CH388207A - Sektorwehr - Google Patents
SektorwehrInfo
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Description
SektorNvehr Bei der hydraulischen Betätigung eines Sektor- wehres wird beim Heben die Sektorwehrkammer mit dem Oberwasser und beim Senken die Kammer mit dem Unterwasser in Verbindung gebracht. Die Er fahrung zeigt jedoch, dass es im Verlauf der Senk und Hubbewegung Grenzfälle gibt, bei denen die Differenz zwischen Ober- und Unterwasserspiegel nicht mehr ohne besondere Massnahmen ausreichend ist, um das Wehr mit Sicherheit rein hydraulisch völlig abzusenken oder aus der Tiefstlage hochzuhe ben. Um das Absenken des Wehres in jeder Lage zu gewährleisten, ist man daher dazu übergegangen, das Wehr mit Ballast zu füllen.
Diese Massnahme hat den Nachteil, dass zusätzliche Kosten für Ballast entste hen und ausserdem das Anheben des Wehres, beson ders aus der Tiefstlage, nur mit Hilfe von Pumpen, Pressluft oder durch sonstige zusätzliche Massnahmen erreicht werden kann.
Auch konstruktive Massnahmen wie Abrunden der Wehrkrone, hydraulische Sonderformgebung des Abfallrückens, Injektoröffnungen im Unterwasser in den Pfeilern in der Nähe der Drehgelenke zum Ab senken des Unterwassers stellen nur Teillösungen dar, welche ein einwandfreies Absenken des Wehres ohne Ballast nicht gewährleisten. Die Schwierigkeit beim Absenken des Sektorwehres besteht in der kritischen Zone darin, dass sich beim Anschluss an die Wehr krone ein Unterdruckgebiet herausbildet. Dieser Un terdruck entspricht einer nach oben gerichteten Kraft, welche auf den Abfallrücken des Wehres wirkt. Soll das Wehr gesenkt werden, so müsste der Innenwasser druck tiefer gesenkt werden.
Der Innenwasserdruck ist jedoch durch den jeweiligen Unterwasserstand begrenzt, d. h. der Innenwasserstand kann normaler weise nicht tiefer sein als der Unterwasserstand, da bei diesem Betriebsfall das Innenwasser des Sektors mit dem Unterwasser in Verbindung steht. Wenn kein Ballast vorhanden ist, müsste das Innenwasser durch Pumpen oder sonstige Massnahmen abgesenkt werden. Bei einem Wehrtyp, dessen Prinzip Bewe gung durch Wasserkraft ist, ist es jedoch un erwünscht, zusätzlich Maschinenkraft einzusetzen.
Nach der vorliegenden Erfindung lassen sich die Schwierigkeiten beim Absenken des Wehres dadurch vermeiden, dass der unterhalb der Wehrkrone auf tretende Sog selbst ausgenutzt wird. Eine derartige Massnahme ist zwar bereits in der Fachwelt bekannt- Cr eworden. In diesem Falle wurden sogenannte Sog öffnungen dicht unterhalb der Wehrkrone an der Ab lauffläche angeordnet. Sie werden von aussen durch leicht bewegliche Klappen verschlossen, so dass nur Wasser aus der Wehrkammer austreten, aber nicht durch die Öffnungen von aussen eindringen kann. In der Staustellung sind diese Klappen auch nicht abso lut luftdicht, so dass der Innenraum hierdurch uner wünschte Luftzufuhr erfährt.
Ferner weist die bekannte Anordnung der Sog öffnungen den Nachteil auf, dass bei Ansteigen des Innenwassers eine ständige Durchströmung der Wehr kammer entsteht, sobald die Sogöffnungen tiefer lie gen als der Innenwasserstand. Ein weiterer wesentli cher Nachteil dieser bekannten Sogöffnungen besteht darin, dass kein völliger Abschluss des Wehrinnern und daher kein zwangläufiges Festhalten des Wehr körpers in einer bestimmten Stellung gewährleistet ist, weil die Sogöffnungen den Austritt von Wasser aus der Wehrkammer ermöglichen.
