Selbsttätige Feinwaage
Die Erfindung betrifft eine Feinwaage, die mit ihrem Schaltgewichtesatz bis zur Vollast durch motorische Kraft im Sondierungsvor- und -rücklauf mittels elektromechanischer, iichtelektrischer oder elektronischer Steuerung vom schwingenden System aus selbsttätig sondiert, und die zur Unterteilung des kleinsten Einzelschaltgewichtes in kleinere Massewertdekaden die Balkenneigung ausnutzt.
Die Forderung nach solchen Waagen besteht insbesonders in modernen Laboratorien, welche eine Vielzahl von Reihenuntersuchungen zur laufenden und unmittelbaren Überwachung von Produktionen durchzuführen haben und darauf angewiesen sind, die Überwachung zu automatisieren, um vom bisher notwendigen Einatz an Wägepersonal frei zu werden.
Selbsttätige Feinwaagen sind bereits bekannt. Es ist versucht worden, mehrere Balken nebeneinander oder übereinander anzuordnen, von denen je einer für eine Gewichtedekade bestimmt und mit Kontakten versehen ist, so dass dem Massewert einer Substanz entsprechend, auf Grund der Kontaktgebung, nur die gegebenen Waagebalken zum Einsatz kommen können.
Diese Anordnung brachte nicht die von Feinwaagen geforderte Empfindlichkeit und stiess neben Unwirtschaftlichkeit auf grosse bauliche Schwierigkeiten.
Es ist versucht worden, bei der Sondierung von Schaltgewichten mit der grössten Dekade zu beginnen, alsdann auf die nächstkleineren nacheinander zurückzuschalten. Dies bedingt jedoch, dass bei jeder möglichen Wägung der gesamte Schaltgewichtesatz stets abgetastet werden muss, auch dann, wenn die zu wägende Substanz einen kleinen Massewert besitzt. Ausserdem ist bei dieser Anordnung die Verwendung der Balkenneigung zur Unterteilung des kleinsten Schaltgewichtes in weitere kleinere Massewertdekaden nicht möglich, womit der Charakter einer Feinwaage verlorengeht.
Sonstige selbsttätige Feinwaagen arbeiten nur mit dem System der Balkenneigung allein. Sehr kleine Drehmomente eines Balkens können mechanisch, lichtelektrisch oder auch elektronisch abgetastet und die erhaltenen Werte Massenwerten proportional gesetzt werden. Solche Waagen besitzen keine Schaltgewichtesätze und damit einen verhältnismässig kleinen Wägebereich.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Waage zu erstellen, die in einem grossen Wägebereich selbsttätig eine sehr genaue Bestimmung einer Masse ermöglicht, wobei nur ein Teil an Schaltgewichtedekaden selbsttätig sondiert und die Balkenneigung zur weiteren Bestimmung kleinerer Dekaden ausgenutzt wird.
Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, bei gleichzeitiger Schonung aller Schaltgewichte die Wägezeiten zu verkürzen.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch verwirklicht, dass ein Stufengleitstuhl im Sondierungsvorlauf zur Abnahme von Einzelschaltgewichten von einem Gehänge bis zur ersten tYberschreitung des Lastausgleich es dient, ein Zusatzgewicht nach beendetem Sondierungsvorlauf durch ein Neigungsrelais dem Gehänge entnommen wird und nach beendetem Sondierungsrücklauf dem Gehänge zugefügt zur Einschwingung des Balkens in seine Neigung zur Unterteilung des kleinsten Schaltgewichtes in weitere Massewertdekaden dient, und dass von einem Schaltorgan gesteuerte Zughebelrelais vorgesehen sind, die zur Verhinderung der Wiederauflage einzelner Schaltgewichte auf das Gehänge im Sondierungsrücklauf dienen.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt den Aufbau einer Feinwaage vor Beginn einer Wägung.
Fig. 2 zeigt die gleiche Waage nach beendetem Vorlauf.
