübte Kraft belastet die Feder nicht nur mit einer Druckkraft in der Längsachse der Feder, sondern auch mit einem Biegemoment, so dass bei zusätzlich auf den Deckel ausgeübtem Druck die Feder eindeutig gemäss Fig. 1 ausknickt und sich über die abgerundete untere Kante des Stossbügels biegt; dort flacht sie sich in ihrem Querschnitt ab und weist nachher eine stark verringerte Streckkraft auf, so dass der Deckel ohne weiteres Drücken zugeht.
Die Feder biegt sich beim Knicken aber auch noch unmittelbar oberhalb des Niets, und zwar in entgegengesetztem Sinne; um die dadurch bewirkte unerwünschte Zunahme der Streckkraft der Feder nach dem Knicken möglichst klein zu halten, ist die Feder in und unmittelbar oberhalb der Zone ihrer Einspannung durch den Niet so weit verschmälert, als zur Erhaltung einer genügenden Stützkraft der Feder in gestrecktem Zustand noch zulässig ist; dies ist bei der in Fig. 3 gezeigten Form etwa der Fall. Beim Knicken und Strecken der Feder treten in der Vorrichtung keinerlei Reibungen auf. Da der Stossbügel annähernd die gleiche Schwenkbewegung wie der auf ihm aufliegende Teil des Deckelrandes ausführt, tritt auch zwischen diesen beiden Teilen keine nennenswerte Reibung auf, so dass die ganze Einrichtung praktisch reibungslos und ohne Abnützung arbeitet.
Das Verhältnis des auf die Scharnierachse bezogenen Drehmomentes der Feder bei offenem zu dem bei geschlossenem Deckel erreicht bei der in den Figuren gezeigten Ausführungsart etwa den Wert 4.
In der Fig. 2 ist durch strichpunktierte Geraden angedeutet, wie die beiden Hebel etwa anzunehmen sind, wenn die Feder als Kniehebelpaar aufgefasst wird. Das Kniegelenk, das im Schnittpunkt der strichpunktierten Geraden anzunehmen ist, und das Abstützgelenk am Tragschild sind durch die Feder selbst gebildet. Es ist selbstverständlich möglich, ein solches Kniehebelpaar mit starren Hebeln und Gelenken auszubilden und seine Streckkraft in bekannter Weise, z. B. durch eine zwischen den beiden Hebeln oder zwischen dem unteren Hebel und dem Tragschild wirkende Feder irgendwelcher Art, wie z. B. durch eine in eines der Gelenke eingebaute gewundene Biegefeder, zu erzeugen.
Auch in diesem Falle ergibt aber die Verwendung einer quergewölbten Biegefeder, die bei offenem Deckel gestreckt und bei geschlossenem Deckel geknickt ist, eine besonders starke Ausprägung des gewünschten auf die Scharnierachse bezogenen Federdrehmomentes. Bei dieser Bauart muss das vollständige Strecken des Kniehebelpaares in bekannter Weise durch Anschläge, am besten zwischen den beiden Hebeln, verhindert werden.
Gegenüber Vorrichtungen bekannter Art bietet die erfindungsgemässe natürlich auch dann Vorteile, wenn sie an Kehrichteimern schon bei deren ursprünglicher Herstellung angebracht wird.