Die Erfindung besteht darin, dass bei einem Sek torwehr eine Unterwasserleitung auf der Unterwas serseite des Regulierorgans mittels einer Sogleitung mit der Sogöffnung in der Abfallwand des Wehrkör pers dicht unterhalb der Wehrkrone verbunden ist, so dass der Sog an dieser Stelle der Abfallwand über das geöffnete Regulierorgan den Druck in der Sektor kammer beeinflusst.
Die anliegenden Zeichnungen zeigen Ausfüh rungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes. Es zei gen: Fig. 1 einen Querschnitt durch ein Sektorwehr, die Stauwand ohne verlängerten Aufsatz, beim nor malen Oberwasserstand, Fig. 2 eine Aufsicht auf einen Steuerpfeiler mit anschliessendem Wehrkörper entsprechend Fig. 1, Fig. 3 einen Querschnitt des Sektorwehres gemäss Fig. 1 und 2 in abgesenkter Lage, Fig.4 einen Querschnitt durch ein Sektorwehr, die Stauwand mit nach oben überstehendem Aufsatz in Tiefstellung,
Fig.5 einen Querschnitt durch ein Sektorwehr mit einem eingewinkelten, in einer Nische angeord neten Sogleitungsübergang vom festen zum drehba ren Teil, Fig. 6 eine Aufsicht auf einen Steuerpfeiler mit Nische entsprechend Fig. 5.
In Fig. 1 ist 1 der Steuerpfeiler, 2 der Wehrkör per mit Stauwand29, 3 die Wehrkrone, 4 die Abfall wand. 5 ist die Oberwasser-, 6 die Unterwasserleitung mit ihrer Rückschlagklappe 9, 7 das gesteuerte Re gulierorgan mit seinem Antrieb B. 10 ist der Ober wassereinlauf, 11 die Unterwasser-Auslauföffnung. 12 ist die Sogleitung mit ihren Austrittsöffnungen 17 im Wehrkörper, 13 die Sogleitung im Steuerpfeiler mit ihrer Eintrittsöffnung 14, die an die Unterwasser leitung 6 anschliesst.
18 ein an der Sogleitung 12 fest sitzendes, entsprechend ausgestaltetes Segment, stellt zusammen mit 19, einem Seil oder einer Kette oder einem Gestänge oder dergleichen die Rückführung, die Meldung der Ist -Stellung zum Antrieb 8 dar.
Ein Soll -Stellungsanzeigeorgan, das zusammen mit einem Ist -Stellungsorgan den Antrieb 8 auto matisch einregem würde, ist nicht gezeichnet. Ebenso nicht ein Schwimmer, der anstelle von 18 und 19 den Ist -Stand geben könnte. Selbstverständlich kann auch eine Einstellung des Regulierorgans von Hand erfolgen.
20 ist die gedachte Drehachse des Wehrkörpers 2, der mit dem Wehrkörperfundament durch eine Art Scharniere bekannter Bauart verbunden ist. Der Wehrkörper 2 ist gegen das Ober- und Unterwasser in bekannter Art durch nicht gezeichnete Dichtungen abgedichtet. 21 ist die Verbindungsleitung von der Sektorkammer 23 zum Regulierorgan 7. 22 eine Schutzhaube über ihrer Austrittsöffnung 17 mit ih rer Rückschlagklappe 24 unterhalb der Wehrkrone 3.