Ein Balken 1 ist nach dem Substitutionsprinzip mit einem Gegengewicht 2, einer Mittelschneide 3 und einer Endschneide 3a versehen. Ein von der End schneide 3a a drehbar gelagertes Gehänge 4 trägt einen Schaltgewichtesatz 5 einschliesslich einem nicht zum eigentlichen Schaltgewichtesatz gehörenden Zusatzgewicht 5z auf Gewichteleisten 6 und einer Sub- stanzschale 7. Mittels eines Schalthebels 8, einer Schaltwelle 9, einer geeigneten Arretierkurve 10, einem Gestänge 11 mit einer dazugehörigen Druckfeder 1 la und einer Schwinge 12, mit einer Balkenstütze 13 sowie Gehängestützen 1 3a kann der Balken 1 entarretiert werden. Unterhalb der Substanzschale ist ein empfindlicher, wahlweise mit einer nicht gezeigten Dämpfung gekoppelter Schwingschalter 14 angeordnet.
Der Schwingschalter 14 besteht aus einem leichten Schalthebel 14a, der sich im indifferenten Gleichgewicht befindet und von einer an einem Schalenträger 15 befestigten Schalterklaue 16, je nach Lage des Balkens einen Vorlaufkontakt 14b oder einen Rücklaufkontakt 14c schliessen kann.
Das Drehmoment des Schalthebels 14a ist verstellbar und kann demjenigen des Balkens proportional gesetzt werden, womit der bekannten Balkenneigung zur Unterteilung des kleinsten Schaltgewichtes in kleinere Massewertdekaden Raum gegeben wird. Bei 0-Stellung der Waage befindet sich der Schaltarm 14a sehr nahe dem Rücklaufkontakt 14c, ohne diesen jedoch zu schliessen. Bei Auflage einer Substanz 17 gleich dem Massewert des kleinsten Schaltgewichtes schlägt die Waage voll aus, und der Schaltarm 1 4a kommt sehr nahe dem Vorlaufkontakt 14b, ebenfalls ohne diesen zu schliessen. Der dem Massewert der Substanz 17 entsprechende Ausschlag des Schalthebels (14a) liegt im Neigungsbereich der Waage, wobei der Vor- (14b) bzw. Rücklaufkontakt (14c) unberührt bleiben.
Ist der Massewert einer Substanz grösser, als sie dem kleinsten Schaltgewicht entspricht, wird der Neigungsbereich des Balkens überschritten und der Vorlaufkontakt 14b geschlossen. Durch das Schliessen des Vorlaufkontaktes 14b wird ein Wenderelais 20, Vorlaufseite 20a, an eine Stromquelle 18 angeschlossen. Mittels eines Ankers 20b wird ein Vorlaufkontakt 20c geschlossen, der einen Motor 21 ebenfalls an die Stromquelle 18 schaltet. In Vorlaufrichtung zieht der Motor 21 über ein Umschaltgetriebe 23 ein Gewindegestänge 24 das über einen im Punkt 25b gelagerten Stuhlhebel 25 einen Stufengleitstuhl 26 in Höhenrichtung bewegt, während sich ein Neigungskontakt 20d öffnet und damit verhindert, dass ein Neigungsrelais 28 anspricht.
Gleichzeitig bewegt die gleiche Drehrichtung des Motors 21 über das Umschaltgetriebe 23 eine Schneckenwelle 23b, deren Schnecke 22q einen am Schneckenrad befestigten Sondenschaltarm 22b über Kontakte einer Sonde 22 zieht.
Im Ausführungsbeispiel befindet sich der Schaltgewichtesatz zu Beginn einer Wägung auf dem Gehänge. Für die Bestückung sind zwei Dekaden mit je 9 Einzelschaltgewichten 5a, Sb und eine Dekade mit einem Einzelschaltgewicht 5c vorgesehen. Zusätzlich befindet sich auf dem Gehänge ein Zusatzgewicht 5z, das den Massewert eines der kleinsten Einzelschaltgewichte aus der Dekade 5a besitzt.
