CH386964A - Verfahren zur Herstellung von penicillinspaltenden Enzympräparaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von penicillinspaltenden Enzympräparaten

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CH386964A
CH386964A CH956960A CH956960A CH386964A CH 386964 A CH386964 A CH 386964A CH 956960 A CH956960 A CH 956960A CH 956960 A CH956960 A CH 956960A CH 386964 A CH386964 A CH 386964A
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Description


  Verfahren zur Herstellung von     penicillinspaltenden    Enzympräparaten    Es ist vorgeschlagen worden,     6-Aminopenicillan-          säure    herzustellen, indem man Suspensionen oder  Extrakte von solchen     penicillinspaltenden    Bakterien,  welche bevorzugt die     Amidbindung    in der     6-Stellung     des     Penicillinmoleküls    angreifen, auf Penicilline ein  wirken lässt.  



  Für die Eignung der benötigten     Bakterienmasse     zur     Penicillinspaltung    ist es keineswegs gleichgültig,  unter welchen Bedingungen die Organismen kulti  viert worden sind. Beimpft man eine Nährlösung von       pH    7,0, welche neben den zur Züchtung von Mikro  organismen erforderlichen Ionen als     N-Quelle    Am  moniumionen,     Caseinhydrolysat    oder     Fleischpepton     und als Energie und     C-Quelle    Glukose,     Lactose    oder       Saccharose    enthält, mit einem geeigneten Bakterien  stamm, so erhält man nach der Kultivierung unter  Belüftung bei ca.

       301>    C wohl eine recht hohe Aus  beute an     Bakterienzellmaterial,    doch ist das     Penicil-          linspaltungsvermögen    dieser Zellen gering. Eine ge  wisse Steigerung der gewünschten enzymatischen Ak  tivität erhält man bei Verwendung von Glycerin oder  Salzen organischer Säuren, wie z. B. Milchsäure oder       Bersteinsäure    als Energie- und     C-Quelle.     



  Es wurde nun gefunden, dass man die     penicillin-          spaltende    Aktivität von Bakterien steigern kann,  wenn man sie - bevor man sie auf Penicillin einwir  ken lässt - nach an sich üblichen Methoden unter  Belüftung in solchen Nährlösungen züchtet, die  höchstens unbedeutende Mengen von     vergärbaren     Kohlenhydraten enthalten und denen     Phenylessig-          säure    oder deren Derivate in Mengen von 0;002 bis  2 % zugesetzt sind, wobei gegebenenfalls während  des Wachstums Kohlendioxyd eingeleitet wird.  



  Es lässt sich     Bakterienzellmasse    von gutem     Peni-          cillinspaltungsvermögen    gewinnen, wenn man als  hauptsächliche Energie- und Stickstoffquelle Amino-         säuregemische    in Form von     Eiweisshydrolysaten    oder       Peptidgemische    in Form von     Peptonen    oder noch  höher molekulare Proteine zur Herstellung der Nähr  lösung verwendet.

   Es ist zweckmässig, solchen Nähr  lösungen neben den üblichen     anorganischen    Ionen,  wie     S04--,        P0;4---,    Mg+ +, K+, Na+,     Cl-    noch ein  Vitamin- und     Wuchsstoffgemisch,    wie z. B. Hefe  wasser, in geringen Mengen zuzusetzen.  



  Durch Zusatz von     Phenylessigs:äure,    ihren Salzen  und Derivaten zur Nährlösung kann man die ge  wünschte enzymatische Aktivität der Bakterien stei  gern. Ferner kann man das     Penicillinspaltungsvermö-          gen    der Bakterienmasse dadurch weiter erhöhen, dass  in solche Kulturen     während    des     Wachstums    der  Bakterien ausser Luft noch Kohlendioxyd eingeleitet  wird.  