Fig. 2 ist die Aufsicht zu Fig. 1. Sie zeigt den Übergang der mit dem Wehrkörper 2 hin und her drehenden Sogleitung 12 zur festliegenden Sogleitung 13 im Steuerpfeiler 1 in Richtung der gedachten Drehachse von 2. 15 sind die Lager zur Sogleitung 12, bei 16 ist eine Ringdichtung zwischen 12 und 13 angedeutet. Fig. 3 zeigt den Wehrkörper in abgesenkter Lage im kritischen Bereich. Das Gefälle zwischen Ober wasser- und Unterwasserspiegel hat sich gemäss der Wasserdrucklinie 25 stark vermindert, und ein Sog, versinnbildlicht durch 27, möchte die Abfallwand 4 noch nach oben ziehen. Das Regulierorgan 7 ist auf Absenken eingestellt.
Das Kammerwasser ist zu nächst über 21, 7, 6, die offenstehende Rückschlag klappe 9 und die Auslauföffnung 11 ins Unterwasser abgeflossen, so lange, bis die Druckdifferenz zwischen Wehrkörpergewicht und Kammerwasserstanddruck einerseits und dem Unterwasserstanddruck anderseits unwirksam wurde. Jetzt wirkt sich der vom über strömenden Oberwasser erzeugte Sog unterhalb der Wehrkrone aus.
Er saugt Luft und anschliessend Was ser über die sich öffnenden Rückschlagklappen 24, die Sogleitungen 12, 13 und die Positionen 14, 6, 7 und 21 aus der Sektorkammer heraus und senkt den Kammerwasserstand weiter ab, bei automatisch ge schlossener Rückschlagklappe 9 in der Unterwasser leitung 6. Ein weiteres Absenken des Wehrkörpers erfolgt ohne sonstigen Eingriff so lange, bis das auf Senken eingestellte Regulierorgan 7 abgestellt wird.
Fig. 4 zeigt den Wehrkörper 2 in Tiefstlage, die für ein Anheben kritisch ist. Bei der Wehrausführung nach Fig. 1 und 3 gibt das geöffnete Regulierorgan 7 zum Anheben des Wehrkörpers 2 den Oberwasser eintritt über 10, 5, 7 und 21 in die Sektorkammer, die gegenüber dem Unterwasser verschlossen ist, frei. Der Kammerwasserspiegel steigt, der Wehrkör per 2 hebt sich.
Ist die Differenz zwischen Ober wasser- und Unterwasserspiegel, 32 und 31, sehr gering, wie in Fig. 4 gezeichnet ist, oder liegen be sonders ungünstige Verhältnisse vor, so genügt der in der Sektorkammer 23 wirkende geringe Wasserüber druck 33 nicht, den Wehrkörper 2 anzuheben. Eine Zusatzkraft, ein Sog kommt ihm zu Hilfe. Die Ab fallwand 4 ist in dieser Tiefstlage gesehen horizontal, in einem festen Winkel zur Stauwand 29 angeordnet, so d'ass die Stauwand 29 mit einem Aufsatz 28, der gleichzeitig die Rückschlagklappen 24 in sich trägt, in Längsrichtung des Wehrkörpers die Abfallwand 4 merkbar überragt.
Der hierdurch von dem über strömenden Oberwasser erzeugte Sog (gemäss 27) ver stärkt die Wirkung des Oberwasserdrucks in der Sektorkammer, der Wehrkörper hebt sich mit Sicher heit so lange, bis das Regulierorgan abgestellt wird.
Fig. 5 und. 6 zeigen eine verbesserte, abgewinkelte Zuführung der Sogleitung 12 zum Sogleitungsteil 13. Der Wehrkörper 2 muss - wie bereits erwähnt - gegen das Oberwasser und Unterwasser abgedichtet sein. Bei der bisher erwähnten Einführung der Sogleitung 12 in den Steuerpfeiler 1 in Richtung der gedachten Drehachse des Wehrkörpers 2 kollidiert diese Leitung 12 leicht mit der daselbst durchgehenden Dichtung. Um das zu vermeiden, ist im Steuerpfeiler 1 eine Nische 30 (vgl. Fig. 6) angeordnet, in die das Sog leitungsteil 12 schräg einmündet und erst am Ende der Nische in die Verlängerung der gedachten Dreh achse 20 bzw. in ihre Verlängerung einschwenkt.