Durch die Stufen des Stufengleitstuhles 26 kann dieser beim Gleiten in Höhenrichtung nacheinander Einzelschaltgewichte 5a bis 5c, entsprechend dem Massewert der Substanz, dem Gehänge entnehmen.
Nicht möglich ist es, durch den Stufengleitstuhl das Zusatzgewicht 5z dem Gehänge zu entnehmen.
Proportional zum Abheben der Schaltgewichte 5a, 5b, 5c vom Gehänge wird der Sondenschaltarm 22b gedreht, dessen Kontaktbrücke 22c zur gleichen Zeit den ersten Kontakt 22hlD erreicht, zu welcher die erste Stufe des Stufengleitstuhles 26 das Einzelschaltgewicht 5a Nr. 1 vom Gehänge 4 hebt.
Wie jede Stufe einem bestimmten Einzelschaltgewicht zugeordnet ist, gehört zu jedem Einzelschaltgewicht ein Kontakt 22hlD bis 22h3D auf der Sonde 22.
Auch die Kontakte auf der Sonde sind dekadenweise geordnet.
Der im Vorlauf des Motors 21 stattfindende Abhebevorgang ist beendet, wenn ein grösserer Massewert an Einzelschaltgewichten 5a, 5b, 5c dem Gehänge 4 entnommen ist, als dieser dem Massewert der Substanz 17 entspricht. Im Ausführungsbeispiel wird angenommen, die Waage arbeitet mit einer Höchstlast von 200 g. Die Schaltgewichtebestückung ist dann: 9 Stück Einzelschaltgewichte 5a der ersten Dekade = 9 g 9 Stück Einzelschaltgewichte 5b der zweiten Dekade = 90 90 g 1 Stück Einzelschaltgewicht 5c der dritten Dekade = 100 g
Das Gegengewicht 2 hält aber auch nach dem Zusatzgewicht 5z das Gleichgewicht, so dass es mit dem unveränderlichen Massewert von 20zog wirkt.
Unter Annahme, dass die Substanz 17 den Massewert von 137,64 g besitzt, ist der Vorlauf beendet, wenn der Stufengleitstuhl die Abhebung der ersten und zweiten Dekade an Schaltgewichten = 99 g vollzogen und mit der Abhebung des Einzelschaltgewichtes 5c der dritten Dekade = 100g begonnen hat. Wertmässig findet nachfolgendes Kräftespiel statt:
Dem Massewert der Substanz 17 und des Zusatzgewichtes 5z von 138,64 g steht der Massewert des Gegengewichtes von 200g gegenüber. Der Vorlaufkontakt 14v fällt ab. Mit einer Kraft von 200g - 138,64g folgt das gesamte Gehänge 4 einschliesslich Schaltklaue 16 dem gehobenen Einzelschaltgewicht aus der Dekade 5c, welches mit der gleichen Kraft eine starre Verbindung zwischen Stufengleitstuhl und Gehänge bewirkt.
Dadurch öffnet der Vorlaufkontakt 14b den Wendeschalter 20, in dem die Vorlaufseite 20a abschaltet und vom geöffneten Vorlaufkontakt 20c aus der Motor den Vorlauf beendet. Der Neigungskontakt 20d wird geschlossen und damit der Stromkreis einer Spule 28a des Neigungsrelais 28, da der Sondenschaltarm 22b gedreht wurde und dessen Kontaktbrücke 22f die Neigungskontaktbögen 22a schliesst. Durch Anspringen eines Ankers 28b des Neigungsrelais 28 wird ein Zug 28c betätigt, der über Gewichthebel 29 und Gewichtgabel 29a des Zusatzgewichtes 5z vom Gehänge 4 entnimmt, so dass sich der Wert auf der Gehängeseite von 138,64 g in 137,64 g ändert.