  Es wird vorzugsweise als Hauptnährboden  bestandteil Maisquellwasser verwendet. Dieses ent  hält gut geeignete Energie- und Stickstoffquellen, Vi  tamine und     Wuchsstoffe    und ferner die obengenann  ten anorganischen Ionen. Dieser Grundnährlösung  werden erfindungsgemäss     Phenylessigsäure,        Phenyl-          acetamid,        Phenacetursäure,        PhenacetylLzlutaminsäure     oder andere Derivate der     Phenylessigsäure    zugesetzt.  Das Kohlendioxyd kann entweder der zur Sauer  stoffversorgung der Kulturen verwendeten Luft bei  gemischt werden oder aber von der Belüftung ge  trennt in die wachsenden Kulturen eingeleitet werden.

    Die Temperatur der Kulturen kann 20-45 C betra  gen. Zweckmässig lässt man die Kulturen 12-20  Stunden bei 30-35 C wachsen.  



  Nach dieser Zeit werden die Bakterienzellen  zweckmässig abgetrennt und gewaschen. Man kann  sie dann auf Penicilline einwirken lassen. Da das  gewünschte     penicillinspaltende        Enzym    fest an die  Zellwand der Bakterien und nicht an cytoplasma-      tische Bestandteile der Zellen gebunden ist, kann  man das     Enzymmaterial    nach beendeter Einwirkung  aus den     Penicillinspaltungsansätzen    durch     Abzentri-          fugieren        zurückgewinnen    und für weitere Ansätze  wieder verwenden.

      <I>Beispiel 1</I>  <I>Vergleichsbeispiel</I>    160 Liter     2-Vol.    %     ige        Maisquellwasserlösung     werden mit     KOH    auf     pH    7,0 eingestellt und 30 Mi  nuten auf     12011    C erhitzt. Nach Abkühlung wird die  Lösung durch     Zentrifugieren    geklärt und nach Zu  satz von 0,5 % Glukose 40 Minuten bei     110o    C im       Fernenter        sterilisiert.    Diese Nährlösung wird nach  Abkühlung mit 400 ccm einer 18stündigen Schüttel  kultur von     E.coli        ATCC   <B>11105</B> beimpft.

   Der Ansatz  wird dann mit 150 Liter     Luft/Min.    bei 150 Umdre  hungen des     Rührwerkes    pro Minute belüftet und 17  Stunden bei     31()    C kultiviert.  



  Die Bakterienzellen werden aus der Kulturlösung       abzentrifugiert,    in 16 Liter     '/15    m     Phosphatpuffer-          lösung    von     pH    6,0 gewaschen und nach dem     Abzen-          trifugieren    in 16 Liter<B>75</B> m     Phosphatpufferlösung    von       pH    7,0     resuspendiert.    In dieser Suspension wird     trok-          kenes    Penicillin G bis zu einer Konzentration von  5000 i.     E./ccm    gelöst und 0,4 %     Toluol    zugegeben.

    Der Ansatz wird 12 Stunden bei     37,1    C gehalten und  enthält nach dieser Zeit noch 4200 i. E. Penicillin G  pro Suspension. Das Filtrat einer Probe dieser Sus  pension wird nach bekannten Methoden mit     Phenyl-          acetylchlorid    umgesetzt und lässt sich so bis auf  4850 i. E.     Penicillin        G/ccm    reaktivieren.

      <I>Beispiel 2</I>  <I>Vergleichsbeispiel</I>    160 Liter sterile, wie in Beispiel 1 hergestellte       Maisquellwasserlösung,    jedoch ohne Zusatz von     Glu-          kose,    werden mit 400 ccm einer 18stündigen Schüt  telkultur von E.     coli        ATCC    11105 beimpft. Der An  satz wird mit 150 Liter     Luft/Min.    bei 150 Umdre  hungen des Rührwerkes pro Minute belüftet und 17  Stunden bei     31o    C     kultiviert.     



