Vorrichtung zum mechanischen Abnehmen der Lagerdeckel von Lagern von Streckwerksdruckzylindern In der Spinnerei, gleichgültig, ob es sich um Woll-, Baumwoll-, Seiden- oder Kunstfasernspinnerei handelt, werden in den Streckwerken Druckzylinder verwendet, die im Interesse eines geringen Platz bedarfs sehr klein ausgebildet sind. Dementsprechend haben auch die Lager, die im Hinblick auf ruhigen Lauf und lange Lebensdauer Kugel- oder Nadellager sind, einen kleinen Durchmesser.
Auch bei Ver wendung hochwertigster Materialien für die Herstel lung der Lager und bester Schmiermittel für ihren Unterhalt ist es begreiflicherweise notwendig, die Lager von Zeit zu Zeit zu öffnen, um sie einer gründ lichen Reinigung zu unterziehen und um schadhaft gewordene Teile auszuwechseln.
Das Öffnen der Lager ist jedoch, vor allem wegen der geringen Abmessungen, eine überaus zeitraubende Arbeit, die bisher nur von Hand und ohne Zuhilfe nahme von Maschinen bestenfalls mit einfachen Handwerkzeugen vorgenommen werden konnte. Bei der viele Millionen betragenden Anzahl von Druck zylindern, die auf der ganzen Welt laufen, bei den hohen Kosten, die für Arbeitskräfte aufgewendet werden müssen und insbesondere bei dem herrschen den Mangel an geeigneten Arbeitskräften stellte die rationelle Revision und Reinigung der Druckzylinder lager ein bisher ungelöstes Problem dar.
Die vorliegende Erfindung setzt sich zum Ziel, den relativ zeitraubendsten Arbeitsgang bei der Revi sion der Druckzylinderlager, nämlich das Lösen der Lagerdeckel, zu mechanisieren. Diese Lagerdeckel bestehen üblicherweise aus einem kreisrunden, meist leicht durchgebogenen Metallscheibchen, das an sei nem Umfang mehrere, vorzugsweise fünf, Ausschnitte aufweist, und, mit der gewölbten Seite nach aussen gekehrt, in der Lagerbüchse sitzt, in der es dank der ihm durch seine Wölbung innewohnenden Federkraft klemmt und auf diese Weise eine Barunterliegende Dichtung festhält.
Um dieses Metallscheibchen aus der Lagerbüchse zu lösen, wurde bisher ein nadel förmiges Häkchen von Hand nacheinander in die verschiedenen Ausschnitte des Metallscheibchens ein geführt, das Scheibchen wurde schrittweise gelockert und diese Lockerung so lange fortgesetzt, bis es aus der Lagerbüchse herausfiel. Es bedarf keiner weiteren Erläuterung, dass dieses Verfahren im höchsten Grad unwirtschaftlich und den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechend war.
Die Erfindung betrifft nun eine Vorrichtung zum mechanischen Abnehmen der Lagerdeckel von La gern von Streckwerksdruckzylindern, die gekenn zeichnet ist durch ein mit mindestens einem klauen- förmigen Ansatz versehenes Festhalteorgan und durch eine Führung, die dazu geeignet und bestimmt ist, das Heranführen der Lager an das Festhalteorgan derart zu beeinflussen,
dass die Lagerachsen minde stens annähernd in der Verlängerung der Vorrich- tungsachse zu liegen kommen, wobei das Festhalte organ und die Führung im Verhältnis zueinander eine Drehbewegung ausführen und das freie Ende des oder der klauenförmigen Ansätze in Richtung der Drehbewegung weist, die das Fe_ sthalteorgan relativ zur Führung aufweist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt, bei dem das Festhalteorgan umläuft und die Führung feststeht. Es zeigen: Fig. 1 einen Längsschnitt durch die Vorrichtung mit einem dem Festhalteorgan gegenüberliegenden Lagerdeckel und dem dünn ausgezogenen Ende einer Druckzylinderachse samt Lager und Fig. 2 eine Frontalansicht der Vorrichtung.
In diesen Figuren ist 1 das Festhalteorgan, das in dem Nadellager 2 und der in ihrem in Fig. 1 links gelegenen Teil als Gleitlagerhülse ausgebildeten Füh rungshülse 3 langsam rotiert. An seinem frontseitig gelegenen Ende (rechts in Fig. 1) läuft der Rand des Festhalteorgans 1 in fünf krallenartige, zugespitzte Ansätze 4 aus, deren freie Enden in Richtung der durch die Pfeile x veranschaulichten Drehrichtung des Festhalterorgans 1 weisen.
Diese Ansätze sind dazu bestimmt, sich in die am Umfang der Lager deckel 15 der Lager der Streckwerksdruckzylinder vorgesehenen Ausschnitte 16 einzufügen und sollen daher möglichst der Anzahl dieser Ausschnitte ent sprechen. Diese beträgt im allgemeinen fünf und in diesem Falle sollten mindestens drei Ansätze vor gesehen sein, um ein gleichmässiges Erfassen und Abziehen der Lagerdeckel 15 zu gewährleisten; besser ist es jedoch, wenn, so wie in der Zeichnung, auch fünf Ansätze 4 vorhanden sind.
Diese Ansätze greifen natürlich nur dann ver lässlich in die Ausschnitte 16 am Rand der Lager deckel 15 ein, wenn die letzeren genau zentriert an die Vorrichtung herangebracht werden. Zu diesem Zweck ist das betreffende Ende 5 der Gleitlagerhülse 3 (rechts in Fig. 1) als konische Führung ausgebildet. In diese wird nun das deckelseitige Ende der Druck zylinderlager 17 eingeführt, so dass es sich zwang läufig zentriert und die Druckzylinderachse 18 zu mindest mit ihrem der Vorrichtung zugekehrten Ende mit der Vorrichtungsachse zusammenfällt.