Anderseits wird nach beendetem Verlauf vom Neigungskontakt 20d aus über Kontakt 20e, Kupplungskontaktbögen 22n und Kontaktbrücke 22e der Stromkreis eines Kupplungsschaltrelais 32 geschlossen. Sein Anker 32b schliesst die Kontakte 32c und 32d und kann nur mechanisch gelöst werden.
Der Kontakt 32c schliesst einen Stromkreis zu einem Magneten 33a eines Kupplungsrelais 33, wodurch der Stromkreis zu einem Vorschaltmagneten 31 b eines Verzögerungsschaltrelais 31 geschlossen wird. Gleichzeitig schliesst der Kontakt 32d den Stromkreis zu dem Wenderelais 20, Rücklaufseite 20f, wodurch ein Anker 20g angezogen und ein Kontakt 20h geschlossen wird. Der Motor 21 ändert somit seine Drehrichtung (Rücklauf). Ein Anker 33b des Kupplungsrelais 33 setzt ein verschiebbares Zahnrad 23c des Umschaltgetriebes 23 um. Es greift in ein Exzenterrad 23g. Das Verzögemngsschaltrelais 31 legt mit Kontakt 31c einen Hauptschaltbogen 22i der Sonde an die Stromquelle 18.
Die Rücklaufseite 20f des Wenderelais 20 schliesst den Stromkreis zum Rücklauf des Motors 21 und schaltet den Magneten 32a des Kupplungsschaltrelais 33 ab.
Jedem Einzelschaltgewicht 5a, 5b, 5c ist ein Zughebelrelais 30 zugeordnet. In den Abbildungen ist der Einfachheit halber nur eines enthalten. Ein Vorschaltkontaktbogen 22m auf der Sonde 22 ist an die Stromquelle 18 geschaltet und bewirkt mit der Stellung des Sondenschaltarmes 22b, Kontaktbrücke 22d und Kontakt 2213D für das dekadenweise Anlegen der Spannung an die Magneten 30a der Zughebelrelais 30. Der andere Pol der Stromquelle 18 wird vom Hauptkontaktbogen 221 der Sonde 12 über Kontaktbrücke 22c und Kontakt 22h3D zu demjenigen Zughebelrelais geschaltet, welches nach Stellung des Sondenschaltarmes 22b dem Einzelgewicht 5c zugeordnet ist. Sogleich keilt der Zughebelrelaisanker 30b seine Keilfläche 30c unter einen Hebelrahmen 30d.
Dieser reicht über alle vorhandenen Zughebelrelais 30. Der im Rücklauf befindliche Motor 21 dreht den Exzenter 23f, wodurch der Hebelrahmen 30d mit Hilfe seiner Führung 30g um seinen Drehpunkt 30f ein Drehmoment erfährt. Dieses Drehmoment wirkt auf einen Zughebel 30h, der mit einem Zug 35 verbunden ist und den zum Einzelschaltgewicht 5c gehörenden Gewichthebel 29b zieht, wodurch mit Hilfe einer Gewichtgabel 29c das Einzelschaltgewicht Sc so weit vom Gehänge 4 entfernt wird, dass es von diesem nicht mehr erreicht wird. In seiner tiefsten Stellung wird der Zughebel 30h blockiert, indem ein am Zughebel 30h drehbar gelagerter und von einer Blattfeder 30j gespannter Winkelhebel 30i mittels einer fest angeordneten Spannleiste 30k in einen über alle Zughebelrelais 30 reichenden Sperrrahmen 301 rastet.