  Die Bakterienzellen werden aus der Kulturlösung       abzentrifugiert,    in 16 Liter     'h5    m     Phosphatpuffer-          lösung    von     pH    6,0 gewaschen und nach     Abzentrifu-          gieren    in 16 Liter     '/5    m     Phosphatpufferlösung    von       pH    7,0     resuspendiert.    In     dieser        Suspension    wird  trockenes     Penicillin    G bis zu einer Konzentration von  5000 i.

       E./ccm    gelöst und 0,4 %     Toluol    zugegeben.  Der Ansatz wird 5 Stunden bei 370 C gehalten und  enthält nach dieser Zeit noch 600     i.E.    Penicillin G  pro ccm Suspension. Das     Filtrat    einer Probe dieser  Suspension wird nach bekannten Methoden mit     Phe-          nylacetylehlorid    umgesetzt und lässt sich so bis auf  4650     i.E.    Penicillin     G/ccm    reaktivieren.  



  Bei den Beispielen 1 und 2 wurde dem Kultur  medium keine     Phenylessigsäure    zugesetzt. Dement  sprechend waren die Ausbeuten schlecht. Aus den  nun folgenden Beispielen geht hervor, welch hohe  Ausbeuten dann erreicht werden, wenn in Gegen-         wart    von     Phenylessigsäure    oder deren Derivaten ge  arbeitet wird.    <I>Beispiel 3</I>    160 Liter sterile, wie in Beispiel 2 hergestellte       Maisquellwasserlösung,    jedoch mit Zusatz von 0,2 %       Kaliumphenylacetat,    werden mit 400 ccm einer     18-          stündigen    Schüttelkultur von E.     coli        ATCC    11105  beimpft.

   Der Ansatz wird mit 150 Liter Luft/Min.  bei 150 Umdrehungen des Rührwerkes pro Minute  belüftet und 17 Stunden bei<B>310</B> C kultiviert.  



  Die Bakterienzellen werden aus der Kulturlösung       abzentrifugiert,    in 16 Liter     '/n    m     Phosphatpuffer-          lösung    von     pH    6,0 gewaschen und nach     Abzentri-          fugieren    in 16 Liter     \/i;    m     Phosphatpufferlösung    von       pH    7,0     resuspendiert.    In dieser Suspension wird     trok-          kenes    Penicillin G bis zu einer Konzentration von  10000     i.E./ccm    gelöst und 0,4 %     Toluol    zugegeben.

    Der Ansatz wird 5 Stunden bei     30o    C gehalten und  enthält nach dieser Zeit noch 1500 i. E. Penicillin G  pro ccm Suspension. Das Filtrat     einer    Probe dieser  Suspension wird nach bekannten Methoden mit     Phe-          nylacetylchlorid    umgesetzt und lässt sich dadurch bis  auf 9500 i. E. Penicillin     G/ccm    reaktivieren.

      <I>Beispiel 4</I>    160 Liter sterile, wie in Beispiel 2 hergestellte       Maisquellwasserlösung,    jedoch     mit    Zusatz von 0,2 %       Kaliumphenylacetat,    werden mit 400 ccm einer     18-          stündigen    Schüttelkultur von     E.-coli        ATCC    beimpft.

    Der Ansatz wird mit<B>150</B> Liter     Luft/Minute    bei 150  Umdrehungen des Rührwerkes pro Minute belüftet  und 17 Stunden bei     31o    C ohne     überdruck        kultiviert.     Während der gesamten Wachstumszeit werden durch  eine von der Luftleitung des Fernenters getrennte  Leitung 5 Liter Kohlendioxyd pro Minute in die  Kultur eingeleitet.

      Die Bakterienzellen werden aus der Kulturlösung       abzentrifugiert,    in 16 Liter     '/s5    m     Phosphatpuffer-          lösung    von     pH    6,0 gewaschen und nach erneuter  Abtrennung in 16 Liter     '/5    m     Phosphatpufferlösung     von     pH    7,5, welche 100000 i. E. Penicillin     G/ecm     und 0,4 %     Toluol    enthält,     resuspendiert.    Der Ansatz  wird 7 Stunden bei     30     C gehalten.