Wird hier auf das Druckzylinderlager 17 mitsamt der Führung 5 entgegen der Wirkung der Druckfeder 6 noch weiter an das Festhalteorgan 1 bzw. an dessen krallen- förmige Ansätze 4 herangeführt, so haken sich die Ansätze 4 in die Ausschnitte 16 am Umfang des Druckzylinder-Lagerdeckels 15 ein, da sie eine lang same Drehbewegung ausführen.
Wenn der Druck zylinder dann wieder zurückgezogen wird, bleibt der Lagerdeckel 15 an den Ansätzen 4 in der Tiefe der konischen Führung 5 hängen, kann folglich der Rückzugsbewegung des Druckzylinders nicht folgen und wird so aus der Lagerbüchse herausgezogen.
Um den Lagerdeckel aus der Vorrichtung aus zustossen bzw. von dem Festhalteorgan loszulösen, könnte ein Ausstossmittel vorgesehen werden, z. B. ein Stössel, der das Festhalteorgan durchragt und im gegebenen Augenblick von innen her den Lager deckel auswirft. Zweckmässiger ist jedoch die im gezeigten Ausführungsbeispiel dargestellte Einrich tung. Diese besitzt ringförmige Druckluftkanäle 7 und 7', die im Befestigungsring 13 und in der axial be weglichen Gleitlagerhülse 3 vorgesehen und durch Dichtungen 24, 24' abgeschlossen sind, wobei der Druckluftkanal 7' das Festhalteorgan 1 umgibt.
Da die konische Führung 5 sich gegen das Innere der Vorrichtung wieder aufweitet und das Festhalteorgan mindestens eine Querbohrung 12 aufweist, kann die Druckluft, die über die Anschlussöffnung 8 und die Einströmöffnungen 9, 9' den Druckluftkanälen 7, 7' zuströmt, auf die ganze, dem Festhalteorgan zuge- wendete Seite der Lagerdeckel 15 wirken und diese aus der Vorrichtung auswerfen. Zweckmässig wird die Zuführung der Druckluft nur stossweise erfolgen, also während eines Grossteils der Manipulation unter brochen bleiben.
Dies kann entweder durch ein ausser halb der Vorrichtung angebrachtes Ventil erzielt werden oder dadurch, dass die Zuströmöffnungen 9, 9' der Druckluft zu dem Festhalteorgan 1 bei dessen Drehung periodisch geschlossen werden.
Die Druckluft kann auch auf andere Art zwangläufig gesteuert werden, beispielsweise dadurch, dass beim Hineindrücken der Gleitlagerhülse 3 durch den Druckzylinder ein (nicht dargestellter) Kontakt über den Schraubenbolzen 10 und die Schubstange 11 in Bereitschaftsstellung gebracht wird, der, wenn die Spindel zurückgezogen wird und die Gleitlagerhülse 3 in ihre Ausgangsstellung zurückkehrt, das Druck luftventil für kurze Zeit öffnet, also im richtigen Augenblick den Ausstoss des Lagerdeckels 15 bewirkt.
Da die Druckzylinder verschiedene Durchmesser aufweisen können und folglich auch die Lagerdeckel verschieden gross sind, ist es zweckmässig, die erfin dungsgemässe Vorrichtung diesen verschiedenen Grö ssen auf einfache Art rasch anpassen zu können. Dies wird im gezeigten Fall in der Weise erreicht, dass das ganze Vorrichtungsaggregat mit seinem Gehäuse 25 aus dem Befestigungsring 13, der seinerseits an einer Stirnplatte 19 durch die Schrauben 20 befestigt ist, mittels von aussen zugänglicher Schrauben 14 gelöst und nach vorne (rechts in Fig.l) heraus gezogen werden kann.
Ein anderes Vorrichtungs- aggregat mit anderen Innendimensionen kann dann auf die gleiche Weise eingesetzt und befestigt werden. Der Antrieb des drehenden Festhalteorgans 1 wird durch die Antriebswelle 21 bewirkt, deren Quer stift 22 in einen Schlitz 23 des drehenden Festhalte- organs 1 eingreift.
Es ist selbstverständlich auch möglich, das Fest halteorgan 1 feststehend und die Führung 5 drehbar auszubilden. In diesem Fall vermittelt die Führung 5 dem Lager 17, sobald dieses in die Führung 5 hinein gedrückt wird, die notwendige Drehbewegung, damit sich die Ausnehmungen 16 der Lagerdeckel 15 an den Ansätzen 4 des Festhalteorgans festhaken kön nen.
Um auch die Lagerdeckel von Druckzylindern, deren Achsen verlängert sind und die Lagerdeckel durchragen, mit der gleichen, erfindungsgemässen Vorrichtung abnehmen zu können, wird das Fest halteorgan, wie im dargestellten Beispiel, zweck mässig hohl ausgebildet, so dass die Druckzylinder achse in das Festhalteorgan eingeführt werden kann. Anderseits kann das Festhalteorgan mit seinen klauenförmigen Ansätzen auch anders ausgebildet sein. Zum Beispiel müssen die Ansätze nicht an der Peripherie eines ringförmigen Festhalteorgans sitzen, wenn die Ausnehmungen in den Lagerdeckeln nicht am Umfang derselben ausgestanzt sind.
Schliesslich kann die erfindungsgemässe Vorrichtung auch einen Teil einer Maschine bilden, welche die zu reinigenden Druckzylinderlager weiteren Operationen unterzieht und zu diesem Zweck noch andere Aggregate, bei spielsweise Reinigungsaggregate enthält.