Die Entnahme des Einzelschaltgewichtes 5c vom Gehänge 4 wird von einem Zählwerk 34 angezeigt, indem vom Hauptkontaktbogen 22i der Sonde 22 über Kontaktbrücke 22c und Kontakt 22k3D ein Magent 34a des Zählwerkes 34 3 D einen Stromstoss erhält, worauf bei Anziehen eines Zählwerkankers 34b mittels einer Sperrklinke 34c und eines Sperrstückes 34d ein Zahlenkörper 34e gedreht wird und in einem Schaufenster 34f der Wert erscheint.
Ebenfalls vom Hauptkontaktbogen 22i der Sonde ausgehend, wird mittels Kontaktbrücke 22c und Kontakt 22j3D, welcher mit den Kontakten 2212D und 22jod in Verbindung steht, ein Nachschaltmagnet 3 1d des Verzögerungsschalters 31 in den Stromkreis geschlossen, so dass der Verzögerungsanker 31 a von zwei Magneten gehalten wird.
Nach einem Umlauf des Exzenterrades 23g hat der Hebelrahmen 30d seine Ausgangsstellung wieder eingenommen, und ein Auslösestift 23i löst mittels einer Auslösestange 32e die Kontakte 32c und 32d.
Damit wird der Stromkreis für das Kupplungsrelais 33 unterbrochen. Die Ankerfeder 33c setzt das Umschaltgetriebe 23 um, so dass der Motor 21 nunmehr in Rücklaufrichtung auf den Stufengleitstuhl und den Sondenschaltarm wirkt. Die Rücklaufseite 20f des Wenderelais 20 ist nicht mehr durch Kontakt 32d, sondern durch einen Rücklaufkontakt 1 4c des Schwingschalters 14 in den Stromkreis eingeschlossen. Während der Entnahme des Einzelschaltgewichtes 5c vom Gehänge 4 ist das Gehänge 4 mit der Kraft von 61,36 g so lange dem Einzelschaltgewicht Sc gefolgt, bis dem Drehmoment des Balkens 1 durch einen nicht gezeigten Anschlag ein Ende gesetzt ist.
In dieser Stellung des Balkens 1 schliesst der Schalthebel 14a den Rücklaufkontakt 14c, so dass der Rücklauf ohne Unterbrechung seinen Fortgang nimmt. Durch Öffnen des Kontaktes 32c fällt der Vorschaltmagnet 31b ab. Der Kontakt 3 1c bleibt so lange geschlossen, bis der rücklaufende Sondenschaltraum 22b auf der Kontaktbrücke 22c den Kontakt 22j3D verlässt, wodurch ein Verzögerungsanker 3 1a abfällt und der Hauptkontaktbogen 22i aus dem Stromkreis genommen wird.
Entsprechend dem angezogenen Beispiel erfolgt ein störungsfreier Rücklauf in die zweite Dekade.
Die Kontaktbrücke 22d erreicht den Kontakt 22l2D und schaltet alle Zughebelrelais 30 der zweiten Dekade an die Stromquelle 18. Der Stufengleitstuhl 26 bewegt sich weiter abwärts und setzt Einzelschaltgewichte 5b der zweiten Dekade auf das Gehänge 4.
Mit dem Aufsetzen des Einzelschaltgewichtes 5b Nr. 9 ändert sich der zuletzt erhaltene Massewert der Gehängeseite von 137,64 g auf 147,64g, womit sich an der Lage des Balkens und damit an der Kontaktgebung 1 4c nichts ändert, so dass der Motor 21 im Rücklauf verhält. Es gelangen störungsfrei die Einzelschaltgewichte 5b der zweiten Dekade Nr. 9 bis Nr. 4 auf das Gehänge 4.
