CH388168A - Verfahren zur Beschleunigung der Anfangserhärtung von Baumaterialien - Google Patents
Verfahren zur Beschleunigung der Anfangserhärtung von BaumaterialienInfo
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- C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B40/00—Processes, in general, for influencing or modifying the properties of mortars, concrete or artificial stone compositions, e.g. their setting or hardening ability
- C04B40/02—Selection of the hardening environment
- C04B40/0231—Carbon dioxide hardening
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Description
Verfahren zur Beschleunigung der Anfangserhärtung von Baumaterialien Es sind Verfahren bekannt, die durch Einwir kenlassen von Wärme und Kohlensäure auf Mörtel (z. B. bei Koksofentrocknung von Neubauten) die Anfangserhärtung und die Austrocknung des Mör tels beschleunigen. Durch ein anderes Verfahren werden Zement- und Kalksandsteine feuchter, warmer Luft bei Atmosphärendruck ausgesetzt und bis zur Einbaufähigkeit erhärtet.
Ein abgeändertes Verfahren bringt dafür Auto klaven zur Anwendung, wobei also Überdrucke und entsprechend hohe Temperaturen entwickelt werden und die Gebrauchsfestigkeit des Materials innerhalb weniger Stunden erreicht ist.
Diese Verfahren weisen die folgenden Nachteile auf: Die Kohlensäuretrocknung erreicht nur an der Oberfläche eine erhebliche Beschleunigung. Die dabei entstehende sogenannte Sinterhaut hemmt das wei tere Eindringen der Carbonatisierung.
Die thermische Beschleunigung in Wärmekam mern bei Atmosphärendruck ist relativ gering.
Das Autoklavenverfahren ist wegen der kost spieligen Anlagen teuer, und die Kosten sind für sperrige Formen untragbar. Für hitzeunbeständige Zu schlagsstoffe ist es nicht anwendbar.
Diese Nachteile werden durch die erfindungs gemässe Methode ausgeschaltet. Eine relativ einfache Einrichtung genügt, um bei Atmosphärendruck Ab bindebeschleunigungen zu erreichen, die selbst von den bisher verwendeten Autoklaven nicht zu errei chen sind.
Ein besonderer Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass das Abbinden und Erhärten durch so genannte Zementgifte nicht gestört wird. Es können z. B. Mischungen mit Zuschlägen oder Zusätzen organischer Natur verarbeitet werden, die bei den üblichen unbeschleunigten und beschleunigten Metho- den nicht abbinden. Insbesondere können Schutz kolloide, wie Zucker, ihre bekannten schädlichen Aus wirkungen nicht entfalten.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die abbindenden, frischen Form stücke in Wärmekammern einer feuchten, Kohlen säure führenden Atmosphäre periodisch wechselnder Temperatur ausgesetzt werden, wobei die relative Feuchtigkeit der Luft auch bei der oberen Tempera turgrenze<B>75%</B> nicht unterschreitet und der Kohlen säuregehalt der Atmosphäre nicht unter 5 % sinkt.
Die Einrichtung für die Ausführung des Ver fahrens besteht zweckmässig aus einem System von klimatisierten, luftdicht abschliessbaren Kammern. Die Kammern können in bekannter Weise mittels Ka nälen mit angefeuchteter und Kohlensäure führender Luft versorgt werden, wobei die relative Luftfeuchtig keit bei der Höchsttemperatur nicht unter 75 % sin ken soll, während sich der Kohlensäuregehalt vor zugsweise an die Ergiebigkeit der Verbrennungs abgase anpasst.
Zwei benachbarte Wärmekammern oder mehrere hintereinandergeschaltete Kammern können unglei che konstante Temperaturen aufweisen und durch Transporteinrichtungen so untereinander verbunden sein, dass der Inhalt von zwei ungleich temperierten Kammern rasch gegenseitig ausgewechselt werden kann. Ein solcher Wechsel wird vorzugsweise in geeignet gewählten Zeitabständen, also in einem be stimmten Rhythmus ausgeführt, wobei dieser Rhyth mus konstant bleiben, beschleunigt oder verzögert werden kann.
Statt ungleich temperierter Kammern kann man natürlich auch eine einzige mit entsprechendem Kli mawechsel oder eine Serie von derart ausgestatteten Kammern anordnen. Es zeigt sich, dass man den Abbindeprozess und die erste Erhärtung von Zement stark beschleunigen kann, wenn man die Kammertemperatur während der thermischen Behandlung wechseln lässt, um entspre chende Richtungswechsel der inneren Feuchtigkeits und Gasbewegung in dem abbindenden Zement zu veranlassen.