   Während dieser  Zeit wird das     pH    des Reaktionsgemisches, welches  durch die enzymatisch aus dem     Penicillinmolekül    ab  gespaltene     Phenylessigs:äure    in den sauren Bereich  absinkt, durch wiederholte Zugaben von konzen  trierter     Na.CO;;    Lösung zwischen 7,0 und 7,5 ge  halten. Nach der 7stündigen Reaktion enthält der  Ansatz noch 12 000     i.E.    Penicillin     G/ccm    Suspen  sion. Das Filtrat einer Probe dieser     Suspension    wird  nach bekannten Methoden mit     Phenylacetylchlorid     umgesetzt und lässt sich dadurch bis auf 91000 i. E.  Penicillin     G/ccm    reaktivieren.  



  Die in diesem Ansatz gebildete     6-Aminopenicil-          lansäure    kann als farbloses, kristallines Pulver in  guter Ausbeute isoliert werden.      <I>Beispiel 5</I>  160 Liter sterile, wie in Beispiel 2 hergestellte       Maisquellwasser-Nährlösung,    jedoch mit Zusatz von  0,2 %     Kaliumphenylacetat    werden mit 400 ccm einer  18stündigen Schüttelkultur von     E.coli        ATCC    9637  beimpft.

   Der Ansatz wird mit 150 Liter Luft/Minute  bei 150 Umdrehungen des Rührwerkes pro Minute  belüftet und 17 Stunden bei 310 C ohne     überdruck          kultiviert.    Während der gesamten Wachstumszeit  werden durch eine von der Luftleitung des     Fermen-          ters    getrennte Leitung 10 Liter Kohlendioxyd pro  Minute in die Kultur eingeleitet.  



  Die Bakterienzellen werden aus der Kulturlösung       abzentrifugiert,    in 16 Liter     '/,5    m     Phosphatpuffer-          lösung    von     pH    6,0 gewaschen und nach erneuter Ab  trennung in 16 Liter     '/5    m     Phosphatpufferlösung    von       pH    7,5, welche 50000 i. E. Penicillin     G/ccm    und  0,4 %     Toluol        enthält,        resuspendiert.    Der Ansatz  wird 3 Stunden bei 300 C gehalten.

   Während dieser  Zeit wird das     pH    des Reaktionsgemisches, welches  durch die enzymatisch aus dem     Penicillin-Molekül     abgespaltene     Phenylessigsäure    in den sauren Bereich  absinkt, durch wiederholte Zugabe von konzentrier  ter     Na.,C0,3-Lösung    zwischen 7,0 und 7,5 gehalten.  Nach der 3stündigen Reaktion enthält der Ansatz    noch 4700 i. E. Penicillin     G/ccm    Suspension. Das  Filtrat einer Probe dieser Suspension wird nach be  kannten Methoden mit     Phenylacetylchlorid    umge  setzt und lässt sich dadurch bis auf 46 500 i. E. Peni  cillin     G/ccm    reaktivieren.  



  Die in diesem Ansatz gebildete     6-Aminopenicil-          lansäure    kann nun als farbloses,     kristallines    Pulver  in guter Ausbeute     isoliert    werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von penicillinspalten- den Enzympräparaten, dadurch gekennzeichnet, dass man die penicillinspaltenden Bakterien unter Belüf tung in solchen Nährlösungen züchtet, die höchstens unbedeutende Mengen von vergärbaren Kohlehydra ten enthalten und denen Phenylessigsäure oder deren Derivate in Mengen von 0,002-2 % zugesetzt sind. UNTERANSPRUCH Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass man als Hauptnährbodengrundlage Maisquellwasser verwendet.
CH956960A 1959-09-24 1960-08-24 Verfahren zur Herstellung von penicillinspaltenden Enzympräparaten CH386964A (de)

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