Mit beginnender Wiederauflage des Einzelschaltgewichts 5b Nr. 3 der zweiten Dekade überschreitet der Massewert auf der Gehängeseite die Grenze der 200g. Damit erfährt der Balken 1 mit beginnender Auflage ein Drehmoment, welches die Lösung des Rücklaufkontaktes 1 4c bewirkt und der Stromkreis im Wenderelais, Rücklaufseite 20f, unterbrochen wird. Nach Abfallen des Rücklaufankers 20g wird die Zuschaltung des Kupplungsrelais 32 durch Kontakte 20e bewirkt, und von hier aus wird der Funktionsablauf der bereits beschriebenen Relais wie auch der Sonde 22 bestimmt. Die Kontaktbrücke 22c und der Kurzschlussbrückenbogen 22p schliessen die Zughebelrelais 30 Nr. 3 bis Nr. 1 der zweiten Dekade an die Stromquelle 18.
Die zugehörigen Zughebel 30h werden von der Hebelrahmenleiste 30d erfasst, und die restlichen 3 Einzelschaltgewichte 5b der zweiten Dekade werden so weit vom Gehänge 4 entfernt, dass sie vom Gehänge 4 nicht mehr erreicht werden. Der Balken erreicht seinen Anschlag, womit der Rücklaufkontakt 1 4c mit einer Kraft von 200g - 197,64g = 2,36g den Kontakt 32d ablöst.
Vom Hauptkontaktbogen 22i erhält das Zählwerk 34 2D im weiteren Rücklauf des Sondenschaltarmes 22b drei Stromstösse auf Grund der Arbeit des Verzögerungsschalters 31, welcher die Verbindung des Hauptkontaktbogens 22i mit der Stromquelle 18 so lange verzögert, bis der Sondenschaltarm 22b die zweite Dekade verlassen hat. Im entsprechenden Zahlenfenster des Zählwerkes 34 erscheint der Wert 3.
Nach beendetem Rücklauf über die zweite Dekade erfolgt der Rücklauf über die erste Dekade. Der Kontakt 2211D schaltet die Zughebelrelais 30 der ersten Dekade an die Stromquelle 18, so dass die Auflage der Schaltgewichte 5a Nr. 9 und Nr. 8 der ersten Dekade erfolgen kann.
Das Einzelschaltgewicht 5a Nr. 7 der ersten Dekade bewirkt wieder auf der Gehängeseite die Über- schreitung der 200-g-Grenze und damit die Lösung des Kontaktes 14Os Die Unterbrechung im Wendeschalter 20 bewirkt vom Kontakt 20e aus die Arbeit der Relais und der Sonde. Der Restposten an Schaltgewichten 5a der ersten Dekade wird abgehoben, und der Balken 1 folgt wieder bis in seinen Anschlag. Mit der Kraft von 36 g wird der Kontakt 1 4c geschlossen und der Rücklauf vollendet. Das Zählwerk 34 1D erhält sieben Stromstösse, im entsprechenden Zahlenfenster des Zählwerkes 34 erscheint der Wert 7. Der Kontaktbogen 22O und die Kontaktbrücke 22g der Sonde 22 schalten den Rücklauf ab.
Die Abschaltung des Rücklaufes stellt einen Sicherheitsfaktor zum Abschalten der Schaltgewichtssondierung dar. Im Beispiel schaltet der Rücklauf durch Wiederauflage des Zusatzgewichtes 5z ab. Mit Verlassen des Sondenschaltarmes 22b aller Kontakte der Sonde 22 wird durch Kontaktbögen 22a und Kontaktbrücke 22f der Stromkreis zum Neigungsrelais 28 unterbrochen. Mit Wiederauflage des Zusatzgewichtes 5z wird der Kontakt 14c geöffnet, und der Balken 1 stellt sich in seinem Neigungsbereich mit 1 g-0, 0,56 g = 0?63 S ein.
Ist eine Wägung beendet, so wird die Automatik durch Zurückdrehen des Schaithebeis 8 ausser Betrieb gesetzt und der Balken 1 gleichzeitig arretiert.
Mit Abnehmen der Substanz 17 von der Schale 7 ist die Gewichtesondiening für eine andere Substanz noch nicht bereit; es müssen vorher die Schaltgewichte 5 wieder im Gehänge 4 sein und das Zählwerk 34 in allen Dekaden die 0-Stellung zeigen. Dazu genügt eine Umkehrdrehung des Schalthebels 8.