Die Dichtung des Wehrkörpers 2 wird damit von der Führung der Sogleitungen nicht eingeengt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Sektorwehr mit einer Sogöffnung in der Abfall wand, dadurch gekennzeichnet, dass eine Unterwas serleitung (6) auf der Unterwasserseite des Regulier organs (7) mittels einer Sogleitung (1.2, 13) mit der Sogöffnung (17) in der Abfallwand (4) des Wehr körpers (2) dicht unterhalb der Wehrkrone (3) ver bunden ist, so dass der Sog (27) an dieser Stelle der Abfallwand über das geöffnete Regulierorgan (7) den Druck in der Sektorkammer (22) beeinflusst.UNTERANSPRÜCHE 1. Sektorwehr nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass beim Senkvorgang das Regulier organ (7) den Abfluss des Sektorkammerwassers durch die Unterwasserleitung (6) unmittelbar in das Unterwasser und anschliessend den Abfluss durch die Sogleitung (12, 13) zur Austrittsöffnung (17) in der Abfallwand (4) automatisch freigibt, ohne dass es für die Umstellung des Abflusses betätigt werden muss.2. Sektorwehr nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sog leitung (12, 13) die Verbindung zwischen Unter wasserleitung (6) und mehreren Austrittsöffnungen (17) bildet, welche auf der Abfallwand (4) angeordL net sind.3. Sektorwehr nach Patentanspruch und den Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass von der Unterwasserleitung (6) im Anschluss an das Regulierorgan (7) der Sogleitungsteil (12) mit an schliessendem Sogleitungsteil (13) zu der oder den Austrittsöffnungen (17) abzweigt und gleichzeitig ein Rückschlagventil das Eindringen des Unterwassers verhütet, wenn die Sogleitung (12, 13) in Tätigkeit ist.4. Sektorwehr nach Patentanspruch und den Un teransprüchen 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass der im Wehrkörper (2) befestigte, dessen Drehbewegun gen mitmachende Sogleitungsteil (12) mit dem im Steuerpfeiler (1) fest verlegten Sogleitungsteil (13) gegen Verdrehung abgedichtet, verbunden ist, wobei der beiderseitige Übergang in Verlängerung der ge dachten Drehachse des Wehrkörpers (2) liegt.5. Sektorwehr nach Patentanspruch und den Un teransprüchen 1-4., dadurch gekennzeichnet, dass an dem mit dem Wehrkörper (2) hin und her drehenden Sogleitungsteil (12) ein Segment (18) entsprechender Formgebung sitzt, das mit einem anschliessenden Verbindungsorgan (19) einen Rückführungsmecha nismus ergibt. 6. Sektorwehr nach Patentanspruch und den Un teransprüchen 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Sogleitungsteil (12) und dem Soglei- tungsteil (13) eine Ringdichtung (16) angeordnet ist.7. Sektorwehr nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Sogleitungsteil (12) aus ela stischem Material wie Gummi oder einem Metall schlauch besteht, womit eine Abdichtung (16) gegen Verdrehung gegenüber der Sogleitung (13) entfällt. B. Sektorwehr nach Patentanspruch und den Un teransprüchen 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerpfeiler (1) eine Nische (30) erhält und der Sog leitungsteil (12) in die Nische angewinkelt eingeführt wird und am Ende der Nische in Verlängerungsrich tung der gedachten Drehachse (20) des Wehrkörpers (2) abgedichtet in den Sogleitungsteil (13) übergeht.9. Sektorwehr nach Patentanspruch und den Un teransprüchen 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stauwand (29) mit einem Aufsatz (28) in ihrer Längsrichtung versehen ist, der über die Abfallwand (4) an der Wehrkrone hinausragt.
Applications Claiming Priority (1)
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Family Applications (1)
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1958
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Also Published As
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