Die Formstücke werden zweckmässigerweise vor dem Einfahren in die Wärmekammern aus einer nach üblichem Verfahren aus anorganischem, organischem oder gemischtem Rohstoff und Bindemittel angemach ten Masse hergestellt.
Die frische Mischung kann ausgeformt und die Formstücke können auf Unterlagsböden gelegt oder in den Gaszutritt nicht hindernden Formen belassen werden. Erst dann werden die Unterlagsböden oder Formen, beispielsweise auf fahrbare Gestelle auf gelegt, in die Wärmekammern eingefahren.
Die Dauer der einzelnen Perioden des Tempera turwechsels, die Anzahl solcher Perioden, die für einen gewünschten Erhärtungsgrad erforderlich sind, sowie Maxima und Minima der Temperaturentwick lung sind von der Form und dem Material der zu erhär tenden Produkte und vom Wärmekammertyp abhän gig. Insbesondere wählt man bei Portlandzement die Maximaltemperatur in einem günstigen Bereich der für den betreffenden Zement gültigen Kurve der Ab bindetemperaturen.
Ebenso sind Temperaturinter valle auszuschliessen, in denen die verwendeten Zu schlagstoffe ungünstig mit dem Bindemittel reagieren oder selber Zersetzungserscheinungen zeigen.
Nach dem Ausfahren der bis zur Manipulierfähig- keit ausgereiften Produkte können diese in den Lager hallen oder, wenn es sich um wetterbeständiges Material handelt, auf dem offenen Lagerplatz der normalen Atmosphäre ausgesetzt werden.
Eine beispielsweise Ausführungsart des Verfah rens verläuft in folgender Weise: 2001 gegen Fäulnis imprägnierte Hobelspäne oder 'die entsprechende Menge anderer vegetabilischer Faserstoffe werden mit 30 kg Portlandzement zu einer plastischen Betonmasse angemacht. Das frisch an gemachte Material wird in Plattenformen eingestampft und leicht gepresst. Pressdeckel und Formen werden nach 3 Minuten entfernt und die Platten auf den Un- terlagsböden auf Gestellen in der Wärmekammer ein gelagert.
Die Temperatur der Kammerluft wird rasch auf 80 C gesteigert und nach 12 Minuten auf 30 C abgekühlt. Nach 8 Minuten erfolgt eine neue Tem peraturerhöhung auf 80 C und darauf eine neue Abkühlung. Dieser Temperaturwechsel wird 6mal durchgeführt.
Die Klimaanlage der Kammer ist so einzustellen, dass die relative Feuchtigkeit der Kammerluft nie unter 75 % sinken kann. Die Zufuhr der Kohlensäure ist derart geregelt, dass die Kammerluft ständig einen C02 Gehalt von 5-8 % aufweist.
Nach der sechsten Periode des Temperaturwech sels werden die Platten auf offenem Lager für die Austrocknung und Nacherhärtung aufgestellt.
Die Feuchtigkeitsgehalte der frisch erhärteten Produkte sind abhängig vom Feuchtigkeitsgrad der Kammerluft.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Beschleunigung der Anfangserhär tung von Baumaterialien, zu deren Herstellung kalk haltige Bindemittel verwendet werden, dadurch ge kennzeichnet, dass die abbindenden, frischen Form stücke in Wärmekammern einer feuchten, Kohlen säure führenden Atmosphäre periodisch wechseln der Temperatur ausgesetzt werden, wobei die relative Feuchtigkeit der Luft auch bei der oberen Tem peraturgrenze 75 % nicht unterschreitet und der Koh lensäuregehalt der Atmosphäre nicht unter 5 % sinkt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Rhythmus der thermischen Pe rioden beschleunigt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Rhythmus der thermischen Perioden verzögert wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Druck der Kammerluft wenig vom normalen Atmosphärendruck abweicht. 4. Verfahren nacht Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass höhere Drücke im Autoklaven zur Anwendung kommen. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass Verbrennungsgase die benötigte Kohlensäure liefern. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Kohlensäure aus Kalkstein mittels Mineralsäure gewonnen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH7807359A CH388168A (de) | 1959-09-10 | 1959-09-10 | Verfahren zur Beschleunigung der Anfangserhärtung von Baumaterialien |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH7807359A CH388168A (de) | 1959-09-10 | 1959-09-10 | Verfahren zur Beschleunigung der Anfangserhärtung von Baumaterialien |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH388168A true CH388168A (de) | 1965-02-15 |
Family
ID=4536180
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH7807359A CH388168A (de) | 1959-09-10 | 1959-09-10 | Verfahren zur Beschleunigung der Anfangserhärtung von Baumaterialien |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH388168A (de) |
-
1959
- 1959-09-10 CH CH7807359A patent/CH388168A/de unknown
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