Auf der Schaltwelle 9 ist eine zweite Kurve, eine Löschkurve 36 angeordnet, an welche eine mit einem Sperrahmen 301 fest verbundene Löschleiste 30ni anliegt. Die Löschkurve 36 ist einerseits zur Schaltwelle 9 rundlaufend gestaltet, so dass bei Drehung des Schalthebels 8 auf Sondierung, die Löschleiste 30m und damit der in einem Drehpunkt 30zl gelagerte Sperrahmen 301 nicht bewegt wird. Anderseits besitzt die Löschkurve 36 eine sich verjüngende Kurve, so dass bei Drehung des Schalthebels 8 in Umkehrrichtung die Löschleiste 30m sich in Richtung der Schaltwelle 9 bewegt. Damit hebt sich der Sperrahmen 301, und alle in diesem Rahmen befindlichen Zughebel 30h bewegen sich in gleicher Richtung bis zu einem an den Gewichtehebeln 29 angebrachten Anschlag.
Dem Winkelhebel 301 entfällt der Sperrdruck, wodurch diese mittels Eigenschwere zurückfallen, so dass die Schaltgewichte 5 sich wieder im Gehänge 4 befinden.
An der Löschkurve 36 kann eine Zugstange angeordnet werden, welche in der Lage ist, bei Drehung der Schaltwelle auf Löschung einen Zug auf die Rücksperrhaken 34g zu bewirken und diese aus den jeweiligen Zähnen der Sperrstücke 34d zu ziehen, wodurch Zahlenkörper 34e, veranlasst von den Zugfedern 34h, in ihre Ausgangsstellung zurückschnellen.
Es muss beim Gebrauch einer selbsttätigen Waage damit gerechnet werden, dass die Waage Überlast erhält. Da für solche Lasten keine Bestimmungsmöglichkeit der Masse vorhanden ist, sind auf der Sonde 22 zusätzlich zwei Kontakte 22r, 22s angeordnet. Der Kontakt 22r ist an die Stromquelle 18 geschaltet, und der Kontakt 22s hat Verbindung mit einem Magneten 19a eines Überlastrelais 19. Bei Überlast wird der Vorlaufkontakt 1 4b im Schwingschalter 14 nicht unterbrochen. Der Sondenschaltarm 22b läuft über die bisher behandelten Kontakte hinaus, so dass die Kontaktbrücke 22c die Kontakte 22r und 22s schliesst. Dadurch wird das Überlastrelais 19 in den Stromkreis geschaltet, welches im Wendeschalter 20 die Vorlaufseite 20a abschaltet und die Rücklaufseite 20f einschaltet. Der Vorlaufkontakt 14b veranlasst jetzt den Rücklauf des Motors 21.
Da es in diesem Fall keine Kontaktunterbrechung im Schwingschalter 14 gibt, erfolgt auch keine Arbeit der übrigen Relais und der Sonde 22. Es erfolgt der komplette Rücklauf, so dass sich alle Schaltgewichte 5 wieder ins Gehänge 4 setzten. Der Rücklauf wird mit Lösen der Verbindung der Kontaktbögen 22O durch Kontaktbrücke 22g beendet. Es bleibt auch das Zählwerk unberührt. Damit erkannt werden kann, dass auf der Substanzschale 7 zuviel Last liegt, schaltet ein Kontakt 19f ein Warnzeichnen 37 ein.
Das Überlastrelais 19, dessen Magnet 19a mit beginnendem Rücklauf sofort abgeschaltet wird, verhält mit seinem Anker 19b in den Kontakten und kann nur mechanisch durch die Löschbewegung des Schalthebels 8 abgeschaltet werden. Diese Löschbewegung muss erfolgen, da die Automatik mit eingeschaltetem Überlastrelais 19 taub ist.