Optische Ablesevorrichtung von Teilkreisen Die Kreise der Vermessungsinstrumente sind mit einer Teilung versehen. Entweder sind' alle Striche beziffert oder, namentlich bei sehr feinen Teilungen, nur sogenannte Hauptstriche. Zur Ablesung dient ein Index geeigneter Form. Fällt der Index auf einen Teilstrich, so ist die Ablesung sehr einfach, fällt er aber zwischen zwei Teilstriche, so muss der Abstand des Indexes vom vorhergehenden Teilstrich mit einer Hilfsteilung oder einem Mikrometer gemessen wer den (Feinablesung).
Es sind optische Zählwerke bekannt, die diese Feinablesung mit reinen Ziffern angeben. Dabei ist der Index meistens als Doppelstrich ausgebildet. Das Bild des vorhergehenden Teilstriches wird op tisch oder mechanisch in die Mitte des Doppelstri ches eingestellt und der Weg an einem digitalen Zählwerk abgelesen.
Diese Einrichtung 'beschränkt sich auf Messun gen, bei denen sich die Ablesung immer nur auf einen einzelnen Teilstrich bezieht. Sobald es sich aber um grosse Genauigkeit handelt, müssen stets zwei einan der diametral gegenüberstehende Teilstriche abgele sen werden, um den Einfluss der Exzentrizität der Kreisteilung unschädlich zu machen. Es sind Mikro meter bekannt, in denen diametrale Stellen eines Kreises derart zusammengespiegelt werden, dass sich die beiden Bilder an einer feinen Trennungslinie be rühren und die Teilstriche höhen- und seitenverkehrt einander gegenüberstehen. Zum Ablesen werden die beiden Bilder gegenläufig verschoben, bis von zwei diametralen Teilstrichen jeder die gerade Verlänge rung des anderen ist, d. h. bis sie koinzidieren.
An einer Mikrometerteilung kann man den zum Koin zidieren der Teilstriche nötigen Weg mit grosser Ge nauigkeit ablesen. Die Grobablesung der ganzen Grade und weiterer Intervalle der Teilung erfolgt am Kreisbild selber durch Ablesen der Gradzahl und Abzählen der Intervalle.
Dabei muss man zwei Fälle unterscheiden. An genommen, zwei diametrale Kreisstriche seien in Koinzidenz gebracht. Dann gilt als Grobablesung der Wert eines dieser Striche. Dreht man nun den Kreis, so verstellen sich die Kreisstriche gegenläufig.
Wenn der eine Strich um ein halbes Intervall in einer Richtung geht, so bewegt sich der gegenüberliegende ebenfalls um ein halbes Intervall, aber in entgegenge setzter Richtung. Dabei entsteht wieder eine Koin zidenz, aber nicht zwischen zwei diametralen Stri chen, sondern zwischen zwei gegenüberliegenden Strichen, von denen einer um ein Intervall verscho ben ist, oder dass, anders ausgedrückt, beide vom Durchmesser um ein halbes Intervall verschoben sind. Es koinzidieren also die gar nicht existierenden Mittellinien zwischen je zwei Teilstrichen.
Bei einem Kreis mit Intervallen von beispielsweise 20 Minuten erhält man deshalb alle 10 Minuten eine Koinzidenz stelle, und die Grobablesung kann auf halbe Inter valle erfolgen, also von 10 zu 10 Minuten.
Die vorliegende Erfindung besteht nun darin, die Grobablesung an den beiden diametralen Kreis stellen und die Feinablesung an der Mikrometertei- lung durch eine Folge von Ziffern darzustellen, wobei für die Grobablesung auch die halben Intervalle be- ziffert sind.
Das kann dadurch geschehen, dass man auch das halbe Intervall voll beziffert, oder nur die Ordnungszahl dieses Intervalls anschreibt und die anderen Ziffern dem vorhergehenden ganzen Inter vall entnimmt. In allen Fällen müssen im Gesichts feld des Ablesemikroskopes geeignete Blenden ange ordnet sein, welche die nicht zur Ablesung gehören den Zahlen zudecken.
Fig. 1 ist ein Beispiel für eine zweckmässige An ordnung der Teilstriche, Ziffern und Blenden. Feld a zeigt eine Anzahl diametraler Teilstriche in beliebi ger Stellung, also nicht in Koinzidenz.
In Feld b sind die Zahlen für die Grobablesung. Sie sind hier gegenüber den Blendenausschnitten ver schoben und kommen erst in die zur Ablesung rich tige Lage, wenn die Teilstriche koinzidieren. Feld c zeigt die .Zahlen des Mikrometers für die Feinable- sung. Im Gegensatz zu den Zahlen der Grobablesung, die für die Ablesung an bestimmter Stelle des Blen- denausschnittes stehen, können die Zahlen der Fein ablesung jede beliebige Stellung einnehmen.
Zur Ab lesung gilt die Zahl, die zunächst der Mitte steht. Man könnte allerdings die Mikrometerteilung sprung- weise um je eine Zeile vorrücken lassen, falls man sich davon einen Vorteil verspräche.
In Fig.2 stehen die Teilstriche in Koinzidenz, Grobablesung 128,6, Feinablesung 345, Ganzable- sung also 128,6345. Die Zahlen der Grobablesung 128,6 stehen auf gleicher Höhe mit zwei koinzidie renden Teilstrichen; die Zahl nach dem Komma ist deshalb gerade.
In Fig. 3 steht die Zahl nach dem Komma der Grobablesung gegenüber der Mitte zwischen zwei Teilstrichen, weshalb diese Zahl ungerade ist. Able- sunLy 237,3847.